10« Stobt DfTb !r gleich oden}4Snr«au. Berlin, 14. März. Der Rinigl Hof legt für den verstorbenen Kaiser Alexander auf 4 Wochen Trauer an. — Aras Ltmburg. Stirum überbrachte dem Raiser gestern Abend um 63/t die Nachricht vom Attentat« auf Raffer Alexander und begab sich sodann aus gleicher Vera, lastung auch »um Kronprinzen. In Folge besten fand sich Abend« di« gesamn-le Rönigl. Familie bei den beiden Majestäten zusammen. — Raiser Wilhelm telegrnpdirir sofort nach Empfang der Trauerkunde an den neuen Reiser Alexander 111. — Um ll‘/3 Uhr heute Vormittag fand in der Rapelle der russischen Botschaft ein Tr.uergottesdienst statt, welchem die beiden Majestäten, die hier weilenden Prinzin unv Prinzessinnen des Rönigl. Hauses, die obersten Reich«- und Staatsbehärdtn, die Botschafter und Gesandten mit ihrem gesammten Personal, sowie das Osficrer.Eorps de« Kaiser «lexrnder.Regimenis bei- wohnten. — Bel der Eröffnung der heutigen Reichsiagsfitzung hielt der Präsident v. Gaßler solgende Ansprache: Wrr Alle sieben tieserschütieri unter dem Em. druck de« entsetzlichen Ereigmffis, welches sich in dem östlichen Nachbarreiche vollzogen hat, eines ErergnisteS, welche« den deutschen Kaiser eine« geliebten Verwandten und eines treuen Freunde- beraubt«. Es entspricht sicherlich dem Wunsche und dem Bedürfniß des Hause«, wenn Ihr Präsidium der herzlichen Theiinadme de« Reichstag« an dem Verluste, von wrlchtm der Kaiser und das König'. Haus betroffen wurde, ehrfurchtsvollen Autdruck giebt (Zustim. mung). — Der Reichstag erledigte sodann die zweite Lesung de« Postetal« nach den Anträgen der Commission und bewilligte nach längerer Debatte die für dir Abtheilung für wirlbschaftliche Angelegenheiten im R-ich-amt des Innern ge- soiderten Mehrausgaben. Berlin, 14. März. Ueber die Namen der Petersburger Attentäter liegen bi« j-tzt Nachrichten nicht vor. Dem (Staren wurden nicht nur di« Bem«, sondern auch der Magen total zerristen. E« sollen acht Personen ver. I.tzt sein, von denen zwei starben. Kaiser Wilhelm empfing die erste Mitteilung nach dem Diner vom Grafen Limburg; der Raiser war kaum der Sprache mächtig, um zu antworten, er sagte nur »u Limburg: „Nun, also hat die Eskorte auch nichts genützt", und begab sich dann in ein Nebenzimmer, wo er bitterlich weinte. Bei dem russischen Botschafter, Saburow, sollte gerade «in groM Dmer ßatlfinden, alt die Schreckei,skunde eintraf. Saburow, den der Kronprinz mb B smarck bijuchten, wurde noch spät Abends vom Raiser em- pfangen. Der R.onprwz und Prm; Friedrich Karl dürften wahrscheinlich zur Beerdigung des Ciaren fich nach Petersburg begeben; dre königlichen Theater find drei Tage pefchloffen. Bezüglich des Eindruck«, den die russischen Nach, richten in den politischen Kreis,n gemacht haben, erfährt die „Nat.-Ztg." Fol- gende«: .Mit dem neuen Czaren werden ganz neue Männer aufkommen und die bisherigen leitenden Personen mit wenigen Ausnahmen von der Bildfläche verschwinden, die persönlichen Günstlinge Alexanders II. werden am ersten be- treffen. Man nimmt an, daß Loris Melrkow eine hervorragende Rolle behal- t.n wird, vielleicht wird Walujew auch eine solche bekommen. Die ganze Politik des Innern und Aeußern wird an Stelle des öfteren Schwankens eine feste Gestaltung erlangen. In hiesigen politischen Kreisen ist darüber kein Zweifel, daß eine Thatsache von geradezu unabsehbaren und unberechenbaren Folgen in politiscke Calculs gefallen sei, die alle seitherigen Annahmen für den Augenblick werthlos machen." 