Nr. 1»2. Samstag ten II Juni 1SSK Kießener HtnMger AWgr- uni Amtsblatt für den Kreis Eich». Vtarrau: Schutstraße B. 18. bescheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit vringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P«. Amtlicher Hheil. Betreffend: Di« Abhaltung einer khierschau mit BiehpreiSvertheilung zu Nieder-Gemünden am 15. Juli d. I. Bekanntmachung. Droßherzoglichk« Mmisterium de« Innern und der Juß>z hat die «bdaltung einer V.rloofung von Vieh und landwirthfckafilichen Gerächen bei «.legenheit der am 15. Juli d«. J-. in Ni'der-Geanmden stat,findenden Thirrfchau und Viebprcisv-rtheilung, sowie den Vertrieb der Loose ä 1 .* in der Provinz Obrrhefien genehmigt. (Siefitn, am 7. Juni 1881. Großherzeglitbeb KreiSarni Gießen. —________ Dr. Boekmann. Die irische Frage. Herr Gladstone dementirt zwar, daß die Auflösung der «risiben Landliga von der engliicheu Regierung bes»Ivfien sei, aber damit ist die Thatsache nicht bestritten, daß di« ZustLnde tu Irland einer fortjchrcitenden Auflösung ver- fallen find. Sine wüste Lerne folgt dort der anderen. Die Erbitterung zwi. scheu den Voiksmafien und den Behörden ist 6;8 zu einem Grade gedi.hen, der dir schlimmsten Ereignisse noch al« bevorstehend beiürchien läßt. Der jüngst verüffertlichte Briif tmefl ergliicheu Ägenlen bei einem Itafsernstamme, in dem dieser ehrenwerihe Agent sag'«, daß is ihm daS größte Vergnügen machen werde, trenn er bei den BoerS All-» niet erbrer neu und niedermeßeln könne, hat O.l in'S Feuer gegofien, denn «S ist ein Unglück Englands, daß e« ihm an solchen „Agenten" niemals fehlt und die Irländer verfehl,n nicht, daraus hinzuwetsen, welcher Härte fich die englische Politik bediene, wodurch natürlich die Befürchtung rege wird, es möchten solche „Agenten" auch zur Pacification von Irland verwendet «erden Hoffe, tlich wird es so schlimm nicht werden; ind-ffeu st keimSweg« zu bistreiten, d ß die Bedenklichk.it rtr Lag« »roß Zwangsbill und trotz Landbill um ein Bebrütendes zugenommen bat. Dao kommt aber einfach daher, daß die Irländer, die nun schon seit Jahrhunderten von Snglr.n-, die schreiendsten Bedrückungen erfahren mußten, kein Zutrauen zu der Regierung, nack wem sie auch benannt sei, mehr faffen wollen. Di« Regierung selbst befind.t sich lndeffen gleichsalls in einer nicht beneidenswerthin Lag«, fie hat es üb.rnommeii, zugleich mit Repressalien und mit Risormen aufzutreten, und da liegt die Gefahr nabt, daß durch daS Eine verdoiben wird, was man mit dem Andern gut gemach, hat. Von d.n Con- seroativen wird die Regierung der Schwäche beschuldigt, weil fie vie ihr ver- liehenrn außerordentlichen Ge ralten nicht anzuwenden wifle; die L.beralen aber wachen argwöhnisch darüber, baß die Regierung diese Gewalten nicht überschreite und sie nicht mißbrauche. Wie da« noch enden wird, ist nicht ob. zusch". Daß die Bevölkerung der Insel Arian-More einen förmlichen Kamps mit einem Kanonenboot der Regierung gehabt, ist von Gladstone in Abrede gestellt worden; dagegen kann nicht bestritten werden, daß die Auftritte auf dem Lande immer heftiger und blutiger werden. Man bedenke, waS e? he ßt wenn in der Grafschaft Slare 80 berittene Polizisten aufgebo.'en werden mußten, um «inen Gerichteboten zu beschützen, welcher Exmisfionsbesehle an di« Pächier zu bestellen halte. Trotz dieser stattlichen Bedeckung kam .s doch zum Gefechte, wobei auf beiden Seiten scharf geschoffen wurde und «S Tobte und Verwundete anb. Das grenzt schon an ernt Jnsurrection. Mm hat aber beim Entwurf der Bill nicht bedacht, daß eie G un b-fitzer so zahlreiche Exmission n von Pächtern vornehmen würden, um so dem Z oang, der ihren in der Bill aus.rlegt wird, zu entgehe!,. Dabei mehren fich die unbeimlichen agrarischen Morde und Mordversuche! Um der Sxansfioi en willen kann und wird die Landbill nicht zurückgezogen werden; aber der ganze Zustand des zer> wühlten, ausgeregten und so unglücklichen Irland beweist aber, daß an einem Tage Nicht gutgemacht werden kann, was in Jahrhunderten gesündigt worden ist. Sine L'bre, die sich alle Staatsmänner wobl zu Her,en nebrnm dürsen! AeulMand. Darmstadt, 8. Juni. Schluß des Inhalts Großh. Regierungs. blattS (Beilage xJhr. 15): 7. Dienstnachrichten. St. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 4 Mal den Kreit bauaufseher Georg Waübott von btm Kreisbauamte WormS in gleicher Dienste,genschast au daS Kreisbauamt Gießen zu versetzen; am 6. Mai dem evang. Pfarrer Georg Werner von Llßberg die evang. Pfarrstelle zu Ober-Moffau zu übertragen. Am 30. April wurde dem Schullehrer Johann Geibel zu Saurr-SLwa« kenbeim eine L-Hrerstelle an der GemeindesLule zu Butzbach übertragen: am 3. Mai wurden die B^uaufseher Georg Michael Willenbücker zu Grünberg und August Bolenz zu Homberg, foTte der Sergeant .m 4. Jnfant..Regime, t ^‘ern^llhelm Län merhirt zu Worms zu Steutraufiehern ernannt; t M 5. Mai wurde dem Geometer 2 Klasse Wilhelm Wammjer aus Vielbrunn das Patent als Geometer 1. Kl fle für den Kreis Erback erlheür; an dems. ^tagc wurde dem ^Lckullehrer Adam Spreng zu Ästheim die erl'digte Lehrer« stelle an der kath. schule zu E.ch, an dems. Tage wurde dem Schulamts« asprranten Undrear- ^binn aus Lich eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeinde« schule zu Bondorf, an dem?. Tage wurde dem SckulamtSaspirant.n Cbr'stlan Bernhatd aus Engelstadt «tne Lehrerstill« au der Gem-indeschu?