L®yttrin)(. •Vf' JUHr: Morkli.'i-, 2; °? fÄ t “nt ’f’lortn und ,6K? ®trbnr JÜLSl^rtg^ und einige " das ata: Lfl£fu*t_ ‘feile, ,On ,'4669 Jambeppdte Witaui^olic Auskunft ttthtiit (4K6 ber wirb ein in Nahen erfahrenes, rern gesucht. Lo X Junge aus flut er nftMftonsfltschäft m Lohn aciucht Neue Baur 82. zden 17. Juli LE rüder Sich. Mchen sür ftW fluten Lohn fleucht s". Manu, milhärfiet, iel welcher Branche- in bie lLxptd d- H He« >[ Schatz . Opfer b, gutttalW» ischatt roheren Stabten uen taten ;u 8*» ?äTs nben- ____ ckfin», werben angekauft- »tkeaderxer, >nwep 106. Ä leibet, Nr. 161. Freitag den 15. Juli 1881. Kichmer Anzeiger Anskigk- 11b Imtüblatt für brn Kreis Kießeii. v»WTemi: Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Aufnahme bei Montags. Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit vringerlohn. Durch bie Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 P'. Amtlicher Hheil. Oeffentliche Bekanntmachung. Der von hier entwichene Rekrut Christoph Haas vom Landwehr-Bezirks-Commando Bonn, geboren am 21. September 1860 zu Gedern, StaciS Schotten, evangelisch, Metzger, ist durch das unterm 24. Mat er. bestätigte kriegsgerichtliche Urtheil vom 18. Mat er. in contumaciam für sahnen- flüchtig erklärt und In eine Geldbuße von 160 Mark verurtheilt worden. Cöln, den 27. Mai 1881. Königliche- Gericht der 15. Division. Die Franzosen in Afrika. Mit ängstlicher Spannung sängt man in Frankreich an, den Nachrichten vom asrikantschen Krieq-schauplatze entgegenzusehen. Die großen Hoffnungen aus gewrlttge ruhmreiche kriegerische Crsolge, auf unausbleibliche Siege, welche stets die Herzen der Franzosen schwellen, wenn daS Signal zum Kampfe ertönt, haben sich bedeutend abgrkühlt, und man fängt jenseits des Rheins an, etnzusehen, daß man mH diesem Feldzuge doch wohl eine recht große Thor» beit begangen Hai. Die Franzosen sind durch die letzten Eretgniffe in eine Lage versetzt, die sonst regelmäßig übel für sie geendet hat. AuS Angreifern sind sie nämlich die Angegriffenen geworden. Die Eigenschaften, welche zu einer zähen, ausdauernden Defensive gehören, hat die Natur dem Franzosen bekanntlich versagt, nur im ungethümen Angriffe, wo der unübersetzbare Ilan zur Geltung kommt und die Entscheidung geben kann, leisten sie Großes. Sie halten mit bekannter Zuversichtlichkeit erwartet, in stürmischem Siegesläufe ganz Tunesien zu ihren bisherigen Besitzungen hinzu zu erobern, und jetzt find fie gezwungen, da- eigene Land gegen Invasionen feindlicher Stämme und den Aufruhr der eigenen Unterthanen zu vertheidigen. Die Taktik Bou-Amena'S hat sich glänzend bewährt. Ueberrafchung folgt auf Ueberrafchung. Bald ist tr hier, bald dort, bald im Süden, bald im Westen der französischen Streitkräfte — nie und nirgends find sie vor seinen flinken Schaaren sicher. Ist er doch jetzt wieder mit seinem ganzen Troß von Proviant, Vieh, Wagen re. zwischen zwei französischen Colonnen hindurchmarschirt. Daß da- so nicht wettergehen kann, beginnt man in Frankreich natürlich vollständig einzusehen. Verstärkungen der Truppen! lautet die Parole. Fortwährend werden Nachschübe in beträchtlicher Höhe abgesandt, einmal, um durch die Maffenhastigkeit des Materials zu wirken und da- verlorene Prestige wieder zu gewinnen, dann aber auch und hauptsächlich, weil in der Thal die L'ge und der Bestand der französischen Herrschaft in ihrem alten Besitz Algier in bedenklicher Weise gefährdet erscheint, wie in Tunis. Denn auch hier ist ein setndlicher Führer, Ali Ben Khaltfe, ausgetreten, der mit derselben Schnei- digkeit, derselben Geschicklichkeit und demselben Erfolge, wie Bou-Amena, die Franzosen auf eigenem Gebiete angreift. Die etwa widerstrebende muselmännische Bevölkerung, zwischen zwei Feuer gestellt, wird sich nicht lange besinnen, der Fahne ihrer Glaubensgenoffen zu folgen, besonders da es dem Ali Ben Kralise durchaus nicht an der rücksichtslosesten Energie zu fehlen scheint, nicht nur mit Kopfabichnetden, Gewalt, Raub und Plünderung zu drohen, (onbmi sie auch tatsächlich in'S Werk zu setzen. Sind die Franzosen aber nicht mehr im Stande, diese- Feuer zu dämpfm, so sind auch ihre anderen Besitzungen in jenem Welttheile auf s Aeußerste gefährdet. Wir nennen darunter nur Senegambien mit Gabun (Bevölkerung 215.000), dann Räunton, Mayotte, Nosfi D6, St. Marie mit fast ebensoviel Einwohnern. Von vornherein konnte man nach allen bisherigen Erfahrungen annehmen, daß bei größeren Mißerfolgen der französtschen Waffen die Stimmen nicht fehlen würden, welche dieselben dem Verrathe zuschreiben. Und in der That, auch diese Stimmen lasten sich schon vernehmen. Zwar wagt man noch nicht, einzelne Persönlichkeiten zu bezeichnen, wohl aber heißt es, das ganze Unglück komme daher, daß der Venäther Bazaine damals nicht erschosten worden. ES sei kein Ezempel damals statuirt worden und deshalb hielten sich alle Verräther für straflos. Die In der Armee befindlichen bonapartisti- schen und orleanistischen Offic:ere träten den Feinden nicht energisch genug entgegen, weil fie hoffen, der Vrrrath Algier- werde die verhaßte Republik zum Sturze bringen. Man sieht, die Franzosen sind und bleiben unverbesterlich. 