Nr. 273. Mittwoch den 23. November 8 SSI. ießener Anzeiger Axikizr- nah Amtsblatt str den Kreis Gießen. n. 15 , 8 , U 3'/= vH 8 an karkt. Der btt elften (IM sen." dood 0 mten i anlau. 0 0 OOOfl (7652 Ab- g* h NmfinC* itor. \tx\. per 1. W Masse ubenlcg v zu Iben tinuln eth-n im i pennen IverM^ea. irft d- eigeil. itfh* 8«Ä nttlt -^^6i -l-nG Bureau : Schul firaße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. PreiS vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerloh, Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi. Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. In Ueberrinflimmung mit der Gemeindebehörde werden hiermit auf Grund deS § 76 der Deutschen Gewerbeordnung nachstehende Bestimmungen getroffen: 1) Die Berechtigung bei entstandenem Eise daselbst zum An- und Ab- schnallen von Schlittschuhen, Kehren der Eisbahn ic., öffentlich seine Dienste anzubteten, steht nur demjenigen zu, welcher die in dem Polizei-Reglement vom 6. März 1877, die Regelung deS Gewerbes derjenigen Personen, welche auf öffentlichen Straßen oder Plätzen ihre Dienste anbteten, insbesondere der Dienst- und Lohnmänner betreffend, vorgeschriebene polizeiliche Concession erholten hat. Für das Kehren der Eisbahn werden jährlich ein oder mehrere Unternehmer je nach Bedürfniß concesstonirt, welche fich für das nöthige HülsSpersonal zu sorgen haben. 3) AlS Taxe dürfen verlangt werden: a) für daS An- und Abschnallen der Schlittschuhe pro Person 5 H b) für daS Bahnkehren: von jeder männlichen, die Bahn mit Schlittschuhen benutzenden Person...........3 „ bei starkem Schnefall..........5 „ von jedem Schlitten...........10 w Kinder unter 14 Jahren wib erwachsene Personen, welche daS Eis ohne Schlittschuhe besuchen, zahlen nicht-. 3) Für Begleitung auf dem Eise und für daS Schieben von Schotten gilt der Zetttaris für die Dienst- und Lohnmänner vom 6. März 1877, wonach für eine halbe Stunde oder weniger ......40 H für eine ganze Stunde...........60 „ zu zahlen sind. 4) Überschreitung dieser Tarifsätze werden mit Geldstrafe bis zu 50 Thaler (150 Mark) und un Unvermögensfalle mit Hast bis zu 4 Wochen bestraft. 5) Personen, welche ohne Concesfion fich zu Dienstleistungen gegen Vergütung anbieten, werden nach dem sub I erwähnten Reglement mit einer Geldstrafe von 1—8 Mark 57 Pfennige belegt. Gießen, den 18. November 1881. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. FreseniuS._____________________ ® eTä n n t machu n g. DaS Bureau deS BczirkSfeldwebelS in Gießen befindet sich feit dem 12. November er. in dem Hause des AimmermeisterS Pitz Grünbergerstraße, Lit. B. 1665. . Gießen, den 14. November 1881. Franck, Oberstlieutenant z. D. und Bezirks-Commandeur. Deutschland. m. Darmstadt, 21. November. Unter der Rubrik „Eentralbauwesen im Ressort des Mmtsteriums der Finanzen" sind in dem neuen Staatsbudget für Einrichtung des vormaligen Provinzial ArrefthauseS zu Gießen als Niederlage für unverzollte ausländische Guter 8 8uo jl und für Erbauung eines Lagerhauses im Hose des Hauptsteueramts zu Gießen 12,000 JL in Ausgabe vorgesehen. Die Erläuterungen bemerken zu diesen beiden Posten: „Nachdem das Großlurzogl. Hauptsieueramt Gießen in das Vorder- gebäude des vormaligen Provinztalarrestdauses daselbst verlegt worden ist, erscheint es dringend geboten, daS vormalige Arresthaus daselbst zu einer Niederlage für unverzollte ausländische