Mnfn Uu •beh i.lo, Hkldig. Än nJ<Ü? D°rritbia Maaß otrbra u,‘n Passen» in AuswaKl in ru den billigste ?r Heerz, g- luüffe, (hbach, p3l> lud), üh- ilntrrlagr- etc. Qr-nntrung. Wallach. rfdjmann: >til, 7 Ubr, im (8017 70 Pfennig. K. Rudolph, ort, Aula. - pevells W ule.___ N icgen fällt tu c i 62 Bf s e 5» d §- L- S d 2S 6L L? •R 0 ' ZS5 °u 5S Zorsta«^, ----1-2 AMll- IT«* &ss-*L*S ’ti ."flw ’ÄW Freitag den 9. Tecember 188 U. Nr. 287. Hichener "2(n;eiger Anjcigk- nni) Amtsblatt für hcn Kreis Gießen. ■ ■ ’ ' 77 7. . t " 77 ' P re i» viertellährlich 2 Mar? 20 Pf. mit vringerlohii. Bureau t Schulfiraße B. 18. Erscheint täglich md Ausnahme de» Montags. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pt. Amtlicher Hheil. Gießen, am 5. DecemLer 1881. Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden des RreiftS Gießen für 1882/83. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Grosiherzoglicden Bürgermeistereien des Flreises. Wir trinntrn bitjtnig«n von Jhnrn, welche noch im Rückstände sind, wledrrbolt an Slnsendnng der nidncirten Vvranscklägr binnen 8 Tagen bei Meldung von Strafe. Dr. Boekmann. Deutschland. Darmstadt, 7. Decemder. Se. KLnigl. Hoheit der Großherzog nahmen heute militärische Meldungen entgegen und empfingen Se. Erlaucht den Grasen Eberhard ,u Erbach-Erbach von Schlettstadt im Elsaß, den General, malor v Loos, Commandant von Mainz, d-n H-upimann Hermann, Gouver- nements-Adjutant von Mainz, den Justizrald Weiffenbach von Main,, den Pfarrer Wiener von Worms, den Pfarrer Noack von Wolfskehlen, den Lehrer Carillon von Waldmichelbach, den EtsenbahnbaumMer Roth, der. LtauonS- Vorsteher C-llarius; zum Vortrag den Ltaatsmwister Frhrn. v. Starck und den Geh. Sabine,srath Dr. Becker. Börsengeschäfte. Ter Reichstag beschäftigte sich in der zweiten Hälfte seiner MontagS- finung mit einer wichtigen Frage, mit der Besteuerung der Bör|eng-jchä|tk. Zu einer Einigung ist man nicht gekommen, nur der Abg. v. Wedell-Malchow bat erklärt, daß er sein« in der letzten Session mit Stimmengleichheit abge- lehnten Anträge aus Einführung einer proceniualen Börsensteuer (an Stelle btr jetzigen fest normirten) demnächst wieder einbringen werde. Der Eedank,, daß die Börse und die Börsengefchäste noch weit mehr, als bisher, nut Steuern belastet werden könnten, ift wohl so ziemlich Jedermann sympathisch, ausgenommen vielleicht den Börfenjobbein- »Die Börse kann weit m.hr Steuern zahlen", so heißt es überall, und das ist auch im Reichstage wieder- holt von alle» Seiten anerkannt und ausgesprochen, es handelt sich nur um die Form der Ausführung, die schw.r zu finden ist. Von den oeischiedensten Rednern des Hause» ist behauptet worden, daß bas jetzt bestehende Stempel- gesetz nicht die Börse, sondern die Privat^Capualisten träfe; freilich kann man da auch wieder fagen, daß «in Capiialist, drr große Glldgeschäst« macht und im Handumdrehen Summen gewinnt, dafür em« Steuer zahlen kann, die Hauptsache und auch di« Hauptschwi«ngkdr Wuih dtt! Borstnlpl«!« n unser Volk hineingekommen, und dir «normen Eumm-n, di« sei dieser Zeck in Dampf und Rauch aufz,gangen find, haben den Nationaiwohlstand auf das Tiefste aelckädigt. Daß diese G'ündungen aber noch immer fortgesetzt werden, als ob mchis geschehen sei, lehren di- Sr-igniffe uns.r-r Taz-, und es finden fich auck wwkiick immer noch Ihörich'e Menschen genug^d,e glauben, durch Börsen-Sp'culaiion-n schnell reich werden zu können. Gerade m d-n Sctun wird das Börs-n-Hazardspi-I faß am Sifrigst-n betrieben, und will man daher er-eraifd) dagegen Vorgehen, so nutzen