*Mrbenin lee’s * Uv •* 1.40 •Dtrel 106er, 105 ’ ''‘»HU L°Ij & T™ «chmall, °vgasse. Nr. 2S. Freitag den 28. Januar $N8i. Kiekener Wneiaer Alljkigk- and JlmtoMilt fit bta Km, Gieße«. |tn. niütnloftiä am , Nähnls bti ? Tchlüter, Spogig^i Nlmg zu Der; Reichensond. 1 lenloßis, sowie on 5-7 3im-. I. Blitz. an der Gnm- 5 von 4 Zim- liethen. mreibesitzer. Ich ei mödliries rühere^ bei ^tr rreloai- mit allem Ecke der Anlage zu Ubalb zu . durch I. meines Hauics 1. April zu Reichenland mnier mit fioii >eg Lit. C. 61. imer (parterre) , Neuenweg. mit tlltm Bu' zöchMU tteingerichttte o.'gzug-halv.r .H @J044 untere blage in ije Sellersberg 1Rem Saal und Heller, Boden- artenan,%.m 1 Anfangs .Grünebers u Se-hercs 16 16 20 aeschl Idchenfü^^ liesseB. bgflnu«t: ailung- n: Redactionöbureau r Expediliorröbureau r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohrv Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 60 Pf. Das Gnde vom Kriege in Süd-Amerika. Für gewöhnlich pflegt man zu jagen, daß Republiken keine Kriege führen oder denselben doch so wett und so lange au- dem Wege gehen, wie die- nur irgend anläßlich ist. Der kleme Freistaat in den Hochalpm, die schweizerische Bundesrepublik, ist der Sitz und der Ausgangspunkt der europäischen Frte- denSgesellschaft und kein vernünftiger, kein unbefangener deutscher Politiker wirb Seitens Frankreichs einen Rachekrteg gegen Deutschland befürchten, so lange jenseits der Vogesen unter republtkanttchen Institutionen das souveräne Volk selbst über Krieg und Frieden zu entscheiden hat. Die große nordame- rtkanische Republik hat außer dem gewaltigen Freiheitskampfe, durch welchen sie vor hundert Jahren ihre Unabhängigkeit begründete, eigentlich nur einen einzigen Kiieg geführt, und da- war weder ein Eroberungskrieg noch ein solcher, den ehrgeizige Diplomaten angezettelt hatten: es war ein großer Prtnciptenkampf, eS war ein Kampf um die LrbenS-Jniereffen und um die Freiheit von Millionen von Mitmenschen, es war jener berühmte Sclavenkrieg, den der Norden der Union gegen den Süden derselben führte. — Je mehr nun aber die angeführten Beispiele den Ruf der Friedensliebe, dessen die Republiken im Allgemeinen flch erfreuen, zu begründen geeignet sind, desto auffallender muß daS Treiben der Republiken Süd-AmerikaS erscheinen, bet welchen die Herrschaft deS KrtegSgottes, so zu sagen, in Permanenz erklärt ist. Die Republiken Südamerikas gerathen aus einer Revolution in die andere und überziehen einander, wenn'S keine Revolution giebt, um den ewig zerrütteten Finanz^erhällniffen, in denen sich die meisten von ihnen befinden, aufzu- helfen, u-it Raubkriegen mit klassischem vorbilde. Die central - amerikanischen Republiken stehen mit denen des SüdenS auf gleicher Stufe und macht eine glückliche Ausnahme fast nur der aufstrebende und sich wohlgeordneter politischer, socialer und wirthschaftl cher Zustände erfreuende südamerikanische Freistaat Cbile, jeneS schmale, an Gold- und Stlberminen reiche Küstenland am stillen Ocean. Aber, {•? friedliebender, je arbeitsamer die Republik Chile ist, disto nichts- würdiger und unruhiger find ihre Nachbarn. Die Chile benachbarten Ripubli- ken betrachten dieses gleichsam alS daS natürliche OperationS-Terram ihrer Straßenräuber-Politik. Einzig von diesem Gesichtspunkte aus ist auch der letzte Krieg zwischen CH le einerseits und den verbündeten Freist raten Peru und Bolivia andererseits zu betrachten. ES sei hier gleich