« zu Gunteis- blum übertragen; am 7. Mai wurde dem Bernhard Engroff aus Darmstadt das Patent alS G ometer 1. Klaffe für den Kreis Groß'Gerau ertheilt; am 14. Mat wurde der Sirgeant und Hautboist im 3. Großh. Heff. Infanterie- Regiment (Leib.Regiment) Nr. 117 Heinrich Wilhelm Krenkel zum Amtsge- ricktsdiener bei dem AmtS erichke Büdingen, an dems. Tage wurde der Vtli« fildwebel im 4. Großh. Heff. Infanterie«Regiment (Prinz Kail) Nr. 118 Adam Krug zum AmtsaenchtSbiener bei dem Amtsgerichte Bingen, an dems. Tage wurde der Fuß GenSd'arm i. P. Karl Friedrich Müller zu Wörrstadt zuar Amt gerichtSd ener bet dem Amtsgerichte Wörrstadt ernannt. 8. Dienstentlassung. Am 30. April wurde die Oberhebamme an der Entbindungsanstalt zu Gießen Katharina Dtehm auf ihr Nachsuchen entlasten. 9. Ruhestandsversetzung. Am 14. Mai wurde der Schullehrer an der kath. Sckule zu Elsheim Georg Philipp Z nk aus Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste In den Ruhestand versetzt. 10. Concurrenzeröffnungen. Erledigt find: die mit einem kath. Lehrer zu besetzende erste Lchreistell« an der Gen eindeschule zu BibltS mit einem nach dem Diei stalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000—1300 JL !^h l'ch. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Kreisrath des KreiseS Bensheim, dem Ortsgeistlichen und dem OrtSv'orstande von Biblis stehl daS Präsentationsrecht zu deiselben zu. Eine mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrirstelle (2. Mädchenschulstelle) an der Gemeindeschule zu Beerfelden, mit einem jährlichen G halt von 1000—1150 v4L Der betr. Lehrer kann nach Art. 48 des Volksschulgesetzes angehalten werden, event. eine andere Schulklaffe an der Gemeindeschule zu Beerfelden zu übernehmen. Dem Herrn Grafen zu Eibach«Fürstenau steht das P äsentatiorsrecht zu dieser Stelle zu. Das Concurrenz-Äusichreiben in Beilage 8 des Großh. Regierungsblatts von 1881 wird hiermit zurück,er omu en. Die evang. Psarrstelle zu Staden mit Stammheim. Das Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grafen von Schlitz, genaimt v. Görtz, zu. Darmstadt, 8. Juni. (LandtagsDahlen). Ferner wurden gewählt: 1) Provinz Starkenburg: Im 1. Wahlbezirk: Wilhelm grhr. v. Wedekind, Gutsbesitzer in Hiltersklingen. » 3. „ Decan Groh zu König. „ 8. „ OberlardeSgerichtSrath Franck zu Darmstadt. , 15. „ August Kugler zu Offenbach. 2) Provinz Oberhessen.- Im 2. Wahlbez'rk: Fnedr. Weith, Gutsbesitzer zu Nteder«Wöllstadr. Johs. Haustein. Sta tverordneter zu Gießen. Karl Pfannstiel in Ha nbach. Bergrath Tecklenburg zu Darmstadt. Pfarrer Ellenberger in Ortenberg. — Das Gr. Regier.'Dlitt hat Li 82 Art kein die allgemeine Bauordnung publicirt: Fü Anlage und Veränderung von Straßen und Plätzen find die Straßen und Bnlfl.chi inien vom Gemeindevorstand fB»rti, rHnr.au ®CtHtt, 9. Juni. Der Reichstag genehmigte heute in dritter Lesung die JnnungSnovelle zur Gewerbeordnung unter Ablehnung aller Amendements unverLndert nach den Beschlüssen zweiter Lesung und nahm sodann eine aus morgen to*19 Geweibekammcrn bezügliche Resolution an. Nächste Sitzung . — ® q : ®'9en der aus Pekmg gemel. deten, am 29. April bet Hongkong durch chinestsche Piraten verübten Plünde. rung der deutschen Bark „Dccibent" richtete der kaiserliche Gesandte Brandt die erforderlichen Anträge an die chinesische Regierung; er wieS auch das Con- sulat in Santon an, gemeinsam mit den Landesbehörden. event. mit Hülfe eines kaiserlichen Kriegsschiffs die Sache energisch zu Betfolgen. Hestcrreich. Prag, 8. Juni. Kronprinz Rudolf und Kronprinzessin Stephanie sind hier eingetroffen. Ein ofstcieller Empfang hat nicht stattgefunden. Die in musterhafter Ordnung in den Straßen zwischen Bahnhof und Hofburg ver. sammelte, Spalter bildende Menschenmenge empfing die hohen Gäste mit enthuflastischen Grüßen. In der Hofburg erfolgte der Empfang durch beide Hofstaate und den Hofstaat der Kaiserin Maria Anna. Ztußland. m,,h„ ~ D-r Petersburger Wtjeh Mnjeiger" vom 5. Juni bringt nachstehende Irelbung. «Am Z Juni, um 8 Ubt Morgens, wurde gegenüber dem Gebäude der Akademie der Künste der Körper einer unbekannten Frau mit einem Sack über dem Kopf aus dem Wasser herausgezogen. Die Leiche befand sich in starkem VerwesnngS- zustande. Zur Ermrung imb die nöthigen Maßregeln getroffen." Aus der Enquete stellt sich — wie man der „Presse" schreibt — heraus, daß die Ertränkte die Quartier- wlrtbtn war, welche vor zwei Wochen auf dem Sabalkanski-Prospect die Hand bot um das Eonspirationslocal der Nihilisten mit allen Besuchern auszuheben Ihr Tod soll ein Nacyeact d.