-tr. 2M. Samstag den 29. Januar 18S1. o'fielicnei Mnzetger Anrcitzk- en) >ratablatt fir )tn Kreis Gießen. Amtlicher H h e i l. Bekanntmachung. Großherzoqlichtt! Ministktium M Innen, und d,r Just,, hat die ©tntbmigunfl erthiilt zur Vornahme einer mit dem dieSjjhrigeu Früh^hr« > Faffel- markt zu Butzbach zu verbindenden Verloosung von Fasseln, Rindern und landwirthschastlichen Geräthen, sowie den Vertrieb der Loose in Hessen gestattet, unter den Bedingungen, daß höchstens 6000 Loose ä 1 JL ausgegeben und (abzüglich 200 JL für Prämiirung) 80o/0 des Brutto. Erlöse- zum Ankäufe der Gewinn Gegenstände verwendet werden. Gießen, am 27. Januar 1881. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. _____________ Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat dem landwtrthschastlichen Verein in Frankfurt a. 8R. die Erlaubniß zum Vertrieb der Loose der in 1881 in Frankfurt stattfindenden Frühjahrs- und Herbst-Pferdemärkte in Hessen ertheilt. Gießen, am 25. Januar 1881. GroßherzoglicheS Kreisamt Gießen. Dr. Boek mann.____________ Das Großherzogliche Steuer-Commiffariat Gießen au die GroHherzoglichen Bürgermeistereien s2Ubad>, Alt-Buseck, Garbenteich, Heuchelheim Lollar, Mainzlar, Ruttershausen und Trohe. Wir ersuchen Sie wiederholt um nunmehr umgehende Einsendung btt Brandkataster zur Wahrung der Befitzwechsel aus dem Jahre 1880. Gießen, den 28. Januar 1881. GroßherzoglicheS Steuer-Eommtssariat Güßen. I. B. G. St.-E.: S ä ck e r, Diürlcts-Einnebmer. Reichs - Unfall * Versicherung. Nachdem die O ffentlichkeit bereits Monate lang mit Spannung dem verheißenen Arbeiter-Dersicherunps-Gesetzentwurf entgegen gesehen, ist nunmehr die Publicatton eines Entwurfes erfolgt, welcher zwar nicht das gejammte Gebiet der A'beiter-Veisicherung, ober doch einen sehr wichtigen Theil derselben — die Unfall-Verficherung — umfaßt. Im Folgenden wollen wir zunächst die Quir.teffenz dieser gesetzgeberischen Arbeit, welche nicht weniger als 47 lange Paragraphen enthält, wiedergeben. Alle in Bergwerken, Salinen, AusbereitungSanstalten, Brüchen und Gru- ben, aus Wersten, bei der Aussührung von Bauten und in Anlagen für Bauarbciten (Bauhöfen), in Fabriken und Hüttenwerken beschäftigten Arbeiter und Betriebsbeamien, deren Jahres-Arbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt nicht mehr als 2000 JL beträgt, find bei einer von dem Reiche zu errichtenden und sür Rechnung desselben zu verwaltenden Versicherungsanstalt gegen bu Folgen d,r beim Betriebe fick eretgrenden Unfälle nach Maßgabe Nesis Gesetzes zu versichern; den vorstehend aufzrsührten gelten diejenigen Betriebe gleich, in welchen Dampfkessel oder doch elementare Kraft (Wasser, Dampf, Gas, heiße Luft u. s w.) bewegte Triebwerke zur Verwendung kommen, mit Ausnahme des Schifffahrt- und Eise, bahnbetriebes. Gegenstand der Versicherung ist der Eesatz des Schadens, welcher durch eine körperliche Verletzung, die eine Erwerbsunfähigkeit von mehr als 4 Wochen mr Folge hat, oder durch Tödtung geschieht. Der zu versichernde Schadensersatz soll im Falle der Verletzung bestehen: 1) In den Kosten des Herlver- fahrens vom Beginne der fünften Woche nach Eintritt des Unfalles; 2) in einet bttn SBethfeten vom SBeginne bet fünften Woche noch Sinttitt bc« Unfälle« an füt bie Dauer bet Erwerbsunfähigkeit zu gewähtenben Rente. Tte- selbe ist nadb Maßgabe desjenigen Arbeitsverdienstes zu berechnen, welchen der Verletzte wähtenb ber Zeit feiner Beschäftigung in bem Betriebe, wo bet Unfall sich ereignete, an Gehalt ober Lohn durchschnittlich bezogen hat. Hat die Be- schäftigung länger alS ein Jahr gedauert, so ist der durchschnittliche Arbeitsverdienst des letzten Jahres zu Grunde zu legen. Die Rente beträgt: a. nn L^lle völliger Erwerbsunfähigkeit und für die Dauer derselben 662/3 pCt. des Arbeitsverdienstes; b. im Falle der theilweffen Erwerbsunfähigkeit und für die Dauer derselben einen Bruchtheil der Rente unter a., welcher nach dem Maß der verbliebenen Erwerbsunfähigkeit zu bemeffen ist, jedoch nicht unter 25 pCt. und nicht über 50 pEt. des Arbeitsverdienstes betragen darf. Der zu versichernde Schadensersatz soll sür den Fall der Tödtung bestehen : 1) In 10 pEt. des Jahres-Arbeitsverdienstes alS Ersatz der BeerN- gungskosten. 2) Falls der Tod später als 4 Wochen nach dem Un- falle eingetreten ist, in den nach Ablauf derselben ausgewendeten Kosten der versuchten Heilung und in einer für die weitere Zeit der Krankheit zu gewäh- renden Unterstützung zum Betrage von 662/3 pCt. des bisherigen Verdienstes. 