1881. Freitag den 18. November Nr. Bureau i Echulfiraße B. 18. Wr. ildda »!# $eiSi (npr>0b!6 M- . tfillU I1J1P ’ Bilie- (753) un«. Trlkgraphischr Depelchrn. Wolff'» telegr. Eorrespondeur - Bureau. loniaiwaaren lsi aus Wochen: nwadchry Mauer Weißnäherin Bl. eschastSleuie, entbal'schr Bkzugnahmt granffuntr fmerksam za beslhloß: ilt Aktien» chädiaende eine Tbeil tleln dabin : Kaufleute on diesem nHf Ss? Hfl- kind fr« ein' gm Wien ^^onlörtn. Atlobrijing m *°f nbfltbolt Papier, tiser, t Klaschev x. Neuenweg 193. Deutschland. DarmSadt, 16. Novrmb». Se- KSnigl. Hohrit ber Großh-rzog nah- men beute mllitSnfdje Meldungen entgegen und empfingen den Omerallteutenant n°n der Armee Frhrn. von dem Bu,che. Haddenhausen, den ©eneia.major v Strantz Commnndeur der 13. Kavallerte-Br.gade, den Oberstlteu.enant b.- LrittMtz und Gaffron, den Commerzienrath Wolfsfthl; zum Vornc^ den SBn iflettalßiäiibenten Schletermacher unb den Geh. Cabmet-rath Dr- Becker. AuS Scffeu-Darmstadt, 15. Novbr. Für Erbauung eines zweiten Gymnasial-Gftbäub es in Darmstadt hat bte Regierung 231,000 JC. von den Stinten Befördert. Dos Bedürsniß der Errichtung eines zweiten Gymnasiums ^ Darmstadt läßt sich nach den der Position beigegebenen Motiven nicht_6e. Breiten. Von gewisier Seite wird nun folgenbet Ausweg v°rge chlagen - DaS Polytechnikum wirb von Darmstadt nach Gießen verlegt unb mit bet dortigen ^rau bie bereits seststehenbe Vorlage betreffs bes Z°llanschluffes bei Ham. bürget Freihasengebietes, tesp. ber Bewilligung der butch Einziehung des bi». bezüglich Deutschlands hat ja feine beut,cfce I f iineUen Fortgänge ber ersten legislativen Arbeiten abhängeu, ob " Rude nacki Austen Hauptsache ist, | oder »g, *«5 H.rbstsesfion noch weitet. Vorlagen gemacht werden. Das Unsallverficherungs.Grfttz in feiner proj.ctitten neuen Form ttirb seben'avs erst ,m nächsten Jahre an ben Reichstag gelangen; denn zetzt wird das statistische Material, welches zur Ausarbeitung dieses Gesetzes ge- wünscht wurde und in so reichem Maße eingegangen ist, erst gefiLtet und zur gesetzgeberischen Verwendung vorbereitet. Landes.UmversttLt vereinigt. Das dadurch in Darmstadt disponibel werdende Gebäude wird dem zweiten Gymnasium Überwiesen. Begründet wird »er . » — rtrt • k 1 1■ 1.. (T\ Ä« eil fr Endlich ist das von Sambetta seit 3 Jahren mit so großem Ges^ck I ^"^^"dädurch, daß das Polytechnikum In Da-mstadt eine seht k°stipiel'ge «.spielte Schauspiel ber Bescheidenheit und Zurückhaltung, mit d r er sich von - --------— “““ öffentlichen Aemtern fern hielt, beendet, unb Premierminister ist et jetzt an die Spitze ber Leitung ber stau,»fischen Repnb! k getreten und damit b°»Zi , wonach et seit Jahren unverrückt strebte, eine unbedingte Herrschaft zu erla - gen, erreicht. Hebet ihm steht nur Grevyl Was ist er in Gauchettas Augen ? Rur ein alter Mann, den jur richtigen Zeit bet S'tte iu schieben dem allmächiige» Premierminister nicht schwer fallen wird. Elf Jahrebat alfo der ehemalige Diktator von Touri dazu gebraucht, um sich zum Herrn Frankreichs aufzuschwingen, und Frankreich hat in 'hu> einen Gebieter erhalte-, deffen Regiment wahrlich nicht zu leicht fern wird, ^"betta hat seine M - fefiraer febr aenau ftubirt, auf feine Kenntlich des französischen National' I »Ä.S k« “ Ä* >,<»>. ».ruf,. ..»Id«. m.4i. »“'Ä >ofen heul' sich für dies, morgen für jenes begeistern, so hat Sambetta auch verschiedene Stad en durchlaufen, bevor sein Emfluß so erstarkt war. wt t j tz . wa man in der Deputittenkammer von einet willenlosen, gefügigen