-r Nihilisten se n. Anläßlich dieser Meldung hält der Petersburger bo!mflerlnntcn ®icner ^ine früheren Mittbeilungen über die Verhaftung der 21 Verschwörer auf dem Sabalkanski-Prospect, welche ein neues Attentat auf den Kaiser geplant hatten, aufrecht. Vermischte-. Mainz, 3. Juni. Der CentralauSschuß de« 12. Mittelrheinischen Turnfestes hielt gestern Abend in vem blauen Saal des Castno -um Gutenberg seine zweite Sitzung ab. Dle Versammlung war nahezu vollzählig erschienen und hatte der Vorsitzende Herr Oberbürgermeister Dr Du Mont den Vorsitz an den Ehrenvorsitzenden Herrn Gouverneur v. Woyna übertragen, außerdem bestand das Präsidium aus dem Herrn Provtnzialdtrector Frhr. v. Röder und dem Herrn Löhback, Dtrector de« Gymnasiums. Die auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände: I) Mtttheilung der Mitglied-r, welche die einzelnen Ausschüsie bilden; 2> Satzungen für die Festleitung und Geschäfl« Sintheilung der Einzel-Ausschüsie - 3) Feststellung de« Festprogramms; 4) Aufstellung eines Budgets und 5) Aufruf an die Bürgerschaft, fanden dahin ihr: Erledigung, daß sie vollständig bic Zustimmung des Centralausschusies gefunden batten. Am Schluß der Versammlung gab der Centralausschuß seiner freudigen Stimmung für das bevorstebende Fest AuSdruck und wurde die bestimmte Erwartung ausgesprochen, daß der gerechte Bürgerfinn der Mainzer Bevölkerung sich auch wieder bei diesem Feste bewähren werde. Mainz, 6. ^unt- Sin trauriger Fall ereignete sich dieser Tage in einer hiesigen Familie. Das jüngste Krnd derselben lag an einer schweren Krankheit darnieder und vorgestern Abend um 9 Uhr hatte daffelbe ausgerungen. SIS man der Mutter des Kinde« die Todes« Nachricht mittbeilte, fiel sie ohnmächtig zusammen, im Hinstürzen fiel auch der Tisch auf welchem die Petroleum ampe stand um unt> im Augenblicke lodert- fast int ganzen Zimmn die Flamme empor. Nun schwebte auch noch die arme Frau tn größter Lebensgefahr, doch Dank der Hülfe der Nackbarleute, welche, auf die Jammerrufe rasch herbeietlten, wurde da« Feuer glücklicherweise noch rechtzeitig gelöscht. ° M SBien, 4. Jun« Siner ter bekanntsten österreichischen Generale, ein Mann, der sich durch feine epochemachenden Erfindungen auf dem Sebiele der Arülleriewiffenfchaflen In erster Linie durck die Snideckung der Stahlbranz«, jener eigenibümlichen meiaMichen Mfickuna, welche zur Anfertigung der (tm B-lkSmunde Uchatius Kanonen genannten) ist-rreichifchen Gefchüxe („n ’m Son BD,n im alt EW »»erber «Mffackit o^merarbfit g^l4«atb'e zu ’S Lz Ui der 9 —~~__K soll l’tj arBeft an9?*" »t i »erb^hi ®roÖeti,i8|) L fich he»" unD verbienS 70iLhr>gen ® 6nb; zu guwaäs ttha stellung befliß Zkicknungt" 6 Maffuiigm - gjäUttN und « m D°n jedem Besuche haben, in wrl< find, und zw lohnender und alSdann die e auf die andere nicht überrasch 180,000 ffan blitzenden Mass erhöhen die & Blumen ■■ und. vem es sei, i aber hier völli europäischen Ä dollen und Hi darstellt. Deutsches Reichsgericht. (Nachdruck verboten.) Sitzung vom 3. Juni. II. Strafsenat. Präsident: Drenkmann. Reichsanwalt: v. Wolff.. (Wucher.) R.-C. Wegen Wuchers in zwei Fällen ist vom Landgericht Landsberg an der Warte am 11. April d. I. der Commissionär B. zu 6 Woche Gefängmß und 100 jl Geldstrafe auf Grund des Paragraphen 302 a deS Reichsstrafgesetzduchs verurtheilt worden, welcher am 14. Juni 1880 tn Kraft getreten i|i. Diese Gesetzesbesttmmuna lautet: „Wer unter Ausbeulung der Notblage, des Leichtsinns oder der Unerfahrenheu eines Andern für ein Darlehen oder im Falle der Stundung einer Geldforderung sich oder einem Dritten Vermögensvorthetle versprechen oder gewähren läßt, welche den üblichen Zinsfuß dergestalt überschreiten, daß nach den Umständen des Falles die Vermögensvortheile in auffälligem Mißverhältnisse zu der Leistung stehen, wird wegen Wuchers mit Gefängnttz bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark bestraft. Auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden." - B. hatte schon seit Jahren den Fleischer K.'schen Eheleuten, welche durch Krankheit in Roth gerathen waren, Darlehen zu einem Zinsfüße von 120 Procent pro Jahr gegeben und auch nach Inkrafttreten des Wuchergesetzes sich noch von einem am 1. Juli geliehenen Capital von 90 monatlich 9 JL Zinsen und am 1. September 1880 das Capital zurückzahlen laffen. Ferner hatte der^Ange- klagte den K.'schen Eheleuten am 27. Juni v. I. 75 JL gegen Accept und 7 JL 50 & Zmsen monatlich, die gleich am Capital gekürzt wurden, auf einen Monat geliehen. Als die