d)r. 270 Samstag den 19. November 1881. Aichener HtMger Aifkige- mb Amtsblck ftr brn Kreis Citßkn. ~ • ■ -----— —— ■ Prell vierteliährNch 2 Mark 20 Pf. mit Bringer lohn. Vureau r Echulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Durch bic Post bezogen v.erteljLhrlich 2 Mark 50 Pf. Sie kaiserliche Botschaft >ur Eröffnung des Beichrtags. Wir Wilhelm von GoiteS Gnaden Deutscher Kaiser und König von Preußen tbun kund und fügen hiermit zu wissen: W'r haben den Reichstag, den lm vorigen Reichstage kundgegebenen Wünschen entsprechend, dem früheren Brauche entgegen, noch im laufenden Jahre berufen, um seine Thütigkett zunächst für die Feststellung des ReichSbauSbalts Etats in Anspruch zu nehmen. Der Entwurf wird dem Reichstag unverzüglich zugehen. Derselbe zeigt ein ersreulicheS B'ld der fortschreitenden finanziellen Entw-ctelung des Ruches und von dem guten Erfolge der unter Zustimmung des Reichstages eingeschlagenen Wirthschastspolttik Dt' Steigerung der den einzelnen Bundesstaaten vom Reich zu überweisenden Betrüge ist erheblich höher als die Steigerung der Matricularbeiträge; daß der Gefammt- betrag der letzteren im Vergleich nut dem laufenden R chnungSjahre eine Erhöhung erfahren bat. findet seine Begründung in den Einnahme-Ausfallen und m den Bedürf- nifitn, w-l-de im Jnterefse des Reiches nicht, ab,uweisen sind. Die Einigung, welcbe mit der fre'en Stadt Hamburg über die Modalitäten ihre» Einschlusses in das deutsche Zollgebiet erzielt worden ist, wird der Reichstag mit uns als einen erfreul-cben Fortschritt zu dem durch die Reichsverfassung gesteckten Ziele der Einheit D utscdlands als Zoll- und Handelsgebiet begrüßen. Die verbündeten Regierungen sind der Ueberzeugung, daß der Reichstag den Abschluß der deutschen Einheit nach dieser Seite bin und die Vortheile, welche dem Reich und seiner größten Handelsstadt auS demselben erwachsen werden, durch den Kostenbeitrag des Reiches nicht zu theuer erkauft finden und dem hierauf bezüglichen Gesetzentwurf die Zustimmung ertheilen w^rdn ^^ben. die geschäftlichen Uebelstände zu beseitigen, welche sich aus der Eoncurrenz der Reichslagssession nut den Sitzungsperioden der Landtage ergeben, hatten die verbündeten Regierungen dem vorigen Reichstag einen Gesetzcmwurf vor- aelrgt. der eine Verlängerung der LeaiSlatur- und Budgetpcrwden des Reiches vorschlug, über den aber eine Verständigung nicht bat erreicht werden können. Die geschäitliche Nothlage der R egierungen und die Rothwendigkeit den Verhandlungen der gesetzgebenden Körper des Reichs sowohl wie der Einzclstaaten die unentbehrliche reit und freie Bewegung zu sichern, veranlaßt die verbündeten Regierungen, der Beschlußnabme des Reichstags wiederum eine entspreche,ide Vorlage zu unterbreiten. Schon im Februar d. I haben wir unsere Ueberzeugung ousipiechen lassen, daß die Heilung der socialen Schäden nicht ausschließlich un Wege der Repression socral- demokratiicher Ausschreitungen, sondern gleichmäßig aut dem der.positiven Forderung des Wobles der Arbeiter zu suchen sein werde. Wir halten es tüt ^sere kaiserliche Pflicht, dem Reichstag diese Aufgabe von Neuem an's Herz zu legen. Wir werden mit um so größerer Befriedigung auf alle Erfolge, nvt denen Gott Unsere Regierung sichtlich gesegnet bat. zurückblicken, wenn es Uns gelänge, dereinst das Bewußtsein mtt- zunebmen. dem Vaterlande neue und dauernde Bürgichasten seines inneren Friedens und den Hilfsbedürftigen größere Sicherheit und Ergiebigkeit des Beistandes, aus den sie Anspruch haben, zu hinterlassen In unseren darauf gerichteten Bestrcbungen ->nd Wir der Zustimmung aller verbündeten Regierungen gewiß und vertrauen aus die Unterstützung des Reichstags ohne Unterschied der Parteistellungei'. diesem Sinne wird zunächst der von den verbündeten Regierungen in