'alii. nz - (5613 »nttti err" KHreaSU8'8ne"Re8- '1s.: fenbern lat. 9 Uhr UnM. Wt ’«a AM für ein M Hl-j i ergebens! ein II) Lantz. n 2Ongull: «tat (5564 A und Hühl. braves Mavchen it sucht für Michaeli au Rechtsanwalt Lrak^ Hücheu.Haa»« fltiinbttd) betvan ,eS ®täbdwn, bad niffe ausjuwcista ju cngagnen ft«> Ilse Wftllcnfe^ i nenWii * *T» lE«si Jteuo^auS—— ritr- dieExped. dsLl-_r, lerbm für 1 * (5I, ibel-Tra.n.S.P2r^ -- (ft MZAks^^ dttsev!tf . Zs. ll' J* rtwb'f*'" a‘t jeber^rt un° ®we' ’(4»0 ©ittcrM/ -------?: '. V*. I» s 9 e-rn- Nr. 200. Dienstag den 30. August 1881. Aiclicucr Htnmger AiM. Mi Amtsblatt für bei Kreis Gießen. BMBI Sch,lKr»ß« K K. Erscheint täglich mit Ausnahme txi Mp«tag». Preis viertesjLhrNch 1 Wort $0 Pf. mit Vringerlohn. Durch bü Post bezogen vierteljährlich 3 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Gießen, am 27. August 1881. Betreffend: Die Herbßübungen der Truppen in 1881, hier die Abschätzungen der dabet vorkomwenden Flurbeschädtgungen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherjvglicben Bürgermeistereien des Kreises. Die Hebungen der 49. Infanterie-Brigade finden bis zum 31. l. M. auf den Feldern der Fluren V, VI und VII der Gemeinde Klein - Linden und Flur III der Gemeinde Allendorf a. d. Lahn patt, während die |. g. Detachemei tS. Hebungen zwischen dem 2. b s 7. September in dem Theile drS.Krrise- oorgenowmen werden sollen, welcher südlich der Linie von Gießen ncch Grünberg liegt, also wahrscheinlich in der Umgegend von Hungen und Lich. ££.^11 Die Grvßherzoglicherr Bürgermeistereien aller Gemeinden, in deren Gemarkungen hiernach Truppenübungen voraussichtlich stattfinden werden, nollen alsbald ortsüblich bekannt machen lasten, daß diejenigen Grundstücke, welche gesetzlich bet Truppenübungen nicht benutzt werden dürfen (Wtrthschafl-« und Hofräume, Gärten, Parkanlagen, Hoftschonungen, Hopfengärten rc. f. $ 11 des Gesetze- v. 13. Febr. 1875, RetchSges.-Bl. S- 56) insofern deren Eigenschaft als solche nicht ohne weiteres erkennbar ist, mit einer Stange, an welcher sich ein etwa 6 Zoll im Quadrat fastendes Stückchen rothes Zeug befindet, und daß Grundstücke, deren Bestellung nicht erkennbar ist, mit einer Stange mit darauf gestecktem Strohwisch zu bezeichnen seien. Haben in einer Gemarkung Truppenübungen stattgesunden, so wollen die betreffenden Großberzogltchen Bürgermeistereien sofort durch ortsübliche Bekanntmachung dazu auffordern, daß etwaige Ansprüche aus Entschädigung alsbald auf der Dürgermetperei anzume'.den seien. Wir empfehlen Ihnen alSdann, ein Eoncept nach dem im Reichsgesetzblatt v. 1878. S. 241 angegebenen Muster anzulegen und darin die Schäden aufzunehmen. Den Betrag der zu leistenden Entschädigung wollen Sie vorläufig, unter Vorbehalt der Festsetzung durch die Coermisfion, nach Ihrem besten Ermesten feststellen und d.mgev äß Spalte 6—9 auSsüllen. Die Commission kann erst am 16. September mit ihren A> beiten beginnen. Wenn daher die beschädigten Früchte nicht b S zum Erscheinen der Commission auf dem Felde bleiben können, ist der Schaden unter Zuziehung zweier unparteiischer Ortseingeseffenen abzuschätzen, dieS in Spalte 10 der Liste zu bemerken und dann die Aberntung zu gestatten (s- ReichSgesrtzblaet v. 1878, S. 236) Sobald die Anmildungen der Schäden erledigt find, wollen S»e fich die etsorderliche Anzahl Formulatbogen