Miss, Mm im ün- De" m 8n= "'"Heitern te»9Rtllun9m ?■ (5857 Sonnenftr. 57. *^7777* feinem »ach bonntin- (SH1 klne Jrtunbt. iren ud. Dnn lieber« nÄ ta btt fapö. W15 Rtapjel iß on verloren ne Belohnung, its Hoffmann c« iouriml» ersweg. auSgabe denselben i auifliBt; riech rt DaS Wplatt i daS Journal W inS HauS gellefnt jfÄ. DrkaL litt 'lebend h* patt. ) Uhr, feiern btt che zu Annerod, rtr RabenSburz zugefagt. en. DleTeWlha Mer 'änzrizr Uhr unser OiM ■ leib«) Vorstellung^ 18, IepteV^ jrsteHunfl' E 19. ZefteaW. 'orSS‘! $5* fS»»-1«6- . »«§#« «8 Nr. 213. Mittwoch den 14. September 4884. ÄicKener Htnzeiger lästige- uni Amisblatt für irn Kreis Gießen. --------- ' ~ E “ " Pr,t» vierteljährlich 2 Warf 20 Pt. mit Vnngerlohn. ftartau i L chulstratze B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme M Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Wart 50 Pf. Der englisch - französische HandelS-Eousiiet und feine Bedeutung für Deutschland. Bei Weitem nicht in dem Maße, wie er es verdient, ist bet uns in Deutschland der Eonfiitt beachtet worden, der sich zwischen England und Frank- reich in handelspolitischer Beziehung entwickelt har. ES wird jetzt sehr gegen da- „laisser aller“, daS sich Gehen lasten, auf volkSwirthschaf.'liLem Gebiete geeifert und die- als da- Grundübel unsere- heutigen wirthschafllichen Nieder, gange- bezeichnet, aber trotzdem heißt e- bet unS noch jrtzt, wie schon früher immer: »WaS mich nicht brennt, da- blas ich nicht." Die Dinge, die sich da bereit- seit einigen Monaten zwischen England und der Republik abspielen, sollten für un- sehr lehrreich sein und un- zur allgemeinen Aufmerksamkeit an. spornen, aber freilich »was mich nicht brennt, da- bla- ich nicht." Wir un* fererfett- geben keinen Heller dafür, daß wir nicht binnen Jahresfrist an der Stelle England- stehen und zu pactiren haben, wenn unsere Industrie nicht großen Schaden erleiden soll. Recapitultren wir hier einmal kurz, wa- sich zwischen Frankreich und England zugetragen, und stellen wir da- Factt klar, so werden wir bald sehen, daß die Angelegenheit durchaus nicht so ganz gleichgiltig für un- sein kann, wie e- scheint daß sie un-, im Grunde genommen, sogar recht nahe angeht. Wie bekannt, kam eS der Leitung der Republik im Früh, jahre diese- Jahre- plötzlich in den Kopf, die Zölle auf nach Frankreich impor* ttrte Artikel zu erhöhen und zwar im Allgemeinen bi- zu dem Satze von 25 pEt. de- WaarenwertheS. Natürlich können vichtfranzösische Geschäftsleute bei diesem Zoll ihre Waaren nicht mehr gleich gut und gleich billig liefern, und die nothwendige Folge davon ist, daß sie ihre französische Kundschaft zum großen Theil werden ausgeben müsten, die eben dann von einheimischen Fahrt« kanten kaufen wird. Da- ist für die französischen Fabriken recht gut, sehr schlimm aber für die au-ländischen, von denen viele gerade in Frank- reich ihr Hauptgeschäft machten. Getroffen find durch diese Maßregeln gleichmäßig alle «uhenstaaten, und wenn bei un- in Deutschland die Jndu* striellen, btc noch Frankreich ezporttren, noch nicht allgewe-.n (vereinzelt ,st eS schon geschehen) ein Klagegeschrei erhoben haben, so ist der Grunb dafür wohl lediglich in dem Umfloi.be zu suchen, daß ste erst den Ersolg Englands, wo sofort ganz entschieden von der Regierung gegen den neuen sranzösischen Zoll- tans ausgetreten wmde, abwarten wollten. England ist selbstverständlich durch den erhöhten Zoll am empfindlichsten getroffen, eS ist ein Kaufmannspaat, der in ungeheuren Masten