dir. 108. Mittwoch deu 11. Mai 1881. Aichener "?.ui;eiiyr Amkige- uni Amisbiati fit itn greis Gießen. -------------------------------------------------------- Hö viertAjührlich 2 Mark 20 Pf. mit vrmserlob". T urcan : E^chulftribe B. In. Weint täglich mit «ußnahme des Ttontflfl*. Durch bu Posl be»ogkn vierteljährlich 2 Mar, ÜO P. AmLticher Jheit. Lehrer - Conferenz 6t# Sonfkrcnz-Btzirks Lict, Hungen: Moutag den 16. Mai, Morgrn# 10 Uhr, zu Hungen. Gießtn, den 9. Mai 1881. Büchner, Krn#schulinsprctor. Zum zehnten Mai. Die Zeit der Eisenbahnen und der Telegraphen verbraucht ihr Material rasch, wenn eS nicht sehr dauerhaft ist. Personen und Ideen nutzen sich von heute auf morgen ab, wenn sie nut dem modernen Geiste und Wesen nicht völlig in Ulberetnsttmmung zu gelangen vermögen. Sie mögen noch so mächtig, so einpußie.ch, so geschickt sein, der Geist der Zeit zieht sie mit der Unerbitt ltchkett des AbnutzungSprocefieS mit sich, sobald sie sich von den Dabnen entfernen, die von der modernen Entwickelung mit Naturnotbwendigkeit vorgezeichnet sind. Wer glaubt, daß damit zu viel gesagt sei, der mag einen Rückblick werfen aus die Zeit zwischen dem 10. Mai 1871 und dem 10. Mai 1881. Sm 10. Mai 1871 wurde in Frankfurt a. M. der definitive Friede mit Frankreich abgeschlossen. Zahlreiche siegreiche Schlachten, unermeßliche KciegS« beute, zwei Provinzen und süi.f Milliarden baaren GrldeS waren die Errun- genschasten jenes großen Kampfe« und nach Ab chluß des Frankfurter Friedens stand Fürst BiSmcnck im Zenith seines RuhmeS und seine« Einflusses. DaS neugrichaffcne deutsche Reich erwartete eine Periode des GlückeS und de« UebeiflufikS, zumal da eS hi<ß. daß nach dem Frieden der innere Ausbau KeS Reiche in die Hand genommen werden solle. Die hochgespanntesten Erwartungen knüpften sich an die nach dem Kriege beginnende Periode der Friedens- arbeit. SS ist viel alter Schutt weggeräumt, viel Treffliches geschaffen wor« den — und heute 4 Fast scheint eS, als sollte der Schutt, der mit so viel Mühe beseitigt worden, wieder heibeigeschaffl werden! Die Erschrinung der Milliarden auf dem Geldmarkt hatte jene Folgen, die von scharfsichtigen VolkSwirthschaftern vorauSgesagt worden waren. ES trat ein industrieller Ueberfchwu. g, eine Hochfiuth der Spekulation ein, die unS den „Krach" brachte und mir ihm jene andauernde wMhschastliche Stockung, die wir trotz aller E;pe imente heute noch nicht überwunden haben, und zwar allen Doctrmen zum Trotz auS dem einfachen Grunde, weil die Eon« sumtiv! Sfäh'gkeit der Bevölkerung m der langen Zeit der Roth geschwächt und gebrochen worden ist, daß aber bei geschwächter LonsumitonSsähigkeit em Aus- ichwung in der Product on sehr schwierig, ihulweise unmöglich ist. Die VolkSmaffen verarmten in der langen Periode der GeschäflSkrisiS, die zwar den Kampf mit Rom und eine ganze Reihe libtraler Institutionen, aber keine wirthschafilichen Erleichterungen nut sich brachte. Aus der anderen Leite sttegkn die Ausgaben für daS Heer, da man hartnäckig an der dreijährigen Dienstzeit festdielt und schließlich einen dauernden Präsenzstand von über 400000 Mann schuf, der die wirthschafilichen Bedrängnisse noch um ein guteS Stück vermehren half. Derweil schwang fick daS besiegte Frankreich, daS