bei uns bestellen und in dieselben den Inhalt Ihrer Concepte in R.inschrift übertragen, hierbei jedoch die Grundbesitzer so ordnen, daß die Commission nach Anleitung der Liste die Beschädigungen in ununterbrochener Reihenfolge einsehen kann. Die Spalten 1—5 sind dabei mit Dinte, bk übrigen Spalten nur mit Bleistift auSzusüllen. Die so ausgesüllten Formularbogen sind uns möglichst beschleunigt rorzulegen. Dr. Boekmann. ____________________ Bekanntmachung. Den Civil - Ingenieuren Gerding und Birnbaum in Berlin ist die Erlaubniß zur Vornahme eingehender Vorarbeiten für eine Secundärbahn ton Londorf über Allenrorf a. d. Lda. zur Main Weser-Bahn resp. nach Lollar von Großherzoglichem Ministerium der Finanzen im Einverständn'.ß mit Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz ertheilt worden. Gießen, am 27. August 1881. Großherzogltches KreiSamt Gießen. Dr. Boekmann. (^istirt noch die Tclaverei? In unserem civilifirten Europa ist mau tm Allgemeinen wohl der Ansicht, daß der öffentliche Sclavcnhandel und die Sclaoerei aufgehörk bat, oder koch zum mindesten nur noch in ga: z winzigem Umfange existirt. Don allen Staaten Europas werden ja die Sclavenhändler auf das Energischste verfolgt und mit ihnen nach Ergreifung kurzer Proceß gemacht. Die Sclaverei spricht cller Elvllisarton Hohn, und eS »st gewiß gerechtfertigt, wenn Alles ansgeboien wird, fie Überall aulzuheben. Daß dies noch nicht total geschehen ist, sondern daß daS unwürdige Institut noch in zwei bekannten großen Staaten existirt, werden unsere Leser aus den nachfolgenden Thatsachen, welche ton Korrespondenten der nflöln. Ztg." gemeldet werden, und die wir auszugsweise wiedergebrn, ersehen. Es handelt fich zunächst um Mexiko, von wo der Correipondent schreibt: Dor einigen Tagen erhielt ich einen Brief auS H.dalgo im Staate Chlbuahua, besten Inhalt etr em jeden denkei den Menschen in ber civilifirten Welt einen Fingerzeig für d'.e Zukunft biescS schönen La- bes geben kann. Am 15. Juli trat ein Mexikaner Ravens Anaga in daS Gehöft einer Hazienda in Hidalgo und wunderte fich nicht wenig, einen brutalen Sclaoenzüchter, der in seiner Jugend im Staate Leu siana ein SLan^gewerbe getrieben, auf etwa 20 indianische Knaben und Mädchen mit einer mächtigen Peitsche undarmherz g lot hauen zr^ sehen. Anaga versuchte schlichtend zwischen den Aufseher und seine zum Tbril blutenden Opfer zu treten, wurde jedoch in ziemlich grober We se aus die Straße gesetzt. Zwei Tage nach dem Vorfall wurde der Aufseher OntiveroS vor das Kreisgrrich: geladen, wo er in bir Person deS Herrn Anaga seir en Ankläger sand. OntiveroS Irugrefe seine Schandlhat auch in keiner Weise, sondern entgegnete dem R'chter sehr kaltblütig, daß er nur aus Befehl seines Herrn, eines gewiffen Ward, handle, ur.b daß derglrichen Scenen täglich auf den verschiedenen Haciendas seines Herrn vorfielen. Ward ist rin eingewandrrter Amerikaner und hat große Ländereien von den beruntergekom- menen mexikanischen Brfitzern gekauft, auf bemn er etwa 400 indianische Arbeiter beschäftigt, welche contractlich mehrere Jahre lang aus seinen Befitzun- gm arbeiten müsten. Der Richter, ein grwister Diatz, sälle denn auch ben weisen Richterspruch, daß in Anbetracht der Gesetze deS Staate- Cbchuahua ttn Besitzer mit seinen Arbeitern machen könne, waS er wolle, und damit war die Sache abgethan. Herr