‘Wft. gch-n, ^Gersogs ■ Juli, •f. »stand. M)- Reiber, ichenken an Bedürf« nb bei Hnrn Raui« Döring. Vorstand. M Feuerwehr r Beerdigung k F. St. F. Setluft, Hirt«» ms««" 0,** (4758 i 1881. bliebenen. ttag 8 Uh- °°°> unvngrßUchkr 'and. lortnt an ->er WK. s»3fe s£jä NA. 164. Mittwoch den 20. Juli L88Z. Anseizk- unb AmtsiiKli für den Kreis Gießen. ttwreew: Vchvlfiraße B. IT. Erscheint iüglich mit Au-nahrne de» Montag-. Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Brinqerl.dn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 ; Amtlicher Iyeil. Gießen, am 15. Juli 188t. Betreffend: Statistische Ermittelung der landwirthschastlichen Bodenbenutzung unv des Ernteertrags im Jahr 1881. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die (^roßkerzoglicben Bürgermeistereien des Kreises. Behufs Ermittelung der landwirthschastlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrag« in 1881 lassen wir Ihnen je 2 Exemplare der nöthigen Formu- larien mit dem Auftrage zugehen, alSbald die Commissionen zu bilden und ihre Tbättgkeit beginnen zu lasien. Wo dieS möglich und räthlich erscheint, wird es gut sein, dieselben Personen in die Commissionen zu wählen, welche bereits früher bei der Ernteaufnahme thätia waren. Indem wir Sie auf unsere Verfügungen vom 18. Mai 1878 — Anzeiger Nr. 118 — vom 12. Juli 1879 — Anzeiger Nr. 162 — und vom 14. October 1879 — Anzeiger Nr. 242 — verweisen und die genaue Beachtung der hierin enthaltenen Bestimmungen erwarten, bemerken wir noch, daß von jetzt an die seither bestandenen Formularten A und B vereinigt worden sind, wodurch eine wesentliche Vereinfachung eingetreten ist. Dir Reinschristen der Urbersichten find uns längstens bis zum 1. November d. I. vorzulegen, welcher Termin, bet Meldung der Zusendung von Wartboten, strenge etnzuhalten ist. Am 30. August c. wollen Sie Anzeige erstatten, wieweit Sie mit den Aufnahmen gekommen find. Dr. Boe kmann. Bekanntmachung. Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um Berechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst nn Herbst 1881. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen sich der im Herbst 1881 stattstndenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch ausgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulasiung bei Meldung des Ausschlusies von dieser Prüfung spätestens bis ;unr 1. August 1881 bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission einzureichen. Hinsichtlich Anbringung der Gesuche wird im Speciellen das Folgende bemerkt: 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur bann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großher- zogthum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Zulasiung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem i 7. Lebensjahr erfolgen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sem. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) Geburts'Zeugniß; b) Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; c) ein Unbescholtenhettszeugniß, welches von der Polizei-Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; d) einen selbstgeschriebenen Lebenslauf. Zu pos. b. wird noch besonders darauf blngewiesen, daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes umerhalten zu können, nicht fehlen darf und daß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß. 5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (Französisch, Englisch, Lateinisch oder Griechisch) der sich 6. Meldende geprüft sein will. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulaffung zur Prüfung einzereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholten« heitszeugniß beizulegen. Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anl. 2 zur Ersatz-Ord. — I. Thetl der Wehr- Ord. vom 28. September 1875 — Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) Aufschluß. Bezüglich des Prüfungs-Termins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt ev. weitere Bekanntmachung; aus specielle Ladung kann nicht gerech ne: werden. Darmstadt, den 5. Juli 1881. Großherzogliche Prüfungs - Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Rothe. Deutschland. Berlin, 15. Juli. Kaiser Wilhelm ist wohlbehalten und bei bestem Befinden in Gastein angekommen. DaS herrliche Wetter wirb, ihm den gewohnten Sommeraufenthalt doppelt förderlich sein lasien. Fürst Bismarck, dem die Kissinger Kur nicht minder gut anschlägt, hat heute den neuen Lt.als« secretär des Auswärtigen, Grafen Hatzseldt, zu Besuch, der von Konstantmopel aus der Reise nach Berlin begriffen ist. Da der Himmel der auswärtigen Politik zur Zett klar ist, jo werden die Besprechungen B'smarck's und Hatz« scldl's sich gewiß nur auf die laufenden Angelegenheiten beziehen und wenig Grund zu langen Erörterungen in den politischen Tageeblältern abgeben. So bleibt denn die öffentliche Ausmecksamkeit fortwährend dem Wahlgetriebe unverrückt zugewandt, so unerquicklich sich daffelbe auch gestaltet. Hoffen wir wenigstens, daß solche Ausschreitungen des blindesten Partei- und Raffenhaffes, wie die Hauptstadt sie :äglich erlebt, in die Provinzen nicht übertragen wer« den und daß, wie in manchem, so auch in der Art der Wahlbewegung Berlin dem Lande nicht als nachahmenSwerthes Muster erscheinen wird. Neben Berlin find es zunächst die Reichslande, welche eine lebhafte Wahlbewegung auf« weisen. Auch was auS den Re chslanden verlautet, ist nicht erfteulich. Die einst so laute und versprechungsre.che Partei der Autovomisten hat sich beiseite gedrückt und überläßt das Feld Protestlern und Ultramontanen, ohne selber den Muth zu haben, auch nur eigene Candtdaten aufzustellen. — Bei dem Einziehen der Ersatzreservistcn erster Klaffe dürste die jüngst über die Marschvergütungen erlassene Anordnung des KriegSmintsteriums von Interesse sein. Darnach find die zur ersten Uebung Einberufenen für den Marsch vom Aufenthaltsorte zum Stabsquartier deS Landwehr-Bataillons bezw. Sammelort gleich den Rekruren mit Meilengeldern abzufinden. Dasselbe gilt von dem Rückmarsch zum Aufenthaltsort, wenn fie überschüsfig verbleiben oder nicht emstellungsfähig befunden worden sind. Bei ferneren Einberufungen, Weitersendungen vom Stabsquartier u. s. w. zum Truppentheil, sowie bei Entlassungen von diesem haben die Ersatzreservisten auf Marschgeld und, wenn Eisei bahnbenutzung zugelaffen, auch auf letztere Anspruch. Ob das Meilenoder Marschgild von Gemeindebehörden, beziehentlich Steuerempfängern, zu zahlen ist, ist vom Landwehr-Bezirkscommando auf den Gcstellungsordres zu vermerken. Uebungspflichtige Ersatzreservisten, welchen die Berechtigung zur Wahl eines TruppentheUs für die erste Urbung ertheilt worden ist, haben für die Reise zum Truppentheil und bei der Entlassung auf Marschgebühren keinen Anspruch. A Berlin, 18. Juli. Die „Nat.-Ztg." meldet aus Neu-Stettin: Gestern Nacht sand hier ein bedeutender Juden-Krawall statt. Eine erregte Menge bewegte sich während der ganzen Nacht in den Straßen. Mehrere Läden und die Druckerei der „Neu-Ztettiner ZeUurg" find bemoltrt worden. Ueber 30 Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Krawall ist aus antisemitische Agi- tat'vnen zurückzuführen. Aesterreich. Wien, 16. Juli. Die Behörden der Prager Univerfitäten find mit dankenswerther Entschiedenheit gegen jene czechlschrn Studenten vorgegangen, welche fick an den pöbelhaften Ausschreitungen in Kuchelbad betheiligt hatten. Gestern Mittag, so wird auS Prag der „Presse" gemeldet, wurde jenen czecht- < schen UniversttätShörern, gegen welche aus Äntrag