Waaren ein^urichten, wozu dasselbe bereits vorgesehen war. Die Herstellung des fraglichen Gebäudes u diesem Zwecke beschränkt sich aus die Einrichtung größerer verschließbarer Lagerräume in dem .Keller und den vier Etagen und auf Anbringung emes Auszuges zur Verbringung von Waaren m die einzelnen Stockwerke. Nach dem cntworsenen Projekt wird es möglich fern. an Lagerraum zu gewinnen un Keller 149 Quadratmeter und in den drei Stockwerken und dem Dachraum 750 Quadratmeter. Hiernach würden etwa gelagert werden können: im Keller 6000 Kg. flüssige Waaren, in den drei Stockwerken und im Dachraum 375,000 Kg. trockene Waaren. Von der ersten Waarcnmenge würden sich an Lagergeld bei dem seither üblichen Satze von 8 für 100 Kg. und Monat 576 JL und von der letztgenannten Waarenmenge bei Anwendung des seither üblichen Satzes von 6 H für 100 Kg. und Monat 2700 JL, im Ganzen 3276 „* erheben lasten. Als Minimaleinnahme an Lagergeld wird aus die öumme von 2400 JL gerechnet werden können. Durch Einrichtung des Arrefthauses zur Niederlage wird jedoch dcm Bedürfniß zur Unterbringung der zu lagernden Waaren nicht vollständig entsprochen werden, da der durchschnittliche jähr! che Lager-Bestand an trockenen Waaren auf der Niederlage zu Gießen 550,000 Kg beträgt. Um diesen Bedürfnissen zu entspreche, r und auch die Privatlager zu beseitigen, deren Ueberwachung vermehrte Auf- sichtskräste veranlaßt, empfiehlt es sich, tn dem Hosraum des Hauptsteueramts ein Lagerhaus zu erbauen, welches aus zwei Stockwerken bestehen und im Lichten 25 Mtr. lang und 10 Mtr. breit werden soll. Die Grundflächen der Lagerräume wurden hiernach 2 X 25 X 10 — 500 Quadratmeter betragen und die nach den obigen Sätzen zur Erhebung gelangenden Lagergelder würden reichlich die Zinsen des Baukapitals decken. Bemerkt wird hierbei, daß nach Maßgabe der Bestimmung in $ 99 des Ver- einszollgtsitzes an Stelle der angegebenen Lagergeldsätze in maiimo für das Lagern von trockenen Waaren von 100 Kg monatlich 17 H und von flüssigen Waaren non 100 Kg 26 H erhoben werden können. Berlin, 20. Noodr. Laut amtlicher Mittheilung hat die russische Regierung die Einfuhr von Weintrauben aus dem Auslande über sämmtliche Häfen des Schwarzen und Asow'schen Meeres, sowie über die südwestliche Grenze bis einschließlich Wolotschisk zeitweilig bis zur neuen Weintrauben- Ernte verboten. — Nach amtlichen Berichten auS Pernan buco waren 1880 von deutschen Manufacten hauptsächlich Hosenstoffe, ShawlS, Flanelle, Tuche, Kaschmire, Kleiderstoffe in Wolle, Baumwolle und gemischten Geweben und Strumpfwaaren gut gefragt, während die deutschen Prints den englischen gegenüber noch immer nicht Fuß fasten konnten. Deutsche Kurz- und Eisen- waaren fanden regelmäßigen Absatz. Die Aussichten für das Einfuhrgeschäft von 1881 waren günstig, falls nicht eine allzugroße vom Verbrauch nicht zu bewältigende Einfuhr lähmend wirkt. Berlin, 21. Novbr. Die „Berl. Polit. Nachr." melden: Mehrfach begegnet man in den Blättern dem Ausdrucke des Erstaunens, daß in der, die gegenwärtige Session deS deutschen Reichstages eröffnenden Allerhöchsten Botschaft mit keiner Silbe der Beendigung des Culturkampfes gedacht worden sei. Es ist demgegenüber zu bemerken, daß eine derartige Hinweisung umsoweniger am Platze sein konnte, alS bekanntlich der Reichstag mit dem Cultur- kämpfe nichts zu thun hat. Wir glauben gut unterrichtet zu