P^tei, die aus seinen Namen schwört, sprechen kann. Als erbitterter Gegner des dritten Kaiser,eiches begann er seine Laufbahn, und als Diktator von Frankreich der den Krieg bis aufs Meffer gegen Deutschland predigte, erwarb er fid) einen populären Namen. Nach dem .Kriege unter dem Regime des ruhigen Thier« konnte der aufbrausende und heftige Mann sich nicht geUenb machen, leine Zeit kam erst wieder, als Mak Mahon den Ltaatsstreick b«™ PUte als „ p„ republikanischen Majorität in ber Kammer uiietlag unb (Biecg ben Präfidentenstuhl an seiner Stelle bestieg. Sambetta übernahm -'' Führung bet R'viiblikaner unb das Präsidium der Kammer, und in b.ser Eigenschaft Hal er\«, hauptsächlich durch sein energisches Auftreten den Mii istern ' R'8«' über, Beiständen, sich zum Herrn der Sttualioi. unb »um faktisch n Leitet d r ftan,»fischen Politik, dem nur der Name noch fehlte 1» machen. Ader in feinen politischen Ansichten ging doch eine Aenderunz vor. Anfangs glühenden ’abicaler Republikaner, wurde er nach unb nach gemäßigter, »efürmßrtete aber tfofcbem noch bie Heimberusung ber vtrbannten Cammunisten aus Neu Caledo nien. Dann trat aber auch der Umschwung ein. Seine früheren BunbeSge. n n „kannten nur ni halb baß Sambetta nicht gleich unter Gleichen fein ni (eitlem außirotdentlich verlchärst hat, wat bte Folge. Zu ben Radikalen. BBm Schlage Clemenceau gesellten sich bald noch die Intransigenten unter Ministenums^ dem er nicht nur ben Namm, (onbetu oud> ^ S-'ft verleiht. । w, unb (Xnot in ba» neue Ministerium über, bie übrigen Minister, selbst yer p, I , _.11O fcHreffä fee» Äoflanftblufie» be» ßam* hXn /» DDtaeioaen sich nicht ju Maschinen in der Hand Gambetta » herab- haben e» vo^"oqen, jw® «^ec al-Resiort bat sich (Sambetta baß Ministerium ces aucuui v--„ (T\».iti*T/inbÄ hnt ia seine brutsche w nigstens nach wieset Leite bin, um Ruhe im Innern zu erzwingen, unb da- wenigsten» naa) t Daß er aber die Würbe, bie er erreicht allen UmstLaben ftstzuhalten g.bentt, geht zur Genüge W hl7»°n ?araüs hervör, daß er erst so spät sich entschloß überhaupt em Ministerium zu bilden, obwohl er doch bereit« vor emigen Jahren volle Ge- leg nhe dazu hatte. Gambe.ta hat gewartet b.s er sich ber un -b.ngt,n Majorität n ber Kammer versichert wußte, bte ihm gestattet, bie Macht, welche er erlangt hat, nach Kräften auszunutzen. Daran werb er es gewiß nich? sehlen laffen, unb bie Franzosen werden balb merken, baß Sambetta ni^t nur Ministerpräfibrnt. sonbein^Hrrr von Frankreich qeworben ijt-- kanzler^mKaL »d«7 ».uw" ™4ntu 8ai®en n,^riufübren. T?e Enticheidung des Kaisers sei nach der Constituirmig des S‘^li.^uen"ai6n'3i0Dtm6el. Die Abgeordnetenkammer berieih heute hen Antrag Lutharbt auf Bestrafung des Soncubinats. Im EmverstLubniß mit de» Antragsteller würbe schließlich eine von M-rgu°rbsen beantragte mo l. Birte Tagesorbnung einstimmig angenommen, welche besagt, baß bie Kammer, Anstalt |ei, bte aber noch unverhältnißmäßig höhere Summen -rf-rdere, wevu sie mit ben technischen Hochschulen in Karlsruhe, Stuttgart, Braunschweig, Hannover unb München concuniren solle. Sm Bebursniß für eine solche Anstalt sei für unser Lanb nicht vorhanden, da die erwähnten, renommirten In ftiture io leicht mit ber Bahn zu erreichen seien. Die LanbtS'Universttät Gießen habe durch bie Annexion von Kurhesien unb Nassau durch Preußen unb ben dadurch bedingten Aufschwung der Universität Marburg VW ge- litten unb es gelte, ihr beizuspringen, was burch die Veretniguiig des Poly technikum« mi? ihr'geschehen werbe. Darmstadt