Freitag den 21. Oktober 1SSI Nr. 24S Erscheint tÄglid) mit Ausnahme bti Montag» 9”8 ' 9 * w 16 20 16 16 S 1 t in oennUtb Sclt-rsb-rg den, ?^8urst ftrei» otrrtrfilbTflil » Warf 20 PI. mit Cnngrrk'm. Durch die Post bezogen viertel jährlich 2 lÄarf 50 P. Deutschland. Darmstadt, 19. Oktober. Se. König!. Hoheü der Großherzog haben Lllergnädrgst geruht: *- Am 28. Septbr. b. J-. den Zeichner bei dem Zeichenbureau der Abthei- lung für Bauwesen des Ministeriums der Finanzen, Baumeister J^cob Meinrad Bavrer zu Darmstadt, auf sein Rachsuchen in den Ruhestand, sowie am 1. Oktober d. IS. den HauptsteueramtS Assistenten erster Klaffe bei dem Haupt» steueramte Offenbach. Rad Gegenbach, in gleicher Diensteigenschast an baS Hauptsteueramt Mamz zu versetzen; an bemselben Tage ben HauptsteueramtS-Asfistenten erster Klaffe bei dem Hauptsteueramte Darmstadt, Johannes Rippert, zum ReviftonScontroleur bei diesem Amte, die HauptsteueramtS-Asfistenten zweiter Klaffe, Karl Schmidt, bei dem Hauptsteueramte Offenbach, Wilhelm Stautz bei dem Hauptsteuer, amte Mawz und Khristian Saßmannshausen bei dem Hauptsteueramte Worms zu Hauplsteueramts»Asfistenten erster Klaffe, den Steuerauisther Martin Jung zu Mainz, sowie die Fmanzaipiranten Sebastian Treu sch auS Bocken- rod und Adam Ofenloch aus Bürstadt zu Hauptsteueramts - Assistenten zweiter Klaffe bei den Haupisteuerämtern Offenbach, bezw. Worms und Mainz, -u ernennm. m Darmftadi, 19. Oktober. Ter 24. Landtag des Großberzogthums Heffen ist soeben, Vormittags11 Uhr. von Seiner Königl. Hoheit b:m Groß Herzog mit folgender Thronrede eröffnet morden: .Meine Herren Stände! Es gereicht Mir zur großen Freude Sie zur Eröffnung des neuen Landtags um Mich versammeln und Sic persönlich willkommen beißen zu können. . Die Aufgaben, welche Sie auf diefem Landtage erwarten, werden wesentlich d'.e Verbesserung unserer Gesetzgebung, insbesondere auch der Stempelfteuergesctzgedung und die Pflege bestehender, sowie die Begründung neuer, nützlicher LtZatseinnchtungen zum Ziele haben und es werden Ihnen von M.iner Regierung mehrere hierauf gerichtete Vorlagen gemacht werden. Zunächst wird Ihnen nun ein Gesetz - Entwurf über die Enteignung von Grundeigenthum vorgelegt werden, welcher das bestehende Recht der Zwangs- cnteianung mit den veränderten Verkehrsbedürfniffen in Einklang dringen soll. Zur Ausführung einer Bestimmung in dem auf dem vorigen Landtag vereinbarten Gesetz Arbeiterfcbutz und Tabaksmonopol. Dir soclalpolttischen Projekte, welche baä deutsche Wirihschast-lebcn erfüllen, schreibt blt „Social-Corrrsp.', haben ben Zweck, ben Arbeiter gegen Unfall ober Roth Im Älter ju «Lützen. Wichtig«! al« bles.r Schutz In btr Zukunft, Ist ble örbalhmg unb Förderung btt Lage de« Arbeiters in brr Gegenwart. Wer wirklich Ärbeil hat unb behalten kann, sollte in einer Zeit, in bit so viel Menschen ohne Arbeit finb, nicht auch noch besürchieu müssen, broblos zu wrtben. Die gegenwärtige Lage von Hunderttausenben erwerbt fähiger Männer unb Frauen unb ebenso vieler kleiner Händler wird nun aber durch die fortgesetzte Androhung der Einführung de« T^baksmonopolt tagtäglich auf« Höchste gefährdet und immer unsicherer gemacht. Deutsche Unternehmer, welche in der Lage sind, die Eoncurrenz mit allen anderen Ländern aufzunehmrn unb mithin ihre Waaren zu expvrtiren, werben burch bit Monopolbestrtbungtn in ihrtr UntttnehaungSlust gehemmt unb von der Beschäftigung von Menschen unb Verwendung von Kapitalien in ihrem Betriebe