3) In einer den Hinterbliebenen des Getödteten vom Todestage an zu gewahrenden Rente, welche nach der oben citirten Vorschrift zu berechnen ist. Dieselbe beträgt: a. für die Wittwe des Getödteten bis zu ihrem Tode oder bis zur Wiederverheirathung 20 pCt. des Verdienstes; sür jedes aus der Ehe mit dem Verstorbenen Hinterbliebene Kind erhöht sich die Rente für die Zeit bis zur Vollendung deS 15. Lebensjahres um 10 pCt. des Verdienstes, jedoch darf die Rente 50 pCt. des Verdienstes nicht übersteigen; b. für jede mutterlose Waise, sowie sür jede Waise, deren Mutter sich wieder verheirathet hat, sür die Zeit bis zum vollendeten 15. Lebensjahre 10 pCt., jedoch sür mehrere Kinder zusammen nicht über 50 pCt. deS Verdienstes; c. für Ascedeuten deS Derstordenen, wenn dieser ihr einziger Ernährer war, sür die Zeit bis zu Tod? oder bis zum Wegsalle der Bedürftigkeit 20 pEt. des Arbetts- Verdienstes. Wenn mehrere Berechtigte vorhanden find, so wird dir Rente den Elter» vor bcu Großeltern, den männlichen Berechtigten vor den weiblichen gewährt. Für jeden der bezeichneten Betriebe muß eine sämmtliche in demselben beschäftigte Personen umfassende collective Versicherung gegen eine feste Prämie statisinden, welche vierteljährlich nach Maßgabe der im abgelauseueu Vierteljahre an die beschäftigten Personen gezahlten Löhne und Gehalte zu bemeffen ist. Tie Prämiensätze find für die verschiedenen Betriebe nach Gesahrenklaffen in Procenten der gezahlten Löhne und Gehalte so zu bemeffen, daß durch die Summe der Prämien, außer den zu zahlenden Ent chädtgungen, die Verwal- tungekosten der Unfalls-Versicherungs-Änstalt gedeckt werden. Die «ersicherungs- Prämie ist aufzubrtn ien: 1) Für diejenigen Versicherten, deren Jahres-ArbeitS- verdienst 750 JL und weniger beträgt, zu zwei Drittel von demjenigen, für deffen Rechnung der Betrieb erfolgt, zu einem Drittel von dem LandarmemVerbavde, in deffen Bezirk der Betrieb gelegen ist, soweit an seine Stelle nicht nach ver- faffungsmäßiger Regelung, welche den einzelnen Bundesstaaten überlaffen bleibt, cm anderer Verband oder der Staat tritt. 2) Für diejenigen Versicherten, deren Jahres-Arbeitsoerdienft über 750 JL beträgt, zur Hälfte von drmjeni- gen, sür deffen Rechnung der Betrieb erfolgt, zur Hälfte von dem Versicherten. Man wird bet Beurtheilung des Gesetzentwurfs zunächst seinen Urhebern Hochachtung dafür zollen muffen, daß sie, wie eS in den Motiven heißt, durch den Entwurf die Ausgabe des Staates zu bestätigen wünschten, „durch zweckmäßige Einrichtungen und durch Verwendung der zu seiner Verfügung stehenden Mittel der Gesammtheit das Wohlergehen aller seiner Mitglieder und nameatlch der Schwachen positiv zu fördern." Mit Freuden ist ferner zu constatiren, daß der Arbeiter in Zukunft insofern wesentlich günstiger gestellt werden soll, als bisher, als er in jedem Falle entschädigt werden soll, ohne Rckckficht darauf, ob der Unfall ihm oder dem Arbeitgeber zur Last fällt, oder zur Natur des betreffenden Betrübes gehört. Der Entbindung deS Arbeiters ton der ihm durch das bisherige Haft- Pflichtgesetz auferlegten Beweislast steht freilich gegenüber, daß der beffer gelohnte Arbeiter künftig sehr empfindlich an pecuniären Lasten der Versicherung theilnehmen soll — nämlich in demselben Grade, wie der Arbeitgeber — wäh- rend 'hm aus der bisher wesentlich im Jnteresie des Arbertgebers eingeführtrn Unfall-Verficherung ferne Opfer erwuchsen. Indem wir dieS hervorheben, wollen wir rndkffen nicht b.haupten, daß sich Nichtbetheiligung des Arbeiters an den für Unfall-Verficherung gezahlten Prämien dauernd empfehlen möchte. Die Prämien für die Unfall-Verficherung der gering gelohnten Arbeiter sollen zu einem Drittel von den Landarmen-Verbänden aufgebracht werden. Ob diese zur Tragung der hieraus entspringenden Lasten fähig find, erscheint mehr als zweifelhaft. Ferner wachen wir darauf aufmerksam, daß die Bestimmungen über An- Meldung der Verficherungen, Einschätzung des Arbeitsverdienstes, Classistcirung der Gewerbe, kurz, den ganzen immensen Betrieb einer bisher nicht gekannten Organisation nothwendig äußerst complrirt auSfallen mußten, was zur Meter» terunq der Verwaltung nicht beitragen kann. 'Das Hauptbedenken gegen den Entwurf ist aber, daß sich bisher die auS Unfällen entspringenden Opfer des Arbeitgebers in selbem Maße verminderten, als er Vorkehrungen gegen dieselben traf. In Zukunft aber werden seine ee, zLgllchen Opfer stets die gleichen sein, weshalb sich der Antrieb vermindert, sämmtliche Fabriketnrichtungen möglichst gefahrlos zu gestalten. Man darf nicht vergessen, daß die gesetzgeberischen Versuche auf diesem gdbe durchweg noch sehr neu sind. Die wenigen Jahre, in denen daö Haflpflichtgesetz in Kraft war, konnten nicht genügen, um diese Materie einer allseitig befriedigenden Lösung entgegen zu führen. Zweifel darüber sind daher sehr berechtigt, ob man durch radikales Abweichen von den bisher betretenen Wegen wirklich die besten Schritte thut, oder ob man sich nicht bester mit Geduld zu dem langsamen Ausbau des bisher Geschaffenen bequemen sollte. Deutschland. Berlin, 27. Januar. Der Student, welcher in der bekannten Stu- dentenverjammlung beleidigende Aeußerungen gegen Mommsen gethan hatte, erhielt das consilium abeundi. Hannover, 26. Januar. Die Handelskammer in Hannover hat jüngst einen Beschluß gefaßt, der geeignet ist, Aufsehen zu errgen. Die Handelskauf mer beschloß nämlich einstimmig, ,.im Hinblick auf die im deutschen Handelstage in neuerer Zeit hervortretenden einseitigen hochschutz;öllnertschen Bestre- bungen, die eine ersprießliche Wirksamkeit für die gemäßigten Ansichten huldigenden Mitglieder vor der Hand nicht in Aussicht nehmen lasten, und im Hinblick auf die neue Institution des Volkswirthschaftsrathes" aus dem deutschen Handelstage