Schuldner am 27 Juli den Wechsel nicht einlösen konnten, prolongirte ihn der Angeklagte gegen Zahlung von weiteren 7 JL 50 bis zum 27. August, da tndeß an diesem Tag die Zinszahlung unterblieb, wurde der Wechsel protestirt, auf Bitten der Schuldner und da dieselben die Protestkosten und Zinsen auf den nächsten Monat bezahlten, von Einklagen des Wechsels Abstand genommen. Im September und Oktober erfolgte die Zinszahlung pünktlich, im December aber waren die K.'schen Eheleute nicht mehr im Stande, die Zinsen von 7 JL 50 $ aufzubringen. Alle Bitten derselben um Erniedrigung des Zinsfußes waren erfolglos, vielmehr klagte B. nunmehr den Wechsel jedoch nur in Höhe von 60 ein. Die Zinszahlung für September und October hatte der Angeklagte um nicht mit dem inzwischen in Kraft getretenen Wuchergesetz in Conflict zu kommen, als „Abschlagszahlungen" von den geliehenen 75 JL in Abzug gebracht. Der Angeklagte hat bestritten, daß er von der Nothlage, in der sich die Angeklagten befa.'den, Kenntniß gehabt und diese ausgebeutet habe; in der von i m eingelegten Revision wiederholte er diese Behauptung und fügte noch hinzu daß er in Wirklichkeit der Ausgebeutete fei, da er statt der geliehenen 75 je nur 37 ^50 H (Zinsen) erhalten habe.'- Der Vertheidiger, Justtzrath Lüntzel aus Leipzig, macht geltend, daß es sich tm vorliegenden Falle, wo das Gericht ausdrücklich constattrt habe daß der Angeklagte mit den K.'schen Eheleuten seit Jahren Geldges. äste zu dem Zinsfuß von 120 Proc pro Jahr gemacht habe, nur um eine Fortsetzung der früheren Geschäfte handeln könne, und da die bezüglichen Verabredungen vor Inkrafttreten des Wuchergesetzes getroffen feien, so könne auch das Wuchergefetz nicht das hinterher erfolgte Gewahren bestrafen. Der R ichsanwalt beantragt Verwerfung der Revision weil die Prolonaatton, also das erneute Versprechenlassen der hohen Zinszahlung erst unter der Herrschaft des Wuchergesetzes erfolgt wäre und das Reichsgericht verwirft dje Revision, da das Erkenntniß auf eimm Rechtsirrthum nicht beruhe. (Vergehen gegen das Nahrungs- und Genußmittelgesetz.) rR--c- Unter dem am 10. August v. I. in M. ron der Hökerin E feilgehaltenen Obst befanden sich mehrere Korbe unreifer Aepfel, deren Verkauf von einem Polizei- Commissar untersagt wurde. Die Hökerin behauptete, die Aepfel seien zum Kochen bestimmt, un' sie verkaufte dieselben einige Stunden später an einen Gasthofbesiger Wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgeseh angeklagt, erfolgte unteren 23 Mär» d. I. vom Landgericht zu Marburg Freisprechung, wogegen von der Staatsanwaltschaft die Revision eingelegt worden ist. Der Reichsanwalt beantragt, die Revision zu verwerfen, und das Reichsgericht verwirft die Revision, da thatsächlich festaestellt ist daß dt: unreifen Aepfel in gekochtem Zustande für gesundheitsschädlich nicht zu betrachten seien. ind Pflasterung der Gassen von den angrenzenden Grundeigenthümern zu tragen find, sobald aus ihren Grundstücken Gebäude an die neuen Baufluchtlinien zu stehen kommen. Der dritte Thetl des Gesetzes enthält die bei den einzelnen Bauten (Gebäuden, Keller, Brunnen, Graben rc.) maßgebenden polt- zeiltchen Bestimmungen und handelt von Stellung und Lage der Gebäude und ihrem Verhältntß zu den Straßen, benachbarten Bauten und Grundstücken. Die sicherhettspoltzetltchen Vorschriften find besonders eingehend behandelt, genaue ConstructtonS.Vorschrtften gegeben, sog. Kellerwohnungen im Interesse der Gesundheit verboten. Zur Ausführung des Gesetzes ergeht demnächst eine besondere Verordnung, welche auch den Zeitpunkt des Inkrafttretens bestimmt. Alle Localbauordnungen, mit Aufnahme der Gesetze für die Erweiterung der Stadt Mainz, sind aufgehoben. Berlin, 8. Juni. Die Pfingsttage waren hier, abgesehen von einem kleinen Ungewttter am Sonntag Abend, vom Wetter begünstigt, so daß die Berliner, die zu Pfingsten schaarenweise in die Nähe und in die Ferne aus- zuwandern pflegen, diesmal noch zahlreicher als gewöhnlich ihre Ausflüge machten. Das Gewitter hat tn der Gegend von Petersburg heftiger als hier gewüthet, es soll tn Gatschtna einen vom Kaiser Paul errichteten Obelisken gänzlich zertrümmert und die Schtldwache erschlagen haben, was von dem abergläubischen Volke alS schlimme Vorbedeutung betrachtet wird. Ferner wurde, wie der „Tribüne" berichtet wird, am 4. dS. bet Gatschina, unweit der Bahn- statton, eine Aushöhlung zur Sette des Eisenbahngeletses gefunden, tn der sich zwei Blechkapseln befanden. DaS Loch war verdeckt durch Moos und Gras, vom Telegraphenztmmer aus aber durch den Keller eine noch unfertige Leitung dahin gelegt. Zwei Stunden vor Abfahrt deS Czaren wurde das Local besitzt, die Beamten wurden verhaftet. Die Thatsache muß also wohl bei Hofe ver- muthet gewesen sein. Daß in der Marine die Verhaftungen fortdauern, wird auch