347 Jt 200 „ 200 . England. London, 12. März. Pom Rrieg«s»aiiplab in Natal ist wenig Neues zu berichten. General Wood hat einen Tagesbefehl über baS Gekerbt auf dem Masubo-Hügel «Haffen. Derse be brückt in gefühlvollen Worten fein tiefe« Bedauern über den Tod des Generals Eoll.v und der übrigen mu ihm ge. soll« en Osficiere aus, welche, falls sie notb am Leben wären, die Ursache der Niederlage erklären könnten. ES seien nur 300 englische Truppen im ®.fe4t qeirefen, welche durch den langen und schwierigen Nachlmarsch erschöpft gewesen seien. Dieselben seien in einer ausgedehnten ur.b ungünstigen ettflurg ange- qriffen und durch überwältigende Uebermacht ans derselben vertrieben morden. Trotz der Uebermacht habe fich die engagirte Linie mcht zurückgezogen, M ne schwere Verluste erlitten und ihre Munition nahezu verschossen mar. A^xt Qabl der Docrs bei Laing-Snek hat fich seit Lamstag beträchtlich rernngert. Nach Potschrffstroom, Standerton und Wakkerßroom find Lebensmittel abg^- qanqen. Dem „Aeuter'schen Bureau" wird aus Newcastle vorn. 9. ds. pemel' bet: Es curfirt hier ein vages Gerücht, daß die Boers den für die britische Garnison in Wakkerstroom bestimmten Proviant mit Beschlag belegt Haber. Präsident Brand hat fich nach Harrismirh begeben. Aeutschland. Darmstadt, 12. März. DaS Großherzogliche Regierungsblatt (Bettage Nr. 5) enthält: 1. Derzeichniß der Vorlesungen, welche auf der Großherzoglich Hessischen Ludewtgs'Universität zu Gießen im Somwerhalbjahre 1881 gehalten werden und am 28 April ihren Anfang nehmen. 2. Bikanntmawmg, die Erhebung dir Umlagen zur Bestriitung der Eommnnal B-dürfniffe m den Gewen den de- IdretseS Erbach für daS erste Vtettelfahr 188t betriffend. 3. Bkanntmackung, die Erbebung der Umlagen der Gemeinden deS SkreiseS Worm» für daS 1. Quartal 1881 betreffend. 4 Bekannrmacbung, die Erhebung der Umlagen zur Bestreitung der Eommunai-Bedürsniffe in den Landgemeinden deS Kreise- Mainz für daS erste Viertel fahr 1881 betreffend. Darmstadt, 14. März. Wegen deS Ableben- Sr. Majestät deS Satter« von Rußland »ft aus Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer von 3 Wochen, vom He tigen bi- eir.lchlteplich bin 3. April verordnet worden. Berlin, 12. Mä z. Bei der Wahl in Weimar bat der Eandldat der Fortschr tt-vartti, Oberappcllationv Ger Lttrath a. D-, AuSfeld in Jena, mit mehr al- Zwe,drittel der Stimmer, gesiegt. Zur Erklärung wird rorgefüdrt, daß d-s Programm es nat onalttiberaleu Eanvidaten, Herrn Fries, ten mehr links ß benben Tbeil der Partri nicht befriedigte, so daß dieser seine Stimmen Herrn Au-se d gegebn habe. — In B zug auf den dem DundeSrath rorliege. dn» Gesetzentwurf, berr. die Aba derung von Bestimmungen des GerichttkostengrsetzeS und der Grbüh. renordnung fü* Gerichtsvollzieher wird befo -der- hervorzuheben sein, daß der Entw'.'if beabsichtigt einmal die E;!ra-Au-lagen, welche Leiten- deS Gericht- an ELretbgebübre u. s. w. zu fordern waren, zu beseitigen; andererseits bte Glbühren. welche d:e Gerichtsvollzieher bei Zustellungen zu beanspruchen haben, theil- abzusL^ffen. theil« zu ern Lßtgen und bei Pfändungen wegen kleiner Objecte die Gebühren herabzusetzen, welche Maßnahmen namentlich für die genLtl Le Beschlagnahme in Bagatell.Proc-ffen von einschlagender Wirkung fein werden. e»solgre chen Beluch deS betreffenden LehrcurseS. Die Herren Bür. ermeistcr weiden ersucht, die- In geeigneter Weise bekannt zu machen. Öi eh en den 14. März 1881. Der Dir.ctor deS landw. BezirksvereinS Gleßen. Dr. Boekmann. 3) „ _ einer Ackerbauschule........ - . «'Werbungen um soick>« Unterstützungm sind mit etneui an tlick-m Z'ugniff« üb« die L«rbäliniff« d«S Bittst.ller« b« mir «ln,ur«td>fn unb m«rb«n ren mir dem «u-schuffe bi« Ver«in« zur Emschlftßuug mitgetbtilt. Die Auszahlung erfolgt aber jebknfall« erst nach Vorlage ein«« Zeugniffe« über den werde. Einzelnen empfangenen Personen gegenüber sagte der Kaiser: Ec bt steige den Thron unter peinlichen Umständen, er sehe aber vertrauensvoll der ehrlichen Mitwirkung aller Patrioten entgegen und werde er sich b-mühen, die Liebe von ganz Rußland in ebensolchem Maße zu verdienen, wie sie sein ver> ft or6 er er Vater besessen. — Auch ein zweiter Verbrecher, ebenfalls ein junger Mann, der eine Bombe warf, ist ergriffen. Der Huldigungseid der Mitglieder deS kaiserlichen Hauses Ist nach ZeitungSmitthetlungcn noch gestern erfolgt. Wien, 14. Mär). Die hiesigen Blätter sind einstimmig in der Entrüstung und in dem Abscheu über das gegen den Kaiser von Rußland verübte Attentat. Wie die „Presse" b-richtet, war der Kaiser Franz Joses von der Unglucksbotschaft tief erschüttert und richtete sofort ein eigenhändiges Con- dolenz.Telegramm an den Großsürsten-Thronfolger und an die Mitglieder des russischen Kaiserhauses. Paris, 14. März. Die Journale sprechen allesammt ihren Abscheu über das Attentat gegen den Kaiser von Rußland auS. Präsiden: Grevy richtete sofort ein Telegramm mit dem Ausdruck seines tiefsten Schmerzes und seiner lebhaftesten Theilnahme an den Kaiser Alexander III. Der Muust-r des Auswärtigen Amtes, St. Barthelemy, sandte ein ebensolches Telegramm an den französischen Botschafter Chanzy. Bremen, 14. März. Das Wasser der Weser fällt langsam. Der angcrichtete Schaden in den überschwemmten Stadttheilen an Maaren rc. ist sehr bedeutend. Die Eisenbahnverbindung nach Oldenburg ist einstweilen sistlrt; die dtrecte Verbindung mit Köln via Osnabrück ist unterbrochen und durfte die Unterbrechung voraussichtlich längere Zeit dauern. Petersburg, 15. März. Bei der gestrigen Huldigung hielt Kaiser Vermischtes. Bingerbrück, 9. März. Am Ruppertsberg fand diesen Morgen, unmittelbar nack- dem em Buterzug passirt war, ein Srbrutsch statt, durch welchen die iSeletse gesperrt wurden. Die Stelle ist dieselbe, an der bereits mehrere gleiche Unfälle stattgefunden haben, zwischen der Drususbrücke und dem Eisenbahn-Einschnitt. Für bie jetzt oben dicht am Rande des im t-i <7^n "i>riff-ncn Abhanges stehenden Häuser ist nach dem Krzn. Lgbl. die Lage höchst gefährlich, denn jeder Tag kann weitere Ablöiung des durch keinerlei Futtermauer gestützten Erdreichs und damit auch den Untergang jener Häuser bringen, die merkwürdigerweise noch bewohnt sind. Zugleich ist die Stelle auch für Eisenbahnzüge gefährlich; bätte der gestrige Erdrutsch "n'n 8«”t>e vorübeifahienden Zug getroffen, io wäre dieser höchst wahrscheinlich die hohe -öabnboldjiing hinunter in die Nahe geworfen worden Lokale-. Gießen, 15. März. Im Palmengarten zu Frankfurt a. M. beginnt soeben die iabr wieberkehrende große Frühjahrs-Blumen- und Pflanzen-Ausstellung und ist es gerade diese« Jahr nach dem so langen Winter eine wahre Erholung die zanm Kinder Floras schon jetzt in vollem Blumenschmuck zu schauen. Camelien, Azaleen und viele andere Spezies zeigen ihre herrlichen Farben und nächstdem wird der berühmte Rosenflor das Auge der Besucher wieder erfreuen. Gerade diese Lieblingsblume Aller ist hier m wahrer Vollendung zu sehen denn unberührt von rauhen Winden und jähem Sonnenbrand entwickeln sich hier die Blumen'unverletzt und in voller reiner Farbenpracht; für den Liebhaber und Kenner wie für den Laien eine Augenweide. Äöht, 14. März. Der „Köln. Ztg." wird aus Petersburg von gestern Abend gemeldet: Wie man hört, war der Kaiser furchtbar verletzt an den Beinen unter den Knien, an den Armen und am Kopfe. Der Blutverlust bewirkte ein