auszutreten. Braunschweig. Der Herzog hat in Anbetracht der herrschenden großen Kälte 5000 Jl. angewiesen, für welche Feuerungsmaterial für Hülfs- bedürftige angeschafft werden soll. Pforzheim, 26. Januar. In der badischen Industriestadt Pforzheim hat dieser Tage, wie man der „Soctal-Corresp." schreibt, die vor etwa zehn Jahren gegründete „Pforzheimer Baugenoffenschaft" behufs Erbauung von Arbetterhäusern, welche deren 42 mit einem Capital von 70,000 errichtete, wesentlich in Folge der schlechten Zeiten und Zahlungen liqutdtren und ihre Häuser um etwa 200,000 JL an eine andere Gesellschaft überlasten müssen. Jedes Genossenschaftsmitglied hat einen Verlust von ca. 1500 zu tragen. Frankreich. Paris, 27. Januar. Die Pforte gab die officielle Erklärung ab, sie beabsichtige keinesfalls Griechenland anzugreifen. England. London, 27. Januar. Officiell wird aus Moirntprospect gemeldet: Die vormarschirende englische Truppencolonne ist durch Regen und Nebel auf- gehalten. Das Wetter beginnt aber sich wieder zu bessern. — „Reuters Bureau meldet aus Durban: Heute zog ein englischer Streittrupp aus Pretoria, überfiel und eroberte nach lebhaftem Gefcht das Lager der Boers. Die BoerS hatten 27 Todte, viele Verwundete und flohen; sie ließen Pro- viant zurück. Die Engländer hatten 4 Todte und 5 Verwundete. x Rußland. Petersburg, 27. Januar. Officiell. Skobelew wurde zum General der Infanterie ernannt mit Verleihung des Georgs-Ordens zweiter Klaffe. Telegraphische Depeschen. Waguer'r telegr. Csrrespoudenr-Bureau. Berlin, 27. Januar. Fürst Bismarck hat heute den Volkswirth- schastsrath eröffnet. Er wies bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß bei den Fragen über den Rückgang im volkswirthschaftlicken Leben und über die in neuester Zeit eingetretene allmälige Rückkehr regelmäßiger Wirthschaftsverhält- niste sich wesentliche Meinungsverschiedenheiten geltend gemacht hätten. Man habe deshalb ein sachkundiges, einheitliches Centralorgan Herstellen wollen um dasselbe über die Nothwendigkett und Zweckmäßigkeit neuer Gesetze zu ver' nehmen, umsomehr, als die Vertreter von Landwirthschaft, Handel und Gewerbe, durch ihre Thättgkeit an den Heerd gebunden, an der parlamentarischen Thättgkeit weniger thetlnähmen, als die gelehrten Berufsstände. Der preußische Volkswirihschastsrath habe in weiterer Folge den deutschen VolkSwirrhschafts- rath tn'S Auge zu fassen. Wien, 27. Januar. Der Cardinal-Erzbischof in Wien, Kutschker, ist heute Vormittag gestorben. 1 « i ?7* Januar. Abgeordnetenhaus. Bei der zweiten Lesung des Antrages Wtndthorst wird die von Rauchhaupt (konservativ) beantragte mo- tivirte Tagesordnung abgelehnt und hierauf der Antrag Windthorst selbst mit 254 gegen 115 Stimmen verworfen. Jahresbericht des Tabrikinspectors^für das Groscherzogthum Hessen von Dr. Meisel, Handelskammersecretär in Darmstadt. der Buchhandlung von Fr. Kortkampf in Berlin erschienenen amtlichen Mitthei.ungen aus den Jahresberichten der mit der Beaufsichtigung der Fabriken be- Houten Beamten, Jahrgang 1879, enthalten im zweiten Bande den instructionsmäüia von dem Fabriklnspector für das Großherzogthum Hessen an die Rcgieruna iu er, hÜT ?87?9' ^selbc bringt des Interessanten auf dem Gebiete g£r,f; und Gewerbewesens außerordentlich viel und dürsten die nachstehenden ^Ämen können^ *** °"ch das Interesse weiterer Kreise in Anspruch zunächst mitgetheilt worden ist, daß der Fabrikinsvector der seine ^Ä^Elgkett tm Anfang Mai 1879 begonnen, vom 20. dieses Monats bis Ende 1879 ?? Fabriken und fabrikmäßige Gewerbebetriebe eingehend revidirt bat abgesehen von den zeitraubenden Besprecbungen über die Visitationen und der (fr' ^'6ung zahlre,cher Beschwerden, Gesuche 2c. und dabei constatir wu d daß trok her' Neuheit des Instituts dem Beamten bei den Industriellen eine f^st durchweg f?kund liche und sympathische Aufnahme zu Thcil wurde, geht der Bericht zu den Details über und besprich die Verhältnisse der Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeite- Im Groß herzogthum sind nach denselben besonders viele Gewerbe vertreten, in'denei7b lliae weibliche und tugendl.chc Kräfte regelmäßige Verwendung finden und werden namentlich folgende aufgezahlt: C'garrenfabriken, Webereien, Strumpf- und ^^"Nriken Zündholz-, Patronenhulsen-Fabriken, Papier- und Porteseuille-Fabr ken in welchen dieselben - meistens mit männlichen Arbeitern, bezw. mit Erwachsenen zusammen - und zwar vorwiegend mit leichteren - wenn auch nicht immer ganz gesunden — Arbeiten beschäftigt werden. B 6 H In den von Ende Mai bis Ende December 1879 revidirten Fabriken und Gewerbebetrieben wurden im Ganzen 7030 Arbe ter beschäftigt, darunter 5146 — 73 E männliche und 1884 = 27 pCt. weibliche Arbeiter. Unter diesen waren be)dmftiat: s..Kmder von 12—14 Jahren 494 = 7 pGt.; b. jugendliche Arbeiter von 14-16 Jahren ! E — 9 pCl- Es betrug also die Zahl der sogenannten jugendlichen Arbeiter unter 16 Jahren zusammen 1162, wahrend weiter noch 1372 oder 19.51 pCt. aller Arbeiter lunge Leute von 16—21 Jahren waren, so daß die Gesammtzahl der jüngeren Arbeiter ""ter 21 Jahren sich auf 2o34 oder 36 pCt. aller Arbeiter belief. Dieser