»ng. u zu machen, daß tun. (482$ Uteri. eel° l‘fu. chen". ‘St**** «Äi*1 8S Mr- e ms-Werkstätte en- und Tele- kinn'chtungen, nden. sicher Artikel für Dampfkessel- Itik u. s. w. bin us meiner Gießerei hosphorbronze m in bester Waare n>ie jebe gcroünfcbtt vienung zustchc e, Graef. ach längerem wister Nr 168. Samstag den 23. Juli 1881. Kichener Anzeiger Anikl-e- nnö Amisblstt fit hm Kreis Gießen. irert«* i B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme bei Montag!. PretB vietteljährlich 2 Rar! 20 Pf. mit Vringer'ohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Äarf 50 Pj. Z>r»t/4l — Der Eisenbahnbau- und Betriebsinspector August Richter, gegenwärtig im Betrteb-amt Nordhausen thätig, folgt einem durch Vermittlung de- deutschen Au-wärligen Amte- an ihn ergangenen Rufe der serbischen Regierung nach Belgrad, um daselbst eine Stellung als Director der Eisenbahn.Lbthei- lung im serbischen Ministerium und Generaldirector der serbischen Eisenbahnen zu übernehmen. Demselben wird die Beaufsichtigung und Ueberwachung des an einen Generalunternehmer vergebenen Baues und Betriebe- der serbischen Eisenbahnen obliegen. Der betr. Vertrag zwischen der serbischen Regierung und Herrn Richter ist vor einigen Tagen abgeschloffen. Danach tritt der Letztere sein Amt bereit- mit dem 1. August d. IS. an. Andere Berufungen deutscher Techniker Seiten- auswärtiger Regierungen find, wie daS Central- Blatt der Dauverwaltunq mittbeilt, noch im Stande bet Dorverbanblungen. Berlin, 20. Juli. Wie in der Reichshauptstadt Wahlagitation getrieben wird, illustrirt nachstehender Bericht, welchen wir der „ftranff. Ztg." entnehmen. Es wäre traurig, sehr traurig, wenn dieses wüste Treiben der antUtberalcn Parteien in ben Provinzen Nachahmung fände: Im großen Saale der BerUner Bockbrauerei (am Tempelboferberg) fand gestern Abend eine von etwa 1800 Personen besuchte öffentliche Versammlung des .Socialen Reich-vereini- statt, iu der argen ein Eintrittsgeld von 10 -alle Freisinnigen deutscher Abstammung- Zutritt hatten. Man bemerkte in dieser Versammlung, in der in Folge des Umstande«, daß auf polizeilichen befehl alle Fenster geschloffen werden mußte, die Temperatur eine enorm hohe war, von bekannten konservativen Persönlichkeiten nur den Prediger Hapke. Liebermann, o. Sonnenberg, Dr. Bernhard Förster :c waten nicht anwesend- — Dr. Ernst Henrici, bei seinem Erscheinen mit stürmischem Beifall und Hochrufen begrüßt, eröffnet die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser. Alsdann äußerte.sich Dr- Henrici: Die vom „Deutschen Tageblatt- veröffentlichte Eandidatenlffte fff fetnetzwegtz die einzige Ursache der Scenen in der bekannten Mittwoch-Versammlung gewesen. ES war die« blos der äußere Anlaß. Schon lange vor der Veröffentlichung der Cand'datenlstte laa auf der Berliner Bevölkerung eine dumpfe «schwüle. Nur der Patriotismus bewog uns, bi- jetzt zu schweigen. Wir tharen dies mit Rücksicht auf die bevorstehenden Wahlen. Allein nach dem Vorgänge in der bekannten Mittwochsoersammlung, in der man selbst einen ehrendasten Manu eine" Lump genannt, hielten wir es mit unserer Würde nicht mehr für vereinbar, uns noch länger von einer Clique terrorffiren zu lassen. (Stürmischer Beifall.) Die konservative Partei, die sowohl da« Schlechte alS auch das Gute am Liberalismus bekämpft, die niemals zu einer Reform einen Anlaß gegeben hat (Beifall und Widerspruch), die hn Volke überhaupt keinen Boden hat, ist emüht, unsere nationale antisemitische Bewegung auszubeuten. (Beisall und Ausrufe der Entrüstung.) Fast fühle ich mich veranlaßt, ein derartiges Vorgehen einen jüdischen £u0 zu nennen. (Stürmischer Beifall und Lärm.) Ich wiederhole cS, es ist eine jüdische Handlungsweije, wenn man die Arbeitskraft und den Schweiß anderer Leute ausbeuten will. (Beifall und Lärm.) Gegen eine solche Handlungsweise werde ich stets mit aller Energie Front machen. (Beifall.) M. H. Wer war eS, der am 17. December v. I den jüdischen Anmaßungen enigegenttat? E« war die- ein Mann, der auS den Reihen der Liberalen hervorgegangen. (Rufe: Wer war das?) Henrici: Das war ich. (Rufe: Ruppel bat zuerst gesprochen/) M. H Ich frage Sie, ist die antisemitische Bewegung in Berlin eine co> servattve? (Rufe: Ja! Nein! Wir wollen blos die Juden auS Berlin rauShaden!) Unsere Bewegung ist keine konservative. Wir sind eine treibende und feine zurückhaltende Partei Wir wollen auf die Gesetzgebung wirken, daß die Judenstage gesetzlich gerege t werde. Ehe die- nicht geschehen, ist an Besserwerden unserer socialen Zustände nicht zu denken. (Stürmischer Beifall.) Nachdem Frhr. v. Minnigerode abgelehnt, habe ich, Herrn Prof. Dr. Wagner ausgenommen, persönlich gegen die aufgestellten Eandidaten nichts einzuwenden. Zch persönlich lehne jede Candidatur ab; ich halte es augenblicklich noch für nützlicher, auf der Tribüne der Volksversammlung als im