abgebalten. Man sühn zwar an, daß die Monopol Fabriken auch Arbeiter brauchen würden; t« ist jedoch offenbar, d^ß ihre Zahl ganz bedeutend ringe, schränkt werden und daß an Stelle der bau«iiidustrt«llen Beschäftigung zahlreicher über da« ganze Land zerst euter Arbeiter und ihrer Famtlien der reine Fabrlkbririeb mit der Loncentration von Tausend unb mehr Arbeitern ein- treten müßte. Dir brutsche Eigarrrnfabrikation ist eins btr blühenbsten Export- gewerkt. Diesen Export würben andere monopolfreie Staaten, insbesondere die schon jetzt stark concurnrende inbuprielle Schweiz, an sich reißen. Die deutschen Finanzen aber würden deshalb nur wenig oder nichts gewinnen, weil jede Vertheuerung b<« Tabaks eine Einschränkung b<8 Verbrauchs und den Uebergang vom kigarrengenuß zum Rauchtabak zur Folg« haben würrr. Die Fabrikation von Rauchtabak erfolgt aber in der Hauptsache durch Maschinen und braucht nur */ao der ArbeitSkräfie wie die C'gairinfabrikatton. Da« Tab ksrnoi opol mag für Frankreich, Oesterreich und Italien geeignet und rnräglick sein, weil es sich dort seit Menschenaltern eingebürgert und au« kleinen Anfängen allmälig zu einer großen Finanzquille historisch ohne Verletzung best mu tet Iniereffen entwickelt Hai; «« würor auch m Deutschland noch vor elwa 30 Jahren, al« kaum 10,000 Personen in der Tabaksindustrir beschäftigt waren, nur geringen Widerstand gesunden haben. Gegenwärtig aber erscheint e« absolut unpraktisch unb gegen die Naiur der Dinge, weil dl« brutsche Wirtschaft Tausende von. Interessenten für die ihnen drohenden Ver- laste nicht emschädigen kam. Ftuchibäume, die seit einem Menschenalter aus dem deutschen Boden in solcher Zahl gepflanzt unb so wurzelständig geworben sinb, lasten sich, ohne bi« schwersten Wunden zu reißen, nicht wieder barau« entfernen. Ein solche« Kapital ton Maare, kenntniß, Geschicklichkeit unb volks- thürnüLer Äibrltskraft kann ein Volk nicht badmgeben. Ein so blühender TabakSbau, ein so weltumsastender Tabakehantel, eine so lebenskräftige unb exportfähige Tabakeinbustne, um die unS andere Nationen beneiben, wirb am allerwenigsten in gegenwärtigen Zeiten btr Lähmung so vieltr Gewtrbt eine unheilbare Erschütterung ober eine Umwanblung aus mehr als Zehntausenb Ptivatiinlernehmurgen in einen centralistischen Reichsbelneb erfahren bürfen. e Wzeigeil- e Dnn ._'.™®«lbk für-- istÄ ’Ä* frtis J» ju cl eruwlhr flRufltr, nhofftraße U imtFÜnTGobircT-'- DlauMfl D-1^ . über den Bau unb die Unterhaltung von Kunstftraßen wird Ihnen ein Gesetzentwurf rugchen, der die Bildung von ProvinjialfondS zum Zwecke der Erleichterung de« Reu- baueS von Kreisstraßen zum Gegenstand bat. Die dem 22 Landtage ooraelegten Gesetzentwürfe über anderwettc Rormiruna der Emkommcnsteucr und Einführung einer Eapitalrentenstcuer sind damals nach stattgebabler ständ'scher Berathung zu, uckgezogen worden. Inzwischen hat eine erneute Prüinng unb Revision dieser Entwürfe stattgesunden und wird hierüber dem bevorstehenden Landtag eine neue Vorlage gemacht werden. Ebenso ist der Entwurf eines rcvldirten Gewerbesteuergesetzcs und ein Gesetzentwurf über die Erbschaftssteuer rn der Vorbereitung begriffen Zur Erfüllung der dem vorigen Landtage in dem Landtagsabschied gemachten Zusage wird Ihnen der Entwuif e>neS Gesetzes zugehen, welches die BeschUunigung und Erledigung der noch rückständigen Parcellenvermessunacn -um Zwecke hat Die auf dem vorigen Landtage beschlossenen Anträge und die eingeganaenen Gesuche wegen