Nr 74. Mittwoch den 30. März 1881. AMU- null Amtsblatt für in Kreis Gietzrn. 1«. «W« ia.il* -u »M.M h‘<’ üfwijÄ1? Amtlicher Hheit. Betreffend: Maßregeln gegen die Rinderpest. Gießen, am 23. März 1881. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die (Vroßberzoglickcn Bürgermeistereien, beziehungsweise die F^rtSpolizeibebörden. Sie empfangen demnächst mit der Post kurzer Hand ein Heftchen, enthaltend eine von Großherzogltchem Ministerium de- Innern^und der Justiz veranlaßte Zusammenstellung der reich-- und lande-gesetzlichen Bestimmungen bezüglich de- Verfahren- bet AuSbruch der Rinderpest, wonach Sie eintretenden Falle- verfahren wollen. Dr. B oekmann. Betreffend: Da- Behüten der Wiesen. Gießen, am 29. März 1881. Das Großherzogliche ödreisamt Gießen an die Grostherzoglicben Bürgermeistereien des Greises. Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß da- Behüten der Wiesen nach der Wtesen-Polizei.Ordnung für den Krei- Gießen vom 1. April an untersagt ist. Sie wollen die Schäfer hierauf aufmerksam machen und die Fildschützen strengsten- anwetsen, etwaige Uebertretungen zur Anzeige zu bringen. Die Gendarmerie ist gleichfalls angewiesen, Zuwiderhandlungen gegen diese- Verbot zur Anzeige zu bringen. Dr. Boekmann. Betreffend: Den Unterricht in. den Fortbildungsschulen. Gießen, am 26. März 1881. Die Großhcrzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir sehen der Einsendung Ihrer Berichte über die Zahl der erthetlten Stunden, die Leistungen und das Verhalten der Fortbildung-schüler in 'Kürze entgegen. Dr. Boekmann. _________________________ Bekanntmachung. Betreffend: Die Reinhaltung der Straßen und Plätze k. in der Prov»nzialhauptstadt Gießen. W,r sehen unS veranlaßt darauf hinzuwetsen, daß rach dem Localreglement vom 10. November 1879 in den Sommermonaten ll. April biS 30. September) da- Reinigen der Straßen rc. Dienstag- uno Donnerstag- bi- 9 Uhr Vormittag- und Samstag- von 4—o Upr Nachmittag- vorzunehmen ist. Gießen, den 28. März 1881 Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Aeutschlaud. Darmstadt, 28. März. Nach der Tarmst. Ztg. auS St. Petersburg zugegangenen telegraphischen Miltbetlungen ist die Beisetzung glücklich und un» gestört vorübergegangen und machte die Feier einen tiefen, unauslöschlichen Eindruck auf alle Anwesenden. — Ihre Maj'stäten der Ka ser und die Kaiserin kehrten nach deren Beendigung rach PalaiS Anitschkow zurück. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog werden am Dienstag den 29. d. M. von St. Petersburg abreisen und gedenken am Donnerstag Abeud hier einwtreffea» Berlin, 27. März. Die Bezeichnung, E ntheilung und Tislocation der im April d. IS. neu zu errlchtenden Behörden und Truppenthelle ist, gemäß einer im Armee Verordnungsblatt publicirte Eabineksordre, folgende: Infanterieregiment Nr. 97 wird zugethetlt 11. Armee-CorpS, 21. Diot' ston, 42. Jnf..Brigade und untergebracht Stab, 1. und Füfilier-Bat. Hanau, 2. Bat. Kastel. Infanterieregiment Nr. 98 wird zugetheilt 3. Armee Corps, 6. Dwifion, 12. I, s.