expoNirt und für den eS In erster Reihe darauf an* kommt, freien Absatz für seine Produkte zu haben. So wenig wir nun gerade geneigt find, die englischen Kaufleute um ihren Verlust zu bemitleiden, John Bull verdient in dieser Beziehung gerade fern Mitleid, ebenso bedeutend ist aber für unS der Erfolg oder Nichterfolg, da wir in der gleichen Lage find, und auch unsere Industrie, da- darf man eben nicht vergessen, so weit sie nach dem AuSlande ezportirt, unter dem Zoll de- letzteren zu leiden hat. ES ist deshalb eine höchst zweiselhafte Sache, durch einen eigenen durchaus rückfichtS* losen Schutzzoll da-Ausland zu Represtalten zu reizen; geht man nämlich ein. fettig vor, so giebt die Industrie mit der einen Hand wieder auS, wa- sie mit der anderen einnimmt, ES ist jüngst eine statistische Ausstellung ausgegeben worden, in welcher der Export Deutschlands nach dem AuSlande durch Ziffern klar gestellt ist. SS sind daS ganz ungeheure Summen, und wir freuen unS redjt über diesen Aufschwung der deutschen Industrie, aber mit der Freude über daS jetzige Gedeihen ist eS nicht gelhan, wir rnüffen auch an die Zukunft denken. Deutschland producirt viel und exportirt viel nach dem AuSlande, die nothwendige Bedingung für daS Beibehalten dieser Absatzquelle ist aber, daß das Ausland un- nicht durch hohen Zoll, wie eS Frankreich jetzt macht und Rußland schon gelhan hat, die Thüre vor der Nase zuschlägt. Tann wäre e- mit unserer Herrlichkeit vorbei, daS deutsche Publikum kann nicht allein Läufer der Mafien sein, die früher das Ausland bezog. AuS diesem Grunde ist der Protest und da- Ankämpfen England- gegen den französischen Zolltarif auch für uns überaus wichtig und intereffant; giebt Frankreich England gegenüber nicht nach, so wird eS Deutschland zu Liebe noch viel weniger thun, und dadurch geradezu vielen deutschen Handelshäusern, die in Frankreich m Folge bet Güte ihrer Maare ein brillante- Geschäft machen, olle ihre Absatz« quellen abschneiden. England hat sich biS jetzt die größtmöglichste Mühe gege* ben, Frankreich zum Aufgeben der für feine Industrie und seinen Handel drakonischen Bestimmungen zu bewegen, aber leider ohne Erfolg. An süßen Morten und Redensarten, daß man sich schließlich noch einigen werde, hat man e- in Pari- nicht fehlen laffen, aber ein wirkliches Resultat ist nicht im Ent* ferntesten zu erblicken. Selbst vorausgesetzt den uns noch nicht so recht glaub, würdig erscheinenden Fall, daß Frankreich sich einigermaßen zum Nachgebm und zur Reduktion der Zollsätze bequemt, wird eS doch tn allen Tarispofitionen sich niemals erweichen leffen, denn dadurch wäre das ganze Zollgesetz, daS eben erst beschlossen ist, wieder über den Hausen geworfen. Die Endfrage kann also nur lauten: Wird die ausländische Industrie dem französischen Zoll* tarif gegenüber einen sehr großen oder nur einen großen Schaden erleiden, denn daß sie einen Schaden erleiden wird und muß, ist eben durch den erhöhten Zoll bedingt, der principirll nicht wieder abgeschafft werden kann. So find die Aussichten für die englische Industrie dem französischen Schutzzoll gegen; ber, und ebenso die des deutschen Handels und desjenigen der übrigen Staaten. Erfreulich find sie gerade nicht, Frankreich ist ein reiches Land, die Hauptmann von LübberS im 4. Infanterie-Regiment (Prinz Carl) Rittmeister von Westrell im 1. Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner. dem dem dem Rr. 117, dem Str. 118, dem Franzosen kaufen viel und nicht zu billig, wie eS bei unS Mode ist, und spe- ciell für deutschen Waarenverkehr find die Erinnerungen an 1870/71 schon lange nicht mehr störend ausgetreten. Immerhin wird unS also ein gute» Geschäft entzogen, daS ist betrübend, aber wahr. dem Major von der Osten und m dem Hauptmann Mangold im 1. Infanterie- (Leibgarde-) Regiment Nr. 11 dem Major Bertram und Major Mache im 2. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116, Odttstadsarzt^Tr'S^äf er im 3. Jnfanterie-Regiment (Leib-Regiment) Regiment) Rr 23 8 dem Rittmeister Freiherrn RödervonDierSburgimL. Dragoner-Regiment (Vdb'$b7m03eußTQu^mann q.' d> m i 11, seither beim Artillerie-Depot zu Darmstadt; 3. das Ritterkreuz 2 RIafie des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen: dem »Zahlmeister Knöptel im 4 Infanterie-Regiment (Prinz Carl) Rr. 118, dem Premier-Lieutenant SBtllid), genannt von Pöl lnttz, un 1- Dragoner- Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Rr 23, ,, 8 dem Premier-L'eutcnant Mertens im Feldartillerie-Regiment Rr. 2o (Großh Artillerie 6t8 Verdienstordens Philipps des Großmüthigen : dem Wachtmeister i. P. Wolf, früher im iAensoarmene-Corps. — Seme Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 12. September d. I. den Vortragenden Rächen bei der Ministerialabchet* lung für Forst - und Cameralverwaltung deS Ministeriums der Finanzen Dbeidomänerirath Feiedrich Schenk und Dberforstrath Dr. August Traudt, dem Forstmeister des Forstes Otünbnq Dr. Karl Haberkorn, dem L)der* sörster der Lberförsterei Ernsthosm Alfted Preu sch en und dem KretSbau* meister Ludwig Walter in Groh*Gerau das Ritterkreuz L Klaff: des Ber* dienstordenS Philipps deS Großmüthigen zu verleihe. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht. am 12. Siptember d. I. den Steuercommiffären Karl Limp ert ia Grunbng und Theodor Schweisgut in Groß Gerau den Eharakter als >Lteuerrath, sowie dem Obersteuerrevijor Joses Jäger den Charakter als Rechnungsrath zu verleihen. Deraangenen Freitag Abend 8 Uhr brachte die Musil M aaS. dem0G0oßherzog ein SläNvchen. Am eamftag begab n± S k' v ,u Pferde zu den Manöoern tn die Gegend von Bernheim, begleitet rHS Herren unb b ~ naj) <ßab Nauheim zur Illumination: bortfelbft Vminc mit L°mri°ns der P°rkstr°ß-dis zum Kurhaus -usgch-llt. Peutschland. Darmftadt, 12. September. Se. König!. Hoheit ber Großherzog haben durch Allerhöchste Entschließung vom 12. September, mit Wirkung vom 1. Oktober d. I , den Oberförster Engelhardt au« der Oberförfterei Lorsch in die Oberförtterei Heusenstamm, den Oberförster Sep d aus der Oberförfterei Romrod in die Oberförfterei Lorsch, den Oberförster Carl Joseph au8 der Oberförfterei Bingenheim in die Ober- sörfterei Griesbeim zu versetzen und e ... den Forstaccessisten August Joseph zum Obersörster der Ober,örfterei Hirschhorn, den »vorftaccessisten Klump zum Oberförster der Oberförsterei Romrod, sowie den Forstaccessisten Da ab zum Oberförster der Oberförsterei Bingenheim zu ernennen ^r(u^ßnj . Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 12. I. M geruht! ,, n, 1) den Kammerjunker und KreiSassessor Erwin Freiherrn Löwvonundzu 61C1 “benKammerjunra und KreiSassessor Ludwig Freiherrn von SenarclenS- Grancn und 3) den Kammerjunker und Fürstlich Löwenstein * Wertheim - Rosenbergischen Domänen-Director Carl Freiherr« vonHertling zu Kammerherren allergnädigst zu ernennen^ beT Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 12 l. Mts — dem Director an dem Landgericht der Provinz Oberhessen Julius Muth, dem Director