1SS1. Anitigc- nnb AmtsdIM für den Kreis Gießen. WtibtrStfak (568b ann. Erscheint täglich mit Lu-nahme M Montags. fr-wvee» i Schultzroße R. 11. Landesbaugewerkschule Darmstadt »elheim. Dusch. Fink. Preis vierteljährlich 1 Warf 20 Pf. mit vrmgerlohn. Durch di« Post bezogen vierteljährlich 2 IRarf W PH »v, bürg. einer preußischen Gesandtschaft bei der römischen Curie geplant würde, in.b inzwischen ist auch der zum Gesandten defignirte Herr v. Schlözer bereit- vom Papst empfangen worden. Große Unruhe erregte in England und Frankreich die Revolution der egyptischen Truppen in Kairo, welche den wohlgesinnten, aber energielosen Khedive Tewfik zwangen, sein Ministerium nach ihren Forderungen zu wechseln uno eine Verfassung zu versprechen. ®ie Soldaten im Lande der Pharaonen haben nicht- zu thun, und befürchteten vor Allem, daß England und Frankreich darauf aukgehen würden, ihre Anzahl zu verringern, und |o dem egyptischen Staate unnütze Geidau-gaben zu sparen. Vorläufig haben die Meuterer allerdings ihren Zweck erreicht und sich zu Herren der Situation gemacht, aber lange dürfte diese Freude kaum anhalten, denn England und Frankreich, besonder- d^S erstere, haben allen Grund schien» vigst emzuschreiten, wenn fie nicht das Eavpten geliehene Geld verlieren wolle». Ueber die Art der vorzunehmenden Intervention »st der Streit allerdings noch groß. Denn während Frankreich fich in Gemeinschaft mit England gern m Egvpten festsetzen möchte, will England davon nicht- wissen, denn es kennt die Jnteroention-luft der Franzosen von Tunis bet rod) zu genau. Die englischen Skaattmännrr arbeiten deshalb nach Möglichkeit dahin, die Pforte zu bewegen, daß diese in Egvpten die Ruhe wieder hrrstellt. damit die Vorherrschaft Englands in jedem Falle gesichert bleibt. Suf den Ausgang der Afsaire kann man immerhin gespannt fein, beim so ruh g, w.e in Tunis, wo bie interessirten Mächte Frankreich gegenüber nachgaben, geht'- bieSmal nicht ab. Unveränbert fast noch ist die Situation in Tunesien. Die Franzosen haben bi-jetzt gegen bie Aufständischen wenig ausrichten können, fie find auch sogar halb und halb geschlagen, obgleich fie die- nicht zugeben sollen. Der frühere allmächtige Minister des Dey von Tuni-, Muftapba Pascha, dem die Franzosen wohl noch nicht so recht trauen, hat aus „Gesundhettsrückfichten" feinen Abschied genommen und ist durch eine gefüg gr Ereitur Frankreichs ersetzt. Mit der Herrschaft beZ Bcy bürste es fich nun auch allmä.ig dem Ende nähern, denn der schlaue Ministerpräsident Roastan bietet m Pari- alles Mögliche auf, um Tunesien gani für Frankreich, auch dem N imen nach, zu gewinnen. AuS bem Innern ter Republik ist für uns nichts sonberlich Interrffa. tes zu berichten, die auswärtigen A igelegenheiten find eb.n total vor Herr sch enb.— In Englanb treten dagegen zu ben auswärtigen noch innere Wirren hinzu. In Jrlanb macht sich eine rege Agitation gegen bie Landbill bemerkbar unb in Alt'Englanb selbst drohen große Stnkes, find auch zum Tae l schon au-gebrochen. Dagegen gestvlten fich in Afghanistan bie Verhältnisse wieder günstiger. denn der rolle Eoub Khan, bet fich erst mit bem Emir Abdurrahman herumschlug unb bann den Englänbern ben Glaubenskrieg erklärte, ist durch bie leidige Geldnoth besiegt worden, unb bamit ist so ziemlich wieder Ruhe in jenen