bemerkt, daS Chile zu mehr alS ein Drittel von arbeitsamen Deutschen bevölkert ist, während Peru und sein Apendix Bolivia ehemalS ein Tummelplatz spanischer Grausamkeit und Habgier waren. Auch Peru war bis zum Jrhre 1525, wo der rohe Franz Pizarro bekanntlich in dasselbe eindrang, ein von einem ruhigen und nicht unculttvirten Volke bewohntes wohlgeordnetes Reich. DaS aber ist large, sehr lange her und seitdem hausten, wie gesagt, die Span er dort. Es war im Frühjahr 1879, als eine Grenzstreitigkeit zwischen Chile Mr.b Bolivia die Veranlassung deS sich heute seinem Ende zuneigeuden blutigen Krieges gab. Es handelte sich um dm Besitz eines TheilS der Wüste Atar- carma, welcher dadurch beiden Theilen besonders begehrenswerth erscheint, weU er ungenÄhnlich reich an Guano, Salpeter und Silber ist. Zwar ist der Streit um die sri chtbare Wüste wiederholt durch Verträge geschlichtet und beseitigt worden, aber Bolivia glaubte dieselben, dieweil eS sich auf geheime Zusicherungen PeruS stützte, ungestört brechen zu können, zumal da Chile in Streitigkeiten mit drm argentinischen Staatenbund verwickelt war. Peru und Bolivia haben eine mindestens drittehalb Mal so starke Kriegsmacht (Landheer urd Flotte) wie Chile, und schien deshalb das Wagniß, welches die Verbündeten durch ihre Provocation eingingen, kein besonders großes zu sein. Dock Chile beeilte fich, seine Verwickelungen mit der argentinischen Bundesrepublik beizulegen, worauf ihm seine ganzen Streitkräfte gegen die Friedensstörer zur Verfügung standen. Jnd ffeu suchte es zunächst durch diplomatische Unterhandlungen dem unvermeidlich scheinenden Kriege doch noch vorzubeugen und erst, nachdem diese a!S gescheitert gelten konnten, besetzte es im Februar 1879 das streitige Gebiet, woraus am 1. April desselben Jahres die officielle Kriegserklärung erfolgte. Bald darauf zeigte es sich, wie sehr die verbündeten die Kraft und die Energie der chilenischen Republik unterschätzt hatten, denn dem ersten kleinen M ßerfolg der ch'lenischen Flotte bei Jquique folgte alsbald ein glänzender Seefieg der Chilenen, von welchem der ganze weitere Verlauf des Krieges vorqezeichnet wurde. Während die chilenische Flotte die bolivianischen und peruanischen Häfen eroberte, trieb das wackere Landheer deS thatkräftigen Freistaates die an Zahl weit überlegenen Gegner mit vernichtenden Schlägen immer mehr in die Enge, bis vor einigen Tagen die peruanische Hauptstadt Lima, die alte Jnca-Residenz, selbst eine Beute der Sieger geworden ist. Im verflossenen Herbste war den im Kampfe unterlegenen Verbündeten durch Vermittlung der Nordamerika: ischen Union unter verhältnißmäß'.g b lligen Bedingungen Gelegenheit geboten worden, fich den Frieden zu erkaufen; jetzt, nachdem fle den Chilenen auf Gnade und Ungnade überliefert find, werden sie es bereuen, die günstige Gelegenheit damals kurzer Hand zurückgewiesen zu haben. Chile aber dürfte die Genugthuung genießen, jene Raubstaaten auf lange Zeit hinaus unschädlich gemacht zu haben. Deutschland. Darm-adt, 26. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Mergnädigst geruht: Am 22. Januar der am 8. l. MtS. durch die Stadtverordneten zu Gießen erfolgten Wahl des Buchdruckereibefltzers Wilhelm Keller und Gas- fabrtkanten August Heß zu Gießen zu Bügermeisterei-Beigeordneten die Bestätigung zu ei theilen. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 19. Januar den ordentlichen Professor in der medictnischen Fakultät der Landes - Universität und Direktor der Entbindungsanstalt zu Gießen Dr. Ferdinand Kehrer auf sein Nachsuchen von seinen Dienststellen mit Wirkung vom 15. April d. Js. an zu entlassen. Berlin, 25. Januar. Da- ReichSamt des Innern hat wiederholt darauf btngewiesen, daß die Gewerbetreibenden den ausländischen, insbesondere überseeischen Abnehmern ihrer Erzeugnisse iu begründeten Klagen über Nach- läsfigkett oder Mangel an Reellität bei Ausführung übernommener Lieferungen Anlaß geben, durch derartige Vorkommnisse nicht nur ihren eigenen Geschäftsbetrieb, „sondern auch die Entwickelung des deutschen Ausfuhrhandel- im Allgemeinen schädigen und gefährden." Eine gleiche, höchst beklagenswerthe Wirkung zeige sich bei den Versuchen deutscher Exportgeschäfte, sich durch Umgehung ausländischer Zollgesetze unerlaubte Vortheile verschaffen zu wollen. „Von sorgfältigen Beobachtern ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß die Neigung deutscher Exporteure zu derartigen Versuchen mit der Entfernung des Absatzgebietes zu wachsen pflegt", und die sich hierin bekundende „Kurzsichtigkeit" tritt auch noch in der andern Richtung hervor, daß Umgehungen der Zollgesetze namentlich in solchen Ländern häufiger versucht werden, von denen es bekannt ist, daß dort die Zollqesetze mit Energie und Umsicht gehandhabt werden. Namentlich wird nun vor einem Kampfe gegen die Zollgesetze der Vereinigten Sta->ten Amerikas alS vor einem thürichten Unternehmen gewarnt, weil eS Niemandem „so leicht gelingen wird, die ausgebreitete Ueberwachung des Verkehrs durch alle, der dortigen Zollverwaltung zu Gebote stehenden Organe auf die Dauer zu täuschen, und eS ist durch die Härte der dortigen Zollsirafen dasür gesorgt, daß, wer sie unmittelbar zu büßen hat, dabei mehr verliert, als den unerlaubten Gewinn, welche geglückte Versuche ihm gebracht haben können " Ungleich wichtiger aber sei der dem deutschen Ausfuhrhandel und den redlichen Industriellen dadurch erwachsende Schaden. Die Zollverwaltung der Vereinigten Staaten bat „ein besonders tiefe- Mißtrauen gegen deutsche Importeure" und „es ist deshalb für den gesummten deutschen Ausfuhrhandel eine Pfl cht der Selbsterhaltung, in allen brtheiligten Kreisen energisch darauf hinzuwirken, daß einem solchen Mißtrauen jede tatsächliche Begründung entzogen werde." — Die Zeitung „Tribüne" hat sich al- Secesstonisten - Organ mit 430,000 JL Capital constituirt. Brömel ist Direktor, Kipp und Bamberger find betbeiligt. Berlin, 26 Januar. Das parlamentarische Diner bei Bismarck war heute angeblich ohne politische Ausbeute, weder über WirthschaftS- noch Steuerfragen, nicht einmal über Windthorst'S Antrag soll gesprochen worden fein. Windthorst, obgleich eingeladen, war übrigens nicht anwesend, ebenso hatte Freihr. v. H^eremann abgesagt. Bismarcks Befinden und Stimmung wird alS ausgezeichnet frisch geschildert. Dortmund, 25. Januar. Wie ein Dortmunder Privat-Telegramm der Berliner „Bors • und Ha dlS.