1891 amstag den 17. December srr. 391 Erscheint täglich mit Auönakme des Montags. Vurea« r Echulsiraße B. 18. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bnnqerlohn. Durch die Post bezogen viertet jährlich 2 Mark !>0 Pi. Deutscher Reichstag. 16. Sitzung vom 15. December. Am BuvdeSratbtzlliche: v Bötticher, o. Schelling u- L. Picr-Präsidcm F.dr. zu Frankenstein eröffnet die Sitzung um 12 . Uvr Tagesordnung: 1) Interpellat on de- Abg. Frhr v- H.nlrng. oetreffens die weitere ÄuSbiltmna der bestehenden Fabrikgesetzgebung nMufafn^ 3uf d.e Äm.oge des Präsidenten, ob und wann d.e Reg.erung^e vor st egende Interpellation iu deantuorten gedenke, erklärt StaatSsecretär o EZotticder. Ldwohl die verbündeten Legierungen sich über mehrere der prägen welche die ^nterpellatroa berührt noch nicht schlüssig gemacht haben, so würde der sofortigen Beantwortung der Interpellation materiell ern Bedenken nicht entflefl.ntteben- 8« ben die die Fragen zu dem focialpol'tischen Programm der verbündeten Reg'.ruagen Haden, ist es ind tz d r lcbhafte Wunsch des Herrn Reichskanzlers, selber die Interpellation zu beantworten und an der etwaigen D>scusston p.rsönUch 16c1! 1" n hmen Der Herr Rc.ch-kanzlcr ist durch seinen iNesunddeltSzustand leider behindert, heute hier zu er- scheinen er bösst aber, daß es ihm schon am nächsten Sonnabend möglich fern werde, auf d'.e'Fragen des Herrn Interpellanten zu antworten - Ich stelle deßhald archetm, d'c Interpellation auf die Tage4ordi>ung der Eonnabendfitzung zu setzen. 2) Beratdung des Antrags des flog. Paver: Ter ^ucksrag u»olle bc,chstehen, wiederholt die Erwartung auszusprechen, daß d.c verbündeten Regterungen> der^nächsten Session ds Re chstags Borschlage machen werden, welche nne durchgrersende_^mäßg- ung der Gerichtsgcbühren herbersühren. als durch das RerchSgeietz vom 29. Iunt 1881 acoStirt worbtn eme turie h.s.onsche Gntoufdung her bere-t-n An- aeleaenbeir und rührt sodann aus. daß bet Dorltegenbe Antrag genau btr ©ajloge SrtfSSt, tn welcher sich bas £anb befinde- 86 i-t dies der corr-ü- Ausdruck der gegenwärttaen euuaton. Ss bitt« deßdald um Annahme des Antrags. 6 8 Adg. Petersen (natlib ) erkennt an, daß erhebliche Aenderungen tn dem Gerichts- koftenaeletz werden oorgenommen werben müfien Tas «edürftuß nach einer weiteren Ermäßiauna der G-richtskoften werbe ziemlich allgemein (mpmnbai. aber er glaube, man ton'»' is ber Intfiaiioe der o-rbündeten Regterungen überlaiten müfien, Bor- schläae >u machen. Eine wesentUcke Meinungsverlchlebenheit zwischen ben verbündeten Reg ^ungm und lachen der M hrhet! dieses Hauses bestehe ngentl.ch nur ,n der Bedeutung des fiscalilchen Senchtsvunktes. Es sei ,a ganz gerechlsert'gt, daß man das Peoceßsübren etntgermaßen erschwert, aber man stelle b.e Lache aut ben ftour, wem man aus der Ausnahme -in-Regel macht. Es tet etnJsthler g-wesen daß man in dieser Bestehung einseit-g vorgegangen ist, man hatte mit die verschiedenen^ Ver- hölwme in den Einzelstaaten Rücksicht nehmen muffen. In ben einzelnen Staaten seien d e G-rickiskaft n um das 4- bis Städte gesteigert worden. Redner macht ver- ck "dm licke PoricklSge, wie ben Klagen Ahhüli- zu ichanen insbeionbere bittet er ,N AwS^nng zu stehen, öd es sich Nicht emvfehle, den Eenchten bte Besttgn'ß emzuraumen, in "aewnffen,Fällen die Enticheidungsgebühr herabzusetzen. Redner -mvnehlt bann 7ock °ne Revifion ber «nwaltsgebührenordnung und bittet um ilnnaome des Payer- totn ^7 B^ckenmev.r (Baben) beleuchtet ipecieU die V-rtheuerung ber Rechtspflege in Baben, seine Ausführungen durch zahlreiche Beispiele unterftufcenb. Aba Hartmann (cons.) erklärt Namens seiner politischen Freunde, daß he im ■TrinciD mit dem Anträge Paper einverstanden seien; bezüglich der Fassung des Antrages hätten ne allerdings Ausstellungen, namentlich wünschten fie die Strerchung vcutschland. Darmstadt, 14. Decbr. Se- Königl. Hoheit der Großherzog nahmen heule u iliiärische Meldungen entgegen und empfingen den Bürgermeister Dill- mann von Hildesheim, den Pottzet-Jnfpettor Dietz, den Dr. Best von hier, den Reallehrer Dr. Rieß, den Hauptftaattkafie-KanzUst Mayer, den Geh. Rath Dr. Walther; zum Votiraz den LtaaiSmtnistir Frhrn. v. Starck und den Seh. Staaisrath Finger. . ,, „ Berlin, 14. December. Die Sammlungen, trelche der hieflge oster, reichifch.uugarifche Hilf-vrein .