3>tutfd)(anb. Berlin, 12. Juli. Eine für die bevorstehende Wahlbewegung wichtige Entscheidung ist am 8. ds. von dem Schöffengericht deS Amtsgerichts I, Abtheilung 95 (Vorsitzender AmtSgerichtSrath Hartmann) getroffen worden. Der Sattler Oesterreich hatte auf Veranlassung Dritter die als Flugblatt gedruckte Rede des Oberbürgermeisters v. Forckenbeck, welche derselbe in Entgegnung auf die Angriffe des Fürsten Bismarck am 30. April d. Js. im Reichstage gehalten, verschiedentlich — jedoch ohne irgendwelchen Entgelt — vertheilt. Auf Grund der §§ 43 und 148 durch Polizeimandat in eine Strafe von 5 JL, eventuell einen Tag Hast genommen, weil er „Druckschriften vertheilt, ohne im Besitze einer polizeilichen Eilaubniß zu sein", erhob er Widerspruch und brachte die Entscheidung vor den zuständigen Richter. Der Vertreter des Angeschuldigten, RechtSanwalt Kallmann, hob hervor, daß die Vertreibung der gedachten Druckschrift unmöglich in Beziehung zu dem Gewerbebetriebe des Angeklagten — derselbe ist Sattler — gestanden haben könne; daß derselbe erweislich keinerlei Bezahlung begehrt oder erhalten habe; daß, wenn das Gesetz daS „Verkäufen oder Verthetlen" von Druckschriften gleichmäßig von der vorgängigen Ertheilung einer polizeilichen Erlaubniß abhängig mache, jedensalls auch daS „Dertheilen" ein gewerbsmäßige- sein wüste, da andernfalls die Bestimmung nicht in die Gewerbe-Ordnung gehören würde. Uebrtgens muffe auch die grammatische Auslegung zu derselben Schlußfolgerung führen. Er zog hierfür als Beispiel den Fall an, daß Dienstmänner mit dem Vertheilen von Reclamen u. s. w. beauftragt werden, welche zwar keinen Entgelt für die verabfolgten Exemplare, wohl aber Bezahlung für die Verabfolgung selbst von Demjenigen empfangen, der sie dazu angestellt habe. Die Staatsanwaltschaft selbst schloß sich diesen ErwägungSgründen an und demgemäß erfolgte die Freisprechung in Uebereinstimmung mit seinem Anträge. — DaS preußische statistische Bureau hat, wie alljährlich, so auch Heuer eine Uebersicht über die voraussichtlichen Ernte-Ergebniste zusammengestellt. Wenn auch eine volle gute Mittelernte in allen Getreide- und Frucht-Arten in keiner Provinz des Staates zu erwarten ist, so bleibt die Ernte diesem gute.3 Durchschnitt doch auch nirgends sehr fern. In den Haupternten Wetzen, Gerste, Hafer ist die Durchschnittsernte beinahe, in Kartoffeln vollständig erreicht. Roggen Ist hinter dem Mittel beträchtlich zurückgeblieben; die Heu- Ernte, Klee- und Wtesenheu, sind als vollends ungenügend zu bezeichnen. — Der an den Reichstag gelangte, dort aber nicht erledigte Buhl'sche Antrag auf Beseitigung der Wetnfälschung dürfte, wie die „Köln. Ztg." meldet, doch auf fruchtbaren Boden gefallen sein; es sollen Vorbereitungen zur Aufstellung eines darauf bezüglichen Gesetzentwurfs getroffen fein. Auch verlautet es, daß die beinahe zwei Jahre schon in der Schwebe befindliche, zum ReichS- gesetze über den Verkehr mit Nahrungs-, Genuß- und Gebrauchsmitteln gehörige, das Petroleum betreffende Verordnung sich der Verkündigung nähert. — Die erste internationale Ausstellung für Hygiene (Gesundheitspflege und Gesundheitstechntk) und Rtttungswesen, welche vor fünf "Jahren in Brüssel fiat fanb, hatte bewiesen, welch lebendiges und thatkrästiges Interesse in der ganzen civilisirten Welt für Gesundheitspflege und Rettungswesen vorhanden ist. Deutschland hatte dabei gezeigt, daß eS mit feinem W-ssen und Können auf dem Gebiete der Gesundheitspflege und des Rettungswesens in erster Linie steht, und hatte sich dort die relativ größte Zahl von Preisen errungen. Angesichts dieser Thatsache ist eine Anzahl hervorragender deutscher Männer (Staatsmänner, Gelehrte, Militärs zu Land und zur See, Regier- ungs- und Communalbeamte, Aerzte, Ingenieure und Schulmänner, Vertreter der Feuerwehren, Landwirthe und Industrielle und Gewerbtreibende (unter dem Vorsitze des Königlichen Staatsministers a. D. Hobrecht) zusammengetreten, um im Jahre 1882 in Berlin eine allgemeine deutsche Ausstellung auf diesem Gebiete zu veranstalten. Die materielle Bedeutung einer solchen Ausstellung für die Aussteller liegt auf der Hand. Sie wirb diejenigen beranziehen und befriedigen, welche wissen wollen, was die deutsche Industrie auf dem Gebiete der Gesundheitstechnik geleistet, welche Fortschritte sie im letzten Jahrzehnt gemacht hat, und welche Lücken andererseits vorhanden sind. Sie wird ferner ein treues Bild der sanitären Einrichtungen sein, welche Staat und Gemeinde in Deutschland zum Schutze der Volksgesundheit getroffen haben, und sie wird durch das was sie bringt, das Verständniß für öffentliche Gesundheitspflege in vielleicht jetzt noch ungeahnter Weise fördern und so den Frankltn'schen Ausspruch: Public he<b is public wealth, immer mehr zur Geltung bringen helfen Mehr als alle Belehrungen wird auch hier die eigene Anschauung maßgebend sein. Das Programm ist sehr umfassend; die 25 Gruppen ber ©ection A. haben folgende Titel: Grund und Boden und atmosphärische Luft; Straßen, Wege, öffentliche Plätze; Entfernung der Effluvien, Fäkalien und Abfallstoffe, öffentliche Wasserversorgung; öffentliche Beleuchtung; Versorgung größerer Städte mit Lebensmitteln; Wasch- und Trockenanstalten; Badeanstalten; Unterrichtsannalten; daS Wohnhaus: Gebäude, in welchen viele Menschen dauernd wohnen; Räume, in welchen sich viele Menschen zeitweise aufhalten; Gasthöfe, Restaurants, Cafehäuser rc.; Fabriken, Laboratorien, Hüttenwerke, einschließlich der Arbeiterwohnhäuser und Colonien; landwirthschaftliche Anlagen; Nahrungs- und Genußmittel; Verkehr auf Eisenbahnen mit Dampf- und Pferdebetrieb, elettrtsche Bahnen: Verkehr auf dem Wasser; Bekleidung und Hautpflege; ansteckende Krankheiten; Kranken-, Heil- und Pflegeanftalten; Leichenbestattung, Leichenhäuser; Veterinärwesen; endlich Literatur und Zeichnungen zu dem Inhalt der vorbezeichneten Gruppen. In der Section B. folgt in 15 Gruppen: Feuerrettungswesen; Schutz gegen die Gefahr des Blitzes: Schutz gegen Ueberschwemmungsgefahr; Schutz gegen Explosionsg fahr; Schutzmittel bei dem Verkehr zu Land und zu Wasser, bei Taucher- und