der vorigen Session vorgclegte Entwurf eines Gesetzes über die Versicherung der Urbetter gegen Betriebs.Unfälle mit Rücksicht aus die im Reichstag stattgehabten Verhandlungen über denselben eine Umarbeitung unterzogen, um-die erneute Berothung desselben vor- iubereitcn. Ergänzend wird ihm eine Vorlage zur Leite treten welche sich eme glcich- mäßiac Organisation des gewerblichen Krarkei kastenwcsens zur Ausgabe stellt; aber auch Dieienigen, welche durch Alter od.r Invalidität erwerbsunsah.g werden, haben der Gcsammtbcu gegenüber einen begründeten Anspruch aus cm höheres Mag staatlicher Fürso'ge, als ihnen bisher hat zu Theil werden können. Für diese AÜrtorge die rechten Mittel und Wege zu finden. ist eine schwierige, aber auch eme der höchsten Ausgaben jedeS Gemeinwesens, welches aus den sittlichen Fundamenten des christlichen Volkslebens steht- Der engere Anschluß an die realen Kra'te dieses Volkslebens und | das »^usammenfassen der letzteren in der Form corporauoer Genosterschatten unter staatuchem Schutz und staatlicher Förderung werden, w,e wir host-n, die Losung auch von Ausgaben möglich machen, denen die Staatsgewalt ollem in gleichem Umfange nickt gewachsen sein würde. Immerhin aber wird auch auf diesem Wege das Ziel Nicht ohne die Aufwendung erheblicher Mittel zu erreichen sein. — Auch die weitere Durchführung der in den letzten Jahren begonnenen ^ttuer- reform weift auf die Eröffnung ergiebiger Einnahmequellen durch .ndirecte Reichssteuern hin, um die Regierungen in den Ltand zu setzem dafür drückende directe ^.andes- steuern abzuschaffen, dre Gemeinden von Armen- und Lchullasten. von Zuschlägen zu Grund- und Personalsteuern und von anderen drückenden dirccten Abgaben zu entlasten. Der sicherste Weg hierzu liegt nach den in den benachbarten Lande^ gemachten Erfahrungen in der Einführung des Tabaksmonopols. über welche Wir die Entscheidung der gesetzgebenden Körper des Reiches herbe,zusuhrcn beabsichtigen. Hierdurch und demnächst dmck Wiederholung früherer Antrag, auf stmkere Besteuerung der Getränke sollen nicht finanzielle Ueberschüsse erstrebt werden, sondern die Umwandlung der bestehenden directen Staats- und Gemeindelasten in weniger druckende uv directc Reichssteuern. Diese Bestrebungen sind nicht nur von fiscoli^chen, sondern auch von reactionärcn Hintergedanken frei. Ihre Wirkung am polttischem Gebiete wird allein die sein, daß wir kommenden Generationen das neuerstandene Reich gefestigt durch gemeinsame und ergiebige Finanzen hinterlassen L>re Vorbereitung sur wettere Beschlußnabmen über die erwähnten socialen und politischen Rerormen besteht m der Herstellung einer zuverlässigen Berufs-Stattftik von der Bevölkerung des Reiches, sür welche bisher genügendes und sicheres Material nicht vorttegt. ^owett dics un Verwaltungswege beschafft werden kann, wird es in Kurzem gesammelt sein, vollständige Unterlagen aber werden nur durch gesetzliche Anordnung, deren Entwurf dem Reichstag zugehen wird, zu gewinnen sein. .. ... * Wenn auf dem Gebiete der inneren Reichs-Emrichtungen wettgrenende und schwierige Aufgaben bevorsteben, deren Lösung in der kurzen ^rift einer Lefsion mcht ui bewältigen ist, zu deren Anregung wir aber vor Gott und M'.nschcn. ohne Rücksicht auf den unmittelbaren Erfolg derselben, uns verpflichtet halten, so macht es uns um so mehr Freude uns über die Lage unserer auswärtigen Politik nut völliger Besrie- diauna aussprechen zu können Wenn es in den letzten zehn Jabren. un Widerspruch mit manchen Dorbersagungen und Befürchtungen, gelungen ist, Deutschland die Leg- nunaen des Friedens zu erhalten, so haben wir dock in fernem dieser Jahre mit dem gleichen Vertrauen auf die Fortdauer dieser Wohlthat in die Zukuntt geblickt, wie m dem gegenwärtigen. Die Begegnungen, welche wir in Gastein mit