«tonprin, Rudolf für dte Hinterbliebenen der beim Brande des Ringtheaters in Wien Verunglückten eingekttet hat, haben bisher einen Ertrag von ca. 30,000 ergeben, und trutbe bereit« sein großer Theil der eingelaufenen Beiträge nach Wien gefanot. — Zu den Folgen, welche der Wiener Theaterbrand nach sich zieht, wird den B V N." au« Wien beschriebe >: Der Auftrag, welchen Erzherzog kkarl Sud» wig »halten bat. dtm Ob.rsthofme.ster deS Saifers, Fürsten Hohenlohe, da« allerhöchste Mißfallen darüber au«zudiücken, daß derfilbe nach dem Brande des R.ngtheaie « an den Direcior Zauner ein «ondolen,schreiben gerichtet hat, wird hier allgemein al« da« Zeichen aagefehen, daß man an allerhöchster Stelle entfchloffen fei, gegen Niemanden Schonung wallen zu lasten, welchem irgend eine mit der Katastrophe zufammenhängende Unzukömmlichkeit nachge. Miefen werden kann. Die Untersuchung gegen die eventuell in Anklagestand zu Verfemenden ist bereit« emgeleiiet. Der Staatsanwalt, Graf Lamezau, enldä t sich diesmal jedoch einer Jngerenz auf diese Angelegenheit, und zwar aus doppelten Gründen: ersten«, weil er selbst bei dem Aulbruche des Bran. des in sehr anerkennen«ererther Weste Hilfe zu leisten »ersuchte und daher feine Vernehmung als Zeuge fehl wünschen«werth ist und zweiten«, weil er mit dem Direcior Jauner tn persönlich freundfchastlichen Beziehungen gestan. den ist Zn dem B-amtenstande der hiesigen Polizeidirection ist heute bereits eine Reihe von Personal-Veränderungen verfügt worden. Die Enilastung d^ Polizeipräfibenten Herrn v. Mwz selbst ist zwar noch nicht erfolgt, roch heißt e«, daß dieselbe unmittelbar bevorstehe. Heßerrcich. Wien. 13 December. Wenngleich die Gefahr des Einsturzes beim Ringtheoter noch immer sehr groß ist. so gelang es doch, gestern Nachmittag und HE Morgen tiefer in die Braidstätke °°r,ubnngen. Es wurden über 30 vfittig entstellte und cerbrannte Leichen gesunden, allein out ter nten vÜnen Lalertt lagen zusamwcngiballt 1«. vor dem En gang zum^Parierte 7 tn da« e geniliche Parterre einzuaringen, ist b,« jetzt noch unmöglich. Bi- Morgen daben ft* von bin blöder al« vermißt angegebenen Personen «Ann «7 al« lebend gemeldet, doch beträgt die Zahl der Vermitzten noch immer 805 Dtt Aussagen der Geretteten Über sträfliche Versäumniß der Feuerwehr nnh ifinh ,i m.bnn ftd> in furchtbarer Weste, »hie Anschuldigungen gegen firäRd-e Nachlässigkeit des Stadibauamte« liegen ebenfalls vor- Merk-urdi- »rwll bchgupt.t sttzt de- Gasnspettor de« Ringtheaters, er habe den Gaso- gerweife behaupt i ß pläulitbe Erlöschen der Gasflammen mit H ° ”!läT - Die jetzt eintreffenben Ze tungS-M.Idungen au« Wien tragen ein dovveltes Gefickt: MtttheUungen von S-cherhettsmaßregeln, welche die Theater, bin deren und die überwachenden Behörden nunmehr mit ängstuchem Elfer tteffen wechfelnd mit SchUderungen ces tiefsten Schmerzes, dec tm Herzen der B vöikerung wühlt. Die 6pi|oben von b t B-gräbn,bfet-r bie erzählt werde, finb von entsetzlicher Beredtsamkeit. Z.llendeLchre.eubeiiontenden Gesang des tr,reifet d-n .8s .st bestimmt in (Sötte« Rath. Dor dem Large mit be: Rümmer 216 war ein Mann zusammengebrochen und mußte hinweg L jg 1 -V c r». LL, LS. SSXÄ Bekannt machnn g. menIgstenS 60°/, der Brutto-Sinnabmen zum Ankauf von Sewinngegenständen zu verwenden. Zugleich ist der Vertrieb der fraglichen Loofe ,ur umzang deS Oroßderzo^thum- steftattet worden. , Ä4,6,n Gießen, den 14. December 1881. GroßherzvflttcheS -reisamt Gteßen. p vr. Doekmann __________ _______________ chichcncr Myeiger Aii!kige- nnb Amtsblatt für ben Kreis Gießen. Itch au« ben Augen Vieler, al« man diese« neue Opfer vorbeitrug, und man bitte Verwünschungen auSsprechm gegen Diejenigen, welche an die lkataflrophe nicht reinen Ge rtsienS denken können. Wien, 14. December. Jrn Saufe des Nachmittag« wurde auf der Brandstätte de« Ring'beatir« eine gründliche Desinficirung des ganzen Schutte« vorgenornmen. I.. Laufe des Tage« wurden verkohlte Leichenriste von.7 Per. jenen gesunden, deSinficirt und in Mitallsärgen nach dem Sentral-Friedhof ge. bracht. Die Räumungsarbeiten find unterbrochen worden, da das geboistene Mauerwerk fortwährend abbröckelt und daher zuerst abgetragen werden muß. Die in bin letzten Tagen aufgesunbcnen Opfer dis Brand«« wurden heute nach feierlicher Einsegnung durch Priester aller Eonsesfionen aus dem Sentral. Friedhöfe bistattet. Dte polizeilichen Vorerhebungen über die «ataflrophe dürften bald beindet fein. Ausland. PctcrSbura, 14. Dicember. Trotz aller polizeilichen Vorsichlsmaß- regeln dehnen die Stihilisten in Rußland ihre» Wirkungskreis immer weiter au«. So ist neuerbirg« zu ben sck>on bestehenden zwei nihilistischen Organen, Tfchwernyj Peredill" und ^Rowodnaja Wolja", noch ein dritte« hinzuge. kommen, da« flch .Zierno" (ikörnch-n) nennt und in erster Linie den Zweck bat die ländliche Bevölkerung für die nihllistifche Tendenz zu gewinnen. Die ersten Numv ein de« lypogrophiich ziemlich gut ausgistaiteten revolutionären Blatte« embalien dauptiächlich Gewalt,Haien, die angeblich Gut-Herren gegen grauen und Mädchen verübt haben._________________________ des Wortes „wiederholt", in welchem ein gewisser Vorwurf