die R.esenfumme von fünf Milliarden nut verblüffender Schnelligkeit abgezahlt batte, zur wirthsLastlicken Prosperität en por, heilte seine Wunden und ward zum Sieger aus dem Welt«Markte. m , Unsere üblen wirtblchasrlichen Zustände liißen überall den Ruf nach Reformen laut werden. Und ste kamen, die Resormen, aber in einer Gestalt, daß man wünschen muß, sie wären nie gekommen. Die Wendung begann ,m Jahre 1878, nachdem schon im vorhergehenden Jahre sich allerlei Differenzen zwischen der Mehrheit des Reichstags und dem Kanzler gezeigt hatten. Zu- nächst boten die beiden verbrecherischen Angriffe aus das Leben deS Lasters Gelegenheit, ein Gesetz gegen die Socialdemokratie m'S Leben zu rufen, das nunmehr, nachdem diese Partei auS dem öffentlichen Leben verdrängt ift , al$ ein Damoklesschwert über den Häuptern aller oppositionellen Parteien hängt. Dann begann die große Steuer« und Wirrhschafts Reform, die man in einer Weise einleitete, als habe man in den leitenden Sieisen die liberale Aera nur für ein r.othwendigeS Uebel gehalten, um mittelst des L beralismuS die äußere Form des Reicheö durchzusetzen, dann aber alle liberalen 3^i'uiionen wieder von sich zu schütteln. Liberale Minister, wie Deldruck. Falk und Camvhausen mußten zurückireten; der Culturkampf gegen Rom wurde eingestellt und mtt Hülfe der EenirumSpartei ging man zur Schutzzollpolitik über, mdem man zugleich die nationalliberale Partei, die bei diesem Anlässe allerdings sehr wenig Festigkeit erwieS, auseinander sprengte. Die Maigesetze wurden ergänzt durch Juligesetze. welch- eS der ReichSreaierung ermö.lichen. sich nach Belieben mir Der Kurie auf guten Fuß zu stellen. Zugle ch begann die Ausführung staatS- socialistifcher Projekte, die man mit den Reichseisenbahnen einlettete und mit denen man bis jetzt schon zur staatlichen Zwangsverficherung der Arbe^rgegen Unfälle gekommen ist. Alle diese Dinge kosten Geld und die 130 Millionen, welche mit dem neuen Zolltarif bewilligt wurden, reichen noch lange nicht aus. Indirecte Steuern, Wehrsteuer, Biersteuer, Tabakssteuer, TabakZmonopol — alles das liegt in der Luft und in jeder Session tritt es in irgend einer Form an den Reichstag heran. Erst hieß es, die directen Steuern sollten fast ganz verschwinden; wir sehen aber aus der Umbildung der Capitalrentensteuer und der Gewerbesteuer — welch' letztere den kleinen Mann in ihrer neuen Form gar nicht entlastet — daß die directen und inbireclen Steuern vermehrt wer« den, resp. daß beide Systeme bestehen bleiben. Und diese neuen Belastungen erfolgen in einem Moment, da die Schutzzollpolitik völlig FtaSco gemacht hat uttb der erwartete Aufschwung der Geschäfte zur Mythe geworden ist! Hand in Hand mit alledem aber geht eine stets wachsende politische Bevormundung deS Bürgers; alle reaktionären Elemente drängen sich hervor, sammeln sich, lausen Sturm gegen die liberalen Institutionen, betreiben die Iudenhetze, verlangen Abschaffung der Gewerbesrethett und der Etvtlehe, terrorisiren AlleS, was nicht reactionär ist und roetfen die Fackel der Zwietracht unter alle Klaffen der Bevölkerung. Der Reichstag aber, der keine feste Majorität hat, schwank! zwischen diesen Derhältniffen unsicher hin und her. DaS ist die Situation; eS bestehen