dem Kaiser von Oesterreich und König von Ungarn und in Danzig mit dem Kaiser von Rußland hotten, waren der Ausdruck der engeren persönlichen und politischen Beziehungen, welche Uns mit ben Uns so nahe befteundcten Monarchen und Deutschland mit den beiden macmtgen Rachbarreichen verbinden. Diese von gegenseitigem Verttauen getragenen Beziehungen Deutschland. m. Darmstadt, 17. Nov. In Betteff der Lnrndhabung der Sonntags- feier hat der Abg Wasserburg bei dem Bureau der Kammer folgende, vom 13. d. M. batirte Interpellation übergeben: 1. „Nach welchen Gesichtspunkten verfahren die Polizeibebörden im Allgemeinen, speziell die Polizeibehörden von Mainz, bei Er tbeilung von Dispensationen von der gesetzlichen Sonntagsfeier'< 2. Smd darüber Instructionen erlassen und welches" Die beigegebenen Motive führen u. A. auS: In Ma.nz war bezüglich der Sonntagsfeier im Laufe der Zeit eine gewisse Nachsicht cln- getriten, die ziemlich weit um sich gegriffen hatte, als plötzlich d e Polizeibehörden vor einigen Monaten mit großer Rigorosität namentlich gegen solche Ladenbesiher etn .chritten, die nicht ganz streng der bestehenden gesetzlichen Ordnung nachgelebt hatten. Da Jedermann in allen sittlich erlaubten Dingen dem Gesetze gehorchen mutz, laßt sich gegen das Elnschretten der Polizeibehörden etwas Stichhaltiges nicht Vorbringen; aber es muß Bedenken erregen, daß man nicht mit derselben Rigorosität, mit welcher man dem Handel gegenüber das Gesetz aufrecht erhält, zum Schutz der Arbeiter einschrettet, welche einem moralischen Zwang zur SonntagSarbeit nicht widerstehen können. Das Gesetz über die Sonntagsfeier hat ohne Zweifel seine ethische Bedeutung, und ich persönlich stelle dieselbe sehr hoch; wenn ick gleichwohl hier nicht darauf reflecttre so rührt das daher, daß bei dem materiellen Zuge der Zeit ethische Bedenken wenig Anklang finden und der Etbik überlassen bleiben muß. die Verletzung der ihr schuldigen Rücksichten selbst zu rächen, was sie auch in einem ebenso erfreulichen wie ausgiebigem Maße thut Ich stelle mich hier led'glich auf den volkswirthschaftlichen Ltandpunkt, und von d.esem ist es viel richtiger, daß das Gesetz über die Smmtagsfeier nach der Richiung der SonntagSarbeit, als nach der Richtung des SonntagShandels aufrecht erhalten werde. Der arbeitende Theil deS Dolkrs braucht eine Unterbrechung seiner Arbeiten, er braucht eine Ruhe, um seine Kräfte wiederherzuftellen. und wer ihm diese Ruhe nimmt, zerstört seine Kraft, um Vortheil aus derselben zu ziehen. Weil die Arbeiter das vielfach nicht einfeben, weil sie meinen, mehr Geld zu verdienen, während nicht einmal das der Fall ist - denn die Sonntagsarbeit mehrt ^as Angebot und vermehrtes Angebot drückt den Lohn - darum hat das Gesetz Vorsorge für sie getroffen, und weil sie sich, selbst wenn sic es einsehen, dem moralischen Zwange, der auf sie geübt wirb, nicht entziehen können, darum hat das Gesetz sic schützen wollen und die Polizei angewiesen, nicht zu dulden, daß Sonntags gearbeitet werde, außer in den ganz bestimmten Fällen, in welchen bie Polizei von Fall zu Fall dispknsiren soll." Die Motive schildern schließlich eingehend die SonntagSarbeit bei der Ummhrung der Eisenbahn in Mainz. , . ., Berlin, 16. November. Dem neuen Eabinet Gambetta s wird die ficht zugeschrirben, eine voVstLndiqe Umwälzung tm sranzöfischen Etsenbayu. wesen bewerküelllgen zu wollen. Wir hoben schon neulich daraus hingewiesen, daß daS Provilorium, wie es tut Zeit in Frankreich besteht, die größten und empfindlichsten Mißstände mit sich bringt. In dem Eintritt Allain. Targör's in das Cabinet Gambetta's erblickt man die unbezweifelbare Absicht des neuen Premiers, die Verstaatlichung der ftanzöstschen Eisenbahnen mit aller Energie herbei,usübren. Targör war es, der bei der großen