Nr. 13. (Sonntag den 16. Januar issi. Kießener MMger Anjcizc- imh Amkßlütt fär iicn Krrir Gichen. Amtlicher Hheil. Gefundene Gegen ft ander 1 Messingschild mit Aufschrift, 1 Knabenmütze, 1 weißeS Taschentuch, 3 neue Ptncenez, 1 Medaillon, 4 einzelne Handschuhe. Die Gegenstände find auf der Polizeiwache (Weidengaffe 93) aufbewahrt. Gießen, den 15. Januar 1881 Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. FreseniuS. Die Lage Irlands. Die Verhältntffe in Irland haben neuerdings eine Gestalt angenommen, welche für die nächste Zett völlig anarchische Zustände erwarten läßt. Die Autorität der englischen Regierung ist völlig untergraben. In der Thronrede, mit welcher am 6. d. Mts. das Parlament in London eröffnet worden ist, ist auf den TerrortsmuS htngewiesen, der in Irland faktisch herrscht, und eS ist angekündigt, daß die Regierung außerordentliche Machtvollkommenheiten verlangen werde, um die Ordnung wieder herzustellen, zugleich aber auch Gesetzvorlagen beabsichtige, welche den Beschwerden der Irländer Abhülfe schaffen sollten. Gesetze der letzteren Art sind schon oft angekündigt worden, es find auch wiederholt entsprechende Vorlagen gemacht, aber waren diese schon wenig zweckentsprechend, so war die Form, in der fie die Zustimmung deS Parlamentes sanden, immer noch viel weniger genügend. Alles was die englische Gesetzgebung zum Besten Irlands gethan hat, bis heute, ist jämmerliches Stückwerk geblieben; selbst die vtelgerühmte Bill vom Jahre 1870, auf welche auch die neueste Thronrede Bezug nimmt, kann von diesem Vorwurfe nicht ausgenommen werden. Es muß immer und immer wiederholt werden, daß die Schuld an den gegenwärtigen Derhältniffen Irlands ganz allein in der englischen Mtßregierung und in der Zurückweisung aller durchgreifenden Reformvorschläge zu suchen ist. Gegen Ende dcr sechziger Jahre sand in Irland eine ähnliche, wenn auch nicht ganz so gefährliche Bewegung statt, wie gegenwärtig. Damals wurde iön hervorragenden englischen Politikern mit Entschiedenheit auf radikale Refmwen hingcdrängt. So veröffentlichte 1868 John Stuart Mill eine Broschüre unter dem Titel: „England and Jreland", worin er erklärte, »s gebe keine andere Möglichkeit, Irland gerecht zu werden und die irische Nation, die nur noch an Trennung von England denke, mit der britischen Ration auSzusöhnen, als aus dem Wege „einer wirklichen Revolution in den öconcmischen und socialen Zuständen Irlands. Der heutige Grundbesitz in Irland — sübrte Mill auS — sei nicht dcs Ergebmß der Industrie, sondern der Beraubung; im Bewußtsein deS irischen VolkeS lebe aber dcr alte Grundsatz noch fort, daß das Reckt, Land zu besitzen, gleichbedeutend sei mit dem Rechte, eS zu bearbeiten, und dieses Geiühl, das durch den grausamen Mißbrauch, welchen die eingewonderte Aristokratie (Freude und ton sremder Religion, die zu einem groß.n Thcile nicht einmal in Irland leben) von ihren angemaßten Rechten machte, lebendig erhalten und verbittert wurde, sei die Grundursache der „irischen Schwierigkeit." Rur die sofortige Besttzlickmachung der Landpächter könne Irland retten und England aus seiner beschämenden 8ace befreien. „Wenn wir fortfahren" — schloß Mill's Schrift — „Irland durch Gewalt niederzuhalten, so werden wir nicht nur alle unsere Chargen für Mißverständniffe mit anderen Mächten erschweren, sondern uns auch in einem Zustar de offener Revolution befinden gegen das Gewiff-n Europas und gegen unser eigenes Gewissen; und gleichwohl werden wir am Ende durch die allgemeine Verachtung oder durch siegreiche Gewalt gezwungen werden, Irland aus seinen Banden zu entlassen." Mit dieser ernsten Warnung hat Mill damals keineswegs allein gestanden. Im Parlamente traten im Jahre 1868 Lord Ruffel, Maguire, Gladstone (der gegenwärtige Premierminister) und Andere mit ebenso entschiedenen Forderungen für Irland in die Schranken. Am 12. März 1868 hielt Bright eine der meisterhaftesten und schwungvollsten Reden, die das englische Parlament jemals gehön hat. Er sagte unter Anderem, waS die Regierung für Irland gethan und was fie dasür zu thun vorschlage, sei völlig ungenügend und etwa mit den Pillen zu vergleichen, die ein unverschämter englischer Quacksalber vor Zeiten alS Mittel gegen Erdbeben dem Landvolk empfohlen habe; das Ntbeneinanderbestehen von gestiegenem materiellem Wohlstände und vermehrter Unzufriedenheit sei der schlagendste Beweis für die Dringlichkeit radikaler Reformen; es müffe Viele- faul sein in dem Lande, da- fich fort- während im Zustande der Revolution befinde ic. Trotz solcher eindringlicher Mahnungen ist bis heute für Irland so viel wie nichts geschehen. Wollte die liberale Partei wirklich etwas thun, so wurde fie daran durch die TorieS verhindert. Der Einfluß, den Lord Beaconsfield in dieser Beziehung ausgeübr hat, ist jederzeit em höchst verwerflicher gewesen; Beaconsfield hat stets in letzter Linie an Gewoltmaßregrln gedacht, wenn die irische Frage an ihn herantrat. Aber auch die Liberalen find, wenn sie die Legierungsgewalr in ihren Händen hatten, in ihren Rrsormrorlchlägen für Irland keineswegs so radikal gewesen, wie in ihren Parlamertsreden, während sie sich in der Oppofiiion befanden. Gegenwärtig ist Gladstone, der liberale Parteiführer, Premierminister und die Thronrede bei der Eröffnung des Parlaments am 