von rusfischen Blättern gemeldet und in Petersburg ist ein neuer An. schlag auf das Leben des Kaisers entdeckt worden. Unter diesen Umständen kann daS Gefühl der Sicherheit nicht aufkommen, obgleich sonst manche Um- stände den Himmel über Rußland weniger düster erscheinen laffen. Die Hun- gerSnoth ist zwar in manchen Gegenden deS Reiches ausgebrochen und der Verkehr leidet an den Nachwirkungen der Judenhetze. Dafür sind aber die Emte.AuSsichten nicht schlecht und die Regierung zeigt den besten Willen, sich größerer Sparsamkeit zu befleißigen, als unter Alexander II., welch-r vom Geldeswerth nur undeutliche Begriffe hatte. Der neue Kriegsmtnister, General WannowSki, hat eine Ansprache an seine Untergebenen gehalten, worin er ihnen mittheilte, der Kaiser habe ihm zur Pflicht gemacht, alle möglichen Maß- nahmen zur Verminderung aller Ausgaben unverzüglich zu treffen, um die Steuerkräfte des Volkes zu schonen. Das ist eine Sprache, wie sie die Kriegs- Minister im übrigen Europa nicht zu führen pflegen. An dem besten Willen deS neuen russischen Kaisers ist nicht zu zweifeln. ES fragt sich nur, ob er in seinen Ansichten die nöthtge Klarheit, Entschiedenheit und Folgerichtigkeit entwickeln werde. Stuttgart, 8. Juni. Bet dem heute zu Ehren der Landesgewerbe- Ausstellung in der Wilhelma gegebenen Galadtner brachte der König folgenden Toast auS: „Mein Hoch gilt der gelungenen Ausstellung, unserem lieben Württemberg und Deutschland! Möge GotteS reicher Segen auf ihnen ruhen I" Hamburg, 8. Juni. Die Hamburgische Gewerbekammer richtete gestern eine in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig beschlossene Eingabe in der Zollanschlußfrage an den Senat, tn welcher der dringendste Wunsch ausgesprochen wird, daß die Vereinbarung vom 25. Mai die Zustimmung der Bürg rschaf sinde und sobald wie möglich zum endgiltigen Abschluß gebracht werde. ES heißt in dieser Eingabe: Wir begen die fest ' Zuversicht, daß der Anschluß, , nter Modalitäten, wie den jetzt vorgesehenen verwirklicht, nach Ueberwindung der unvermeidlichen Schwierigkeiten der Ileb.rgangS- zett dem Gedeihen deS Gewerbestandes und einem neuen Aufschwung der gewerblichen Thätigkeit unserer Stadt nur in hohem Maße förderlich sein kann. Nachdem durch die Vereinbarung vom 25. Mai festgestellt worden, daß dem Hamburgischen Handel der dauernde Besitz eines für die Erhaltung seines Weltverkehrs erforderlichen Freibafen- Gebtets gewährleistet und überhaupt, wie seine berufenen Vertreter anerkannt haben seinem Lebensanliegen ungehemmter Bewe ung und Entwickelung alle mögliche Rechnung getragen ist, darf der Gewerbestand dem Eintritt des durch dieses Uebereinfommen in Aussicht gestellten Zustandes, bei welchem beide Interessengruppen, Handel und Gewerbe, ihr Recht behalten, mit ungetheilter Hoffnung und Befriedigung entgegensehen. infnüp die Msstttsfal baren Verhalten liegen ließen, u in der Rahe de vnden, der, e schließlich von \ bach fahren zu gnade ein, der Denn n wurde, so ist ' frommen Hem Wir ech )n dem die zu Grünber wähl njehe Ich in memn Rebe Hmn Dr. ©ui und namentlich "Armen" dezei könnte e8 mit I in dem Reichs C>reu4t wird, rinen bnübrntm 9?amrn in btn mthtäriftfcrn Ätrifrn aller Staber geschaffen, t fick, heute Rachmtttaq im ItffMlt denselben RLumen, tn denen n so longe Jahre eifrig unD tnttmfleon flrotrft hatte, durch einen Sckuß get-dtet Ueder die Gründe, die den 70sLhr,gen •teil -u dem deNagenIwertke» Entsckluss, geführt, seinem Leben ein fretwilligeb End7 »u machen verlautet noch nickt» Bestimmte» Rack einer tn milttLriicken Kinin, diel« besprochenen Lesart soll gekränkte» Ehrgefühl den General tn den Tod getrieben haben. Frankfurt Die diesig« Pate«t> und Mufterickntzau»stellung hat nun einen weiteren Zuwack» erhalten durck Fertigstellung der Gartenbau Su»stellung. Der wette, für diese Äu» stellung bestimmte Raum ,tz in einen nnzigen Blumenflor verwandelt. Bunte, geometriiche Zeichnungen wechseln mit Schlangenlinien und >rabe»k,n und mit schmäleren oder bretteren Ginfaflungen anmuthig ob, dazwischen gr-here, sternartiq angelegte Beete dann wieder kleinere Sifiuun und Alle» in den manniqtaUigsten Farben mit wahrhaft blendendem Schimmer und lüni Bon den oberen offenen Allane« de» Hauptpoetal» gesehen (was wir. nebenbei bemerkt, jedem Besucher angelegentlich empfehlen) mnnt man einen ungeheuren Teppich vor sich zu haben, tn weichem dt« zierlichsten und elegantesten Muster und Bilder lvmmetrisck bineingest'ckt find, und zwar mit einer Farbenbarmonte von wahrhaft künstlerischer Vollendung. Roch lohnender und genuhretcher ist ein Spaziergang tn der Morgenfrühe durck diese Anlagen, um alsdann die einzelnen Beete und Geupven tn der Nähe zu betrackten. wobei eine Ueberraschung auf die ander« folgt, denn man muh schon viel De»artiqes im Leben gesehen haben, um eben