Fundirungs- arbetten; Schutz gegen die Gefahren beim Bergwerksbetrieb, beim Maschinen-, Mühlen- unb Dampfkesselbetrieb; erste Hülfeleiftung bei Verunglückten und Verletzten irn Frieden und im Kriege; Ambulanzen, Lazarethe, Baracken und Lazarethschiffe im Kriege; Apparate und Einrichtungen zur Pflege der Verwundeten im Kriege; Literatur und Zeichnungen zu Sectton B. Als Aussteller werden zugelassen Gewerbetreibende und Fabrikanten, welche Gegenstände und Einrichtun-en für die angeg denen Zwecke ver- fertigen ober liefern, Behorben, Verwaltungen, Vereine, Anstalten und Gesellschaften, soweit dieselben ihre Einrichtungen und Anordnungen zur^Darstellung bringen, sowie alle diejenigen, welche in literarischen Erzeugnissen bie Wissenschaft, Gesetzgebung, ben Unterricht in bet Gesundheitslehre, Gesundheitspflege, Gesundheitstechnik, oie amtliche und Vereinswohltbättgkeit und das Rettungswesen behandeln. Die Anmeldung der Ausstellungsgegenstände geschieht auf dem hierfür ausgestellten Formular und muß spätestens bis zum 1. September erfolgt fein. Herr R- Henneberg, Berlin, Branden- b 'rgerftraße, ist erster Secretär. Gleich ber vorjährigen Fischerei-Ausstellung, und Schweiz. Zürich, 12. Juli. Nach zweitägiger Debatte erklärte sich der Züricher Cantonsrath für incompetent. das Verbot bn Regierung gegen die Abhaltung des Socialisten-Cougreffes aufzuheben und erklärte ferner dem Anträge der Commissions-Mehrheit gemäß, daß dieses Verbot nicht verfassungswidrig sei. AranKreich. Pari-, 12. Juli. General Sausster conserirte gestern vor seiner Abreise nach Algier mit dem Kriegsmtntster Farre. Es wurden energische Maß regeln in Betreff Algiers beschloffen: am Eingang zum Test sollen Fortifica- Honen und Lager errichtet, die Eisenbahnen sollen nach Süden hin verlängert werden. General Sausster wird voraussichtlich nm Donnerstag in Algier eintteffen. Bulgarien. Sistowo, 12. Juli. Bel der gestrigen Ankunft des Fürsten von Bul- garten hielt der Vertreter Deutschlands, der Legatwnsrath Threlau, als Doyen des diplomatischen Corps eine Ansprache an den Fürsten, worin er denselben Namens des diplomatischen Corps bei der Ankunft in Sistowo bewillkommnete. Die Vertreter der europäischen Staaten brächten dem Fürsten am Vorabend des Zusammentritts der großen Nationalversammlung die aufrichtigsten Wünsche für die Einigung zwischen Fürst und Land dar, welche unauflösbar sein möge. Der Fürst sei durch die hohe ihm übertragene Bestimmung tu den Augen Europa- die Garantie für Aufrechterhaltung der Ruhe, der Ordnung u.>d der glücklichen Entwickelung Bulgariens auf dem Wege des Fortschritts. Sistowo, 12. Juli. Fürst Alexander nahm bet der Reife von Varna hierher seinen Weg über Pravadt, wo er von den Behörden empfangen und von der Bevölkerung sehr enthustastisch bewillkommnet wurde. Der Fürst bfr suchte in Pravadi die Schulen, Kirchen und Moscheen; von der Bevölkerung wurden ihm hierbei, sowie während der ganzen Dauer seiner Anwesenheit im* ausgesetzt Ovationen dargebracht. Bet der Ankunft hier wurde der Fürst ebenfalls von den Behörden empfangen und von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Kurz nach seiner Ankunft empfing der Fürst den Exarchen und bas diplomatische Corps. Auf die von dem Doyen des letzteren, Generalconsul von Thielau, gehaltene Ansprache erwiderte der Fürst, er schätze sich glücklich, das diplomatische Corps unter so bedeutsame - Umständen tn dieser Stadt um sich zu sehen; er zweifele nicht, daß Bulgarien, fortschreitend auf dem Wege des Fortschritts, die Sympathien und das Vertrauen, welche ihm von Europa bezeugt würden, rechtfertigen weide; er freue sich, daß die Vertreter der Mächte selbst hätten constatiren können wohin der Wille der Bevölkerung gebe, er danke ihnen für das lebhafte Jntereffe, das sie ihm während dieser Krisis bewiesen, die entscheidend sei für die Zukunft der bulgarischen Nation. rufen worden. c r , . Prag, 13. Juli. Der akademische Senat beschloß, von den bei den letzten Exceffen belheiligten czechi chen Studenten einen von allen österreichischen Universitäten, drei von der Prager Universität für immer und drei auf mehrere Semester zu verweisen, mehreren anderen Rügen zu ertheilen. Pari-, 13. Juli. Wegen des NatwnalfcsteS, das morgen stattfindet, sind heute Abend bereits alle Straßen von Paris mit Flaggen geschmückt und von vielem Menschengewoge belebt. , — Aus Algier wird gemeldet: Bou-Amena pasfirte am 10. Dticisa. Der neulich geschehene Angriff der Aufständischen gegen ein Schützenbataillon in Kreider bezweckte, den Marsch von dem HauptcorpS Bou-Amena's zu maskiren. Dieses überschritt Dayakanel und Elway und wandte sich gegen Aien-i. ferit, als die französischen Truppen aufbrachen, um es zu verfolg-n. — Ein Telegramm des „TempS" aus Oran meldet von Feuersbrünsten und Mordthaten von verschiedenen Punkten des Tell. — Zwischen tunesischen Soldaten und französisch-algerischen Untertanen fanden in Tunis Schlägereien statt, wobei zwei Algerier verwundet wurden. Paris, 13. Juli. Der Generalrath von Oran hat eine Untersuchung über die Ursache des Aufstandes beschloffen. Es soll mit allen gesetzlichen Mitteln angestrebt werden, Aufklärung üb:r die zu Grunde liegenden That- fachen zu verbreiten. Der Präfekt hatte sich gegen eine solche Untersuchung ausgesprochen. Petersburg, 13. Juli. Laut Circular des MarineministeriumS ist Admiral Topow seiner Bitte gemäß von seiner Stellung als Präsident des technischen Comit6s vom Marmeministerium enthoben, mit Belastung seiner Würde als General-Adjutant und Mitglied des Admiralttätsraths. Nom, 13. Juli. Diese Nacht hat die Ueberführung der Leiche des Papstes Pius