Ersenbahn-Debatte im Jahr« 1877 in zweitägiger Rede sich für die vollständige Verstaatlichung der gelammten Eisenbah en Frankreichs ausgesprochen hat. Bei der Abneigung, welche Löon-Say gerade gegen dre allgemeine Verstaatlichung zur Schau trägt, wird man nicht irre gehen, wenn man annimmt, daß gerade in dieser Frage sein Eintltit in das neue Cabinet gescheitert ist. — Es hat wenig Wahischetnlichkett für sich, daß die Wahl des Reichs. tags-Präsidiums sich so glatt vollziehen wird, wie von mancher Seite, die bereits über die verschiedenen Ehrenämter verlügt, angenommen ,« werden scheint. Man wird auf mehrere Wahlgänge sich gefaßt machen müffen, wenn nicht jene katholisch-liberale ReichStags-Majorität", sich sofort zusammenfindet und über di« Piäsidenterwabl sich verständigt. Die Situation tm jetzigen Reichstage ist doch «ine wesentlich andere, alS in der verflossenen Legislatm. P1T Ot,,_ Das Resultat sämmtlicher Stichwahlen ltezt jetzt vor und stellen sich darnach die Parteien im Reichstage, vorbehaltlich einer etwaigen ganz uub«. deutenden Berichtigung in Folge ungenauer Angaben in der Parteibe,etchnuvg der Gewählten, wie folgt, zusammen: Liberale: 6 Gemäßigte, 47 National, liberale, 45 Secelstonisten, 56 Fortschrittler, 8 süddeutsche Volksvarteiler^-162, Eorservative: Deutsch-Conservative 57, Frei - Couservative 25 — »2, Centrum = 98, Welsen — 9, Polen = 16, elsässische Protestler == 15, Social, demokraten = 13, Dänen = 2. Gewonnen Haien darrach die Liberalen 36 Eitze (die Nationalliberalen verloren an die enischieden Lcberaien U) die Conser- vativen verloren 24. Zweimal gewählt sind: F.-U Hobrecht, Lüders Rickert, Eugen Richter, v. Saucken-Tarputschen, Leu,mann (L.berale) v- Lchorlemer. Alst (Centrum), Stöcker (conf.) und Liebknecht (Socnldemokat). Dre mal gewählt find: v. Forckenbeck (lib.) es sind also mit Einschluß der Wahl an Stelle des verstorbinen Abg. Franssen 13 Wahlen nothig. Am schwersten in den Stichwahlen find die Frei-Conscivattven geschädigt, deren Führer, v. Kar« dorff, v. Varnbüler, Fürst Hohenlohe-Langenburg (Letzterer gegen den Volks. | parteiler Karl Mayer) unterlegen find. Herr v. Kardorff, der eifrigste Ver- bilden eine zuverläfsiae Bürgschaft für die Fortdauer des Friedens, auf welche di« Politik ber drei Äaiferpöfe in voller Uebereinftimmung gerichtet ist; da-auf, baß biete gemeinsame Friedenspolitik eine erfolgreiche fein werde dürfen wir um so sicherer bauen, als auch unsere Beziehungen zu allen anderen Mächten die frenndttchsten sind. Der Glaube an die friedliebende Zuverlässigkeit der deutschen Politik hat bei allen Völkern einen Bestand genommen, ben zu stärken und zu rechtfertigen, wir als unsere vornehmste Pflicht gegen Gott und gegen das deutsche Vaterland betrachten Urkundlich unter Unser höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedruckten kaffer- lichm Jnsieael. Gegeben Berlin, 17. November 1881. • gez. Wilhelm. gez. Fürst von BiSmarck. etngrladni. Die verehr! Gießen »«der 2) Die 3) E-gä 4) Dir Gieß, .Monty btn ... . Nachm't ^llen m btr fiut ..Trante, 1M MMenb uerftei Netzen, ben 18. 7599) Uochd lichste Mj und neue l ^kommen N»i bä* um die fl' Eitern dür sicht wiedei ist, was }i Schule geft seitS den d Leiten der wandt wer! ;u Kalten, stcckung i könnten. Gießen Groß 7603) Verwischt«*. SBtciflein, 13. SKoocmbet. Der dieSsöhrige gefegneik Hnbst, t>cr nun feinem ($n6e na\)t, Hai die geraten Erwariungen weit übeettoffen. Den Schluß der Lefe biloet fo N,rn- hd) ein gi oberer Weinberg in elfter Lage, mit einer Fülle foich koioffaier Trauben, daß die WetnberflSvrahte die Last derselben raum zu tragen vermögen. Der Blick durch die aeraoe uenigen Wrngert-Zeilen gewahrt ein reizendes Bild, wie cS hier fett langen Jahren nicht ae- »ehrn wurde. Gestern bereits hielten 2 Forenscn