-Brigade, m tergebracht in Brandenbuig a. H. Jnsonterieregiment Nr. 99 wird zugerhnlt 5. Armee-Corps, 10. Division, 20. Inf^Brtgade, untergebracht Stab, 1. und Füsilier-Bat. Posen, 2. Bar. Schrimm. Infanterieregiment Nr. 128 wird zugetheilt 1. Armee-Corp-, 2. Divistoo, 4. Jnf.-Brigade, untergebracht in Danzig. Infanterieregiment Nr. 129 wird zugetheilt 2. Armee-Corps 4. Division, 7. Inf.-Brigade, (Kolb. Grenadierreziment [2. Pomm.j Nr. 9 tritt zur 5. Inf. Brigade über) und untergebracht in Bromberz. Infanterieregiment Nr. 130 wird zugethellt 8. Armee« CorpS, 16. Division, 31. Jns.-Brigade, untergebracht in Trier. Infanterieregiment Nr. 131 wird zugetheilt 7. Armee-Corps, 13. Tt.ifion, 26. Jnf.-Brigade, untergebracht Stab und 1. Bat. in Paderborn, 2. Bat. in Lippstadt, Füsilier-Bar. in Höxter. Infanterieregiment Nr. 132 wird zugetheilt 6. Armee-Corps, 12. D Vision, 24. Inf. Brigade, untergebracht in Glatz. Füfilierbataillon 2. Großb. Hessischen Jr-fanteriereziments (Großherzog) Nr. 116 wird zugetheilt 11. Armee Corps, 25. Division, 49. Znf.-Brigade untergebracht in Gießen. Stab der 15. Feld Artillerie-Brigade wird zugetheilt 15. Ar^-ee-CorpS, 4. Feld-Artillerie-Inspektion, untergebracht in Sttaßburg. Feld'Artillerieregiment Nr. 31 wird zugetheilt 15. Armee-Corp-, 4. Feld- Arttllerie-Jnspection, 15. Feld-Artilleiiebrigade, urtergebracht Stab und 1. Äb- theilung in Hagenau, 2. Abiheilung in Metz. Von den weiterhin zu form»renden 24 Feldbatterien tritt je etne^der 1. und der 2. «btheilung deS 1. Garde-Feld-ArtillerieregimenlS und der Feld- Artillerieregimenter Nr. 1 biS 11 hinzu. Dieselben erhalten die Nummern 7 beziehungsweise 8. - Die F ld Artillerieregimenter Nr. 15 und Nr. 31 werden zur 15. Feld- Artilleriebrig^.ke vereinigt. Fuß Artlller.rregiment Nr. 11 wird zugetheilt 2. Armee-Corp-, 1. Fuß- Art llerre Jnsp.ction, 2. Fuß-Art-lleriebrigade, untergebracht in Thorn. (Da- brSheiige Fuß-Artillerieregiment Nr. 15 erbält die Nummer 10). Pionierbataillon 16 wird zugetheilt 15. Armee-Corps, 3. Ingenieur- tnspect on, 3. Pionler Jnspectio^, untergebracht in Metz. Berlin, 27. März. Mit dem Ende Februar find die deutschen Aus- grabungen in Olympia e-mgestellt worden. Gesunden wurden von 1875 brs 1881 an größeren Bildwerken, Gruppen, Statuen v. s. w. 180 mehr oder mi der vollständig erhaltene Gegenstände, 1500 Bruchstücke, 1000 Inschriften, 14.000 Kunstaegentzände auS Kupfer, 4000 aus Thon, 6000 Münzm u. f. w. Nach der Ar.ficht deS d'.e Ausgrabungen leitenden Herrn Treu find davon ungefähr 2150 Gegenstände, welche die deutsche Regierung als Doubletten in Anspruch nebmen darf. Die rom deuOcheu Reichstage bewilligten Mi.tel Haden zwar hingereicht, um die für die Archäologie w'chtigsten Punkte In Olompia festzustellen, aber es bleibt noch viel zu thun übrig und Giiechenlai.d wird die Ausgrabungen foitsetz'n, wenn auch langsamer. Atalieu. Rom, 26. März. Die große Weltausstellung in Rom ist nunmehr definitiv beschloffen. Auhkand. Petersburg, 27. März. Die .Agence Rüste" weist auf die über- einstimmenden Anfichren der russischen Prefie in Bezug auf den Beschluß deS Petersburger Gkmei7.deratheS bin, durch welchen die Regierung aufgefordert wird, mit den Mächten