IX. nach der Kirche San Lorenzo extra muros stattgefunden. Dem Sarge folgten etwa 200 Wagen und an 3000 Personen zu Fuß. In Yen Straßen waren viele Fenster beleuchtet. Auf dem Petersplatze ertönte.! Rufe „es lebe Italien!", die au« dem Zuge mit dem Gegenruse „eS lebe der Papst!" beantwortet wurden. Rufe und Gegenrufe wiederholten sich auf dem Platze der Thermen des Dioclettan. Hier fielen auch Stetnwürfe, wodurch drei Personen verletzt wurden- Es fanden einige Verhaftungen statt, worauf der Zug ruhig seinen Weg sortsetzre. Washington, 13. Juli. Nach dem heutigen Bulletin von 8V2 Uhr früh dauerte der günstige Fortschritt in dem Befinden des Präsidenten Gar- field an. zum Kurgebrauch hier eingettoffen. Berlin, 13. Juli. Gegenüber der Behauptung verschiedener Blätter, wonach der Finanzminister in Königsberg sich dahin ausgesprochen habe, daß man zwar das Tabaksmonopol erhalten werde, deshalb aber noch lange nicht auf die Verwendung öffentlicher Mittel zur Erleichterung der Schul- und Armenlasten in den Communen rechnen dürfe, hört die „Nordd. Allz. Ztg." von gut unterrichteter Seite, daß diese Behauptung unrichtig ist. — Die „Prov.-Corresp." sagt anläßlich der begonnenen thatsächlichea Uebergabe der Griechenland zugesprochenen Gtbutsthelle: Die fernere fried, liche Abwickelung der Grenzberichtigung ist mit Sicherheit zu erwarten- So kann man heute nach drei Jahren mit vollem Recht auSsprechen, daß der Berliner Vertrag nicht nur in einem der schwierigsten Punkte, nämlich tn d?r türkisch-griechischen Grenzfrage, sondern auch überhaupt als Grundlage friedlicher Beziehungen zwischen den Mächten die Probe glücklich bestanden har. Das allgemeine Friedensbcdürsniß sand allmälig in unS mit dem Berliner Vertrage seine Befriedigung, sodaß die Hoffnung nicht unberechtigt erscheint, der Vertrag werbe auch ferner bezüglich der noch offcngehaltenen Fragen wie in seiner allgemeinen Bedeutung sich alS Band gegenseitigen Vertrauens zwischen den europäischen Mächten bewähren. Stuttgart, 13. Juli. Wie dem „Schwäb. Merkur" aus Straßburg gemeldet wird, steht die Uebersiedelung des Profeffor Schmoller nach Berlin für den Herbst bevor; an Stelle Woltmann's sei Janitschek aus Prag be- Die Erlebnisse der „Vandalia . Der vielbesprochene Dampfer „Vandalia" liegt nun glücklich auf der Rhede von Glasgow, lieber feine Erlebnisse gibt ein Specialtelegramm aus Glasgow interessante Auskunft. Die „Vandalia" kam Sonnabend nach Mitternacht an der Mündung des Clyde, am Leuchtschiffe an- Eine Anzahl '-beamte der Hamburger Gesellschaft, welche schon seit einigen Tagen in Glasgow gewartet hatten, fuhren auf einem kleinen Dampfer, auf dem sich auch der deutsche Consul eingefunden hatte, sofort dem schmerzlich erwarteten Schiffe entgegen und erreichte dasselbe Sonntag Morgen kurz nach 9 Uhr. c\n großen Schaaren standen die Emigranten auf Deck und riefen aus voller Kehle, denen man die Freude der Errettung aus groger Gefahr anhörte, jubelnd „Guten Morgen" und abwechselnd „Gott sei Dank" den Besuchern entgegen. Man empfand mit ihnen deutlich, wie glücklich sie sich fühlten, die Gefahr hinter sich zu wissen. Eapilän Petzold und feine Offtciere allerdings thaten, als ob die ganze Affaire nur cm Haup'.fcherz gewesen fei. Der Capitan behauptete fortwährend, die Situation fei, den Verhältnissen gemäß, durchaus „charmant" gewesen. In Wahrheit entspricht das nicht der Lage des Sch'ffes, wenn man bedenkt, daß 1167 Seelen wochenlang in der größten Gefahr schwebten. Die „Vandalia" hatte eben am 22. Juni Pentland Firth passirt b e Osficierc saßen bei ihrem Kaffee, als es einen plötzlichen Ruck gab. Das Schiff'wurde unlenkbar, die Maschinen ras'ten ungeheuer schnell und es wurde sofort klar baß der Schraubenschast verloren gegangen sei. Unter den Passagieren brach eine Panik aus. Die erste Ausgabe war, wieder Ordnung auf dem Schiff und Vettrauen unter den Passagieren herzustellen. Dann wurde der Plan für die Rettung des Schiffes festgestellt. Man hisste alle Segel auf. Der Unfall passitte im 58,12 Lange- und 30,30 Breitegrade. Die Situation war insofern gefährlich, als die „Vandalia" sich außerhalb der Fahrstraße großer Schiffe befand Den Officieren war es sofort klar, daß sie wohl einige Beit würden treiben müssen, allein sie behaupteten, auf zwei Monate oerprooiantirt zu sein Wahrend der Nacht brannten stets oberhalb des Steuerhauses Feuer, auch wurden unablässig Raketen abgefeuert, um die Aufmerksamkeit vorüberpassirender Schiffe zu erregen Es wurden — wie inzwischen ja auch bekannt geworden — mehrere Barken gesprochen, allein dieselben konnten keine Hülfe leisten. Erst am Donnerstag Abend trafen die ausge,endeten Schleppdampfer „Conqueror" uad „Expreß" die „Vandalia". Das Schiff wurde, wie üblich vor dem Anlaufen eines Hafens, wieder besichtigungs- fähig gemacht, sauber geputzt, gereinigt und gestrichen. Der Freude über ihre Rettung gaben die Frauen durch Singen frommer Lieder Ausdruck. Viele beschäftigten sich, als Kießetzi 1 «nfiAt alS ob Wit mW*® toffeljui« I“"1 8?1 I»i« i*ta»“ J {„janKn, ° Birttn. «16 irnir Wem fltW Bei dem anfl tiommtn, baß di« F Die Derossen Dir heutigen L«han 11, 16 des Gesetzes, - Wir mtm uhd Wißmar haben! eon Haltestellen bei mW Lnkedr die »wünsch bet Deutz-Giehener 9 sowie unsere Stabt, keine Rebe mehr zu ÄZ« Greifen * Siffig die 'hrve real lichen GE Die uusgeg^^ierziei ionntaö tvltdf A initjug JÄ** Mr Br Wie wir bei und bewundern und Hören von Bruch's kennt neben dieser $ nur noch die Rvmi beiber auszusordnn' keinen ÄuynbücE, y an'oelanzt, Bruch e S:ile ab und vinbte für bas Leben. Q &nd)t iß darum so dcn wir dem von M sins. Romberg's unv weniger