Parlamente zu sprechen Herr Professor Wagner, der vor einigen Tagen in Erlanaen erklärte, er würde einer gesetzlichen Regelung der Judenfrage niemals seine Zustimmung geben, mag vielleicht der Meinung sein, durch sociale Reformen den Einstuß des Judenthums bnchen zu können; ich bin jedoch der Meinung, daß dies nicht ausführbar ist, denn wir können die jüdischen Richter doch nicht todtschlagen. (Ruse: Warum denn nicht?) Wir bedürfen in unserer Gesetzgebung Manner, die für die Reaelung der Judenfrage die Initiative ergreifen. Ich hoffe, wenn dieS geschehen, wird die konservative Part i die Zipfelmütze schon von den Ohren gezogen haben und für das Gesetz stimmen Wir wollen unS von keiner Pattet in's Schlepptau nehmen lassen, denn ein konservattver Lump ist r icht bester als ein fortschrittlicher Lump. (Beifall und Lärm ) Ist es nicht schon ein Mißstand, daß das Central'Wahlcomite für Berlin sich konservativ und die Wahlcomite's in den einzelnen Wahlkreisen sich antifortschrittlich nennen? Wenn jeder Konservattver Antisemit ist, wie behauptet worden, so ist dies noch nicht umgekehrt der Fall. DaS gefammte Parteiwesen hat dem deutschen Volke überhaupt großen Schaden gethan. Alle- Partet- wesen, ob konservattv, fortschrittlich, nationalltberal oder foctaldemokrattsch, hat zur Cliquewirthschast geführt. Wir können in unserem Parlamente nicht Leute gebrauchen, die von einer Part iclique ausgestellt sind. (Beifall und Lärm.) AlS wir dies dem sogenannten konseroatiren Central Wahlcomtte zuriefen, stoben die Herren mit langen Gesichtern auseinander. Die ^kons.-rvative Sache-, die man zu oertheidigen vorgibt, ist eine Phrase, mit der man feinen Hund aus dem Ofen lockt- (Stürmischer Beifall und Lärm.) Die Abgeordneten müssen in der breiten Maste des BolkeS stehen; das Volk und nicht eine abgesonderte Clique muß die Abgeordneten Vorschlägen Diese Cliquewittbschaft hat uns genötigt, die Ferien aufzuheben; wir wollen jetzt Versammlung auf Versammlung abhalten Mag uns das ^Deutsche Tageblatt- „anulfen", wir werden den Beweis liefern, daß daS deutsche Volk und vornamlich die Berliner Bevölkerung bereits mündig ist- (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) — Redacteur Eduard Krämer pflichtete den Ausführungen deS Herrn Dr. Henrici vollständig bei und schlug die Annahme folgender Resolutton vor: „Die Versammlung erklärt: „Es ist der Berliner Wählerschaft unwürdia. sich von irgend einer politischen Pattei ttßran- nisiren und sich Candidaten, gleichviel von welcher Seite, aufdrängen zu lassen. Die Versammlung hält eS für geboten, den Fürsten v. Bismarck für die in der Rede vom 2. April d. I gethane Aeußerung beim Wott iu nehmen und nur solche Männer in den Reichstag zu entsenden, die fähig und entschlossen sind, unentwegt nach recht- und links, für die Wünsche und Bedürsniste des deuffchen Volkes einzutteten.- — Faktor Weber mahnte zur Versöhnung. Die vom EDeutschen Tageblatt- veröffentttchke Cart- didatenliste sei noch feine feststehende. ES gebe auch sehr anständige Konservattoe; sehr viele von diesen haben die Petttton gegen die Juden unterzeichnet. Er beantrage: „Im Interesse der guten Sache sofort eine Deputation an da- konservative Centralcomite zu entsenden, die beauftragt wird, eine Versöhnung herbeizuführen.- (Beifall und Lärm.) — Dr. Henttci: Ich muß Herrn Weber ganz enffchieden widersprechen. Die veröffentlichte Candidatenliste ist durchaus authentisch. $4 habe mit dem fonservattven Centralcomite in Güte verbandeln wollen, dasselbe forderte mich jedoch aus, zu widerrufen, daß ich nicht fonservattv fei. (Rufe: hört, hott, pfui.) Ich wiederhole hier, es tft mir gleichgültig, ob der Lump ein Fottschttttler oder Konservattver ist. (Stürmffcher Bestall und furchtbarer Lärm. In einer Ecke des Saale- werden einige Leute unter Schlägen und Püffen und den Rufen: Raus! raus! mit den Jtzig's! aus dem Saale geworfen.) Henrici (fortfahrend): Die Lumpen und die Juden gehören in Einen Topf. Wir haben nicht nöthig, zu Kreuze zu kriechen; wenn die Conservattven etwas wollen, dann können fie zu uns kommen (Stürmischer Beifall.) Für die Versöhnung mit dem fonservattven Central-Wahlcomste sprachen noch Maurerpolier Körner und wiederholt Faktor Weber, gegen dieselbe, Kaufmann Wilhelm Pickenbach, der Redatteur de- „Apollo-, Louis Cunow, Buchdruckereibesitzer Ruppel und der früher zur Socialdemokratie gehörende Schuhmacher Schröder — Redatteur Cunow, der unter unendlich vielen anderen Verstößen gegen die Grammatik wörtlich sagte: „Das Deustchthum ist mir am Herz gewachsen-, bemerkte: „Der Krämer, der hier aufgetreten, ist doch ein anderer als der schwarze Cremer. (Ruf- Der schwarze Cremer ist ein echter Jesuit.') Cunow: Der schwarze (SremT hat immer zum Centrum gestanden — Die vorerwähnte, von Eduard' Krämer proponitte Resolutton gelangte schließlich gegen etwa 10 Stimmen (ein großer