einflußreiche Bestrebungen, welche vom deutschen Reich nur die äußere Form behalten, den unter der liberalen Aera geschaffenen Inhalt aber beseitigen wollen, dabet regt sich der Partiku« lariSmuS und hat eben erst wieder in der Commission für daS Unfallverfiche- rungSgesrtz einen Triumph gefeiert. Ueberall Verwirrung, Unzufriedenheit, Ungewißbeit und Zerriffenheit! t . So sieht eS auS zehn Jahre nach dem FriedenSschluffe von Frank« fort a. M. Damals im Parlament die großen nationalen Fragen, die großen einbettigen Institutionen, heute die Debatte über die MiethSsteuer mit dem Resultat, daß von einzelnen Personen einige Hundert Mark weniger zu zahlen sind. Wohin wir steuern, daS weiß heute Niemand mit Sicherheit zu sagen; sicher ist nur, daß wir zu erhöhten Lasten und verringerten Freiheiten in ein Meer der Unsicherheit steuern, denn es ist noch unberechenbar, wie weit die Wirkungen der geplanten staatSwilthschafllichen Umwälzungen gehen werden. Die am 10. Mai 1871 mit frohen Hoffnungen der Zukunft entgegengesehen, blicken am 10. Mai 1881 trübe in daS kommende Decennium und der leit-nde Staatsmann se bst muß mit der Lage höchst unzufrieden sein, da er den grüßten Theil deS Volkes gegen sich in Opposition sieht, vor Allem aber den denken« den und gebildeten Theil, bei dem die aus die Mafien berechneten Schlagworte nicht so leicht verfangen. _______ Deutschland. Frankfurt a. M., 8. Mat. Der Congreß der deutschen Krieger« vereine ist heute eröffnet worden. 1527 Vereine mit 167,000 Mitgliedern waren vertreten. Der Bürgermeister Dr. Heußenstamm bewillkommnete die Gäste Namens der Stadt Frankfurt. Hieraus sprach Diersch (Berlin) über den Zweck der Versammlung, alS welchen er die Einigkeit unter den verschie« denen Eorporationen bezeichnete. Der Redner schloß mit einem Hurrah auf Se. Majestät den Kaiser, welches der Stad'comrnandant v. Lucadau beantwortete, indem er im Sinnen Sr. Majestät den Vereinen die besten Glückvünsche auS- spr.ich. Nack der Bi dnrg deS Bureaus wurde eine Eomwission gewählt, welche morgen da« Programm für die zu behandelnden Fragen vorlegen soll. Diele Häuser batten zur Feier des Tages geflaggt. Metz, 7. Mai. Seit einigen Wochen bereist der Statthalter, der, der Magdeb. Zrg.- zufolge, trotz feine« hohen Alter« eine bewunderungswürd.ge geistige und körperliche Frische bewahrt hat, die lothringischen Städte, welche er biSber rM nicht besucht batte. Die Ausnahme, die er bei der Bevölkerung ausnahmslos findet, beweist mehr al« ein Dutzend Stimmungsberichte, daß man fick immer mehr in die reuen Verhältnisse hineinfindet und daß die pro« testirende oder ricktiger die französische Partei auch in den Städten — da« Landvolk wollte von Anfang an nichts voa derselben wiffen — neuerdings an Boden verloren hat. Auch das kürzlich beeidigte Aushebungsgeschäft, bei welchem die Zahl der fich der Militä'pfl cht Entziehenden im Vergleich zu den Vorjahren eine erheblich niedrigere Ziffer aufweist, iß ein Beleg für diese Annahme. Hesterreich. Wien, 8. Mai. DaS heutige Volksfest im Prater war trotz der nicht sehr günftoen Witterung von einer nach Hunderttaus.nden zählenden Menschen« menge besucht. Der Kaiser, die Kaiserin, Kronprinz Rudolf mit seiner Braut, der König und die Königin von Belgien und alle übrigen hohen Gälle mit ihrem Gefolge begaben fich um 5 Uhr zu Wagen nach dem Prater, konnten aber, da der Zug der dicht gedrängten Menschrnmaffen wegen nur stockend vorwärts gelangte, erst um 6euz.