Anaga verlor in Folge seines MenschlichkertSgefühls seine Geschäftsverbindungen mit verschiedenen in der Provinz ansässigen Awe- rnkanern, und die Sclaven des Ward erhielten in den der Gerichtssitzung scl- Atnden Tagen doppelte Rationen Prügel. Wie 'ch in Erfahrung gebracht, herrschen ähnliche Zustände auf verschiedenen HaciendaS, deren Eigenthümer Amerikaner find. Roch viel weiter ausgebildet ist die Sclaverei in Brasilien, »o sogar in den Zeitungen ganz offen Anpreisungen von ,menschlicher Waare^ zeschehen, die fich zwischen den übrigen Anroncen so verstreut finden, wie bei »S die Anzeigen von gewöhnlichen Auctionen. Eine Blüchenlese von solchen kl'zeigen findet sich z. B. im „Journal do Commerclo" vom 14. Juli 1881, worin eS heißt: Zu verkaufen ein kräftiger Schwarzer, zu jedem Dierste geeignet, gelernter Gärtner und Koch. Man weride sich Rua de Alfandego 180. Zu verkaufen ein liebes und zahmeS Schaf, besonder- geeignet zum Spielen u.lt Kindern u. f. w. Zu verkaufen ein nur wenig gebrauchtes Piano u. s. w. Zu verkaufen eme reinlich- Schwarze mit einjährigem Freigeborenen (ingenuo) und guter Milcd, Amme, Köchin und Wäscherin. Zu verkaufen ein 50jähriger HauSsclave, der ein krumme- Bern hat, scnst garz kräftig ist. Zu verkcufen eine hübsche kleine Mulattin mit schöner Figur und Büste, zu allen häuslichen Dienstleistungen tauglich. Zu verkaufen zwei Kühe mit Kälbern und ein Zuchlstier re. Don derartigen in ähnlicher Weise durcheinander gewürfelten VnkaufS- Anzeigen enthält die betr. Zeitung- Nummer 53; vielleicht noch intereffarner aber ist die Anze ge eine- gerichtlichen Verkaufs, bei dem gleich die Preise der Sclaven mit angegeben find. Nach den einleitenden Dimerkungen werden zum Verkauf au-gesetzt: Floriaro, Arbeiter, oerheirathet, 4000 JL (wir geben die Preise der Kürze wegen nur in deutscher Währung); Isabel, 27 Jahre alt, cerherrathet, Mit den fieigeborenen Kindern Mar»a und Ermertrada, 2600 Eßeoao, Kutscher, 40jähng, 4000 Rosa, ganz schwarz, etwa- kränklich, 54jährig, veiheirathet, 1200 JL, nebst dem Freigeborenen Licurqo; Simplicio, Zimmermann, 43jähnz, 4400 JL; Dionifio, Hausdiener, 53jährtg, 1000 \ Anselmo, 56jährla, Hausdiener, 800 \ Amador, 54jährig, oerheirathet, 1200 Marcoliva, 24jähriz, verheirathrt, nebst dem Freigeborenen Miguel, 2600 Cbrisogno, 56jähr'g, 300 Joaquim, 18jährig, ganz schwarz, Hausdiener, 3800 v*L; Amonio. Mischung, 25jährig, oerheirathet, 4200 Jt; Luiz, Mulatte, oerheirathet 70jährig, 100 JL; Jnnocenca mit der Freigeborenen Ra» mira, 27jLhrig, Amme, 2400 JL; Lucia, 50jLhrig, schwarz, gutmüthig und r«inlich, 100 JC. u. f. w. — Hier gäbe es für unsere Lulturbestreber rin Arbeitsfeld, hier sollten fie einschreiten und zu helfen versuchen. DaS ist wirkliche Roth, wirkliches Elend. Man huldigt leider zu oft Phantomen und thut alle- Mögliche, um diese zu erreichen, während man die toaste Wirklichkeit wenig berücksichtigt. Z>m1/chland. Darmyckdt, 27. August. Se. König!. Hoheit der Großherzog nahmen heute militärische Meldungen entgegen und empfingen den Obersten und Cvm- Mandanten der Refidenz Frhw. Röder v. DierSbuog; zumPgrrrgg deu StLLt-K. Minister Frhrn. v. Starck, den Ministertalpräsidenten Schleiermacher und de Geheimerath Hallwachs. — Se. Kaiser!, und Köntgl. Hoheit der Kronprinz des deutschen Reichs und von Preußen treffen heute, nachdem Höchstdieseiben