enthalten sei. Seine Freude würden tndeß für den Antrag stimmen und ebenso seien sie mit einer Revlfion der Anwaltsgebührenordnung einverftanden. Abg Dr. Windthorsl: Die verbündeten Regierungen werden aus der Debatte entnommen haben, wie nothwendig und wie dringend es ist, endlich in der Sache weiter zu kommen. Ein Vorwurf solle damit nicht ausgesprochen werden, aber es fei immerhin klar, daß kaum em Gegenstand so dringender Natur vorhanden ist, rote dieser. Ihm sei allerdings bekannt, daß die verbünde en Regierungen in den Finanzministern der Einzelstaaten in dieser Frage großem Widerstand begegnen, dieser Antrag solle die verbündeten Regierungen in ihren Forderungen unterstützen. Er habe zu erklären, daß seine politischen Freunde einstimmig der Ansicht sind, dem Anträge beizutreten, um der Regierung zu zeigen, daß es uns voller Ernst ist, der Sache Fortgang zu verschaffen. Der Antrag wird hierauf einstimmig angenommen. 3. Berathung des Antrages Dr. Hänel, Dirichlet, Rickert (Danzig), Dr. Baumbach und Genossen : zu beschließen, die Wahlprüfungskomm'ssion zu beauftragen, dem Reichstage über die bei den letzten Wahlen hervorgegangenen Mängel des Wahlver- fahrens, insbesondere mit Rücksicht auf die Geheimhaltung der Unabhängigkeit der Wahlen und den hiernach als nothwendig erscheinenden gesetzlichen und reglementarischen Abänderungen Beruht zu erstatten, Abg. Dirichlet begründet seinen Antrag unter Hinweis auf die darüber bereits in der vorigen Session geführten Verhandlungen. Sein Antrag decke sich fast vollständig mit dem damaligen Anträge Mendel. Der Antrag gehe dahin, das liebel der Wahlunregelmäßigkeit in den Wahlbeeinflussungen zu beseitigen. Auch bei den letzten Wahlen sei dieses Uebel hervorgetreten, ja man könne sagen, es sei progresiv gewachsen- So seien der Wahlprüfungskommission in dieser Session bereits 50 derartige Fälle üb er wiesen worden, eine Ziffer, die noch niemals erreicht worden sei. Von dieser Ziffer kämen allein auf Preußen 36, auf die übrigen Staaten 14, und von diesen 14 auf Sachsen 8. Redner verweist darauf, daß es häuptsächlich Verwaltungsbeamte sind, die ihre Parteistellung mit ihrer amtlichen Lhätigkeit verwechseln. Es scheine in der That, als ob ein großer Theil der preußischen Beamten der Ansicht ist, als ob der Ausspruch des Fürsten Bismarck, daß er die Einmischung der Beamten in die Wahlen nicht wünsche, gar nicht ernst gemeint sei. Denn anders lasse es sich nicht erklären, wenn die Beamten offen aussprechen, man möge nur ihre agitatorische Tätigkeit zur Kenntniß der vorgesetzten Behörde bringen, man erweise ihnen damit einen Dienst. Er (Redner) glaube, daß alle Parteien gemeinsam ein Interesse daran hätten, diesen Zuständen ein Ende zu machen, denn auch die Konservativen dürften nicht vergessen, daß die Zeiten sich ändern können. Er bitte um Annahme des Antrages. Abg. Frhr. v. Heeremann ist mit den Ausführungen des Vorredners im Großen und Ganzen einverstanden. Jedes ältere Mitglied dieses Hauses wisse, daß die Klagen Über Unregelmäßigkeiten, Ungesetzlichkeiten und andere verwerfliche Dinge nach jeder Wahl sich wiederholen. Es sei absolut unzulässig, daß Beamte zu Gunsten irgend einer politischen Partei ihre amtliche Autorität einsetzen. Ebenso halte er es für verwerflich, wenn einzelne Privatleute denjenigen Wählern gegenüber, welche von ihnen abhängen, einen Druck ausüben Es führe dieses Vorgehen zur Charakter- und Gewissenlosigkeit. Redner bittet tndeß, die Sache erst im nächsten Jahre zur Sprache zu bringen, sobald die Wahlprüfungs-Kommission das Material vollständig gesammelt hat. Abg. Rickert (Danzig) kann sich mit dem letzten Vorschläge nicht einverstanden erklären. Noch heute klinge es m der Seele des Volkes nach, was bei den letzten Wahlen in der bezeichneten Richtung von Seiten König!. Beamten geschehen ist. Das Volk würde es nicht begreifen, wenn der Reichstag nicht Protest einlegte gegen ein Verfahren, das geradezu unerhörterscheinen muß. Er (Redner) freue sich, den Minister des Innern v. Puttkamer am Bundesrathstisch zu sehen, der in erster Reihe dafür verantwortlich zu machen sei. Er behaupte, daß noch niemals eine derartige Wahl- beeinflußung geübt worden sei, wie bet den letzten Wahlen. Selbst Graf Eulenburg habe m der Conflictzeit nicht dergleichen Mittel geduldet, welche der gegenwärtige Minister habe passiren lassen Er nehme an, daß der Reichskanzler hiervon keine Kenntniß hat. Was die Geheimhaltung der Wahlen anlange, so sei dieselbe zum Gaukelspiel geworden. Redner bezeichnet die vom Reichskanzler oorgetragene Wahl- statiftik als unrichtig und ungenau. Es sei unrichtig, daß die deutschkonleroative Partei bei den letzten Wahlen ein Plus von 120,000 Stimmen gehabt hat. Nach seiner Rechnung habe diese Partei im Jahre 1878: 749,000 und im Jahre 1881: 785,000 Stimmen erhalten und dieses Plus sei eine Folge der antesirnitischen Bewegung in Berlin. Wenn man die Stimmen des Centrums in Hessen-Nassau und in Berlin von dieser Ziffer abziehe, dann bleibe noch ein Minus vorhanden. Was nun die Gift und Galle anlange, die gegen den Herrn Reichskanzler bei den letzten Wahlen ausgespeit seien soll, so wisse er nicht, wo dieselben hervorgetreten, aber das wisse er, daß es eine amtliche Stelle ist, von der aus die Wahlbewegung einen so heftigen Charakter angenommen hat. Die „Prov.