^e. cau $Jtain$, 9. Mat. Se. Majestät der Kaiser, Ihre königl. Hoheit die Großherzogin von Baden und die Prinzessin Victoria ron Baden statteten heute Nachmittag IVi Uhr dem Großherzoq von Hesien einen Besuch ab und kehrten um 3J/2 Uhr nach Wiesbaden zurück. Wiesbaden, 9. Mat. Se. Majestät der Kaiser machte gestern wiederum eine Spazierfahrt mit der Frau Großherzogin von Baden und besuchte Abends die Vorstellung im Theater. Die Prinzessin Victoria von Baden und der Statthalter Generalfeldmarschall v. Manteuffel sind hier etngetroffen. Paris, 9. Mai. Nachrichten aus Btzerta zufolge werden die Truppen heute nach Mater gehen, von wo aus ein Theil derselben die Operationen gegen die Khrumtrs beginnen wird; ein anderer Theil soll nach Djedetda, 6 Stunden von Tunis entfernt, gehen. Petersburg, 9. Mai. Wie verlautet, find einige Abgabenverminde- rungm behufs Erleichterung der Lage des Bauernstandes demnächst bevor- stehend. — Dem „GoloS" wird aus Kiew vom 8. dS. gemeldet, im Stadttheil Podol seien Ausschreitungen gegen die jüdischen Einwohner vorgekommc-n und sei das Militär zur Wiederherstellung der Ordnung eingeschritten. Würzburg, 9. Mal. Der Präsident der Kammer der Reichsräthe, Graf Schenk von Stauffenberg, ist gestern Abend nach längerer Krankheit gestorben. Paris, 9. Mat. Nach einer Meldung aus Rumelsuk von heute haben die Khrumtrs, als sie sich von den französischen Truppen nahezu eingeschloffen sahen, die wichtige Position Stdi Abdallah freiwillig und ohne jedes Gefecht geräumt. Sidt Abdallah ist von den französischen Truppen besetzt worden; eine Anzahl Eingeborener in der Nähe hat sich den Franzosen unterworfen- Frankfurt a. M., 9. Mai. Der Deutsche Krieger-Conqreß hat nach mehrstündiger Berathung folgende Beschlüsse gefaßt: Der Krieger-Congreß beschließt unter vollständiger Wahrung der Selbstständigkeit und aller Eigenthümlichkeiten der einzelnen Landes-, Provinz- und Gauvelbände einen Verband aller deutschen Kriegervereine D'e Allgemeine Kriegerkameradschast erklärt sich für aufgelöst, vorbehaltlich der Genehmigung des 8. Allgemeinen Deutschen Kriegeitages. Die V.-reinigung, welche den Namen „Deutscher Kriegerbund" führt, nimmt zunächst die Satzungen des Deutschen Krieaerbundes an. Das geschäftsführende Präsidium des Deutschen Kriegeroerbandes besieht bis zum nächsten Abgeordnetentage aus dem Vorstande des Deutschen Krieger- bundes, ferner je e nem Vertreter der 2000 Mitglieder zählenden Verbände und aus den um 5 Uhr heute zu wählenden Kameraden. (Als solche sind gewählt worden- Nau-Frankfurt, Seelmeyer-Berlin, Jungk-Simmern, Weinreis-Kreuznach, Diersch- Berlin.) An Se. Majestät den Kaiser wurde folgendes Telegramm gerichtet: „Der Allgemeine Deutsche Krieger. Conyreß meldet Ew. Majestät aus der Friedensstadt Frankfurt daß die hier vertretenen Krregerverbände die Bildung einer neuen großen allgemeinen Vereinigung unter dem Namen „Deutscher Kriegerverband" beschlossen haben. Hoch erfreut über diese unter Ew. Majestät getreuen ehemaligen Soldaten erfolgte