feierlichen Herbstjchiuß unter Mummen ^anz und festlichem Umzuge mit finnigen, geschmackvollen Dekorationen, zierlich gekleideten Bacchantinnen und dem unvermeidlichen Bacchus. Sodann wurde unter freiem Himmel bas Lied: Großer Gott, wir preisen Dich", abgesungen, welches durch die kräftige Stimmen der jugendlichen wnollchcn und männlichen Winzerinnen und Winzer einen imposanten Eindruck hervorbrachte. Die Weinkeller waren großentheilS leer, eine Complettnung that Roth und ist dem geplagten Winzer der heurige Herostsegen von Herzen zu gönnen. — sDas Alter der Fakultäten.) Man stritt über das Alter der Fakultäten. Pah" sagte cm junger Gelehrter, „überaus leicht zu entscheiden. Ausstellung des Baumes der Er' kenntniß erstes Dogma: Theologie. Eninchmung einer Rippe von Adam __ erste chirurgische Operation: Med,ein. Unierredung der Schlange mit Eva wegen des Avfelbisscs — erste philosophische Beweisführung.- Philosophie. Auslretbung Adams und Eoa s aus dem Paradiese — erster Iustizakl. Ermordung Abel's durch jtatn — erster Enmrnalfall- Jurlsprudenz. ' Altkatholischer Gottesdienst Sonntag den 20. November, Vormittags 9 Uhr, ____________'n der HoSpitalkirche. gelammten Pläne des Kanzlers auch Anzefichts der gegenwärtigen Lage mit lolcher Entschiedenheit eintrete, so sei für den Fürsten B.Srnarck zunächst fern Grund vorhanden, dem Dienste des Vaterlandes zu entsageu. Es werbe sich nun darum handeln, ob sich in dem nruen Reichstag eine Mehrheit finde, welche bereit sei, die weitgreisenden schwierigen Aufgaben, deren Anregung der Kaiser sür seine Herrscherpflicht hielt, mit dem Kanzler in Angriff zu nehmen oder ob dieser und zugleich wohl der Kaiser auf dieses letzte schöne ^tdeal seines Lebens verzichten soll. Bremen, 17. November. Von dem Vogt der Insel Neuwerk ist heule Nachmittag bei der Geiellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger folgendes Telegramm eingegangen: Von oern ceutschen Ewer „Anna Rebekka", Capitän Claussen, von Rostock mit Stückgütern bestimmt, bei Eitzenloch gestrandet, sind zwei Personen durch das Rettungsboot der Station Neuwert Freiherr von Diergard" gerettet worden. Das Boot war 4 Stunven Unlciwea«. Weststurm mit Regen. Rom, 17. Nooembcr. Der König und die Königin stnd heute M ttaa hier eingetroff n. von den Ministern, den obersten Hofchargen, dem Syndikus und den Spitzen der Behörden am Bahnhofe empfangen. Damen überreichten der Königin einen prachtvollen Blumenstrauß. 18 Gcwerkoerein- mit turen Bannern, mehr als 4000 Personen begleiteten den Wagen de« KömgspaareS bis in den Quirinal, wo L.tzteres mit dem Kronprinzen auf dem Balkon erschien und für die enthusiastische Kundgebung dankte. Baden-Baden, 17. Novbr. Der Großherzog hat auch die letzte Nacht größlenlheiis ruhig schlafend verbracht. Temperatur 36,8 Grad, Puls 78. Dec Zustand des Patienten Ist durchaus befriedigend. Karlsruhe, 17. November. Der an der Lungenentzündung erkrankte Prinz Wilhelm von Baden befindet sich auf dem Wege der Besserung, fühlt sich jedoch .wch sehr schwach. " 9' 19 Dublin, 17. November. Gestern Abend sand an Bord des Dampfers „Severn", aus der Fahrt von Bristol nach Glasgow, ernt Dyaamit-Elplosion statt, durch welche 9 Peisonen getödtet und 43 schwer verletzt wurden. Der Dampfer wurde mit zertrümmerten Verdecken noch KingSlown bugsirt. Dir Pfarrgejchäftc für dir Woche vom 2«>. bis 26. November beiorar ______ _ Pfarrer S ch loj s e r. 