deS Gnmnasiums zu Gießen Dr. Hermann Schiller, dem Direttor der Realschule zu Offenbach Christoph Kuhl, dem Rath bei dem Land gericht der Proomz Starkenburg Wilhelm Heinzerlina, dem Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Oppenheim Iusttzrath Heinrich Schalck, dem OberamtSiichter bei dem Amtsgericht Worms Iustizrath Ferdinand Siebert — das Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens Philipps deS Großmüthigen — — dem Kreisarzt deS KreiSgesundheitSamtS Mainz Medicinalrath Dr. Anton Helwig den borarter als .Geheimer Medicinalrath", dem Kreisarzt des KreiS- gesundheitSamtes WormS Dr. Carl Neid hart den Chai acter als Medici nalrath^ dem Vorsteher der landwirthschaftlichen Versuchsstation zu Darmstadt Dr. Paul Wagner den Character alS „Professor", dem Polizeicommissar erster Classe de, dem Polizeiamt Darmstadt Heinrich Seim den Character als .Polizeiassessor^ zu verleihen geruht. — 12. September. Seine Königliche Hoheit ber Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom Heutigen geruht, ben Großherzoglicheu Oberst < 1* euite Mootz zum Generalmaior 4 1a auiu zu ernennen. — Se. Kgl. Hoheit brr Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom Heutigen zu verleihen geruht: * 1. das Comthurtreuz 2 Klaüe de» Verdienstordens Philipps des Großmüthigen: bem Oberst Rüti, Commandeur des GenSdarmerie-CorpS; 2 das Ritterkreuz 1 Klaffe bei PerbienstordenS Philipps beö Großmüthigen: dem Rittmeister und Tioisions-Abjutanten von Bachmayr, Am Kurhaus brachten die Gesangvereine und die Kurhauskapelle em Ständchen, worauf brillante Illumination des Parkcs, der Stadt und des Sprudels erfolgte. Um 8 Uhr nahmen die allerhöchsten Herrschaften den Thee bei dem Großherzogl Bade- commissär in dessen Wohnung ein; auf dem freien Platze am Sprudel conceitrrte die Kapelle der Marburger Jäger. Gestern (Sonntag) Morgen nahmen S K. H. der 1 Grobherzog nebst gesammter Familie Theil am Gottesdicnste tn der Stadtkirche. Nach. : mittags 2 Uhr fand große Tafel zur Vorfeier des allerhöchsten Geburtstages statt, zu welcher die höheren Offiziere der manöorirenden Truppen und einige fremde Offiz'ere eingeladen waren. Während des Diners spielte die Mustk des 115. Regiments im . Schloßhofe. Abends 7 Uhr fand großer Zapfenstreich von sämmtlichen Militär-Mufik- corps circa 300 Mann, statt. Heute früh begab sich S. K. H. mit Familie und Gefolge zu den Manöoern in der Gegend zwischen Ilbenstadt und Kaichen. Aufs neue sind heute alle Flaggen und Fahnen m Friedbergs Mauern zu Ehren des allerhöchsten Geburtstages aufgezogen. Zu der Illumination heute Abend trifft unsere Einwohnerschaft die letzten Vorbereitungen. Berlin, 11. Septbr. Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt einen berner- kenSwerthen Artikel über die EntschLdigungsfrage bei Einführung des Tabaks- Monopols. Sie schreibt: „Die Ziffer von 700 Mill. JL als Betrag der Entschädigungskosten bei dem Monopol rührt aus einem dem Monopol höchst feindlichen Berichte der Enquetecommisston her. Nach anderen wohlbegrüadeten Berechnungen bleibt die Entschädtgungs-Zahlung weit unter der Hälfte der obigen Annahme zurück, weil ein großer Theil der Ansprüche auf Entschädigung vom rechtlichen Standpunkte durchaus nicht so begründet erscheint. Zunächst ist bei der Einführung des Monopols der Ankauf von Rohtabak und Fabrikaten, die sich in den Lagern der Fabrikanten und Kaufleute vorfinden, als unerläß- lich zu bezeichnen. Hierfür werden 80 Millionen erforderlich sein. Zu diesen