Einigung bringen wir Ew. kaiserlichen Majestät, unserem obersten Kriegsher, n, ein dreifaches Hurrah! dar " — Auch dem General v. Glümer würde Mittheilung gemacht von der Btldungdes Deutschen Kriegeroerbandes. Wien, 9. Mai. Unter dem Geläute aller Glocken, dem Donner der Kanonen und dem Jubel der Bevölkerung erfolgte heute Mittag der Einzug der Prinzessin Stephanie in die Hofburg. Auf dem Wege von dem Theresianum bis zur Hofburg war eine mit Reisig geschmückte Masten-Allee mit wehenden Fahnen errichtet' die Hauser waren sämmllich m t Gun landen, Blumen, Teppichen, Wappen und Inschriften gencrt Vor der Elisabeth-Brücke war ein mitKronen geschmückter Empfangs Pavillon erbaut; die ganze Brücke war in einen Laubgang umgewandelt. Schon während der Vormittagsstunden füllten sich sämmtliche längs der Feststraße errichteten Tribünen außerdem bildeten dicht gedrängte Menschenmassen Spalier. Der Einzug ging vvll- kommen dem Programme gemäß von Statten. Die Prinzessin Stephanie, welche mit wrer Mutter, der Königin der Belgier, in einem mit sechs Schimmelhengsten bespannten Prachtmagen fuhr, wurde auf dem ganzen Wege mit enthusiastischen Kundgebungen begrüßt. Bei dem Festpavillon hielt der Bürgermeister eine kurze Bewillkommnung«- ansprache, auf welche die Königin und die Prinz-ssin dankten. In dem Spiegelzimmer der Hofburg wurde die Prinzessin und die Königin durch den Kaiser, den Kronprinzen und den König der Belgier empfangen. Sofia, 10 Mal. Fürst Alexander (Prinz Alexander von Battenberg, am 29. April 1879 zum Fürsten von Bulgarien erwählt) ernannte ein neues Kablnet unter Ehrenroth als Präsident. Er erließ tdne Proklamation, worin er den gegenwärtigen Zustand des Landes nach Außen als diökredittrt im Innern als desorgantsirt bezeichnet. Seine Aufgabe, das Glück des Landes zu fördern, werde ihm unmöglich gemacht. Gr berufe daher die National- Versammlung ein, fest entschloffen, wenn dieselbe die für die Acnderung des jetzigen Zustandes des Landes un-rläßltchen Bedingungen nicht genebmige, den Thron zu verlassen. Er thue dies mit Bedauern aber doch mit dem Bewußtsein seiner Pflicht bis ans Ende genügt zu haben. Bum ersten Schultage unserer Kleinen. .. .. Das Osterfest hat in anderer Weise als das Weihnachtsfest seine Wichtigkeit für die Familie. Kinder verlassen die Schule und treten ein in das öffentliche L den' ander« wieder thun ihren ersten Schritt hinaus aus dem engen Fam ienkreise >n dii Schule, die dock auch eine neue Welt für das Kind ist. Nicht ohne Theilnabm b“ ^^tCr ba§ Oiahrige Kind zur Schule; ist es doch bei eiste Weg c a? au’ bem ihm, wenn auch noch ans weiter Ferne, des Lebens Ernst nun erften SRale entße«entritt. Bis bierber gehörte das Kmd ganz der gam.he. Mi dem nften Schultage übergibt das Elternbaus da§ Liebste, was es besitzt, dem öffentlichen "Nder», dem elterlichen Hause bisber fremde Leute haben nun das Recht und die Pflicht, in die von den Eltern allein geleitete Erziehung ein Wort hineinmreden und das Klnd weiterzusühren Wohl ift es mancher Mutter bange davor, denn d"e Schule ist das Abbild des Lebens tm Staate. Hier tritt nicht der Einzelne in den Mittelpunkt; hier fft eme größere Gemeinschaft. Hier sind allgemeine Gesetze denen sich auch das verwohn e Kmd fügen muß Ems gilt h-cr so viel als das andere und nm nach der eigenen Arbeit, nach den Leistungen wild jeder behandelt, nicht nach be- !