-Ztg." unterm Gestrigen meldet, wurde die Zeche Courl durch Anhauen einer Wasserader außer Betrieb gesetzt. Menschen und Pferde konnten rechtzeitig aus der Grube entfernt werden. Es herrscht große Besorgniß, ob es gelingen wird, deS WafferS Herr zu werden. (Nach neueren Nachrichten ist die Sache nicht so schlimm, wie vorstehend gemeldet.) Kngtaud. London, 26. Januar. Einzelne Theile des Tower, welche sonst dem Publikum geöffnet waren, find auf Anordnung deS Kriegsministers aus Besorgniß vor fenischen Attentaten geschloffen worden. Telrgraphischr Depeschen. Wagver's telegr. Eorrespoudeuz-Bureau. Washington, 26. Januar. Bei der gestrigen Verhandlung der F'nanzcommijsion deS Senats mit dem Schatzsecretär Sherman befürwortete Letzterer die Amortisirbarkeit der fundirten Bonds in 5 Jahren und deren Rückzahlung binnen 20 Jahren. DiS dabin sollten jedoch dieselben zu 3^ pCt. oder darunter nach dem Ermessen des SchatzsecretärS verzinst werden. London, 26. Januar. Das Unterhaus berieth die Bill zum Schutze der Personen und des Eigenthums in Irland. Die irischen Deputirten bekämpftm Gladstone's Antrag auf prioritätische Berathung der Bill. Biggar wurde mehrmals zur Ordnung gerufen. Wiederholt- Anträge auf Vertagung der Debatte und des Hauses wurden abgelehnt. Die Sitzung dauerte heute ftüh um 3 Uhr noch fort. Loudon, 26. Januar. Die Sitzung des Unterhauses hatte bis heute Vormittag halb 11 Uhr noch ununterbrochen fortqedauert. Die irischen Deputirten brachten fortwährend neue Vertagunasanträge ein, welche die Regierung bekämpfte und das Haus ablehnte. Das Ende des Kampfes ist noch nicht ab- zus ehen. Der um 10 Uhr von Dublin angekommene Deputirte Parnell wurde von den irischen Deputirten mit stürmischen Hochs beaiM^^^^^E—. — Unterhaus. Gladsrone's Prtoritälsantrag wurde um 2 Uhr Nachmittags mit 251 gegen 33 Stimmen, also nach 22stündtger Debatte angenommen. Die Sitzung wurde hieraus vertagt. Berlin, 26. Januar. Das ÄbgeorvnetenhauS vertagte die Weiter- berathuug des Antrages Windthorst auf morgen. Der Kultusminister ei klärte im Laufe der Debatte, daß die Regierung aus ihrem bisherigen ablehnenden Sta, dpunkte v rharre._________________________________________________________ Vermischtes. — B ettenhausen b./Lich. Am 23. d- Mts. feierte der Rechner S ch m ee l zu Bettenhausen, im Kreise seiner Kinder, Enkel und nächsten Verwandten das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar ist noch recht rüstig und erfreut sich der besten Gesundheit. Herr Schmeel verwaltet bie Rechnerstelle seiner Heimathgemeinde schon seit 1839; außer derselben noch diejenige der Gemeinde Muschenheim feit 1846, und die der Mark Birklar feit 18ö5 zur allseitigen Zufriedenheit und mit größter Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit. Als em Beweis der bedeutenden Arbeitskraft dieses Mannes mag noch erwähnt werden, daß er jährlich noch etwa 14 Rechnungen für die umliegenden Gemeinderechner, sowie ebensoviel Gemeindevoranschläge ausstellt. Möge derselbe noch recht lange bei ungeschwächter Gesundheit in seinem Berufe thätig sein. — (Ausdauer im Fasten.) Em bemerkenswerther Fall von Ausoauer im Fasten wird aus Ipswich berichtet- Das Werb des Gärtners Lockwood soll, diesem Berichte zufolge, während des ganzen Jahres 1880 nicht ein Pi und fester Nahrung zu sich genommen habe und seit den letzten 3 Monaten hat sie sich täglich von nichts Anderem genährt, als von einigen Tropfen eines schwachen Theeaufgusses, zusammen gewiß keine Pinte im Monate. Sie ist vollständig zum Skelet abgemagert und ist unfähig, hren Kopf zu bewegen ober Augen und Munb zu öffnen. Bei der geringsten Bewegung wird sie ohnmächtig und liegt dann Stunden, ja selbst Tag- lang im Zustande totaler Bewußtlosigkeit. Einmal blieb sie 14 Tage lang bewußtlos- Ein Arzt, Der sie besuchte, hat conftatirt, daß sie an Druck auf das Gehirn leide, und daß sie von Zeit zu Zeit m der rechten Schläfe