sein, wenn wir schon heute behaupten, daß das jetzt in gewtffen Kreisen zu Tage getretene Erstaunen gelegentlich der im Januar stattfindenden Eröffnung deS preußischen Landtages, einer besonderen Ueberraschung weichen wird, da die Eröffnungs- Rede keinen Zweifel darüber lasten dürfte, daß von beiden Theilen, sowohl von Rom, alS auch von der preußischen Regierung, Vorkehrungen getroffen worden sind, um den jahrelangen Streit gänzlich zu beseitigen. — Aus Einladung deS Marineministeriums hat sich, wie uns mitgethellr wird, Regfeiungsrath Dr. Koch aus dem ReichSgesundheits-Amte nach Kiel begeben, um daselbst in größeren Schiff, räumen nach der von ihm erfundenen Desinfections'Methode Versuche anzustellen. Die kaiserliche Marine hat ihm hierfür Schiffe zur Verfügung gestellt. Den hier von Dr. Koch gehaltenen Vorträgen über Desinfection hatten ferner Vertreter deS Kriegs- und Marine- MinisteriumS, sowie die Mitglieder d»r wiffenschaftlichen Deputation deS Um terrichts-Ministertums beigewohnt, und scheint es, daß sowohl die deutsche Reichs- wie die preußische Staatsregierung der Frage umsomehr Aufmerksamkeit zu schenken geneigt find, als d e Untersuchungen Koch'S von grundlegender Bedeutung für die prophylaktischen Maßregeln gegenüber den Jnfections- Krankheilen sein dürften. — Im vorigen Sommer berief der Reichskanzler in Folge einer vom Reichstage am 17. März 1880 gegebenen Anregung eme Eommisston von Sachverständigen, um die vielfachen Klagen, welche über den Zustand und die Corrrction des Rheins auf der Strecke von Mainz bis Dingen laut geworden waren, zu untersuchen und Vorschläge zur Abstellung der erhobenen Beschwerden aufzustellen. An dieser Commisfion, wrlche tn den Tagen vom 4. bis 13. Oktober vorigen Jahres an Ort und Stelle unter dem Vorfitze deS Mini- sterial-DirectorS Marcard aus Berlin in Thätigkeit war, nahmen 18 Vertreter der Reichsbehörde und der betheiligten Rheinufer-Staaten und außerdem 42 Vertreter des Reichstags, sowie der Rheingau-Eingeseffenen, der Rhein- schifffahrts- und der Weinbau-Jntereffenten Theil. Durch daS „Centralblatt der Bauverwaltung" werden nunmehr die bisher nicht bekannt gewordenen relchsamtlichen Actenstücke über die gepflogenen Verhandlungen veröffentlicht, und zwar der von den beiden Retchscommiffarien an den Reichskanzler erstattete Bericht und destm Anlag'n: 1) eine Denkschrift, welche den Mitgliedern der Commisfion vor Beginn der Verhandlungen übersandt war; 2) die auf Grund der örtlichen Untersuchungen erfolgte Aufnahme des Befundes über den Zustand drS Rheinstromes und seiner Ufer auf der Strecke Mainz-Bingen; 3) ein Schriftstück, „Gesichtspunkte für die Stromregulirung auf der Strecke von Mainz bis Bingen und Vorschläge zur Abstellung der erhobenen Beschwerden", in welchem sämmtliche Vorschläge der Commisfion präcifirt find; 4) eine UebersichtskaNe der Rheinstrecke Mainz-Bingen. Mit dieser Veröffentlichung wird einem in der diesjährigen Frühjahrsfitzung des Reichstages von mehreren Ab- geordnetrn ausgesprochenen dringlichen Wunsche Rechnung getragen, desten Er- füllung der Vertreter der Reichsregterung, Staatsminister v. Bötticher, bereils t damal- in Aussicht stellen konnte. Für die bethetligten Interventen, Reichs- tagsmitglieder, Landwirthe, Techniker u. s. w. dürste die Notiz von Interesse sein, daß die Nummer 34 dcS Centralblattes der Bauoerwaltung mit dem gesammten