Procentsatz roirb als? em sehr hoher bezeichnet. Bezüglich der Einführung und ordnungsmäßigen Innehaltung der Vorschriften über Arbeitsbücher und -Karten, auszuhängende Listen der iugerü)lichen Arbeiter, Anmeldung der letzteren bei der Ortspvlizcibehöide ?c. findet der Bericht noch manches zu wünschen übrig, und werden zur Abstellung d^r vor- handeiren Uebelstande eine Reihe von Vorschlägen gemacht, von denen namentlich nachstehende hervorgehoben zu werden verdient. Da die Unterschiede der Körperbeschaffen- und des Geschlechts erfahrungsgemäß oft viel größer und in Hinsicht auf die zu oder die Widerstandsfähigkeit gegen etwaige schädliche Einflüsse viel durchschlagender sind, als einige Monate — ja als ein ganzes Jahr und mehr — Altersunterschied, überdies em Mißgriff in dieser Beziehung notorisch von den verderb- lichjten Folgen sür die Gesundheit und das ganze spätere Leben eines Kindes ist, so emp stehlt der Bericht dringend die Erweiterung der Formulare für Arbeitsbücher dahin daß den Karten und Arbeitsbüchern bis zu der Altersklasse von 16 Zähren obligatorisch eine Rubrik tuc ein ärztliches Zeugniß beigedruckt würde. In diese seien dann die bezüglichen Bemerkungen des Arztes über die Art d.r Constitution sür eine best-mmte Beschäftigung ober cm bestimmtes Fach und für den durch d.«sc Beschäftigung bedingten Aufenthaltsort elnzutragen. Nur so - nicht durch die schablonenmäßme unteifdiiebS. ^A"!chn^ e-lnes bestimmten Alters - könne dem Sinne unb der Absicht der rlr.» lz unt> ldo bis 139a ber Gewerbcorbnung Genüge geleistet werden. An- gestchts der eventuellen unersetzlichekl Schädigung des zarten kindlichen oder des in der Entwickelung begriffenen jugendlichen Körpers und gegenüber der nicht seltenen notorlfchen Atisnutzung junger Leute durch unverständige oder gewissenlose Ellern und Arbeitgeber halt der Berichterstatter diesen Schutz der Gesundheit unb des Wohles der Jugend durch sachkundige ärztliche Aufnahme-Prüfung und etwa viertel- ober halb- lahnge Nachuntersuchung der Kinder unter 16 Jahren als im Intel esse des Staats liegend und bezeichnete denselben als eine unabweisliche Pfl'.cyr gegenüber den Unmündigen. Im Weiteren wird die mangelhafte Führung der Listen der jugendlichen Arbeiter gerügt und bezüglich der vielfach nicht beobachteten Aushängung des gedruckten Auszugs aus der Gewerbeordnung bemerkt, daß auf dieselbe seitens ber Onspolizeibehörbe U1]T >v mehr zu bringen sei, als diese Auszüge nicht nur zur Nachricht für die jugend- Lr^en Arbeiter über ihre gesetzlichen Rechte bienen, sondern gleichzeitig auch bie Industriellen selbst auf diese ihnen leider vielfach noch unbekannten für sie wesentlichen Bestimmungen der Gewerbeordnung und auf ihre daraus hervorgchenden Verpflichtungen Hinweisen sollen. Es wird vorgefchlagen, die Aushängung ähnlicher Auszüge für alle Fabriken obligatorisch zu machen und sie nicht auf diejenigen zu beschränken, die bereits ingendliche Arbeiter beschäftigen. Der Bericht geht sodann auf die Arbeitszeit, namentlich der jugendlichen Ar beiter über und bemerkt hierüber nur, daß in 3 Fabriken Kinder unter 12 Jahren beschäftigt gefunden worden seien unb daß in mehreren Etablissements die gesetzliche zehn-, bezw. sechsstündige Maximal-Arbeitszeit für die jugendlichen Arbeiter, in sehr vielen auch die vorschriftsmäßigen regelmäßigen selbstständigen Vor- und Nachmittagspausen, jedoch offenbar meistens nur aus Unkenntniß, nicht eingebalten worden seien. Es wird zu- gefügt, baß bie Unternehmer sich in ben meisten Fällen nach sachgemäßer Belehrung willig den gesetzlichen Bestimmungen gefügt hätten. Auf bie Trennung der Geschlechter und der Altersklassen und bie Aufsicht über bie lugenblichen Arbeiter unter 18 Jahren, bie leider nicht überall burchzusühreu fei, nr.rb großes Gewicht gelegt. Es dürfte von Interesse sein, hier den Bericht seinem Wortlaut nach zu hören. — Er sagt: „Es liegt auf ber Hand, baß dies — die Vereinigung von Arbeitern verschi'benen Geschlechts in denselben Arbeitsräumen bei mangelhafter ober durchaus ungenügender Aufsicht — namentlich in solchen Fällen zu Ausschreitungen führen und überhaupt sittlich von den schädlichsten Folgen begleitet fein muß, wo beide Geschlechter einer rohen, oft sittlich ve dorbenen El ässe von Fabrikarbeitern in einem und demselben Locale, ja an einem Tische und je nach ber Jahreszeit und ber Art der Arbeit, bei auf geschürzter, sehr unvollkommener Bekleidung der stlngen Arbeiterinnen Schulter an Schulter, Fuß an Fuß ohne hinreichen c Aufsicht zusammen arbeiten. Es sind mir haarsträubenbe Rohheiten - durch diese Verhältnisse veranlaßt — zu Ohren g ekommcn, die ich hier nicht wicdcrgcben kann,, während doch notorisch nur ber allergeringste Tbeil davon außerhalb bekannt wird. Es wäre eine einheitliche Regelung dieser Angelegenheit durch Verordnung oder Gesetz, namentlich die strenge Vorschrift der möglichsten Trennung der Geschlechter und amtlichen sackgemäßeR Aufsicht gewiß dringend zu wünschen und wohl geraden, diese Quelle der Sittenver- derbniß und schlimmer socialen Zustände zu verstopfen." Es wird sodann die ausgesprochene Ansicht weiter begründet und als Beweis