bzamatl1 dem musikalischen Wi ti"ist als zu Scherz die vvrtheilhast bervo dccumentirt, daß Br Maische Einleitung b Dir können} kdltlbwnsr das Mi °nderburg.Mucksburg hier -in ÜÄZ ist Sin-Fabrrkarbetierin Nagte gegen ihren Di-usth-rrn unb nahmen bei Sr. König!. Hoheit dem Prinzen Heinrich Wohnung. - Das «abluna eines Lohnes von 19,40 und einer Entschädigung für angeb. englische G-schwad«r wird morgen Vorafftlag hier erwartet. ttch ?Lchti7-«2ffung v°n H2.50 X, der Streitgegenstand betrug also Guts, 13. Juli. Der Fürst Milan von Serbien .st gestern Abend m Kamen 131 90 X Das Gewerbegericht erkannte der Kiäger.n 6 X ...m Bier -ina-troff-n. Lohn und 50 jL Entschädigung zu. Beide Thetle legten Berufung ein, aus welche das Landgericht nach einmaliger Verhandlung und ohne weitere Beweisaufnahme das Urtheil erster Instanz bestätigte. Die Kosten berechneten sich nun wie folgt: erste Instanz einschließlich 2 Z-ugengebühr und der Ur.he ls- Lusfertigung 5,68 X, zweite Instanz 42,55 JL Darin sind aber noch ntch enthalten die Gebühren und Auslagen des kläg-rtschen Anwalts, welche nicht weniger betragen werden als diejenigen auf der Geaenseite. Also ein ^sten- | betrag von mindestens 72 M. für ein Obj-ct von 13L90 Jt. \n einer Streb , fache zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, für welche das frühere Gesetz ausdrücklich zum Zwecke der Ersparung von Zeit und Kosten besondere Gerichte mit vereinfachtem Verfahren geschaffen hatte. Auch in Bezug aus die Dauer deS Verfahrens ist die hier erwähnt- Proceßsache lehrreich. Der Proceß wurde tn erster Instanz 10 Tage nach d» Klage, in zweiter Instanz 174 Tagen nach der eingelegten Berufung entschieden. In erster Instanz ging dem Urtheil ein VcrgleichSversuch und ein Z-ugenverhöc vorher, während in zweiter Instanz nur eine einmalige Verhandlung staltsand. 6 Tübingen, 81 Juli- In der heute abgchaltenen allgemeinen Studentenversammlung, die sowohl von den Angehörigen der Verbindungen aller R-ch- tunaen als auch der Ntchtcouleur-Stud-nten besucht war, wurde einstimmig nachstehende Resolution bezüglich der Prager Ausschreitungen angenommen: Die letzten Prager Vorgänge haben den allgemeinsten Abscheu erregt- Die Tübinger Studentenschaft erhebt daher feierlichen, entschiedenen und lauten Vrotest gegen die Vergewaltigung deutscher Studenten Seitens der czechischen Bevölkerung Prags. Muß jeber Geb.lbete an und für sich dieses Treiben verurthetlen, wie vielmehr find wir als deutsch- Stammesbrüder g nölhtgt, wir denen die Erhaltung der ältesten deutschen Universität am Herzen liegen muß, unserer tiefsten Entrüstung Ausdruck zu geben. Die Versammlung spritzt die Hoffnung au-, daß es gelingen möge, in Zukunft derartigen gegen das Deu.schthum gerichteten Angriffen vorzubeugen. Sie versichert d.e dortigen Comm.lttonen, daß die hiesige Studentenschaft ihnen ihre vollste Sympathie entgegenbringt, und gtebt sich schließlich der festen Ueberzeugung hin, daß der von hier zuerst ausgegangene Rus bet der gesammten deutschen Studentenschaft lauten Widerhall und allseitige Nachahmung finden werde, damit man jenseits deS Böhmerwaldes und des Erzgebirges seh«, daß die deutsche Studentenschast auch jetzt noch ein Schutz und Hort für die Pflege und AuSbildui.g deutscher W.ffenschaft, deutschen W-senS und deutschen GetsteS tst. Dte allgemeine Studentenversammlung spricht den Willen aus, daß diese Resolution sowohl in deutschen und österreichischen Zeitungen, alS auch an den sämmtlichen anderen deutschen Hochschulen bekannt gemacht und weiterhin den deutschen Stubtren- den in Prag zur Kenntntß gebracht werbe." Mainau, 12. Juli. Die Abreise Sr. Majestät des Kaisers nach Gastein tst auf kommenden Donnerstag festgesetzt. Das Befinden Sr. Maj. ist fortdauernd ein vortreffliches. Mj* -> Iiol,nu"8. - 1,1 Schn» ilbmd Biduti, Wo^en hab, " lange n$ Schul, un5 Mb. M, Ot. . :fa it J' 8‘9' !^Wich„ fernere J» «matie«. Z, sprechen. d,ß der 'tr. nämlich tu brr Grundlage fdeb beflanben Han 1 E itm berliner *** tifötin?, jaltenen gr^tn wie ;en Vertrauens zwr» !ar" aus Straßburg hmoller nach Berlin !chek auS Praz be. S, von dm bei dm allen östeneichischm und drei aus mehrere iltn. I morgen stattftndrl, aggen geschmücki mb :te am 10. Sticifr. ein Lchü^enbataillon pl BvU'Amena's zu rd wandte sich gegen i es zu vrrsvlg n. - tzeuersdrknßrn unb Zwischen tunestscher in Tunis Schlägeme: hat eine UnlerfiiM: mit aUtn fltftfrl* unbe liegenden Tha.'« . solche Untersuchung JlaTinem'm^eüumi if ma aitz Präsident bd mit Belassung W» MtsrathS. tyM del Leiche a moros flo"8' "»°? «erfonen J» » PeterSpl°tz- «/•'£ Segenrufe ,<< *. Selten M «“> ’ g einmü.f:, w» W Bulletin von 8'/,^ 2 w*81 aus @I9 qj?ünbuwflb; cht «"Mieft, >urger £lHMfC °f°rt d-f „ad) 9 borgen ru i ~ Mt rief.« °nh°r"- 1 gjia„ ernfl« «ttfft, sd) 1U " i". Hurter .Mire w- °ädr-nd, d, cnt,pri*t b-, 'Jtffex r-ed und es brfl(j) eir '^7!ÄL , Mflb0r haß r. b?:'K- B -?