-Cor." habe einen Ton angeschlagen, wie er selbst in der Confllktszeit nicht beliebt worden sei. (Abg. Windhorst ruft: Aber wahrend des Cul- turkampfes.) Redner verliest eine Anzahl Stellen aus dem halbamtlichen Blatte gegen die Fortschrittspartei und beklagt sich namentlich darüber, daß man die Krone in den Wahlkampf hineingezerrt habe. Ob damit der Krone ein Dienst geleistet werde, das wolle er der Erwägung der Herren am Regierungstisch anheimgeben. Er seinerseits glaube, daß das Ansehen der Krone darunter leide. Ihm stehe das Ansehen der Krone zu hoch und deßhalb wünsche er, daß dieselbe über allen Parteien stehe. Wenn von emem halbamtlichen Blatte in dieser Weise tn den Wahlkampf eingegriffen wird so sei das geradezu empörend. Und derartige Klage werde gegen eine Partei in die Welt geschleudert, deren Patriotismus außer Zweifel steht. Redner richtet an die Regierung die Anfrage, ob denn der preußischen Regierung die bekannte Verfügung ebenfalls zugegangen sei, ober ob Meiningen ein Unicum sei. Er bringe dieses Alles hier von dreser Stelle zur Kenntniß des Herrn Reichskanzlers; derselbe werde dann vielleicht den Protest, den er nach Meiningen gerichtet hat, auch an den preußischen Minister des Innern richten. Redner kritisirt weiter die agitatorische Thätigkeit des Hofpredigers Stocker und kommt bann zum Schluß, indem er die Rechte daran erinnert, daß bei ben letzten Wahlen erst der Anfang gemacht worden. Warten Sie ab, das Volk hat letzt erst angefangen, sich zu erheben, die nächsten Wahlen werden Ihnen eine ganz andere Antwort geben. 8 Munster des Innern v. Puttkamer: Als er den Antrag gelesen, da habe er ge- gtaubt derselbe befolge den Zweck, technische Mängel bei den Wahlen zu beseitigen. Aus der Atede des Abg. Rickert habe er die Ueberzeugung geschöpft, daß diese Seite der Sache völlig außer Acht gelassen, und daß es sich bei diesem Antrag um einen wohlvorbereiteten Angriff gegen btc preußische Staatsregierung und speziell gegen seine Person handle. Er sich freuen, nut dem Abg. Rickert im preußischen Abgeordnetenhause darüber zu diSkutiren. Es werde sich dann zeigen, ob diejenige Partei, welcher Herr Rickert ange- hort, tn der That zu solchen Wage« berechtigt ist. Rach dem Material, das ihm vorliegt, bezweifle er das. Er halte sich allerdings verpflichtet, die Haltung der „Provinzial- Eorrespondenz zu vertreten, aber er glaube denn doch, daß bei der Schärfe der Angriffe welcher tue Regierung ausgesetzt gewesen, diese nicht ruhig bleiben darf. Die Regierung sei von netten der liberalen Partei mündlich und schriftlich in der schärfsten Weise angegriffen worden. Der Abg. Mommsen habe es für gut befunden, die Politik der Regierung in einer Versammlung als eine Jnteressenpolitik zu bezeichnen, die um fo nichtswürdiger ff*' als sie zur Bildung der Koalitionen geführt habe, um Andere zu schädigen, es sei das eine Politik des Schwindels. Wundere man sich denn darüber, wenn auf die Regierung geschaffen wird, diese sich wehrt und wieder schießt. Die Sprache einiger Wahlaufrufe sei geradezu eine demagogische gewesen und deshalb mußte die Regierung die Waffen schärfen (Hort! hort!) Die Regierung sei keine Parteiregierung; sie besinde sich bei den Wahlen ui einer sehr hülfslosen Lage. (Lachen links.) Es fehle ihr an direkten Organen, durch welche sie auf die Wahlen Einfluß gewinnen kann. Die Regierung habe deshalb den Wunsch, von den Beamten bei den Wahlen unterstützt zu werden. Aber sie unterscheide dabei die unerlaubten Wahlbeeinflussungcn, welche die Regierung ebenfalls nicht wünscht Er wiederhole, die Regierung wünsche, daß innerhalb der Schranken des Gesetzes ihre Beamten sie bei den Wahlen nachdrücklich unterstützen, und er könne hinzufügen daß Denjenigen Beamten, welche sich bei den Wahlen in hervorragender Weise Hervorthun' der Dank und die Anerkennung d;r Regierung, und was mehr werth sei, daß sie auch des Dankes ihres Komgl. Herrn sicher sind. (Bewegung links; Zustimmung rechts.) . Störung (kons.) macht einige Vorschläge bezüglich einer befferen Erledig- ung des Wahlgeschäfts. Er bittet die Regierung in Betracht zu ziehen, ob es sich nicht empfehle, das Wahlgeschäft auf zwei