dafür, wie auch die allerjüngsten Arbeiterinnen, ja Kinder, durch diese Verhältnisse m’S Verderben geführt werden, die Thatsache angegeben, daß in Offenbach ein Kind (eine junge Fabrikarbeiterin) von damals 13, jetzt (Anfang 1880; 14 Jahren, vorgefunden woiden fei, das bereits Mutter ist. Bezüglich des Schutzes der Arbeiter gegen Gefahren, wie sie der Betrieb mit sich bringt, wird constatirt, daß sich die GewerbesUnternehmer den Anordnungen des Fabrik- Jnspcctors meistens willig fügten und Rathschläge dankbar und freundlich entgegennahmen. Als ein wesentliches Hülfsmittel für die Thättgkeit auf diesem Gebiete wird das Haftpflichtgesetz bezeichnet. Der Hinweis auf die möglichen Folgen desselben, sowie auf die strafrechtliche Verantwortlichkeit begründeten bet den Unternehmern am leichtesten die Ueber8eugung, daß sie an der Herstellung der möglichsten Sicherheit ihrer Leute selbst das dringendste Interesse haben. Schließlich werden 2 Kessel-Explosionen erwähnt, die den Verlust von 6 Menschenleben nach sich zogen. (Schluß folgt.) Dermiscbtc-. — Neustadt (Pfalz), 18. Jan. Einer angesehenen Persönlichkeit in einem unserer Nachbarorte ging in voriger Woche ein Eirkular der antisemitischen Liga in Berlin zu. Der Empfänger zerriß dasselbe sofort in Stücke und antwortete auf einer Postkarte: „Ihr Eirkular nützt hier gar nichts! Ob man Jude oder Christ, Alles ganz egal uns ist; Vor Gott sind alle Menschen gleich! Nach dem Tod' sind alle bleich! Fröhlich Pfalz, Gott erhalt's!" — Madrid, 21. Jan. Der Schnee liegt hier mehrere Fuß hoch, so daß Fußgänger und Wagen sich nur mühsam htndurcharbeiten. Die kastiltanische Hochebene hat einen ganz sibirischen Anstrich. — In Seekirchen (Oesterreich) starb vor wenigen Tagen in Folge allzu übertriebener Sparjamkeit ein fleißiger Arbeiter an Erschöpfung der Kraft?. Der arme Mann wollte sich thatsächltch daß Essen abgewöhnen und näbrte sich schließlich nur von einem in purem Wasier ausgekochten Stückchen Brod. Seine Körperschwäche nahm endlich so überhand, daß er seine Stube nicht mehr verlaßen konnte Da sein Verschwinden den Leuten aufsiel, wurde die verscklosiene Thür zu feiner Wohnung geöffnet und er in derselben in bedauernßwerthem Zustande ^ufgefunden Der sofort herbeigeholte Arzt versuchte eß ihm stärkendes Getränk löffelweise einzuträufeln. Er weigerte sich aber, daffelbe zu nehmen, weil ihm die Kosten für daffelbe zu hoch kämen. So starb er denn wirklich Hungers. Nach seinem Tode soll man ein auf seinen Namen lautendes Sparkaffebuch mit einer Einlage von mehreren hundert Gulden gesunden haben. — (Aus Bremen) wird uns unterm 22. Januar gemeldet: Noch immer sieht eß sehr trübe bei uns aus. Bet dem starken Frost und hohem Wafferstand ist es unmöglich, den Detchbruch zu rcpariren unb die gewaltige Oeffnung wieder auszufüllen. Unser schöner Bür- gervark macht einen traurigen Eindruck. Zu Neujahr fuhr man dort auf Kähnen, jetzt ist Alles eine unabsehbare Eisfläche und Schlittschuhbabn. Der koloffale Schneffall aber läßt befürchten, bei erstem Thauwetter werde das Waffer abermals und noch schrecklicher wieder- kehren. — — (Große Kälte in Südfrankreich.) Aus Bordeaux wird berichtet, daß in der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag das Thermometer auf —16« C. gefallen ist, auf den Höhen von Floirac, welche La Bastide beherrschen auf —22«. Die größte Kälte, die bisher in Bordeaux beobachtet ist, war - 13 0 tm Jahre 1788, int Jahre 1829 — 10 0. Man kann sich denken, welchen Eindruck dieser scharfe Winter mit Scknee und Eis in einem Lande macht, / ba§ sich eines fast südlichen Klimas rühmt. Alles Leben in ben Straßen schien erstarrt. Kein Wagen, kein Lärm. Die Fußgänger, vermummt, gehen behutsam aus der ungewohnten glatten ... ”l beiter «■«'M? • wcintiai “"esmäeiatn *'b !Hn»tt Un8 d^r oor: UM>ch nach- Meschaffen. L ' b>e zu NüÜe Diel und nuhr ben verderb-, Kindes ift, so bücher oahin, obligatorisch ntn dann die lne bestimmte ln6 bedingten untaschjedg. :r Absicht der werden, jtn- 1 oder des in nicht seltenen V Eltern und s Wohle? der *A- oder halb- e des Staats iibei- den Um Fläcke. Die .Äaronne, stet- so gelb und ntig, sieht im Gor traft zum besä'neiten Ufer noch tunfhr und schmutztger oue. Du Zlußdompfer sind an d-n Leiten un^ auf den Nädern mit C-ij bedecke. (Slücklicherweiie tot der Frost nicht lange anaebalten. Mit Südwrjt ,st Lhau- wetter gekommen und der Schnee schmilzt weg. Der ganze Süden ist ähnlich hetmgesucht. In Biarrig und klrcachon hat «8 geschneit. — (Pariser Zeitbild.) Auf dem Boulevard MalebberbeS steigt eine sebr elegante Dame -u8 dem Dagkn, um sich nach dem Magazine einer berühmten Modistin zu begeben. AIS sie «den mit kokettem Schritt dem ASphatt zuschreitet, unweit desien ein Straßenkehrer die Rei- r.igung besorgt, stiegen von d'sten Werkzeuge einige Ecbmutztdeile auf den frischen Anzug der Tamc Diese wendet sich um und sagt tn sanftvorwurfbvollem Tone: „Aber Papa, fei doch ein wenig aufmerksamer — (HolzvergolLungen an Spiegeln und Vilderrabmen) möge man nur äußerst sparsam putzen indem da- Gold auf selbigen nnr sehr dünn aufgetragen ist und bei seiner Weichheit l'ngemein leicht abgepvtzt wird; wenn jedoch Fliegenschmutz oder andere Unreinigkeiten eine Netnigung unbedingt erfordern, so becunf man sich folgenden MittelS: Man nehme eine V/tschung von 10 Gramm Salmiakgeist und 40 Gramm LetfensptrituS, tauche Watte in diese Jlüstigkeit und reibe mit selbiger lose die Vergoldung, biS diese rein erscheint. Irischbäcker in Güßen. Sonntag, den 30. Januar. Hermann Lpieß, Wallthorstraße, Georg Busch, im Kreuz. Heinrich Faß, Ludwtgbplatz. Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde zuGießen. Gottesdienst: Sonntag, den 30. Januar. Morgens SM/j Uhr: Pfarrer Schl off er. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Sm Sonntag, den 6. Februar, wird daS heilige Abendmahl gefeiert werden. Die Beichte findet in Verbindung mit dem Abendmahl selbst, unmittelbar vor demselben statt. Freitag, den 4. Februar, AbendS 6 Uhr, im Gvmnafium: Bibelstunde: Pfarrer Dr. Naumann. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom SO. Januar biS 5. Februar besorgt Pfarrer Schlosser. Allgemeiner Anzeiger. lichcn 2h beiter drucken LuS- -vohzeibehörde ür die jugend- audi bic In. ie wesentlichen jervflichiunM isjiigc für alle 'en, die bereits liehen Arbeiter jren beschäftigt je zehn-, beim, lielcn auch bit ipaufen, jedoch Es inirb zu- ßer Belehrung 1 Aufsicht über chzusuhren sei, Bericht jenem es - die Bereu bei maageb Fällen zu Aus- r begleitet sein e von Fabrik- ch brr ZahreS- pefleibun.a der chrnbe AuM skVerhälmisie .wä^tnb doch tztz wäre eine namentlich die en sachgemäß« der Siltcnorr- mb als Beweis ierhäliniffe ml ein Kind «eine m, vorgefund« Setrieb out fij gen deS Fab^ blich entgeg m Gebiete wCT -n desselben, s^ temebmeen » Zicherhe't'Vrek sel-Wlosion« chluß folgt-) chkeit in eine« tischen Ligo« Sete auf ’SöS »ft* oU,&ertR »aueJ"6 ©ctforf för i dee/L man Tode Wl- n ,r liebt tS «lif *>*: i D"., ei«*1' / « ca”‘ W Bekanntmachung. 662) Umerm 4. Novembrr 1868 ist dem Ernst HermeS von Gi-ßen für seine Forderung von 176 f[. 42 fr. an Johan ne- Kümmel tn Wieseck auf des Letzteren dasige Hofratthe Flur XVIII Nr. 167, eine Hypothek bestellt worden. Erstgenannter ist am 31. Januar 1869 befriedigt worden, eS fjnn aber die Hypothekurkunde nicht betgebracht werden. Auf Antrag schuldmr scher Seite werden Alle, welche L>.spräche aus der Hypothek glauben bilden zu können, aufgefordert, dieselben io gewiß binnen sechs Wochen h er qelt nd zu machen, als sonst die Hypothek gelöscht werden soll. Eießen, den 26. Januar 1881. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Langsdorfs. ______ Glässtng. Gefferttliche Zustellung. Die Firma I. A. Busch Söhne zu Gießen flogt gegen den Spengler Wilhelm Ämmon, früher zu G eßen, jetzt unbekannten Aufenthalts, aus Kauf und Miethe mit dem Anträge üuf Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 200 JL 5 nebst 5 % Zinsen aus 50 JL seit 16. Oktober 1880 und aus 150 JC. 5 seit 19. Januar 1881, auf Räumung der Wohnung und vorläufige Vollstreckbarkeitserklärung und ladet den Bek agten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großherzogi. Amtsgericht zu Gießen auf Mittwoch den 2. März 1881, Vormittags 9 Udr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Gießen, den 20. Januar 1881. Neidhart, Gerichtsschreiber des Großhcrzoglichen 526) Amtsgerichts. (Drffrntlidjc Zustellung. Der Kaufmann S. 21. Blumen- feld zu Gießen klagt gegen den Spengler Wilhelm Ammon, früher zu Gießen, jetzt unbekannten Äusenrhalts, aus Kauf und Lieferung von Kleidungsstücken mit dem Anträge auf Verur- rheilung des Beklagten zur Zahlung von 117 je nebst 5 */e Zinsen seit 18. Januar 1881 und vorläufige Vollstreckbarkeitserklärung und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung de- Rechtsstreits vor das Großherzog- licke Amtsgericht zu Gießen aus Mittwoch den 2. März 1881, Vormittags 9 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Gießen, den 19. Januar 1881. Netdhart, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen 527) Amtsgericht-. Aufgebot. 528) Aus Antrag der Moses Löwenberg Wittwc in Reiskirchen werden Joseph Löwenberg von da, zur Zeit mit unbekanntem Aufenthalt in Amerika abwesend, und eventuell d ffen Erben hiermit aufgefordert, fich über das von den Moses Löwenberg Eheleuten zu Reiskirchen am 21. August 1877 errichtete Testament — tn welchem Joseph Lüwenberg zum Erben eingesetzt, aber bezüglich seines Pflicht- theils für abgefunden erklärt, und dem Letztlebenden der Testtrenden freie Verfügung über den Gesammtnachlaß ein» geräumt worden ist — so gewiß spä- t stens in dem Aufgebotstermin Mittwoch den 13. April 1881, VormmagS 9 Uhr, zu erklären, als sonst angenommen werde, sie erkennten jenes Testament als zu Recht bestehend an. Gießen, den 17. Januar 1881. Großherzozltches Amtsgericht Gießen. Pückel. N e i d h a r t. Jagdverpachtuug der Gemarkung Hausen. Dienstag den 8. Februar er., Voinu tags 10 Uhr, soll die Jagd diesiger Gemarkung auf wettere sechs Jahre öffentlich meistbietend auf hiesigem Rathhause verpachtet werden. Hausen, am 27. Januar 1881. Großherzogl. Bürgermeisterei Hausen. 661) D e r n. Dienstag den 1. n. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Ratdhaussaale die für die laufende Straßenunterhaltunz pro 1881/82 erforderlichen Arbeiten und Lieferungen versteigert werden, als: Pflasterreparaturen, Lieferung von Basaltsteinen, Anfahren derselben, Schlagen derselben, Baggern von Lahnfies, Anfahren desselben, Handarbeiten. Gießen, den 25. Januar 1881. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 618) A. Bramm. Mittwoch den 2. gebt. d. I., Nachmittags von 2 Uhr ab, sollen eine größere Anrabl Erlenstämme (circa 100 Stück), welche einen Durchmesser von 24 bis 34 Centimtr. haben und zur Verarbeitung bei Anfertigung von Cigarrenkisten rc. fich gut eignen, in den in der hiesigen Gemarkung be- legenen sogenannten „Brießels-Erlen" öffentlich g'gen das Meistgebot zum Verkaufe gebracht werden. Kirchhain, den 26. Januar 1881. Der Bürgermeister: 660) Mosebach. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 31. Jan. 1881, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem Dtstrict Wanne, Abthetlung Hölle, nachverzetchnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. Eichen 61 94 120 5200 Nadel 6 62 54 1870 B. Bau-, Werk- u. Nutzholz: 715 Eicheu-Stämme Mit 171,39 fm, (für Wagner geeignet), 428 Fichten- und Ktefecn-Stämme mit 90 fm, 7 Bicken-Stämme mit 1,07 fm, HO Fichtenstangen mit 1,05 fm, 2 Rmtr. Nutzscheitholz, Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee nach Lich an der 6 Schneise. Gießen, den 24. Januar 1881. Großherzogl. Bü g-rmeisterei Gießen. 588) A Bramm. Holzversteigerung. Künftigen Donnerstag, den 3. Februar d. I., von Voimittags 10 Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewald, D'.strictKöpfeln und Alten- berg nachverzeichnetcs Holz versteigert werden, als: 6 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 23 „ Eichen- „ 24 „ Nadel- 11 „ Eichen-Knüppelholz, 74 „ Nadel- 57 „ Buchen-, Eichen- und Nadel-Stockbolz, 2930 Wellen Buchen-, Eichen- und Nadel-Reisholz, 56 Eichenstämme von 15—42 Ctm. Durchmesser, 4—11 Mtr. lang, mit 27 Fstm., 12 Nadelstämme von 18—22 Ctm. Durckmefler, bis 8 Mtr. lang, mit 2,50 Fstm., 5 Nadelstangen mit 0,28 Fstm. Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger Straße am Pfarrwez nach Rödgen. Annerod, cm 27. Januar 1881. Großherzogl. Bürgermeisterei Annerod. 657) Engelhardt. Sam Rag den 29 Januar, Nachmittags 1 Uhr, sollen in der Flett'schen Hofraithe dahier 3 Kommode, 1 Schrank, 2 Spiegel, 1 Pult mit Kommode, 2 Kleiderschränke, 1 Regulator, 1 Küchenschrank, 2 Sopha und 1 Nähmaschine versteigert werden. Gießen, 10. Januar 1881. 652) Bauer, Gerichtsvollzieher. 580) Ein Garten in der Schwarzlach zu verkaufen. Näheres bei Ferd. Schmidt, Wetzsteinsgasse A. 40. Holzversteigerung in der Fürst!. Oberförsterei Lich. Dienstag den 1. Februar sollen im „Langberg" bet Mühlsachsen versteigert werden: 2 Rmtr. Eichen-Scheitholz, 15 „ Buchen-u. Eichen-Prüzel- holz, 23 „ Buchen- u. Etchen-Stock- Holz, 2050 Wellen Buchen-, Eichen- und Nadel-Reisholz, ferner: 15 Eichenstämme von 26—50 cm Durchmesser und 4—10 m Länge, mit 10,91 cbm, 160 Fichten- undKiifern-Stämme von 15—40 cm Durchmesser und 11 —20 m Länge, mit 74,35 cbm, 8 Buchenstämme mit 6,09 cbm und 540 Fichten-Derbstangen mit 57,05 cbm Inhalt. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr auf dem Mühlweg unwett Mühlsachsen. Lich, 24. Januar 1881. 577) Wimmenauer, Forstrath. Holzversteigerung im Eemeindewald Dorf-Gill. Donnerstag den 3. Februar, Vormittags 10 Uyr, sollen im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Hohenhatde, nachverzeichnete Holz- sortimente als: 800 Nadelstämme von 14—36 Ctm. Durchmesser und 5—15 Mtr. Länge, mit 160 Fstm. Inhalt, 200 Derbstangen, 40 Fstm., meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Vicinal- weg nach Garbenteich am Wald um die bestimmte Stunde. Bemerkt wird, daß das Holz vortrefflich geeignet ist zu Grubenholz. DorfGill, am 27. Januar 1881. Großh. Bürgermeisterei Dorf-Gill. 667) Knöpper. Ieilgeöotenes. 666) 30 Liter Milch sind täglich zu haben bei Chr. Haubach, West-Anlage. Vorzügliche Apfellpalten und Zwetschen empfiehlt (525 C Roth, Neue Baue. 597) Kreppe!, sowie sonstige mürbe Backwaaren tätlich frisch bei Karl Plank, Bäcker, Wolkengaffe. Prima Couvert, pro 100 3S Pfg., (518 J. I*. Sann. B smarckstra ße 623) Haasen, ä Stück 3 JL, zu haben bei Wildhändler Ebel, Marktstraße._______ Hf» • 351) Alicenst:aße E. 104,3. Goldene Medaille, Hundert Nadelholz-Wellen. dem an * Eichen: 3 Stück Bau- und Nutzholzstämme I. Claffe — 10,23 km, n II Nutzschettholz II. Claffe; Stück Bauholzstämme III. Claffe = 4,37 fm, 658) D^r Oberförster: Schulz. x X 46 163 145 18 T T 34 626 40 90 509 167 39 n n u II II. III. IV. V. ❖ ♦ «edacttt rr-M n n n n H 11 n w n tl M 11 ii ii n n ti rm 16 94 107 36 19,5 ,,'und = 38,40 = 129 96 = 79,34 = 13,38 639) Für die kommende Bausatson empfehle ich eiserne Tragbalken, sowie gebrauchte Eisenbahnschienen. Carl Hensel. Eine geräumige, guteingerichtete Parterre- Wohnung ist wegzugshalder ■iu vermiethen Näheres 586) Blühende Hyazinthen, Tulpen, Camellieu, gefüllte Mandeln und sonstige blühende Topf- und Blatt pflanzen in groß r Auswahl Die Aandelsgärtnerei von Friedrich G-eorg, vormals C. Deines. Danksagung, Allen Denen, welche