nicht allem Steuern^ sondern nur durch areifende gesetzliche Maßregeln. Die Steuer bnrgt dem Lrtaat nur gute Em- nahmen, er!aubt dafür, daß den Staatsbürgern das Geld ?us der Tasche gezogen wird, und deshalb muß auch vor Allem hiergegen eine Abhilfe ge- troffen werden. _ Darmstadt, 6. Decembrr- Wir entnehmen der „Darmst. Ztg." : Wir haben dieser Tage eine Notiz drr Berliner „Pharm. Ztg." über eine im Großherzogthum getroffene Maßregel gegen das Geheimmittel-Umresen ge» bracht. Das dort erwähnte Au-schrelben der Großh. Mtnisterial-Abtheilung für öffentliche Gesundheitspflege, welche nicht bloS sür Apotheker von Intereffe ist, hat folgenden Inhalt: Ss ist wiederholt vorgekommio, d:ß in Ankündigungen und Ai Preisungen von Geheim- oder Schwindelmitteln m Inseraten oder Beilagen öffentlicher Blätter auch Apotheken des GroßhtrzogthumS als Verkaufsstellen für Die betr. Fabrikate bezeichnet wurden, obwohl die Apotheker keineswegs zugesagt hatten, sich mit dem Vertrieb der fraglichen Mittel befaffen zu wollen. In einer solchen wahrheitSwldrigen Annonce liegt die öffentliche Beztch» ^igung, daß der Apotheke seine Verpflichtungen und die sür ihn unter Strafandrohung bestehenden Vorschriften offen übertrete, rS liegt darin also eb e verleumderische Beeidigung des ApotbekerS, welche unzweifelhaft den Straf- brstimmungen der §§ 185 — 188 des ReichsstrafaesetzbucheS verfällt. Da sogar Reclawattonen der betr. Apotheker bei den Zeitungen oder htn Inserenten schon unbeachtet gelaffen worden find, in^solchem F^lle aber dem Apotheker nicht südlich zugen-uthet werden kann, die Sache im Wege der Privatklage weiter auSzutragen, während eS gleichwohl im öffentlichen Jnterefie liegt, die pflichttreuen Apotheker des Großherzogthums gegen tnsuriöse Auf» drmgltchkeit der Geheimmittel-Fabrikanten zu schützen, so hat Großh- Mmiste» rium deS Innern und der Justiz die Staatsanwaltschaft angewiesen, auf ergehenden Antrag deS betroffenen Apothikers aus Anlaß eine- derartigen In- seratS die Verfolgung des Inserenten und geeigneten Fall- deS RedacteurS de- BlatteS im Wege der öffentlichen «läge gemäß § 416 der Strafproc.ßorbnung In die Hand zu nehmen. Übrigens ist Seitens der Apotheker Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft erst zu erheben, nachdem eine Reclamation gegen da- Inserat auf privatem Wege, insbesondere auch bei der Ze.tungs'Redacrwn, erfolglos geblieben ist. m Darmstadt, 7. December. Der Abgeordnete Frnhe'r von Roroeck ;vi Rabenau hat unterm 30. November bei dem Bureau der zweiten Kammer folgencen Äntx. i übergeben: „Der Aufschub de- landwirthschaftltchen Prormzialv.rem- von Qberhesien bat in seiner Sitzung vom 5. Februar d. I auf Grund eingehender ttcmmifftoneputattim einstimmig nachstehende Erklärung in sein Sitzungsproloccll niedergelegt: 1) a. da- die Gefetzqrbunq im Großherzogthum in Beziehung auf Landeskultur, bezw. Ingrosiation, in der Rickttmo, das, He Wahrung der 6igtnibum6aed)ftl zwongswn'e durchgrfübrl Wird, dringend oer Reristoa und Zusammenstellung (Codificatien) bedarf; b. daß im Zusammenhang btnmil eine gesetzliche Neuregelung de- Geomelerweiens tn seinen Beztebungen zur Landescultur geboten erscheint; c. daß gute Dienste von einer Reugrstaltung der Orgamiation des grsammten LandeSkulturwesen- nur dann allgemein zu erwarten stehen, wenn dasselbe unter einhe tUch« Leitung einer Eom- mi'ston g«stellt wird, w'lcke ia erster Linie nicht Struerzwecke, sondern die Sicherung der (^igenthum-verhültnisse und die planmäßige technisch gute Durchsbhiunq der Landesmelioratron — eingeschlcssen Eon'olidation — zur Ausgabe erhält, ch mir erlaube, diese Erklärungen und Anträge zur Kenntniß hoher zweiter Kammer zu brmgen. stelle ich aus Grund derselben den Antrag: Hohe Kammer wolle Großh. StaatSre°,nung um Borlage eines das ganze Gebiet der Landeskulrurgesetzaebunq umfan ent en Gesetzesentwurfes ersuchen, welcher diesen bochwichtigen öigentianb in «nn^ten berechtigten Anforderungen der Landwirthschaft entsprechenden Weise zu regeln bestimmt ist.