aufgesührten Material von der Expedition, Wtlhelmstraße 90 in Berlin, bezogen werden kann. — Als beachtenswerth bringen wir nachstehende officiöse Meldung des „Grenzboten": „Die Regierung wird der Volksvertretung des Reichs vorerst nur den Etat des Retchöhaushaltes zur Berathung üoilegen, vielleicht auch den Gesetzentwurf über den Bau des Reichstags-Palastes. Dann wird man den Reichstag vertagen und den preußischen Landtag einberuseu und demselben den ktrchenpolitischen Ausgleich in Form von concreten Gesetzentwürfen zur Verhandlung und Beschlußfassung zugehen lasten. Hierbei wird sich zeigen, ob die Regierung im Stande jein wird, mit ihren Zugeständnisten daö Centrum zufriedenzustellen und zu gewinnen, und in wie weit. Wird eine Verständigung erzielt, so wird der Kanzler den Versuch machen, mit Hülfe des Centrums und der Conservativen seine socralpolittschen Pläne in Gesetze zu verwandeln. Wird keine erreicht, so wird ein Stillstand in der deutschen Gesetzgebung, so weit sie Hauptfragen angeht, eintreten, und der erste geeignete Moment wird benutzt werden, den Reichstag auszulösen und noch einmal an die Nation zu appelliren." — AuS dem Etat der RetchLpost- und Telegraphen-Verwaltung für daö Jahr 1882/83 geht hervor, daß die Besoldung der Paketträger und Stadtpost- boten um je 10 Jt. — die Besoldung beträgt durchschnittlich 780 JL — erhöht werden solle. Außerdem soll der Durchschnitts-Besoldungssatz der Land- brtesträger von 560 aus 570 «A gebracht werden. — Die Postbeamten müssen sich trösten, es girbt wenig, aber herzlich. Arankreich. Marseille, 19. November. In verwichener Nacht wurden zahlreiche Maueranschläge angehestet, in welchen es heißt: „Es ist Zeit, den erbitterten Kamps ohne Waffenstillstand und ohne Gnade wieder zll beginnen, weil man nicht mehr gletchgilttg bei der tunesischen Greultchkeit bleiben kann, in welcher unsere Soldaten zum Ruhme und zum Besten Gambetta's, deS meineidigen Bürgers u. f. w., hingemordet werden." Der Ausruf schließt mit den Worten: „Arbeiter! laßt uns die Mittel antoeuben, welche die Wissenschaft bietet, deren sich die Nihilisten und die Fenier zum Vorbtlde bedienen. Es ist eine Handlung der Menschlichkeit, den Ausbeutern und Meuchelmördern des Volkes den Tod zu geben." Rußland. Petersburg. Abermals wird sich in Petersburg, wie berichtet wird, ein höherer russischer Intendantur-Beamter, der Oberintendant der Rustschuk>- schen Abtheilung, Staatsrath Makschejew, vor dem Militärgericht über Unter» schleife zu verantworten haben, die unter seiner Aegide im Feldzug vorgekom» men sind. Die gegen ihn erhobene Anklage lautet auf: „Mißbräuche bei Einkauf von Spiritus, Weizen und Gerste; Mißbräuche in dem Stmnttza'schen Verpflegungsmagazin und auf Fälschung von Documenteu betreffs Ankauf von 200,000 Pud Heu"! M.t ihm zusammen sind noch 13 Unterbeamte, sowie ein Fuhrenunternehmer dem Gericht übergeben. Der Proceß wird wahrscheinlich tm Februar zur Verhandlung kommen. Was noch besonders erwähnens- werth erscheint, ist der Umstand, daß schon seit Monaten behauptet wurde, Herr Makschejew müßte den Gerichten übergeben werden, wenn er selbst auch sich gegen die dasür angeführten Gründe auf das Entschiedenste verwahrte und nach wie vor in den Clubs rc. weiterverkehrte. Im Oktober verspielte der Herr Staatsrath noch an einem Abende tm Kaufmanns-Club 17,000 Rubel, wie u- A- „Nowja Wremja" mittheilt. — Der Proceß Mrowinskt soll bis zum 25. November (russisch) verschoben sein. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Korrespondenz-Bureau. Berlin, 21. November. Zu Ehren des Geburtsiages der Kronprinzessin fand heute Mittag die feierliche Einweihung des neuen Kuustgewerbe- Museums statt, welcher das Kronprmzenpaar nebst andern Mitgliedern des königlichen Hauses, die höchsten Hof- und Staatsbeamten, viele Generäle und Notabilitäten der Kunst und Wissenschaft, das gesammte diplomatische Corps, Mitglieder des Bundesraths und Vertreter der Stadt beiwohnten. Von London nahm der Director des Lonthkensington-Museums, Owen, Theil. Aus die Ansprache des Cultusministers erwiderte der Kronprinz, er und seine Gemahlm seien hocherfreut, in dem nunmehr fertigen Werke einen vom Prinzen Albert und der Kronprinzessin angeregten Gedanken verwirklicht zu sehen und sie hofften Beide, daß durch die Anregung, welche der vaterländischen Industrie, namentlich dem Kunstgewerbe durch etn derartiges Institut gegeben werde, durch das Jr.tereffe, womit man daffelbe in weiteren Kreisen aufnehme, dem deutschen Erwerbleben neue Gebiete des Schaffens und des gedeihlichen Wirkens und eine fernere Quelle fruchtbringender Tbättgkeit erschlossen werde. — Der Kaiser war wegen Unpäßlichkeit an der Theilnahme verhindert. — Gegenüber einem Bericht des Pariser „Voltaire- vom 17. Novbr., betr. eine angebltche Unterredung des Fürsten Bismarck mit einem Diplomaten über den Eintritt Gambetta's in das Cabinet und die angeblichen Aeußerungen des Fürsten Blömarck über den Grafen St. Vallier, bewichnet die „Nordd. Allg. Ztg." die Aeußerungen deS Fürsten BiSmarck, daß Gambetta ein großer Redner und Staatsmann sei und sein Vaterland vie zu sehr liebe, um es tn unbedachte Abenteuer zu stürzen, als möglich und als solche, die hätten gemacht werden können, wenn eine Unterredung überhaupt stattgefunden hätte. Bezüglich der angeblichen Aeußerungen d s Reichskanzlers über Gras St. Vallier aber, daß derselbe sich zu sehr auf die Hofpartei gestützt und den Einfluß des Kanzlers nicht genügend berücksichtigt habe, sagt die „Nordd. Allg. Ztg.", dieselben seien tn allen sachlichen und persönlichen Beziehungen unwahr und aus der Lust gegriffen. Graf St. Vallier habe jederzeit sowobl die geschäftlichen, als gesellschaftlichen Beziehungen mit poltti ckem und persönlichem Takte geregelt , namentlich aber seien seine Beziehung.n zum Reichskanzler jederzeit b.ffer und intimer gewesen, als mit irgend einem seiner Vorgänger. Wahrscheinlich liege eine Verwechselung der Zeiten vor, die auf den Vorgänger des Grafen St. Vallier, v. Gontaut-Biron paffen würde, aber auf St. Vallier angewendet allen Eingeweihten die vollste Unwiff nheit des Verfasters aus's Entschiedenste bewiese. Baden-Baden, 21. Novbr. Ihre Maj. die Kaiserin gedenkt heute Nachmittag um 2 Uhr mittelst Exrrazuges nach Koblenz abzureisen. — Der Großhrrzog hatte eine gute Nacht, meist ruhigm Schlas und beim Erwachen das Gefühl größerer Erholung. Temperatur 36,2, Puls 68. Stuttgart, 21. November. Gestern Abend fand ein Zusammenstoß zwischen dem von hier nach Kalw abgegangenen und dem von Ludwigsburg kommenden Personenzuge statt. 