unS bei dem schmerzlichen Verluste unserer lieber föntt'n, Mutter Großmutter und Schwiegermutter Elise Margarethe Lesch so theilnebmend zur Seite standen, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. (663 Pie trauernden Hinterbliebenen. Holzversteigerung in -er Oberförsterei Schiffenberg. Donnerstag den 3. nächsten Monats kommt nachverzeichnetes Holz in den Abteilungen: Zellenrod, Kloster^ wiese und Schiffenberg zur Versteigerung: Ä Versteigerung von Auh-und Brennholz aus den zum Schutzbezirk II Wermertshausen der Königlichen Oberförsterei Rossberg gehörenden Forstorten: Els nberg -b1- (Buschhorn) -d- (Lauserle) Trift (am Eisenberg) a und b- und Hatnstruth -c2- im Schneider'schen Wtrthshause zu Roßverg: I. Hutzholz: Moutag den 7. Februar 1881, von Vonnittags 10 Uhr ab: V-rantwoNlich- Redaction: A. Sch-vd-, - Druck und Verla» dcr Brübl'schm Univ.-Druckerei es tofli auferlegt Zahlung ’’ l( Snful J'tWibfgimi Bou etneg $■ »flijtn jU * fcatnoo schtz,^ Soll ÄW kiÄ"1 el« ; t W ersah, Altchen » tn M 6, fei" Nutzholzstangen I. und II. Claffe, und rm 2 m lange Nutzholz-Rollen. II. Brennholz: Dienstag den 8. Februar 1881, von Vormittags 9 Uhr ab: Eichen: circa 70 rm Sckktt - und Astk üppel, 50 rm Reis III. Claffe (Zopsrets) und 20 rm Stockholz I Claffe; Buchen und Hainbuchen: circa 300 rm Blichen - Scheite, 82 rm Hainbuchen-Anbruch-Scheite, 10 rm Astkuüppkl, 300 rm Reis III. Claffe (Zopfreis), 155 rm Reis IV. Claffe (geringes Reis) und 60 rm Slockholz I. Claffe. Es werden der Königliche Förster Koch von Wermertshausen sowohl als auch der Forstaufsiher Kurtz leben von Roßberg Sonnabend den 5. Febrnar 1881, Morgens 10 Uhr, von dem oben erwähnten Wtrthshause ausgehend, den zu dieser Zeit erscheinenden Kaufliebhabern das zur Versteigerung kommende Holz auf Verlangen vorzeigen. Forsthaus bei Roßberg, den 24. Januar 1881. 622) Zwei kleine Familienlogis am Seltersneg zu vermiethen. Näheres bet Nowack A» Schlüter. 644) Ein schönes möblirtes Zimmer mit schöner Aussicht zu vermiethen Näheres in der Exped. d. Bl. 653) Eine große Stube, parten^ und zwei kleinere Stuben im oberen Stock so- fort zu vermiethen. Seltersweg E. 188. 517) In meinem Hause an der Grüm berger Straße ist ein Logis von 4 Zimmern mit Zubehör zu vermiethen. Carl HaaS, Kalkbrennereibesitzer. B Liebe's Aguminole ♦ jn löslicher Form (lösliches ♦ Kraftsuppen - Mehl) Cellulose- ♦ freies Hülienfrüchte - Mebl von ♦ höchstem Nährwerth; gar, ohrre Kochen verwendbar; leichtest ver- bauliches, wohlschmeckendes, kräf- & ^ges Nahrungsmittel für Gesunde, X Magen-Leidend«, Blutarme, Sicche, a und Reconvalescenten. - ♦ Fabrikat dieser Art. A Blechdosen ä % kg Mk. 1,25 a > 1 kg Mk 2,25 bei Apotheker ? £ Knoch (Engel-Apotheke). (224 T Geschälte Victoria E» bsen, Thüringer kleine Dohnen, Heller-Linsen, „ -Scheüer, „ -Knüppel, „ «Stöcke, Buchen: 4 Stück Nutzholzstämme III. Claffe = 5,11 fm und Ä . 2 2 / „ IV. ; = 1,04 Hainbuchen: 39 rm 1,5 und 2 m lange starke Nutzholz-Rollen für Müller und zur Werkzeug-Fabrikation geeignet; Erlen: 8 Stück Nutzholzstämme IV. und V. Claffe — 3,92 fm und 9 rm 3 m lange starke Nutzholz-Rollen; Nadelholz (Fichten von ausgezeichneter Qual'tät) : 4 ~ 665) Ein Mädchen vom Lande wird auf sofvlt gesucht. Wo? sagt die Exp.d. dieses Blattes. ___ Concordia. Samstag, 29. Jan., Abends 8 Uhr: Einweihung des neuen Versammhings-Locals im „lAnilenhof“* (668 487) Ein lüchtiges Mädchen für hie Küche gesucht.— Wo? sagt die Exp. d. Bl. 635) Ich warne hiermit Jedermann, meiner Frau und deren Sohne aus meinen Namen zu borgen, indem ich für Nichts hafte. Trais a. d. Lda, 27. Januar 1880. Balth. Mootz II. Wermietstungen. 659) Die beiden von der .Firma Docter & Katz gemietheten Läden mit Logis sind einzeln oder vereinigt ander- weit zu vermiethen, beziehbar am ersten April 1881. Labroise, Rechtsanwalt. 489) Ein kle nes freundliches möblirtes Zimmer zu vermiethen Näheres bei der Exped. d. Bl. 452) Ein Parterrelogis von 5 — 6 Zimmern mit allem Zubehör, an der Ecke der Schillerstrasie und Anlage zu vermiethen und alsbald zu beziehen. Näheres durch Z. Blitz. Danksagung. Den Gemeinden Heuchelheim, Groß-Linden und Leihgestern herzlichen Dank für die reichen Gaden an Futter, Stroh und theilweise an Geld, welche sie unseren Abgebrannten mitgetheilt haben. Lang-Göns, den 27. Januar 1881. In Auftrag: K. Strack, Pfarrer. Zusammenkunft Bormittags präcis 9 Uhr Forstgarten auf dem Vicinalweg nach dem Schiffenbers. Gießen, den 27. Januar 1881. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. 654) Georgi. I Wer kommt? 100 Morgen Ackerlanö (auch inetn^elnen Parcellen) zu pachten geiucht durch I. Blitz. (614 DarmMtcr Haus. Zamstag, 29. Zaa., Abends (650 ffpielzelsuppe. A Morgens 9 Ahr: Wellfl eifcd. 453) Eine W irthschäft, mitten in der Stadt fidelen, xu verpachten. Näheres durch I. Blitz. Theater io Giesse. (Cafe Leih). Sonntag den 30. Januar: I. Vorstellung im I. Abonnement. Walü-Lieschrn oder: Die Tochter der Freiheit. Eharacterbild mit Gesang in 5 Acten von Carl Elmar. Musik von Z ö t e I. Die Direktion. Ein Regenschirm blieb im Theater stehen. Köln Gießener Aahn. Abfadr-ten von Gießen nach: Deutz 64i, 12, 4