deS Unterrichtsministeriums vom akademischen Senat die Dtsciplinar'Untersuchunq eingeleitet worden, in den detr. Decanatskanzleien von den Decanen das Urtheil des akademischen Senats verkündet. Ein Jurist, zwei Medtciner und ein Philosoph wurden für immer relegirt; ein Jurist auf vier Semester; drei Juristen erhielten einen Verweis, der bei einem derselben durch das consilium abeundi verschärft wurde. Allen Verurthetlten steht binnen 8 Tagen das Berufung-recht zu. Vom akademischen Senat wurde ein Bericht in dieser Angelegenheit an das Unterrichtsministerium erstattet und darin ausdrücklich erklärt, daß die in der Resolution des Cesky-Club enthaltene Angabe, als ob die Krawalle von deutschen Couleur-Studenten provoctrt worden wären, eine Verleumdung sei, denn die Excesse seien von czechischer Seite wohl angelegt und organisirt gewesen. Dieselben seien gegen das gesammte Deutschthum und hauptsächlich gegen die Prager deutsche Studentenschaft gerichtet gewesen, um den Bestand der deutschen Unive- sttät zu untergraben. Desgleichen wird in dem Berichte mitgetheilt, daß viele Mitglieder des „Akademiky Spolek", bevor ste in das Versammlungs- Local des Corps „Austria" in Kuchelbad eintraten, vorher in einem andern Gasthause ihre Vereinsbänder und Vereinsabzeichen abgelegt hatten und sich dieselben erst AbmdS, nachdem der Exceß vorüber war, beim Wirthe wieder abholten. Das Referat des Senats erwähnt ferner auch die sehr bedauerliche Erscheinung euat an dem Entwürfe vorge- nommmen Aenderungen ihrerseits anzunehmen. — Der Kriegsministec brachte in der Deputirtcnkammer einen Gesetzentwurf wegen Wetterführung der algerischen Eisenbahn von Saida bis Kreider ein. Die Kammer lehnte mit 324 gegen 91 Stimmen den Antrag auf gerichtliche Verfolgung des bisherigen Polizeipräfekten Andrieux wegen Verhaftung der Frau Eyben ab. Andrieux hatte verlangt, unter Anklage gestellt zu roeroen, um Gelegenheit zu haben, die Verleumdungen gegen ihn zu widerlegen. Der Senat lehnte es ab, den Antrag Tolain auf Verlegungs-Revision in Erwägung zu ziehen. Rom, 18. Juli. Die „Agenzia Stefani" stellt in Abrede, daß der Minister des Aeußern, Mancine, in Beziehung auf die Zwischenfälle bei der Ueberführung der Leiche des Papstes Pius IX. ein Rundschreiben an d.e Vertreter Italiens im Auslände gesandt habe. Derselbe habe sich darauf beschränkt, den europäischen Vertretern daS Ereigniß an sich telegraphisch bekannt zu geben und sich im Uebrigen auf die Berichte bezogen, welche die am italie- Nischen Hofe accreditirten Vertreter des Auslandes ihren respectiven Regierungen darüber einsenden würden. Petersburg, 18. Juli. Die schon längere Zett in Aussicht stehende definitwe Entlastung des Großfürsten Constantin Nikolajewitsch vom Präsidium des ReichSraths und von der Marine wird als bald bevorstehend bezeichnet. Wcr für den Großfürsten Michael, der daS Präsidium des Reichsraths führen wird, nach Tiflis geht, scheint noch nicht fest bestimmt. Reitende Dögel. Es ist weltbekannt, daß die kräftigen Flieger unter unfern Zugvögeln im Winter nach Afrika gehen und dabet den Weg über das Mittelländische Meer in einem Zuge zurücklegen. Die weniger kräftigen benutzen die Inseln als Ruhepunkte und werden von der Reife stark angestrengt; Jedermann kennt ja z. B. die hundertfach wlederholten Schilderungen von den ermüdeten Wachteln auf Capri. Man findet aber auch ganz kleine mitteleuropäische Vögel, und zwar solche, deren kurze runde Flügel ihnen gar keinen weiten Flug gestatten, in den Wintermonaten auf afrikanischem Gebi te, währen) sie zur Sommerszeit in Europa sind. Wie kommen die über das Meer? Oder nehmen sie etwa den Landweg über Kleinasien? In englischen und amerikanischen Blättern finden wir eben jetzt eine Anzahl von Beobachtungen