zähle 7»'eme hunber Stu. birenbe, jeder Sin,eine koste dem Staate mehrere Tausende^ Sine wesentUch höhere greqnen, stünde auch für die Zukunft- nicht in Aussicht, wenn nich lauter erste Selebritäten mit für bas Lanb unerfchwinglichen Geldopfern L,r.,f,n trüTben Die jetzigen Opfer virwenbe man zweckmäßiger, wenigstens m'Theil z ' SNftun von Stipinbien. Der setzige Zustanb fchäb.ge zum B sten einer Stabt bas ganze Lanb. Ohne uns für pro ober contra aus- Suchen zu wollen, fo scheinen hoch tiefe Argumente von betten dem Verneh- men nach bie oberhessischen Lanbboien aus^ehen. ber Errnägunfl werth. (Fr. Z.) m Darmstadt 10. November. IGebühren der KreiSärzie und KrelS- BiteTinärär xtt I Nach derMedicinaitoxe von 1865 haben d>e Kreisärzte für aUc auberbalb ihres Wobnortetz, aber innerhalb ihre» DienstbenrkeS vorzunehmenden Neisen ,°uL°s!Urn Zwecken Xa'ggeller (Diäten) in «nfpruch I« linl^tunbcnUTunb mehrfl" ' H'erbei wird der mit dem Geschäfte nothwendig ver- , -Ltunden und' wehr ö Ti. 4? «nfcblaa aebracht, daß, wenn die Entfernung dundenc J-iwu wa w m ba WMn di-H,n. und Herreise flud) veringer Nt als r eincn halben Tag (4 Stunden) erfordert, d'e ganzen ■ai » nrrflüfet 1 Turck d^e neueste Bekanntmachung wird dieser Satz bei großen Hausthieren vergütet ^urw o ' erböbt- Bei auf den Menschen übertragenen Tbier- ?rUnnfhnfen Vrböbt fii diese Gebühr um 2 Die Gebühren für alle an einem Tage I nn'iinvnen Obducttonen dürfen jedoch im Ganzen den Betrag von 12 nicht uber^ fiffien der polizeilich angeordneten Impfung bat der Kreitzvetermär- arz» keine besondere Gebühr zu beanspruchen. Berlin 15. November. Der Duvbesrath hielt heute Nachmittag um 2 Uhr eine Sitzung ab, in welcher, indem die Ausschüsse ih^Berichte erstattet, resp. ihre Anträge gestellt, die Vorlage de- ReichshauShaltS-EtatS pro 1882,83 definitiv festgestellt wurde. Der Etat schließt in Einnahme und Ausgabe m t I 607 234 771 v4L ab, um 13 882,371 v4L mehr als im Vorjahre; die Matri» ^lar-^iträge find aus 115 712 740 um 12.038 371 mehr all im Vor. I fahre anaes-tzl Im Gesetzentwürfe wird die Ermächtigung für den Reichskanzler nachgesucht, zur Verstärkung des ordentlichen Betriebs,ondS bis zu I 70 Mill. JL Schatzanweisungen ausgeben zu können. I _ Dem Reichstage wird, wie wir hören, sosort bei seinem Züsammen- iwluncr "AiMger AilMk- mb Amtsblatt fit ben Kreis Sicht». -------------------- ---------«reis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit vringerlahn. Erscheint tLgttch mit Ausnahme deS Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark SO Pf. da die Regierung flch bereit erklärt habe, eirizuschreüen, über dm Antrag Lut- hardt's zur Tagesordnung übergehe. Baden-Baden, 16. November. Drr Großherzog war von heute früh brS zum Abend fieberfrei- Das Befinden tm Uebügen rft unverändert. Essen, 16. November. Die „Essener 3^ * ist ermächtigt, cas von einigen Zeitungen verbreitete Gerücht von eurer Umwandlung veS Kruppschen EtabliffementS tn eine Acrieu-Gejellschaft für abfoiru unbegründet und erfunden zu erklären. Offenbach, 16. Novbr. Der tn den Wahlkreisen Offenbach-Dieburg und Mainz gewählte Retchslags'Abgeordnete Llebknechr hat das Mandat für ersteren Wahlkreis angenommen. Pari-, 16. November. Gerüchtweise verlautet, daß Challemel-Lacour -um Botschafter in Berlin, L6on Renault für Petersburg und Duchatei für London ernannt seien. — DaS Panzerschiff „Devastation", welches derm Auslaufen aus dem Hasen von Lorrent auf oen Grund gerieth, ist wieder flott geworden und tn den Hasen