rasches Ende. Nach dem Attentat wurde der Kaiser auf Händen fortgetragen, ein Martnesoldat sammelte die Orden, wrlche die Explosion von des Kaisers Brust gerissen hatte. Von den Verhafteten wurde nur einer be- i stimmt als Theilnehmer am Morde erkannt, Mitschuldige sind selbstverständlich vorhanden. Viele Verhastungen sind vorgenommen. Die „Köln. Ztg." mel- ? bet ferner, daß ihr Berichterstatter schon am Sonnabend versuchte, ihr Mir- ! theilung zu machen, deren Absendung von der Censur nicht gestattet wurde. ' Die Mitthetlungen gingen daher brieflich nach Eydtkuhnen, von wo sie tele- I graphisch befördert wurden. Sie lauten: „Petersburg. Abermals wurden j Haussuchungen nach einem politischen Verbrecher gehalten, dessen Perlonalbe- ; schretbung lautet: Großer Wuchs, brünett, trägt einen schwarzen Backenbart. ! Die Polizei ist einem neuen Complott auf die Spur gekommen. Der letzte >' Proceß und die letzten Verhaftungen haben so reichhaltigen Aufschluß über die ! nihilistische Propaganda ergeben, daß man glauben sollte es werde bei einiger ' Wachsamkeit möglich sein, ein Unglück zu verbüten." Handel und Verkehr. Gießen, 15. März. Auf dem heutigen Wockenmarkte kostere - Butter per Pfd. JL 1.00 bis 1.05 Hühnereier 1 Stück 0—5H, 2 St. 11 Gänseeier 1 St. 10-12 H Käse per Stück 5—12 KLsematte ver Stück 2—3 H, Erb.en 1 Liter 20 Linsen 1 Liter 24 H, Lauben da» Pa rem Vater abgelegte heilige Gelübde wiederholen, nach dem Vermächtniffe unserer Vorfahren unser ganzes Leben der Fürsorge um die Wohlfahrt Macht und Ehre Rußlands zu weihen, fordern wir alle unsere getreuen Unterkhanen auf, vor dem Altäre des Allerhöchsten ihre Gebete mit den unse.iqen zu ver. einen und gebieten ihnen, uns, Treue zu schwören und unserem Nachfolger dem Großfürsten. Thronfolger Alexandrowitsch. Gegeben in St- Petersburg, im Jahre nach Christi Geburt 1881 und unserer Reaie- rung tm ersten. d m , 14. März, lieber die gestrige Katastrophe meldet dre"Agence Raffe- noch folgende Details: Die ersten Äerzte, welche zur Hilfeleistung herbeteilten, waren der Chirurg KrouglewSki, die Doctoren Bot« nne, Marcus, Dvoraichine, welcher sich brretts mit allen zu Amputationen und Nesektronen erforderlichen Instrumenten versehen hatte. — Die Beine hmaen nur noch an den zerrissenen Muskeln, das Blut floß stromweiS. Es wurden sofort Kautschukbandagen um die Beine, sowie um die rechte Hand gelegt: der ^rauiing an der Hand war tief In die MuSkeln eingedrungen. In Folge der Unterbindung der Adern und der Anwendung von Eis und anderen Be- lebungSMitteln^ öffnete der Kaiser noch einmal die Augen, welchen Moment der Priester zur Spendung der heiligen Sterbesacramente benutzte. Bald darauf ober stockten Herzschlag und Athem. Sämmtliche Mitglieder der kaiserlichen Faniilie umgaben knieend das Sterbebett, während der Eczpritster die Sterbe« gebete verlas. - Oberst Doorjeßki, Gehilfe des P°I:zeime.sterS, welcher den ersten Mörder verhaftete unb ihm Dolch und Revolver entriß, muß in Folge seiner Verwundungen, die indeß nicht töbtlrch sind, bas Bett Hüter. Die Personen, welche den Kaiser zuerst aufhoben, waren der Capttän-Lieutenanr vom Regiment Lichten. Novikow und Netchatew, Junker auf der Kriegsschule. Die Anzahl der Verwundeten ist größer, als man zuerst annahm, einige der» Breits gestorben. Der verhaftete Mörder nennt sich Russakow, fft 21 Jahr alt, stammt aus der Provinz Novgorod und besucht die hiesiae Bergakademie. 