verzeichnet, welche auf diese Frage eine ebenso hübsche wie unerwartete Antwort geben: sie reiten hinüber, und zwar auf dem Rücken von größeren Zugvögeln, hauptsächlich von Kranichen. — Ein Correfpondenc der „New-Aorker Evening-Post" schreibt: Im Herbste 1878 brachte ich mehrere Wochen auf Kreta zu. Bei mehreren Gelegenheiten lenkte der Dorfgeistliche, mit dem ich viel verkehrte, meine Aufmerksamkeit auf das zwitschernde Singen kleiner Vögel, welches deutlich hörbar wurde, wenn eine Herde von Kranichen auf dem Fluge nach dem Süden über uns wegzog. Ich sagte ihm, ich sähe keine kleinen Vögel und vermuthe, daß das Geräusch von den Flügeln der großen herrühre. „Nein, nein", sagte er, „ich weiß, es ist das Gezwitscher der Kleinen, sie sitzen auf dem Rücken der Kraniche, ich habe sie oft auffliegen und wieder aufsitzen sehen, und sie bleiben während der Futterpause immer bei den andern " Ich war immer noch ungläubig, fand aber bald, daß das Dasein dieser kleinen gefieberten Begleiter bei alten und jungen Leuten für eine feststehende Thatfache galt Ich sprach die Vermuihung aus, die Kleinen möchten vielleicht vom Ufer eine kleine Strecke seewärts fliegen und dann mit den Kranichen zurückkehren, aber „nein", hieß es, „sie kommen von Europa". Ich selbst habe das Gezwitscher der Thierchen mit Sicherheit mehrfach gehört, auf dem Lande sowohl wie über dem Meere. Eines Tages endlich fischten wir. etwa 24 Kilometer weit vom Ufer auf dem Meere, als ein Zug Kraniche ganz nahe an der Nacht vorüberflog. Die Fifcher hörten die „kleinen Vögel" und machten mich auf ihren Gesang aufmerksam. Auf einmal rief einer: „Da ist einer!" aber es gelang nur nicht, ihn zu sehen. Da schoß ein Fischer seine Flinte ab; drei kleine Vögel fliegen aus der Herde in die Höhe und verschwanden bald wieder unter den Kranichen. — In der „Gartenlaube" erzählte k irzlich Herr A. Ebeling, daß unsere gemeine Bachstelze im Winter in Ae ppten sehr häufig ist und daß die bortigen Beduinen überzeugt sind, der Storch bringe die Thierchen hinüber. Heuglin soll sich bestätigend ausgesprochen haben. — In Peterrnann's Reifen finbet sich eine Notiz, wonach man in Rhodus bet Ankunft ber Störche oft kle.ne Vögel fingen hört, ohne sie zu sehen. Der schwedische Reisenbe Hebenborg folgte einmal einer Herbe von Störchen, und als sie sich niederließen, sah er von ihrem Rücken kleine Vögel auffliegen. Er konnte sich nicht hinreichend i ähern, um die Art der Thierchen zu bestimmen. — Dr. van Lennep schreibt in seinem Werke „Biblo customs in Bible Jands“ eine Notiz, welche zeigt, daß Aehnliches in Kleinasien ftattfinbet. „Manche Vögel", heißt es da, „sind durchaus unfähig, die ganze Breite des Mittelländifchen Meeres zu paffiren und selbst ber Lanbweg über Syrien unb Palästina würbe ihnen viele Wochen kosten. So z. B. bie Ortolane, Rothkehlchen, Zeisige, Meisen unb kleine Finken, nebst hundert anderen kleinen Angehörigen der gefieberten Welt; unb ba die Strenge des Winters ihnen verderblich sein würde, nicht nur in Kleinasien, sondern auch in Syrien und Palästina, so hat Er, der immer für die kleinsten feiner Geschöpfe sorgt, ihnen die Mi:tel zur Reise in ein wärmeres Klima gegeben In der That, viele von ihnen finden ihren Weg von Palästina nach Arabien und Aegypten und da dies schwer, ja unmöglich sein würde, wo hohe Gebirge und breite Meeresarme den Weg kreuzen, hat die Vorsehung für solche Fälle den Kranich geschaffen. Die meisten von diesen (Kranichen) sind Zugvögel. Im Herbste sieht man bei den ersten kalten Winden zahlreiche Herden derselben von Norden kommen; sie fliegen niedrig und stoßen, während sie über cultioirte Ebenen ziehen, einen eigentümlichen Schrei, wie einen Allarmruf aus. Dann kann man sehen, wie kleine Vögel jeder Art