in Frankfurt die Patent- und Musterschutz-Auöstellung besichtigt, Abends 7 Uhr 13 Min. auf Station Langen ein, um sich von dort aus als Gast der Großherzoglichen Familie nach Jagdschloß Wolssgarten zu begeben. Morgen Vormittag reisen Se. Kaiser!, und Köntgl. Hoheit von hier mit Zug 9 Uhr 3 Min. zur Trup- penbestchtigunq nach Augsburg. Wetzlar, 26. August. Aus dem Wahlkreise Wetzlar erhalten wir folgende Zuschrift: Der mit so vielem Pomp in Scene gesetzte Vorschlag, den Prinzen Hermann von Solms-Braunfels als Candidat für den Reichstag für den KretS Wetzlar-Altenkirchen aufzustellen, stößt von vielen Seiten auf Widerspruch. In Altenkirchen ist wenig Aussicht vorhanden, daß derselbe dort überhaupt Stimmen erwirbt. Auch im Kreise Wetzlar, aus dem Landestheile des Fürsten von Braunfels, macht sich eine Gegenströmung geltend. Im „Wetzlarer Anzeiger" vom 23. dS. wird von Bisktrchen von einer Anzahl dortiger Landwirthe die Wahl des Gewerken I. A. Waldschmidt, der, als ein Mann des Volkes, im Kreise erzogen und geboren, der das Ach und Wehe der Landbevölkerung kenne, empfohlen. Dieser Vorschlag, aus dem Herzen des Volkes stammend, hat viele Sympathien wachgerufen und einiges Leben in die Wahlverhältntsie gebracht. Es wird voraussichtlich die Bethetligung, namentlich der Landbevölkerung, weit stärker als anfänglich vermuthet wurde. Der von einigen Eisenindustriellen empfohlene Direktor Heidemann aus Köln findet wenig Anklang und hat im Kreise Wetzlar auf wenig oder gar keinen Erfolg zu rechnen. Wie stch die Ortschaften des Kreises Biedenkopf, welche mit dem Kreise Wetzlar-Altenktrchen zusammen wählen, zu dieser W^hl stellen, ist uns noch nicht bekannt geworden. Koblenz, 27. August. Se. K. K. Hoheit der Kronprinz hat aus der Durchreise von England nach Bayern Ihre Mas. die Kaiserin und Königin vorgestern in Koblenz besucht, deren Reconvalescenz durch die Ungunst der Witterung noch verzögert wird. Die behandelnden Aerzte wünschen für Ihre Majestät im Laufe deS MonatS September Luftveränderung, und zwar ist Baden hierfür in Aussicht genommen, wiewohl Ihre Majestät an den bevorstehenden Festlichkeiten in Karlsruhe offictell sich nicht wird betheiltgen können. Hesterreich. Wien, 27. August. Der Gesandte Chinas, Lt-Fong-Pao, überreichte dem Kaiser heute seine Creditive. AranLreich. Paris, 27. August. Aus Saida wird gemeldet: Oberst Mgrier demoltrte das Grabmal des Stdi Scheck, respectirte aber die Ueberreste dieses Heiligen. Dieselben wurden mit militärischen Ehren in die Moschee zu G6ry- Ville übergesührt. — In Sousa wurden große Vorsichtsmaßregeln gegen die Araber getroffen. Die Stadt war mehrere Tage hindurch geschloffen. Ge- rüchtweise verlautet, daß das französische Lager bei Hammamet von mehreren Tausend Arabern angegriffen worden sei, daß Letztere aber mit großen Verlusten zurückgeschlagen seien. Ebenso verlautet, daß das Lager bet Gab s in gleicher Weise angegriffen worden sei. — Es bestätigt sich, daß Rsustan nach Paris berufen worden, um sich mit der Regierung über Maßregeln zur Sicherung der Ruhe in Tunis zu verständigen. Amerika. Washington, 27. August. Staatssecretär Blatne hat heute Morgen folgendes Telegramm über daS Brfinden des Präsidenten Garfield versandt: Der Präsident gewann gestern keine neuen Kräfte, doch war andererseits der Kräfteverlust geringer als befürchtet wurde. Die