in Verbindung zu treten, um gemeinsame Mittel gegen die Mitglieder der Internationale ausfindig zu machen. Alle Regierungen seien dabei interesfirt einschließlich der Sch^tiz, welche von den Mächten im Jntereste der Rübe und deS Gleichgewichts Europas constituirt sei und dieses Interesse, welches der einzige Grund ihrer Existenz sei, nicht werde compro- mittiren wollen. Peter-burg, 27. März. Der feierlichen Beisetzung des verstorbenen Ka'sers in der Peter-Pauls-Katdedrale wohnten die Mitglieder des diplomatischen Corps, der heiligen Synode, des Reichsraths, die Minister, höchsten^Hof- und Staatswürdenträger, die Generaladjutanten und Generalmajore der Suite, die Generalität, die Stabs- und Oberosficiere der Garde, die AdelSmarschälle, das Stadthaupt von Petersburg, eine Deputation der Petersburger Kauft Mannschaft, die aus jämmtlichen Gouvernements eingetroffenen Deputationen und die nächsten Diener des verstorbenen Kaisers bei. Um 11 Uhr betrat Kaiser Alexander III., welcher seine Gemahlin führte, das Gotteshaus, gefolgt vom Großfürst-Thronsolger mit seinen Geschwistern. Ihnen schloffen sich an der Großfürst Wladimir mit Gemahlin, die Großfürsten Alexig, Sergius und Paul, die Großsürsten-Brüder des verstorbenen Kaisers mit ihren Gemahlinnen und Kindern, der Herzog von Leuchtenberg und der Prinz Peter von Oldenburg. Hierauf folgten die anwesenden fremden Fürstlichkeiten, an ihrer Spitze der deutsche Kronprinz. Der Prinz von WaleS erschien erst einige Minuten später, nachdem der Gottesdienst bereits begonnen hatte. Die Majestäten wurden an der Thür der Kirche vom Metropoliten von Petersburg und Nowgorod, umgeben von der gesammten hohen Geistlichkeit, empfangen. Der Metropolit ertheilte den Majestäten den Segen, welche dem greisen Priester die Hand küßten und sich darauf, gefolgt von den übrigen Familienmitgliedern, auf ihre Plätze zur rechten Seite des Sarges begaben. Zu gleicher Zett begann die Feierlichkeit der Todtenmeffe; nach Beendigung derselben traten die Majestäten an den Sarg heran, knieten dort nieder und verharrten lange Zett tm Gebet. Nachdem sich der Kaiser und die Kaiserin wieder erhoben hatten, küßten sie die Stirn und die Hände des Todren; alle Anwesenden folgten ihrem Beispiel. Alsdann trugen die acht ältesten Generaladjutanten des Kaisers, an ihrer Spitze der greise Fürst Suwarow, den mit Blumen bedeckten Sargdeckel herbet. Der Kaiser legte den purpurnen Kaisermantel in den Sarg, welcher darauf geschloffen wurde. Hierauf hoben der Kaiser, btc Mitglieder der kaiserlichen Familie und die fremden Fürstlichkeiten den Sarg auf die Schultern und trugen denselben unter Vorantrttt des Metropolien mit der Geistlichkeit und gefolgt von den Anwesenden in feierlichem Zuge nach der Gruft. Der Metropolitan sprach das Einsegnungsgebet, das faieenb angehört wurde, und der Sarg wurde langsam in die Gruft hinabgesenkt. Eine vom Hofe der Festungsktrche aufsteigende Rakete verkündete diesen Moment den Truppen. Von den Wällen der Festung und anderen Punkten der Stadt erdröhnten Artilleriesalven, in welche sich das Feuer dec Infanterie mischte Die schwarze Trauerflagge