m ihnen emporfliegen, während der zwitschernde Gesang derjenigen, die fchon einen bequemen Platz auf ihrem Rücken haben, deutlich hörbar wird. Bei der Rückkehr im Frühjahr fliegen bie Kraniche hoch, anscheinend weil sie wissen, daß ihre kleinen Passagiere den Weg zur Erde hinab leicht finden können." (Dr. van Lennep hat fast ein Lebensalter im Orient zugebracht und schreibt wie ein Augenzeuge.) Endlich wird aus Amerika berichtet, daß dort die wilde Canadagans den kleinen Finken denselben Dienst leistet, der am Mittelmeer den Kranichen zugeschrieben wird. Die Jäger von der Hudsonsbai versichern, daß namentlich eine Finkenart regelmäßig auf dem Rücken der Gänse ankommt und ab reift. Wenn bie großen Vögel ankommen, fliegen sie hoch und steigen in weiten Kreisen zur Erde herab; dann sieht man die kleinen Gäste von ihren Rücken absteigen. Werden sie aber, nachdem sie ihr Nachtlager auf der Erde schon gesucht, aufgescheucht, so fliegen sie niedrig; und die Jäger wissen, daß bei niedrig fliegenden Gänsen keine kleine Begleiter gefunden werden; diese sitzen während der Ruhe ab und sorgen selbstständig für Nahrung unb Nachtquartier. Es liegt gar fein Grund vor, den vielseitigen Angaben, die wir im Vorstehenden berühren, zu mißtrauen. Das bei uns das Aufsteigen ber Bachstelzen u. s. w. auf g oße Zugvögel noch nicht beobacht t worden ist, findet feine einfache Erklärung darin, daß letztere sehr scheu sind, ihre Züge meist im Halbdunkel antreten, gleich hoch aufsteigen und in großer Höhe fliegen, so daß dem Beobachter nicht leicht Gelegenheit geboten wird, ihrer Abreise zuzusehen. Die Kraniche sichern sich ja sogar durch besondere Wachtposten. Im Süden haben wir selb,: die Thiere viel niedriger als bei uns fliegen sehen, und wo so große Vögelmengen zusammenkommen, wie z B- am Rothen Meer und auf den Jnselstationen, da wird es gewiß viel leichter als bei uns, von einer fache Kenntmß zu nehmen, die Beobachtung aus der Nähe verlangt. Den Angaben der Jäger und Fifcher dürfte zu trauen sein, wo sie sich auf die Lebensgewohnheiten ihres Wildes und ihrer gefiederten Concurrenten beziehen. Außerdem sind freundschaftliche Beziehungen ähnlicher Art im Thierreich schon in hinreichender Menge bekannt: Haifische unb Piloten, Ameisen und ihre Hausthiere, Prairiehunde unb Prairie-Eulen, Schafe unb Stare wären als Beispiele kameradschaftlichen Zufa'.menlebens ganz verschiedener Arten unb aus ganz verschiedenen Gründen zu erwähnen. Das Bildchen aber, welche diese Beobachtung uns vorführt, ist eines der reizendsten aus der reichen Galerie der Natur; wie das große, starke bereitwillig einen Theil seines Kraft-Ueber. schusses zur Verfügung stellt, und der kleine, behaglich auf feinen Rücken geduckt, ihm die lange Reise mit fröhlichem Gezwitscher verkürzt, vielleicht auch mit Warnung ober ’w&en an h,e le M daraus be. W» btlannt otr am ttai|(, -Ctlöen Rrginun. Mit ßchoke r vvln Präsidium M brzrichner. iechSrathK |ü^en >5; ^"8 6er £“ J?"U mit 324 bks bisherig i ab. »„ dnt ' iu haben, bit googeln im Winlcr ttr in einem 3uae ^nfte und werben ltsach wiederholten bet aber auch ganz 1 Aiügel chne» gar m (Sebi'te, währen - ttr? Ober nehmen cikamschen Släitem lche auf diese Frage iber, und zwar aut Ein Korrespondent ich mehrere Lochen e, mit dem ich Diel hier Sögel, welches ge nach dem Lüden vermulhe, bag bas jagte er, .ich weiß, Kraniche, ich habe -end der Futterpauje aber bald, daß das Leuten für eine feil: len möchten Dielt eicht anichen zurückkehren, das Gezwitscher der die über dem Meere rer auf bem Meere, t Fischer hotten bie , Auf einmal rief )a jchcß ein Fischer t und verschwanden Mr t nzlich Pen i sehr häufig ist und ie Thlerchen hmuoer. mann's Reisen findet :d)t oft kle-ne SSgü g folgte einmal emtr ihrem