'S. iss Frankfurt a. M., den 18.Novbr., Nachmittags 2 Uhr 15 Mn- lTelear. G>our6hnHAf Handel und Verkehr. Köln, 14. November. Sicherem Bernehmen der „K. Z." noch joll demnächst nach dem SöOTßanflC der meisten östlich.n Staats- uno Prlvat-Et'envahnvecwailungen auch ,m Gebiete der königlichen Eiienbahndtrection (linksrheinisch) damit vorgegangrn werd.n, die Revlston der Fabr- b.llele ausichlteßttch während des Aufenthalts d.r Züge auf den Stationen vornehmen zu lassen und den Brauch, das de Schaffner die Blllelreviston währeno der Fahrt vom Trittbrett aus vornehmen, gänzlich abzustellen. Diese Matzrcgel bezweckt vornehmlich, das dem Publikum namentlich in der kalten Jahreszeit lästige wiederholte Oeffncn der Fenster zum Aweck der Bllletrevtston zu beseitigen, sodann aber den öfteren Unfällen, denen d.e Schaffner bei dl-iem gefährlichen Dienste ausgesetzt sind, vorzubcugen. Bon dem reisenden Publikum ist zu erwarten, daß es das Scimge dazu beitragen wird, um die schnelle und allgemeine Einführung die,er Verbesserung zu ermöglichen. Bor Allem empfiehlt es sich, daß die Reisenden sich möa^ ltchst rechtzeitig auf ben Stationen einfinden, damit die Revision der Bille re nicht auf die bfcten Minuten vor der fahrplanmäßigen Abfahrtszeit zusammrngedrängt werbe, zumal als die Bahnverwaltung in Zukunft keine Gewähr dafür übernehmen kann, daß diejenigen welch" spater als drei Stauten vor der Abfahrtszeit ihr Billet gelöst haben, B-föreerunq mit dem betreffenden Zuge finden. Ganz br,onderö werden a,er solche Passagiere, welche Gepäck mit pd) fuhren, tur zeitiges Eintreffen zu sorgen haben, oa nach dem '^ecriebsreglement die M.t' nähme des Gepäcks, welches nicht spätest ns 15 Minuten vor Abgang des Zuges eingeliefert ist, nicht beansprucht werben kann. ö ° 8 ungenqctt M ein gutes q «rtJel6tra“n,r r^edbei(unggßQr "Ebenen A dahier roetbtn. ®t0^ SaniRanetr 2^tn in ?*tt( ?er i er Jjet 1‘eigttt. U’r «nb den 17 7585) Kirchliche Anzeigen der evangelischciiGemeinde ruGicßcn. Gottesdienst: Sonntag, den 20. November. „ Todtenfefit. Morgens 9 Vz Uhr in der Stadtkirche: Pfarrer Schlosser m (Mitwirkung des Kirchcngesangverrins.) Nachmittags 2 Uh- in bet Fr,e dH ° fs tap . tt<: Pf.rr.r Dr. Naumann. m „ Donnerstag den 24. November: Im Gymnasium Bibelstunde, Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Schlosser. Am Sonntag, den 27. November, als am 1. Advent wird das aefeiext werdin. Dir Beichte findet Tags zuvor, Nachmittags 2 Uhr statt. An diesem Tage wird nach beioen Gottesdiensten eine Kollerte zum Besten der hiesigen K.rchenkasse erhoben. 1 tretet der Schutzzöllner, ist von Herrn v. Forckenbeck besiegt, trotzdem er seine Wähler noch sehr genau vorher über seine politischen Ansichten aufgeklärt hat. Sehr unliebsames Aussehen in den betheiltgten Kreisen macht auch die Niederlage des sonst allgemein beliebten Fürsten v. Hohenlohe. — Nach Annahme deS Antrags aus Aufhebung der Simultanschuleu ist da- bayerische Abgeordnetenhaus noch einen Schritt weiter gegangen, und hat einen zweiten Antrag Mayer aus Aufhebung der obligatorischen Cwtlehe accep- tlrt. Der Justtzmintster v. Fäustle hatte sich ausführlich gegen den Antrag ausgesprochen, die Motive desselben widerlegt und die Undurchführbarkeit des- selben nachgewiesen; er schloß mit dem Bemerken, er sei Angesichts besten vom Gesammtministerium ermächtigt, zu erklären, daß dastelbe nicht in der Lage sei, die Krone im Sinne des Antrags zu berathen. Von einer Durchführung dcö Antrags list natürlich Eeü.e Rede, da schon das bayerische Oberhaus nicht dafür eintreten wird; aber man kann doch schon erkennen, welche Forderungen das Centrum — auch im Reichstag für den Preis, Regierungspartei zu werden, stellen wird. — Die Prügelstrafe ist und bleibt verpönt. Der Minister des Innern hat sich aus einem speciellen Anlaß dahin ausgesprochen, daß er die Anwendung der Prügelstrafe als DiSciplinarstrafr in den Corrections-Anstalten sür principtell unzulässig Halle, da dieselbe durch Circular-Erlasse aus den Jahren 1869 und 1876 allgemein abgeschafft sei. Den Anlaß zu dieser Erklärung gab ein von dem vorjährigen hannoverschen Prooinzial-Landtag gefaßter Be- schluß, welcher