am Flaggenstock auf der Festung senkte sich langsam nieder und die Fahne des Kaisers Alexander III. stieg empor. In der Kirche überreichte der Metropolit dem Kaiser, bevor derselbe die Gruft verließ, eine mit Erde gefüllte Schaale, der Kaiser nahm drei Mal eine Hand voll Erde und warf dieselbe auf den Sarg hinab. Die Kaiserin und alle Anwesenden folgten dem Beispiel. Hierauf verließen die Majestäten gebeugten Hauptes das Gotteshaus. Vor der Kirche empfing den Kaiser eine Ehrenwache von der Leibcompagnte des Preobraschenskffchen Leibregimcnts; zum ersten Male seit dem Tode des Kaisers Alexander II. wurde das Spiel gerührt, und der Kaiser mit den Klängen der Nationalhymne begrüßt, während die in der Festung aufgestellten Truppen Hurroh riesen und mit ihren Hurrahrufen den Kaiser bis zum Austritt aus der Festung begleiteten. Den Schluß der Bei- setzungsfeterlichkelt bildete der Rücktransport der Kron-Insignien, welche von einer halben Schwadron des Leibgarderegiments zu Pferde nach dem Winterpalais geleitet wurden, woselbst dieselben einstweilen bis zu ihrer Ueberführung nach Moskau verbleiben. Telegraphische Depeschen. Wolfes telegr. ®»nefppti>ettnu Berlin, 28. März. Die Reichstagskommission für das Gesetz betreffend die Besteuerung der Dienstwohnungen hat den Bericht ihres Referenten genehmigt, wonach als der zu versteuernde Miethsbetrag fünfzehn Prozent des Dicnsteinkommens festgesetzt werden. — Der Reichstag begann unter Anwesenheit des Lü sten Bismarck die Berathung der Brau-, Stempel- und Wehrsteu^rvorlage. Gegenüber dem Abg. Lasker, der tue Steuervorlagen bekämpfte und die beigegebene Denkschrift bemängelte, erklärt Fürst Bismarck, die Armenlast solle durch die beabsichtigte vom Staate zu dotirende Versicherungsanstalt verringert werden, dazu seien die Mittel erforderlich. Die beigegebene Denkschrift solle lediglich die Rede zur Verteidigung der Regierungsvorlage ersetzen, für Form und Inhalt der Denkschrift übernehme er aber voll und ganz die Verantwortung. Die Denkschrift enthalte das Programm, womit die Regierungen einverstanden seien, dessen Ausführung, wenn nicht mit Hülfe dieses Reichstags, so doch mit Hülfe des folgenden oder eines andern erfolgen würde. Die Tendenz desselben gehe nicht dahin, den armen Mann zu Gunsten des reichen zu belasten. Die Erhöhung der Branntweinsteuer würde den Armen schwerer treffen, der bei seiner schweren Arbeit den Branntwein nicht entbehren könne, die Reform der Erbschaftssteuer sei ohne Revision der Stempelsteuer nicht ausführbar. Die Zwecke, wozu die neuen Steuern bestimmt sind, gebe die Denkschrift an und die Wähler müßten, wer ihren Vortheil mehr im Auge habe, die Regierung oder jene, welche die wohlwollenden Absichten der Regierung hemmten und ihr opponirten. Die Wehrsteuer solle nur eine Ausgleichung einer Last sein, deren gleichmäßige Vertheilung bis jetzt noch fehle. Hinsichtlich des Tarifs sei er entschlossen, jeder Modifikation entgegenzutreten, wo es angehe, und die Einkünfte durch Ausnutzung der Grenzzölle zu erhöhen. Ich stehe für mein Programm ein, werde überall dafür eintreten und Anhänge für