intensive Schmerzen verspüre. Wenn dieser Bericht nur halbwegs glaübwürdig ist, ist damit alles Überboten, was jemals an Enthaltsamkeit auf dem Gebiete der Ernährung geleistet worden ist — Dr. Tanner nicht ausgeschlossen. — (Aus Pompeji) sind Berichte über interessante neue Entdeckungen einge- gangen- In dem 7. Block der 9. Region wurde ein zur Zeit der Verschüttung im Bau begriffenes Haus blosgelegt, welches in seiner Anordnung wesentlich von den bisher bekannten Häusern Pompejl's abweicht. In einem dicht daneben liegenden Hause fand man an einer Wand ein in dieselbe mit vier Nägeln eingcsügtes großes viereckiges Stück schwarzen Glases, welches, sobald es angcfeuchtet ist, die vorgehaltenen oder vorstehenden Gegenstände wiederspiegelt. Dieses Glas gilt für einen ersten Versuch zu den späteren Spiegeln. In einem dritten Hause wurden vier Wandgemälde entdeckt, von denen drei wohlerhalten sind und die Befreiung Andromache's vom See- ungeheuer durch Perseus, die Ueberführung des Pferdes nach Troia, einen heiligen Hain, Nymphen u. f. w. darstellen. — Berlin, 12. Jan. Wie der Vosfischen Zeitung aus Kairo gemeldet wird, sind in der Nähe von Saggarah, im Norden des alten Memphis, zwei Pyramiden geöffnet worden, welche von zwei Königen der sechsten Dynastie erbaut sind und deren Gänge und Zimmer mit mehreren Tausend Inschriften bedeckt sind — ein ungeahnter Fund von der höchsten wissenschaftlichen Bedeutung. London, 22. Januar. Ein Grubenunglück ganz eigenihümlichcr Art wird aus Corn- wall gemeldet. Fünf Männer uno vier Jungen waren am letzten Mittwoch in der New-Cathk dral-Mine unweit Redruth mit Sprengen beschäftigt, als ein Wasserstrom sich plötzlich in die Grube ergoß und dieselbe so rasch überschwemmte, daß nur ein einziger Bergmann sich zu retten vermochte. Die übrigen acht fanden ein Wassergrab. — Hcr Majestys Theatre am Haymarket in London ist mit genauer Noch der Vernichtung durch Feuer entgangen In einem der oberen Räume des Opernhauses, in welchem die werthvolle Garderobe der italienischen Operngesellschaft des Herrn Mapleson aufbewahrt lag, brach am Donnerstag Abend gegen 6'/r Uhr ein Feuer aus, das ohne energische Löschhülfe traurige Folgen gehabt haben würde. Die Garderobe selber ist theiis verbrannt, theils durch Master gänzlich verdorben. Das Feuer entstand durch die Ueberheizung eines Ofens, wodurch die Garderobeschränke in Brand gertethen. — Die Niagarafälle sollen in diesem Winter infolge der herrschenden Kälte einen prachtvolleren Anblick als je gewähren. Eine Schilderung von dort lautet: Mächtige Eisblöcke drecken sich laut krachend Bahn durch den Schlund und scheinen sich jeden Augenblick aufstauen zu wollen, um so eine feste Eisbrüae zu bilden; das Winterkleid des Niagara ist wunderbar schön. Gigantische Eiskegel ragen schon bis zur halben Höhe der Fälle empor, und di« Boumrie,en des Prospekt Park wie die auf Goat Island und Tadle Rock neigen sich untre der schweren Decke krystaüisirten Eises, mit denen sie überzogen sind. Die ganze Wintcr- landsehaft gewährt einen Anblick, den zu genießen eine Reise aus weiter Entfernuna sich wohl lohnt. ö — Aus Hessen. Zwischen Carlshafen und Uslar sind vor einigen Tagen zwei cr> starrte Handwerksburschen, keine 100 Schritte von dem Dorfe Enshausen entfeint, auf der Chaussee aufgcfunden worben. Dieselben wüsten in der Dunkelheit das dicht vor ihnen liegende Dorf nicht gesehen haben und hatten sich wahrscheinlich ermüdet auf einen Steinhaufen niedergelassen, wo sie vom Schlaf überwältigt wurden, aus dem es kein Erwachen mehr gibt. Noch einige Schritte weiter und sie wären gerettet gewesen. — Als ein Zeichen der Zeit, d. h. der immer mehr zunehmenden Verarmung deS Volkes kann es angesehen werden, baß sich in München die Hundefleischfrester in so b.dmk- Ucher Weise mehren, daß sich die Polizei veranlaßt sieht, ein strenges Augenmerk auf dieselben zu richten. Münster, 21. Januar. Wie der „Westf. Pr.