Ä^^Gunst, nach dem Stand derEltein u. s. w. Dcßhalb in aber auch die öffent- liche Schule von so großem Werthe für die Erziehung zum öffentlichen L den für Heranbildung der Selbstständigkeit, des festen Eharacteis Manche Mutter hnnnt hi mrück und schickt lieber ibr Kind in eine Privatschutt, wellda,vttsiaain?cht?n meint, schon wegen der Geldfrage mehr Rücksicht auf den einzelnen Schüler mb hie Erziehung^anstcht der Mutter genommen io:rb und werden muß. Solche Kinder baben ÄnTauÄ °Wt 8, und die pucker' oute, die dem Kinde das vorher ihm absichtlich beigebrachte Schrcckbilb des "ehrers m.ubern sollte, hat tnfofern an Bedeutung verloren. Dieselbe aber ganz iu vei bannen uue cs in vielen Orten seitens der Lehrer geschehen ist, halten wir nicht für aut Sie erhöht d e Fi eude des ersten Schultages, dessen Wichtigkeit dem Kinde in anderer Weise zu zeigen eben noch nicht möglich ist. Sie macht diesen Tag für die gesammte Familie zu einem Festtage. Ein gutes Kmd sieht in seiner Freude darüber nicht darnach ob lenes etne größere oder bessere Düte erhält. Es sind uns hierin nur ganz stttenc Falle von Ausnahmen dieser Erfahrungsregel in langjähriger Praxis vorgekommen Die Täuschung aber, daß man dem Kinde glauben macht, es erhalte die Düte vom wolle man w der Wirklichkeit für so verderblich nicht halten. Würde das Haus die Dute schenken, die Freude des Kindes darüber stünde entschieden in geringerem Zusammenhänge nut der Schule. Die Düte ist eben auch ein Band zwischen Schutt und Haus das man nicht zerreißen sollte. Sie ist ferner ein Stück aus dem Poesie leben der Kinderwelt, warum es zerstören? Es wirb so manch.-s Alte was seinen guten Grund hatte und noch hätte, weggeworfen unb nichts Neues dafür gesetzt. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15 Das Tonnensystem brtr Voranschlag der Realfckule für 1881/82. Die Gießener Viehmärkte betr. Die Impfung tm Jahre 1881. Dos siebente deutsche Bundessckießen in München betr. Die Erböhung dcr städtischen Trottoirs betr. Die Herstellung der Löberstraße. Die Herstellung der Bachmauer in der Sandgasse. Herstellungen in der Turnhalle. Herstellunqsarbesten an der Neuenweger Octroterheberstätte Gffuch der Firma Hetzlinenftädt & E°Mp. iref.cn Chauisirunq im Riegelpkad @dud) d-s Fuhrmanns liubwig Pfaff dahier um Eriaubniß .'um Laaern van Hd!» auf einem städtischen Platz. Gesuch des Fabrikanten Johannes Bernhard um Angabe einer Baulinie Gesuch des Schmiedmetsters Johannes Becker dabier um EUaubniß zur Vornahme von Bauverande.ungen Derurischt«». Darmstadt. 7. Mai. Nach amtlichen Ermittelungen waren tm Großh. Hesien vor Eintritt des Frostes iin Winter 1879-8.) vorbanden 5,42H,5(>9 Obstbäume und »war 2,871.632 Zwetschen unv Pflaum-nbäume, 1,531,539 Aepsclbäume, 546 237 Birnbäume 254,580 Kirichenbäume, 142,169 Nußbäume und 79.712 sonsttye Obstbäume <>n Toloe des Frostcs sind abgestorben 1,670,672 Obstbäume, davon 1,159.415 Zwetschen- und Pflaumen- 380 469 Aepfel-, 68,352 Birn-, 35.477 Kirschen-, 9984 Nuß unb 16 975 sonstige Odstbäumi' r °us durchschaitüich nut 1(1 M. v-tan,chlaa4» «tnb: „ * »d 6^$”^ ■äfiS ™4'Ä ®enffn5 u l " ? ^brn, sich mi! “hDtn neu (affen u. s B um bas ÄiHb SM»1 ,,n"« ä® en in geringerem id zwischen Schule k aus dem Poesie.