Stunden zu beschränken. Staatssekretär v. Boetticher: Wie die Regierung zu den Wahlen stehe, habe der Herr Reichskanzler in der letzten Session genügend dargelegt. Was ihn veranlaßt, das Wort zu nehmen, sei der Umstand, daß er in der Lage sei, dem amtlich statistischen Material des Herrn Rickert ein amtliches Material des statistischen Amtes gegenüber zu stellen. Dasselbe kocrigirt die Zahlen, die der Herr Reichskanzler früher angegeben allerdings; die wesentlichste Korrektur beziehe sich darauf, daß einzelne Wahlkommissarten bei den Warnen ber konservativen einfach bie Bezeichnung „konservativ" angegeben hatten, während bet näherer Betrachtung sich herausstellte, daß die Kandidaten der deutschen Reichspartei angehört haben. Die Zahl der für bte deutschkonseroative Partei abgegebenen Stimmen beziffert sich danach genau auf 828,101 und bas ergab ein Plus gegen das Jahr 1878 von 78,607 Stimmen, also genau 16,18 Prozent. Redner stellt sodann eine Revision des Wahlgesetzes in Aussicht. Die Debatte wird hierauf vertagt. Es erhebt sich eine längere geschäftliche Discussion über die für morgen festzusetzende Tagesordnung, für welche der Präsident an erster Stelle die Fortsetzung der Etatsberathung und an zweiter Stelle Fortsetzung der soeben unterbrochenen Berathung in Vorschlag bringt. Die Abg. Richter (Hagen), Lasker, Hänel sprechen für die Berathung des letzteren Gegenstandes an erster Stelle während die Abgg. Minnigerode, Malzahn- Gültz für den Vorschlag des Präsidenten eintreten. Abg. Windhorst empfiehlt, den letzteren Gegenstand in einer heutigen Abendsitzung zu erledigen. Richter (Hagen) widerspricht Bei der Abstimmung wird der Vorschlag Windhorst mit 136 gegen 134 Stimmen vom Hause angenommen. Der Präsident beraumt hierauf die Sitzung auf 8 Uhr Abends an. Schluß 5 Uhr. Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. Correfpondenz - Bureau. Paris, 15. December. Der Senat genehmigte heute die für die Errichtung von zwei neuen Ministerien geforderten Credtte. Im Verlaufe der Sitzung erklärte der Minister Rouvier auf eine von Laretnty wegen der jüngsten Unruhen tn Martinique an ihn gerichtete Anfrage, der Vorgang sei ohne jede größere Bedeutung, die Schuldigen seien verhaftet, die Ruhe sei vollständig wieder hergestellt. — In der deutschen Botschaft fand heute Abend zu Ehren Gambctta's ein großes Diner statt, an welches fich eine Sotr6r anschlteßen wird. — Der Poltzetpräfect hat Instructionen an die hiestgen Theaterdirectoreu erlaffen, worin Maßregeln angeordnet werden, die geeignet sind, ähnlichen Un- glücksfällen wie in Wien vorzubeugen. — In dem Proceffe Roustan-Rochefort wurden heute die PlaidoyerS fortgesetzt. Der Generalprocurator beantragte die Verurthetlung Rochefort'-, damit die Ehre der Beamten und die Ehre des Landes geschützt werde. — In Grandcombe (Departement Gard) ist eS anläßlich eines StrikeS der Kohlengrubenarbeiter zu Ruhestörungen gekommen, die Truppen sind con- signtrt worden. Wien, 15. December. Die „Wiener Ztg." verweist die Nachricht diesiger Blätter, daß dem ersten Obersthofmetster Fürsten Hohenlohe das allerhöchste Mißfallen darüber ausgesprochen worden sei, daß er am Tige nach dem Brande des Rtngtheaters an Director Jauner ein Kondolenzschreiben gerichtet hat und daß der Obersthofmeister seine Entlastung nachgesucht habe, in das Bereich schlecht erfundener tendenziöser Fabeln. Petersburg, 15. December. Da sich herausgestellt hat, daß das Attentat auf den General Tscherewtn auS politischen Gründen erfolgte, so ist die Untersuchung tn dieser Angelegenheit beschleunigt und der Verbrecher Nicolai Martinost, wie der „Regierungsbote" meldet, nach beendeter Untersuchung dem Kriegsgericht übergeben worden. Lokales. Gießen, 16. Dezbr. (Schwurgerichtsverhandlung am 15. Dezdr. 1881, Nachmittags). Gegen Elisabetha Martin von Romrod wegen Bestechung. Derselben wurde zur Last gesetzt, daß sie einem Richter, nämlich dem Großh. Oberamtsrichter Bornemaun zu Alsfeld, am 24. Juli l. I. Geschenke, bezw. Vortheile angevoten oder nnr zu dem Zweck-? gewährt bat, um denselben zu bestimmen, bie gegen ihre E tern schwebende Prtvatktagesache, deren Leitung dem genannten Richter oblag, zu deren Gunsten zu leiten. Die Geschworenen verneinten indeffen die ihnen vorgelegte Schrldfrage und wurde demgemäß die E. Martin von Strafe und Kosten fretgesprochen. Greßen, 16. December. Bei der gestrigen Wahl zur Handelskammer wurden die Herren H. Schirmer, R. Scheel, Alb. Kraatz, A. Katz und A. Zinßer »u Mitgliedern erwählt. — Gestern ist man dahier einem am 20. v. M zu Marburg verübten Wäschediebstahl auf die Spur gekommen. Die gestohlenen Gegenstände wurden theils in Pfandhäusern und theilS in Privatwohnungcn vorgefunden und in Beschlag genommen — Bet einem