dasselbe werben. Das betrachte ich als mein Recht und meine Pflicht. (Beifall.) Finanzminister Bitter spricht sein Einverftändniß mit den Ausführungen Bismarcks aus und erklärt, es bestehe keine Differenz zwischen der preußischen und deutschen Finanzverwaltung. Abg. v Maltzahn-GÜltz erklärt das Einvernehmen der Konservativen mit der Denkschrift und deren Bereitwilligkeit, die Vorlagen eingehend zu prüfen, v Benda bekämpit die Vorlagen als finanziell nicht nothwendig und als practisch unzweckmäßig, nur gegen eine Börsenfieuer auf Lombarddarlechen, auf Lotterieloose und Schlußzettel habe er nichts einzuwenden. Löwe (Bochum) bekämpft die Wehrsteuer und die Brausteuer. Wiggers wendet sich gegen die gesammte Wirthschaftspolitik des Reichskanzlers' v. Benda beantragt, die Stempel- und Brausteuervorlage an eine Commission zu ver. weisen. Fortsetzung morgen. Petersburg, 28. März. Se. K. K. Hoheit der deutsche Kronprinz wohnte heute Vormittag der Investitur des Kaisers mit dem Hosenbandorden bei und nahm darauf mit den Majestäten das Frühstück ein. Gestern hatte der Kronprinz bei dem deutschen Botschafter dtnirt und war Abends einer Einladung der Majestäten zum Thee gefolgt. — S. K. K. Hoheit der deutsche Kronprinz hat heute Nachmittag 4 Uhr mittelst Eltrazuges die Rückreise nach Berlin angetreten. London, 28. März. Nachrichten aus Eapetown vom 27. d. zufolge machte eine Äbtheilung von ca. 500 BasutoS einen Qinfdfl in Boleka im Basutoland und raubte eine große Anzahl Pferde, Rinder und anderes Vieh. Die Verluste der Colonialtruppen sind nur unbedeutend. Lokales. Gießen, 29. März. Schwurgerichtsverhandlung am 28. März d. I. I. gegen Heinrich Friedrich Süßmuth von Frankfurt a. M., wegen Urkunden- fätjchung unv Betrugsversuchs. Derselbe ist angektaqt: 1) daß er in der Absicht sick einen rechtswidrigen Vermögensvortheil zu verschaffen, die ihm am 6. September 1880 gewordene schriftliche Erklärung der Gütervtrection der Main Weser-Bahn, eine öffentliche Urkunde verfälscht und von derselben zum Zwecke der Täuschung G brauch gemacht habe. 2) daß er in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvortheil zu verschaffen, das Vermögen der Georg Christian Eifers Wittwe zu Ulfa dadurch zu beschädigen versucht habe, raß er durch Vorlage der fälschlich angefertigten Geschäftsbücher, durch Vorspiegelung einer falschen Thatsache, bei Großh Landgericht der Provinz Oberheffen einen Jrrthum zu erregen suchte. Die Geschworenen erkannten den Angeschuldigten der ihm zur Last gesetzten Verbrechen für überführt und sprachen das „Schuldig" aus, worauf der Gerichtshof denselben in eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren und 2 Monaten und zum Verluste der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren und in die Kosten verurtheilte. II gegen Elisa betha Hansel von Uvenhausen wegen KindeSmordS. Die Ang^ schuldigte wurde für schuldig erachtet und in eine Zuchthausstrafe von 3y2 Jahren verurtheilt. Gießen, 29. März. Eine Extra-Ausgabe des „Militär-Wochenblatts" publieirt die Personal Veränderungen in der Armee, welche mit dem 1. April er. in Kraft treten. Wir reproduclren dieselben hier, -soweit sie auf das Großh. Heff. Infanterie Regiment Nr. 1|6 Bezug haben: Infanterie-Regiment Nr. 129, Garnison Bromberg. Scharch, bisher im 2. Großh. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116 in die 4. Premier- Lieutenants Stelle. Füsilier-Bataillon Infanterie Regiments Nr. 116. 1) Es werden in das Regiment versetzt: Major v. Freyhold vom Jnf.-Regt. Nr. 6\ als etatsm. Stabsoffieicr, die Hauptleute und Compagnie-ChefS- v. Porembsky vom Inf. Regt. Nr. 48, Carsted vom Inf -Reg. 64; die Premier Lieutenants - Kühne vom 2. Garde-Repr. zu Fuß, unter Beförderung zum Hauptmann und Compagme-Cbef mit Patent vom 18. Juni 1880 Fulda, vom Jnf.-Regt. Nr. 26, Müblcnfeld vom Inf. Regt. Nr. 56, Ritsert vom Inf -Regt. Nr. 115, v. Sckeven vom Eisenbahn Regt., die See. -Lts. Clausius vom Eisenbahn-Re. , Kaul vom Jnf.-Regt. Nr. 32, Becker, vom Jnf.-Regt. Nr. 45, Michaeli« vom Jnf.-Regt. Nr. 26 2) Im Regiment werven befördert: Prem.Lt. Frhr. Röder v. Diersburg zum Hauptmann und Compagnie Chef, die See.-Lls. Hessig, eommandtrt bei der Unterofficier-Schule in Biebrich, und Tarnogrocki I. zu Premrer-Lieutenants. — Bei der gestern stattgehabten Prüfung der Abiturienten in der Realschule hab n sämmtliche 11 Abiturienten das Zeugniß der Reife erhalten. - Die Schüler der 4 oberen Klaffen der Realschule brachten gestern Abend ihrem aus dem Dienste scheidenden wohlbewährten Lehrer Herrn Prof.ffor Dr. Tasche einen solennen Fackelzug. Handel und Verkehr. Gießen, 29 März. Auf dem heutigen Wocdenmarkte kostete Butter per Pfd. 1.03 biß JL 1 10, Hühnereier 1 Stück 4—5 H, 2 St. —H, Gänseerer 1 St. 10 11 H Käse per Srü.* 5—8 Kasematte per Strick 2-3 H, Erl , Weißkraut 100 Stück JL 0.00—0 00, Enteneier per 1 Stück 6—0 A Welsche JL 7-7.50. Dom 1. April ab Befahren des Wochenmarktes Morgens 5 Uhr. Frankfurt, 28. März, t Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 39, Nr. 2 JL 37, Nr. 3 JL 32, Nr. 4 JL 28, Nr 5 Jt 25, Roggenmehl % (Berliner Marke) 30 50—31, do. I (Berliner Marke) JL 29.00—00.00, do. II (Berliner Marke) .< 24.00—00 00. Weizen effectiv hiesiger ab Bahnhof hier ji. 24.00 00.00, ab unserer Umgegend JL 23.50—23.75 do fremder je nach Qualität ,4L 22.50—23 50, Roggen, je nach Qualität JL 21.50—00.00, Gerste JL 17.75— 19.50, Hafer JL 14.75—16.50, Koblsamen JL 00—, Erbsen «X 19—27, Wicken v4L 17—18, Linsen JL 20-40, Bohnen, weiße, JL 23—25, Roggenkleie L 20.50 hübsche bayerische ^.alzgerste zu JL 15. (Die Preise verstehen sich sämmtlieh per 200 Pfd. Zoll- gewicht = 100 Kilo.) Allgemeiner Anzeiger. Llmsirmanden-Lnzüge in größter Auswahl billigst bei (1844 Hermatm Kats» __________________186 Teltersweg C 186. Dampf Schönfärberei, Druckerei und Chemifche Wufchanstalt von C01Ü8 Jfraufiadj, LutMch. 2006) Solideste und rascheste Ausführung aller geschätzten Aufträge. Färberei ä ressort für werthvolle Seidenstoffe. Straussfedern werden schönst ns gewaschen, einfarbig und schattirt gefärbt rc. 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Dr. Diefferrbach, Freiherrlich Riedese i'icher Oberförster. 