Gegenden geschaffen. Durch große UnglückSfäile find die Vereinigten Staaten von Nordamerika und bie Schweiz heimgesucht worben. Die elfteren burcb schreckliche Waldbränbe im Staate Michigan, bie letztere durch e.ren Bergsturz, welcher bas Dorf Elm (Glaru-) fast verschüttete. — Das WocKenschau. Die vergangene Woche war eine Kaiserwoche im wahrsten Sinne beS Wortes. sie gehörte ausschließlich dem Kaiser unb bem kaiserlichen Hause, dessen Reisen sich zu einem wahren Tnumphzuge gestalteten. Von Danzig bi- Hamburg, überall wurde der greise Monarch mit lautem Jubel empsangen, bet in ben Herzen beS ganzen deulichen Volkes weiterhallen wird, vom Ostsee- ftrand biS hinunter in bie Alper,Welt. Der Besuch Kaiser AlexmdeiS in Danz'g war qewiffermaßen eine Huldigung für unseren Kaiser, ben Nestor der regierenden Fürstlichkeiten, unb her Ezar wiro fie gewiß gern unb au- vollem Herzen bem b-sten greunbe seines VaterS dargebracht haben. Eine gewiffe Wehmmh mag freilich über ihn gekommen fein, als er bie herzliche greube, ben ungekünstelten Ausdruck der Volksliebe gewahrte, und dabei an (eine, noch immer so wenig tröstlichen Zustände daheim dachte. Nun, hoffentlich wird Alexander III. den guten Rath seines Großonkels unb des brutschen Reichskanzler- befolgen, unb fich von ben Einflüsterungen seiner jetzigen Minister ab- wmden, welche ibn nur in bie Irre führen und deren Thaten bisher noch fern nachhaltiger Erfolg begleitet hat. Erst dann würden wir wirklich eine Garantie für den europäischen grieben haben, der von ben unruhigen Pansla- visten fortwährenb bedroht wird. — Zu nähren Zauberfesten gestalteten sich die bei der Anwesenheit deS Kaisers unb her kaiserlichen Familie in SchleS- ^ig'Holstein bargebrachten Feierlichkeiten. Itzehoe, Altona und besonder- die ehrwürdige Hai.sestadt Hamburg haben sich über ihre Kräfte fast äuge- strengt, um dem ersten Kaiser beS neuen b rutschen Reiche- aufrichtige Zeichen ihrer Liebe und Verehrung zu geben. Gestört war diese Festesfreude iui so weniger, alS auch der Gesundheitszustand ter Kaiserin ein solcher geworden 'st, daS man aller Sorgen nun wohl überhoben sein kann. Die hohe grau fl soweit gekräftigt daß fie da- Koblenzer Schloß ha: verlaffen unb nach Laden Baben abreifen können, von wo aus sie bann minbeftenS thellweise, so- weit -s eben bie Aerzte gestatten, den jetzt nahe bevorstehenden VermählungS- ^eierlichkeiten am Hofe von Karlsruhe beiwohnen kann. — Nicht ganz so angenehme Nachrichten laffen fick freilich aus einzelnen Theilen beS deutschen KeicheS vermelden, wo bet Wahlkampf bereits herrschend hervortrüt, und Ales Andere in ben Hinterzru b brär gt. Mit einer geradezu übertriebenen Heftigkeit werden die Gegner angegriffen und es wird alleö Mögliche versucht, um den Sieg im Kampfe zu erringen. Um so größer wird freilich auch die Erschlaffung nach Beendigung des Wahlkampfes fein unb große Theilnahm- 'ostgkeit wirb bann an Stelle ber rastlosen Thätigkeit treten. Wie bie Wahlen iiiÄfaDen werden, wiffen wir nicht daß ober eine Agitation, wie fie j-tzt vorhanden ist, unmöglich zu etwa- Gut.m führen kann, glauben wir ganz b.stimmt. Die Feindseligkeit, die jetzt in einz-lnen K. eisen hervoigerufen wird, ist bie ^gfte Gegnerin unseres wirthschaftlichen Wohlstandes. u d ben Schaden, Elchen diese anrichtet, entfernt