- Berlin, 6. Tecember. Tie Commission zur Vorberathung der Vorlage betr. die Gewährung eines Reichs-Zuschusses von 40.000,000 * an Hamburg hielt heute Vormittag abermals eine Sitzung ab. Die Absicht, heute schon tn die Lpecialberathung einiutreten, kam nicht zur Ausführung, da Fragen stark versonlicher Natur ziemlich geraume Zeit in Anspruch nahmen- Da die Mitglieder die Abncht ausgesprochen batten, Discretion hierüber zu beobachten, so verlauteten keine ^eta ls über Den Verlauf dieses Theiles der Debatte, die beroorgerusen wurde durch eme Beschwerde des Äbg. Dr. Wmdlborst über einen Artikel im heutigen Morgenblatte der^Nordd- Allg. Ztg ' für welchen er Genugthuung verlangt haben soll. Der Abg. Hanel hatte eine Reihe von Anträgen schrtstl'ch eingereicht, welche darauf abzielen, „Hamburg vor dem Bundesrath zu schützen". Zu diesem Behufe soll auch der Ittel des Gesetzes geändert ' und dasielbe -Gesch, betreffend den Zollanschluß Hamburgs", genannt werden. Es I sind im Ganzen acht Paragraphen, welche dem Regierungsgesetzentwurfe voraus- geschickt werden sollen und welche in der nächsten Sitzung zur Berathung gelangen sollen. Als positives Ergebnch der heutigen S'tzung ist Folgendes zu berichien: Es wurden, um die Debatte endlich in einen feiten, geregelten Gang zu bringen, die nachstehenden vier Punkte sestgesteUt, welche der Reche nach besprochen werden sollen: 1) Welche Vortheile sind nach der praktischen Gestaltung des überseeischen Ex-- port- und Jmporthandels aus der Möglichkeit umfassender Waarenlager zu erwarten? Inwiefern hat insbesondere die bisherige Zolloeieinsmederlage den Bedürfnissen nicht entsprochen und welche Folgerungen sind aus der bisherigen Benutzung derselben für die an umfassende Waarenlagerung in Hamburg geknüpfte Erwartung zu ziehen? 2) Welche Veränderungen werden durch die neuen Zoüeinrichtungen im Vergleich zu den jetzt bestehenden Zolleinrlchtungen (Kaiser!. Hauptzollamt) entstehen und zwar dergestalt, daß dieselben Vortheile I. für den Export aus dem Inland: seewärts, II. für den Export über die See nach dem Jnlande neu begründen? 3) Welche Vortheile ergeben sich aus dem Zollanschluß Hamburgs, abgesehen von 1 und 2 insbesondere rücksichtlich I. des Hamburgischen Consums, II. des Transitverkehrs, III. der Fabriken, Gewerbe, Detailhandel und welche Rückwirkungen sind hiervon auf die angrenzenden Gebiete, msbesondere Altona, zu erwarten? 4) Finanzielle Seite der Frage (Bremen).s Durch Klarstellung dieser Fragen hofft man endlich die ausreichende, erschöpfende Antwort auf die Hauptfrage: Ob denn der Zollanschluß wirklich die Opfer werth sei, zu erlangen. Berlin, 6. December. Bekanntlich lag dem Reichstage in der vorigen Session ein Gesetzentwurf vor, welcher eine Abänderung des § 35 der Gewerbe» ordnung dahin in Vorschlag brachte, daß die Ausübung des Gewerbes von Tanz-, Turn» und Schwimmlehrern, sog. Volksrn wälten und Winkelconsulercken. Trödlern, Gestndevermiethern und Auctionatoren untersagt werden kann, wenn Thatsachen vorliegen, welche die Unzuverlässigkeit des Gewerbetreibenden in Bezug auf den