Erbauung von Secundär-Eis'nbahnen sind inzwischen von Meiner Regierung einer sorgfältigen Prüfung unterzogen worden. Sobald deren Ergebnisse abgeschlossen vorliegen werden, wird dem bevorstehenden Landtage, hoffentlich in kurzer Frist, deßhalb eine eingehende Vorlage gemacht werden. Ter Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen unb -Ausgaben für btt Finanz- periobe vom 1 April 1882 biS 31. März 1885 liegt zur Uebergabt an Sie bereit. Die Darstellung desselben weicht von der seither üblichen einigermaßen ab, theils in Ausführung der Vorschriften des Gesetzes über die Einnahmen und Ausgaben des Staats, tdetls in Anlehnung an den Vorgang anderer deutscher Staaten, und wird gehofft, dadurch eine größere Uebersichtlichkeit unb Vollständigkeit deS Inhalts herbeizuführen. Ungeachtet des Umttandetz, daß, wesentlich in Folge des Rückganges der Holzpreise, die Staatsemnahmen zum Theil nur sehr erheblich geringer als für die laufende Finanz- Periode veranschlagt werden konnten, ist es doch möglich erschienen, mit den lausenden Emnabmen. obne Erhöhung des Steueraufschlags, nicht nur die ordentlichen Ausgaben, sondern auch noch den größeren Theil der außerordentlichen Ausgaben zu decken. Außir den in dem Hauptvoranicklaa aufgesuhrtcn außerordentlichen Ausgaben stehen allerdings noch weitere in Aussicht, bezüglich deren die zur Veranschlagung ersorderltchen Vorarbeiten noch nicht zu Ende geführt werden konnten. Es wird Ihnen daher wege.r solcher weiter nothwendig erscheinenden Ausgaben, unter denen die Ermöglichung der Erbauung von Secundär-Eiienbahnen eine hervorragende Stelle etnnebmen wird unb die dann nur durch Benutzung des Staatscredits zu bestreiten sein werden demnächn besondere Vorlage gemacht werden. Dabei ist es möglich gewesen, in die ord-'ntltchen Ausgaben neue Verwendungen au^uneb'i'en, welche die Förderung der Erwerbsthäligkeit der Bevölkerung sowohl auf landwiNdichaftlichem, wie gewerblichem Gebiete zum Zwecke haben. Ich zweifle nicht, daß es Ihrer Hingebung unb Einsicht, Meine Herren Stand ', gelingen wird b,e bisher erwähnten und die durch weitere Vorlagen an Ste gclanaenden Gegenstände, in Ucbereinstimmung mit Meiner Regierung, zum Segen des Landes 3>Nör unb tag* rWimnögirnr?-- unnenftra§ejj. v- lrt<8 ZlmmuU, y, Saimbofltratv. üdbnttt Nahc trt !®nttr Im Loiber , Subroigfito^t 18 L°gis im mittlnn ■ wtintrytni. nhousk bis laptj'c dwigsstrnbc ein mi:. jen. idiener "Anzeiger Alljkigk- iib Amtsblatt fit Ire Kreis Gießen. -----JLjllfet ,u n neuen Haui'c in k zweite Stock, bestch« üche nebst Zubehör, . Port, Vmbi-np. t möblirte Zimmcr i. E Eicheobrrp les Zimmer im: nn SBeibig, Ula:!: lermiethen-_________ !s unmöbl. jimma.. „Scbützenbof. I nöbl. Zimmer zu rr Lieölgslrabe . 'ZiMM mit käbir.i nun- unb dnt ctv iti , ilrn^WL- hteMÄTnrp.' itjen. Neustadt Fe u e r zu vermÄ' tzchm-ll, ifobeTo^ne iogil Mw«, HiTÄTNx l M? sogt zu erledigen. Meines warmen Interesses an Ihren Arbeiten und Meines landesherrlichen Wohlwollens wollen Sie sich versichert halten." m Darmstadt, 19. Oktober sErste zeammer der Stände 2. Sitzung ] Zu Beginn der heute Nachmittag 3 Uhr stattgebabten Sitzung der ersten Kammer theilt der Prättbent, Gras von Görtz, nut, daß unterm Heutigen >binet«°rbre nebst bei Büste Sr. Maj. des Kaiser«, sowie ein Hanbschreiben Ihrer Maj. bet Kaiserin nebst dem Dllbniß ber Kaiserin ^gegangen. Die Generalität von Koblenz unb Köln war persönlich erschienen. Unter ben zahlreichen Deputationen aus