kommen noch für Ankauf und Anlegung von Fabriken 20 Millionen. Diese 100 Millionen würden für Zinsen und Amortisation eine JahreSausgibe von 5 Millionen, der Ankauf der in den Fabriken vorhandenen Werkzeuge und Utensilien 3 biS 4 Millionen erfordern. ES wird die Frage zu erwägen sein, ob den Fabrikanten überhaupt Entschädigung wegen Aufhebung ihre- Gewerbe- Betriebs gewährt werden soll. Frankreich gewährte diese Entschädigung nicht. In Oesterreich hielt diese Entschädigung sich in sehr geringen Grenzen. Wich- tiger aber erscheint die festzuhaltende principlelle Auffaffung, daß in keinem Staate ein Recht von Privatpersonen auf Erhaltung der jeweiligen öffentlichen rechtlichen Ordnung deS Erwerbslebens anerkannt werden darf. Die Gewerbe- freihett ist nur ein öffentliches rechtliches Princip, welches niemals eine Quelle der privatrechtlichen Ansprüche auf Gewerbebetrieb oder deffen Fortführung bei veränderten öffentlichen rechtlichen Normen werden kann. Es kann überhaupt nie von einer privatrechtlichen Entschädigungspflicht des Reiches dem Tabaks- fabrikanten gegenüber die Rede sein, sondern nur von Entschädigung auS Billig- keitsgründen, welche deshalb auf ein bescheidenes Maß zu beschränken wäre. Die GesammtauSgabe für Uebernahme der Utensilien und für Unternehmer- Entschädigung, ausschließlich der für TabakSvorräthe, wird 9 Mill, betragen. Hiermit würden überhaupt 109 Mill. JL als Kosten für Einführung des TabakSmonpolS nothwendig werden, also eine Jahresausgabe von 6 Mill, an Verzinsung. Die „Nordd. Allg. Ztg." hielt eS für angezeigt, darauf aufmerksam zu machen, daß die Regierung ganz andere Ziffern zur Grundlage ihrer Rechnung machen könnte, als diejenigen, die jetzt von leidenschaftlichen und kenntnißlosen Gegnern des Tabaksmonopols unablässtg aufgetischt werden. Amerika. A Washington, 11. September. Staatssekretär Blaine telegraphirt über das Befinden des Präsidenten, das Fieber habe in der verflossenen Nacht erheblich zugenommen, Staatssecretär Windom, welcher den Präsidenten Mittags besuchte, habe denselben sehr erschöpft gefunden, sein Geist sei indeß klar. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr Correspondenz - Bureau. Berlin, 12. September. Der fünfte internationale Orientalistencongreß wurde heute früh durch den Präsidenten Prof. Dillmann in der Aula der Universität eröffnet. Etwa 150 Gelehrte aus dem Auslande und eine zahlreiche Zuhörerschaft waren zugegen. Der Eultusminffter hieß den Congreß im Namen der Staatsregierung willkommen und sagte in seiner Rede: Wenn der Congreß beschlossen habe hierher zu kommen, so habe er auf die Annehmlichkeiten der Natur verzichtet, aber derselbe finde dafür im Norden viel Ernst und Tüchtigkeit. Er begrüße die Theilnehmer deffelben aus Paris, London, Rußland, Amerika, Indien und China, so viele Männer seien zusammengekommen aus allen Culturländern zu ernster Arbeit. Das Programm deute eine Fülle der Bestrebungen des Congresses. Derselbe zeige den wunderbaren Zusammenhang zwischen Occident und Orient, an diesem Zusammenhang sei nicht unbetheUigt die Berliner Universität, an der schon im Jahre 1816 Bopp gewirkt. Die Wissenschaft kenne keine Nebenbuhler, sondern nur Mitarbeiter. — Der „Reichsanzeiger" schreibt: Die Staatsregierung hat definitiv den Antrag der Deputation der Actionäre der Bergisch-Märkischen Bahn, das Angebot des Staates von 44/5 pCt. Rente auf 5 zu erhöhen, abgelehnt. Die Generalversammlung werde sich eirdgültig darüber schlüssig zu machen haben, ob