6. d. MtS., für welche er verantwortlich ist, sagt ausdrücklich : Die Regierung sehe eS als ihre erste Pflicht an, durch außerordentliche Maßregeln die Ordnung in Irland herzustellen, aber fie hege auch den Wunsch, die Beschwerden der Irländer verschwinden zu machen. Also die Reformen stellt auch die Regierung erst in hie zweite Reihe. Ob eS ihr unter solchen Umständen gelingen kann, wirklich erfreuliche Zustände in Irland zu schaffen, ist wohl zu bezweifeln. Um John Stuart Mill's Wort nochmal- anzuwenden, möchten wir sagen, daß sich gerade das liberale englische Eabinet bei seiner Haltung der irischen Bewegung gegenüber „im Zustande der Revolution gegenüber dem Gewiffen Europas und dem eigenen Gewißen" befindet. So wird es nicht bester, Irland kann vielleicht noch länger mit Gewalt niedergehalten werden, aber die Folge wird auch die von Mill voraufesehene sein. Deutschland. Berlin, 13. Januar. Das Landesöconomie-Collegium hat heute seine S hunger, begonnen. Als Mitglieder werden thätig sein: 16 von den land- wirrhschaftlicken Centralvereinen Gewählte, die zugleich Mitglieder des deut- scheu LandwirtbschaftSraths find, und 7 vom landwirthschaftlichen Minister (Ernannte. Ais Semmifiaiien des Mii istero sollen fungiren: für alle Gegen- fände der Tagesordnung der Secretär des Collegiums, Geh. Regierungsrath Thiel, bei ei» zelnen Gegenständen her Regierungscff.ffor Dr. Burscher und der Obcr Landstillmeister Generalmajor Lüderitz. Ferner ist der Hauptlehrer Lasten aus Hannover zur Theilnahme an den Berathungen des Collegium- zu einem Gegenstände eingeladen werden. — Die Wahlperiode des Collegiums läust von 1881 biS zum Jahre 1883. Berlin, 14. Januar. Dos Eentrum brachte heute den Antrag ein, wonack den maigesetzlichen Strafbestimmungen das Spendeu der Sakramente und das Miffelesen nicht unterliegen soll. — Die UnterrichS-Eommisston nahm dcfil itiv in zweiter Lesung den Penflonssatz von 250 für Lrhrerwittwen an. — Die wiederholten Vorträge, die Fürst B smarck dem Kaiser gehalten hat, werden dahin gehütet, daß die europäische Action behufs Beilegung des griechischisch-türklschen EonflictS jetzt ihren Höhepunkt erreicht habe. Au- Berlin wird uns berichtet: Bekanntlich hat das Provinzial- Schul-Collegium der Ernennung deS Dr. Henrici als städtischen Gymnasiallehrer feine Bestätigung versagt. Man hat bisher angenommen, daß die Stellung Hmrici'S zur antisemitischen Bewegung den Beschluß des genannten Collegium- provocin habe. Wie unS nun mitgetheilt wird, ist dies durchaus nicht an dem, sondern die Nichibestättgung Henrici'S ist einzig und allein aus dem Grunde erfolgt, weil dieser jpeir, wie . uch unter seinen (EcHegen allgemein bekannt, notorisch — geistesgestört ist. Unser Correspondent fügt die Mitthetlung hinzu, daß er in der Lage sei, die volle Bürgschaft für dieselbe zu übernehmen. tngtanb. London, 13. Januar. Die geheime Polizei theilte dem radikalen Abg. Bradlaugh vor einigen Tagen mit, fie befinde fich tm Befitze einer be- schwor.nen AuSsage, daß ein Complot zu seiner Ermordung bestehe. Der Informant habe die Unterredung zweier Männer überhört, welche fich verabredet hatten, Mr. Bradlaugh Nachts auf seinem Weg- nach Hause vom Parla- mentsgebäude zu überfallen. Bradlaugh bankte auf's Verbindlichste für ben ihm angebotknen Schutz und bemerkte dabei, daß eventuellen Fall- die Fremden wohl fher in die Lage kommen könnten, des Schutzes zu bedürfen. — AuS Irland wird gemeldet: Der Postwagen, ter Briefe und Reisende zwischen Limerick, Tarbot utb Listowel, tn der Grafschaft Kerry, befördert, wurde am Dienstag Abend von einer Schaar bewaffneter Männer überfallen. Die Briefe wurden vernichtet und der Wagen zertrümmert. Der Post llon ritt zur nächsten Station und berichtete die Ausschreitung. — In dem Zeitraum vom 1. Januar 1844 bis Ende December 1880 wurden 192 782 Ausschreitungen zur Kenntniß der irischen Polizei gebracht. Von dieser Anzahl waren nur 19 224 rein agrarischer Natur. — Unter der Eskorte von 100 Polizisten erschien gestern ein Gerichtsvollzieher m Dallinamuck. Grafschaft Longford, um einigen Pächtern des Lord Granards Exmissions-Mandate zu behändigen, lieber 300 mit Sensen und K, ütteln bewaffnete Bauern umringten die Häuser der gemaßregelten Pächter und verwehrten dem Gerichtsvollz'eher den Zutritt. Die Polizisten zogen fich zurück, um Blutvergießen zu vermeiden, aber die Behörden beabsichtigen, eine größere Pol^eimacht nach dem Orte zu entsenden, um die Behändigung der Exmisfions-Manvate durchzuführen. — In Dublin hat sich ein Verein zum Schutze des Eigenthums gebildet. Ausland. Petersburg, 12. Januar. Einer Ehristsestbetrachtung der deutschen „Petersb. Z'g" zufolge ist die Noch und daS Elend in Rußland gar gewaltig, fast überwältigend. Außer der gewöhnlichen Armuth, an welche sich Leute, die sie nicht zu ertragen, sondern nur anzusehen brauchen, gar zu leicht gewöhnen, extstirt unter vielen Tausenden an der Wolga eine furchtbare Hungersnoth und droht furchtbare- Unheil anzurichten. Das genannte Blatt freut sich von ganzem Herzen constatiren zu können, daß die deutsche Gesellschaft der rusfi« schen Residenz in werkthätiger Siebe, den Kampf gegen den unheimlichen Hun- grrqeist zu kämpfen, wiederum mit gutem Beispiele vorgegangen ist. Meter heißt es in diesem B atte: „Uns deutschen