Men klein iie '2Irt der Lerchen blo customs in W 'tattsindet. des Mittellanbilcheu iWtina »W'rtg e, M"I-" un’"l" :n Witt! Mid i« 6» n tzleinasieu, onbern äsfeft ^^rmeden^Leg sfes wie ^wählend iS ^'s?nniche hoch' sinnt l«»t ä^tvnt 1 «WZ bann f< ;m Großh. Hessen, welche am 12 und 13. Juli in Sich stattfand, hat einen fibaau» schönen verlauf genommen. Die Stadt, in deren dicht mit hohen Fichten besetzten Straßen man sich in den Wald versetzt glaubte, bot in ihrem Feftschrnuck und in der feierlichen Rule den ankommenden Festbesuchern einen herrlichen Anblick dar, die Bewohner bethä- tigten ihr warme« Intereffe für die verein«fache nicht nur durch herzliche Ausnahme der Gäste, sondern auch durch zahlreiche Betheiligung am Gottesdienst und den übrigen Festlichkeiten. D,e Zahl der Festthetlnehmer, unter denen wir außer dem Präsidenten und Secretair de« Verein«, sowie anderer Mitglieder de« BerwaltungSrathe« die Oberconsistoriairäthe M eltor und Habicht erwähnen wollen, war außerordentlich groß. Die Versammlung der Deputirten de« Hauptverein« fand unter dem Vorsitz de« bewährten Präsidenten Sigenbrodt am Vorabend im RathbauSiaale statt, und wurde hauptsächlich aus Grund de« vorn BerwaltungSrathe vor- pclegten DertheilungSplane« über die Verwendung der Sinnahmen Beschluß gefaßt und schließlich ole nächstjähriger Festort Offenbach bestimmt Daran schloß sich eine gesellige Vereinigung im Saal und Garten de« »Holländischen Hof. Der Hauptfesttag wurde Abends zuvor mit Glockengeläute und tn der Frühe durch einen Ehoral vom RathhauSthurm etngeleitet. Um bald 10 Uhr bewegte sich der Festzug vom oberen Ende der Stadt nach der prachtvollen, in grünem Schmuck prangenden Kirche, und füllte deren weite Räume bi« zum letzten Platz. Nach dem EingangSlted: „Komm heiliger Geist" hielt StiftSdechant Giernm den Attarvtenft, ter sich durch die allsonntägltch übliche Liturgie auSzeichnete. Nach einem Vortrag bc« unter d,r Leitung deS Dirigenten der Präparandenanstalt, Herrn Weitert, stehenden Krrchengefang- veretn«. dessen verschiedene treffliche Shöre nicht wenig zur Hebung der Feier beitrugen, und nach dem Lutberlied: .Sine feste Burg" dielt Pfarrer «nt he« von BenSheim die Festpredigt über I. Gor. 15, 58 und behandelte die Frage: «Wodurch weiden wir gestärkt tn dem Werk de« Sustav-Adolf vereinS?- tn den 3 Antworten: 1) durch die Srkeantntß, daß Gott fein Werk im Verein hat, 2) daß wir feine Knechte sein Werk treiben müffen, 3) daß der Verein reichen Segen stiftet. Sine kurze Ansprache de« Präsidenten eröffnete die ferneren Der- Handlungen, der Eecretär, Mitprediger Ritsert, erstattete den Iahre«dericht. unter Htnwei« auf Erfolg und Aufgabe de« vrrem« zu kräftiger Mitarbeit auffordernd. SS sprachen noch die Vertreter der Hauptvereine tn Baden, Hefien-Naffau und der Pfalz, worauf der Gotte«- dienst mit Gebet und Segen durch Snft«pfarrer Klingelhöffer geschloffen wurde. Die GoHehe ergab 189 Auch bet dem nun folgenden Festeffen im „Holländischen Hof' und später bei der geselligen Bereinigung tm früheren Aloachschen Banen wurde noch manch ein gute« Wort geredet, da« der veretn«sache dienen sollte Wird auch davon manche« wieder vergeffen werden, da« Fest selbst wird gewiß allen Theilnehmern und der Stadl Lich selbst tn freundlichster Ennnerung bleiben. Mainz, 17. Juli. Unsere Stadt und die Umgegend wurden gestern Abend von einem schweren Unwetter hermgesucht Gegen halb 7 Uhr zogen sich mehrere Gewitter, vom Taunu« herkommend, über unserer Stadt zusammen und bald raste ein furchtbarer Sturm, untermischt mit einem wolkendruchortigen Regen und Hagel, über unsere Stadt. Die ganze Natur schien in Aufregung, von allen Seiten zuckten die Blitze und furchtbar rollte der Donner. Uebet eine Viertelstunde dauerte dieser