zurückgrkehrt. Konstantinopel, 15. Novbr. In Folge der Gerüchte, daß Rußland die Regelung der Kriegsentschädigung durch eine terrttorljche Compensatio« verlange, gab der russische Botschafter v. Nowikoff oen Botschaftern der Mächte entgegengesetzte Versicherungen. — Der deutsche Dampfer „Vulkan" geht heute ab: das Prtnctp, daß die Pforte kein Recht habe, durchgehende Maaren zu untersuchen, tst gewahrt worden. Kairo, 16. November. Lord Granville hat unter dem 4. ds. eine Depesche an den englischen Generalconsul Lord Malet gerichtet, tn welcher er erklärt, daß der etnztge Zweck der Politik Englands der sei, die Wohlfahrt Egyptens und den vollen Genuß der Ihm durch die kaiserlichen Fermans bewilligten Freiheit zu sichern. Granville weist ferner auf die Nothwendi^keit von Reformen hin und spricht sich rühmend über die von dem Shells gemachten Anstrengungen aus, diese Reformen zu vollenden. Daö Band, welches Egypten und die Türket verbinde, biete dte beste Garantie gegen jede Intervention einer auswärtigen Macht. England habe immer gesucht, oteS Brnd ausrechtzuerhalten und glaube, Frankreich werde auch fernerhin dieselbe Ansicht thellen. Es sei für beide Länder, wenn sie tm Emverständntß handelten, leicht gewesen, dte Befferung der poltttschen und finanziellen Lage Egyptens zu unterstützen, jeder Plan einer Vergrößerung von ver einen oder anderen Sei.e Würde dies Einvernehmen zerstören. Jeder ist ein Kapitalist. In verschiedenen Sprichwörtern bringt der Volksmund die allgemein verbreiteten Ansichten zum korrekten Ausdruck, daß des Lebens Güter doch recht ungleich und darum ungerecht ausgetheilt worden seien. Nicht immer geht der Einzelne so wert, daß er sich im Besitz des großen Looses oder an Stelle des üppiglebenden Millionärs gesetzt zu sehen wünscht, er würde vielmehr mit einer bescheidenen Existenz zufrieden sein. Da ihm auch diese nicht beschteden ist oder unerreichbar scheint, so hadert er mit seinem Geschick oder denkt still resignirt: Es gibt nun einmal Menschen dte nichts haben sollen und ich bin einer von den Millionen Armen, wie es deren zu allen Zeilen gegeben hat Gewiß ist dte Berechtigung dieses Gedankens nicht von der Hand zu weisen, da sem thatsächlicher Untergrund jeden Augenblick demjenigen sich offenbart, welcher m dw Wohnstätten der Armen seinen Blick richtet. Aber wie cs mit so vielen Begriffen geht, so auch mit dem Begriff der Armuth, des Besitzmangels, der Entbehrung; er ist ein relativer oder abhängiger, abhäiigrg von und verschieden auszufassen in verschiedenen Zetten, Orten, Verhältnissen und Umständen, unter verschiedenen Völkern u- f. w Haben sich mcht unsere Bedürfnisse mit der gesteigerten Cultur an Zahl und Beschaffen. Heck tn einer Weise vermehrt, daß viel eher als sonst der Einzelne sich dem Mangel und dem nothwendigen Verzicht eines unentbehrlich gewordenen Existenzmiltels aeam- übergestellt sieht? u ö Mag man sich über die ungleiche Vertheilung des Kapitals im Einzelnen, über das erfolglose Ankampfen des kleinen gegen den großen Besitz beklagen, über das ungerechte Maß, mit welchem die Früchte der Arbeit zwischen deren Theilnchmern und -Kapitalisten bemessen werden, so kann doch Keiner sagen, daß er überhaupt, also auch als Glied eines ganzen Volkes und der ganzen Menschheit ganz besitzlos und absolut arm sei. Vielmehr hat auch er mit allen seinen Zeitgenossen gemeinsam ein Erbe an- getteten. das ihm nie vorenthalten und ihm nur durch seine eigene Schuld verkürzt webden kann. Aus mühsamen Anfängen hat sich uttser Geschlecht emporgearbeitet - wir sehen Millionen fleißiger Hände neben und nach einander emsig am Werke. Da häuft man täglich an Nahrung, Kleidung und Geräth Vorräthe auf, schafft Wohnungen und Werkzeug zu allerlei Gebrauch macht Land urbar. Ströme schiffbar, baut Kanäle Straßen und Eisenbahnen u. s. w. Alle diese Sachgüter bleiben dem zukünftigen Geschlechte, wie dem gegenwärtigen die von einem früheren erworbenen Dinge und Werthe. Aber außer diesem materiellen Vortheile sammelt sich doch auch ein Fond von Gedanken und Erfahrungen, der nicht durch die Ausnutzung abnimmt sondern gerade dadurch immer mehr erhöht wird. Aus ihm entwickeln sich allmählich die großen gemeingültigen Wahrheiten und Entdeckungen, das geistige Gesammtkapital zu dem materiellen. Auf diese Weise vermag der Einzelne eine Wirksamkeit auf mehrere nachfolgende Geschlechter zu üben und die Früchte des Denkens und ThunS von den Besten des Volkes, sie häufen sich von Jahrhundert zu Jahrhundert und werden so zu dem immer großer wachsenden Erbe der Nation, in welches alle Nachkommen mit ihrer Geburt eintreten Und was ilt doch alles aus grauer Vorzeit her auf uns ge- ben?n roiL nicht Alles wieder für unsere Nachkommen hinzu- ^fügen! Welche ungeheuren Kapitale sind m allen civilisirten Ländern angelegt in Straßen und Transportmitteln, in Landkulturen und Pflanzungen, in Werken und Werkzeugen friedlicher Arbeit oder kriegerischer Vertheidlgung; der Vererbung der ganzen Summe von Denken und Sinnen unserer Vorfahren haben wir es zu danken b n6ftkillen der uns umgebenden Naiurkräfte geworden sind, die rmst dem Menschen nur feindliche Dämonen zu sein schienen. Immer näher kommt der Mensch der Nnizeit dem Ziele, die Arbeit frei zu machen, indem er auf die eisernen Sclaven der Maschinen die Arbeit abwälzt, welche in den frübenen Zeiten seine Vor- Mnn m.t aller Anstrengung ihrer Muskelkraft zu Stande brachten. An allen diesen Errungenscha ten welche nur durch die Arbe.t fixerer Geschlechter möglich geworden sind, haben Alle Reiche wK Arme gleichen Antheil. Und wenn auch in vielen Fällen es In mCnhn*akrta b.s Einzelnen den Uebrigen nichts hülfe, so ist doch das Anwachsen des Gesammtkapitals an B ldung und Gesittung, deren Hauch wir von Jugend auf ewathmen und deren Stempel uns aufaedrückt iff ein @eflen für nnS Alle. So kann al'o genau genommen Niemand sageE er se abso üt ^sitzlos geboren, das Schick,al bade feinen Schooß leer gelassen. Es gibt ein großes Gesammtkapital der ganzen Nation, an dessen materiellen und ideellen Vortbeilen jeder Einzelne gleichen Antheil haben kann; wie groß der auf ihn entfall^de Tbeil des großen Erbes sein wird, das wird auf die Thatkraft, U ei eiw Änb^ Einzelnen ankommen. Cz Lokales. Gießen, 17. November. Die Sitzungen beß Schwurgerichts für daß IV. Quartal beginnen cm 12. December unter dem Dorsitz des Herrn Landgertchtsralh Wiener. — Nachstehende Schauergeschichte theilen wir unter allem Vorbehalt bezüglich deren Richtigkeit mit. In einem Dorfe bei Nidda soll tn einer Schmiede der Lehrling eine Arbeit verdorben haben. Der Meister, hierüber erbost, soll dem Jungen eines glühendes Stück Eisen in den Leid gerannt haben, in Folge dessen Letzterer gestern bereits gestorben ist. , — Dor einigen Tagen fand ein hiesiger Jäger im Wa de einen Menschenschädel mit einem tod) in dem Hintertheil desselben. Das Haar war noch vollständig erhalten. Ob hier ein Verbrechen oder Selbstmord vorltegt, wird wohl sehr schwer zu constattren sein. Verwischtes. — ‘-Oon oei Ahr, 13. November, wird der Bonner Zeitung