- Alte, was seinen dafür gesetzt. uvte ein barbiere^ !eq" einfm b0rt*^' M U* » £?££ he"' t??Qbilbiuo< -ff-- r«e »ie ? »der 'i-Cwi«,4” # »(i;Ä *■ flclf»lntm und <-n„ n.u.n PI°, m°d>,n. »dtn Dvnnf.ud^orm birnt da« eine Rohr zum Zielen, während da« andere die Platten enthält, bei dem Molo- X« »!«; .*! VWt »k ml. *„ «fcl. dH ÜBH.n t.r T.t. d'U .rblidt Pr-Iizeiaestcht oder will den Zustand einer Dertlichkeit sofort verewigen, lo bewaffnet er sich mit seinem Pistol, relp. Operngucker, nimmt den Gegenstand auf« Korn und in dem Bruch Nl emer Mmul, ist ders.lbe abfont^i.L Die Platte wird dann etwa .n der Weise ver größer!, wi, es dir Parfter zur 3* der Belagerung mit den Laabrnpost B^.elen tkwtm wib vir Gericht, sind um ein wichtige« Bew, «stück reicher. Aber auck Pr.vaw durstrn au« ttm Operngucker-Apparat Nutzen ziehen Mit einem solchen bewaffnet, kann man ein^schöne« Ge- sicht, «in, bübick, Seen, im Ldeater oder sonst einen Gegenstand, der Emern auf der Straße auffSüt, finden und feiner Sammlung einverleiben. - iMene Mene Zetel Uvharsin.) Du bist gewogen worden und wurdest zu leickt besunden! Diese« Schicksal wiederfuhr bei der b:e«jabriacn Neklutenmunerung einem militärpflichtig gewordenen Schneider in dem an der Iller geleg nen württem- bergischen Orte Dietenheim, Ober-Amt Ulm. Dieser Nadclheld wog nur 61 Pfund, Engisch. 3317) Attest: Wissenschaftlich geprüft u. begutachteteI . ‘ . -nt i Doppelkräuter-M&genbittor, jegp, | nach einem alten aus einem Benedictiner- f (öfter stammenden Recept fabricirt und nur ril en 8r°8 versandt von i ,C. PINGEL mdlttingn ^roo.Hannover, Der Benedictiner ist dis jetzt da« kost- - barste Hausmittel und hat sich deßhalb in fast jeder Familie eingebürgert. Der Benedic- nßÄS tiner iit aus den feinsten, auserlesensten 713 Kräutern .usammengesetzt, welche die Eigen- il vJ schäften besitzen, wohlthatig und erwärmend ? nur den Organismus emzuwtlken Der beste Beweis für die Güte des Beae- dlctiner sind die unzähligen Anerkennungen, in Cbeibapern benebtd: Gesundbeil wi d.rgcbracht ganz beseitigt und werde pfeblcn ic Engros-Lager in Frankfurt a M Ackerniaiiil’s Schlüsselgarn Rollenzwirne für jeden Gebrauch, die sich in Folge ihrer Egalität und Haltbarkeit in kurzer Zeit rasch eingeführt haben. Fabri kpr eise. Heinrich Zeise, FRANKFURT a. 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Mts., Lorrnitta-s 10 Ubr, soll auf dem Bürgkrmeisterei'Büreau zu Grüningen das AnstreiLen von Schulgeräthen, veranschl. zu 54,70 JL, öffentlich dmch Versteigerung in Accord vergeben werden. Grüningen, am 9. Mai 1881. Großh. Bürgermeisterei Grüningen. I. A-: S e u l i n g, (3307 provis. Brziiksbauausseher. Donnerstag den 12. Mai, Nachmittags 2 Uhr, sollen in ber Wohnung deS Vhtl. Moritz ÄraiHna am Nluenweg, eine grohc Anzahl Mobilien, altz: Schranke, Tische, Bett- werk, Sopba's, 1 eiserne Gelbkiste, 1 Mehlkasten, 1 Handwagen, sowie sonstige Hau«- unb Küchcngerathschaften freiwillig versteigert werden Gießen, 9. Mai 1881. 