Gewerbebetrieb darthun. Diese Vorlage kam wegen Schluffes des Reichstags im Plenum nicht mehr zur Erledigung. W e jetzt verlautet, wird der Entwurf nicht für sich allein, sondern als Theil einer Novelle zur Gewerbeordnung dem Reichstage wieder vorgelegt werden. — Ueber die gestern Abend stattgehabte Besprechung der Delegirten der drei liberalen Fraktionen wurde Verschwiegenheit gelobt. Da es sich gestern Abend um den principiell wichtigsten Punkt der Reichsversicherungs-Anstalr handelte, über welche die Meinungen zwischen den Rationalliberalen und den beiden anderen Gruppen am weitesten auseinandergehen, so kann es nicht Wun der nehmen, wenn durch diese plötzliche Discretion in manchen Kreisen die Hoffnungen auf daS Zustandebrlngen eines gemeinsamen Elaborats sehr herab gestimmt worden sind. Berlin, 6. Decbr. Hohen Orts ist jetzt der Befehl ertheilt, schleu» nigst mit der Schleifung der Festungswerke von Sonderburg (Düppel-Alsen) zu beginnen, und zu diesem Behufs ein Commando Pioniere dahingesandt, welches das Zerstörungswerk in Angriff nehmen soll. Belgien. Brüssel, 6. December. Der Pfarrer des Dorfes Meix devant Virtoi. in der Provinz Luxemburg, Baltus mit Namen, ist seit mehreren Monaten aus Reisen, um von Stadt zu Stadt den vom Parlament mit der Schul Enquete beauftragten Abgeordneten zu folgen und deren Verhöre zu überwachen. Da er darüber sein eigentliches Amt daheim vollständig versäumte, so bat ihm die Regierung sein Pfarramt entzogen. Der Bischof von Namur, Msg. Gravez aber ist über diese staatliche „Gewaltthat" $o erzürnt, daß er über daS ganze Kirchspiel Meix das Jnterdict verhängt, d. h. jede gottesdienstliche Handlung, Meflelesen, Taufen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen verboten hat. Deutscher Reichstag. 12. Sitzung vom 7. December. Am Bmwesraihstische. D Bötticher, v. Stosch und Kommissare. Präs. v. Levetzow eröffnet die Sitzung um l1 /4 Uhr. Das Haus setzt die zweite Berathung des Etats mit der über den Militär-Etat fort Im Ganzen beantragt die Budget-Commission, diesen Etat um 900,000 zu ermäßigen. Die vorgeschlagenen Ermäßigungen, resp. Streichungen werden ohne Debatte vom Hause angenommen und die einzelnen Positionen bewilligt. Rur die Position bezüglich des Kassenwesens der^Werftarbeiter gibt dem Abg. Hirsch Veranlassung, das ganze System dieser Kassen für verfehlt zu erklären. Die Werftarbeiter verlangten nicht nur Machtw-Uen seitens der Marineoerwaltung, sondern im Verhält- niß zu ihren Pflichten auch Rechte. Die Beiträge zu diesen Kassen würden von den Arbeitern getragen, trotzdem hätten die Letzteren kein Recht auf Unterstützung, sondern in den betreffenden Statuten wäre nur festgesetzt, daß ihnen Unterstützungen gewährt werden könnten, die Bestimmung hierüber läge in den Händen der Werftdirectoren. (vr empfehle diese Umstände der wohlwollenden Erwägung der Verwaltung. Redner geht dann näher auf specielle Kieler Verhältnisse ein und berichtet, daß erst kürzlich eine Lohnreduction von 60 $ pro Tag statigefunden habe. Chef der Admiralität v. Stosch weist darauf hin, daß die Löhne der Arbeiter sich nach den Markt-Verhältnissen richten müßten und danach rebucirt würden. Die Verwaltung der Kassen würde den Händen der Arbeiter nicht anvertraut, weil man sonst sicher fein könne, daß man mit dem vorhandenen Gelbe nicht auskommen würde. — _. Abg. Dr. Hirsch führt dagegen aus, bat; gerade in jetziger Zeit in andern (btaatSs uno Pnvatanstalten die Löhne erhöht worden seien und dieser Analogie nach auch auf den kaiserlichen Wersten statt rebucirt vergrößert