/di-LE ba4 Sditff etnlief, mit Handarbeiten, meisten- mit Stttckm. Mil Autznahme einiger Dolen und Ungarn find die meisten Emigranten kräftige, breitschuUertge Norddeutsche, die ihr Heim im Westen, in Iowa, Illiom« und Nebraska sucht-n. Än der gewöhn- lichen Emiarantenkost fehlte etz mcht während der Reife, wohl aber war der Labak auSaegangen. Die Gesellschaft beschloß, die „vandalia" in Glasgow einer gründlichen Reparatur unterließen zu lassen und sollen die Passagiere dann mit bemidben Dampfer am Dienstag den 19. Juli absegeln Eine der interessantesten Ecenen ereignete sich eanntag Nachmittag, ehe der erwähnte kleine Dampfer zur Rückfahrt nach Glasgow wieder von der „Bandalia" abstietz. Einer der Dffktere rief: Wer hat Briefe nach Deutschland miuugeben?" Im Nu war ein großer Sack mit Briefen gefüllt, welche 6ic Emigranten schon vorher geschrieben hatten. Lokales. Giefieu, 14 Juli. Zur Widerlegung der theilwetfe noch Im Publikum herrschenden Ansicht alb ob eine Verlegung von Nalinwein mit Karioffelzuckcr behus« desien .Veredelung" zulLfsig fei tbeilen wir nachstehend die Gründe mit, mit welchen ein Unheil de« Großherzogl. Schcfftnarncht« Darmstadt I.. welche« 3 Demhändler von da in Strafe grabe wegen dieser Veredelung nahm, begleitet ist und welche« in der „Darmst. Ztg." pudlizirt wird: .Die An. geklagten sind nach dem Gutachten der vernommenen Sachverständigen, dem sie nicht einmal zu widersprechen 'm Stand, waren, überführt, daß von ihnen feUgehaltene Weißweine einen Zusatz von «artoffelzucker enthielten. Der Behauptung de« vertheidiger«, daß der Zusatz von Kar. tvffelzucker keine Fälschung involvire. da der Naturwem auch Zucker enthalte, kann nicht bei grpfl'chtet werben, da die Trauben, au« denen der Dein zubereilei ist, wobl Zucker, aber keinen Kartoffelzucker enthalten, welch letzterer unveraahrbarr Substanzen mit sich führt. 66 mag fein, baß die Angeklagten nicht di« chemischen Kenntnisse besitzen, um den Zusatz von Kartoffel, zucker festfteüen zu können; allein die Gelegenheit zur chemnchen Untersuchung ist hinlängiich vorhanden, und in der Rtchlbenutzung derselben muß eine Fahrlässigkeit um io mehr gefunden werden, a!« schon der geringe be,m Einkauf angelegte Preis darauf hinweist, daß dafür kein xrnrt Dein geliefert werden kann. Ä m Vei dem angeklagten Weber wurde nach dem Gutachten von Herrn Dr. Wagner ange- nommen, baß die Fälschung ,e,ne« Rothwein« nicht erwiesen sei. Die Veröffentlichung ist bei dem weiten Umsichgreifen der Weinvrrfälschung. wie sie bei der heutigen Verhandlung conflatrrl worden ist, dringend geboten. Zur Anwendung kam $ 10, 11 16 M Gesetze« den Verkehr mit Nahrung«- und Genußmitteln betreffend.- — Wir entnehmen dem .Wetzl. An»." : Dir Gemeinden Dorlar, Atzback, VaunSbach und Wißmar haben btt von Königl. Eisenbahn Betneb«amt geforderten Beiträge zur Errichtung von Haltestellen de, Dorlar und LaunSback an der Bahnstrecke Wetzlar-Lollar nunmehr ein- gezahlt 6« steht daher zu hoffen, daß durch eine baldige Ennchlung dieser Haltestellen dem Verkehr die erwünschte Erleichterung zu Thril wird. — Bon Errichtung einer Haltestelle an der Deutz.Äießener Bahn, welche bei Dorlar geplant war und von welcher die,e Gemeinde, sowie unsere Stadt, ebenso auch die betreffenbe «ahn selbst, Nutzen gezogen haue, scheint somit keine Rede mehr zu fein._______ Mar Bruch's Komposition der Schiller'schen „Glocke". Gießen, 14. Juli. Mr wir bei dem erstmaligen Anblick eint« prachtvollen Sonnenaufgang« nur fühlen und bewundern und hingeriss'n sind, so erging es un« in ähnlicher Weise bei dem erstmaligen Hören von Bruch« herrlicher Kunstschöpfung. Der größte Theil der gestrigen Zuborerschaft kennt neben dieser Vruck'schen musikalischen Bearbeitung von Schillere „Glocke" wohl nur noch die Rom berg scke. Diese Thatsachr kann nun nickt verfehlen, zu einer Vergleichung beider aufzufordern und von dem Gesammtemdruck de« Werke« kritisch zu reden. Wir zögern keinen Augenblick, zu behaupten, daß. was tief-ethische Auffassung de« Schiller'schen Liedes ar.oelangt, Bruch entschieden dir Palme verdient. Er gewann der.Glocke" mehr die religiöse S ite ab und vindicirte durch seine Eomposition derselben ihre würdigste und ernsteste Bedeutung für da« Leben. Eine Aufführung der Bruch schen „Glocke" in den geweihten Räumen der Kirche ist darum so naturentsprechend, daß wir darin nur den pflichtgemäßen Tribut erblicken, den wir dem von Max Bruch richtig verstandenen Genius unser,« großen Dichter« schuldig fin: Romberg« Auffaffung der .Glocke" »st. wenn auch nickt profan, doch mehr lyrisch uno weniger dramatisch, und findet zu viel Behagen in Detailmalere». Romberg scheint bei dem musikalisckrn Wiedergeben einzelner Seentn zu vergessen, daß der Glocke Klangruf mehr zu Ernst al« zu Sckerz zu stimm,» geeignet sein soll. Jene tiefernste Eoncepnon tft be» Bruch btt vortbeilhaft hervorttetrnde tondichterische Eigenihümlickkeit, welche sich schon äußerlich dadurch documentirt, daß Bruck do« altehrwürdige lateinische Motiv der „Glock." gewiffermaßen al« tvpische Sinleituvg tn Musik bringt. Dir können hier nur einzelne Partien, die besonder« hervorragen. erwähnen, wie bei» Ipielsweise da« zweite Reeitativ (Tenor) m,t sich anschließendem Qartett und Ensemble, wann eine wundervoll tvpische Oickeprtrung hervortritt, sodann nennen wir den herrlichen Ehor „Der wann muß hinaus-, in welchem do« Tbun und Schaffen von Mann und Frau im Con- naste so musikalisch schön geschiloert wird, hierauf die „Feuerscene-, wöbe» überwältigend evloffale Tonmittel wirken, und nun denke man an diesen gewaltigen Chor „Heil'ge Ordnung" und „Tausend fleiß ge Hände-, den man etwa al« einen begeist 'ren Hymnu« auf den geordneten Statu« eine« mächtigen Reiche« bezeichnen könnte. Welter rühmen wir bas Terzett „Holder Friede- und vor Allem da« Reeitativ „Der Meister kann die Form zerbrechen", woran Baß Tenor und Alt Tbeil nehmen und welcher mit dem charakteristischen Marsche schließt, worin wir bas wüst, Treiben einer RevoluttonSbande durchzuhören glauben möchten. Die Solopartien waren in vorzüglichen Händen. In Fräulein Minna Tiedemanns Stimme klingt da« helle Silber nur immer gediegener, bei Fräulein Agne« Schöler au« Weimar bewundern wir eine wohlaesckulte sebr svmpatbisLe Altstimme, d'e wir, je öfter sie in den Gang des Ganzen ringriff. um so lieber gewannen. Herrn Kraz e s Baß