Nicht überrascht zu werden Die Arbeit war begreiflich eine riesenhafte, denn e» sollen gegen 1ku,0(M) Pflanzen und Pflänzchen dazu verwendet worden sein Hier reden die Zahlen Die blitzenden Doffer strahlen von zwei monumentalen Springbrunnen mit ibren weiten Bassin», «rhöben die Schönheit des Ganzen. Hier bat die berühmte Frankfurter Gärtnerkunst und Blumen und Zierpflanzenzucht einen Trumpf ausgespielt, der wohl schwerlich, wo und von wem es sei. überboten werden dürfte, hier hat fie, wenn man un< den etwa» gewöhnlichen, aber hie, völlig passenden Ausdruck gestatten will, flck selbst übertroffen. viele, welche die europäischen Wtltautzst'llungen gesehen haben, erinnern fick eines ähnlichen großartigen, geschmackvollen und lieblichen Bildes faum, wenigstens nicht in einem Ensemble, wie es sich hier darstellt. (Eingesandt. Geehrter Herr Redakteur! Anknüpfend an die in Rr. 130 Ihre» geschätzten Blattes enthaltene Notiz, behandelnd bi« Mefferaffatr« zwisch«n Atzbacher und Kinzenbacher Burschen dürfte wohl neben dem sonder baren Verhalten der Ktnzenbacker Burschen, die ibren schwer verwundeten Kameraden hilflos liegen ließen, um besten Schwester von dem Geschehenen in Kenntniß zu setzen, dasjenige eine» in der Nähe de» Lhatortes wohnenden Fruchthändler» nickt der O'ffenilickkett vorentbalken werden der, erst in gerecktem Zorne polemisirend über das Verruchte einer solcken Lbat, schließlich von dem Ortsdiener outgesordert, den Unglücklichen mit seinem Wagen nack Kinzenbach fahre« zu lasten, diese Zumuthung mit den herzlosen Worten zurückwie»: „Da» fällt mir gerade «in, der konnte ja zu Haus« bleiben.* Wenn man nun erwägt, daß der UnalückUche, ohne jeglichen Streit, meuchlings gemordet wurde, so ist diese Aeußerung recht bezeichnend für die große Menschenfreundlichkeit dieses frommen Herrn. —o Wir erhielten nachstehende angebliche Berichtigung: Zn dem Referat der Rr. 130 des Gießener Anzeigers, Locale» Gießen, 8. Juni über bi« zu Grünberg am Dienstag den 7. Juni abgebaliene Wahlerversammlung zur Reichstags- wohl ersehe ich unter Staunen den ganz eigentbümltchen Zirrhum de» Referenten, alS hätte ick in meiner Rede dort selbst die beiden vorgescklagenen Herrn Candidoien zur ReichStagswahl Herrn Dr Sutfleisch und Freiderrn von Rabenau zu Schloß Friedelbaulen alS Uebel und namentlich die Kandidatur des Herrn von Rabenau als unter beiden „Ucbtln* da» „Kleinere* bezeichnet. Hiergegen muß ich als nicht zutreffend entschieden Protest erbeben; wie kännte es mir in de« Sinn kommen, die Lhätigkeil zweier hochachtbarer ebrenwerther Männer i in dem Reickstag al» ein Uebel zu bezeichnen , da» Publikum würde dann und zwar mit vollem I Recht ein abfälliges Urtheil über meinen Bildungsgrad fäll«. Ich muß nur bedauern, daß der Herr Referent meinen Ausführungen nicht aufmerksamer gefolgt, derselbe würde sonst sich überzeugt Haden, daß ich einem Herrn Vorredner, welcher di, Zölle auf Lebensmittel al» wkrth- schaftlichen Fehler darzustellen sucht«, auf diesem Gebiet nur kurz gefolgt und entgegnete, daß. wenn man zwilchen zwei UebUn, dem Niedergang der Landwirthschaft oder den Getreidezöllen stünde, man fick zu den letzteren als dem kleineren entscheiden müsse. Groß-Buseck, 9. Juni 1881. Z. Güngerich. Änm b Red. Dir geben recht gern« zu. daß Herr Güngerich bei seiner Rede In Srünbirg den Ausdruck „Man möge von zwei Uedeln da» kleiner« wählen* so verstände« wisten wollte, wie er oben ausgefübri hat, jedoch drängte sich dem Anwesenden bi« eig«nthümliche Zusammenstellung jenes Ausdruck» mit den beiden Lanbidaten sofort auf, wie in unserem Referate gestanden Daß unser Referent ffch nickt geirrt hat, zeigt auch der Bericht in b«n „Oberhest Rackrickten', wobei (» auch hieß, daß dem Redner da» unglückliche Wort entschlüpft sei -Man müsse bei dieser Dahl von zwei Uebeln das kleinere wählen*, dem dann schallendes Gelächter folgte Der Irrthum ist also nicht auf »er Seite unseres Referenten Wenn man Reden halten will, soll man vorerst probiren ob man sattelfest ist Leicht kann bei einer solchen .unvorbereiteten- Rede ein Lapsus eintreten, welchen man durch eine später« Berichtigung nicht wegdisputirt Handel und örrfrhr. Frankfurt, 9. Juni. (Fruchtderickt) Mehl Rr. 1 JL 39.50, Rr. 2 JL 37.50, 9h 3 JL 32 50, Rr. 4 JL 28 50, 9?t 5 x. 35 50, Roggenmebl (Berliner Marke) JL 31—31.50, do. I (Berliner Marke) 29.50, do. II (Berliner Marke) JL 24.50, Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier JL 24.75 00.00, ab unserer Umgegend «X 24.35—24.50, do. fremder je nach Qualität .