hiesigen Backer wurden wiederholt Brode vorgefunden und verkauft, die statt 1 Kilo Sollgewicht nur 625 Gramm wogen; obschon das n ft .mal eine Täuschung angenommen worden, wurde doch diesmal vermuthet, daß es auf Betrug abgesehen, und Anzeige erhoben. Der betreffende Bäcker wird sich demnächst wegen BetrugSversuchs zu verants Worten haben. Vermischtes. — Zur Entstehung des Theaterbrandes tn Wien theilt rin alter Fachmann, der 37 Jahre auf den Brettern zugebracht hat, der „W. A. Ztg." sehr bemerkenswerthe Notizen mit, denen wir das Folgende entnehmen: Im Rmgtheatrr befinden sich 38 Feuertvechsel, tn drei Minuten läßt sich bas Theater unter Waffer setzen. Don sämmilichen Gallenen führen 2 Haupt- und 2 Nothtreppm, welche Tausenden von Menschen einen ruhigen Ausgang gewähren konnten. Wie konnte trotzdem ein so namenloses Unglück 10 Minuten vor Beginn der Vorstellung -intreten? Nach den Wiener Theatergesetzen muffen eine Stunde vor Beginn der Vorstellung alle beschäftigten Mitglieder im Theater anwesend sein. Das technische Personal, bie Arbeiter, stellen bte Dekorationen auf und gehen dann — in s Wirthshaus, ebenso die Feuerwehrleute. Geschieht tn dieser Zett ein Unglück, dann ist Niemand da. So war «8 auch am 8. December Als die betreffenden Leute 10 Minuten vor SB# inn die Bühne betraten, schlugen ihnen die Flammen entgegen. Niemand ließ die eiserne Courttne herunter, deren Kranich zwei Schritte von der Bühne liegt, Niemand war instruirt, die Feuerwechsel zu öffnen, Niemand gab das Fcuersignal, Niemand war da, bie Rettungsarbeiten anzuordnen oder die nöthigen Kommandos zu geben — Alle« verlor den Kopf. Daß der Brand beim Anzünden der Soffitenbeleuchtung entstanden sei, erklärt der alte Fachmann für Unsinn. Eine Gas' explosion sei ebenfalls außgeschloffen. Dagegen ließen sich aus Thatsachen erkennen, daß der Brand tn dem Dersenkungsraum entstanden sei. Für diese Annahme spricht, daß die beiden Tischler, die unter der Versenkung arbeiteten, mit verbrannt sind, was unmöglich gewesen wäre, wenn das Feuer auf dem Schnürboden oder auf der Bühne entstanden wäre. Im ersten Act kommt ein Kübel mit brennendem Spiritus vor wer weiß ob dieser im Dunkeln nicht umgestoßen, tn die Versenkung gesickert, auf eine Gasflamme getropft und alS Flamme zunächst die in der Versenkung angehäuften Dekorationen, Latten, Hölzer verschiedener Art angezündet, so das Feuer in den Bühnenraum getragen, die stehende Dekoration angefacht und bei dem Mangel der ersten Hülfe eine so rasche, verderbenbringende Ausdehnung genommen hat I Das unvernünftige Äusdreben des Gases bat dann die Rettung erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht, fluch hier ist gegen die Vorschrift gehandelt, ebenso wie bei ben nicht angezündeten Oellampen. Das Gas soll nämlich erst dann ausgedreht werden, wenn das ganze Publikum die Theaterräume verlaffen hat. Die k'ndtsche Furcht der Gasometer könne explodiren, konnte nur Einer hegen, der gar keine Localkenntnffse hat, denn dieser steht im Keller. Man fraat nun mit Recht, wo waren die Feuerwehrleute, wo waren die Sicherhettsorgane? Warum brannten bte Nothlampen nicht? Der lahme Entschulbigungsgrund, die Letzteren seien in Reparatur gewesen, ist unwuhr. Ein Theil derselben hat noch gestern an seinem Platze gehängt. ■**' h-b. 6« ssr Mber Jy*®' ■b**Ä ° ben Nim ek®*w k! c" blunm.n be- : Nr 1878 ton *ne ^Dlfiog r Wrgen sch^ Jortfe^ung 6fr Wen Beratpuna ür die Ber-thuna 9‘tobe, Äahihn kylt, den letztem, 9en) miberipri^i 4 Stimmen öom R. )ie für die fr. i Verlaufe btt ezen der jung, Wz fei ohne lei vvüfiLv« en ^atnbitla'S i wirb. hraterdirectom s, ähnlichen Un* die Plaidoyert ing Rochefort'-, zt werde. \ eines Zinkes appen find ton* l die Nachricht nlohe das aller« am Ttge nach lenzschreiben ge« gesucht habe, in hat, daß das erfolgte, fo iß frecher Nicolai Wwbt® 15. WT-1881' SfSrS ,uetBe*fd'1 iM""" S«. Ausga"S J t joi 'rM^n-7 >° fLt NoN; trat <» d da- bettaten, die T rere° ;$s S-,-s Iltfin". * vsß L daß ° 'ir-s'. fl.ii'’, äü«'1* Stoji. £)*'""* ntfl.n id» « ”* , MN 6* !