besitzt ächt dramatischen Schwung, Füll, und Wohlklang und Herrn Hofmüller'S anmuthender Tenor hat entschieden eine Zukunft. Dem woblbesetzten Orchester und der begleitenden Orgel zollen wir alleS Lob Herrn Mufikbirector Felchner beglückwünschen wir, daß er in seinem vertrauen zu d,m von ihm gkleiteten aeademiscken Gesangverein Angesicht« der Production ein,« so vir. Schwierigkeiten bietenden Werke« nickt nur nicht getäuscht, sondern durch reichen und ungeteilten Beifall und Erfolg belohnt wurde. vermischtes. Darmstadt, 12. Juni Die diesjährige Generalversammlung der Mitglieder des Londesgewerbverern« wird zu Anfang September tn Gießen abgehalten. Marburg a. d. 11. Juli. Unsere freundliche Mufenstadt ist durch ein nächtliche« Attentat der Sozialdemokraten in Aufregung verseht. Zn der Nacht vom Sonmag auf heute find nämlich zahlreiche Flugschriften sozialdemokratischen Inhalts in die Häuser zur großen Morgen-Ueberraschung der friedfertigen Bewohner geworfen. Ganze Packele der Flugschrift, welche vier Seiten umfaßt und die heftigsten Angriffe gegen unsere Justiz enthält, fano man an den Zäger-Schießständen und auf dem Mar dacher Leg. lieber den Verbreiter derselben ist noch nicht« bekannt, man oermulhet aber, daß derselbe aus dem nahen Frankfurt stammt. (Köln. Atg.) Frankfurt. Die (rröffming bet natürlichen Eiodadn in der Ausstellung muh noch um einige Tage versnoben werden, obwohl die angestelltcn Versuche ein ganz befriedigende« Resultat geliefert haben. Man sagt, der plötzlich eingetretcue Wassermangel sei daran Schuld; Andere geben andere Ursachen an, aber gleichviel: e« handelt sich, wie und bestimmt versichert wird, nur um einen Aufschub von einigen Tagen. Schon jetzt bemerken wir daher, daß die mitgcbtaditen Schlittschuhe keine Schnabel haben dürfen und daß sie in den Absatz geschraubt fein müssen. Mit Stacheln und Spitzen versehene Schlittschuhe sind nicht gestattet. Die söge nannten Halifa: Schlittschuhe, verbesserten Systems, werden auf der Eisbahn vermietet und ebenso Echlittcnstuhle verschiedener Große. — Für die Kunstausstellung werden an der Kaffe Dutzendkarten zu 4 Mark ausgegeben, die nicht auf die Perfon lauten und deshalb übertragbar find. — Das Riesensernrohr erfreut sich eines bedeutenden Zuspnichs, namentlich jetzt, während des zunehmenden Monde«, der zu überaus schönen und leorreichen Beobachtungen Gelegenheit bietet. Rur möchten wir einzelne sehr eifrige Beobachter bitten, nicht allzulang, vor dem Lbjectivglase zu verweilen, „denn die Andern wollen doch auch was sehen." So halten auch Wiele, und speciell die Damen, ein Fernrohr für ein Mikroskop und meinen immer, daß sie etwas Lebendiges zu sehen bekommen. So weit hat es aber die Astronomie noch nicht gebracht, daß sie im Stande wäre, uns lebende Wesen auf den Himmelskörpern zu zeigen, und auch der Schröder'sche Reftactor, so vortrefftich er immerhin conftruirt »ft, wird es schwerlich dahin bringen. — Alle Warnungen sind vergeben«! so kann man auSrufen, wenn man liest, was au« St. Pauli (Hamburg) berichtet wird. Am Sonnabend Nachmittag war nämlick d»e 34jährige Frau des auf der Herrenweide Nr 23 in der zweiten Etage wohnhaften Hannowskv mit Feueianfacken in der Küche beschäftigt und bediente sich, wie die« so häufig unbedachtsamer Welie zu geschehen pflegt, dabei einer Quantität Petroleum, welche sie in 8 Feuer goß. D»e auflodernde Flamme schlug in die Oeffnuog der Kanne, worauf diese eplobfrte und die ganze brennende Flüisigkett der Unglücklichen auf die Kleider floß, so daß diese in Brand gertethen DaS furchtbare Gk'chre» der Armen führte einen dort logirenden 82 Jahre alten, halbtauben Grei« herbei, welcher in diesem Augenblick für sein Alter eine ungewöhnliche Kraft entwickelte, indem er die brennende Frau in deren Schlafstube trug und sie dort in'« Bett legte, um den Brand zu ersticken. Diese Maßregel verfehlte jedoch ihre Wirkung, denn al-bald gerieth da« Bett in Brand. Bei dem Löschen betheiligte sich nunmehr die 30 Jahre alte Plätterin, d»e sich jedoch dabe» erhebliche Brandwunden am linken Arm zuzog, während der Gtei« bei Beförderung der unglücklichen Frau sich seine linke Hand erheblich verbrannt hatte Auf erfolgte Anzeige bin waren die Beamten de« BezirkSbureaus sofort erschienen, doch war gleichzeitig von dort auch die Feuerwehr telegraphisch alaemirt worden und diese ebenso schnell zur Stelle. Nachdem e« zunächst gelungen, die Kleider der Frau zu löschen, wurde auch der Brand des Bettes erstickt Leider ist die Frau sehr erheblich verletzt, da die Beine, Arme und der Rücken derselben fast völlig verbrannt sind. Auf Anordnung be« Pvlizeiarztes wurde die Unglückliche in« Krankenhaus geschafft. Sehl «Tuber lebt. Mitgetheilt von dem Agenten be« nordbeutschen Llovc E »Eß Dietz in Gießen. Bremen, 12 Juli. Der Postdampfer Main, Eapt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. Juli von Newyork abgegangen war, ist beute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Paffagiere, Post und Ladung 10 Uhr Morgen« die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe über, bringt 284 Paffagiere. Handel und Verkehr. Frankfurt, 13. Juli. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Etr. JL 3.50—4.20, Stroh jt 3 50—4.00 Butter 50 Kilo JL 80 - 00, tm Detail 1. Qualität das Pfund «X 1.00—00, 2. Qualität da« Pf. JL 0.95-00, Er er oas Hundert 5.00—6.00. Ochsenstei,L per Pfund 60 -70 Kuh-, Rind und Farrenfleisck 45 -55 , Kalbfleisch 35—55 H, Hammelfleisch 40-65 Schweinei'eisck 60-70 H, ein Hahn JL 1.80—2.20, ein Huhn JL 1 80-2.30 eine Ente JL 3 00 0.00, eine Taube 50—00 H, junge Gan« JL 5.00— 8 00, Hase» da« Stück 2.50—3.50, Poularden JL 2.30—2.50 Rehbock das Pfb. 0- 0 Kapaunen. JL 2.50—3 Wätscher Hahn JL 9 — 12, Kartoffeln 100 Ko. JL 0.00— 0.00, Koblkraut 20 Blumenkohl 1 S:. 