< 33.50—24.50, Roggen, je nack Qualität JL 22 50—22.60, Gerste JL 19.00-20.00, Hafer 16 50-00.00, Koblsamen 29-30, Erbsen 19—27, Wicken 16 00—17.50, Linsen 20—40, Bohnen, weiße, JL 23—25, Roggenkleie JL 6, Weizenkleie, grobe und feine JL 5, Rüböl, detaU, JL. 64. Stimmung ruhig. Haupt säckltck gefragt war: —. Dringend offertrt: Mais. (Die Preis« verstehen sich sämmtlick per 200 Pfd Zollgewtcht — 100 Kilo.) Limburg, 8 Juni (Frucktmarkt.s Rother Weizen JL 20.40, Weißer Weizen JC 20 30, Korn JL 17.00, Gerste JL 11 30. Hafer .X 8.40, Erbsen JL 0.00, Kartoffeln k 50 KUo JL 0.00. (Durchschnittspreis pro Malter.) Krischt)äcker in Gießen. Lonniag, den 12. Juni Ernst Wallenfels, Wallihorstraße. ^rirbrid) Hennings, Seltersweg. Georg Spieß, Neustadt. Kirchliche Anzeigen der evangeiischenGemeinde fuGießen. Gotte-dienst: Sonntag, den 12. Juni. Morgen- 91/* Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. sKateckiSmuSlehre mit der eonfirmirten weibl. Jugend ] Nachmittag» 2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Die Pfarrgesckäfte für die Woche vom 12. biS 18. Juni besorgt Pfarrer Dr Naumann. Zagdoerpachlung. Donnerstag den 16. Juni, N^chmulag» 2 Uhr, soll die der Gemeinde Bersrod zustehende gelb» und Waldsagd, bestehend in der ganzen Gemarkung BerSrod, auf weitere sechs Jahre aus hiesiger Bürgermeisterei öffentlich verpachtet werden. BerSrod, am 7. Juni 1881. Großh. Bürgermeisterei BerSrod. 89SY Böcher. Mittwoch den 13. lfd. I-., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten RathhauSsaale versteigert werden: JL Maurerarbeit, veranschl. zu 638 54 Steinhauerarbeit, , „ 1016,27 Zimmerarbeit, „ „ 95,51 Dachdeckerarbeit, „ w 66,40 Schremerarbeit, „ „ 426,88 Schlofferarbeit, n w 111,85 Weisibinderarbeit, , „ 194,40 Pflästererarbelt, w , 1497,36 Fördern von Lahnkies, veranschlagt zu .... 114,— Anfahren desselben, veranschlagt zu..... 54 — Räumen des Stadtringgra- bens, veranschlagt zu . 240,— Räumen der Wiescck, veran- scklaat zu.....100,— Gießen, den 10. Juni 1881. Großherzogl Bürgermeisterei Gießen. 3967) A. Bramm. Arbeitsversteigerums. Dienstag den Ul. ds. MtS., Vormittags 10 Uhr, soll zu Winnerod die Weißbrnder- arbeit an dem Pfarrhaus daselbst, veranschlagt zu 394 JL 81 öffentlich wenizstnehmend in Accord gegeben werden. Großen-Buseck, den 8. Juni 1881. L. Hahn, 3933) Bezirksbauaufseher. Allgemeiner Anzeiger. 3958) Das unterzeichnete Comite bringt hiermit zur öfientliohen Kenntniss, dass im Anschluss an das Festessen am 14. Juni Concert von der hiesigen Militärkapelle im WenzeFachen Garten stattfinden wird. — Anfang Nachmittags 6 Uhr. — Entree für Nicht- Festtheilnehmer 50 Pfg. Das Comite für die 50jährige Jubiläumsfeier der Vereinigung der früheren Forstlehranstalt zu Giessen mit der dasigen Universität.____________ Kaffee. Kaffee. 3867) Um den Beweis zu führen, daß wenn Private billige Kaffee s kaufen wollen, sie nicht nölhig Haden, solche von Hamburg, Bremen odei- sonstigen Seeplätzen kommen zu lassen, sondern daß man bei mir sich alle Lorten billiger und bequemer verschaffen kann, habe ich von einigen sogenannten Importgeschäften oder Lllaaren- versandlmagazinen :c- die von denselben empfohlenen Sorten durch bntte Hand bezogen und damit in meinem Schaufenster eine übersichtliche Ausstellung vorgenommen. Zur Erleichterung des Vergleichs sind unter beiderseitiger Preisangabe die damit concurrtrenden Sorten meines Geschäfts beigelcgt Demnach kann man unter Anderem folgende Dergle che anstellen : Von Hamburg angepnesene ff. Ceylons pr. Pfd franco hier 1,22 JL und 1,37 JL haben Ceylon nie gesehen, sondern sind nichts als dem Ceylon ähnlich aussehende gewaschene Rio Kaffees mit em em Detarlwenh von höchstens 96-110 H. iXeelle Ceylon-zraffee's gebe ich bei 10 Pfd. von 1,20 JC an pr. Pfd Ffe'N gelbe Iava-Kaffee'S ä 1,42 und 1^7 JL von Hamburg franco hier bezogen, sind geringwerthige Preanger und ord. Javas, drerelben in vorzüglichen Qualitäten von mir b.zosen, kosten bet 10 Pfd p:. Pfd, 1,10 JL, 1.25 JL bis 1,44 X Grüne Javas bei 10 Pfd. von 1 JL an pr Pfd. in guten Qualitäten bei mir, während dafür in Hamburg geringe Santos ?c. geboten norden. Goldbraun Java von Hamburg pr. Pfd. franco hier 1,82 JL ist um wenigstens 25 H, gegen meine wirklich bochprima Waare bet 10 Pfd. 1,75 JL, zu theuer Nickt conoen'rendes kann bei mir umgetausckt weiden, während Luswänige bei Reclamat.oncn auf Nachnahmesendungen sich ur nichts etnlaffen. Wettere Proben und Onginal-Rechnungen von Hamburg stehen den Imereffentcn zu Diensten. Emil Elschbach* Bezugnehmend auf meine früheren Annoncen habe tch mich nunmehr entschlossen, mein Leinengeschäst doch beizubehalten, werde jedoch, um einen größeren Umsatz zu erzielen, die im Ausverkauf angesetzten billigm Preise gegen baar beibehalten, und bringe mein affortirtes Lager m Leinen, Oamalt, Drell und Dettwaaren, sowie Dettsedern und Daunen, unter Garantie für nur gute, solide Waare in empfehlendr Erinnerung. 