nicht so leicht eine ganz- Gesetzgebung. — llcher die Verhandlungen mit Rom läßt fich nichts Sonderliches sagen. Einige- Aufsehen verursachte nur die Meldung, daß bie Wiederherstellung Bedingungen zur -Aufnahme find: 1) Für bie untere Abteilung, die I. Klaffe: In ber Regel werben nur solche Schüler aufgenommen. welche eine mindestens einjährige Beschäftigung in einem technischen Gewerbe Nachweisen können; Ausnahmen hiervon werben nur in besonberen Fälle« gestattet. Dagegen wirb von ben Aufzunehmenden nur der Nachweis ber Kenntnisse verlangt, welche ben von der Oberklaffe einer Volksschule Entlaffenen zukommen sollen, bamit jebem strebsamen Hanbwerker bie Anstalt zugänglich werde. 2) Für die obere Abteilung, die II. Klaffe, muß außerdem der Nachweis ausreichender Kenntmß der niederen Arithmetik, einer angemeffe- nen Fertigkeit im Frechand- unb geometrischen Zeichnen, sowie in ber Lösung einfacher Ausgaben ter barstellenden Geometrie, unb ber Befähigung, sich im Deutschen gehörig schriftlich verpänblich machen zu können, geliefert werden. Das Schulgeld beträgt für bie ganze Unterrichtszeit = 30 JC. unb ist beim Beginn bes Kursus voraus zu bezahlen. Anmeldungen zur Aufnahme wolle man möglichst frühzeitig unb längstens bis zum 31. Oktober L I. schriftlich bei ber unterzeichneten Stelle ober auch mündlich auf bem Bureau bafelbtn — Neckarstraße 3, im HL Stock — bewirken, ba bie Zulassung ber Schüler nur nach Maßgabe ber vorhanbenen UnterrichtS-Lok rlitäten erfolgen kann. Darmstadt, ben 8. September 1881. Gioßherzozltche Eentralstelle für bie Gewerbe unb ben LanbeSgewerbverein. M .f i» ötNök! n Brqum- , twä&rt htit. ifi, itn flagm, I jni^DoUfn I idcS fann I lofien, bie I t corlitftt, I ittn viu^ i AW -üche ic., m em, btr an man vcih. tberunß btr .ogastt'sche» 'nftrumente, wirb über iten^utKP hne dadurch mittels tra- isiortt, ist. Glrich- Die LandeSbaugewerkschule zu Darmstadt beginnt ihren sechsten IahrcS - (Kursus am 15. November L I., weicher 4 Monate, also biS zum 15. März 1882 anbauert. Dieselbe soll, zwischen Hai bwerkerschule unb technischen Hochschule bie Mitte haltend, insbesondere Baudai bweihrn, sowie Maschinen- unb Mühlen- bauern, Gelegenheit bieten, sich bie für einen selbstständigen Gewerbebetrieb erforderlichen theoretischen Kenntniffe und bie nothwenbigen Fertigkeiten im Zeichnen unb Entwerfen von Plänen für bie praktische Ausführung zu erwerben. Auch soll bie Baugewerkschule zur Ausbildung ton Werkmeistern, Parlieren, vauaufsehern ic. Neuen. Der Unterricht wirb an den Werktagen währenb der ganzen Tageszeit von folgenden Herren ertheilt: Architect Proseffor Hermann Müller, Architekt Kuhlmann, Ingenieur Reuter, Techniker L. W. Möser, HandelSl-hrer PeterS und Bildhtzuer Fölix. Die Schule umfaßt vorerst 2 jllaffeu mit folgenden UnterrichtSgegenstanden: Fceihanb- und geoaietnscheS Zeichnen, dar- pellende Oeomelr e (einsckli<ßlich Schatten - Construktionen und Perspective), BaucvnstruktiviiSlehre (einschlitßtich StabiliiärS- unb F.fertigen von Kostenvoranschlägen, Grundlehren der Physik und Mechanik, Modelliren in Thon, Holz rc. Die UnierrichtSlokale befinden sich Neckarstraße Nr. 3, unfern von den Bureaulokalitäten, der Bibliothek und ber technischen Mustersammlung b3 W "v> Befinden des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist noch immer schwankend. Der Transport des Schwerkranken von Washington nach dem Seebade Long'Branch hatte, wenn auch nicht gerade schädlich, so doch immer» hin einigermaßen aufregend gewirkt. Die Aerzte geben sich jedoch der Hoffnung hin, daß der Patient wieder genesen wird. Sidi Scheikh. .Oberst Negrier hat das Grabmal des Sidi Scheikh zerstören lassen", meldete der Telegraph. In Europa erregt diese Nachricht höchstens Verwunderung darüber, datz der Telegraph sich mit solchen unbedeutenden Vorkommnissen abgibt. Anders drüben tn der France africaine. Mit Schrecken vernehmen die kaum beruhigten Colonisten, daß wieder eine jener verhängnißvollen Dummheiten begangen worden, die schlimmer sind als Verbrechen. Durch die arabischen Duars aber fliegt mit Blitzesschnelle die Kunde von der begangenen Frevelthat, und wenn auch nicht momentan ein allgemeine Erhebung erfolgen wird, werden doch bald einzelne Mordthaten Zeugniß davon ablegen, daß der Araber die dem verehrten Heiligen angethane Unbill zu rächen sucht. Sidi Scheikh ist keiner vvn den gemeinen Heiligen, wie sie der Islam nach Hunderten zählt. Deren Verehrung reicht nicht über einen Duar oder höchstens einen Stamm hinaus; Sidi Scheikh nimmt einen hohen Rang in der himmlischen Hierarchie ein und steht wenigstens im Westen nur einem nach, dem großen Sidi Abd-el-Kader el Djilane. Wie dieser ist er ein Rhut, ein Erlöser, der vor seinem Tode eine unendliche Anzahl von Sünden und Uebeln auf sich genommen und gesühnt hat, wie dieser ist er zwar leiblich gestorben, weilt aber noch auf der Erde U"d ist stets bereit, denen, die ihn anrufen, helfend zu erscheinen. Wunder tbun beide noch alle Tage in der handgreiflichsten Weise, jeder Araber kann davon erzählen. Darum sieht man auch überall Kubbah's oder wie der Franzose sie zu nennen pflegt, Marabuts, kleine Kapellen, die einem dieser beiden Heiligen zu Ehren errichtet sind. Man kennt sie schon von Weitem an ihrem blendend weißen Kalkanstrich, der sorgsam alljährlich erneut wird. Im Thal, im bebauten Lande bat el Djilani entschieden das Uebergewicht über seinen Eollegen und Namensvetter; seine Kubvahs sind zahllos und der aufmeiksame Reisende wird stets an ihn erinnert, denn jeder Bettler spricht ihn an im Namen des großen Abd-el-Kader und wenn er mit feinem Maulthiertreiber an einer Kubbah vorbeikommt, wird der Araber nie unterlaßen, in näselndem Tone halb singend hinüber zu rufen: „Sidi Abd-el-Kader, ich grüße Dich." — Auf dem Hochplateau dagegen und in der Sahara ist Sidi Scheikh Herr, er ist der Saharaheilige par excellence uod der mächtigste und unbändigste Stamm der Wüste nennt sich nach ihm Uled Sidi Scheikh, die Kinder des Sidi Scheikh. Der Name, unter dem der Heilige allgemein verehrt wird, ist übrigens nur ein Beiname, eigentlich hieß er auch Abd-el-Kader und war der Abkömmling einer Familie von Marabuts, also schon von Kind auf zum Heiligen und Wunderthäter prädestinirt. Bei den Arabern erben nämlich derlei Gaben fort; eheloses Leben gehört durchaus nicht zur Heiligkeit und jeder Marabut hat, wie die Franzosen sagen, wenigstens eine Madame Marabut. Der junge Abd-el-Kader — er lebte erst im siebzehnten Jahrhundert und ist somit ein Heiliger neuesten Datums — zeigte sich 'auch bald als ein würdiger Nachkomme seiner heiligen