Theil der Anwesenden enthielt sich der Abstimmung) zur Annahme. — AlSdann erhielt noch Arbeiter Sendig das Wott: Ich bin bis auf einen Punkt, mit dem Dr. Henttci vollständig einverstanden; würde ich jedoch dieselbe Rede wie j=>err Dr- Henrici gehalten hab n, dann hätte man mich bestimmt morgen aus- aewie'sen — Vorsitzender Dr-Henrici: Ich entziehe dem Redner das Wort- (Stürmischer Beifall und Lärm. Rufe: Weiter sprechen! Redefrelheit! Socialdemokraten haben hier wchts zu suchen! ertönte es wirr durcheinander.) Da der Tumult immer größer wurde, so rief der beaussicht-gende Polizei-Osficier: Ich erkläre die Versammlung für auf- . ^löst Auch jetzt wollte der Scandal kein Ende nehmen. In den Tumult mischten , sich Hochrufe auf die Socialdcmokratie, die Antisemiten, Henrici rc. Es ertönte das | Lied: Deutschland, Deutschland über Alles", während am Ausgange des Saales eine arg« Hauerei stattfand. Erft der zahlreich aufgebotenen Schu, Mannschaft gelang es, »ach energischen Bemühungen der Schlägerei ein Ende zu machen und den Saal zu räumen — Die Vorstandsmitglieder dtskutiren noch lange eifiig mit dem beaufsichtigenden Polizei-Osficier, indem sie behaupteten, Dr. Henrici habe Die Versammlung noch vor der polizeilichen Auflösung geschlossen. Der Polizei-Lieutenant erklärte den Herren, er habe nicht des Tumultes halber, sondern weil Sendig Socialdemokrat sei, die Versammlung aufgelöst. j Oesterreich. Prag, 20. Juli. Der Senat der Prager Universität, der sich bereits in seinem an das Ministerium erstatteten Berichte dahin ausgesprochen hatte, daß die deutschen Studirenden nicht der geringste Vorwurf wegen der Prager Excesie treffe, veröffentlicht in der „Bohemta" nunmehr noch folgende Grklä- i rung: „Der akademische Senat der Karl - Ferdinands - Universität hält eS , gegenüber der mehrfach und selbst in öffentlichen Kundgebungen ausgesprochenen Beschuldigung, deutsche Studirende hätten durch ihr provocatorifches Benehmen die in der zweiten Hälfte des Juni in Prag und deffen Umgebung statrgehabten Exceffe verschuldet, für seine Pflicht, im Interesse der Wahrheit aus Grund der aus Anlaß der Kuchelbader Excesse vom 28. Juni durchgesührten Dtscipltnar.Unter- suchung zu erklären, daß die Haltung der deutschen Studirenden in Kuchelbad «ine in jeder Beziehung ruhige, anständige und in keiner Weise provocirende gewesen ist, was auch von den im DiSciplinar-Verfahren vernommenen czechi- schen Studirenden uneingeschränkt anerkannt wurde. Der akademische Senat muß aber auch erklären, daß seit Wochen vor diesem Exceffe von keiner Seite eine Anzeige wegen nächtlicher Ruhestörung oder wegen eines sonstigen gesetz. widrigen Verhaltens deutscher Studtrender an die akademischen Behörden ge- langt ist. Vom akademischen Senat: Kremer, derzeit Rector." — Achtung vor solcher Unparteilichkeit! ZirauLreich. Pari-, 19. Juli. Ueber die erfolgte Einnahme von Ssax bringt ein osfictöser Bericht Nachstehendes: „Am letzten Tage der Beschießung von Sfax dauerte daö Feuer ohne Aufhören 14 Stunden hindurch. Nachdem die Werke der Aufständischen der Erde vollständig gleichgemacht und ihre Geschütze zum Schweigen gebracht worden waren, begannen die Vorbereitungen zur Landung. Die Landungs-Compagnien der Schiffe Colbert, Friedland, Trident, Revanche, Surveillante, Reine Blanche, Gallissonniöre, mit Repetitionö-Ge- wehren (System Kropaschtk) bewaffnet und Gebirgskanonen von 80mm mit sich führend, stiegen in die Schaluppen, die von kleinen Dampfern nach dem Strande geschleppt wurden. Die Landung fand am 16. ds., um 2 Uhr Mor- gens, statt. Im Augenblick, wo die Truppen an's Land steigen wollten, würben sie von einem heftigen Gewehrfeuer Seitens der Araber empfangen, die sich hinter den Trümmern der Festungswerke aufgestellt hatten. Nachdem dieses erste Hinderniß beseitigt war, wurde der Kamps bis in die arabische Vorstadt fortgesetzt. Etnsehend, daß jeder Widerstand nutzlos sei, ergriff der Feind in Waffen die Flucht, indem er zahlreiche Leichen und einen großen Theil seiner Verwundeten zurücklteß. Das Oberhaupt des Ausstandes, Ben Halifa, soll sich unter den Todten befinden. Die Besetzung der Stadt wurde durch das Marschregiment des Obersten Jamais vervollständigt. Alle (Drellungen in der Stadt und selbst dem Weichbild wurden stark besetzt. Die ganze Verwaltung wurde in den Händen der französischen Armee concentnct Der Oberst JamaiS stellte außerdem den Eingeborenen folgende Friedensbedingungen: 1) Sofortige Auslieferung der Waffen und Munition aller Art, sodaß eine vollständige Entwaffnung gesichert wirb. 2) Stellung von Geiseln, die hauptsächlich unter den Leuten ausgewählt werden, welche als die Führer der letzten Bewegung erkannt worden find. 3) Bezahlung einer Kriegsentschädigung von 15 Millionen unter dem Vorbehalt einer späteren Genehmigung dieser Ziffer durch die französische Regierung. 