Bürgern des russischen Reiche- wird heute, in der Zelt eine- nationalen Schwtndelgeistes, die Ex stenzberechti« gung in diesem Lande beftiitten. Es gilt als ein patriotisches Verdienst, zu schmähen und zu verunglimpfen, was nur deutsch hecht, unsere Leistungen herabzusetzen, unsere Intelligenz zu verdächtigen, unsere Sittlichkeit zu bezweifeln. Schon kann man hören, daß die Zeitung-träger diese oder jene Nummer einer Zeitung dem Publikum anpreisen, weil die Deutschen es darin wieder tüchtig abbekommen haben — und die Empfehlung zieht und nur wenige Organe der Oeffentltchkeit gießt es noch, die dieses rüde Lockntttel verschmähen. Statt gegen solche Angriffe zu polemistren, empfiehlt die deutsche „Petersb. Ztg.", ihren deutschen Mitbürgern zu zeigen, daß sie in diesem Elend Helsen wollen, um dadurch den deutschen Namen, welchen Mißgunst und Nationalitäten» Fanatismus in den Staub zerren wollen, zu Ehren zu bringen. Telegraphische Depeschen. Wagner'» telegr. Earrespoudenj-Bureau. Berlin, 14. Januar. Der Kaiser hat Nachts gut geschlafen; der Katarrh löst sich, auch die Heiserkeit ist geringer. — Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht die Ernennung der Mitglieder de- Volk-wtrthschaftSrathes ; aus Hessen-Naffau sind in denselben berufen: Cramer (Wiesbaden), Gebharbt (Kaffel), Kalle (Biebrich), de Reufvtlle (Frankfurt a. M.) und Vaupel (Niederhohne). Dublin, 14. Januar. In der Grafschaft Longford verhinderte eine Volksmenge am Mittwoch einen Gertchtsdtener, mit einem Ausweisungsbefehl da- Haus eine- Pächters zu betreten. Der GerichtSdiener kehrte Donnerstag in Begleitung von 350 Polizisten und einer Eskadron Dragoner zurück. Da die Menge eine drohende Haltung annahm, so ließ die Behörde die Aufruhr- Acte verlesen, woraus die Polizisten mit dem Bajonet die Menge zurückdrängten, die Dragoner vorrückten und der GerichtSdiener die Mandate behändigte. Lokales. Gießen, 15. Januar. Es ist wahrscheinlich manchem auffallend erschienen, daß, nach« dem der Frauenverein erst vor Kurzem durch den Bazar eine so reiche Einnahme gchavt hat, nun schon wieder ein Concert zu deffen Gunsten veranstaltet wird, und der Gedanke mag nicht fern gelegen haben, daß das doch des Guten zu viel sei. Zur Beschwichtigung solcher Bedenken möge einmal die Mittheilung, daß das Concert schon vor dem Bazar in der Vorbereitung war, sodann aber eine fut6e Darlegung der Sachlage dienen. Der Frauenveretn hat im verflosienen Jahre im Ganzen 4776,89 X eingenommen, außerdem aber im Laufe deS SommerS, nachdem alle übrigen Mittel verwendet waren, noch ein Reservekapital von 454.55 X aufgebraucht. Unter dieser Summe befindet sich die Rein- etnnahme des Bazar mit 1977.92 X (Gesammterkrag ohne Abzug der Kosten 2528.16 X). Die Ausgaben betragen 4309.68 X Das sind allerdings bedeutende Summen. Wenn man aber bedenkt, daß der Frauenveretn die gesammte freiwillige Wohlthätigkeit in einer Stadt von 17000 Seelen treibt, so sind sie wahrlich nicht zu groß. Heben wir einige der größeren Ausgabeposten heraus. Für Kohlen sind über 500 X ausgegeb»n worden, als Vergütung an das Diakoniffenhaus für die beiden Schwestern, welche im Auftrag des Frauenverernes hier die Krankenpflege betrieben, für l1/2 Jahr (wir waren mit >/z Jahr im Rückstand) für jede 250 «X — 750 X (die Summe ist sehr gering in Anbetracht deffen, daß die Schwestern auch nicht den geringsten Gehalt beziehen, auch kein Geschenk annchmen dürfen, demnach von dem Hause in Kleidung, Wäsche und Taschengeld völlig unterhalten werden. Bei dem früheren geringeren Satz mußte da8 Diakoniffenhaus noch stets zulegen). Zur Erhaltung der Krtppc, 'N welcher ganz kleine Kinder solcher Eltern, die ihrer Arbeit nachgehen müffen, Tags über Aufnahme finden, wurde zugeschoffen 109 54 JL Die Schwestern bezogen zur Bestreitung der kleinen Bedürfnisse der Krankenpflege 260 X. Der Rest wurde in der Hauptsache zur Beschaffung von Brod, Milch und sonstiger Kost für Arme und Kranke, zu baaren Unterstützungen, die sich bei verschämten Armen bis zu 40 X beliefen, verwandt. Wer die Arbeit des Frauenverelns genau kennt, weiß, daß die Unterstützungen nach sorgfältiger gewiffenhafter Prüfung jedes Falles geschehen. Es ist ihm freilich schon oft das Gegenthetl vorgeworfen worden. Aber so oft bestimmte Klagen vorgebracht wurden, hat es sich fast jedesmal herausgestellt, daß die beanstandeten Unterstützungen entweder gar nicht von ihm herrührten oder daß gewichtige Umstände, Rücksicht auf kranke oder hungernde Kinder u. bergt, die Unterstützung rechtfertiat.n. Daß es in so schwieriger Arbeit, wie die Armenpflege ist, nicht ganz ohne Fehler abgeht, wird sich jeder Einsichtige selbst sagen, denn Irren ist menschlich. Der Frauenveretn wird für jede Berichtigung jederzeit dankbar sein. Schön und wohlgethan ist es aber jedenfalls nicht, wenn man für menschenfreundliches Wirken nur mäkelnde Kritik hat, und wenn man Uithetle leichtfertig ohne genaue Kenntniß und Prüfung fällt. Der Frauenverein darf auf seine Arbeit mit gutem Gewissen blicken und ohne Scheu Rechenschaft ablegen von der Verwendung der ihm anvertraut-'n Gaben. Wie viel Gutes wird allein durch die beiden Schwestern an den Armen und Kranken gethan. Sie haben im verst offenen Jahre in 14" Familien gepflegt und dabei 103 Nachtwachen gethan. Greifen