Vorfahren und wirkte so zahlreiche Wunder, daß sein Name in ganz Afrika bekannt wurde und fromme Pilger von allen Seiten nach seinem Ksar — festem Dorfe — wanderten. Zu seiner Ehre sei es gesagt, daß er feinen Einfluß hauptsächlich dazu verwandte, Frieden unter den Arabern zu stiften und den ewigen Fehden zu steuern. Heiligkeit ist bei den Arabern wie anderswo ein höchst einträgliches Handwerk, denn zu einem Heiligen darf Niemand mit leeren Händen kommen und die Wirksamkeit einer Fürbitte richtet sich ganz entschieden nach den dargebrachten Geschenken. Darum wurde Abd-el-Kader auch bald reich und mächtig; aber er verwandte feine Reichtbümer zu Almosen und zum Bewirthen feiner Verehrer. Seine Kinder waren damit nicht ganz einverstanden und das fiel dem Heiligen schwer aufs Herz. Seine Verehrer hatten natürlich auch eine jener Bruderschaften, Sania, gegründet, wie der Islam so viele zählt, deren Glieder einen bestimmten Heiligen besonders verehren und ihn und seine Nachfolger durch regelmäßige Gaben erhalten. Diese Bruderschaften sind ungemein einflußreich und auch in politischer Beziehung von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit; die Summen, welche sie dcm Gegenstand ihrer Verehrung zur Verfügung stellen, sind oft sehr beträchtlich. Abd-el-Kader dachte mit Betrübniß daran, daß feine Kinder dieselben wohl nicht in Gott wohlgefälliger Weise verwenden würden und sann auf Mittel, wie er dem abhelfen könne. Nun hatte er in feinem Haufe eine Anzahl Negersklaven aus dem Süden, wie man sie in allen Dörfern der Sahara findet und diese zeichneten sich so sehr durch frommen Wandel und eifriges Beten aus, daß der Heilige ihnen die Bewachung seines Grabes und die Verwaltung der eingehenden Gelder übertrug. Noch heute ist die Kubbah von El Abiad in den Händen der Nachkommen jener Neger, aber der Heilige ist aus dem Regen in die Traufe gekommen und feine Nachfolger leben in Prunk und Ueppigkeit und lassen die armen Pilger darben. Als Abd-el-Kader am Sterben lag, befahl er, daß man feinen Leichnam auf fein Maulthier binde und dieses dann gehen lasse, wie cs wolle; wo es zum ersten Mal stehen bleibe, solle man die vorgeschriebcnen Waschungen an feinem Körper vollziehen; wo es zum zweiten Male anhalte, wolle er begraben fein. Das Maulthier Das verdroß ihn SN)) ganz vvn den Nomaden gesäubert ist. per Ra 4 nach Mass. (5994 Billigste Preise. 6040) 1 1 1 hat die: gel Versteigerung von Brauerei-lltcnsllien. Dienstag den 27. September 1881, Vormittags 10 Uhr, will die Unterzeichnete nachstehende Gegenstände einer öffentlichen Versteigerung an den Meistbietenden ausfetzen lassen: Eine vollständige Brauerei-Einrichtung, bestehend aus Kessel, Gehalt 1360 L ter, Maischbottich, Gehalt 2290 Liter, Kühlschiff von Eisenblech, Gehalt 1728 Liter, Gährbottich, 900—1400 Hectoliter haltend, Geißler, Großh. Gerichtsvollzieher. Weisse Vorhänge aller An, Noulearrx-Drell in den gangbarsten Dessins, Anfertigung ieder Decorations-Arbett in geschmackvollster Ausführung bei (3089 Th. Bruck, Schloßgaffe K. !. Dieselben finl SchnMgradsauslös SpannungsauslöM Preiserhöhung berg 6045) Erdbeerpflanzen, großfr. reicher., ca. 2500 Stück abzugeben. . 333. 