sie das Angebot der Staatsregierung annehmen wolle. — Die Kaiserin wird Ende dieser Woche auf Wunsch der Aerzte liach Baden-Baden übersiedeln. Die Kaiserin hat die nachgesuchte Antrittsaudienz des Bischofs von Trier bis auf spätere Zeit verschieben müssen, weil der langsame Verlauf der Reconvalescenz noch keine offiziellen Audienzen gestattet. Itzehoe, 12. September. Zum Empfange Sr. K. K. Hoheit des Kronprinzen, der sich gestern Abend nach seinem Absteigequartier in Schloß Breitenburg begeben hatte, waren alle Ortüvorsteher, der Kriegerverein und die Liedertafel erschienen. Die Schuljugend begrüßte Se. K. K. Hoheit mit einem Gesang. Der Kronprinz unterhielt sich mit den Lehrern und Kindern aufs Leutseligste. Später am Abend wurde Sr. K. K. Hoheit von sämmtlichen Gutseingesessenen ein Fackelzug dargebracht. Se. Majestät der Kaiser begab sich heute Dormittag 10 Uhr 30 Minuten von hier zur Abhaltung der Parade über das 9. Armeekorps nach dem Lockstedter Lager und wurde von der zahlreich von allen Seiten zusammengeströmten Bevölkerung mit lautem Jubel begrüßt. In seiner Begleitung befanden sich Ihre K. K. Hoheit die Kronprinzessin, sowie Ihre K. Hoheiten tue Prinzen Wilhelm und Heinrich und der Großherzog don Mecklenburg-Schwerin. Die Parade verlief glänzend. Nach 2 Uhr kehrte S. Majestät mit zahlreicher Suite in die Stadt zurück. Um 4 Uhr findet im Rathhause ein Diner zu 220 Couverts statt, zu welchem ausschließlich höhere Militärs und insbesondere die fremdherrlichen Offiziere Einladungen erhalten haben. .Oamburfl, 12. September. Der Präsident der Handelskammer forderte soeben die Kaufmannschaft auf, am künftigen Mittwoch, wo Se. Maj. der Kaiser die Stadt Hamburg besucht, nicht allein den Börsenbesuch zu siftiren, sondern auch ihren Angestellten frei zu geben, damit sich Alle an den Empfangsfestlichkeiten betheiligen könnten. Die Aufforderung wurde sehr enthusiastisch und mit einem dreimaligen stürmischen Hoch auf den Kaiser aufgenommen. Paris, 12. September Nachrichten aus Tunis zufolge hat Mustapha Pascha auS Gesundheitsrücksichten seine Entlastung gegeben und glaubt man, daß der Bey dieselbe annebmen werde. Tie Nachricht von der Niederlage eines französischen Detachements bei Gabes bestätigt sich bis jetzt noch nicht. — Eine Korrespondenz der „Agence Haves" aus London weist auf die schweren Unzuträglichkeiten hin, welche eine Besetzung Egyptens durch die Türkei herbeiführen würde; dieselbe wurde alle in Egypten erreichten Fortschritte zerstören. Es sei nicht anzunehmen, daß Frankreich und England einen derartigen Fehler zulaffen würden; das Einvernehmen dieser beiden Mächte in Bezug auf die finanziellen Angelegenheiten habe Egypten gerettet. Die öffentliche Meinung in Frankreich und England wünsche lebhaft die Aufrechterhaltung dieses Einvernehmens. Friel, 12. Seplbr. Das deutsche Panzer-Gejchwider und die Nicht „Hchenzoüern" find heute Vormittag wieder hier eingelauseu. — Die russische Fregatte „Swetlana" und die russische Eorvette „ALkold" sind gestern Abend hier einqelaufen. Karlsruhe, 12. Srptbr. Der „Bad. LandeSztg." wird aus Stock« Kolm gemeldet: Die Königin und der Kronprinz von Schweden werden am 15. ds. in Frankfurt a. M. eintreffen, wo die Königin b:s zum 18. ds. verbleiben wird, an welchcm Tage der König mit großem Gefolge dort ankommen wird. Die Ankunft in Karlsruhe erfolgt am 19. dS. Zürich, 12 Septbr. Gestern Abend Uhr hat bei dem Dorfe Elm im Kanton Glarus ein Bergsturz stattgefunden. Es sollen an 30 Häuser