1 1 ö u ... „Badische Landeszeitung" veröffentlicht eine Zu- jchrfft des Tabaksfabrikanten Ritzhaupt in Werfauerhof bei Heidelberg, worin derselbe aus einet mit drm Reichskanzler Fürsten v. Bismarck über die Tabaksteuersraae gehabten Unterredung mittheilt, daß der Reichskanzler an der Einführung des Tabaks- monopols festhalte und dem Reichstage eine bezügliche Vorlage machen werde, sobald der Reichstag eine Bürgschaft für die Annahme der Vorlage biete. Die in der Tabaksbranche herrschende Unsicherheit fei eine Folge der Fraktionspolitik des Reichstags. Bei der Einführung des Tabaksmonopols würden die Fabrikanten loyal abgcfund.n werden, die Tabakshändler aber feinen Entschädigungsanspruch erhalten Der Reichs- fanzler sei übrigens nicht für das sranzösifche Monopolsystem, sondern wolle daß eine große Anzahl der bestehenden Fabriken und auch die Hausindustrie weiter arbeite. . P 14 März. Der Kaiser hat eine vierwöchemliche Hoftrauer anläßlich des Ablebens des Kaisers von Rußland angeordnet; der Erzherzog Karl Ludwig wird 8? ju den Trauerfeierlichkeiten nach Petersburg begeben. - Die „Wiener AbendpoU" schreibt anläßlich des Ablebens des Kaisers Alexander: „Ein großmüthiger, hochsinniger und milder Monarch wurde dem dankbaren Volke entrissen. Die That allein, durch 1 welche er 2o Millionen Unterthanen das Bewußtsein ihrer Menschenwürde gab, würde hmreichen, um Alexander IL in Die Reihe der edelsten Wohlthäter der Menschheit zu stellen. Bon tiefem Mitgefühl ergriffen, blickt die Bevölkerung Oesterreich-Ungarns nach der Hauptstadt des befreundeten Reichs. Möge Alexander III. erfüllen, was fein : -«ater vorbereitet hat, möge Die Entwickelung Rußlands stetig auf jenen Bahnen vorwärts schreiten, welche zu den Zielen wahrer Volkswohlfahrt, zu reget Mitarbeiterschaft an den gemeinsamen Ausgaben des Friedens mit allen Völkern Europas führen , , AterSbu^g, l.4- März. Der „Herold" meldet über das Attentat: Der Kaiser begab sich nach Beendigung der Wachtparade, der beizuwohnen er, wie verlautet ge- ! warnt worden war, in's Palais der Großfürstin Catharina und blieb daselbst kurze \ geit jum Frühstück. Gegen l3/« Ubr verließ der Kaiser das Palais, um sich nach i Ho.ule begeben und wählte den Weg entlang dem Canal. Als er etwa an der «Witte der Mauer des Palaispatks angekommen war, erfolgte eine starke Explosion ' welche den Wagen des Kaisers arg beschädigte. Der Kaiser stieg sofort aus dem ‘ Wagen. Ein Ofsicler eilte herbei und sagte: „Herr, sind Sie verwundet?" Der Kaffer 1 e T1* 0j°^cr ^uhe: „Gott sei Dank, ich bin unverletzt, ängstige Dich nicht : aber id) mnfe nach den Verwundeten sehen." Deren lagen viele umher, theils Soldaten : . Kaisergeleits, theils zufällig anwesende Civilpersonen. Der Kaiser schritt erst auf einen schwer verwundeten Kosaken zu, ordnete Fürsorge für denselben an und erblickte ’ Schntte von sich den Verbrecher von der Menschenmenge umgeben. Ein Soldat des Preobadienski-Garderegiments hielt ihn fest unb umklammerte dabei feine i Der Verbrecher ist ein junger Mami, "blond, Namens^Russakow"^^mi^Alttr" von 21 j a C r IU* toar“ie ^'^Prache an dte Versammelten. Er dankte ° —- - ' " — Der Kaiser 1 fur bie fclnem verstorbenen Vater bewiesene Treue und forderte Alle auf, daß ahl ihn ab- ’ bte i,em Entschlafenen bezeugte Treue und Ergebenheit auch ihm gehalten Die Kolzverstcigcrung m brr 4?brrfor|tf rrt 2cbiffriibcrß vom iü. und 11. l. M ist genehmlut. Die Absuhtscheine können vom 22. L M. an bet Großb. «er kan t Gießen erhoben werden, als Termin für Ufber« lieferung des Holzes, sowie al- erster Abfuhnag ist M tlwoch der 23. L M. bestimmt. Gießen, den 14. März 1881. Grcßh. Oßeriölsterei Sch ffenberg. 