die Wiedereinführung der körperlichen Züchtigung an der Pro- vinzialBrsterungsanstalt zu Morungen bezweckte. Berlin, 16. Novbr. Aus München geht der „Berl. Börseu-Ztg." folgende sensationelle Nachricht zu, die wir der Curiosität wegen unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. In Äbgeordnetenkreisen ventilirt man die Frage, durch eine die Abgeschloffenheit des Königs behandelnde Interpellation an die Regierung Klarheit darüber zu gewinnen, ob es tm Können der Regierung liegt, den Monarchen zu einer Aenderung des Verhältnistcs zwischen ihm und dem Volke, zu einer Präcrsirung seiner Stellung als regierendes Staatsober. Haupt oder als königlicher Privatmann zu bestimmen. Rußland. Petersburg, 14. Novbr. Ende voriger Woche kam es, nach einem Telegramm des „Berl. Tagebl.", an der hiesigen Universität zu ernsten Scenen. Einem der JnspectionS-Gehülfen war ein Student ausgefallen. Ec fragte den- selben nach der Legilimarionskarte und brachte ihn, da er diese nicht bei sich hatte, zum Rector. Andere Studenten machten ihrem Merger hierüber Lust. Worte wie Spion rc. fielen. Der Rector cttirte andern Tag-s alle Studen- ten in die Aula und beruhigte die Gemüther. Die Studenten fint besonders erregt gewesen, weil sie kurz vorher gehört, daß ein jüngst anetirter Student in einem unbewachten Augenblick einen Selbstmordversuch gemacht. Sie be- haupten, jener Jnspectionsgehülfe habe auch die frühere Arretirung veranlaßt, und sie wollten deshalb nur wissen, was aus dem zuerst Arretirtcn geworden. — Der zuletzt Arretirte nennt sich Alexandrow. In seiner in der Nadcsh. dinskaja gelegenen Wohnung — die Polizei will übrigens Grund zur Ver- muthunq haben, daß er zwei verschiedene Wohnungen hterselbst unter verschiedenen Namen inne gehabt — wurde eine Geheimdruckerei entdeckt; angeblich wurde auch von einigen Anwesenden bei der Verhaflung Widerstand geleistet. Fernerhin wird von wohlunterrichteter Sette erzählt, die Polizei habe auch Dynamit, sowie einzelne Thetle von Sprenageschoffen daselbst vorgefunden. Der zweite vor mehreren Wochen in der Konstanlinow'schen Junkecschule acre- ttrte Junker stammt aus Kiew. Amerika. Washington, 15. November. Nach den Berichten des Bureaus für Landwirthschaft, welche bis zum 1. ds. reichen, stellt sich die di-sjähriae Baumwollernte als erheblich weniger groß als im Jahre 1880 heraus. Die Ver- yWiderung derselben beträgt im Vergleich mit oem vorigen Jahre 33 ußt fftr Louisiana, 40 pCt. für Texas, 60 pCt. sür Arcansas, 30 pCt. für Nord. Carolina, 15 pCt. für Florida, 42 pCt. für Tenneffee. Eine Vermehrung von 13 pCt. ergiebt sich für Alabama; ein günstigerer Ernte-Ertrag stellt stck auch für Süd.Carolina, Georgia und Mississippi heraus. Der mittlere Durchschnitt der Weizenernte stellt sich aus 10% Scheffel per Acre 13‘Ao Sch-ffel im Jahre 1880, watTeinen Ausfall von tm ©an n L 100.000!000 Scheffeln ergiebt. Die Quolität des Wetzens ist eine vorzüa. Uche. Mats ergiebt 20>/2 Scheffel per Acre, «eg-n das Vorjahr stellt ^fjch son.ch eine Verminderung des Ertrags von 25 pCt. heraus; die Qualität bleibt hinter dem mittleren Durchschnitt zurück. An Cerealien trurden tm Telegraphische Depeschen. Wolff« telegr Korrespondenz. Bur-uu. 9nn Der Eröffnung des Reichstags wohnten etwa 200 Abgeordnete bei. Fürst Btöniarck an der Spitze des BnndeÄrathS stand links von dem verhüllten Throne un > the.lte mit, der Kaiser sei zu feinem Bedauern durch Unwohlsein verhindert, -en Reichstag ne sönltch -u die kaiserliche B-tschast und er-lärte den Reichstag ür öff ' Der bayensche Gesandte brachte -in dreimaliges von d-t. Anwe, ude, nthÜ- siastisch aufgenowmrnes Hoch auf den Kaiser aus 9 B-rlin, 17. Noobr. Reichstag. Gras Moltke übernimmt den Äiters- o°?J,6u,Unbr6etUft «chr'Mührer. Der namentltche Aufruf eruiebt 242 Anwesende. Der R-tchstag ist also beschlußfähig. Am So.nnäbe n?