worden sein müßttn. Er fordere für die Arbeiter keine alleinige Verwaltung der Kassen, sondern eine Mit- Verwaltung durch dieselben. Die allgemeine Erfahrung zeige, daß die durch die Arbeiter verwalteten Kasten billiger verwaltet würden als diejenigen, welche obere Kreise leiteten. (Sr spricht den dringenden Wunsch aus, daß diese Verhältnisse bis zum nächsten Jahre seinen dargelegten Verhältnissen gemäß geregelt würden. Chef der Admiralität v. Stosch beharrt auf seinen Principien, welche er sich bei der Regelung der Lohne gebildet habe. . ^botte wird hierauf geschlossen und werden auch die einmaligen Ausgaben des Marine-Etats bewilligt Es folgt die Berathung über den Post-Etat. Die Einnahmen werden ohne Debatte genehmigt. Bei der Berathung über die Ausgaben regt Abg. Stöcker die Frage der Sonntagsruhe der Postbeamten an. Diese Ruhe sei nicht nur nöthig, um die sittliche Grundlage des Volkes zu erhalten, sondern auch um die Gesundheit der Beamten nicht auf bie Probe zu stellen. Einmal müßte den Beamten von rechtswegen eine regelmäßig wieberkehrende Sonntagsruhe gewäbrt, bann bas Ausfahren der Packete am Sonntag verboten werden. Man versucht jetzt sogar, auf dem Lande am Sonntag Briefe aus- tragen zu lassen, diesem Versuche werd- hoffentlich mit Erfolg emgegengelreten werden können. Vielfach seien Petitionen eingegangen, welche diese Art der Brickbestellungcu abgesckaffk zu seheti wünschten, es liege im gelammten nationalen Interesse, daß die Sonnragsiuh wiederkehre. Er wolle nicht den englischen puritanischen Sonntag, sondern den alten deutschen wieder emgefübit wissen, um auch den Postbeamten Freude' an ihrem Familienleben wiederzugeben. (Beifall rechts.) Director im Reichspostamt Dr. Fischer eiLnnt di. sittlichen und volkswirthschaftlichen Forderungen des Vorredners an, muß jedoch behaupten, daß den Postbeamten regelmäßig alle drei Wochen ein freier Sonntag geboten würde. Packete werden allerdings des Sonntags in Berlin ausgefahren, jedoch in beschränktem Maße. Was den Postverkehr auf dem Lande betrifft, so müsse er hervorheben, daß die Landpoübriesirag-r jeden zweiten Sonntag frei waien und auch an dem e nen, an dem sie beichämgt waren, angewiesen seien, den internen Dienst ruhen zu lassen. Man müsse n ben den kirchlichen auch die Interessen des Verkehrs berücksichtigen. (Beifall links) . _ m Abg. Lingens: Die ganze Frage spitze sich zu der Alternative zu. ob die Ansprüche des Berk.hrs ober der Kirche die überwiegenden seien. Er und seine Partei bekenne daß ihnen die sittlich n Momente die des modernen Verkehrs überwögen. Abg. Richter ist der Meinung, daß. bevor man unlösbare Probleme für die Gesammtheit der Arbeiter aufstelle, der Staat doch erst für die Seintgen sorgen solle. Allerdings habe er aus den an ihn gerichteten Berichten der Postbeamten er fthen, datz ihnen weniger die Beschäftigung am Sonntag als andere schwer ficken. Der Verkehr könne am Sonntag nicht still liegen, jedoch halte er es für möglich, daß den Postbeamten öfter Freiheit gegeben werde, als nur am dritten Sonntag Wolle Herr Stocker die Postbeamten n dem Hauptgottesdienste anwesend sehen, so könnten ja die evangelischen Prediger ebenso w'e die katholischen früh Morgens Gottesdienst abhalien. In der Grnndanschauung, bie Sonntagsruhe zu sörbern, )iimme er mit dem Abg Stocker überein, jeboch müsse man auch bem bürgerlichen Leben Rechnung tragen- Positive Vorschläge zur Besserung habe er in bem Vortrage bes Herrn Stöcker nicht gefunden. w Abg. Reichensperger (Crefeld) empfiehlt auch in Deutschlanb bie Somrtags- herlrgung Englands einzufüyren, wo das Publikum sich ganz gerne den Verkchrs- b.schränkungen füge. Hierauf wird die Debatte geschlossen und bie Ausgaben werden ohne roc tere Debatte bewilligt und die Einnahmen der Reichsdruckerei genehmigt Es folgt der mündliche Bericht der Budgetkommission zum Extraordinarium des Reichsschatzamtes. Die Comm ssion schlägt vor, zum Bau eines Kaiserpalastes in Straßburg als erste Rate (Terrainerwerb und Projectbearbeitung) 71,200 JL m bewilligen. 