1753) Georgi. Jagdverpachlung. Freitag fern 2S. ds. Mt»., Vormittags 10 Uhr, soll dahier die ca. 550 Hectar große gelbjflßb der Gemarkung Wißmar auf 6 Irdre verpachtet werden. Erosdorf, den 14. März 1881. Der Bürgermeister: 1757)________Colnot. Halzdtrsteigerung im tdiestener Ltadtwaldc. Montag den 21. März er., von Vormittags 9 Uyr an, soll im Gießener Stadlwalde in dem Dstricl Oberhag uachverzeichnetc- Holz versteigert werden: A. Brennholz: Lcheuh. Prügelh. Stock . Rei-H Raummeter- Wellen. Buchen 36 1 in 150 Erchen 800 622 -nQ 13000 Radel 28 27 DUV 1500 Die Zusammenkun t ist auf dem SLifsenberger Weg an der 2. Schneise. Dreßen, 15. März 1881. G oßherzogl. Bürgermersterei Gießen. A. Bramm. (1763 Holzvcrftcijicnmg in der Königlichen Oberförsterei Strupbach Revrer Tünsberg. Förster Gutzmann zu FesthauS Bieber. Montag, den 28. Marz d. I., sollen in den Listr.cieu Hinterer Enlenkops 35a c, Saurüffelschlag 34a, Schm t'stadt 38a Schmttlenberg 27, Höllgraben 29a, Neuhaag 32 a b c, ^5 chl ist 39 b c und Strupbach 47d, so re an Totalität-Hölzern öffentlich ve«st igert w rden: 18 Stück Eicherstämme von 15 bi- 34 cm Durchmeffer und 4 bi- 9 m Länge mit 3,82 sm. 3 „ Nadelbolz-Stämme mit 0 43 sm. 3 , N^delholz-Derbholzstangen 1. El. 6 , Rat elholz-Derbholzstangen 2 El. 4 Rmm. Eicheii'Lnüppel, 5 , „ .Reisholz 3. El. 50 Wellen * „ w „ 4 Rmm. „ -Stcckholz, 87 „ Buchen-Scheite, 40 8 „ , -Knüpp'l, 6517 Dellen „ -Resholz 3. El. 355 Rmm. E h 147 , „ -Stvckholz, 2 „ And. Laubholz-Scheite, i ,r n 'Büppel, 170 , , .ReSholz 4. 61. 5 „ Nadelholz-Reisholz 3. 61. 50 Wellen „ „ 4.61. 5 Rmm. „ „ 4. El. Zusammenkunft: Vormittags 9 Uhr am Distrikt Hute auf der Gießen- Gladei bacher Chaussee. Forsthaus Strupbach, 12. März er. Der König! che Oberförster 1755) Baumann. Geschälte Victoria-Erbsen, Thüringer kleine Bohnen, Heller-Linsen, von ausgezeichneter Kochart, empfiehlt 79) Fr» Seibel. Holzversteigerung in der König!. Oberförsterei Krofdorf. Montag den 28. März, vormittag- um 10 Uhr, werden zu Wetzlar im Lchützengarten andern Königlichen Forste Sioppeldera nachstehend bezeichnete Holzsortimente önentlich meistbietend versteigen, wozu Kauflustige eingeladen werden: Diltrict 88, Vb. Kiefern r 3 rm Scheit, 14 rm Aftreiser und 6 rm Weichholz Reiser. D'Niict 93, XIXi* Eichen : 52 rm Scheit, 16 rm AftknÜppel, 258 rm Aftreiser. Fichten: 1 rm Stammknüppel, 21 rm elammreucr und 94 rm Aftreiser. District 93, XX*. (pichen : 45 rm Scheit, 13 rm A ft knüppel, 196 rm Aftreiser. Nadelholz: 18 rm Stammknüppel, theilS Fichten, thcils Lärchen, 11 rm Stammreiser und 264 rm Aftreiser, so- wi 2*3 tdiboi; . : und 801 rm deegl Aftreiser. Krssdors, den 13. März 1881. Der Kön gl. Oberförster: 1758,______Muller._________ Cichenlohrinde. Freitag den 2S. d. Mt6., Morgens 11 Uhr, wird dahier die in diesem Jahr in Gemeinde - Waldungen zu gewinnende Eicbenlohnnde, abgeschätzt für Atzboch 170, Dorlar 80, Garbenhetm 10, Kinzenbach 30, Krofdorf 30, Launsbach 30 Gentner, veistrigert werden. Erofdorf, den 15. März 1881. Der Bürgermeister: 1756) E k n o e. Pferde- u. Wagen- Bersteigernng. Montag den 21. d». Mt4., Vormittag- 10 Uhr, sollen im Großherzogl chen Hofmarstalle dabier: 2 Wagenpferde, 4 Wogen, darunter 2 Phaeton, sowie oertchicdene Pferde Geschirre, Kummete, Sättel, Zäume rc. öffentlich versiegen werden. (1751 Dannstadt, den 12 März 1881. (^roßhei iogl ch's Hofmarstall ?lint. Frhr von Vordeck zuc Skadenau. Montag den 21. Mär), Nachmittag- 2 Ubr aniangend, und die folgenden Tage werden im Vetri scheu Hause, LudwigSft'aße, bei ,frau Löwe folgende Oiegenftände öffentlich meistbietend versteigert: Cophas, Tische, Stühle, Schränke, Spiegel, Bilder, Kleider, Porzellan, Bettwerk, Küchengeräthe u. s. w Obige Gegenstände können Montag den 21. Mär» von Vormittag- 10 Uhr ab daselbst angesehen werden. 