wir einen Tag von nicht übermäßiger Arbeit heraus. An demselben hatten sie 11 Familien zu besorgen und machten in denselben 18 Besuche von kürzerer und längerer Dauer. In mehreren betten sie die Kranken um, waschen und besorgen sie, in anderen müffen sie auch kochen, die Kinder anziehen und zur Schule schicken, in anderen verbinden, pinseln und sonstige Hülfeleistungen thun. Welche Woblthat für die oft so vcrlaffenen Kranken. Daneben nähen und flicken sie in Gemeinschaft mit einer Anzahl Damen für die Armen. Aber die Arbeit geht über ihre Kräfte. Auf die Dauer können sie es unmöglich so avßhalten Dazu sind sie gar nicht im Stande, allen Anforderungen zu genügen. Wie oft müffen Kranke abgewiesen oder können nur ungc nügend besorgt werden. Der Frauenveretn steht vor der Nothwendigkeit, e'.ne dritte Schwester zu berufen. Dazu bedarf er aber einer dauernden Steigerung seiner Einnahmen, und da eine solche in gleicher Weise, wie im verfloffenen Jahre, nicht sicher zu erwarten ist, so muß er darauf bedacht sein, wieder einen Reservefonds für diesen Zweck zurückzulegen. Ohne einen solchen kann er es nicht wagen, eine dritte Schwester anzustellen. Dazu uns zu verhelfen, soll das Coneert, das Herr Fabrikant Bock in so freundlicher Weise, in Verbindung mit einer Anzahl von Damen und Herren, veranilaltet bat, bienen. Wir hoffen, daß vorstehende Darlegung zur Förderung des guten Zweckes dienen werde Gießen, 15. Januar Vorgestern fiel der Lehrling eines Küfers in der Neustadt mit einem Zuber Wasser zur Erde. Der untere Rand des Zubers war mit einem eisernen Reif beschlagen und kam ein Finger des Jungen unter denselben. Glatt abgeschlagen blieb der Finger auf der Straße liegen. — Gestern Abend wurde der Knecht eines Möbelfabrikanten von seinem eigenen Fuhrwerk auf dem Seltersberg überfahren und dabei schwer verletzt. Er wurde nach der Klinik verbracht. — Heute Nacht übten Heinzelmännchen auf der Sckoor am G eilfus'schen Dielenlager wieder einmal Hauptprobe ab. Der Bretterzaun mußte feinen Standpunkt wechseln und der Schoorgraben als Sckifffahrtßkanal bienen, benn hineingeworfene Latten unb Dielen fanben sich in bemfelben. Don hier ging es an die Hofroithe eines in der Nähe wohnenden Maurermeisters und wurden dort die Wagen zusammengefahren. DerHousherr, welcher den Spektakel hörte, war jedoch hiermit nicht zufrieden, denn unterstützt von seinem Sobne und einem kräftigen Hofhund, machte er sich auf den Hof und eilte schließlich den tumultanten, welche daS Hasenpanier ergriffen, nach, wobei zwei derselben das Pech hatten, ihre Mützen zu verlieren, woran denn heute Morgen ihre Zuständigkeit constattrt werden konnte. — Im eigenen, a'.s auch im Interesse des allgemeinen Verkehrs dürfte es sich eben bei den glatten Trottoirs rc. empfehlen, dieselben öfrerS mit Nsche oder dergleichen zu bestreuen, damit nicht unliebsame Berührungen unb Collissionen mit btr Mutter Eibe zu verzeichnen sinb. Vermischtes. Darm stabt, 12. Januar. sMilitärdienstnachrichten.) v. VeczwarzowSky, Oberstlieutenant vom 4. Gr. Inf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, unter Stellung k la suite beS Gren -Rcgts. König Friebrich Wilhelm IV. (1. Pomm.) Nr. 2, zum Jnspecteur ber Militär. Strafanstalten ernannt; Merker, Major vom 5. Rhein. Jnf.-Regl. Nr. 65, als Bats.-Eom- manbeur in das 4 Gr. Inf. Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, Rau, Major vom 2. Gr. Inf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116 als etatsmäß. Stabsofficier tn das 5. Rhein. Inf -Regt. Nr. 65, — versetzt; Mache, Major aggreg. dem 4. Gr. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, in die älteste Hauptmannsstelle des 2 Gr. Inf-RegtA. (Großherzog) Nr. 116 einrangirt. Darmstadt, 13. Januar. (Feier des 18. Januar.) Eine am Dienstag Abend im Saalbau abgehaltene Versammlung von Männern der verschiedensten politischen Richtungen, aber alle einig tn der Liebe zu Kaiser unb Reich, beschloß unter dem Vorsitz des Herrn Provinzial- dncctor Küchler, eine Feier be8 kommenden 18. Januar als des 10jährigen ErinnerungstageL an die Kaiserproclamation von Versailles, des Geburtstages des neuen deutschen Reiches, durch eine festliche Vereinigung im Saalbau. Eine die Bedeutung des Tages Darlegenbe Ansprache, Toaste, patrivlische Musikstücke und patriotische Gesänge ;wobei auf die Mitwirkung hiesiger Gesangvereine gerechnet wirb), und festlicher Schmuck des Saales sind tn Aussicht genommen unb versprechen eine würdige Feier des Tages, an ber übrigens nur Männer tbeilnehrnen sollen. Eine von ben Unternehmern unterzeichnete in den hiesigen Blättern zu veröffentlichende Ansprache wirb zu lebhafter Betheiligung aufforbern unb Näheres (insbesonbere über bas zur Deckung ber Kosten zu erhebende Eintrittsgeld) ebenba noch mttgetheilt werben. Rüsten sich, wie bie Zeitungen berichten, bie Nachbarstäbte zur Jahrzehntfeier jenes weltgeschichtlichen Tages, auf dem unsere dermalige staatliche Gestaltung beruht, so wird unsere Bürgerschaft sicherlich nicht zurückbleiben bei jenem Ausdruck dankbarer und freudiger Erinnerung Königsberg. Eine intereffante Erbschaftsgeschichte erzählen hiesige Blätter. Eine Frau Z. erhielt von der Behörde die Nachricht, daß ihr Sohn, welcher vor dreizehn Jahren von Königsberg ausgewandert und in die niederländisch-indische