4) Der französischen Behörde müssen alle Transportmittel, wie Kameele, Pferde, Maulesel und Esel zur Verfügung gestellt werden; Requisition der zum Unterhalt des Landungscorps und des HülfSdienstes nothwendigen Lebensmittel aller Art. 5) Verantwortlichkeit der Bevölkerung für den Fall der Zerstörung der telegraphischen Linien, wie überhaupt für jeden collecttven oder individuellen Angriff gegen die Sicherheit der französischen Armee. Teltgraphischr Depeschen. tBolfft telefit. Ctttefpp*>e*i*e»8ean Gastein, 21. Juli. Se. Majestät der Kaiser erfreut sich des besten Wohlseins, nahm gestern und heute das Bad und machte gestern Nachmittag eine Ausfahrt. Heute promenirte Se. Maj. der Kaiser m den Schwarzenberg- Anlagen. Kiel, 21. Juli. Wegen des Auftretens der Lungenseuche in Dänemark ist die Ein- und resp. Durchfahrt von aus Dänemark kommendem Rindvieh für Schleswig-Holstein verboten worden. Zürich, 21. Juli. Ferdinand Keller, der Entdecker der Pfahlbauten der Scvweiz, ist heute, 81 Jahre alt, hier gestorben. Prag, 21. Juli. Der zum Leiter der Statthalteret ernannte Feld- marschall-Lieutenant v. Kraus empfing den Landesausschuß und erwiderte auf die dabei an ihn gerichtete Ansprache, er spreche als österreichischer General, der hier überhaupt keine Politik, am allerwenigsten aber eine Partetpolittk zu treiben berufen sei. Er bringe beiden Nationalitäten gleiche und nur wohlwollende Gefinnungen entgegen, die bestehenden Gesetze seien ihm die alleinige Richtschnur für die Beurthetlung des nationalen Suum cuique, welchem er im wahren Sinne des Wortes huldige. Als treuer Dolmetscher der von der Regierung, wie an maßgebendster Stelle gehegten Wünsche sehe er es als seine erste und wichtigste Aufgabe an, die aufgeregten Gemüther zu beruhigen und ein brüderlich einträchtiges Zusammenleben der beiden Nationalitäten des herrlichen Landes anzustreben und zu erzielen. Die deutschen und die böhmi- scheu Landesbewohner, welche sich als Oesterreicher fühlten, würden gegen irgendwelche feindselige Akte den vollen Schutz der Regierung finden; Vor- fällen aber, welche aus der planmäßig erzeugten und genährten Begriffsver- , wirrung darüber entständen, daß dies nationales Recht sei und was in der That Parteitreiben sei, werde er objectiv, aber auf da- Strengste entgegentreten. Feldmarschall-Lieutenant v. KrauS schloß seine Rede mit der nochmaligen Versicherung, daß er sein Amt stets gleich gerecht für beide Theile verwalten werde. Rom, 21. Juli. Der „Agenzta Stefani" zufolge beabstchttgt die italienische Regierung an die auf der Pariser Mü izconferenz vertretenen Mächte ein Memorandum über die gegenwärtig mögliche Lösung der Münzfrage zu richten. Der Delegirte Italiens bei der Münzconferenz, Lubatti, dürfte mit oei Abfassung dieses Memorandums betraut werden. Petersburg, 21. Juli. Der „Regierungsbote" veröffentlicht einen Befehl des Kaisers, wonach die gegen Jesse Helsmann erkannte Todesstrafe auf Grund eines eingereichten Begnadigungs-Gesuches in lebenslängliche Zwangsarbeit umgewandelt wird. (Wiederholt, weil nicht in allen Nummern des gestrigen Blattes enthalten). Lokale-. Gießen, 22. Juli. Sine ungetreue Lauffrau, welche sich öftere Aneignungen von Waaren tn einem Leinengeschäfte zu Schulden kommen ließ, wurde gestern Morgen auf frischer That ertappt. Sine bei ihr In der Wohnung vorgenommene Haussuchung förderte eine große Anzahl gestohlener Sachen zu Tage. — Am Mittwoch Abend entfernte sich von hier ein junger Barbier unter Mitnahme eines halben Dutzend Rasirmefler, welche dem Principal gehörten. Da ersterer nebenbei sich mit Uhrmrcherei beschäftigte, hieß er auch eine Anzahl Uhren, welche er zur Reparatur erhalten halte, mitgehen. — Ein Taglöhner stahl gestern auf einem Baup'.atz einem Maurer ein Paar Stiefeln Bei einer heute Morgen auf der Polizeiwache vorgenommenen Recherchirung versuchte der Beschuldigte zu leugnen, es glückte dieses jedoch nicht, weil er — die Stiefeln an den Füßen hatte. Vermischtes. Schotten, im Juli. Es ist eine häufige Erscheinung, daß, je stiefmütterlicher die Natur anscheinend ein Land behandelt hat, seine Bewohner um so mehr an der Heimath hängen, weil diese eben doch wieder Reize aufzuweisen hat, welche andere, gesegnetere Gegenden entbehren. In gewissem Sinne könnte man das Gesagte auch auf unseren Vogelsberg anwenden. Sind die klimatischen Verhältnisse auch keine günstigen, müssen deshalb dem an und für sich fruchtbaren Boden die Erträgnisse nur mit großer Mühe und Arbeit abgewonnen werden, so schätzt doch der Vogelsberger seine Bergeshöhen, die lieblichen Thälchen und Wiesengründe hoch. Und er hat hierzu allen Grund. Hohenrothskopf, Taufstein, Geiselstein und Bildstein sind Punkte die eine hervorragende Fernsicht gewähren, mag man den Blick schweifen lasten in die Gegenden des Wesergediets, nach den Rhön- und Thüringer Bergen, oder nach den Höhen des Taunus und in die