3. A- : 1738» Müller, Qrt-gericht-mann. Montag den 21. März er., Vormittag- 11 Ubr, sollen die zu meiner Ziegelei gehörigen Gebäude in zwei Äbtheilungen öffentlich an den Mustb.elenden vor Großh. Onsger ebt Hungen versteigert werden. Zu der ersten Abth. gehören, die Ziegelei selbst, die innere Einrichtung, die Gestelle, Ziegelbretter Formen und Gefäße, eine Erdquetschmühle und sonst Flur vorhandene Utenftben die Item L/336 Ziegelei im Ort an der Stadt, 1/383 384,3 384,5 Äcker in den Bergen, " * !lqq 3tfer Hochfeld an der 540 Beller-Henner Hohl, zu der zweiten Äblh. Flur L/336 der Nebenbau mit der Grenze, so wie dieselbe vor der Versteigerung vorze- zeigt wird. D^.e Bedingungen sind bei mir ober auf dem Büreau des Großh. Orts« gerichls einzusehen. Hungen, 12. Man 1881. 1736) Pb. Becker. SiniirrroagraSS;?1 1746) W Ferber, Lindmpl-tz. Oirnflag öen 22. Man L 3., vormittag- 11 Uhr, soll au» dadlesigem Ort-gcricht die Hos- raithe dr- Sch einer- Hermann üßernrr dahier: Flur 27 Nr r u »oo 483 Meter Hofraithe am kleinen Slenweg meistbietend versteigen werden. Gießen, den 28. Februar 1881. Grotzderzogliche- OrtSgencht Gießen 1362) Müller Aeikgevolenes. 1743' (?in Garten, am Nahrung-berg gelegen, ,ft zu verkaufen dezw. zu verpachten^________Weidengasse VtL B 97. Frirdrichsdorskr Zmikdack in hochfeiner Waare empfiehlt (1745 C. <-. Klriiiticmi« __ Selter-weg G 21.________ Rothen deutschen, weißen, ewigen und schwedischen Kl 5 Fl Verpolung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung und 1 Fl. aratis Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlagen. Ee groe:$erianbt durch die Jyabnf in Nieroth bei Gerolstein (Rhernprovinz) be- Preis * Fl von ca. 330 Gr Inhalt 3 M 50 Pr. Preis < Fl. von ca- 660 Gr. 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(1676 Theater in Giessen. (Cafe reih). Mittwoch den 16. Mär;: XX. Vorstellung im Abonnement Zum ersten Male: Novität. Novität. Der CompagiiDii Lustspiel in 4 Acten von Adolph L’Arronge. I. <£. Schubert. Kauer’ldjer $c|aiifloerein. 1771) Die auf ?cn 20. ds. Mts. bestimmte Abcnvunterbaltung wird nicht an diesem Tag. , sonder:: den 27. ds. Mts. in Wenzels Garten abgehalren. Der 'Vorstand. Unterzeichnete erlaubt sich ihren Kinder- X-vW* garten in empfehlende E'inncrung zu bringen mlü butet aeehrtr- Eitern 11 > r cht r^qe Thetlnahme. — Beginn des nächsten Quartals Freitag den 1. April. Anmeldungen hierfür nehme ich rag- Uch von Morgens 9 bis Nachmittags 4 Uhr im Local des Kindergartens (Neumweg) entgegen. (1677) Melanie Martet. Restauration I. Ranges. Mittagessen, Nachtessen rc. rc. für kleinere und groß re Gesellschaften. Schiesspavillon, ausglstaltet mit vorzüglichen Waffen allrr Att. Bootfahrt auf dem großen Weiber der Anlage. Camera Obscura an dem großen Teich. Täglich Concerte der eigenen Cip-lle, Nachmittags und Abends. Frankfurt a. M., den 15. März 1881. Hiermit mache die ergebene Anzeige, daß sämmtliche Neuheiten m Regenmänteln, Umhängen & Paletots U’ä's XS’Är b'n “n‘8l,en “•,u t,n »•* Ebenso ist mein Lager der modernsten Kleiderstoffe auf das Reichhaltigste sorttrt und empfehle solche zu den billigsten Preisen. 1639) ML Kaan, vorm. S. Weimersheim. Patinenoa rten=4J esessschast. Frankfurt a. M. 2) Rechnungsablage. 3) Porstantswahl. Der Vorstand. Helfender. Für meine Liqueur-Fabrik suche einen jungen Mann alsbald zu engagiren. — Diejenigen, w.lche schon in gleicher Branche mit Erfolg gereist haben, erhalten den Vorzug. R Oppenheimer Sohn, 1792) Gießen. Freiwillige ftädt. Feuerwehr. Generalversammlung Montag den 21. d. M., Abends 8 Uhr, im „frankfurter yaf". Tagesordnung: 1) Bericht. 