geschrieben: Auf Wunsch des die Desinficirungsarbeiten an der Landeskrone im Auftrage der königlichen Regierung leitenden Garttn Jnipectors Herrn Ritter ist eine große Quanttiät des vor einigen Tagen in Bonn angekommenen ersten deutschen Petroleums zur Bekämpfung d«r Reblaus hierher gesandt worden. Die Anzahl der mit der Desinficirung beschäftigten Arbeiter belauft sich zur »len auf 388 Mann. — Die diesjährige Hubertusjagd am 3. d. Mts. sollte einem Nimrod in Hagen eine seltene Beute liefern. In einem von Jagern vielbesuchten Garten des Goldbergs wurde vo - einem Freunde des Watdwerks Tags vorher mit Hülfe erdfarbener Blätter unter einem Kohl, strunke ein Hase mit zurückgeschlagenen Löffeln nachgeahml und nicht lange sollte es dauer«, so erscheint auch der Jäger. Mir geübtem Auge unfern Lampe „im Pott" sitzen feben, das Gewehr an die Backe richten und losdrücken — ist das Werk eines Augenblicks und siehe da, nachdem die Blätter fortgewirbelt sind, hat er mit sicherem Schüsse — einen alten Holzschuh' zu Tode gefördert. — [Sin neues Fahrzeugs. Stn Bauernknecht in Ullensvang (Norwegen), Ola Sam- sonsön Mibnaß, hat, schreibt bas „Söndre Bergenh. Bolksbl.", in diesem Herbst ein Fahrzeug auf See gesetzt, von welchem behauptet wird, daß es sich ohne Anwendung von Handkrafi. Segel oder Dampf fortbewegt. Das Fahrzeug, welches in aller Stelle, und fast ohne Be - 'hülfe irgend eines Anderen gebaut worben ist, hat das Aussehen einer kleinen Schaluppe; du äußere Form des Schiffes ist durchaus nicht auffällig, aber desto eigenthümlicher muß wobl das Innere desselben sein. Es ist schon seit längerer Zeit durch Luken und Schlösser jeder Neugierde vorgebeugt worden, wrßhalb nur der Meister selbst und vielleicht noch ein einzelnes Individuum mit der inneren Einrichtung des Schiffes vertraut ist. Man hat über die Sache gespottet und ungläubig mit dem Kops geschüttelt, aber der Betreffende hat sich nickt irre mack>n lassen und setzte unverdrossen seine Arbeit fort, liebet diese geheimnißvolle Erfindung berichtet ferner die „Bergenspost": „Gegenwärtig li gt hier im Hafen (Bergen) ein kleines Fahrzeug, welches hier aus Harbanger angekommen tst. Die Triebkraft dieses Fahrzeuges ist eine Uydrauliche Maschine, welche der junge Harbanger Bauer selbst construtrt und theiis m Bergen, theiis In Stafanger hat unfertigen lassen. Die Zusammensetzung der Maschine ist ein G beimniß, aber in ihren Hauptzügen soll sie darin bestehen, daß sie die Wassersäule, welckc die Schwere des Fahrzeuges durch ein im Boden desselben angebrachtes Loch erzeugt, benutzt. Derselbe junge Mann soll schon als Knabe eine Dampfmaschine angefertigt und eine Himer- ladungskanone nach einem bisher unbekannten System konstruirt haben. — Drei hübsche ebenho'z-schwarze Mohrenknaben erregen in Berlin jetzt vielfache Aufmerksamkeit. Die anscheinend im Alter von etwa 8 bis 12 Jahren stehenden Knaben sind aus dem Innern Afrikas von der Expedition des Majors v Mechow mir hiehergekommen. Die selben sollen hier ausgebildet und europäisch erzogen werden. Gegenwärtig sind st, zunächst mit dem Erlernen der deutschen Sprache beschäftigt, die ihnen jedoch viel Mühe verursacht. Sie wohnen bei Kunstgärtne Teus in der Bülowstraße, der den Major von Mechow auf dessen letzter Forschungsreise 'im Innern Afrika's begleitet hat. Derselbe nimmt sich mit besonderer Vorliebe der Knaben an und diese beweisen ihm große Anhänglichkeit, was aber nicht hindert, daß derselbe öfter zu ganz energischen Erziebungsmaßregeln greifen muß, wenn die wilden