Wetterau. Mancher Tourist wird die Richtigkeit dieser Bemerkung freudig bestätigen. Vielen aber sind die Schönheiten unseres Gebirgs noch unbekannt. Dem soll indessen abgebolfen werden; es hat sich kürzlich in Schotten unter dem Namen „Vogelsberger Höhen-Club" ein Verein gegründet, dessen Zweck, wie seine Statuten besagen, dahin geht, einestheils den Besuch des Vogelsberges zu erleichtern und annehmlicher zu machen durch Aufstellung von Wegweisern, Verbesserung der Gebirgswege, Herstellung von Aussichtspunkten und Ruheplätzen, sowie durch Ausbildung von Fremdenführern und Einwirkung auf Verbesserung der Gasthäuser, anderntheils die Kenntniß des Gebirgs in naturwissenschaftlicher, historischer und topographischer Beziehung zu befördern und durch Vorträge, gesellige Zusammenkünfte und gemeinschaftliche Excursionen, überhaupt durch Wort und Schrift das Interesse für das Gebirge anzuregen und zu erhalten. Der Verein setzt sich durch Zweigvereine aus den Hauptorten des Gebirges und dessen nächster Umgebung unter der Bezeichnung Sectionen zusammen. Wir begrüßen die Gründung des Vereins mit Freuden, halten es für Pflicht, auf sein Bestehen auch auf diesem Wege für weitere Kreise aufmerksam zu machen und fügen noch die Bemerkung bei, daß der Verein schon jetzt viele Mitglieder zählt, und daß der provisorische Ausschuß, bestehend aus den Herren Postverwalter Cellarius, Oberamtsrichter Fresenius, Steuercommissär Klingelhoffer, Oberförster Stirn nnd Rechner Wolffchmidt, zu jeder Auskunftsertheilung und Uebersendung der Statuten mit Vergnügen bereit sein wird- Hanau, 18. Juli. Heute fand die erste Feriensitzung der Strafkammer des hiesigen Landgerichts statt- Verhandelt wurde die Anklage gegen den 26 Jahre alten Referendar Hugo Goldschmidt aus Gelnhausen, z. Zeit in Frankfurt a. M, Israelit, wegen Zweikampfes mit tödtlichen Waffen. Die Staatsanwaltschaft war vertreten durch Herrn Staatsanwalt Sporleder, als Verthcidiger fungirte der Onkel des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Kunreuther aus Gotha. Der Angeklagte erklärt, er habe f 3 als Student in Marburg sein Dienstjahr als Einjährig-Freiwilliger bet dem Jäger-Bataillon absolvirt und sei mit der Qualifikation zum Reserve-Offizier als Oberjäger entlassen worden. Ende Juli v. Js. sei er zur Ableistung einer Hebung in Hersfeld bei dem Füsilier Bataillon des 32. Infanterie-Regiments eingetreten und habe dort einige Hebungen im Regiment und dann im Manöver das Brigade-Exerziren mitgemacht. Während des letzteren sei ihm mitgetheilt worden, daß der Lieutenant von Kaphengst als souragierender Offizier zu Unteroffizieren und Gemeinen, deren letzterer Vorgesetzter er doch gewesen, geäußert habe: „Für die Reserve-Unteroffiziere sorgt für gute Quartiere, für den Judenjungen aber ist's nicht nöthig." Da er der einzige Israelit unter seinen Kameraden gewesen, hätte er die Aeußerung natürlich nur auf sich beziehen können. Sofort nach seiner Entlassung aus dem Militär- verhältniß habe er Kaphengst durch den sind math. Schindler eine Piftolensorderung zustellen lassen, einer dienstlichen Beschwerde seien förmliche Hindernisse entgegengebracht worben, außerdem habe auch der erstere Weg seinen und in seinen Gesellschaftskreisen herrschenden Anschauungen mehr entsprochen. Zwischen den Kartellträgern, Premier- üeutenant Wagner von Kassel und stud. math. ecbinbler sei dreimaliger Kugelwechsel bei 15 Schritt Distance vereinbart wurden. Als Waffen wurden glatte Pistolen mit Visiervorrichtung, welche Premier-Lieutenant Wagner besorgte, benutzt. Das Duell fand im Lamboiwald bei Hanau statt. Beim ersten Kugelwechsel wurde Lieutenant Kaphengst von mir in der Hüftgegend verwundet, während mir seine Kugel vor dem rechten Fuß in die Erde schlug. Die Forderung war von Kaphengst nicht sofort angenommen, sondern wahrscheinlich erst dem Ehrenrathe unterbreitet woiden, der bei dcm Duell durch Hrn. Hauptmann Lenz von Meiningen revrafentirt war. Kaphengst nahm in einem Schreiben an Goldschmidt das Duell an, mit dem Bemerken: „ich bin nunmehr bereit, Ihnen Satisfaktion zu geben, aber wenn, bann grünblich unb nicht »um Spaß." Staatsanwalt Sporleber konftatirt, baß Golbschmidt bas glaubhafte Geftänbniß gemacht, infolge ber ihm zugefügten Beleidigung den Lieutenant Kaphengst zum Zweikampf herausgefordert unb bei bemfeiben verwunbet zu haben. Die Verletzung sei zwar eine erhebliche, andererseits die Beleidiguna, welche zur Herausforderung geführt, eine besonders scharfe und schwere, die Goldschmidt gewissermaßen zum Duell genöthigt habe. Er beantrage in Folge dessen gegen den Angeklagten wegen Vergehen gegen S 205 Stt.-G -B- die niedrigste Strafe von 3 Monate Festung. Nach längerer Berathung erklär e der Gerichtshof den Referendar Hugo Goldschmidt für Schuldig des Vergehens des Zweikampfs mit tödtlichen Waffen und verurtheilt denselben auf Grund des $ 205 des Str.