1698) 2 möbl. Zimmer mit Cabinet ____________E» Stückrath, Gartfeld. 1395) Das von Herrn Rendant Walther bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen. _________C ar l Leib. 1732) Freundl. möbl. Zimmer per so- fort zu Perm. Marklstraße D. 218, 1. St. 1502) Im Fischerhof ist ein kleines, sowie ein größeres Logis zu^errniethen. 1618) Ein Familienlsgis peFl~2lpriI zu vermiethen. _______Ludwig Herbert, Mäusburg. 1074) Ein kleines Logis zu vermie.hen. ______________F. Felstng, Neuenweg. 1094) Der 3. Stock meines Hauses ist anderweit zu vermiethen und Ende Mai zu beziehen. __Ludwig Hein, Kreuz. __ 1391) Ein Logis von 6 Zimmern mit allem Zubehör in der Nordanlage vom 1. April an zu vermiethen durch ________________I Blitz. 460) Ein Laden mit Logis zu oer- miethen. Sonnenstraße B. 106. Palmengarten ist täglich von 7 Uhr Morgens an geöffnet. Eintrittspreis beträgt JL 1 ptr Person, Kinder 50 Monatskarten für Fremde: 8.— für Familien, „ 4-~ „ Einzelpersonen. Wermietyungm. 1766) Ein freundlich möblirtes Zimmer im 1. St. zu vermiethen. Marktstr. 0.25. 1762) Eine große Stube, unmöblirt, zu vermiethen bei ___________K Kraufch, Schloßgasse. 1744) Ein kleines freundliches Logis im 2. Stock ist an eine ruhige Familie zu vermiethen und im Mai beziehbar. Georg tzüdeking, Teufelslustgärtchen. 1747) Ein kleines Fam lienlogis an eine ruhige Familie bis 15. April zu vermiethen.____________Mühlgasse D- 72. 1748) Ein kleines Familienlogis per 1. April zu vermiethen bei ______________Röder, Riegelpfad 11/8. 1759) Im Darmstädter HauS (Hinter- haus) ein Familienlogis zu vermiethen. 729) Ein möblirtes Mansardenzimmer zu vermiethen bei August Ackermann. 1579) Drei in einander gehende Zimmer, mit ober ohne Möbel, sind Frankfurterstraße C. 28, zu vermiethen. Stall und Boden können aut Verlangen abge- geben werden.____ 1232) Der erste u. dritte Stock meines Hauses in der Bahnhofstraße (je 6 Zimmer, geräumiger Cvrridor, rc.) sind ersterer per 1. Juli, letzterer per 1. Mai zu vermiethen. Zu ersterem auf Wunsch Lagerraum ober Stallung.________Theodor Haubach. 468) Ein Familienlogis zu vermiethen _____________bet Fritz Fürst Ww. 78) W e n z e l's Garten gegenüber, B. 163,3, mittlerer Stock, 5 Zimmer zu vermiethen.________ 1124) Familienlogis von 5 Zimmern unb allem Zubehör zu vermiethen bei Ph Bauer, Bahnhofstraße. 1585) Das seither von Herrn Pfarrer VigeltuS bewohnte Logis, bestehend aus 6 heizbaren Zimmern und Zubehör nebst Gartcnantheil zu vermiethen und 6. Mai beziehbar. Körner, Westanlage D. 101. 1664) Zwei sehr schöne, gut möblirte Zimmer, mit freier Aussicht, zunächst der Aula, sind gleich oder für nächstes Semester u vermiethen. Näheres in der Exp. d. Bl. 340) E'n möblirtes Zimmer (Parterre) zu vermiethen. _______I. ^Nannbcrger, Neuenweg. 1690) Ein Logis, 2 schöne Zimmer mit Zubehör, bei G. Schomber, Selters weg. 1390) Ein Logis von 4 Zimmern mit allem Zubehör vom 1. April an in der Milhelmsstraße zu vermiethen durch __________________________ I Blitz. 1182) Familientogis zu vermtethen und 1. April beziehbar. Rothenberger, Kaplansgasse. Vermischte Anzeigen. 1769) Ein trockener Lagerraum in der Nahe des Seltersthors baldigst zu miethen gesucht. Bon wem? sagt die Exped. d. Bl. Grsbmonumknlr. Eine Marmorwaarenfabrtk sucht geeignete Verkäufer für Grabmonumente einfachster und reichester Art. Es wird nur auf durchaus solide Persönlichkeiten reflectirt, und sind gute Referenzen erforderlich. Offerten unter Nr. 1742 an die Expedition dieser Zeitttna._____________________ (1742 Gin Lehrling mit guten Vorkenntnissen gesucht. (1761 ____Georg Philipp Gail.