4805) Durch einen vortheilhaften Gelegendeitskaus bin ich in der Lage, einen großen Posten Tapeten zu außergewöhnlich billigen Preisen offeriren zu können. Ich empfehle Goldtapeten schon von 40 H an, desgl. Naturel-Tapeten in neuesten Mustern. Bei Bezug für Neubauten besondere Rabattvergünstigung. Reste ganz billig. Um geneigten Zuspruch bittet E. Eichenberg, VohnhoMrahe 124. Mng j, töten. V W Darin liegt die Gefahr für die Franzosen. Ohne ein Wunder wird es freilich den Arabern schwer gelingen, die Fremden zu vertreiben, denn ohne Artillerie lassen sich bte testen Städte nicht nehmen. Wohl können die zablreichen zerstreuten Colonisten- dorfer ein ähnliches Schicksal erleiden, wie die spanischen Eolonistendörfer, aber der endliche Erfolg jedes Aufstandes der Araber wird doch der fein, daß wieder ein paar Stämme ihrer besten Ländereien beraubt und diese den Colonisten übergeben werden bis endlich das Thal ganz von den Nomaden gesäubert ist. Mniani feasfe 'äÄ _ar| Hense Carl lleiimlli tpi. A. 3 Giessen Karktpi. 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Der Heilige kam auch sofort, und zwar auf dem nächsten Wege, die Erde spaltend birect aus seinem Grabe in den Biunnen, fing das Kind auf, ehe es den Wasserspiegel berührte und brachte c5 unbeschädigt seiner Mutter. Ehe diese ihm aber ihren Dank abftatten konnte, erschien noch ein anderer Acteur auf dem Schauplatz. In seinem Grabe bei Bagdad int fernen Mesopotamien batte nämlich auch Abd-el-Kader el Djilani den verzweifelten Hülfruf der Mutter gehört und war zur Hülfe geeilt; er erschien aber natürlich trotz aller Geschwindigkett etwas später als fet". Namensvetter, der ja in der Nähe war, und fand nichts mehr zu thun. * * ' ' einigermaßen, und um ähnliche Verwechselungen vorzubeugen, verbot e jetnem saharischen Namensvetter, noch ferner den Namen Abd-el-Kader zu führen und nannte ihn dafür Sidi Scheikh. Sä'»' « ’Ä ei«» ^kenll! I«. W. ■ • : ■ 8ti io Jptt Ctr". - Audi 2t, Anders könnte sich die Sache gestalten, wenn auch die Kabylen zu den Waffen griffen. Der Kabyle ist aus einem anderen Holze geschnitten, wie der Araber. Um keinen Preis würde er in einem Zelte wohnen; kann er fein steinernes HanS erschwingen, so baut er stch eine Reiserhütte, ein Gurbi, aber um sie herum pflanzt er Oelbäume und Karruben und legt sich einen Garten an; er ist zu jeder Arbeit willig sein ganzes Dichten und Trachten ist darauf gerichtet, blanke Duros zu erwerben bte er bann m seiner Hütte vergräbt. Beim Araber wirb Alles bespotisch regiert- b-r Familienvater in seinem Zelt, ber Scheikh im Duar, ber Kaib im Stamme, ft- sind unumschränkte Herren über das Vermögen und selbst bas Leden ihrer Stammes- genoss-'n. Der Kabyle bagegen ist Demokrat seit Urzeiten; er duldet fernen Herrn über sich und alle Angelegenheiten werden auf p nlamentarischem Wege, durch gewählte Vorstände oder durch die Gemeindeversammlung entschieden; einen Herrn duldet er nicht über sich. Der Araber bient nur als irregulärer Reiter, in ber französischen Armee nur als Spahi, ber Kabyle gibt einen ausgezeichneten Infanteristen ab unb ber Kern ber Turfos besteht aus Kabylen. Sie haben in ihren Bergen ben Franzosen ben Sieg tbeuer genug gemacht- Man hat sie bei ihren alten Einrichtungen gelassen unb cs schien fast, als wollten sie sich mit ben Rum«, unter beren Herrschaft sie ungestört ihr Oel pressen und Duros sammeln fonnten, befreunben; ja, sie schickten