° »ft-,- "”** -MN »«""J? 8i«i"iuiei‘ äBüW^0“ Md^"° "* SÄ* ÄÄ — (Die Nähmaschine als Weihnachtsgeschenk), Auch tn bkftm Jahr« ^rven Viele ftd) -um Ankauf einer Nähmafchloe oll Dkldoacktlgetchei'k entlchliehen, da die- selb« wob! all ein»! der praktischsten Gefäreal, gelte» kan» und überall da, tr» fit noch tm Hansha!rt fehlt, lehr willkommen lein wird. Dabei wirr wohl a, LianLea, tnrfldnift durch d„ Coflo(a'« Reciame der Singer Lamp. und auch wohl die Bibeutunft der deotichen Rühr »aschfuen Industrie unterschätzend, fcu Froste herantreten .Dähle ich nun eine amerikaniiche otet eine deutsche Stngermaschine, und dürfte ei wohl nicht all überflüssig erfcheinm dieser F^o-e im Interest« des kaufenden Publikums etwas näher zu treten. iss wird wohl darüber längst kein Zweifel mehr drehen, dah man tn Deutschland mindestens eben so flut im Stande ist, RLd«asch:neo -u fabrturen, wie in Amerika und tst dehhakd dal ewige Geschrei der Stnster-Somv- mit ihren allein ächten Vaichinen einfach lächer» lick. Ebenso wiederfinni« und unbegreiflich ist es, wenn diese Lornp. do» Publikum vor Rach- admunsttn warnt, «ährend z. v 6ie deutsche Stngermaschme vor der amerikanischen mit der höchst wichitgen verbesttrung der „SärwunaradsauslLsung beim Spulen" versehen war und die tzinger.Qvmp- diese Verbtsi-rung einfach selbst nachaemacht hat. Dal Urihell über ein solches Vo,flehen darf man getrost dem Publikum überlass'». TKatiache ist, dost die noch junge deutsche RLHmaschinenindustrie gerade durch ihr gediegenel Fabrikat, dal man mit Recht jetzt wohl dal beste der »eit nennen darf, einen foCofolen «usichwunfl genommen hat Lbatfache ist ferner, dah die deutsche Singer RLH, maschine bei elegantester Lutzerer Aulftattung, außerdem mit verschiedenen wesentlichen Verbesserungen versehen ist, wie Selbstspuler, SpannungsaustL'ung u. s. die der amerikanischen Vtngerma.ch'ne fehlen. El ist somit einfach Lhorheit, beim Ausland das zu kaufen, was man im Inland bedeutend bester erhalten kann und dürfte das deutsche Publikum um so mehr noch seine Unterstützung der deutschen Rähmaschine zuwenden, all ei damit eine Ungerechtigkeit der bestehenden ZollverbLltniste ausgleichen hilft, die die deutsche RLbmaschine tn Amerika mit einem »fTtbtoa von 45 o/o belesen und dadurch eine Einfuhr dahin fast unmöglich machen, während die Singer Eomp. ihre Fabrikate hier in Deutschland, mit einem Zoll von nur JL 1 — per Waschin« betastet, auf den Workr brmgt. <>a*bcl und Brrfcbt. Frankfurt e. IS., den 16. Dezbr, NachmMagi 2 Udr 10 Dttn. (Telegr Soursdcr ckit Mitgetheitt durch daß Bankaerchün llfrrvl Kaufmann tri i« eher».' örtbu actiro 31P t, Stoat^b-Actten 285'/,, Oali-ter 266J/<, Orft. eUbenrntt 66“ ie, 4% Unaai. (Solbrrnk 77*1*, i°/6 1880er Nüssen 78»/,,. 2- Ortml-Lnlctde 59'/,,. 5°/, Rumänisch« Rente 89, Lombarden ISO1,«. Tendenz schwach. Kirchliche Anzeigen brr cvangelischenScmcinde suSicsien. Gottesdienst: Sonntag, den 18. Dezember. 4. Advent. Morgens 9% Uhr: Pfarrer Schlosser. Rochmiitagl 5 Uhr Gymnasiallehrer Stamm. Am 1. Wethnacktstag wird eine Ktrchenkolleki« erhoben für die hiesige Kleinkinder» Bewahransta'.t Am 2. Wethnochtstag wird eine Kirchenkcllekte erhoben für die Armen unserer Gemeinde. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 17. bis 24 Dezember besorgt Pfarrer Schlosser. Bekanntmachung. Zur Bezahluna der Zinsen, welche von den bet d«r btefigen Spar- und Lethkasse «tngeleglen Kapitalien am Ende diese« Z-ihres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: Samstag den 17. Dezember 1881 Dienstag „ 20. „ » Mittwoch „ 21. „ „ Donnerstag w 22. „ » Samftag „24. „ „ Dienstag „27. „ „ Mittwoch „28. „ „ Donnerstag „ 29. „ „ Samstag „ 31. „ ■ sowie Dienstag „ 3. Januar 1882 Mittwoch „ 4 „ „ Donnerstag „ 5. „ „ Samstag „ 7. „ „ Dienstag , 10. „ „ Mittwoch „ 11. „ • Donnerstag „12. „ „ Samstag „ 14. , . Die Interessenten werden daher auf; gefordert, die Zahlungen an diesen Tagen tn Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu leflitimucn. Zugleich wird bemerkt, daß bte auf ben Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, Dieses rn ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lasten. Gießen den 29. November 1881. Der Rechner der Spar- u. Lethkasse. Kehr Montag den 19. I. Ms., Bot mittags 9 Uhr, soll, brhus« Smfflfiung M Oberlach, qrabens zwilchen der Drünbergerstraße und der Oberbeff. 8 >r b-bn, die Lieferung von 100 Kubikmeter tauben Steinen im allen Nachhall« versteigert werden. Gießen, den 14. D-;ember 1881. Großb. Bürgeimeisterei Gi-ß-n. 8191) « Bramm. 8185) Müller, Ortsgerichtsmann. Montag den 19. Snembcr, Nachmittags 1 Uhr, werben in dem Hoch'schen Hause rn der Bahnhofstraße folgende Gegenstände metsl- bietend gegen Baarzablung v^N^gert. Sooba, Küchen,ch^ank, 2 danke, Porzellan,chrank, Kuchentisch, 2 Küchenstühle, Küchenwaage, Dtenst- botenschrank, D'enstbotenbctt, Küchen- tisch, Diennbotentis'ch, d versc Stühle, 2 Spieltische, 1 Spiegel, Transparent (Germania,, Bettstelle mit «prung- sedermattatze, Nachttisch, Fltegen- schrank, WermLrank, Weingerust, Schreibtisch, SL'eibputtchen, «chrerb- pult, diverse «üchensachen, Porzellan- Vorhangstangen und andere Kleinigkeiten. rr. Die Gegenstände können stelgerungstag, Morgens von 10—12 Uhr, nngesehen werden. Gießen, den 13. Dezember^ 1881. 8227) Täglich frische Bierhefe, sowie trockene Hefe anerkannt bester Qualität empfiehlt die Hefe-Handlung von I. Altngelhöffer, Wallthorstr. 