8 Referent Abg. v Benda legt bem Hause bie in ber Commission über bie Frage geführten Verdanblungen vor Die Commission habe ein solches Gebäude für durchaus nothwenbig gehalten, aber bie Kosten bafür theilweise weder der Stadt Straß- buig, noch Elfaß-Lolhringen aufbürden zu können geglaubt, weil es sich wesentlich um eine Repräsentation des Reichs handle. Mit allen gegen 3 Stimmen empfehle die Commission die Annahme der Vorlage, hebe jedoch auf das Bestimmteste hervor daß das Haus sich durch Annahme der Position nur moralisch zum Bau verpflichte' die Ausführung des Baues bleibe seinem späteren Beschlüsse vorbehalten. Abg. Köhl verwahrt sich zunächst gegen Auslassungen der officiösen Presse Elsaß- Lothringens, welche diese Frage zu einer Loyalitätsfrage zu machen suche. Die Ausführung eines solchen Baues fei, vom praktischen Gesichtspunkte betrachtet, nicht noth. w.ndig da im Straßburger Präfecturgebäude genügende Räumlichkeiten vorhanden Men, auch sei das Reich nicht in der Lage, so große finanzielle Opfer jetzt darzu Äbg. Petersen bestreitet es, daß genügende Räumlichkeiten für die kaiserliche Familie in Straßburg vorhanden seien und find t die Opfer in dem Falle. ro:e vorliegende, nicht unerschwinglich. Hierauf wird die Diskussion geschlossen und die geforderte Summe mit großer Majorität (nur die Volkspartei stimmte dagegen) bewilligt. Damit ist die Tagesordnung erledigt Außer der Tagesordnung beschließt bas Haus, baß ein gegtn ben Abgeordneten v. Chlapowski eingeleitet!s Strafverfahren eingestellt würde. Der Präsident schlägt oo bie nächste Sitzung Freitag 1 Uhr zu halten und auf bie Tagesordnung zu setzen ' Erste und zweite Beratbung des Gesetzes, betr. die Controle des Reichshaushalts von Elsaß'Lothringen, erste und zweite Berathung des Gesetzes, betr. die Berufsilatlstik und Wahlprüfungen. Rach einer Discussion zur Geschäftsordnung wird bie zweite Berathung des Entwurfs, betr. die Berufsstatistik, ausgesetzt. Schluß 4Vr Uhr. Telegraphische Depeschen. Wolff'S tclegr. Correspondenz» Bureau. Berlin, 7. December. Der Kaiser ertyetite heute Nachmittag beni aus Petersburg eingetroffenen östetreichische» Mims^r Graf Kalnoky Audienz. — In einem „Was die l-tzlen Reden des Kanzlers bewiikt haben" betitelten Artikel srgt die „Prov. Correip.", anknüpfend an die Absicht des Fürsten Bismarck, für die Pflege des monarchüch-n Pr ncips und die Erfüllung Der nationalen Ziele sich auch aus das C ntrum zu stützen: Den Kampf fort, setzen, das könne nur die Leioeiffchaft der Parteien fordern, welche den Kampf mit der Kirche als solcher wollen und die Regierung auch in den bisherigen Streitigkeiten nur unterstützt haben, weil sie dieselbe zu ganz anderen Zielen mit fortzureißen hofften Die Trennung von St tat und Kirche und die Trennung von Schule und Kirche durchzuführen, sei niemals die Absicht der Regierung gewesen, als letztes Ziel des Kampfes se. stets der dauernde Friede mit der Kirche bezeichnet worden. Man stehe jetzt am Beginn der ersehnten Aera des kirchlichen Friedens., Fürst Bismarck erwarte jetzt, wo die Abwehr