sogar ihre Kinder in die Schulen unb bie Hanbwerke, zu benen ber Kabyle von Haus aus Neigung u d Geschick hat, blühten sichtlich auf. B 9 • B s jetzt haben sich bie Kabylen noch ruhig gehalten, es mehren sich aber b'e Zeichen ber Aufregung unb ein falscher Schritt ber Regierung, z. B- ber Versuch, sie zu entwaffnen, könne einen Ausbruck Hervorrufen. Flammen aber erst wieder einmal bie Feuerzeichen in ben Aures, auf dem Djurbjura unb dem Dahra, wirb es fahr' langen Kampf kosten, sie roieber auszulöschen, denn die Kabylen baben nicht nur bessere Waffen als früher, sie haben auch zahlreiche ausgediente Turfos unter sich, fre den Krieg und den Dienst fennen. Sie werden allerdings nicht eher losbrechm, als bis bie Gelernte vorbei ist, benn bie gebt vor Alles, aber nachher kann eine Kleinigkeit sie zum Losbrechen bringen, und bann wäre es für lange Zeit vorbei mit ber S'cher- hett unb bem Cultursortschr tt in ber France africaine W. Kobe11 in ber „Franff. Ztg.". Dem Localheiligen zu Ehren nahmen bie Hauptstämme ber Wüste, die Harrar, bie Logbuat. bte Hamian unb bie Beni Amour feinen Namen an unb nannten sich Uleb Sibi Scheikh. Sie haben ben Franzosen immer viel zu schaffen gemacht. Im Ausstanb von 1872 waren sie bie Hauptrebellen unb sie sind dafür niemals bestraft worden; man war sehr froh, als sie um Pardon nachsuchten unb versprachen in Zukunft Ruhe zu halten, unb verzieh ihnen, daß sie mit Kabur ben Hanza zusammen eine ganze französische Division niebergemetzelt hatten. Die Anbänger Bu Amena's gehören sämmtlich biefer Stammverbinbung an. Bis jetzt war es biefem Agitator nur gelungen, einen Theil ber Uleb Sibi Scheikh fortzureißen unb auch biefe waren tn Folge feiner Nieberlage fchwanfenb geworben Die ihrem Heiligen angethane Schmach wird sie alle zu neuer Erhebung treiben unb jedenfalls bie Situation der Franzosen entschieden erschweren. Auch auf die anderen Stämme wird bie Rückwirkung nicht ausbleiben, unb selbst bie Kabylen, bie sich bis jetzt noch ruhig gehalten, können baburch möglicherweise zum Losbruch getrieben werben Die Zeit tft ba, bas glaubt jeher Araber, auf fünfzig Jahre bat Allah im Zorne bie Gläubigen in bie Hände ber Rumt gegeben, im Jahre 1831 finb sie gekommen, ihre Zeit ist um, bas steht felfcnfeft. Der Glaube bes Arabers ist unerschütterlich; auch bie schwerste Nieberlage wirb ihn nicht erschüttern, unb wenn 1881 vorbei ist, ohne baß Allah bie Franzosen aus bem Lanbe getrieben, wirb er nur ben Beginn ber Okkupation auf ein anberes Datum verlegen stets aber bereit fein, Allah beim Austreiben zu unterstützen unb babei so viel Ungläubige zu tobten als möglich. 70 Transportfaß verschiedenen Gehalts, 30 Lagerfaß unb 10 desgleichen Apfelweinfaß, 1 neu eingerichtete Malzbarre. Sämmtliche Gegenstände befinden sich in gutem Zustand unb werben Kaufliebhaber freundlichst eingeladen. Melbach, den 7. September 1881. 5906) Wilh. Philippi I. Wwe. Flontsg örn 19. ds. Mls, Nachmittags 2 Uhr, werden 150 Stück behauene Fichten- ftämme gegen Baarzahlung versteigert. Zusammenkunft am Seltersthor. Gießen, am 16. Sept. 1881 Feilgebotenes. 3522) Die frühere Bull e r tz'sche Besitzung bin ich geneigt zu verkaufen. Lictu hader wollen sich an mich wenden. _______________Georg Jäger. Kaminrohre, Tuffsteine Thonröhren für Waffer leitungen und Apartement Anlagen, Cement, Platten, franz. Falzziegel rc. offerier billigst (457" Fr. Müller II., Wallthor.