-Ges.-B. in Anbettacht vessen, daß das Duell durch eine schwere Beleidigung des Lieutenants Kaphengst verursacht, unter den hergebrachten Regeln ausgefochten, ohne daß besonders geschärfte Bedingungen geltend gemacht wurden, aber in erschwerender Berücksichtigung, daß Kaphengst heute noch an ber zugefügten schweren Verletzung darniederliegt, zu 4 Monaten Festung unb Tragung ! der Kosten bes Verfahrens. Kaphengst ist bereits vor längerer Zeit von bem Militär-' gericht zu brei Monaten Festung verurtheilt worben, boch unterliegt bieses Urlherl noch . ber kaiserlichen Bestätigung. Jebenfalls wirb betreibe auch biefe Strafe nicht verbüß-m i können, ba, so viel uns bekannt, fein Zustanb ein berarttger ist, baß, falls er noch mit bem I Leben davonkommt, er boch zeitlebens ein Krüppel verbleiben wirb. Nrainz, 19. Juli. Der „M. A." schreibt: Die Mittbeilung, baß auf Antrag ber Staatsanwaltschaft in Bingen ein Keller mit 150 Stück Wein gerichtlich mit Be- ; schlag belegt worben sei, nachdem die Polizei vorher von dem Wein Proben entnommen hätte, können wtt nun auf Grund genauester Information dahin vervollständigen, daß dieser Wein einer der ersten Firmen in Rüdesheim gehörte. 'OUt IOm Donnerstag d, VvMtUtzS soll bk mit Rathhaui auf m öffentlich tu wkrden. Der U wnrkuogStemhkid A-ld und HO StMelm, den 22^__Hirtz Wie wir 1 bestätigt wirb, 1£ Sieben gegen welken krön en nicht umbin * nicht willen M Lehrern doch H in feinem preisB Dort heißt E nam bem VMeben h geordnete Lheitnov Eltern, welche nid) der härteste (W Lehrer unb StM gehalten lafltn. ) bestehenben Festen schlingen, welches muß. Dos Sprol *) In einer Korporationen und 1 sMn. Die Lehrer feien >oita Das Konkurs Vermögen des I von Nonnenroth dem Vergleichste 1881 angenomx durch rechlskräs 30. Juli bestäti, fltbüben. Hungen, den. Troßherzoj gez. j «) Bier üRaini-f. w'V," wei 2lfi «'•’J , J634) Der bei KLr «'N iS >,< " Si” । °°!chl°g, iS '^Wdtbot ’ ,r” auf fnitn U"1 'S-dn.. H.% »'* ,, J ^ntt nrbenbki fi- ,x r:bflttri 'Wtwng v^»Lu ttr - blt 6twfdn en 0,, » 5^‘lidjt it». J auf 4u®tnfn tti S- daß, it stiefmütter- Mnrr um so mehr an >sen hat, welche andere, man da4 Gesagte auch Verhältnisse auch keine Boden die Erträgnisse chätzt doch der Vogels Ünbe hoch. Und er ha! d Lildstein sind Punkle ! schweifen laffen in die Beraen, oder nach den ird die Richtigkeit dieser n unseres Gedirgs noch sich kürzlich in Schott: ^gründet, desien 3M, ich des Bogelsberges p, x Wegweisern, Verbene- Ruheplätzen, sowie durä >esserung der Gasthäusr er, historischer und top: ige ZusammMnste ur: Schrift das Znteresi'e f-r durch Lweigoereine auf unter der Sezeichnur: ns mit freuten, bahr, tert Kreise aufmerhmr. n schon jetzt viele IRu as den Herren PvMr- linjtWr, ObtrfOTfto j md Uibtrimlune bc in fort 6tv«ft™mir In bm L 3«»“, jrantjurt a. M , I iotIW »«r i«W \ rte d-r OnM bl81”i; geklagt- irflart, er i-, , L^retoM« b“ b2 um fReftTDeiOmJ1« •“ ileiftung einer Uebuns J nfß emaetreten und K ■‘■"Vä E die Reser°^"s "L'g nicht nöthtg er bit81*Ä SiKr SL-s-r -ld-n £ “ s* I1'JKurte Üieut-"1; vech " ; AUflel vor te- Nir sem % sofort fi SSM «Atz •äs«* äSS'tfs Säüi*. SKÄ-" „bti- ba6 °utA ttbeilU^chtli^^s- SLeinLL« aHe'nLllsDS'^ »üe Ma ivz, 20 Juli. Heute Abuid hatten wie wieder ein heftiges Gewitter, der 8li| cfclug tn ein Haus in Hockheim ein und zündete. Das Fnier batte eine ziemliche Ausdehnung angenommen, renn von hier aus konnte der Brand lange beobachtet werden. Mainz. 21. Juli. Das Gewitter, welches gestern Abend, aus Lüden kommend, über unsere Stabt zog hatte eine sehr groß« Ausdebnung angenommen; besonders im Nassauischen hat dasselbe furchtbar gewürhit. von dem Quinttnsldurme aus konnte mau sieben Feuer wahrnebmen, welche tn Folge Einschlagen« des Blitzes in den verschiedenen Ortschaften entstanden sind In Hochheim sind drei Gebäude in Aiche gelegt worden, ebenso konnte man einen Brand tn Dickert wahrnehmen. In den Blitzableiter des Qutnttnthurmes ist der Blitz tn einem Zeitraum von 5 Minuten dreimal eingefahren. (Eingesandt. Wie wir hören und und auch durch eine Notiz im gestrigen „Anzeiger^ bestätigt wird, so haben viele der Herren Lehrer an den hiesigen Schulen sich entschieden gegen die Abhaltung eines Iugcndfestes in diesem Jahre erklärt. Aus welchen Gründen die- geschehen, ist uns nicht bekannt geworden, dennoch können wir nicht umbin unsere Verwunderung darüber auSzudrücken. Sollten diese Herren noch nicht wissen oder schon vergessen haben, waS der verdienstvolle und von deutschen Lehrern doch so gerne alS Autorität gepriesene verstorbene Seminardirector tturtmann in seinem preisgekrönten Werke: „Tie Schule und da« Leben" über Iugendseste sagt? Dort heißt eS nämlich in dem Capitel, welches von der Verbindung der Schule mit dem Volksleben handelt: „$int noch wichtigere Rolle haben die Kinderfeste, oder die geordnete Theilnabme der