allen Kreisen unb Ltänben, welche ben Jubilar beglückwünschten, befanb sich auch eine Deputation von Damen ber Stabt Bonn, welche einen Lorbeerkranz über, reichte. Die Anzahl btr eingelaufenen Gratulations-Brief« unb Depeschen, “Iti Va darunter viele von deutschen Fürsten, betrug mehrere Hunderte. Der Feld- marschall antwortete auf jede einzelne der an ihn gehaltenen Ansprachen in vollster Getstesfrische und Rüstigkeit. Abends fanv ein Diner bti dem Jubilar statt. IranLreich. Paris, 16. Oktober. Gambetta erntet jctzr den Dank der Comaiu- narden für die Durchsetzung der Amnestie in einer nur allzu gefügigen optimt. stischen Kammermehrheit. Die Begnadigten, denen die Kammern mit Zustimmung Gcevy's noch dazu die Pfade durch Beseitigung der gesetzlichen Schranken ebneten, haben ihn und die Minister für vogelfrei erklärt und der erste beste Fanatiker, „das französische Volk in seinen Comtrten", um die Sprache dieser „Bürger Republikaner" zu reden, oder in prosaischem Französtich: die Versammelten in der Halle des Ttvoli-Vauxhall haben das mit den Bourbonen gemein, daß sie nichts lernen und nichts vergessen; ihr Wahlspruch in Numea war: „die Commune ist tobt, es lebe die Commune!", und ihr Programm in Paris heißt: die Herstellung der Commune bei erster günstiger Gelegenheit. Diese zu bestimmen, hat der Ausschuß unter des „Generals" Eudes Vorsitz vom „Volke" sich Vollmacht ertheilen lasten, und so hängt das DamokleS- oder vielmehr das Eudes-Schwert über den Häuptern der Gambetta, Ferry u. s. w., und die Wetterwolke des Aufruhrs kann sich in P.ris, in Lyon und in den übrigen „Comitien" des „Volkes" jeden Augenblick entladen. Die Regierung begnügt sich, durch die officiösen Blätter zu vcrkündi- gen: „Kein Zudrang, keine Unordnung!" Nun, wenn das — Ordnung ist, wenn „etwa dreitausend Personen" nach den heftigsten rednerischen Guiüoii- naben die Minister und den Präsidenten der Kammer für Spitzbuben und LandeSverräther erklären und die Depuiirten, die zu ihnen stehen, als deren Spießgesellen behandeln, so hat das Wort Ordnung im officiösen Französisch der Republik seine Bedeutung verloren. Die „souveränen Bürger" steifen sich auf die Menschenrechte der ersten französischen Recolution; die Mordbrenner von 1871 nennen die Leute von der Regierung der Nationalvertheidigung Ver- räther und Diebe. Man mag sagen: Pack schlägt sich und Pack verträgt sich, aber ein Communardeustreich, und wenn er auch am nächsten Tage schon niedergeschlagen würde, ist denn doch kein Kinderspiel für eine (Stabt, in der es an verlorenem Gesindel nicht fehlt. Und man befürchtet für die eisten Wochen der nächsten Session Versuche des Eindringens des „Volkes" in die Versamm- lung der „Verräther", wie sie bei den Franzosen der ersten Republik „in der Ordnung" waren. Paris, 18. Oktober. Der Kriegsminister General Farce hatte, ohne den Ministerrath zu befragen und nur, weil ihm dies Gambetta anrieth, die Truppen nach Unterzeichnung des tunesisch-französischen Vertrages vom 12. Mai nach Frankreich zurückbefohlen, und trägt somit die Hauptschuld, baß Tunesien heute in Feuer und Flammen steht. (Köln. Ztg.) Paris, 18. Oktober. Nach hier eingegargenen Nachrichten aus Tebeffa vom 18. b. Mts. würbe bie unter bem General Bonie nach Haydra behufs Recognoscirung abgefanbte Kavallerie-Brigabe gestern von etwa 300 feindlichen Reitern angegriffen. Der Angriff wurde abgeschlagen; doch erfolgte ein neuer Angriff von etwa 1500 Reitern, welcher 3 Stunden bauerte. Die