Armee eingetreten war, auf Sumatra ohne sonstige Erben für seine Hinterlaffenschaft gestorben sei. Das Gerücht verbreitete sich mit wachsender Stärke über die Nachlaßschaft, erhob den Verstorbenen zum Gouverneur von Sumatra und tie Hinterlaffenschaft auf 2 Tonnen Goldes. Alles buhlte um die Gunst der früher unbeachteten Frau: der eine bot ihr ein feines Logis, der andere ein Nußbaum- Möblement, dn dritter bedeutende Darlehen an. Die Frau war ehrlich und verständig genug, diese Freundschaftsdienste von ber Hanb zu weisen und einfach fortzuleben wie bisher, bis sie bie Erbschaft in Hänben bitte. Diese ist jetzt angelangt unb besteht in — 7 X 15 — (Eine Haltestelle im Gottharbtunnel.) Schweizerische unb deutsche Zeitungen wissen von einem merkwürdigen Projekte zu berichten. Es handelt sich darum, für das Urnerffche Dorf Andermatt eine „Untergrundstation'' im Gottharbtunnel zu errichten. Anderrnatt ist Hauptort deS Urserenthales, zählt etwa 800 Einwohner unb liegt in einer Höhe von etwa 1450—1500 Meter über bem Meeresspiegel, genau über bem Gortharbtunnel. Zugleich kreuzt hier die Gebirgsstraße über ben St. Gottharb bie aus bem Thale deS Rheins nach derjenigen der Rhone führende hochdedeutende Furkastraße. Der Umstand, daß zwei so wichtige Verkehrswege, wie diese Alpenstraße und bie Gottharblinie, einander kreuzen, ohne mit einander in Wechselbeziehung zu treten, scheint von den behelligten (Santonen als ein Uebelstand empfunden zu werden und man hat vorgeschlagen, von Andermatt aus nach dem Tunnel einen schräg abwärts führenden kleinen Tunnel anzulegen, durch wclchen eine Drahtseilbahn bie Verbindung mit bem Haupttunnel vermitteln würbe Arn Dereinigungspunkle sollten Die erforberlichen, gehörig auszustattenben Räumlichkeiten, Expebitionszimmer, Restaurants rc. unterirbisch herge- stellt werben. Der Vortheil, welchen man sich von einer solchen Station für Anbermatt verspricht, bestünbe in dem Wiederersatze des jetzt unterirdisch abgeleiteten Fremdenverkehrs, da voraussichtlich eine große Zahl der Durchpaffirenden auf dieser in ihrer Art einzigen Station auSsteigen unb sich mittelst ber Drahtseilbahn in daS freundliche Urserenthal begeben würde. Außerdem würde auch der Güterverkehr ber Hauptlinle durch ben lokalen Zufluß von ber Furkastraße her gewinnen. Ob bas Projekt aber nicht an den hohen Ausführungskosten scheitert, ist eine andere Frage. — (Ein Mittel gegen Tagediebe.) Die „New-Forker HanbelSzeitung- schreidt in ihrer Nummer vom 11. Dcc.: In einer Stadt in unserer Nähe haben die Stadtvorsteher folgenden Beschluß gefaßt: Alle innerhalb der Stadt aufgegriffenen Stromer werden zu 30tägtgem Stein» klopfen verurtheilt. Breslau, 10. Januar. Gin eigentümlicher Unglücksfall ereignete sich unlängst in Kupferberg (Mitteischlesten) in Folgen eines StolleneinsturzeS. Ein Schlächtermeister entsandte an diesem Tage eine Fuhre nach Kupferberg zur Abholung zweier fetten Schw'ine. Al; daS Fuhrwerk Vormittags gegen 9 Uhr in Kupferberg bie nach Waltersdorf führenbe ziemlich steile Kirchstraße passtrte, brach vor der Restauration „Zur Siegcshalle" unter ben Pferben plötzlich der Erdboden ein. Der Kutscher sprang vom Wagen, worauf er gewahrte, daß beide Pferde verschwunden waren, während bet Wagen sich auf ber Straße zurückschob. Die entstanbene Erböffnung war bie Folge eines Stolleneinsturzes. Das eine Pferd würbe tobt aus ber Tiefe heraufgezogen, während bas anbere immer weiter in ben 40—60 Fuß tiefen Abgrunb, wo e8 fein Grab fanb, hinabsank. — Dem französischen Marschall Soubise machte man ben Vorwurf, bei ber Schlacht von Roßbach sich nicht an ber Spitze seines Heeres, sonbern im Babe befunben zu haben. Sogleich erschien in Hollanb eine Medaille, welche auf einer Seite bie Schlacht von Roßbach, auf der anderen aber ben Prinzen Soubise in ber Badewanne darstellte, mit ber Unterschrift: „Das ist ein General, ber sich gewaschen hat " — Kassel, 9. Jan. Aufsehen erregt hier folgmbeS Vorkommniß: Vor einigen Monaten kam es zu einem m Fulda ausgefochtenen Duell zwischen ben hier in Garnison liegen» ben Offizieren Rittmeister von ber Goltz unb Premierlieutenant von Schönfelbt, wobei der Erstere fiel. Wäbrenb nun jetzt Lieutenant von Schönfelbt bie ihm vom Kriegsgericht zuer- kannte Festungsstrafc — angeblich 2 Jahre — verbüßt, hat es vor einigen Tagen seine von ibm getrennt lebenbe Frau, wegen ber.n der Zweikampf stattfand, im Einverständniffe mit einer Bediensteten, ermöglicht, die drei Kinder, die in der Familie des Vaters verblieben waren, zu entführen. Die Dame, welche In der Richtung nach Frankfurt a. M. abaereist ist, wird von ber Polizei verfolgt. *»* (Wörther Feuerzünber.) Wir können aus eigener Erfahrung die Wörther Feuer- zünder aus ber Holzwaarenfadrik Wörth am Main (Bayern), Cäsar Fuchs & Comp., bestens empfehlen. In jeber Hausbaltung zum Zwecke raschen unb sicheren Feueranmachens ist berselbe unentbehrlich. Der Feuerzünber brennt während eines Zeitraums von 10 Minuten in lebhaft lichter Flamme und zündet alle um und über ihn angebrachten Materialien rasch unv sicher an, wenn ihm der zum Brennen nöthige Luftzug gelaffen wird. Er ist der außerordentlichen Billigkeit und Reinlichkeit wegen dem seitherigen Gebrauch von Kienholz, Tannäpfeln u. s. w. vorzu- ziehen. Bei der Anwendung ist keinerlei Feuersgefahr zu befürchten, wie solches öfter« bei dem Mißbrauch von Petroleum zum Feueranmochen ber Fall ist. SehllTisberieht. Mttgetheilt von bem Agenten beS norddeutschen Llovd, E W. Dietz in Gießen. Bremen, 13. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Nürnberg, Capt. A. Jäger, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 22. Decbr. von Bremen abgegangen war, ist am 11. Jan. wohlbehalten in Neworleans angeksmmen. Bremen» 13. Januar Der Postdampfer Rhein, Capitän G. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 1. Januar von Newyork abgegangen war ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen unb hat heute nach ßanbung der für bort bestimmten Passagiere, Post unb Labung um 10 Uhr Abenbs bie Reise nach hier fortgesetzt Derselbe überbringt 47 Paffagtere unb volle Labung. Handel und Vermehr. Gießen, 15 Januar. Auf bem heutigen Wockenmarkte kostere: Butter per Pfd. 0.90 biS 1.05 Hühnereier 1 Stück 7—8H, 2 St. 00 H, Gänseeier 1 St. 12-13 H. Käse per Stück 5—9 H, Käsematte per Stück 3—0 H, Erbsen 1 Liter 22 Linien 1 Liter 28 H, Stauben daS Vr- 85—100 Hühner p. St. JL. 1.30—1.70, Hahnen p. @t. JL 100—1.70, Gänse pr. Pfb. 60—66 Enten per Stück JL 1.70 2 00, Ocksenfleisck 66—00H per Pfd., Kuh. unb Rindfleisch 45—50 H, Kalbfleisch 45—50 H, Hammelfleisch 50—66 H, Schweinefleisch 64—68 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.00-0.00 Zwiebeln p. Ctr. X 9—10, Milch per Liier 16 und 18 4 Weißkraut 100 Stück X 4.00—5 00. Sine Wintermahnung. Nachdem wir un6 schon auf einen italienischen Wmter eingerichtet hatten, scheint und doch noch ein deutscher mit dem Februar zu kommen. Wurden nun bisher von Kindern wie von Erwachienen schon bei 6 bis 10 Grad Reaumur Wärme die warmen Wintersachen angelegt, so ist nun bei ebenso viel Grad Kälte der Körper doppelt empstndlich. Es Ift daher auch zu doppelter Vorsicht zu mahnen, daß nun nicht Erkältungskrankheiten, Entzündungen u s. w sich bei uns einstellcn, besonders bei den Kindern. Die Veignügungen deS Eislaufens, Schlittschuh und Schlittenfahrens, nach denen die Kinder jetzt um so begieriger trachten, als sie schon schmerzlich lange darauf gewartet oder gar schon verzichtet hotten, müssen nun doppelt gewissenhaft von Eltern und Erziehern überwacht »erben, damit die nun schon verwöhnten Organe keinen Schaden Leiden. — Aber ebenso wichtig ist unsere Berücksichtigung Derjenigen, die aezwungen sind, in der Kalte zu arbeiten und umberzulaufen. Solche Arbeiter und Lieferanten, die in oder vor unser Haus kommen, wollen wir doch ja nicht im Kalten, Zug u. s. w. unnütz warten lassen, sondern sie schnell abfertigen oder ihnen ein warmes Local zum Warten aniveisen, sie auch mit etwas Warmem zum Trinken oder Essen erqaickeni mit Kaffee, Thee, Warmbier — keinesfalls mit Branntwein, wie so ost geschieht, denn allein durch Verabreichung spirituoser Getränke in menschenfreundlichster Absicht ist schon mancher Packträger, Briefbote und dergleichen schließlich zum Trinker geworden Am zwcckmäßignen ist die Verabreichung einer warmen, nahrhaften Suppe, denn wenn der Magen befriedigt ist, entwickelt der Körper innere Wärme — aber wer Hunger leidet, friert doppelt. Bei wem dergleichen Personen verkehren, thäte am Besten, auf die ebenso schnell bereiteten als billigen Suppen von Erbswurst ober anberen comprimirten Hülsenfrüchten zu halten; sie nähren unb wärmen zugleich, sinb also noch eine größere Wohlihat wie Kaffee. Unb schließlich sei auch der ebenso hungernden und nur wenn sie satt sind, nicht erfrierenden Vöglein gedacht Air den Fenstern unb stillen Ecken sorge man für reim gefegte Plätze unb trockenes Futter für die reizcnben Geschövfchen, bie so zutraulich bei uns Hülfe suchen in ihrer Noth. Auszug «us dru Siandessmlsregigkrn des Standesamts Gießen Vom 7. bis 15. Januar 1881. Aufgebote. Januar 7. Färber Philipp Dender III. dorr Rodheim mit Marie Margarethe Bona- tiuI, Tochter des Glasers Balthaiar Donar.us. von Groß.Buitck. 7. Schlosser Abam Uhl von Sterndorf mit Margarethe Elisabeth Strödmann, Tochter des Landmannes Jakob Ströhmann -von Lerin. 9. Eisenbahnarbeiier Friedrich Karl Motte von Stammbeim mit Katharine Kutscher ton DaldgrrmeS. 11. Der Rangirer bei der Köln-M'ndener Bahn Jakob Höck von Elsdorf mit Katharine Schultheiß, Tochter des Taglöhners Johannes Schultheiß, von Rieder-Ohmen. Eheschließungen. Januar 9 Hofgärtner Thomas Hahn von Homberg. Reg.-Bez. Raffel, mit Elise Schwär», Tochter des verstord. Schreinermersters Friedrich Schwarz von Schlitz. — Zimmer« mann Karl Hermann Hug von Züdc,wangen mit Anna Margarethe Möhrfelv geb Stenger, Wittwe deS Lackirers Bernhard Möhrfcld von Hösbach. 12 Gensd arrn Jakob Adolf Rüffer von Sulerstorf mit Georgine Henriette Christiane Wilhelmine Faber, Tochter des verstorbenen Spenglermeisters Ebristian Faber von Gießen. — Schutzmann JobonneS Otieibein von WeiterS- dain mit Anna Ida Seifert, Tochter deS Lokomotivführers Karl Traugott Seifert von Dortmund. Geborene. Januar. 5. Dem pens Schaffner Heinrich Debu« eine Tochter, Johanna Gertrude Katbarine. 7. Dem Feldwebel im 2 G.oßd Hess. Jnfaotene-Regunent Rr. 116 Fried,ich Meißinger ein Sobn. 8. Dem Schriftsetzer Albert Wolff ein Sohn, Johannes Emil. 7. Dem Schreiner Georg Hammel ein Sobn. 5 Eine Tochter von auswärts. Clara. 