Schule an Volksfesten zu spielen TS giebt feine so rvhen Eltern, welche nicht durch die Freude ihrer Kinder für die Schule zu gewinnen wären, der härteste Eigensinn schmilzt an der Sonne der kindlichen Heiterkeit. Da, wo nun Lehrer und Schulvorstände sich die Mühe nicht verdrießen, oder von falscher Scham nicht abhalten lasten,*) an der Spitz: der Jugend eigne Feste zu veranstalten, oder den bestehenden Festen beizuwohnen, da wird sich bald ein Band um Eltern und Lehrern schlingen, welche- der Schule Ansehen und Wirksamkeit in gleichem Grade verstärken muh. Da- Sprödethun der Lehrer bei solchen Gelegenheiten hat schon viel Schaden •) In einer bedeutenden Stadt sollte kürzlich ein Jubiläum gefeiert werden, wobei alle Eorporationen und Behörden, auck die Schulen mit ihren Lehrern an der Spitze aufzieheu sollten. Die Lehrer des Gymnasiums weigrrten sich aber, well sie nicht Schulmeister sondern „Gelehrte^ seien. geftlfM, und zu dem Urkhril. sie seien dünkelhasie Menschen, viel btigetraaen. D-b sich mtL,02&n ""lche auch die erwachsene Zugcnb umsasscn können und sollen patriotische Er,icdun,4,wecke (welchen ich nicht geringe Wirkung beilege) verbinden lasten, sieht man leicht ein; hier bandelt eS sich nur um die Gewinnung de« Publikum« lur Schulzwecke und um Aufstellung von Lichtpunkten de« Schullebenü welche in dem Gedächtnih der Jugend fortleben*. Ein -reund der Jugend. Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde juGietzen. Gottesdienst: Sonntag, den 24. Juli: Morgens $M/i Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Feier des heil. Abendmahls. fAatechismuslehre mit der eonfirmirten weibl. Jugend.) Nachmittags 2 Uhr: Dr. B u ch h o l d. Die Pfarrgeschäfte für die Docke vom 24. bi« 30 Juli besorgt Pfarrer Dr Naumann. Kandel und Verkehr. Frankfurt a. M, den 22. Juli, Nachmittags 1 Uhr 30 Min. (Telegr. CourSbericht. Mitgetheilt durch da« Bankgeschäft Alben Kaufmann in Gießen.) Eredit- actlen 317s/ß, StaatSbahnactien 307'/8, Galizier 285, Oest. Silberrente 68‘/4, 4-/» Ungar. Goldrente 79%* 4% 1880er Rusten 75V<, 2. Orient-Anleihe 60’4, 5% Rumänische Allgemeiner Anzeiger. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Johannes Zimmer von Nonnenroth wird, nachdem der in dem Vergleichstermin vom 20. Juli <881 angenommene Zwang-verzleich durch rechi-kräftigen Beschluß vom 20. Juli bestätigt ist, hierdurch auf» gehoben. Hungen, den 20. Juli 1881. Großherzogl. Amtsgericht, gez. Krauß. 4839) Bierau, Genchtöschretber. Iassdiirrpachlung. Donnerstag den 28. Juli d. I., VormuragS um 11 Uhr, soll die mit Jagdaufgang der Gemeinde Steinhetm zustehende Jagd auf hiesigem RathhauS auf weitere 6 Jahre noch« mal- öffentlich melstbietend verpachtet werden. Der Flächengehal: der Ge« markungStemhelui beträgt 400Hectaren Feld und 140 Hectaren Wald. Steinheim, den 19. Juli 1881. Großh. Bürgermeisterei Steinheim. 4808) Hirtzinger. Bekanntmachung. 4851) Nachdem der Termin zur Abfuhr de- in den Gießener Stadt» Waldungen für das Erndtejahr 1881 versteigerten Holzes abgelaufen ist, werden die Steigerer des noch nicht abgefahrenen Holze- aufgefordert, die Abfuhr deffelben in den nächsten 14 Tagen zu bewirken, indem nach Ablauf dieser Frist gegen die Säumigen Anzeige erhoben werden wird. Gießen, den 21. Juli 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __ Ä. 93 r a tn m. Jlhifjlnmerfiaiil. Die dem Großherzoglichen House — Familieneigenthum — gehörige sogenannte Steinkautenmühle in der Gemarkung Bellmuth, bestehend aus Wohnhaus, Mühlenbau mit Einrichtung zu zwei Gängen, Scheune, Backhaus, Stallungen und Hofraum laut Grundbuch Flur III Nr. 4 — 225 qm, nebst daranliegender Wiese, Flur III Nr. 7 = 1744 qm und Acker Flur III Nr. 3,3 = 912 qm (Nebenlieger Adam Heß, August Karl I., Anam Karl, Konrad Fayh — sammtlich von Bellmuth, — das Großh. Haus — Familieneigenthum — und Konrad Weber von Ranstadt) soll Montag, den 25. Juli, Vormittags 11 Uhr, an Ort und Stelle nach den Formen des Domanenveräußerungs- gesetzes vom 2. Juni 1821 öffentlich meistbietend verkauft werden. Feilgebotenes. 4830) Eine noch in gutem Zustande befindliche Kelter, sowie sehr gute (Kinmacbfaffcr ln aUtn ®,36 von Owen. 2. Theil. 5) Ouvertüre zur Oper „Rienzi" von Wagner. 6) Wiener Blut. Walzer von Strauß. 7) Cavatine für Posaune a. d. Oper „11 Bravo“ von Verdy. 8) Fantasie 3. ThetL 9)^Füsilier-Marsch von ttrauße. 10) Ouvertüre z. Operette „Die Gecken von Corneville" von Planquette. 11) O iah i* auf der Haide dort! Duett von Mendelsohn. Solo für 2Trompeten (Hr. Haase und Krapp). 12) Marsch- Potpourri von E. Bach. l48 0 Anfang 8 Ihr. Entree 30 Pf» PostillmpMfffalirt von BREMEN Berlin, Gesetz btttite bei Form und mit vorgelegt melden, les Innern conse tenfienten dieses die Anwejenheit drs Bfgründers gtsetzgtb rischen 9 «n Reicht amt bei Lttsicherungswesi eines Ge'etzeS üb nur be\- Fabrikat! Adolf Wagner zi lediglich ükatemisi l'chm Meinung gerade jetzt erjchie Berlin, 2. der in der Bekann gende Bestimmung In Bezug« und den dem Wel Fristen zu b* Marken find auf i vvbeschrikSkn ist, u S dm l-tzten o'nkrn nicht beich Misch, il[ Rückseite d,j V ?nl unteren Ni'd»sch„,i„ fi“" fl'MBer j™ inldnb^en 3 bn i r'ta »Ä’l dni?str unb bQ61. ®n‘rt * "■i-te . 