30—60 Wttsing 20-25 H, Gelberüben 1 Bund 10-00 Zwiebeln 1 Bund 0 Sellerie da« Stück 30—00 H, Meerretttg 1 Stück 00—00, Spargel das Pfund 30—00 H, Romair-Salat 30 , Endivien 00 H, Rothkraut 40—50 , Weißkraut 15-20 Arnsckoken 50 Erbsen ba« Pfd. 30—50 H, Bohnen per Pfunb 80—90 neue Kartoffeln ta« Pfd 12 00 H, bas Malter JL 14.-00, Kopf-Salat 3—5 H, Spinat 30—40 Schnittlauch bas Gebund 3 H, Gurke 20—00 Kohlrabi 3—5 ba« Stück, Kirschen ba« Pfund 19-20 Limburg, 13. Juli. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen JL 19.20, Weißer Weizen JL 20 —, Korn JL 16.—, Gerste JL 11.30, Hafer JL 8.70, Erbsen JL 0.o0, Kartoffeln ä 50 Kilo JL 0.00. (Durchschnittspreis pro Malter.) 731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine eder mehre Zeitungen verursacht, wird mau sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HAASE1VSTE1IV 4e 1OGLER in Frankfurt a. M. 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Wir lasen na land he M mn frtüinbletlf^ P« Ktgirrm v)urve ( mng wrsien ihrer > ii in den Organen des SkhvtzMs fi sÄrn Spork verni iO pSt.Zoll zu tr Preise so niedrig fi auf die Sulfuhr Nl die Maßregel der r der russischen Zölle schen Eonsmrnten^ Ergötzlich war uns >hre§ Ciser, der R sie bisher bezüglich denn, der sonst bis ltch dem inländische lichen Hypothese ve Tetrride, sondern d Jvlandr gebauten, Eine Bchiesi emysehlenswerth. brr LchntzMen aber ganz daraus >>ch eine ganz nütz, streben, uns nld}i oußrien so Geheute, übrrviegev dürsten, zolls. Der Schutzz Concurrrnz beijenig lobenswerth, al Ntit durch die IWm wird, str rvir nun au$ Ein bedeutenl oö,r vochchastri Wünscht macht, । £”Nju fr,a„ tn ja ™ ober d ™ fei; 1,11 biifem h,h@e[l”,e6,t8,r I unb a ” N granfte “i i«rilchiilch eih t, rts 8‘P ft» ton g "jemand bat m ? d'iil In J ! m!6r °°» btn tÄe d ttaaen fuJ'Wii Stet isÄ Schutz vor ? "' "ls H ben sfc* "Wen, lcf e8 fiiessereiuod Fabrik rar fias-, Wasser und Dampf-Apparate unter der Firma Glasergeselle, Rahmenmacher, gesucht von (4669 _______________Glaser Hoch, Wetzlar. 4589) Ich warne hiermit Jedermann, irgend Jemand Etwas auf meinen Namen zu borgen, indem ich für Nichts hafte. Marie Löber, Neustadt D. 201. 3178) Zur Ausführung von Blitzableiter-Anlagen in bewährtester Construction, empfiehlt sich Carl Stohr, Gießen D. 207. Durch Nachprüfung meiner ausgeführten Blitzableiter durch die Herren Dr. Buchner und A. Hug, Architekt, wird deren Leitungsfähigkeit und Solidität nachgewiesen. 4681) Zwei gute Ziegen sind zu verkaufte_________________Flügelsgasse 95. Zunge Italien. Hühner Ltr. B. 162. Möbel-Dersteigerung. Dienstag den 19* Juli und an den folgenden Tagen werden im Lokal des Herrn Friedrich Müller U. am Wallthor, gegenüber dem „Cas6 Leib" gut gehaltene Möbel, Weißzeug, Betten rc. versteigert. Gießen, 11. Juli 1881. 4660) Fr. Hoffmann. Verkauf eines Fajfelochfen. Die Gemeinde Groß-Eichen hat einen Faffelochsen, 3i/2 Jahr alt, zu verkaufen. Groß-Eichen, 13. Juli 1881. Großh. Bürgermeisterei Groß-Eichen. 4677) Ein FamilienlogiS, Flügelsg. 95r auf Anfang August zu vermiethen. Näh. bei Bäcker Faß, Neue-Bäue.___________ 4650) Ein klemes Familienlo^is per sofort zu vermiethen. H. Kloos Erleng. 4667) Ein nach der Straße gelegenes^ gut möblirtes Zimmer zu vermiethen. ___________________Neue-Bäue B. 79. 3642 Scheuer mtt Stall zu vermiethen Spruck, Auerweg. Vermiethungen. 4683) Ein Logis, 2 Zimmer, Küche Keller, 12. Aug. zu vermiethen. _________________Sonnenstraße B. 60. 4685) Ein kleines Familienlogis per 1. August zu vermiethen. _____PH. Mootz, Neustadt. 4689) Ein Familienlogis von 3 Zimmern, sowie eine einzelne Stube zu ver- miethen. Karl Heil, Schützenstraße.^ 4691) Ein Logis zu vermiethen bei Messerschmied Schwan Ww., Sandgasse. 3494) Eine Familienwohnung zu vermiethen und Anfang August zu beziehen bei Konrad Döpfer, Weißbinder, Gartfeld. 4636) Marburgerstraße 178 ein Logis von 5 Zimmern mit allem Zubehör und Gartenantheil an eine ruhige Familie zu vermiethen und alsbald zu beziehen. 4490) 2 Logis — per Monat 10 M. und 16 M. — an ruhige Leute zu vermiethen. _______________________________Lit D. 25. 4103) Der 1. und 2. Stock in meinem neuerbauten Hause am Riegelpiad zu ver- miethen.__________ Georg Brömer. 4032) Eine Familienwohnung mit allem Zubehör zu vermiethen. Fritz Fürft^Ww. 4602) Zwei schöne Zimmer, Belle-Etage, im Freien Neue Baue B. 85. 4687) Der hiesige GabelSberger Stenograpyen-Derein feiert am 6. August fein 2Whr. Stiftungsfest, wozu alle ehemaligen Vereins- und Cursus- Mitglieder, sowie Freunde der Stenographie ganz ergebenft eingeladen werden. Samstag den 6. August, Abends 8 Uhr r Festessen im Vereinslokal (v(Saf £ Ebel). Preis per Couvert 2 Mark. Sonntag den 7. August, Nachm 2 Uhr : Ausflug; auf den SehlfTenberg; Die Einzeichnungsliste zur Tbeilnahme am Festessen liegt bis zum 3. August im „Caft Ebel" auf. Der Vorstand. 4668) Ein Wärter und einige Dienstmädchen für das akademische Hospital gesucht. 4665) Eine tüchtige Eigarrensortirerin ds^^Bl^tt^' ^on rocm? sagt die Exped. Ein solides Dienstmädchen sofort gesucht von (4643 ___________Frau Spruck am Markt. 4646) Eln gebildeter Maui» ge|. Alters, der engl. u. d. franz. Sprache in Wort u. Schrift mächtig, bewandt in der Buchführung, sucht unter bescheidenen Ansprüchen Beschäftigg. irg. welcher Art. Off, unter A. K. 4646 a. b. Exped. d. Bl. 4653) Ein braves Mädchen für Kücke und Hausarbeit gegen guten Lohn gesucht im „Darmstädter Haus". Einmachgläser i empfiehlt Chr. D. Fillmann, Kirchenplatz.