und gegen 200 Personen verschüttet sein. DaS Thal steht unter Master. Basel, 12. September. Die „Baseler Nachrichten" melden über den Bergsturz bei Elm: Das Bergdorf Elm im Sernfthal (Kanton Glarus) ist durch den Plattenberg theilweise verschüttet, 150 Personen sind unter dem Bergsturz begraben, Hllfe ist unmöglich, das ganze an tausend Seelen zählende Dorf ist bedroht. Petersburg, 12. Septbr. Nach einer Meldung aus Baku hat die Naphtaquelle von Krasstlnikoff, welche vor einigen Tagen in Brand gerathen war, gestern, ganz von selbst, zu brennen aufgehört. Washington, 12. Septbr. Während der Ablösung der Schildwache schoß der UnterofPcier Mason auf den Attentäter Guffeau. Die Kugel streifte den Kopf Guiteau's und drang in die Wand der Zelle ein. Mason wurde verhaftet. New-Uork, 12. Septbr. An der atlantischen Küste herrscht ein Ost- Orkan, in den Weststaaten ist Regenwetter eingetreten; die feitherige Dürre scheint beendet. Longe Brauch, 13. Septbr. Amtliches Befinden von heute früh 8V2 Uhr: Präsident Garfield hat die Nacht außerordentlich gut verbracht. Die Eiterung der Speicheldrüsen hat fast ganz aufgehört, der Husten ist minder stark, ebenso ist der Schleimauswurf viel geringer geworden. Puls 100, Temperatur 98,04, Respiration 18. Lokales. Gießen, 13. Septbr. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung Donnerstag, den 13. September 1881, Nachmittags 4 Uhr: 1) Der Bau einer Eisenbahn von Gladenbach nach der Main-Weser Bahn. 2) Die allgemeine Bauordnung für das Großherzogthum Hessen. 3) Die Abhaltung der Wochenmärkte. 4) Reklamation des Fabrikanten Adolf Noll dahier wegen Doppelbesteuerung. 5) Die Vermiethung der Kellerräume in dem neuen Mädchenschulgebäude. 6) Klage gegen dm OrtSarmenverband Bruchköbel. 7) Gesuch des Großherzogl. Garnison-LazarethS dahier um Erlaubniß zur Rohrlegung durch städtisches Eigmthum. 8) Gesuch der Großherzogl. Garnison-Verwaltung dahier um Erlaubniß zur Utber brückung des Schoorgrabens. 9) Die Verwerthung von Steinen auS dem neu eröffneten Steinbruch an der neunten Schneise im Distrikt Hochwart. 10) Gesuch des Johannes Nickel In Wikseck um käufliche Ueberlaffung von Geräth« schäften. 11) Anschaffung von Steinkohlenöfen tn daS alte RathhauS. 12) Die Einfriedigung der städtischen Anlagen. 13) Gesuch des Maurermeisters Birkenstock dahier um Erlaubniß zum Ueberfahren des Trottoirs an der Bahnhofstraße während der Arbeiten am Lenz'schen Hause. 14) Gesuch deS Maurermeisters Christian Haubach dahier um Erlaubniß zum Lagern von Baumaterial auf städtischem Elgenthum. 15) Gesuch des Kaufmanns Georg Bogt dahier um Erlaubniß zur Anlegung eines Etnfallschachts. 16) Gesuch des Metzqermeisters Karl Sack I. dahier um Erlaubniß zur Anlegung eines | Hchaä ts am Kellerloch. 17) Gesuch des Bierbrauers Eduard Pöschel dabier um Erlaubniß zum Erbauen etner Waschküche. 18) Gesuch de« Heinrich Häuser I. und des Balthaser Schueidmüller II. um Erlaub- niß zum Erbauen eines Hintergebäudes. 19) Gesuch derselben um Erlaubniß zur Ueberbrückung eines GrabenS. 20) Gesuch des Bierbrauers ZohauueS Förtsch dahier um Erlaubniß zur Anlegung eines Treppenaufgangs. 21) Gesuch deS Schloffermeisters Karl Stohr dahier um Bauerlaubntß. 22) Straßenumbau von der Bahnhofstraße nach der Westanlage. 23) Die Verbreiterung der Wrtzsteingaffe. 