10 Dem Pumpenmacher Friedrich Weber eine Tochter. 2. Ein Sohn von auswärts. Jobannes. 8. Dem Schuhmacher Philipp Bender eine Tochter, Helene Konrodine 7. Dem Kaufmann Ludwig »llmenröber eine Tochter. 7. Dem Schreiner Philipp Steinmetz ein Svhn, Philipp. 13. Dem Arbeiter Philipp Schüßler ein Sohn. 9. Dem vahnarbeUer Jacob Arnold eine Tochter, Margarethe. 8 f ft » r b e n e, Januar 7. Der Bremser Karl Julius Bohn, 33 I. alt. 9. Louise Möbl geb. Han- stein. 38 I. alt, Ehefrau des WetßbindermeisterS Friedrich Josef »öhl II. 10. Wilhelm August. 3 I alt, S. deS Stationsaffistenten Wilhelm Schweinederg. 10. Schreiner Karl Berg, 33 I. alt. 11. Steinhauer Ernst Kann. 50 I. alt. 11. Louise Schneider geb. Rau 7s I. alt, Wittwe de« Poltzeidieners Fritz Schneider. 13. Louise Sauer geb Schaidt, 56 2 alt, Ehefrau bei Photographen Heinrich Sauer. 1s. Elisabethe Scheer ged. Rehm 72 I. alt, Wittwe deS Maurers Joses Scheer, von Wetzlar. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 9. Januar. Johann Georg Eidmann Arbeiter dahier, und Margarethe Graulich, ledige Tochter des Schuhmacheis Johannes Graulich zu Lauter. Denselben. Thoma« Hahn, Gräflicher Hofgärtner zu Schlitz, ein Wittwer, und Elise Schwarz dahier, ledige Tochter des versterb. Schreinermeisters Friedrich Schwarz zu Schlitz. Den 12. Januar. Jakob Adolf Rüffer. Gensd'arm dahier, und Georgine Hennette Christiane Wilhelmine Faber, ledige Tochter des verstorbenen Spenglermeisters Christian Faber dahier Denselben. Johannes Otterbein, Schutzmann dahier, und Anna Ida Seifert, ledige Tochter deS Lokomotivführers Carl Traugott Seifert zu Dortmund. Getaufte Den 9 Januar. Dem Oberpost-Sekretär Hermann Rückrtem eine Tochter, Susanns Katharine, geb. 19. November. Denselben. Dem Hauptkaffirer Philipp Burger ein Sohn, Alexander Victor Christoph August, geb. 26. Nov. Denselben. Dem Schneider Jakob Büttner eine Tochter, Johanna Katharine Louise Margarethe, geb. 15. Dec. beerdigte. Den 9. Januar. Carl Julius Bohn, Bremsir, 33 I. alt, starb 7. Jan. Den 11 Januar. Louise Möht geb. Hanstetn, Eoefrau des Weißbinders Joseph Müh' alt 38 I, starb 9. Jan. ttS3* Das Museum des historischen Vereins (Im Rachhaus) ist jeden Montag von 11—12 Uhr den M tgl edern des Verein- geöffnet. Vergeßt der darbenden Vögel nicht! Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Mittwoch den 26. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen die an die GroßyerzogUche Polizei-Verwaltung abgelieferten gefundenen, von den Ver- Herein binnen der gefetzten F ist nicht nclamirten Gegenstände, darunter goldne Ringe, Medaillons, Portemonnaies, zwei silberne Taschenuhren, Cigarren- Etui-, Muff- u. f. w. zu Gunsten der ärmenhffe gegen Baarzahlung in dem Saale de- alten XaihhaufeS öffentl ch versteigert werden. Gießen, den 13. Ja iuar 1881. Die Armen-Depuiation der Stadt Gießen. A. Bramm. Mittwoch den 19. d. M, Nachmittags 2 Uhr, läßt der Unierze chnete von der früher Kratz nbcrger'fchen jetzt Miy e'fchen Be- sitzung an der Schoor, gegenüber Pöichel's Brauerei, schöne Bauplätze und das neuerbaute sehr zweckmäßig eingerichtete Wohnhäuschen, welch s sich auch zum Aüe.nbewoynen für eine größere Familie eignet, öffentlich meistbietend re> steigern und kann bei einigermaßen annehmbaren G boten sofort der Zufch'ag erfolgen. Der Unterzeichnete ist ermächtigt, auch schon vorher Bei kaufe abzuschlteßen. Gießen, 10. Januar 1881. Der Administrator: 347) H. Wagner, Controleur. Steinlieserung zur Straßen Unterhaltung. Dos Brechen, Anfahren uns Zerschlagen der zur Unterhaltung der Staats-Straßen im Baubezirk Gießen nöthigen Steine soll an den nachbenannten Tagen und Orten wenigst- forder-d versteigert werden: 1) Montag den 17. d. M., N ichmitta^s 12l/z Uhr, zu Lang- Göi s im Gasthaus „Zum grünen Baum" für die Straße von Groß Linden bis Butzbach und von Poblgons gegen W'tzlar. 2) Mittwoch den 19. d. M., Mittags 12 Uhr, zu Lollar im Gemeindehaus für die Straße von Gießen über Lollar bis zur Preuß. Grenze. Die resp. G oßh. Bürgermeistereien werden ersucht, diese Versteigerung im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu laffen. Gießen, den 7. Januar 1881. Großh. Kreisbauamt Gießen. 399) Holzapfel. Holzversteigerung. Donnerstag den 20. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewald, District Hoherberg: 7 Eichen-Stämme mit 4,01 Fstm. 1 Buchen-Stamm „ 1,19 „ 9 9hbeI«Stämme „ 3,88 „ 176 Nadel-Stangen „ 4,26 „ 266 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 2 „ Elchen- „ 45 „ Duchen-Knüppelholz, 4 , Nadel- 84 „ Buchen-Stockholz, 2 „ Eichen, w 2 „ Nadel- 3350 Wellen Buchen-Reifer, 750 „ Eichen- „ 1100 „ Nadel- „ ve'steigert werden. Der Anfang ist im Weidenthal. Groß-Bus,ck, am 13. Januar 1881. Großh. Bürgermeisterei Groß-Buscck. 382) Wagner. 405) Ein Schreinerlehrling auf sofort gesucht. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. Holzversteigerung. In den Waldungen der Stadt Lich, District Plattenwaib, Kühunter, Lindenfels und EttingShäuser Kopf, kommen nachstehende Holzsorltmente zur Versteigerung. 