Abtheilung beö Generals Bonie hatte 5 Tobte und mehrere Verwundete- Der Verlust der feindlichen Abtheilung wirb auf 50 Tobte und zahlreiche Verwundete geschätzt. Die ganze Division des Generals Forgemol wird voraussichtlich morgen in Haydra eintreffen. England. London, 18. Oktober. Drei Regimenter haben Marschbefehl nach Irland erhalten. — Auf Anordnung des Lordkanzlers ist der Name Parnell's von der Liste der Friedensrichter der Grafschaft Wicklow gestrichen worden. — Nach weiteren Nachrichten aus Irland haben gestern in Dublin neue Ruhestörungen stattgefunden. Die Volksmenge warf die Fenster einiger mißliebiger ZeitungS-Rebactionen ein und zwang bie Polizei durch Steinwürfe zum Rück- zug. Nach Mitternacht wurde Militär aufgeboten. Dublin, 18. Oktober. Heute Abend wurde hier eine Proclamation veröffentlicht, in welcher alle loyalen und friedlichen Bürger aufgefordert wer- den, bis zum Erlaß einer neuen Ordre nach Sonnenuntergang zu Hause zu bleiben; wenn sie ihre Wohnungen verließen, würden sie es auf ihre eigene Gefahr thun. — Die Agrarltga hat bei ihrem letzten Meeting ein Manifest beschlossen, in welchem die Pächter aufgefordert werden, bis zur Wiederfrcilaffung oer Führer der Liga keinerlei Pachtgeld zu bezahlen. Italien. . ^Rom, 18. Oktober. Der „Diritto" sagt anläßlich des heutigen Gc- burtstagsfestes des Kronprinzen des deutschen Reiches: Italien hat besondere (»runde, seine Glückwünsche dem als Freund Italiens erprobten Prmzen zu senden, welcher bei dem Tode des Königs Victor Emanuel die Betleidsbezeu- gungen deS deutschen Reiches überbrachte. Zwischen den beiden Herrscher- ÄrnJ” cleno Aschen den beiden Völkern Freundschaft und eine Solidarität der Znteresfen, welche durch Nichts ab^eschwächt werden kann. Wußland. bürg, 18. Oktober. Ein heute veröffentlichter kaiserlicher Ukas enthebt d-n Wirk Geh. Rach Grafen Waluj-ff, auf seine Bitte wegen zer- 'u"-ter Gesundheit seiner Posten als Präsident deS Minister-Comitös, deS Kaukasus-Comitös und der Bittschnften-Commission unter Belassung alS Mit- glied deS Reichsrathes, als StaatSsecretär und Ehrenvormunb. Seine Stelle alS Präsident des Minister-Comitös erhält der Wirkt. Geh. Rath v. R-utern • Zum Vorsitzenden der Bittschnften-Commission ist der Wirkl. Geh. Rath ftürft Dolgoruki ernannt worben. KftiLa. Tunis, 18. Oktober. Der Eisenbahnverkehr ist vollkommen wieder hergestellt. General Japy Hai eine Freischaar in bet Stärke von 200 Mann orzantsirt, welche bestimmt ist, die Umgegend von Tunis zu überwachen. Amerika. Washington, 17. Oktober. Der Senat hat die am 13. ds. von £amore eingebrachte Resolution angenommen, welche anfragt, ob die Regierung Schritte zum Schutz der Rechte und Jntereffen der Union im Panama,Canal «greifen würde. — Der Ausschuß, welcher nieberg,setzt aurbe, um über eine Weltausstellung in Boston zu bcrathen, hat sich zu Gunsten des Planes ge- äußert, vorausgesetzt, daß eine Summe von 3 Mill. Doll, für ben Zweck auf- g'bracht werden könne. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr Correspoudenz-Bureau. Baden-Baden, 19. Oktober. Der Geburistag Sr. K. K. Hoheit des Kronprinzen ist bei erwünschtem Wohlsein Ihrer Muj. des Kaisers und der Kaiserin gestern im Allerhöchsten Familienkreise festlich begangen worben. Ihre König!. Hohstte.a der Großherzog und die Frau Großherzogin speisten mit Ihren Majestäten allein. Außerdem fand Marschalltasel von 27 Gedicken fiatt. Am Nachmittag machte Se. Maj. der Kaiser eine Spazierfahrt. Stuttgart, 19. Okwber. Der Präsident der Kammer der Abgeordneten, v. Hoeldw, ist zum Staatsminister des Innern ernannt und sofort im Auftrage des Königs durch ben Ministerpräsibentkn v. Mittnacht vereidigi worden. Der Departements-Chef ter Justiz, v. Faber, ist zum Justizminister ernannt worben. Belgrad, 19. Oktober. Der Minister bes Aeußern und der Finanzen, Mijotovic, hat seine Entlaffung genommen. Dublin, 19. Oktober. Gestern Abend fanden hier neue Ruhestörungen statt; der Pöbel zertrümmerte Laternen und Schaufenster und beraubte die Läden. Der angerichtete Schaden wird auf 2000 Pfd. Sterl. veranschlag!. Schließlich wurden die Ruhestörer van der Polizei zerstreut. Das Schloß Hawarden ist unter permanenten Schutz der Polizei gestellt worden. — Die Liga hat ein von Parnell, Davitt, Bieanan, Dillon, Sexton und Egan unterzeichnetes Manifest an das irische Volk gerichtet, in welchem erklärt wird, die Krisis sei dem Lande aufgedrängt worden, die Landbill sei noch nicht erprobt, die einzige Macht, welche im Stande gewesen wäre, aus diesem Gesetze solide Vortheile für die irischen Pächter zu erwirken, sei niebergebrüdt. Die Regierung sei zum Terrorismus geschritten, um die Landbill den Pächtern auizu- drängen. In Folge der Einsperrung der Führer und Hauptbeamtea der Liga sehe sich letztere gezwungen, ihre Absicht, bie Landakte zu erproben, auszugeben, und ertheile den Pächtern ben Rath, keine Pacht zu zahlen, bis bie Regierung ben Terrorismus aufgiebt und sonach bie constitutionellen Rechte des Volkes wieder berstellt. Yorktown, 18. Oktober. Präsident Arthur hat heute unter sehr großer Theilnahme der Bevölkerung den Grundstein zu dem Denkmal gelegt, welches zur Erinnerung an ben vor hundert Jahren erfochtenen Sieg von Aorktown errichtet werden soll. Vermischtes. Wies eck, 20. Oktober. Gestern Abend hielt Herr Dr. Gutfleisch von Gießen im Dörfel d'schen Saale, welcher von wett über 200 Personen besucht war, seine Candtoaten Rede. Herr Karl Kümmel eröffnete die Versammlung und schlug Herrn Philipp S ommcrlad zum Vorsitzenden vor, welches einstimmig genehmigt wurde. Herr Sommer- lad wteö in kurzen Worten auf die hohe Bedeutung der Neichstagwahlen hin unv ganz besonders auf die gegenwärtige Wahl. Herr Dr. Gutfletsch entwickelte hinauf in einem IVr'stündigin Vortrag seine Ansichten, welche wiederholt durch stürmischen ApplauS i,te «n erkennunq fanden und schloß mit dem Wunsche für friedliches Gedeihen und Entwicklung des deutschen Reiches. Nachdem sich noch Herr Fabrikant Adolf Noll für die Eandidatur des Herrn Dr. Gutfleisch ausgesprochen wurde durch allseitiges Erheben von den Sitzen Herr Dr. Gut fleisch als Candidat für die bevorstehende Reichstagswahl aufgestellt. Herr Ph. Sommerlad schloß die Versammlung mit einem Hoch auf Herrn Dr. Gutfleijch. London, 15. Oktober. [Sturm.] Im ganzen Lande wüthete in dcr Nackt vom Donnerstag und gestern fast d°.n ganzen Tag hindurch ein entsetz! cher Sturm, begleiter von heftigen Regengüssen, der besonders an der östlichen und nordöstlichen Küste große Verheerungen anrichtete In London nahm der Sturm zuweilen den Character eines asiatischen Cyclone an und wurde durch Niederwehen von Schorn steinen, Mauern, Bäumen, Gerüsten u. s. w. nicht allein bedeutender Schaden an- gerichtet, sondern auch Verluste an Menschenleben verursacht. Die Themse glich stellenweise einer bewegten See und entsandte dichte Wasserstrahlen über Brücken und ankernde Schiffe, während an manchen