24) Decretur von Kostenrechnungen. Vermischtes. Frankfurt, 13. September. (Patent-Ausstellung). Am 15. September wird die hiesige Gartenbaugesellschaft auf dem Terrain der Villa Leonhardsbrunn ihre diesjährige dritte temporäre Ausstellung und zwar die Herbstausstellung eröffnen. Nach den dazu getroffenm Vorbereitungen und zahlreichen Anmeldungen, verspricht dieselbe sehr großartig zu werden, denn neben dm Tops« und Zierpflanzen und Blumenbindereien wird diesmal daS Obst die erste Stelle einnehmen- Auch wird die Ausstellung volle 4 Wochen dauern: vorn 15. September bis zum 15. Oktober. — Der Schluß der Ausstellung ist jetzt bis zum 15. Oktober verschoben, denn daS Circular des Vorstandes, daS die Verlängerung tn Vorschlag brachte und tn diesem Sinne bet den einzelnen Ausstellern anfragt,, hat allgemeine Zustimmung gefundm. Auch daS große Publikum spricht sich durchweg günstig für di, Verlängerung aus, und dahin wird dann auch wohl daS eine oder andere Projekt zur vollstänvigm oder cheilweisen Erhaltung deS ganzm (Stab liffemmts für das nächste Jahr zur Reise gediehen sein. Die 2. AusstellungSlotterie ist nun auch definitiv beschlossen, und die ersten Einkäufe werden bereits von dem betr. ComitS gemacht. Vorläufig ist die Zahl der Loose aus 150,000 festgesetzt, da aber die Gewinne nur eine ganz geringe Verminderung erfahren, fo dürfte d'r Zweite entschieden vortheilhafter als die Erste auSfallen. Die Ziehung der Erstm wird in den letztm Tagen des September stattfinden, viell:»cht schon um einige Tage früher, dmn dir Loose find nahezu tergriffen. Krofdorf, 13 September. Gestem Mittag schlug der Blitz hier ein, beschädigte zwei Häuser, ohne zu zünden. In einem Hause wurde eine Frau leicht berührt. Literarisches. • • Von „Schillers Werke", tflufhirte Prachtausgabe mit mehr als 700 Jllu strattonm erster deutscher Künstler, Verlag der deutschen D«rlagS gtua u 911 •»fei 1 et- ~ »tanffu ÄS; Sicht 4 18-21 Wir Die ©Tumm1 tom 8. unb 9. f-chrni totn die W bea 14- w SerzoglW Rr »erben. Gießen, den Großh- Ob 3- 5S73)BüStli. 5950) Die lvhne iw Gießn Giatsjahr 1882 Samstag bi Vormil im Saale des a lich vergeben toi Gießen, den Großh. Bür A. ^48) Gr, IOvi Donnerstag Milt W die hteßge $ W auf hie MW werden. ObnHöM 5SN) \ Mittwoch SBormlltagi btm Mni «■ 100 SDl0tfll wtlwjtn «Ihtn öerPel Anfang ■ £ S'rch Hiiiti 9. Ä’ «- Stittmod) hi . Nachvi °^'ndtrFi< iS1^ Staen, 0lt6-n, len « Handel und Verkehr. 67, 4° «Ungar. A/o Rumätttsche 2. Örienl-An leide 61Vk 10 Pfd. Afric. Perl Muwa tester Construction. 12 — 9.— 6000 5964 Großh Gerichtsvollzieher. 5948) Acuc holl. Ilollhäringe (5868 per Stück I I®fg* empfiehlt S. ElaofEer, MaEraße. 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M,t zwei illusttirten Beilagen: Unsere Pontoniere bei der Arbeit. Mil zwei Illustrationen. — Was der Sergeant Vers- meier seinem Avantageur über das Ponto- nieren inftruirt hat. — Aus der Oelheimer Ecke. Mit Bild: Oelheim auf der $er= liner Börse. — In unserer Spielecke. ' Tüchtige Zimmerleute finden Beschäftigung bei (5928 ___Zimmermeifter Fruster, 5856) Em Pensionär findet gute Auf- nahme. Näh. in der Exped. ds. Bl. Restauration Fritz Looy, y D. 210 Marktstrasse D. 210 II empftchit Mittagsttsch U im Abonnement. (5689 ~r" MIT"* IDSTEIN'. 5972) Ich warne hierdurch Jedermann, irgend Jemanden auf meinen Namen etwas zu borgen, indem ich für nichts haste. Reiskirchen. (5972 Johannes Damm VII., ____________________Schreinermeister.______ 5975) Von einem Geschäftsmann wird ein rentables Geschäft zu miethen oder zu kaufen gesucht. 1000 Mark können sofort anbezahlt werden. Offerten unter F. R. Nr. 156 postlagernd Gießen. Ä Möbel-Transport 4a Ludwig Bender Gleesen.