Zustand, da« Waffer in den Straßen glich einem reißenden Strom, über einen Fuß hoch wälzte e« sich dahin und setzte Keller und viele Parterre-Räume unter Waffer. Konnte schon au« diesem Grunde Niemand eine Straße passiven, so wäre die« geradezu lebensgefährlich gewesen. Der dahin rasende Orkan nß alle«, wa8 nicht sehr befestigt war, zusammen ; tausende von Fensterscheiben wurden zertrümmert, die Straßen waren mit Gla«, Blumenstöcken und Dachschtefern besäet, Schornsteine stürzten zusammen, e« war mit einem Wort ein Bild der größten Aufregung. AIS da« Wetter vorüber war, konnte man erst den Schaden übersehen. Mehrfach hat der Blitz hier eingeschlagen, ohne glücklicher Weise zu zünden, so z. B. tn die Augustinerkrrche, ebenso in ein Hau« in der Rheinstraße, auch im Gartenfeld wurde ein Baum vom Blitz zersplittert. Größer war der Schaden, dm der Sturm angerichtet hat, die Badeanstalten am Rhein wurden arg mitgenommen und waren die Badmden in große Angst aerathen; die Militärschwimm^nstalt ist zum Thetl zertrümmert worden, der Mast auf der Schiffbrücke, an welchem die Signalflagge bei Durchpassiren der Schiffe aufgehißt wird, wurde umgerlffen, da« schwere Gerüst am Hallenbau wurde ganz verschoben. Schwer haben die Bäume unserer Anlagen und Privatgärten gelitten, der Boden war ganz besäet mit abgebrochenen fließen, viele Bäume wurden mtwurzelt, andern die Kronm abgenffen ic. Die Obstbäume haben über die Hälfte ihreS ObsteS verloren, ja manche Bäume im Gartenfeld zeigen weder einen Apfel noch eine Birne, Alle« ist vernichtet. In unserem benach barten Saftet hat der Blitz »n da« Stationsgebäude de« Trajectschiffe« eingeschlagen, ebenso wurde dorten der s. g. Kletterbaum auf dem Turnplatz vom Blitz getroffen und zersplittert; an einer Scheune wurde vom Sturm daS Dach abgeriffen. die Militärschwimmanstalt wurde fast vollständig zertrümmert und den Badenden sind die Kleider durch den Sturm entführt worden. Sowohl in Caste! als auch ’n dem nahen Kostheim baden die Obstbäume durch den Sturm sehr gelitten, auch aus anderen O^tm gehen unS ähnliche HiobSposten zu. In Sörgenloch fielen Hagelkörner in der Größe von Hasetnüffen. und haben dort die Weinberge sehr gelitten ; die noch nicht geschnittene Frucht liegt wie zertreten danieder; in vielen Gemeinden ist die geschnittene Frucht, welche auf Dem Felde lag, in alle Winde zerstreut worden. Der Hagelscklag bat glücklicherweise nur strichweise Schaden angerichtet, ebenso hat der Sturm nur einzelne Gemeinden geschädigt. So segenbrinqend der Regen für unsere Felder war, so hat der Sturm dem Obstbau doch viel geschadet. (D- Z) Handel und Derkehr. Gießen, 19 Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete Butter per Pfd. 90 bis 0.95, Hühnereier 1 Stück 6 H, 2 St. 00 Enteneier per Stück 6—7 Gänseeier 1 Stück 000 H Käse per Stück 5—10 H, Käsematte per Stück 3—0 H, Erbsen 1 Liter 20 Linsen 1 Liker 24 Tauben da« P. t JL 0 80—0.85, Hühner p. St. 0.90-1 30 Hahnen p. St. JL 0.60—1.10, Enten per Stück 1.50—2.00, Gänse per Stück JL 0.—0.00, Welsche per Stück JL 0.-0, Ochienfleisch 66-00 H per Pfd., Kuh. und Rindfleisch 50 bi« 00 Kalbfleisch 40 44 Hammelfleisch 60—70 Schweinefleisch 64—00 X KartoffeUn per 100 Kilo X 5.75-6.00, neue Kartoffel 100 Kilo JL 10.00—12.00, Zwtedm per Sir. v* 18—20, Milch per Liter 16 und 18 H, Kirschen daS Pfund 15—25 Frankfurt., 18. Juli. (Fruchtberichk.) Mehl Nr. 1 JL 39.50, Nr. 2 JL 37 50 Nr. 3 je 32.50, Nr. 4 2h.50, Nr 5 25.50, Roggenmehl o/t (Berliner Marke) JL 28—, do. I (Berliner Marke) 26.50-27, do. II (Berliner Marke) 21.00, Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier JL 23.50- 23.75, ab unserer Umgegend JL 23.00—23.50 Dc. fremder je nach Qualität jtL 23.00—24.00, Roggen, je nach Qualität 20.00—20.50, Gerste