Punkten der Wasserstand so niedrig war. daß der Dampfbootbetrieb einaestellt werden mußte. In Old-Burlingtonstreet warf der Orkan eme Schankwirthschaft um. In verschiedenen Th'ilen der Metropole stürzten Neubauten mit großem Gekrache ein. Ein Droschkenkutscher wurde durch einen von der Macht des Windes plötzlich entwurzelten riesigen Baum auf der Stelle getödtet. Eine Menge Häuser wurden ihrer Dächer beraubt und durch die fallenden siegel trugen viele Personen mehr oder weniger erhebliche Verwundungen davon. Aus den Pro vtnzen liegen ähnliche Berichte vor. Die Tclegraphenveroindung mit den Provinzen unb dem Auslande wurde gestört und in bis zur Stunde noch nicht völlig wieder heraestellt. Ern so heftfger Sturm ist, wie allseitig versichert wird, in diesem Jahre noch nicht dagewesen. London', 17. Oktober, lieber den letzten Sturm liegen weitere ausführlichere Berichte vor, aus denen hervorgeht, daß derselbe zu Lande wie zu Wasser von verheerender Wirkung gewesen ist. In Stockton-on-Tees entführte der Sturm das Dack emer Eisengießerei, in welcher 100 Personen arbeiteten. Fünf verloren ihr Leben und viele andere wurden schwer verletzt. Von der Küste werden mehrere mit beträchtlichem Verlust an Menschenleben verknüpfte Sch'ffsunfälle gemeldet. Während der Orkan am heftigsten wüthete, scheiterte der auf der Fahrt nach Genua befindliche Liverpooler Dampfer .Eyprian" unweit Nevin, und von seiner 30-40 Köpfe starken Mannschaft retteten nur 8 ihr Leben. An der Küste von Northumberland ging das Schiff „3ant* und „Hannah" aus Middlesborouqh mit einer Ladung von 600 Tonnen Noheisen unter. Die Mannschaft sand ein Wellengrab. Aus Berwick meldet eine Depesche den Untergang von 50 Fischerbooten und ihrer aus etwa 200 Personen bestehenden Mann- sckaft. In Eyemouth ertranken zum Mindesten 70 oder 80 Fischer. An der schottischen Küste haben ebenfalls mehrere von Verlust an Menschenleben begleitete Schiffbrüche stattgefunden. Viele Schiffe werden vermißt und sind ohne Zweifel mit Mann und Maus untergegangen. — [Fataler Geldbeutel ] Es war ein distinguirter Herr von auswärts, welcher dieser ^age am Billctschalter des Bahnhofs zu Nürnberg zu fernem groß en Schrecken die Entdeckung machte, daß sämmtliches in seinem Geldbeutel enthaltene Geld glänzend weiß geworden — wie es sich hernach herausstellte, mit Quecksilber amalgamirt war. In der Meinung, daß die Münzen Falsifikate seien, wurde die Verhaftung des vermeintlichen Falschmünzers durch anwesende Detectives veranlaßt. Die Untersuchung der Münzen stellte indeß deren Echtheit alsbald außer jeden Zweifel und entriß den Verhafteten der fatalen Lage, in welche er durch die Benutzung des kurz vorher gekauften Lederbeutels versetzt worden war. Die Prüfung ergab einen hohen Gehalt von Quecksilber, welches die Poren des Leders füllte. Ein Goldstück, schwach am Leder des Geldbeutels gerieben, wurde sofort weiß. Weitere in dieser Richtung an- gestellte Nachforschungen ergaben das Resultat, daß die meisten Geldbeutel dieser Art, wie sie von Hausirern zum Preise von 50 H verkauft werden, quecksilberhalttg sind, weil sie aus den schafledernen Beuteln gefertigt sind, in welchen das Quecksilber die Reise von Spanien zu uns gemackt hat. — [Wie Du mit, so ich 5)ir.J Ein Atzt zu Elgin im Staate Illinois macht betreffs det Bestrafung Guiteau's folgmden Vorschlag, den wir nur mittheilen, um zu zeigen, wie seht damit bet Culturanschauung dieser Zeit ins Gesicht geschlagen wirb: „Man schieße Guiteau gerade so in bieselbe Körpetstelle, wie er ben Präsibenten geschossen hat, und bann übergebe man ihn ben Aerzten, bamit sie an ihm herumoperiren, bie Kugel entfernen und alles, was ■ . .