ungünstigen Symptome dauern noch an. Dee Kranke nimmt und verdaut noch fiüssige Nahrung und hat während des Tages zwei- oder dreimal nach Nahrung verlangt; sein Geist ist weniger affictrt. Der erwartete Rückgang der Drüsenanschwellung ist nicht eingetreten. Die Lage ist nach wie vor sehr ernst und bedenklich. — Das amtliche Bulletin von heute Morgen 8 Uhr 30 Min. lautet: Der Präsident hat während der Nacht mit Unterbrechungen geschlafen; flüssige Nahrung ist auch während dieser Zeit vom Magen zurückgehalten worden. Trotzdem war der Puls seit Mitternacht rascher und beute früh ausgesprochen sch rächer als gestern. — Puls 120, Temperatur 98,4, Respiration 22. — Wie anderweit versichert wird, erreichte der Puls während der Nacht 130. — Nach dem heute Abend 6 Uhr 30 Min. über das Befinden des Präsidenten Garfield ausgegebenen Bulletin ließen die Krankheits-rscheinungen am Nachmittage eine leichte Befferung erkennen; Puls 114, Temperatur 98,09, Respiration 22, Gehirn frei. Die Drüsengeschwulst fährt fort, Etter au6ju» sondern, hat aber nicht merklich abgenommen. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Korrespondenz-Bureau. Paris, 28. Aug. Eine osficielle Depesche aus Tunis meldet, Oberst Correard sei am 26. ds., als er eben sein Lager bei Erbain abgebrochen, um auf Hammamet zu marschiren, von einer auf 12,000 Mann geschätzten arabischen Retterschaar angegriffen worden, habe den Angriff aber abgeschlagen. Das Gefecht habe 3 Stunden gedauert, die Franzosen hätten 1 Todten und 3 Verwundete gehabt, die Araber hätten 15 Mann an Todten verloren und eine beträchtliche Anzahl Verwundeter gehabt. Oberst Correard habe in einer Entfernung von 40 Kilometer vom General Sabattter, eine äußerst günstige Stellung eingenommen und suche sich über die Stimmung der Einwohner von Hammamet zu vergewiffcrn, wo eS jederzeit sehr leicht fein werde, Truppen zu landen. Der Befehlshaber eines in der Nähe befindlichen tunesischen Lagers dabe sich mit Correard in Verbindung gesetzt und denselben seiner besten Absichten versichert. Rom, 28. August. Der hier erkrankte päpstliche Nuntius in München, Roncetti, ist mit den Sterbcsacramenten versehen worden. — Gerüchtweise verlautet, daß bei Gelegenheit der zur Zeit der nächsten Canonisationen projectirten allgemeinen Bischofsversamm'.uug eine Collectiv- Erklärung verfaßt werden soll, worin die gegenwärtige Lage des heil. Stuhls als unhaltbar bezeichnet würde. Diese Erklärung solle mit einer begleitenden -väLMLLü__NoLr_ allen Negierungen zugesandt werden._________ Konstantinopel, 28. August. Der Sultan hat dem Minister de- Auswärtigen, Asfim Pascha, einen Ehrensäbel verliehen. Lokales. Gießen, 29. August. Der enorme Schaden, welchen der vorjährige Frost an oen Obstbaum-Anlagen verursachte, hat überall die Nothwendigkeit erkennen lassen, so rasch als thunlich die entstandenen Lücken auszufüllen. Die Nachfrage nach jungen Obstbäumen erreichte bet der hohen Zahl, welche zu ersetzen war, solche Dimensionen, daß eine erheoltche Preissteigerung eintrelen mußte unb trotzdem das Bedürfnist nicht befriedigt werden konnte und auch wohl wegen des hohen Preises die Ergänzung des Abganges vorläufig ausgesetzt wurve. Die durch die kommunalen Behörden neuerdings wieder in‘8 Leben gerufenen Obstbaumschulen werden voraussichtlich mit aller Sorgfalt angelegt und gepflegt