nach jener Seite nicht mehr in dem gleichen Maße erforderlich sei, daß in dem nun entbrennenden Kampfe deb Unglaubens gegen den Glauben überhaupt die evangelischen wie d e katholischen und alle ernsten Christen mit der Regierung zu- iammenstehen. Die großen leiteten Gedanken, welche Fürst Bismarck in dm Reichstagssttzungen der vorigen Woche als die Grundlage seiner Politik a.fge- stellt, würden eine belebende und stärkende K>aft haben und alle ernsten Ge ster vereinigen zunächst u>.d vorbehaltlich gemeinsamer posit'ver Schöpfungen zum Kampfe gegen die forlschrittlichen kirchenfe.ndlichen Bestrebungen, welche nicht blos für die Kirche, sondern für die nationale Einheit und das monarchische Princiv aleich a-sährlich seien. Köln, 7. Decembrr. Die „Köln. Ztg." meldet aus Petersburg vom 6. ds.: Es wurde Hierselbst eine Bande von 15 Mann aufgehoben, welche mit vollständigen Osficiers-Uaiformen und Georgskreuzen versehen war und sich jedenfalls übermorgen am Georgsfeste betheiiigen wollte In Folge dieser Entdeckung sind außerordentliche VorstchtLmaßrezeln getroffm worden, um einem Putsch vorzubeugeu. London, 7. December. Die Admiralität hat dem engl scheu Kriegsschiff ^Philomele" in Zanzibar den Befehl e cheilt, die Pcmba.Jnsel, bei welcher der Krmpf zwischen dem Kriegsschiffe „London" und einem Sclaven- schiffe stattfand, zu blokiren. Pesth, 7. December. Der „Pcsther Lloyd" erklärt, der versöhnliche Ton, den die russische Preffe nunmehr gegenüber Oesierre ck-Ungarn anschlage, habe nicht geringe Befriedigung hervorgerufen. Die Preffe Oesterreich Ungarns werde nicht anstehen, die Höflichkeit der russischen Journale mit gleicher Münze zu erwiedern. Wenn die „Nowoje Wremjr" ve.fichere, daß Rußland mehr als andere Staaten in Frieden . zu leben wünsch- und die Verträge achten wolle, so enthalte diese Versicherung Alles, was Oesterreich jemals von Rußland verlangen könne und verlangen werde. Der „Lloy'^" begrüßt schließlich mit G-nugthuung di- eingetretene Wendung in ber Sprache der russischen Journale und spricht die Hoffnung aus, daß dieses Verhältniß von langer Dauer fein werde. Lokales. Gießen, 7. Dezkmber. Der Verein „Concordia" hat soeben wieder eine Zusammenstellung der Löhne, Lebensmitrel- und Wohnungspreise aus einer großen Anzahl Städle pjMlri|fr ^4, ’6[e«ufl u, N-" k;}„ ft*«" tr h-kn. j* 8Ud>, b«6^ LS*'Ä Bitten ji h,. "k"st abba[|en w'l bcm ?"unfl tragen. 1 Stöcktt nicht ^onntart: bZrp°lafkk4 in /ÖO X ju bt: übtr die y:age iub< für durch. Stadt Straß: wesentlich um n einpftbk die !te heroo-, daß ttlpflichle, die 'Presse Elsaß: he. D>e Äu4: tet, nicht notb- ten vorhanden >fer jetzt barju c die kaiserliche Falle, wie der ime mit g-oßer : die Tagesord n Abgeordneter- ent schlägt do-, nung zu seyen i zhaushaltd von usgitatlstik und die zweite Pe- p* nhmittüg htm fjiofp äubm ’.t haben" be« W drS W die Tfiülluag n Kamps fort* che den Kampf den bisherigen anderen 8l" Politik aufge- ernsten Tester *gs deri^-9 °°° hob», ®“X i war unt !® n Folg- k"f“ d», tl""” a-ich« -A» s>'.s OTtfT d m Datum M 1. Ottober brraulflfgfbtn. Wir entnehmen au« tiefer mit grobn ®?