2129) Ein aewandtes Mädchen wird zu Aushülfe auf Wochen- und Jahrmä-kte in ein hiesiges Colontalwaarengefchäft gesucdt. Näheres in der Exp- d. Bl. Holzvcrfteigcrung im Wiedener Ltadtwaldc. Montag den 1. April er., von BormutagS 9 Uqt an, feil tm Gießener Stadtwalde in dem D'strct Pdilosophenwald nc.chverzetch- netel Holz oersteig-rt werden: A. Brennholz: Scheith. PrüzeLH. Stockh. Rttsh. Raummeter. Wellen. Radel 2 45 106 4680 31 2 200 Eichen — 167») 55 12000") •) Stommfnflppel, ee) DurchforstungS» Wellen B. Bau-, Werk- u. Nutzholz: 9 Elchen-Stämme mtt 0,81 gUm., 68 yhbrbStämme mit 29,55 Fstm. und bi- zu 44 61mtr. Durch- mtfler. 334 Elchen-Stangen mit 8,62 Fstm., für Wagner geeignet, 934 Fichten-Ltangenmit 37,40 Mm. D»e Zusammenkunft ist auf dem 4Kercierplatz. «leßen, 29. März 1881. Großherzogi. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. (2165 Holzversteigerung tm KropLindencr Gemeinde« Wald Freitag den 1. April d. I., von Morgen» 9 Uhr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewild, District Stockschlag, Birkenstock und Sandkaute: Scheith. Knüppelh. Stocky. ReiSH. Raummeter. Welen. Buchen 12 11 16 200 Eichen 68 189 170 6530 72 Eichen'Stämmevon 5—12 Mtr. Länge und 14 — 51 E m. Durch Messer, 70 Eichen-Derostangen. Die Zusammenkunft ist bei dem Braunsteinbergwerk. Groß-Lindei , am 25. März 1881. Großh. Bürgermeisterei Groß-Linden- 2040) ZSrb. Bcrpacbtnng eines Grundstücks. D e zum fi-caliichen Steinbrnch gehörigen in der Gemarkung Oberbörgern gelegenen Grimdstücke Flur V.Rr. 389 und 457 sollen Dienstag den 6. April er., Vormittags 11 Uhr, auf dem Gememdehause von Ober- dürgern öffentlich an dm Meistbietenden unhr den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf 12 Jahre verpachtet werden- Friedberg, am 25. März 1881. Großherzogl. Kreisbauamt Friedberg. 2098) Reuß Donnrrlldg ihn 31. Blari, Racdmittags 3 Uhr. werben in brr Bcdaufurg des Herrn Rentier Helm (BiLmaickstraßr) dahier: 1 Schrank. 2 Nachttische, 1 UonsolLen, 8 Bilder, 2 eopba. 4 Tische, 8 Stühle, 5 Spiegel, 1 Kleiderschrank. 1 Pult, 1 ^ckdrett, 4 Betten, 1 Waschtisch, 3 zrohlenkroppen, 1 Schippe. 1 Lamve, 1 Bügelbrett, 1 Schirm, 1 Kommode, 2 ?rLhmaschinen, 1 Kommode mit Äuisatz, 1 Schrank mit Aufsatz, 1 Wasserbank, 1 Zuber, verschiedene Nippsachen und »tüchcngeräihschaften, 1 Schränkchen, 4 Rouleaur, 4 doppelte und 3 einfache Vorhänge versteigert Die Versteigerung findet bestimmt fltitf. Gießen, den 28- Mär; 1881. »2179 Bauer, Gerichtsvollzieher- Mittwocb, den 30. d. M, Do mittags 11 Uhr, soll in der Fletfschen Hoftaithe emc Häckselmaschine öffentlich meistbietend gegen Baarzahlun^ veriteigert werden. Gießen, den 28- März 1881. Geißler, 2128) Gr. Gerichtsvollzieher- Holzvcrsteigcrung in der Cbcrfürftcrci Scbiffenberg. Donnerstag den 7. April in den Abtheilungen: Güntber-grab, Mebbrcfe , Altgebegt, Rabcnpfubl und Braubof: Holzart Scheiter rm Knüppel rm Reisig 100 Wellen Stöcke rm Buche 15,9 11,2 40,8 142,5 Btrke 5,5 6 — — Eiche 44,9 64,5 70 287 Nadelholz 100,7 39,7 33,1 97,5 Weichholz — — 41 1 — Freitag den 8. April in verschiedenen Abtbeilungen des Distrikts Kranzenwald: Holzart Scheuer rm Knüppel rm Reisig 100 Wellen Stöcke