5 Personen wurden schwer verwundet, viele andere erlitten Contusionen. Pari-, 21. November Eine Depesche des Generals Saussier vom 18. d. Mts. meldet: Die am 13. d. Mts. geschlagenen Ausständtschen warfen sich in Unordnung aus den Weg nach Gabes, welchen die Colonne des Generals Logerot eingeschlagen hat. Die Aufständischen haben noch viele Stücke Vieh verloren. General Saussier traf am 18. d. Mts. in Cermtnia, zwei Tagemärsche von Gafsa entfernt, ein; d;e Notabeln der Stadt haben bereits ihre Unterwerfung angezeigt. Die Aufständischen flohen in südöstlicher Richtung. — General DÄebecque meldet unterm 19. ds. seine Ankunft in Mvghar- Fonkani, welches er verlassen fand. Der Ort soll zerstört werken. Die Generalversammlung der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. Wenige Minuten nach dem Schlüsse des zweiten Congresses deutscher Armen- pfteger versammelten sich am Abend des 12. November im Bürgersaale des Berliner Nalhhauses die Vertreter der deutschen Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung aus allen deutschen Gauen, bewillkommnet von dem Stadtsyndicus Eberty, als Vertreter der städtischen Behörden und von dem ständigen Vorsitzenden Dr Schulze-Delitzsch, der in seiner Eröffnungsrede mit warmen Worten heroorhob, daß gerade in unserer politisch so erregten Zeit durch die friedliche Arbeit für Volksbildung ein Ausgleich zwischen den verschiedenen Parteidestrebungen anzubahnen sei. „Der Boden des allgemeinen Wahlrechtes, auf welchen unser politisches Leben gestellt ist, erfordert unabweisbar die allgemeine Bildung des Volkes, wenn uns die Früchte der politischen Freiheit zu Statten kommen sollen. Große Rechte schließen auch große Pflichten in sich; dafür ist im Volke das Verstä dniß zu verbreiten und darüber müssen Alle, wie verschieden auch ihr Parteistandpunkt sein möge, einig sein. Tro.l der materiellen Zeitströmung brechen sich die Humanitären Anschauungen unaufhaltsam Bahn. Der im deutschen Volke liegende Zug zum Idealen, der nach den schwersten Zeiten unseres Vaterlandes stets wieder hervorgetreten ist, wird uns auch jetzt wieder Alle zusammenbringen zur M'tmtrkung für ein glückliches Staats- und Volksleben." Die deutsche Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung hatte sich nach dem vom Generalsecretär, Realschuldirector a. D. Dr. Lippert, erstatteten Jahresbericht im Jahre 1871 mit 158 Vereinen und 1299 p.rsönlichen Mitgliedern confiituirt. Sie hat im ersten Decenmum ihres Bestehens eine Festigung ihrer Organisation durch den kaiserlichen Erlaß vom 8. April 1876 erhalten, welcher ihr unter Bestätigung der Statuten die Rechte einer juristischen Person verlieh. Bis zum Jahre 1878 hoo sich die Zahl der Vereine auf 772 mit 4360 persönlichen Mitgliedern. Die mißliche wirth- schastliche Lage und eine der Gesellschaft ungünstige Zeitströmung bewirkten in den letzten Jahren eine Verringerung der Theilnehmer. Dennoch steht die Gesellschaft mit 748 thätigen Vereinen und 4111 unterstützenden Mitgliedern, welche ihren humanen, jedem Parteigetriebe und jeder Tagesagitation entrückten Tendenzen folgen, gerade heute als ein starkes Bollwerk gegen manche uns bedrohenden materialistischen, freiheits- und culturfeindlichen Elemente da und erfüllt eine wichtige Aufgabe unseres nationalen Lebens. — Die am 12. November begonnenen und bis mm 14. November fortgeführten Verhandlungen betrafen hochwichtige Frageii der wirthschaftlichen, tewnischen, sittlichen und religiösen Bildung des deutschen Volkes. Gleich der erste Abend führte die stark besuchte Versammlung mitten