üb» und Sorgfalt flefntkttn Lud'lle di« Alffern für unsere Stadt betau« 6« erbulten btt uns Bauarbeiter unv »»« Voller« bet 9— lOtzündtge, Srbeltszttt 19— 21 .sL WoLevlohn, Grellen und Handlanger bet derselben Arbetttzrik 14—18, bezw. 9 — 11 4U X. Schreiner-, Schlosirr«. S—28 per Kubikmeter nortrt. — Auf dem gestrigen Jahrmarkt« wurde rin Mann aus Krofdorf verhaftet, weil er von «mem Warktstande ein wollenes Hemd gestohlen hatte. __ Gestern Abend wurde ein junger Wann von Offenbach wegen verschiedener Zech» Prellereien, verübt in hiesigen Wirthschaften, verhaftet. Gingesandt. rritberverrtn AlpenrösLen eoncertirte am Dienstag Abend »um Besten der Kleinkinder :B«wahranstalt .n Wenzels Ltabliffement Di. Leistungen des Vereins waren wie ausae.eichnet, die särnrntlichen, sehr gewählten Piecen, wurden mit großer Shari ton aulfleftbrt. Leider war da» Loneert nicht so besucht, wie dies bei dem Bist,eben des Jilbm Vereins, keine Mühe und Kosten »u scheuen, um dem Publikum Schönes zu bieten, zu wünschen gewesen wäre. Handel und Verkehr. Frankfurt, 7. Dezbr. (Marktbericht). Der heutige Hev» und Stroh markt war gut befahren. Heu kostet« je nach Qualität der Etr. X 4 00—5.50, Stroh X 4.00—4 20, vuaer 50 tuo X 90-00, im Detail 1. Qualität das Pfund X 1.20-00. 2. Qualität das Pf. 1.10-00, Lier das Hundert 6.00—7,00. OLsenfleisch per Pfun: 60 70 4 Kuh , Rind und Farrcnfieisch 40—55 4» Kalbfleisch 40—55 4, Hammelfleffch 35—65 -5 Schweineäeifch 70 80 4, ein Hahn X 1.80—2.20, ein Hnhn X 1 60 2.00 «ine Ente X 2 50 3.00, eine taube 50- 60 4, «ans X 5.00- 9.00, Hasen la« Stück X 2.50—3.50, Poularden X 2—2.60, Rebbock da« Pfd. 70—80 4, Kapaunen X 2.50-3, Dälscher Hahn X 9—12, Kartoffeln 100 Ko. X 3.50—5.00, Koh.kraut 20 4, Blumenkohl 1 St. 20-50 4, Wirstng 00- 00 4, »eiberüben 1 Bund 00-0 4, Zwiebeln 1 Bund 0 4 Sellerie das Stück 30—00 4, Meerrettig 1 Stück 10—15 Spargel da« Pfund 30 4, Romain-Salat 0o—00 4, Endivien 10 - 0 4, Roihkraut 15—20 4, Weißkraut 10—12 4, «rtischoken 00 00 4, drbfm da« Pfd. 00 4, Bohnen 100 Pfund 0-00 x. Kartoffeln das Gescheid 0-00 4, da« Malter X 3 00— 5.00, Kopf-Salar 00 4, Spinat 00—00 4. Schnittlauch da« Sebund 0 4' Kohlrabi per Stück 3—-5 4 Limburg, 7. Dezember (Fruchtmarkt.) Rother Weizen .* 20.30, Weißer Weizen X OO.CO, Korn X 15,60, Gerste X 10 70, Hafer, X 8.25, Erbsen X 18X00, Kartoffeln 50 Kilo X 0.00. (Durchschnittspreis pro Malter) Frankfurt a M., den d. Deidr , Nachmittag« 2 Ubr — Mm. (Telegr. Uou.Sbcr'cht Mttgctheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in (Siehrn.) Crcdtt« aetkn 315%, SkaatSd.- icften 287, Galizier 268T/e, Oeft. Silberrenke 66’4, -1°/, Unaar. (Rolbrente 777A, 4% 1880er Russ.n 732/b, 2. Orient-Anleihe 59, 5% Rumänisch« Rente 89, Lombarden 132V,. Tendenz matt. Drod-, -Speise- etr. firftrung. 8041) Die Lieferung deS BrodeS, der warmen Speisen und des Strohes, sowie die Wäsche für die Gefangenen des Provinzialarresthausks dabier soll für die Dauer des Jahres 1882 im SubmifstonSweg vergeben werden. Offerten find bis zum 20. d. Mts., verschlossen und mit bezüglicher Aufschrift versehen, bei dem Unterzeich- utten tinzurnchen. Die betreffenden Bedingu''gen können täglich während t «r Bureaustunden auf der Kanzlei der Staatsanwaltschaft (Zimmer Nr. 44 de-Justizgebäudes) eingesehen "erden. Gießen, den 6. Dezember 1881. Der Erste Staatsanwalt o n Gr. Landaericht d. Proo. Oberheffen. Zimmermann Keitzeöoknes. 8054 > Eine neue Sendung Palmen, foant blühender Topfpfiavzen ist eins troff n. Ihmii'iur2'lumen-Bazar, 2'ahnbosst Gemischte Erdheer-" per Pfund 50 empfiehlt (8046 Carl Schwaab’s Delicatessen- _________Handlung. A!)orn-?aubsägchofi tmpfi blt billigst (7990 Louis Lony, Holzwaarenaescbäft. 7975) Emen dochfeii cn Epicgelscfrrank, «ine Hrnndkifte, sowie eine Parthie sonftigc . Model babe rch in Auftrag preis würdig zu verkaufen. ______ H. Werner, Dismarckstraße. Teppiche empfehlen in schöner Auswahl (8050 Gebe. Scheel, Neustadt. 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