und die dort erzogenen Stämmchen gewiß nach Qualität und Species allen Ansprüchen oenügen; sie werden aber erst nach einer Reihe von Jahren in der Lage sein, besonders Kernobststämme, in einer zur Pflanzung an festem Standorte genügenden Stärke zu liefern. Man wird daher in der ersten Zelt immer noch darauf angewiesen sein, den nöthigen Bedarf zur Ergänzung der entstandenen Lücken aus schon länger bestehenden Baumschulen zu beziehen. Durch die anhaltende Dürre dieses Sommers scheint aber ein gewisser Unstern auch über diese älteren Anlagen gekommen zu sein; die jungen Pflanzungen in solchen Baumschulen fangen in vielen Gegenden an, erheblich Roth zu leiden und werden dadurch stark in Verfall gerathen. Von diversen Seiten laufen Klagen ein, daß, wahrscheinlich in Folge der fehlenden Feuchtigkeit und dadurch eintretenden Kräfte-Mangels die jungen Bäume von oben herab absterben. Da nun voraussichtlich int Herbste dieses Jahres die Anpflanzung junger Bäume wieder in größerem Maßstabe vorgenommen werden dürfte, so wird es wohl gerechtfertigt erscheinen, die Landwirthe auf Vorsicht un Bezüge aufmerksam zu machen, insbesondere sich von dem Verkäufer bezüglich des Ersatzes für im Frühjahre nicht angehende Stämme eine Garantie geben zu lassen, Sehr häufig sprechen Hausirer bei den kleineren Landwirthen vor, welche junge Bäume gleich mit sich führen und zum Verkauf an- bieten. Das schöne Aeußere solcher Bäume besticht den Käufer und nur zu spät wird er gewahr, daß er getäuscht ist in Qualität des Stammes und der Sorte. Diesen Uebelstand hat auch bereits der landwirthschaftliche Centralverein in Darmstadt anerkannt und beschlossen, der Großherzoglichen Regierung den Erlaß einer Verwaltungsmaßregel zu empfehlen, wonach der Hausirhandel mit Obstbäumen zeitweise untersagt oder aber doch so beaufsichtigt werden solle, daß die Käufer nicht leicht benachtheiligt werden können, wie etwa durch Vorlage von Ursprungs-Zeugnlsien über den Bezugsort. Immer aber ist damit keine sichere Garantie ge- geben, daß auch der angekaufte Obstbaum lebensfähig ist. Landleute und Obstbaumzüchter sollten daher eine kleine Mehrausgabe beim Ankäufe junger Bäume nicht scheuen, dagegen aber auch von dem Verkäufer unter allen Umständen Garantie für lebensfähige gesunde Bäume sich bedingen. demzufolge nur von solchen Producenten beziehen, welche derartige Garantie bieten können und wirklich bieten. - ...... ...... ! -------- - - Verrutschte-. Frankfurt, 27. Aug.. Für die nächste Woche ist das Festprogramm der Ausstellung folgendermaßen bestimmt worden: Montag 29. August: Doppelconcert der Bilse'schrn Capelle unb des Mustkcorps deS 87. Infanterie-Regiments aus Mainz unter Leitung des Hrn. Capell« meisters Leopold Müller; Dienstag 30. August: Fest auf der künstlichen Eisbahn; Donnerstag 1. September -. Italienische Nacht mit Illumination und Doppelconcert; Freitag 2. September: wie gewöhnlich, Sinfonie-Abend der Bilse'schen Capelle und Sonntag 3. September: GrsangS« fest, bei welchem sehr wahrscheinlich einige Vereine des großen Wiesbadener GesangsfrsteS mitwirken werden. Wenn das Wettrr, was hoffentlich der Fall sein wird, alle diese Festlichkeiten begünstigt, so dürfte die nächste Woche für die Ausstellung eine brillante werden und zugleich den September inauguiren, zumal auch für die weiteren Wochen des Monats bereits