hinein in eine der brennendsten Zelts, agen über die Schulsparkassen, worüber Justizrath Ma ko wer einen sachlich sehr odjectiven. den Gründen für und wider unparteiisch Rechnung tragenden Bericht abftattete, dem eine lebhafte Debatte folgte, in der sich nur 2 Berliner Lehrer heftig gegen die Neueiung erklärten, während alle übrigen Redner, unter denen mehrere selbst Schulsparkassen seit Jahren praktisch geleitet batten, die Bedenkm erfolgreich widerlegten, so daß in der von zahlreichen Volksschnllehrern besuchten Versammlung schließlich folgende Resolution mit großer Mehrheit zur Annahme gelangte: „Die Versammlung erkennt an, daß die Schulsparkassen eine sehr nützliche Einrichtung fein können und beauftragt den Vorstand, ein Comite einzusetzen, welches die Aufgabe hat, auf allen ihm gut scheinenden Wegen, unter Umständen auch durch Begründung eines besonderen Vereins, die Einführung der Schulsparkassen zu veranlassen und zu erleichtern und der künftigen Generalversammlung über ihre Erfolge zu berichten." Die beiden übrigen Verfammlnngstage brachten außer dem Jahresberichte des Generalsecretärs, dem ThätigkeitSbenchte des Wanderlehrers und der Rechnungs- Ablegung noch mehrere interessante Berichte und Debatten über die Entwickelung des Volksschulwetens, über den Stand des Realunterrichts im Verhältniß zu den Bedürfnissen der Volksbildung und über die Bestrebungen zum Wohl der aus der Schule entlassenen Jugend, wobei die Frage für und gegen obligatorische Forlbildungsschulen eine vielseitige Beleuchtung fand. Wir glauben als einen Bericht von principieller Bedeutung noch denjenigen des Fabrikanten ß. <5 et) f färbt von Erefeld über „unsere Wünsche für die fernere Entwickelung des Volksschulwesens" mit einigen besonderen Worten hervorheben ,u müssen. Der Redner forderte die Gesellschaft auf, sich mehr wie bisher mit dem Volksschulwesen zu beschäftigen, er betonte die Nothwendigkeit eines Unterrichtsgesetzes, sowie einer energischen Durchführung des Schulzwanges und verlangte Unentgeltlichkeit des Volksfchulunterrichts, Vermehrung der Lehrerzahl, Verbesserung der Lchrergehalte und Beseitigung der Institution der geistlichen Schulinspectoren. Mit einer Dotation von 30—40 Mill JL könnte unsere Volkstchule zu einer Musterschule gemacht werden. Es sei jedock kein Zustand, der einem Cullurstaat entspreche, daß immer ein Kultusminister die Schöpfungen des vorhergegangenen ohne große Mühe über den Hausen werfen könne und daß somit die Volksschule die Schwankungen in den Ansichten des jewe-kigen Cultusministers mit durchzumachen habe. Mit besonderer Schärfe verlangte der Redner, daß der Einfluß der Kirche auf die Schule beseitigt und die Schulsrage im Geiste be5 Cultuikampses und im Sinne ber Liberalen gelöst werben müsse. — Einen allerbings nur theilweise ausweichenden Standpunkt nahmen zwei nichtpreußische Redner em. Zunächst betonte Oberbürgermeister Ohlv aus Darmstadt, daß alles dasjenige, was der Referent für Preußen wünsche, in Hessen-Darmstadt verwirklicht sei, daß dort sehr viel für das Lrchulwesen gethan sei und ein freier Geist auf dem Gebiete des Unterrichts walte. Richt nur der Schulzwang sei dort vollständig durchgeführt, sondern auch der Fortbildungsunterricht vom 14 -17. Jahre sei obligatorisch In ganz ähnlicher Weife führte Dr. Böhmert aus Dresden aus, daß man sich in Sachsen nicht nach preuß schen Schuleinrichiungen