-Ztg." mitgetheilt wird, ist laut Verfügung der kgl. Eisenbahn-Dlrectton auf sämmtlichen Screcken der Köln-Mindener, sowie der Westf. Eisenbahn der Güterverkehr bis auf Weiteres eingestellt. Ebenso werden vorläufig keine Güter mehr angenommen, da ca. 250 beladene Waggons Hierselbst liegen und wegen den kolostalen Schneemasten nicht weiter befördert werden können. — (Ein braver hessischer Seemann.] Der Hamburger Dampfer „Herder", auf der Fahrt von Hamburg nach Newyork begriffen, gewahrte am 2>5. November v. I. unter 47.18° Brette und 41.02° Länge inmitten eines furchtbaren Sturmes einen weit entfernten Schoo/,er, welcher das Nothsignal gehißt batte uno willenlos auf dem Master berumgeschleudert wurde.' Sofort ließ der wackere Capitän des „Herder", C. L. Brandt, den Dampfer halten, um Rettung KU versuchen. Freilich wgren die Aussichten auf Erfolg gering, da der roütbenbe Orkan bas Herablasten des Bootes kaum ermöglichte und die aufgeregten Gewässer bas kleine Fahrzeug alsbald zu verschlingen drohten. Trotz der augenscheinlichen Gefabr erklärte sich der erste Officur des Dampfers ohne Bedenken bereit, das Liebeswerk zu wagen. Mit vier opfer- muthigen Matrosrn, ote sich als Freiwillige dem Magniß anscklossen, ruderte der Ofsieier unter unsäglichen Schwierigkeiten an den wild herumkreisenden Rumpf des Schooners heran, wußte mit großer Gewandtheit einen nach dem andern von der unglücklichen Sckiffsmannlchaft in dem Rettungsboote zu bergen und hatte die Freude, alle wohlbebalten zum „Herder" über- zuführen. Das verunglückte Schiff war der Schooner „Lady Louisa", welcher sich auf der Fahrt von Hardor Grace (Neufundland) nach Bristol befand. D,e gerettete Mannschaft, bc stehend aus dem Capitän, dem Steuermann und fünf Matrosen, hatte schon mehrere Tage und Nachte auf dem entmasteten Schiffe mit dem Tode gekämpft und war nun des Dankes voll fttr die hochberztgen deutschen Seeleute, die zu ihrer Rettung das eigene Leben eingesetzt batten. Die «schiffbrüchigen wurden in Newyork gelandet und traten von hier aus die Rückreise in die H'imath an. Ehre den wackeren deutschen Seeleuten und insbesondere dem braven Schiffs- ofneter. Der L'tztere heißt Karl Kördell; er ist ein Hesse (Sobn des in Castet verstorbenen Eisenbahn-Betriebs Inspektors Kördell) und bat seine opfcrmutbige edle Gesinnuna auch schon früher bei ähnlichen gefährlichen Werken der Barmherzigkeit betätigt, indem es ihm vor mehreren Jahren in den westindischen Gewästern gelang, bei stürmischer See und bei Nacht 13 Schiffbrüchige zu retten. — sFutter für unsere Vögel.] Wiederum ist nach kurzer Pause strenge Kälte ein. getreten und wir erinnern nochmals daran, der hungernden Vögel nicht zu vergessen Mit Befriedigung eonstatiren wir, daß vom Publikum häufig Kartoffeln, Brodkrumm.