3728) Mit Hochachtung Herrn. Ang. Muller. Arbeitsversteigerung. Die zur Erbauung eines neuen Ab- trittSgebäudeS nothwendig werdenden Erd», Maurer-, Stemhauer-, Zimmerer-, Dachdecker-, Schlaffer-, Schreiner- und Weißbinderarbeiten, sowie die Lieferung der Backsteine und des Kalkes, veranschlagt zu 1370 JL, sollen Mittwoch den 13. Juni er., Vormittags 10 Uhr, im Ralthaussaale zu Garbenteich öffentlich tn Accord vergeben werden. Garbenteich, den 9. Juni 1881. Großh. Bürgermeisterei Garbenteich. I. A.: 3964) gerb. Bröl. Arbeitsversteigerung. Dienstag den 14. ds. MtS., VormtttagS 11 Uhr, soll aus dem Hof Winnerod die Herstellung deS WezS nach Retnhardshain, bestehend in: je Planirarbeit, veranschlagt zu 2260,30 Maurerarbeit, „ n 150,— Ehaussirarbeit, w n 1350,— öffentlich wenigstnehmend in Accord gegeben werden. Großen-Buseck, den 8. Juni 1881. L. Hahn, 3934) Beztrksbauaufseher. Feilgeboteues. 3530) (Eiserne Tragebalken, gebrauchte Eisenbahnschienen, Waffer- leitungs- und Abtritlsröhren von Gußeisen und von Thon, Trottoir- rinnen, Senkgrubendeckel, Säulen, Grabkreuze, Oefen, Herde, Gement und Dachpappe empfiehlt Carl Hensel, 3530) Wallthorstraste. Wilh. LöberIV. empfiehlt Buchen - Scheitholz zu Mp. Rm. frei ins Haus. (3957 AMERIKA.^ Wegen Passage wende man sich an von BREMEN Broschüre wird gratis und franco verjandt. cs entstellen also dem Besteller weiter keine Kosten, altz 5 Pfg. für seine Postkarte. sich auswählen kann. Die obige, bereit? in 450. Auflage erschienene durchfliegt mancher Kranke die Zeitungen, sich fragend, welcher der vielen Heilmittel-Annoncen kann man vertrauen? Diese oder jene Anzeige im- ponirt durch ihre Größe; er wählt und wohl in den meisteir Fällen daS — Unrichtigel Wer solche Enttäuschungen vermeiden und sein Geld nicht unnütz auSgeben will, dem rathen wir, sich von Richter'S VerlagS-Anstalt in Leipzig die Broschüre „Gratis-Auszug" kommen zu lasten, denn in diesem Schriftchen werden die bewährtesten Heilmittel ausführlich und sachgemäß besprochen, so daß jeder Kranke in aller Ruhe prüfen und das Beste für zu vermiethen. Dr. Plocli trt unter Garantie (3646 JL 1.— empfiehlt (2968 M. Wode 3765 3911) statt, wo;u ergeben^ einlüdet L. Balser. Kaiserlich Deutsche Post, Norddeutscher Lloyd. Direcfe Billets nach dem verein. Staaten. 3242) empfiehlt A. Haubach •<> ❖ & t^rrfeffor Dr. Heß Wilhelmsstraße. S. Elsoffer, 205. Marktftraße 205 2800) Der von Herrn Regierungsrath Dr. Hoffmann bewohnte 3 Stock meines Hauses ift zum 1. August l. I. anderweit C* We Dietz in Gießen. Job. Pli. Hofmann 1. in Tteinbeim. 3912) Em tüchtige? Hausmädchen und ein zuverlässiges Kindermädchen gesucht Nur solche mit guten Zeugnissen wollen sich melden. Näheres bei der Erped. d. Bl. iffee. Kaffee. fien ganz rem-, edel- und kräftig ,-Senden Kaffee ä Pfd. 92 % Ankunft in Gießen von: Frankfurt l12, 8U, 933*, 11", 335, 438 7“, 8 «*, 10« 12«*. Marburg 632, 730. Dassel 23i, 5.55* 8to*, 11“,4», 6«*, 11» Wetzlar 727, 9« 1133, v*, 315 432 (p3 832* 11» EmS Coblcnz 940, 11®, 1«* 315 533 932*. Deutz 1133 43/, 11“. Fuld^ 810, 2«, 4^, von Lauterbach 10. Gelnhausen 920, 3“ Ö'*6. Nidda 63«, 9“ 3“ 6S6. * bedeutet Schnellzug. Die fetten Ziffern bie Nachtstunden. Unterzeichnete empfiehlt ihr photographisches Atelier. Aufnahmen jeder Art können täglich stattfinden. ^NB. Der erste Gottesdienst beginnt Morgens 9 Uhr, der zweite um 12 Uhr. Suppen Anstalt Suppenmarken in Büchelchen geheftet zum Verschenken an Bedürf, ttge sind zu ka fen: Bahnhofstraße beim Hausvater der Herberge und bet Herrn Kauf, mann Hatnbach; Markt bei Herrn Wilhelm Klee; Grünbergerstraße bei Herrn Kreisamtsgehilfen Döring. . 71'_______Der Vorstand. Feinsten reifen Limburger Käse per Pfd. 45 feinsten reifen Rahmkäse per Pfd. 60 saftigen Schweizerkäse per Pfv. ö\joö) MN vierer ewigerJtitc zu ver- rodKcn. W. Ockel, R ädter Tbor. Vorlesungs Uerseichnisse d'r hiesig n Un versität aus dcn Sem mestern S. 1825 bis W- 1835/36 incl., S- 1838, W-1839 40, S. 1840, W-1840/41, S. 1841, W. 1841/S2, W- 1842/43, W- 1843/44, S. 1844, W. 1847/48, W. 1850/51 und S- 1851 kauft zum höchsten Preis Arbeiter-Hosen, Hemden. Blousen, Lüstre- und Turntuchr öcke -fiiOrplnii. Abfahrt von Gießen nach: Frankfurt 2'3, 6*, 6«, 81**, 11 w i«, 444 76750. Marburg 8 \ 8>2 Cassel 1222 *, 1», 8®, 9“*, 11«, pi* 445, 812*. Wetzlar 6", 8« 12, 1^, 4« 45’, 7'-o, 905. Ems Eobl-nz 6", 8”*, 12, 1«, 4« 7^*. Deutz en, 12, 457. Hulda 720, uw, 5, 734. Gelnhausen 820, 1210, 4W. Nidda 8», 12 ' Sä'« in I m”. fnb aOtteb Uen u St die Ue?,r die tJ? des LS w-a.. Ein wahrer Schatz für die unglücklichen Opfer der Selbstbefleckung (CnanicJ und gehrimen Ausschweifungen ist das berühmte Werk: Dr. Retau’s Selbstbewahrung. 78. Aufl. Mit 27 Abbild. Preis 3 JL Lese es Jeder, der an den schreck, lichen Folgen dieses Lasters leidet seine aufrichtigen Belehrungen retten jährlich Lausende vom sichern Tode. Zu beziehen durch K. Po- nicke'S Sckulbuchbandlung in Leipzig, sowie durch jede Buchhandlung in Gießen. (3187