und auch nicht nach einem Reichsschulgesetz und nach Reichsschuldotationen sehne. Man habe in Lachsen den Ortsschulrath als wichtige locale Behörde, in welcher auch die Geistlichen in ber Regel kraft Auftrags bes Staats Sih und Stimme haben, ferner Bezirksschulinspectoren unb auch die obligatorischen Fortbilbungsschulen. Mit biesem Schulgesetz, bas auch bie finanziellen Verhältnisse ber Lehrer wesentlich verbessert habe, sei man in Sachsen zusrieben. In Sachsen seien auch nickt allein Liberale, fonbeui auch Conservative an ben Bestrebungen ber Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung mit betheiligt unb diese solle man nicht vor den Kops stoßen, ebenso warne er, die Schulfrage vom Standpunkt der preußischen Kämpfe mit dem Centrum zu behandeln unb bie Geistlichen etwa von ber Schule auszufchließen ober sie mit Mißtrauen zu betrachten. Der Geistliche sei in ben meisten Lanbaemeinden der einzige academstch g bilbete Mann unb müsse bafjer auch selbstverstänblick für die Mitarbeit tm Schulwesen gewonnen werden. Es gäbe auch zahlreiche protestantische und katholische Geistliche, welche sich schon freudig an ben Bilbmigsbestrcbungen mit betheiligen. Wie bie Schule burch Jugenbfparkassen bie wirtbsckaftliche Persönlichkeit des Kindes erziehen solle, so müsse sie auch die religiöse Persönlichkeit in's Auge fassen, unb nicht nur bas Wissen, sonbern auch bas rechte Können unb Wollen lehren. Die neuere Päbagogik lege nickt auf Kenntnisse, bie immer Stückwerk bleiben werben, sonbern auf Ausbildung bes Willens unb Characiers unb Herausbildung ber freien selbftstanbigen Persönlichkeit eines jeben Kinbes bas ftj S"» iSÄ* verwahre- Na Mth'gmde" Stdflf, K'L EÄ Sichen», ppnntrftaß,1 1) Die 2) liebt 31 ®e(u Mai 4) Untei 5) Die' 6) Dir 7) Sili b) Dir 9) Trsi 10) Grl, Mi 11) Gtsu Sch 12) Gesu 13) ®efw lieh 14) Dir 15) Dir 16) Dir 17) Dir 18) Kost' - Heu ivttkSbursche. ! Äxanfer vermißt in hiesiger Stal hakte beileibe ir vor, nur baS P - Sikt ersten Tagen be 'Concert veranstal fügung gestellt h< zu machen, mit Z'reck der Untns Zweckes willen geehrte Publikun Bremi Raffinerie ber ist von ben fib - Außer flu8 solgrnbrn £ O. nach W.) Bekai Donnersta Nachu Men die d m . Noch Arbeit in ber L Wnde G fliegen 5 1 Aanino, z^lbersch 0 annfiAS Di- Midttt b«ft EharacterS werde aber am besten durch religiöse Sdtnnunfl^Tlflnflt. Schule und Kirche müßten daher auf dem Gebiete d un g seiner hnh'n'frcblidHn R'de und BilbungSaufgoden bedürfe. Der Referent Seni^ardt b.6n U™ > nn b" ZU: ü o f « I < «lefttn. 22 No°-mbcr. I a gt i o r bn u n ß für bic Slablvcrorbnclcn-Sitzunß Tonnctftaa, ben 24. Novkmb.r 1881, Nachmittag» 4 Uhr: 1) Die Verpachtung der Gemeindejagd. 2) Uederlafsung städttfchen Geländes an den Sckutzenveretn. „ehe.UKmiÄ *n„ 3) Gesuch de» Gefelligkettsverein» Gleiberg um unentgeldltche Ueberlassung von Pflanzen u. f. w. 4) Untertrdtscde Lelegraphmlettung In 5) DI« Urberfchwemmungen in der Schwarzlach. 6) DI« Insel oberhalb der Lahnbrücke. 7) Straßmanlag» »wischen Neustadt und Wallthor. 8) Dir Schützenstraße. A\ affud) wegen Eröffnung der Bleichsiraße. 10) Geländraußtausch zwischen der Stadt Gießen und Dauunternebmer Hjeinrich 11) e.fu*ebt8 etaVontelHflmtra August b-tt. die U C8 Z-Z Wird das Zerkleinem für Füllöfen gewünscht, so werden hierfür 3 Pf. per Gentner berechnet. 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