-n und Futter ferner gestreut werden, wollen aber darauf aufmerksam machen, daß die-es Futter auch den Thierchen mundgerecht sein muß, wenn es nutzen soll. So Mancher wird sich muntern’ daß die frischen Brosamen re., die Abends gestreut sind, früh unberührt vorgefunben werden. Sehr lrktarlich, denn die Brodkrummen sollten immer auf dem Ofen in einem Blew- oder irdenen Geschirr so lange gedörrt werden, b,s man sie zu Gries zerstoßen kann. Dazu einige Hände voll kleinen Weizen, Hanfsamen, Raps re. genügt den Bedürfnissen unserer Wintervögel. Meisen nehmen al« Leckerbissen auch ein Stück frischen ober geräucherten Speck, einen Stumpen Talg- in Masier. orücki sic sehr stark und mengt sie dann mit feiner Weizenkleie, bis sie üockene Körner von Gerstengröße bilden. Zerriebene Karloffeln, so behandelt, thun es auch. Die regelmäßige Wiederholung der Fütterung darf man sich nicht reuen lassen, denn, einmal an Winterfütterung gewöhnt, kommen die kleinen Gäste täglich zu bestimmten Zeiten, um ihre Liebesgaben zu holen. Frankfurt, 24. Januar. Im hohen Alt, r von 80 Jahren starb gestern ei^ schlichter, bescheidener Handwerker, der trotzdem in der wissenschaftlichen Welt einen hohen Ruf genoß, Herr Spenglermeister Gabriel Koch. Derselbe war ein vorzüglicher K nner der Lepidopteren. Seine werthvolle Schmetterlings-Sammlung, welche sich bis jetzt im zoologischen Garten befindet und zeitweilig dem Publikum zugänglich gemacht wird, wurde durch die Bemühungen des verstorbenen Herrn Hammeran der Vaterstadt erhalten. Die Universitäten Göttingen und Moskau hatten cen Forscher ausgezeichnet. — Ende verwickener Woche verstarb dabier ein anscheinend in höchst bescheidenen Verhältnissen lebender Greis, welch.-r das hohe Alter von 92 Jahren erreichte. Derselbe soll ein Vermögen von 5—6 Mill. X, das dem Assoice einer Ani- linfabrik zufällt, hinterlassen haben. — Aus Birmingham, dem Mittelpunkte des englischen Radtcalismus, jener patriotischen Stadt, die den Zulus während d,s Krieges mit England Gewehre verkaufte, werden den irischen Rebellin Waffen jeder Art geliefert. Seit Mtenstäickesowte endlich zur Prüfung der angemeldeten Forderungen ans Montag den 28. Febr. 1881, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird ausaegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpfl cktung «userlegt, von dem B'sitze tc- Sacke und von den Forderungen, fü^ welche ste auS der Sacke abgesonderte Be- fried'gung in Anspruch nehme", dem Konkursverwalter bis zum 19. Februar 1881 Anzeige zu machen- Dießen den 25. Januar 1881. Äroßherzogl. Amtsgericht zu Gießen. Geb Hardt, Zur Beglaubigung: N e t d b a r t, ___________Gerichlsschreiber.___________ Holzverfteiqerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 31. Jan. 1881, von Vormittags 9 Uhr an, soll im G ßenrr Stadtwalde in dem District Wanne, Abtheilung Hölle, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Schetlh. Prügelh. Stockh. Rei-H. Raummeter. Wellen. Eichen 61 94 120 5200 Nadel 6 62 54 1870 B. Bau-, Werk- u. Nutzholz: 715 Eichm-Stämme Mit 171,39 5m, 428 Fickten- und Kicsein-Stämme mit 90 fm, 7 Birkrn.Stämme mit 1,07 fm (für Wagner geeignet), 110 Fichtensianaen mit 1,05 fm 2 Rmtr. Nutzscheitholz, Die Zusamme L. ft ist auf der Chaussee nach L'ch an der 6. Swneise. Gießen, den 24. Januar 1881. Großhe zogl. Bü g^rmetsterei Gießen. 588) A V r a m m.