rm Nadelholz 26 119 65,8 46 Eiche 19,5 — 132 3 Weichholz — — 22,6 — 4 Eichen-Slämme von 20—33 cm Durchmesser, 6—9 m Länge mit 1,60 5m, 12 Nadelholz- „ w 13-31 „ „ 5-11 „ „ „ 2,07 „ 117 „ Detbstangen mit 3,85 fm, 195 „ ReSstangen , 1,97 „ Zusammenkunft den ersten Tag am GüntherSgrab, den zweiten Tag an dem Groß-Lindener Liehirieb zunächst der Miin-Weser-Dahn; beidemal Vormittags präcis 9 Uhr. Gießen, am 28. März 1881. Großberzoglicbe Oberforsterei Lcbiffenberg. I. «•: 2140) Waltber. j)ol^vkrstrigtrung in der Cbcrforftcrei Maulbacb. Freitag den 8. und Samstag den 9. April, von Vormittags 9 Uhr an, kommen in der Forstwartei Heimertshausen aus den Districten: Riedstauden, Gebrandter Wald, Oberer und Unterer Dottenberz ic- zur Verste gerung : Stämme: 1 Eichen von 84 cm mittlerem Durchmesser und 4 m Länge = 2,22 fm, 9 liefern und 37 Fichten von 19—40 cm mittl. Durchm. und bis 24 m Länge = 43,08 fm 5 Buchen von 43—60 cm mittl. Durchm. und bis 6 m Länge = 0,45 fm, 1 Elsbeere von 31 cm Durchm. und 6 m Länge = 0,45 fm. II. Brennholz: Scheiter rm Knüppel rm Reisig rm Stöcke rm Buchen 1360 184 1222 130 Birken 48 36 92 — Eichen 20 — — — Nadelholz 22 70 106 4 Erlen — 32 — — Die Zusammenkunft ist auf der Romröder Straße zwischen den Districten: Oberer und Unterer Dotkenberg bei den alten Kohlgruben. Die Stämme kommen sämmtlich Freitags beim Beginne der Versteigerung zum Ausgebot. Das in verschiedenen Districten zerstreut fitzende Brennholz wird bri der Versteigerung nicht vorgezeigt, Steigliebhaber können sich dasselbe aber vor der Versteigerung ansehen und wollen sich dteserhalb nur an den Großh. Forstwarten Stappel in Heimertshausen wenden. Don der Station Ebringsbausen an der Oberhesfischen Eisenbahn lagert das zesammte Holz durchschnittl.ch 3—5 Kilometer entfernt und die gut chaussirten Waldwege erleichtern die Beifuhr zur Haltestelle, auf der fich eine Rampe zum bequemen Einladen des Holmes besindet. Mau Ibach, Post Homberg a d. O.. am 28 Märi 1881. (tzroßberzoalicbe Oberförsterei Maulbach Koch. Hermann Katz I8(i SefierstDfg (£. 186 ' empfiehlt sein Neu aufs rcichhaltigste assortirte Lager in Herren- und Knaben-Garderobe, Damen Umhänge und -Paletots in Cachemir, Kammgarn, Buckskin und Seide, Damen- und Mädcken-Negenmäntel, Mädchen- und Kinder-Paletots, Schuhe und Stiesel (1843' zu ven billigsten Preisen bei streng reeller Bedienung. Mittwocb, den 30. März, Nachmittag« 2 Uhr, wird in meinem Äfd)i1t*vmmtr eine große Patthie amrrikan. Prdiblatt-cfdbak in LmmtUäten von je 10 Pjh, sowie 3000 (iigarrrn vcrneigert Die Versteigerung stndet bestimmt flott. Gießen, 28 März IW. (>124 Bauer, Gerichtsvollzieher flonnrrflag brn 31. Hläq, Nochmittaa» 2 Uhr, sollen in der Hlett'schen Hosrciithe 4 Kommoden. 3 Hopba, 5 Kleider« schränke, 3 Tische, 1 Kiste, 2 Küchen- ftfiränfe, 1 Pferd, 4 Spiegel, 3 Schränke, 1 Ubr, 1 Ladeneinrichtung, 1 RegUtgtor, 1 Nähtisch, 1 Waschtisch, 1 Seuetär, 2 leisten, 1 CelbiutfMfb verstergert werden Gießen, den 29. Mäiz IbAl 2166)_______Bauer, GettchtSvollzieher MühlenverNeigeruag. Lamstag den 2. April I. 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