Ü 2 Uhr findet bie Präsidentenwahl statt. - Der „ReichS-Anz." schreibt: Es mar bis heute früh bie abfidtt des Kaisers, den Reichstag persönitch zu eröffnen, doch hu, der Kaffer auf den dringenden Rath der Aerzte in Folge eines gestern Aben', eingetretenen lcickten Unwohlseins schließlich auf die Ausführung seiner Absichr verzich et und durck> Ordre vom Heurigen den Reichskanzler ermächttgt, ine Sltzu.i,e.i des Reläis. tags zu eröffnen. Der mit Rücksicht auf die '«»eabsichttgte Auwesbubeit des KanerS angeordnete Gottesdienst in de Schloßkupelle fand ganz so, wie bc b- sichttgt, statt und ungeachtet der Verhi derung des Kaisers an demselben — Dre „Prov-Corresp." erblickt in der kaiserlichen Botschaft d-n volle unzweideutigen Beu eis, daß die b shmge Politik des Re.chskmizlers im Em. । vernehmen mit dem Kaiser befolgt werde, und sagt, wenn tec Kaiser für die &>ae out tnn J ®"6' fttb 'H finb? b«r U!1 r,ll>eai W 3bu[ ift tan fleube« Xcit. a*, ßipuda Jtttnbet, fiud ? Freiherr 1 U[|tP, laumtß Der ih- !Dam - rch dkS apftibifit» und S-a S aul r finmmalfafl: W nach Um im Mitt Der n|ion dn ßahn vornrhmcn z-i hrt tom Tm> mlich, tat t« der Fmstn i°» utLchAn^ Pudllkum ul» eine öiniüM lenden sich nicht auft1? zumal alb W kjenigen, W ;erung mit N« Itße 7 ement Die igeS einzcliescv .CourSb^ ;ö lÄum«”1'- cßcn. j m ann‘ ‘fl£ Kltgemeiner Anzeiger. Nachdem alle Zimmer im Lchulhaus aufs gründ liebste desinficirt, gereinigt und ausgelüftet worden und neue bedenkliche (Erkrankungen nicbt mebr vorgekommen find, fo wird der Unterricbt nächsten Montag den 21. ö. M. um die gewöhnliche Zeit wieder beginnen Die Eltern dürfen demnach ihre Binder mit der Zuverficht wieder zur Schule schicken, daß alles geschehen ist, was ;ur Vermeidung von "Ansteckung in der Sckule geschehen kann. Wir muffen dagegen unsererseits den dringenden Wunsch aussprechen, daß von Seiten der Eltern alle Vorficht und Sorge angewandt werde, um solche Kinder von der Schule fern zu kalten, die durch Krankheit im Hause der An steckung ihrer Mitschülerinnen Vorschub leisten könnten. tdießen, den 17. November 1881. (droßh. Direktion der höh. Mädchenschule. 7603)______________Vigelius._________________ Bekanntmachung. Die verehelichen Mitglieder bei Spar- und Leihkaffen-Bereins Gießen werden zu einer Hauptversammlung auf Montag den 21. d. M., Nachmittags 3 Uhr, in das Sparkassehaus eingeladen. Tagesordnung : 1) Erstattung de- Rechensch fftsberichts für 1880. 2) Die Errichtung einer Pfennigivarkasfe zu Gießen. 3) E gänzungSwahl bei Au-sch xsses. 4) Die Annahme eines neuen Sparkasfedieners. Gießen, ben 2. Noaember 188t. Der Dircctor deS Spar und Leibkaffe-Dereins Gießen: Haberkorn. Montag örn 21. ös. Mts., Nachmittags 3 Ubr, ■foUen in der Flett'schen Hofraitbe hier 1 Nähmaschine, 2 Sopha. 3 ^leider- schränke, 1 Nähtischchen, 2 Kommoden meiftbiettnb versteigert werden. Gießen, den 18. November 1881. Geißler, 7599) Gerichtsvollzieher. Mittwoch den 23. l. M., Mittags 12 Uhr, soll ein gutes Zugpferd, dunkelbrauner Wallach, 7 Jahre alt, erbveribeilungShalber in ber Hofraitbe ber verstorbenen Wilhelm Steul II. Eheleute bahier öffentlich versteigert werben. (7593 Muichenbetm, ben 17. Novbr. 1881. Großh. Orlsgericht Muschenhetm. ___________Roth.___________ Samstag öen 19. Uoormbrr, Nachmittags 2 Ubr, werden in der Flett'schen Hofraitbe dahier 1 Uhr und 2 Nähmaschinen versteigert. Gießen, den 17. November 1881. Bauer, 7585) Großh. Gerichtsvollzieher. Keilgebotenes. 8^ Die beliebten Kalender für 1882: Der Hkff. Hausfreund. so.Jahrg. Gustsv-Adolfskalkndrr.29 Jhrg. find eingetroffen und ä 25 in Gießen zu haben m den Papierhandlungen von Balser, Klee, Kuhn u Spier. 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