______ Neue holl. Uollhäringc per Stück 8 $ ditto martnirt per Stück 12 H empfiehlt (5420) «. Roth, Neue-Bäm Rosen. 4760) Abgeschntttene Rosen empfiehlt _________Z Jtatl Berger, Lindenplatz. Eirrmachesflg vorzüglicher Qualität empfiehlt E. Elsoffer, Marktstraße. -W' Die verbesserten Singer-Mähmaschinen 5591) H. 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Bltts.__ 2585) Eine Wohnung zu vermiethen und sofort beziehbar bei Gebr. Stamm. 2652) Der zweite Stock meines HauseS ^chillerftraße Ltt. A. 118«, aus 5 Zimmern rc. bestehend, mit Gartenanthetl ist anderweit zu vermiethen. Wäger, Hofg.-Protocollist. 78) W e n z e l'S Garten gegenüber, B. 163,3, mittlerer Stock, 5 Zimmer zu vermiethen. 6023) Ein neu hergerichtcteS Logis zu vermiethen. I. Becker, Wallthor. 6021) Ein Familienlogis, bestehend aus 3 Zimmern, Küche und Speisekammer, ist sofort zu vermiethen bei Zimmermeister Fenster, Liebigstraße.__ 5549) Ern Familienlogis zu vermiethen. I Manuberger. 5082) Wohnung von 4 Zimmern mit Zubehör zu vermiethen und per 1. Noobr. zu beziehen. Chr. Schopbach. 5938) Zwei größere tiogie-auf dem Neuen-Weg sind ganz oder auch jedes getrennt zu vermiethen und sofort zu beziehen. Zu erfragen bet Ludw. Orth, Photo- graph, Neue-Bäue._________________ 5995) Em kleines Logis zu vermiethen. St. Kransch, Schloßgasse. 6015) Ein freundlich möblirtes Zimmer zu vermiethen am Ludwigsplatz Nah, durch die Exped. ds. Bl.________ 4434) Ein Laden in bester Lage der Stadt zu vermiethen. Wo? sagt die Ex- pedition ds. Bl.__ 4878) Pferde st all mit Heuboden und ein Keller für Lager zu vermiethen. Seltersberg E. 37. 5980) Eine Scheuer zu vermiethen bei Dr. Weber. Zu vermiethen: Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet bei Lederhändler L. Baer, Wallthorstr. (6050 5987) Ein Familienlogis zu vermiethen bei Georg Noll, Gärtner. 2848) Bel-Etage meines Vorderhauses 8 Zimmer mit Zubehör und allen Bequemlichkeiten per 1. Oktober zu vermiethen. ___________H Becker, Neue Anlage. 3563) Der 3 Stock meines Hauses ist zu vermiethen und alsbald beziehbar. __Ludwig Hein, Kreuz. 3559) Das bisher von Herrn Ober- wachtmeifter Schmidt bewohnte Logis ist mit ober ohne Möbel zu vermiethen. Th. Lony 26) Der untere Stock meines Hauses, 5 Zimmer mit Zubehör, ist zu vermiethen und alsbald beziehbar. ____________Georg Philipp Gail. 5217) Der untere Stock meines Hauses auf dem Seltersbera bestehend aus 6 Zim- '"ern und allem Zubehör, ist zu vermiethen und gleich beziehbar. Prof, v Ritgen. 5971) Möblirtes Zimmer für Einjährige in der Nähe der Kaserne zu vermiethen. Wallthor-Straße 99, 1 Tr. 5996) Ein Mansardenlogis, bestehend aus 3 Zimmern, Küche und Zubehör, per 1. Oktober an eine ruhige Familie zu ver- mietben. Wilh. Friedel, Bahnhofstr. Traube t l'lortovskv. ___ 9 ' 13. Hinterlang:, Frankfurter-Straße. Sonntag den 18. und Alontag den 19. September: klrcliwoilW zu Rlein-Linden, 5105) Eine Familienwohnung im l.Stock zu vermiethen. A. Rüsing, Bahnhof. 6041) Em möbl. Zimmer zu vermiethen für einen Realschüler ober Gymnasiasten. Steueraufseher Bertling, Gartfelb, ________________Weserstraße._____________ 6042) Ein Familienlogis per 1. Okt. zu vermiethen. M. Rothenberger, Caplansgasse.