verschiedene ähnliche Festivitäten in Aussicht genommen sind. Frankfurt, 28. August. Am Samstag den 27. August, Nachmittags 2 Uhr, erschien unser Kronprinz zum Besuch der Ausstellung. S. K. H. hatte sich jeden officiellen Empfang verbeten, so daß sich nur die Herren des Vorstandes und einige Ausschußmitglicder, der Geschäftsführer Dr. Dronke u. s. w. eingesunken hatten. Herr Director Schiele begrüßte den hohen Gast am Portal des Hauptgebäudes und stellte verschiedene Herren vor. Der Kron Prinz unterhielt sich sofort mit einigen Mitgliedern der Jury, specieü mit den Herren Profeffor Schneider aus Mainz, Director Essenwein aus Nürnberg und trat dann in Begleitung jammt licher Herren den Nundgang an. In dem nur wenig zahlreichen Gefolge S. K. H befand sich auch der Oberpräsident Graf Eulenburg. Der Rundgang dauerte sehr lange, denn der Kronprinz kielt sich überall auf, besichtigte Alles mit eingehendem Interesse, ließ sich von den einzelnen Ausstellern die verschiedensten Gegenstände näher erklären und unterhielt sich mit ihnen in seiner bekannten leutseligen und liebenswürdigen Weise. In der österreichischen Abtheilung wurde derselbe von Herrn Hartberger und in der französisch-belgischen von Herrn Chevalier umhergeführt. Ueber beide Gruppen sprach sich S. K. H. ganz besonders anerkennend aus. Dann wurde d»e Maschinenhalle in Augenschein genommen und von da ging es in den Garten, zunächst zur Besichtigung der Drahtseilbahn. Der Train der electrischen Eisenbahn fuhr gerade vorüber und der Kronprinz erwiderte den Hochruf der Paffagiere mit den freundlichsten Grüßen. In der altdeutschen Weinstube wurde dem hohen Gast ein Trunk kredenzt unb hierauf begeb sich die Gesellschaft in die balneologische Ausstellung. Dort waren es namentlich die spanische, japanische und ungarische Abtheilung, denen er eine besondere Aufmerksamkeit schenkte Am Portal der Kunsthalle wurde S. K. H. von den Herren v. Nordheim, Prestel und May empfangen und in die Säle geleitet. Bei dem bekannten Kunstsinn des Kronprinzen, dessen hohe Gemahlin ja selbst e.ne vortreffliche Malerin ist, dauerte hier der Besuch sehr lang« und doch bedauerte S. K. H, nicht Alles sehen zu können. Die russischen Volksbiiber von Beer schienen ihm speciell zu gefallen. Dann wurde noch in dem gegenüberliegenden Pavillon des General- Anzeigers die Rotationspress- besichtigt und nach einem weiteren Gang durch den Garten begab sich der Kronprinz noch einmal in den Hauptpalast um die Bemb6'sche Ausstellung zu betrachten- Zu dem Diner, das erst nach 6 Uhr unb zwar in btm Fürstenpavillon servirt wurde, lud S. K. H- auf daS Freundlichste die begleitenden Herren ein unb schien sich sichtlich an brr gemüthlichcn unb ungezwungenen Unterhaltung, zu welcher er selbst btt Anregung gab, zu erfreuen. Bet ber vorgerückten Zeit war es dem Kronprinzen leibet nicht mehr möglich, die Eisbahn zu besuchen und ließ ben ibn bort erwartenben Herren sein lebhaftes Bedauern darüber aussprcchen. Wie bei seiner Ankunft, verließ der hohe, verehrte Gast unter lautem Hurrahrufen und den Klängen der Nationalhymne gegen 7 Uhr die Ausstellung, bei Allen, die ihn gesehen und mit ihm verkehrt hatten, den freundlichsten unb angenehmsten Eindruck zurücklassend — An demselben Tage war auch die Fürstin Waldeck zum Besuch der Ausstellung von Sooen herübergekommen. Sie ließ sich, von Herrn Schürmann begleitet in einem Rollstuhl umherfahren und besichtigte im Hauptgebäude und darauf im Park Delschiedenes mit großem Interesse. Ais sie die Ausstellung wieder verlassen, beehrte die Fürstin sogar die kleine an der Glnnheimerstraße liegende Moment-Photographie mit einem Besuche, ließ sich mit ihrem Gefolge dort aufnehmen unb begab sich dann in den Palmengarten. Handel und Verkehr. Frankfurt, 27. August. (Marktbericht.. Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Ctr. JC 3.20 -5.00, Stroh Jü 3.50—4.00, Butter 50 Kilo JL 100—0, im Detail 1. Qualität oaL Pfund X 1.25—00, 2. Qualität das Pf. 1.10—00, Eier das Hundert 4.80—5.00. Ochsenfletsch per Pfund 60—70^-, Kuh-, Rind und Farrrnfleisck 45—55 H, Kalbfleisch 40—55 H, Hammelfleisch 40—65 X Schweineäeisch 75-80 H, ein Hahn 1.80—2.20, ein Huhn JL 1.60—2.00, eine Ente 3.00 — 0.00 . eine Taube 50—00 H, junge Gans JL 4.00—8.00, Hasen das Stück 2.50—3 , Poularden JL 2.50—2.70. Rehbock daß Pfd. 70-80 Kapaunen JL 3.00-0, Wälscher Hahn JC 9—12, Kartoffeln 100 Ko. JL 6.00—7.00, Kohlkraut 20 Blumenkohl 1 St. 40—70 H, Wii-fing 15—18 H, Gelberüben 1 Bund 10—0 H, Zwiebeln 1 Bund 0 H Sellerie das Stüü 30—00 Meerrettig 1 Stück 00—00, Spargel das Pfm d 30 H, Romain-Salat 18—20 H, Endivien 8 —10 , Rothkraut 25—30 H, Weißkraut 20 X Artischoken 50-80 Erbsen das Pfd. 30-50 H, Bohnen 100 Pfund 8—10 JL, Kartoffeln das Gescheit» 14 das Malter JL 7.50—8.00, Kopf-Salat 5—10 H, Spinat 50—60 H, Schnittlauch daS Gebund 3 Gurke 5—10 H, Kohlrabi per Stück 3—5 Frankfurt a. M., den 29. Aug., Nachmittags 2 Uhr 15 Min. (Telegr. Coursbertcht. Mitgethe-lt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießm.) Credit- actien 3U012. Skaalcd.->'ictien 305, Galitter 276, Oest. Silberrente 67, 4% Ungar. Goldreme 77* '4 4«/0 1880er Russen 745 8, 2. Orient-Anleihe 6OV2, 5% Rumänische Rente 90, Darmstädter Bkact löö1^. Tendenz flau. “»irs !‘.W ,.2'7'-'' "*; fi< i»n ,n.l1""« t" ln dn ttÄ®*» "d'D«m buJ“'* -»« k°°IM,n « 1(2? "; »h'd»ch liü „'S" '*« ‘««len 7.^7 ;Wtnbtn Rraftt®«.-’ *wittwi; WMmmtn tr^J b,^arr «Mm Mm *“ W«n «nb |UI ellUa( * iÄ""/*** ®«»'. Diel« Uibdjjji ? ’"",an"' ™ beltlcm k'l1 t*u '“Mn. eo«4 M>W »n=n to t thco durch Beilage boi mit Kit sichrrt «arantit at nbltutt uno Obstbaum,üLtn " nicht jdjtutn, baatgtn «8fäMgt gtjunbt Bäumt fi$ d)t dimtizt @fliantK Festprogramm bn BuifttLung onctit btr Biljt'tchri (U>t£c ittr Leitung bt« Hm. ttapiQi tstlichm Eisbahn; Donnnih| mctil; ftrtitag 2. 6tpttmbn. nlag 3. 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Adam) aus Darmstadt, des Hess. Jägerbataillons Nr. 11 (Dirigent Herr A. Noack) aus Marburg und des 2. Großh. Hess. Infanterie-Regiments (Grvstherjvg) Nr. 116 (Dirigent Herr C Krauste). Programm siehe Plakate. **' *' Anfang 5 Uhr. Entree 1 Mark. Billets vorher ä 70 Pf. sind bei den Herren Friseur Gustav Gerhardt, Lindenplatz, H. Plank, SelterSweg unv Gg Petri, Seltersweg, zu haben. ___ mp* Bei ungünstiger Witterung finden die beiden Monstre-Concerte jevesmal am folgenden Tage statt. Um meine verehrten Gäste bestens bedienen zu können, habe ich vier Buffets im Garten errichtet, so daß allen Anforderungen sofort entsprochen werden kann. (5632 Auf einen großartigen Kunstgenuß aufmerksam machend, zeichnet Achtungsvoll Wilh. Weneel. Feinster Dorsih-Leberthran, fast geruch- und geschmacklos in Flaschen ä 60