1. Mittwoch den 19. Januar 1881: I. Dau-, Werk- und Nutzholz: 20 Eichen-Stämme von 25—49 Etm. Durchm. und 5—12 M. Länge, 700 F'chten- „ „ 15-33 „ „ „ 16-22 50 Hainbuchen-Stämme, 8 Ltnven-Stämme, 200 Fichten-Stangen von 10—14 „ „ „ 12—18 „ 2. Donnerstag den 20. Januar 1881: II. Brennholz 46 Rm. Hainbuchen-Rundschettholz, 180 Rm. Buchen-Prügelholz, 300 „ Nadel-Prügelholz, 40 „ wetcheS n 130 „ BuchenStöcke, 10 „ Eichm-Stocke, 80 „ Nadel- „ 6000 Buchen-Wellen, 7500 Eichen-Durchforstungswellen, 6800 Nadel-Wellen. Die Zusammenkunft und dec Anfang sind jedesmal am Hattenröder Vicinalwege, am Pstaazzarte.i, Morgens 9 Uhr. Lich, den 12. Januar 1881. Großhenogliche Bürgermeisterei Lich. 344)________________________Walz. Montag den 17. Januar, Nachmittags 2 Uhr. sollen in der Wohnung des verstorbenen Universitäts Kanzleidieners Z. P. Schwarz (altes Schloß) am Brand- Platz die zu deffen Htnterlaffenschaft gehörenden Mobilien und Weißzeug rc. meistbietend versteigert werden. Gießen, den 15. Januar 1881. 429) I. A.: Müller. Aeikgeöotenes. W inter schuhe, große Auswahl, empfiehlt (412 Wilh. Kohlerwann, Neustart. ^Frische Schellfische empfiehlt (431 Emil Fischbach. affee, per Pfund JL 1,30, empfiehlt Robert Stuhl, 422)_____________Marktstraße 23.________ Glycerinseisenadfalt, per Pfund 55 H, Toilettenseifenahfalt, per P'und 50 Gehr. Kaufmann, 419__________Seifen-Fabrik._________ 423) Unterzeichneter empfiehlt sein reichhaltiges Lager in wollenen Strickgarnen, sowie wollenen Frauen- und Kinder- strüwpfen, Socken und Beinlängen, zu billigen aber festen Preisen. Robert Stuhl, Marktstraße 23. ■6 = s £ 2 Zum Besten des FrauenVereins. 385) Durch einen Gelegenheitskauf bin ich in der Lage »achverzeichnete sehr solid und fein gearbeitete Mobilien ?u äußerlt billigen aber festen Preisen zu verkaufen. Ich empfehle Kommoden in Nußbaum, o^.^Ee Tische mit gestochenem Fuß, Waschconsole mit Marmoraufsatz, Aasziehrische mit 4 Einlagen, ftaiu. Bettstellen, neueste FayonS, Nipptifche, Sopha's u. s. w. Ferner lackirte Möbel, als: ein- und zwerthürige Kleiderfchranke, Küchenschränke mit Glas' Aufsatz, Tische, Bettstellen u. s. w. J. Rothenberger, Mndenplah. Cowen loi Cliilisiiale Montag den 17. Januar« Abends 6 Uhr. Unter gefälliger Mitwirkung der Frau Dr. Weiffenbach von hier7 Fräulein Charlotte Grimmell und Fräulein Hermine Kattmann von Marburg, von Mitgliedern des academischen Gesangvereins und hiesiger Dilettanten: Orpheus, 324) Orpheus 396) Hauptprobe: Sonntag Abend 6 Uhr im Clubsaale. Wissenschaftlich geprüft u. begutachtet. Mark. 424) Montag: Grün Verantwortliche Shbactton : 9L Schevda. — Druck und Verlag der Br übl'schenUniv.-Druckerei sFr. Ehr. Pietsch) Rieften. Huste-Nieht in Folge allgemeinen Z F. G. F» Montag: Thoma j Rur allein echt, wenn die vorgedruckte Schutzmarke auf den Etiquetten steht. Preis ä Fl. von cn. 330 Gr. Inhalt 3 M. 50 Pf. Preis ä Fl. von ca. 660 Gr. Inhalt 6 M. 75 Pf. Attest : Frau Simon, Hebamme in Bengel (Rheinprooinz). berichtet- Uebersenden Sie mir wi.der 4 Fl. Bened ctiner: mein Magenlttden und Krämpfe sind durch denselben ganz bese tigt rc. iieoedictiner Doppelkräuter-Magenbitter, nach einem alten aus einem Benedictiner- kloster stammenden Necept fabricirt und nur Eintrittskarten sind von Freitag den 14. Januar an in der R u d o 1 p h'schen Musikalienhandlung zu 2 Jt. für einen Sperr- sitz und 1 für nicht nummerirte Plätze zu haben. en gros ve»fandt von C. PINGEL in Göttingen (Proo.Hann over! Der Benedictiner ist bis jetzt das kostbarste Hausmittel und hat sich deßhalb in fast jeder Familie eingebürgert. Der Benedic- tiner ist aus den feinsten, auserlesensten Kräutern zusammengesetzt, welche die Eigenschaften besitzen, wohlthätig unv erwärmend M auf den Orgamsmus cinzuwiiken. Der beste Beweis für die Güte des Bene- dictiner sind die unzähligen Anerkennungen, welche fortwährend dem Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird sich Jedermann von der Vortrefflichkeit des Benedictlner überzeugen und gern das Absatzfeld durch Weiterempfehlung vergrössern. NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C- Pingel in Göttingen" verschlossen und nut dem geschützten Etiauctt versehen. otty’s SSiyrSteller Sonntag den 16. Januar - der Sänger- und Komiker-Gesellschaft Familie Müller (4 Damen unv 3 He.ren). Auftreten der traq sehen Lt-dersäng-rin Fräulein Ida, de- Damen- Kom kers u d der Costüm - Soubrette F an Bertha, fei Couplet-Sängerin Fräulein Minna, des Komikers Her^ Jean, so e der übrtaen Mitglieder. Anfang 4 und S Uhr. Entree 90 Ffg* Montag den 17 Januar im ttambrinub* SchliUschiihbahn auf dem Woog. 409) Dietz, Di'nstma, n. Lohnende Nebenbrschäftiftung. Eine erste, deutsche Versicherungs- Gesellschaftsucht speciellfür die Einzel- Unfall -Ve'sickerungs- Brauche tüchtige Acquisiteure, denen bei Qualt- fication auch eine Aaentur übertragen werden könnte. Für Jedermann, besonders aber für strebsame junge Geschäftsleute dürste sich bei einiger Tbätigkeit auf diesem Gebiet eine lobnende Erwerbsquelle eröffnen. G'fl Offerten u. F. V. 486 bef. dieCeritral-Annoncen-Expedttton von G L. Daube A» Co m Frank- furt a. M.(401 Rcstsursiion jum Stern. Samstag und Sonntag Abend: Mok turtle Suppe. 433 Reichhaltige Speisekarte. Schlittschuh-Dahn bei der Liudenbiirg. ® pfeble zugleich bester Fjrporf- Eier , per Glas 12 H und Eager-Bier. per Glas 10^. 410) D. Weller V. Frische Schellfische empfehlen (420 I. A Bufck Söhne. Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung und 1 Fl. gratis. 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