A 18-19.50, Hafer 15.50—16 55, Kohlsamen JL 26—27.50, Erbsen JL 19—27, Wicken 16.50—17.50, Linsen 20 -40, Bohnm, weiße, JL 23—25, Roggenkleie , Weizenkleie, grobe und feine JL —. Rüböl, detail, JL 64. Stimmung lustloS. Haupt: säcklick gefragt war: —. Dringend offerirt: — (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht — 100 Kilo.) Frankfurt, 18. Juli. Der heutige Biehrnarkt war gut befahrm. Angetrieben waren ca. 350 Ochsen und Stiere, 300 Kühe und Rinder, 260 Kälber und 300 Hämrnel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. dual. 63—66, 2. Qual. X 58—60, Kühe und Rinder 1 Qual. „4L 55- 57, 2. Qual. JL 45—50, Kälber 1. Qual. JL 56—58, 2. Qual. JL 40—50, Hämrnel 1. Qual. JC 55 — 60, 2. Qual. 40 — 50 per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Sckweme wurden 550 Stück angeführt und daS Pfund mit 60 H bezahlt. Frankfurt a. M., den 19. Juli, Nachmittags 2 Uhr 10 Min. (Telear. Coursbericht- Mitgelheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen) (5redit- actien 320, StaatSdahnactien 311, Galizier 284V« Oest. Silberrente —, 4% Ungar. Goldrenle —, 4% 1880er Russen 7oV<, 2. Orient-Anleihe 61V«, 5°/o Rumänische Rente —. Allgemeiner Anzeiger. Aufforderung. Hypothek« und Kaufschillingsforde» rungen in Ansedunq der zwangsweise versteigerten Immobilien des Heinrich Dörr IV. in Annerod: 1/11, 1/12, 1/54 1/750, 11/615, VI 216, Ge« markung Annerod, sind bei Meidunq AuSschlusies auS der Masse innerhalb Monatsfrist, von der Veröffentlichung dieser Verfügung an, unter Vorlegung genauer Berechnung über Hauptgeld, Zinsen und Kosten auf der Gerichts« jchreiberei hiesigen Amtsgerichts anzu« melden. Gießen, 15. Juli 1881. Großh. Amtsgericht. 4791) Puckel. Zagdverpachtuug ;u Mllingen. Montag den 1. August, Vormittags 11 Uhr, soll auf dem Gemeindehaus zu Vil- lingen die der Gemeinde zustehende Jagd von ca. 900 Hectaren Feld und Wald auf 6 Jahre öffentlich verpachtet roerden. Villingen, den 16. Juli 1881. Großh. Bürgermeisterei Villingen. 4793) Zimmer. Arlirits Vergebung. Freitag den 22. d. M., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Rathhaussaale zu Groß' Linden die zur Herstellung eines Eanals und einer Schleuße daselbst erforder- l'chen Arbeiten, als: JL Maurerarbeit, veranschlagt zu 212,92 Steinbauerarbeit ( Lunzstein - lieserung), veranschlagt zu 296,83 Zimmerarbeit, „ „ 126,77 Schmiedarbeit, M „ 19,00 durch Versteigerung unter den in obigem Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen in Accord vergeben werden. Groß-Linden, am 18. Juli 1881. Großh. Bürgermeisterei Groß-Lmden. I. A.: 4794) Seuling, prov. Bezirksbauaufseber.______ Arbeitsversteigerung Nächsten Freitag den 22. ds. Mts., Vormittags 9 Uhr, soll das Graben eines Brunnens, veranschlagt zu 606 JL, aus hiesiger Bürgermeisterei versteigert werden. Wieseck, den 18. Juli 1881. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. 4785) Lang. Montag den 25. d. M., Vormittais 9 Uhr. sollen sämmtliche Weinvor- räthe, sowie sonstiges Inventar, der Firma Jockel & Fendt gehörig, in der Wohnung des Karl Jockel II. Wiitwe öffentlich gegen Baarzahlung versteigert werden. Proben können Samstag den 23. ds. M., Vormittags von 10 bis 12 Uhr und am Versteigerungstaze genommen werden. Hungen, den 16. Juli 1881. Großherzogliches OrtSgericht. 4755) Bender. Feilgebotenes. Eine Drehbank, 14 Fuß lang, mit Support und sämmt- lichem Zubebör, Schneidzeug rc. billig zu verkaufen. Näh, i d. Exped. ds- Bl. (4544 Zum Linmschen empfehle echten (4797 Colonialzucker. Gg. Wilh. Weidig 4582) Eine Gartenbütte, sowie 1 Fenster billig zu verkaufen. FranksuNerstr. E- 80. Papierlatcrnen großes Lager, bei Panhien Fabrikpreise, empfiehlt (4796 Ernst Balser. 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