Leidenschaften der heißblütigen Afrikaner zum Durchbruch kommen. Erst kürzlich wollte einer, gelegentlich eines Streites, mit dem Messer auf einen anderen loSgehen. Wien, 11. November. Ein grausamer Doppelmord erregte heute in weiteren Kreisen ungewöhnliches Aufsehen. Der Lederarbeiter Julius Dworaczek lebte seit ungefähr 6 Jahren mit der Chansonctten-Sängerin Leopoldine Weiß in einem vertrauten Berhältmß. Vor einigen Tagen wurde ihm hinttrbracht, daß Leopoldine die Absicht habe, bas Verhältniß mit ihm zu lösen und einen Volkssängcr aus Sechshausen, mit dem sie seit langer Zeit bekannt war, zu heirathen. Eß scheint, daß diese Nachricht m ihm den Entschluß reif werden ließ, sich und seine Geliebte zu tobten. Heute Mittag erichien er in Leopoldinens Wohnung und bat sie, ihn zu begleiten, er wolle ihr eine Mantille kaufen. Ahnungslos folgte sie ihm und schlug vor, zu ihrer Freundin, b.r Handarbeiterin Marie Wolfseagcr, zu gehen; diese besitze eine Mantille. wie sie (Leopoldine) ^ern eine haben möchte. Beide gingen al>o zur Wolfsegger, welche bei ihrem Stiefvater, dem Musiker Kaspar Harrer wohnre. Harrer ließ sie warten, da die WolfS egger noch nicht von der Arbeit zurückgekehrt sei. Dworaczek plauderte mit dem Musiker und seiner Frau und behandelte Leopoldine mit einer ungewöhnlichen Zärtlichkeit, verrieth aber durch nichts, welchen fürchterlichen Plan er hegte. Endlich kam die Handarbeiterin. Sie war sofort bereit, die Mantille Leopoldinen zu übergeben und ging zum Kasten, um eine Lade desselben zu öffnen. In diesem Augenblick vernahm man einen markerschütternden Schrei; Leopoldirc stürzte zur Thür und im Vorzimmer brach sie bewußtlos zusammen. Ihr Gesicht war bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Dworaczek hatte ihr eine bedeutende Menge Schwefelsäure in's Gesicht gegossen. Harrer und seine Frau und Tochter hatten nichts von dem Vorhaben Dworaczek's geahnt; als sie Leopoldine schreien hörten, waren sie ihr nachoeeilt, und als sie nun bas leblose Mädchen in s Zimmer brachten, lag Dworaczek als eine Leiche auf dem Boven. Er hatte Cyankali genommen nnd wat in wenigen Minuten tobt. Die Nachricht hatte sich bald im ganzen Bezirk vcrbrei'ct und tief, wie begreiflich, großes Aufiehen hervor. Leopoldine Weiß war eine bekannte Persönlichkeit im Bezirk; sie war „auf dem Grund" geboren und erzogen. Ihr außerordentliches Talent für die specifisch Wienerische Gesangsart, welche man „Jodeln" nennt, hatte ihr einen bedeutenden Ruf verschafft. Die einnehmenden, hübschen Gesichtszüge sind nun für immer entstellt; als man sie, tödtlick verletzt, in da« allgemeine Krankenhaus brachte, erklärten die Aerzte, wenn überhaupt noch eine Rettung möglich sei, so werde sie jeden falls beide Augen, vielleicht auch andere Theilc des Gesichts verlieren. Die Leiche Dworaczek's wurde in die Todtenkammer gebracht. Schlflfaberleht. Mitgetheilt von dem Agenten des norddeutschen Lloyd in Bremen, E. W. Dietz Nachfolger in Gießen. Bremen, 16. November. Der Postdampfer Oder, Eapt. E. Undütsch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5 November von Newyork abgegangen war, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post unv Ladung 7 Uhr Abends die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 72 Passagiere und volle Ladung. Handel und Berkehr. Frankfurt, 16. Novbr. - Marktbericht . Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Ctr. je 4 00 6 40, Stroh JL 4.00—4 40 Butter 50 Kilo 90—00, im Derail 1. Qualität vas Pflind JL 1.20-00 2 CUa'i^f daS Pf. JL 1 10-0 , Sier da« Hund-.it^ 5.00-6.00. Ochsensteisch per Pfund 60 -70 4» Kuh, Rind und Farrenfleisch 40-55 H, Kalbfleisch 40—55 A Hammelfleil- 35—65 H Schweine^eisch 70 80 H, ein Hahn JL 1.80—2.20, ein Huhn JL 1 60 2 0" eine Qrnte JL 2.50 3 00, eine Taube 50 60 Gan« JC 4.00- 8 00 ßafer das Stück v4L 2.50—3.50, Poularden JL 2—2.60, Rebbock das Pfd. 70 80 A Kapaunen JL 2.50-3, Wälscher Hahn JL 9-12, Kartoffeln 10" Ko Je. 3 50—5.00, Kohtkr'aut 20 J» Blumenkohl 1 St. 30- 60 Wirsing 12-15 Gelberüben 1 Bund 00-0 A, «wiebeln 1 Bund 0 H Sellerie das Stuck 30-00 Meerrettig 1 Stück 10—15 Spargel ba8 Pfunt 30 Romain-Salat Oo—0" Endivien 10 0 Rothkraut 15—20 A Weißkraut 10—12 Artischoken 00 00 H, Erbsen bas Pfd. 00 H Bohnen 100 Pfund 0—00 jH Kartoffeln vas Gescheid 8 - 00 bas Malter je 0.09- 0.00, Kopf-Salat 00 A Spinat 30—50 H, Schnittlauch das Grbund 0 H, Kohlrabi per Stück 3—5 $ Limburg, 16. November (Fruchtmarkt.) Rother Weizen JL 20.50, Weißer Weizen JL 20 25, Korn ,15.85, Gerste jl 10.90, Hafer, JL 8.55, Erbsen JC 00.00, Kartoffeln 50 Kilo 0.00. (Durchschnittspreis pro Malter.) V-l'-J5" 9L005mbM- Der heutige Diehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren: 411 Diuck Ochsen, Kühe und Rmber, 30 Kälber, 127 Schweine und 40 Hämmel. der ungünstigen Geschäftszeit wurde viel gehandelt und kann unter den obwaltenden Umstanden der Markt als rin gu.er bezeichnet werben. Frischmelkenbe Kühe waren sehr gesucht unb wurden gut bezahlt. In Schweinen war bas Geschäft anfangs zwar unbebeutenb; es toUTbe aber spater ziemlich viel unb zu guten Preisen umgesetzt. Der nächst: Diehmarkt bahier finbet Dienstag bcn 13. Dezember l. I. statt. Berlin, 14. November. Im Interesse des Briefwechsel führenben Publikums ist darauf hm^uwetsen, daß nicht nur Postkarten, aus beten Inhalt bie Absicht, bie Empfänger zu beleibtgcn, oder eine sonst strafbare Hanblung sich ergibt, von bet Postdrförberung ausgeschlossen ftnb, sonbcrn auch solche, welche nach Beseitigung ber Adresse ober der auf der Rückseite befind licken Niederschrift auf beiden Seiten geändert eingeliefert werden. Ebenso sind Postkarten mit aufgeklebten Photographien, Zeitungsabschnitten, Figuren, kleinen Waarenproben unzulässig. "l»o: luf '"'ä1'*« «'toL "" "«in t", * "" UnA’ ** ii h"!’b *» »-„>. ’ dir, i l»«u "bll»d hi»" ln 11 "vch rtn eiudM übn tu ,h°t ftd) nltbt m, tmnifeDoQt tB'rgni) «in nur« b!»|»8 gabijnigfi n struirt und lhn.1 o Vn Wm< iß fJ Nfaläult, aritt och trztugt, bnii|!. zt und eine Hillln. i |t|t bldfa^t Äii lenRmbtn find :ii finqikommm. Lie tilg find n unb schlui vor, ii befijt eine Mantc. olfSemer, irrldif br orten, da bst L-tf» iik dem Äufifa uit verri/th ober bntb n. eit war Wort ie gabt btfitltf* }u Schrei, Besicht war M ekUiurt in’6 otbabtn Dwourzne al6 fit nun da» W ™««“e t r >1 kW M.W15 ßtoiiolbi't j'ebortn unb en reicht man .3et/? tüdschcn Seficht^ qtmeine Sh*£ L Io totTbt fit ( Leicht DwE --- WAl«« ?,»> -l> 70 - 80 bufh.e8efeQfd»«ft butd. rctarieÖen «et fut vnt ktnt arben verzichtet ilt txxi b'f Johann Josef Wolf babier: iHui 39 182,$, 681 Mtr. Aofrattbe, ItnM des Wiesecker Weg«. 39 182,-, 1475 Mtr. Grabgarten das. meistbietend vetsteigert werden Gießen, den 15. November 1681. Großherzogl>che- Ortsgericht. 7564- Muller. Samstag brn 19. Uourmbcr, 'Nachmittags 2 Uhr, werden in der Fletf schen Hofraithe dahier 1 Uhr unb 2 Nähmaschinen versteigert. Gießen, ben 17. November 1881. Bauer, 7585) Lroßh. Gerichtsvollzieher. Die am Freitag den 18. d. 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