__________ HoMersteigerung. Am Donnerstag den 3. Febr., Vormittage 11 Uhr, werden aus dem Gemen.de vald von Aßlar bei dm Gastwirth Lotz daselbst 131,5 Meter Echen-Stammholz, und am 8. Februar er., Vormittags 10 Uhr, zu Ehnrgsyausen in der Wirthschalt des P e t e r S t r ö h m a n n aus dem Gemeindewald von Ehringshausen 161,3 Mtr. E'chen- und 4,3 Mtr. Buchen-Stammholz, aus dem Walde von Dillheim 74 Mtr. E chen-Stummholz, öffentlich meistbietend versteigert. Ehringshausen, 26. Januar 1881. Der Bürgermeister: 638) Zechlin. ____ Holrvcrstcigcrungcn. Freitag den 4. nchst. Monat- sollen Deifleiflcit werden: I. 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Wallenfels Ww. 578) Ein Logis im mittleren Stock, bestehend aus 7 Zimmern nebst Zubehör, ist im Gartfeld zu vermiethen. Auf Verlangen auch Stallung. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. 571) Die durch Versetzung des Herrn Major Rau Dacant werdende Wohnung kann per 1. Mai anderweit vermiethet werden. Reflectanten wollen sich gefl. wenden an Rudolf Wolff, ________________Oberer Riegelpsad. 89) Ein Logis im 1 Stock sofort und ein kleines Logis im 4. Stock pr. 15. Jan. i JL 9.40 per Monat zu verrniethen. ______________________Marktstraße 25. 84) In meinem neuerbauten Hause am Ludwigsplatz ist der zweite Stock zu vermiethen. W Seipp. 80) Ein Familienlogis zu verrniethen. PH. Kreiling, im Gambrinus. 78) Wenze l's (Sorten gegenüber^ B. 163,3, mittlerer Stock/ 5 Zimmer zu vermiethen. 75) Zwei möblirte Zimmer zu^ver- miethen. PH. Kreiling im Gambrinus. 72) Ein Logis von 4 großen Zimmern , in nächster Nähe des Wenzel's Garten, mit Gartenantheil und allem Zu- behör, zu vermiethen durch I. Blitz. 71) Das seither von Herrn Rechtsanwalt Barth bewohnte Logis, der dritte Stock und Mansarde meines Wohnhauses (Neue Anlage) ist bis 15. März anderweit zu vermiethen. I. Alker. 459) Der obere Stock meines Hauses ist zu vermiethen und den 15. April zu beziehen. Eduard Noll, Neustadt. 298) In meinem Vorderhaus ist eine Wohnung, bestehend in 4 Zimmern, zum 15. April zu vermiethen, sowie eine kleine Wohnung bis den 1. Februar. I. Ruckftuhl, Gartfeld. 196) Möblirtes Zimmer zu vermiethen per'^sofort. Ludw. Orth, Photograph. 142) Schillerstraße Lit. Ä. 118,6 ist die Parterre-Wohnung, 5 Zimmer rc- enthaltend, nebst Gartenantheil vom 1. April d- I- an anderweit zu vermiethen. Böger, Hofg.-Protocollist- 24) Ein kleines gamilienlogis mit abgeschlossenem Corridor und allen Bequemlichkeiten zu vermiethen und alsbald zu beziehen.___________W Seuling 340) Ein möblirtes;Zimmer (Parterre) zu vermiethen. _______I. Mauuberger, Neuenweg. 622) Zwei kleine gamilienlogis am Seltersweg zu vermiethen. Näheres bet _____________Rowack K» Schlüter. 287) Ein gamilienlogis mit allem Zubehör per 1. April beziehbar. Rothenberger, Caplansgasse. 19) Ein möblirtes Zimmer mit Kost zu vermiethen. Seltersweg Lit. C. 61. 194) Laden mit oder ohne Logis per sofort zu vermiethen. __Ludw. Orth, Photograph. 460) Ein Laden mit Corridor zu vermiethen. Sonnenstraße 106. Vermischte Anzeigen. 645) Ein Haarschweif von einem Schellengeläut verloren. Abzugeben bei Lohnkutscher Lather. Die Agentur einer gut eingeführten, alt renommirten deutschen FeuerversicherungS - Gesell fchafr ist mitUeberweisung des laufenden Geschäftes für die Stadt Gießen, eventuell mit größerem Landbezirk, an einen quali- ficirten und solventen Mann unter günstigen Bedingungen zu übertragen. Gest. Offerten werden unter ^Diskretion" an Herren G. L Daube «t? Gomp in Frankfurt a. M. erbeten.________(641 Hausmädchen gesucht. Ein gut empfohlenes Mädchen für Hausarbeit sucht (600 __________grau Minna Klingspor. 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