140. Allgemeiner A n r e i g < r. Bekanntmachung. 8242) Samstag den 17. dieses Monats und die folgenden Tage, mit ÄuSnahme Sonntag ten 18. d. M., jeveSmal Nachmittags von 1—3 Uhr, werden tm städtischen Holzmagazin am OSwaldsb erg Christbäumchen zu dem Preise von 10, 20, 40 und 60 H ausgezeben. Gießen, den 15. December 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießet. ______ Ä. Bramm._____________________ Bekanntmachung. 8190) DaS Schulgeld für die Großherzogliche Realschule pro HL Quartal 1881 kann innerhalb 8 Lagen an den Zahltagen : Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 13. December 1881. Der Rechner der Großherzoglichen Realschulkaste: EnderS, Stadtrentmetüer. flrofje Uerfleigerung. Wegen Wegzug von Gießen lasse ich femmtnten Montag den 19. ds. M. unc felqenve Tage, von Mittag« 1 Udr anfangenk, in meinem Laven am Linvenplay mein Lager, bkstchenv in: Tuctien, Budkins, tzerrengarderobe, al«: komplette Anzüge, Aöcke, .tzofen, Paletots, Lchlaf- röckc k., sowie tragen unt Mansebetten gegen gleich b-are !lvdlunq versteigern. (8234 S. A. Blumenfeld. Grosse Gemaide-VersieigeruQ^. Im Auftrage einer der ersten Kunsthand unzea Düst"245) Darme und Blasen zu habe« bei Hermann Euler.__ Fst. Dlütbennrebl ^st. gest. Nafnnade, Rhein. Wallnüfse, Jral. Hafselnüfse, Wachsstöcke Wachskerze» empfiehlt (8232 Rudolf Göbel. Herrenkragen, Shlipse. Hosenträger, Taschentücher, Unterhosen, Unterjacken etc. empfiehlt (8238 _____Julius Schulze, Regenschirme sürHrrren, Damen und Rinber empfiehlt In großer AuSwahl zu sehr billigen I Preisen (7994; A. Fangmann. (8233 GROSSES CONCERT 503 X Entree SL Vf. Anfang 9 Uhr. h H H 1881. Gladenbach, am 11. D.cember 8153) 8241) Seltersweg 43, Ecke der Plockstraße 7837) H. Kühn, 8166] Sandgasse D. 189. mietbcn. Jeltchen Löber (8230 Karl Drieser Die Beerdigung findet Sonntag den 18. December, Nachmittags 2 Uhr statt. 158 861 635 888 73 94 100 775 282 1740 240 100 50 40 25 20 32 20 50 80 20 Schreinerarbetl Schlofferarbelt Spenglerarbeit Gratulation. Paris ausgeführt von der Capelle 2. Gr. Hess. Inf.-Regts. Nr. 116. unter Leitung des Herrn Capeilmeister Krausse. Backstetnen, Kalk, Sand, Der Beztrksbauausseher: C- Werner. in einem Alter von nahe 14 Jahren aus diesem Leben abzurufen und bitten um stille Theilnahme Die tieftrauernden Eltern und Geschwister. 8224) Meinem lieben Freunde Iof. Luther ium Wiegenfeste die herzlichste Gießener Bienenzüchter - Verein. Sonntag den 18. d. M., Nachmittags 3 Uhr Versammlung bei Felsing, Neuenweg Zahlreiche Betheiligunq ist sehr erwünscht. ae* Damen- Äugstiefeletts empfiehlt in reeller Wasrr (kein Ausschuß) von Mk. 4.7S an das Paar 1. Doeter. Theater-Nachricht. Der ergebenst Unterzeichnete erlaubt sich einem hochgeehrten P.T. Publikum anz zeigen, daß die theatralisch n Vorstellungen bestimmt am 3. Januar beginnen werden. (8244 Hochachtungsvoll und ergebenst I. C. Schubert, Tveirer-Dir-ktor. Chr. Hofmann Seltersweg 188. Vergebung von Bauarbeit. Die zu Erbauung eine» neuen Backhauses in Frankenbach ersorderlichen Arbeiten uni Lieferungen sollen Montag den 19. d. MtS., Vormittags 10 Uhr, auf dem Ralhhauje daselbst durch öffeniliche Versteigerung in Accord gegeben (Anstatt besonderen Ansagens.) Verwandten, Freunden und Bekannten theilen wir hierdurch mit, dass es Gott gefallen hat, unser geliebtes Kind Küchen Kalender 1882 von I. C. König Si @bbatbt, Hannover, empfiehlt Cafe Leib.“ Sonntag den 18. Drzrmbrr: Weihnachts-Ausstellung. 2000 Stück Kinderspielwaaren von 3, 6 und 10 Pf. an, so lange der Vorrach reicht. Parthie Puppen von 10 Pf. bis 1 Mk. Epilepsie, Krampf- und Nervenleiden de Alle, welche sich für diese Krankheiten interessiren, und sichere Hülfe suchen, mögen sich vertrauensvoll die Broschüre des Dr. Boas, Mpreialht. für Krampf- und Nervenleiden, verschaffen. Gratis und franko zu beziehen nur durch Herrn (6177 Parlaghy, München, 29 Bayerstraße. werden und zwar: 1) Maurerarbeit, veranschlagt zu . . . . 2) Steil.hauerarbelt incl. Material, veranschl. zu Die Handelsgärlnerei von Friedr. Georg, vorm. C. Deines (Gartseld), empfiehlt zu kommenden Festtagen: Blattpflanzen, als: Palmen schiedener Sorten, Draeaenen, Gummibäume (starke Pfim^en), Philo- dendron re., alles in Prachtexemplaren; eine reiche Auswahl blühender Topfpflanzen, Primeln, gefüllte und einfache Hyazinthen m blau, weiß und roth, Tulpen, Reseda, Rosen mit K. osp n, Camellien, Laurus und andere blühende Pflanzen. Anfertigung von Baum, stämmen und Blumenkörbchen. Alles zu staunensweith billigen Preisen. (8231 3) Zimmerarbeit 4) Dachdeckerarbeit 5) 6) 7) 8) S) 10) 11) 12) 13) 7907) Das Mansardenlog's m meinem Hause, West-Anlage, ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. 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