6Uia ?8Mu,9(^etun Hfl«» L*,ut yi ö ft.» »s* WN ‘ NWJe' Dienstmädchen 9 SMerSwcg C. 194. Asterweg gegenüber. 4810) __ Ein BierM'f-Apparat billig zu verkaufen. Näheres in der Expedition ds. Bl. (4o4v Pfennigfparkaffe zu Gießen. An unfere Mitbürger! Seit Anfang dieses Monats ist unsere Pfennigsparkaffe in'S Leben getreten. Schon in dieser kurzen Zett ihres Bestehens hat sie ihre Lebens- fähigkett in überraschender Weise dargethan und sich als eine höchst segensreiche Einrichtung erwiesen. Die Zahl der Einleger und der Einlagen ist von Woche zu Woche stetig gewachsen. Die Gescmmtsumme der Einlagen beträgt jetzt fast 800 Neben die Einzahlungen von Kmdern aus wohlstehenden Familien tritt in immer fortschreitendem Maße der Sparpfennig des Arbeiters, der es immer mehr würdigen lernt, wie ermuthigei.d, wie ehrenhaft eine solche Borsorge für die Zukunft, die hier ohne große Opfer ermöglicht wird, ist. Um dieses Resultat zu ermöglichen, haben wir aber nicht unbedew tende Aufwendungen machen muffen. Die Kosten für die Herstellung der Büchelcken, der Marken, der Geschäftsbücher, belaufen sich auf ca. 600 JL Es würde die ganze Wirksamkeit der Psennigiparkaffe geführten, wollten wir diese Summe auf die Schultern der Sparer abladen und von ihnen Vergütung verlangen. Bei dem großen Jntereffe, welches die Pfennigfparkaffe allseitig unter der Bewohnerschaft unserer Stadt gefunden, rechnen wir vielmehr darauf, daß die Wohlhabenden unter ihnen uns ihre Hilfe zur Deckung der entstandenen Kosten willig leihen werden. Eine solche werkthätige Theilnahme wird sicherlich zur Ermuthigung der Unvermögenden dienen und sie noch mehr antreiben, die ihnen gebotene Gelegenheit zur Selbsthilfe treulich zu benutzen. Wir wenden uns daher an unsere Mitbürger mit der vertrauensvollen Bitte, unS zur Begründung eines Fonds, welcher den Zweck hat, die Beschaffung der Marken und die unentgeltliche Lieferung der Sparbücher jetzt und in Zukunft zu ermöglichen, Gaben zuzuwenden. Wir werden uns erlauben, zu diesem Behuse durch Herrn Beil eine Sammelliste circuliren zu lassen. Abrechnung wird später in dem „Gießener Anzeiger" und in den „Oberhessischen Nachrichten" erstattet werden. Gießen, den 20. Juli 1881. Das Curatorium. Häckselschneid-Maschinen in 16 verschiedenen Sorten von 50 JL an, IrnchtreinigungsMaschinen für 3 Sorten Frucht von 60 JL an, IüUchkPUNlPtN, verbesserte, von 38 Jt an, sowie Schrotmühlen, Kübenschneider, Viehkrippen, Wasserpumpen empfehlen in bekannter Güte 4841) Sandform r auf Baugußstücke zum sofortigen Eintritt gesucht von Remy K Rcifenrath 4835) in Herborn. 4833) Gesucht eine schone Wohnung von 4—5 Zimmern von einer ftiüen Familie. Näheres in der Exped. d. Bl. Verloren. 4790) Auf dem Weg von Gleiberg nach Gießen ist ein Theil eines Opernglases verloren worden. Dem Wiederbringer in der Exped. ds. Bl. eine Belohnung. Tüchtige Dreher gesucht. Maschinenfabrik von 4840) Wilh. Momma, Wetzlar. 4772) Em Mädchen, .welches kochen kann, gesucht im „Darmstädter Haus". Grabschriften werden dauerhaft neuoergoldet zu den billigsten Preisen. «j, p. Ritsert, Vergolder, 4254) Wallthor A. 156. | F. F. ^Abfahrt nach Friedberg: Sonntag Morgen- 650. Bermiethungen. 4854) Zwei schöne Zimmer unmöblirt zu vermiethen. Maiklstraße D- 217 " 4848) Frankfurter-Sttaße 28 t der untere Stock zu vermicthen, bestehend aus 8 Zimmern allem Zubehör und Bleichplatz. Auf Wunsch auch Pferdestall. 4846) ^Möblirtes Z.mmer mOabinet zu vermiethen. Seltersweg E. 46, 2._©t. 4735) Eine Stube vermiethet Volp, Lindengasse. _______ 4428) Frankfurterstr. E- 3o ist eine Wohnung, 6 Zimmer, Küche rc., im zweiten Stock, sowie 1 Zimmer nut Möbeln im brüten Stock zu vermiethen und 1. Oktober c. zu beziehen. Nie-, Oberaütermspector. 4824) Zwei Familienwohnungen zu vermiethen bei Wilhelm Lange, Bäcker. 4811) In meinem neuerbauten Hause zwei geräumige Wohnungen mit vier großen Zimmern, «Üche mit Wager- leitung, Keller, Waschküche, Kammer u. s. w. bis zum 1. September zu ver- miethen. Bürstenmacher Winter. 4800) Einige Logis von 2-4 Zimmern sind zu vermiethen und können alsbald bezogen werden. Näh. durch Z. Blitz. ~4526)~ Läden^mit oder ohne Logis per 1. August zu vermiethen. 4525) Die von Herrn Gutbub inne- gehabte Wascherei mit Logis bls 1. Ott. zu vermiethen. Christian Loder I. Ww., __Neustadt Lit. D- 201. 2987) Remise, auch als Lagerraum geeignet, zu vermiethen. Frau A. Loder. Arbeiterinnen werden noch angenommen bei 4837) August Schlesinger. Neues Heu sucht in guter Qualität Gabriel Rosenthal, Butzbach, Billets OB