3298) Müller, ^)rtsgericht»maim. Mittwoch den 11. Mäi, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der FleN'schen Hofrailhe ver- stekgert werben: 1 Waichttsch, 1 Sopha, 2 Kommoden, 1 Nähmaschine, 1 Sekretär, 1 Nacht tisch, 1 Nähtisch, 3 Spiegel, 3 Schränke, 1 Bilb, 2 Kleiderschranke, 1 Branbkifte. 3305)Bauer, Genchtsvollzieher. Mittwoch den 11. Mai, VoimittLgs 10 Uhr, laffe eine Parthie alte- Bauholz, Bretter, Thüren, Fenster, Oefen, Ziegel u. s. w. gegen Baarzahlunq öffentlich versteigern. (3327 Wilh. Plank, Bahnhofstr. C-136. (2420 Feilgclwtencs. la. Kernseife per Pfund 38, bet Pf 10 Pfd billiger. Neue Xlldtjcs-Ijaringe einpetToffe^. (3326 G-g. Wilh. Weidig, Kochgeioehlrre rob, verzmnt unb cmaillirt, empfiehlt (2826 Wilh.. Seibert, Markiftr. Kettlaugenmehl, Waschk.tstall, Feinste ^et-stärke, ckkugelblau empfiehlt C’er Ersatz für Sardellen. Neue .Sarne((rnQeringe, per Pfund 70 empfiehlt 3310) S. Elsoffer, 205 Markrfiraße 205. Brauereiverkauf. Eine Brauerei mit Gartcn, großem Inventar und gutem Äbsatzgebier, in einem Lanbfiäbtchen (Eisenbahnttation) ber Pro- Di: z Oberhessen gelegen, ist unter günstigen Bedingungen für 12,000 X zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt I. Blitz in Gießen. 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Druck und Verlag der Brübl'schen Druckerei (Fr. ffbr. Vietsch) in (Hießen. 16 16 20 16 16 9 4 19-23 17-21 41—45 69-73 65 55-59 27 Ludwig Alter Darmstadt. Louis tiail Mäusburg. J. F. Ritsert, Vergolder, WaUthor A 136. 3188) Eine gesunde zweltsttllcnde Amme vom Lande sucht sogleich oder Ende d. M- Stelle. Näheres m der Exved. d. Bltts. 3218) E'ne Damenschneiderin sucht Be- schäftiguna. Zu erfragen in der Exped. Kleesamen, Grossamen empfiehlt billigst Vermischte Anzeige«. 3322) Die Klee-Ernte meines an der Steinkaute gelegenen Ackers zu verpachten. Earl Schwan, F-rma: (flebrü der Schwan. Möbelwagen. Anfang Juni gehen meine zwei größten Wagen von Gießen leer nach Darmstadt und können Möbel billig mitgenommen werden. möglichen Möbelarteu unter Zusicherung bester und elegantester AVaare sowie billigst gestellten Preisen bestens empfohlen. Grosses Lager in Kasten- und Polstermöbeln, Spiegeln, Teppichen, Vorhangstoffen, Gallerieen etc., Bettfedern und Daunen, Barchent, Drell u. s. w. 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Ein Kriegseittb- niß von S- Oswald -Schluß.) — Ein deutscher Kommandant in Afrika Von Wangenann. — Aus Schule und Haus. Von Dr. F. Fauth, Gymnasialoberlehrer zu Höxter. I. Der Schüler und das gesellige Leben — Em gefiederter Lchneider. Von W- Thiemann- M t Originalzeichnung von G- Mützel: Fregattvögel, die „Schneider" der Matrosen. — Am Familien- tische: Verantwortung Johann Friedrichs von Sachsen gcgrn Herzog Heinrich von Braunschweig (1539). — Bücherschau LXXXII. — Gesundheitsrath. Mit zwei illustrirten Beilagen: Die tune« fischen Händel. M't zwei Illustrationen: Ein Krunlir aus Tunesien und Porträt des Bcy von Tunis Mohamed es Sadok. — Umschau in fernen Landen. — Ein Meister des Chirurgie. Mit dem Bildniß von Professor Theodor Billroth. Fabrik & -Handln von Mroyyüte für Herren und Damen werden gewaschen, gefärbt und faconntrt. Muster liegen zur Ansicht bereit. Lehrling gesucht. Wir suchen einen mit den nöthigen Borkenntnissen versehenen jungen Mann in die Lehre.Grbr. 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