< do cd sS»«* ff JÄ*1' -San SÄ”*; ä'Ä» (jjfr all «ntc dl'!» ! Schkni Ad-nd : limfrEct« »w Hi Sothii' NP" f^niSlvnih- jstankfurt. 19 Heu kostete 50 Aiio X HO- cherhejs. Ei Pli bem 15. ds. Mi • i M MMchei :-i Dom 1- Septeuü X in Kraft fletrei |di bie Bnbands-Exi e.tkilai. Mn, den 18. Ob Gri Fnlzebi äuT Skonto ■Jnt Mofjortirtw Qaf W-uterschuhe, weifen bche.i« e- 6)52) Die Lie «0 912,5 Rilogr. SR In soll Rontag den l Morgens ivknigstoehmei Schorf, den 1 Das Bü Lü !railbi 1 M ® °'°°"Ausn,ahl 1 Bratk ini'm « «‘“‘Si’V' ,„",d,onet Siaar, '“LjmpfieMl Sr- - 8. fa. ’ bw »lila» Uli ' f R« Oorxc J^Wi lf(,lla ‘‘00n 27 @t611a dp°rtns,hn. 2tT beJ M Ulld lofort IB KlMt ütteibix 8Uin äustWim-rr 1 UI* ginanjr. NM Ruhrstjrur^ ^unb beraubte U Sttrl. verautchlz^ (ut Da- Echlzj worben. — Dl *U unb FM unter it ttllirt wirb, noch nicht erpiok 'iesm Teiche fol> drückt. Die Den Pächtern aJu iptbeamtea brr fy: rproben, aufyijek 1, bis bie Rrzirre'. Rrchte bes it hrute unter I* em Denkmal gelu schienest Sieg re: Flelft »on »itifie war, feint 6*. er jfug Hrrrn $ bi ll|i rde. Herr ßoaaief qwahlen bin «"v -arz itllt hierauf in «in» i)tn applaul u« tM unt iux tu tt^tben ton tm 5'4" aui-eM- xn Dl tiutflui* wuthtte in bei in ben und norW.W Sturm )«** ,ernenn w»»* btutenbereM'1- Di- TheW f - i'len über^niM- d jo niebng * «SÄj fl^fS ;-’ä od) Nicht M, n blt,ein' '. der e‘“ o(W1 X oetHrf"'S jrert mit defindl^- ^annw »W HM X'“* ,„ »*S’ 0röjf{b gläilj^ 6t Junb ;-°A mA /J&ÄS ' > w,r * wha Mr mgnldT|iad)f Äanft tetraa, au Irtwct ^rtljrg Ibue. ct sich Can« mcht «rhoen, |e trülH ft koch we»r.« ntz e'-vak »en bai Lndb trrffttm ®rt »en Luttern oetban werden. Öotbrr muh der flirpn Guiteau'^ a n« qem.fien uno ein Merkmal ten bei Äröhe einer Äugel in |einem gierte an der g.Höri,en Stelle oißebrach: werden. Data faC: der Schaß. fXan lelle von Guil^u jeden Gebiauch machen, welcher der Wifsenschafk zu öulf kommt und tod, zua.e^ch ich tttzttch letnrm Vcben em liebe macht Seine Äelchr aber muh wn den Wand iuteit für*l nationale anotemi| 6 m» 6^.. X 4.OU-UUO Batte? 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Gartcngehilfc, ■ B sowie für die so überaus reicht» Blumenspenden sagen hiermit den ■ innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 20. Otiober 1881. 6921) Der heutigen Gesammt-Auflage unseres Blattes liegt eine Eztraoeilage der mit ihren allgemein glücklichen Karen auch in hiesiger Gegend rühmlichst und ehrenwerth bekannten Müll er'scheu Heilmethode aus Hirschberg ur Thüringen bei, über welche nächstin Dienstag den 2». Oktober wieder m Gießen, im „Hotel zum Einhorn", Zimmer Nr. 3, 1 Stiege, von früh 8 bis Abends 7 Uhr präcis, Sprechstunden für chronisch Leidende adg<- halten werden. BerautwortltLe Redacttonr 8L Schryda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (gn Ehr. Pietsch) ta GtrHm. D-S nächst Eießrn, Untn Zust! 30. Stjtembtt 6. I 3ebir, weid acht in Diensten Zigiierechtigten mit m welchem daS W Die in § i )gd> unb Feldlchutz Ans ben D bife Varschrlft keim Zuwideihin bet TtanSportm «ßerei nicht bewii Mirtigln - es w ” ÄKlkchesetzes w bei l:t b Dietzen^ Betr an Die Gri lw Das voist unb seibf ft 8tletn Abt " "0-n Kammer l S11« C°mn> -lben Rlitbtr b i«flenbüt; toatt: 'rflen Ta -°s , v-»kte > % »-heil bf^einr' i ? b:efeÄil.b<