Samstag den 8. Zanuar 1881. Meßener MnMger Anzeige. »»!> A«jsd!iitt fir hre Kreis Gieße«. Hebartionfr bureaw r ^rPeditiontzbureo« r Echulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf mtt Bringe. lotzL Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 W. Amtlicher Theil. Betreffend: Die regelmäßigen Ergänzung-Wahlen zum Kreistage des KrelseS Gießen. Bekanntmachung. Bei den im November v. I. stattgehabten regelmäßigen Ergänzungswahlen zum Kreistage des Kreis,s Gießen, welche von dem KreiS-AuSschusse nicht beanstandet worden find, wurden gewählt: A. Don den Bevollmächtigten der GemeindeDorstände: 1) Im II. Wahlbezirk (Großen-Llnden) Herr Heinrich Velten III. von Großen-Linden. 2) V 11L n (Staufenberg) ff Karl Geißler von Lollar. 3) w VI. ff (Steinbach) ff Bürgermeister Dern von Hausen. 4) ff IX. ff (Hungen) ff „ Bopp von Bellersheim. 5) n X. ff (Langd) ff „ Ronthaler von Langd. 6) ft XI. tf (Glünberg) ff „ Pracht von Grünberg. 7) ff XII. ff (Londorf) ff Karl Kl lebe von Lordorf. B. Don den 30 Höchstbesteuerten: 1) Herr Rechtsanwalt Dr. Muhl in Gießen. 2) „ Fabrikant Ferdinand Gail in Gießen. 3) „ Adolf von Nordeck Freiherr zur Rabenau in Friedelhausen. Gießen, am 3. Januar 1881. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Das Dagantenthum. IL Die Maßregeln gegen das Vagantenlhum werden nach zwei Richtungen hin zu sondern sein. Zunächst wird eS sich darum handeln, das Elend der Ez.stenzlosen während ihre- vogirenden Leben- zu mildern und dadurch zu verhüten, daß sie tiefer, als unvermeidlich, sittlich sii.krn, und dann muß daran gidochl werden, sie wieder in geordnete LebeuSverhältnisie überzuführen. In erster Beziehung kann man eS durchaus billigen, wenn der Gruncsatz auf- gestillt wird, daß der Bettel unhrbtüdt werden müsse, und daß allerorts Anstalten getroffen weiden, wo die wandernden Bedürstigen eine ausreichende TageSnahrung und Nachtquartier erhalten. Daß dafür Arbeit gefordert werden trfifit, möchte zu bestreiten fein, weil gerade die arbeilfuchenden Vaganten dadurch gehindert würden, den Ort, wo sie keine Arbeit finden, rasch zu verlassen, um einen andern auszusucher. Die Zeit ihrer Anwesenheit an einem Orte wird für sie vortheilhaster duich die Bemühung um eine regelmäßige Arbeit ausgesüllt, als durch die Anspannung zu einer gelegentlichen Bcichäfn- gung sür die ihnen verabreichte Gabe. Dagegen würde es sich allerdings empfehlen, wo eS möglich ist, eine productive Verwendung der unverwandt stuctuirenden Arbeitskraft zu schaffen, dies zu thun; aber man übe keinen Zwang zur Arbeit, sondern stelle eS dem Vaganten frei, sie zu leisten und dadurch wenigstens sür einige Zeit der Pein des LanbstreicherthumS überhoben zu sein, sich zu kräftigen oder Kleidung zu verdienen. Wenn eine solche Organisation allgemein, d. h. in allen Orten, in Dörfern und Städten ringesührl ist, und diese Thatsachen zum sicheren Bewußtsein des Volke- gekommen find, dann wird man auch nicht mehr nöthtg haben, über übel angebrachte Privat- wohlthätigkett zu klagen. Man weiß dann, daß sür die Armen das Nölhlgste gesorgt ist. Jetzt hat man ein gegründetes Recht, an der Zulänglichkeit Der durch die Antibertelvereine gereichten Unterstützungen, namentlich tn Rücksicht auf das platte Land, zu zweifeln und man rddn darum dem Bettelnden lieber einen Pfennig mehr, als ihn abzuwersen. Wenn die Vaganten überall eine spärliche, aber doch ausreichende Unterstützung durch Lebensmittel und Quartier finven, dann fällt auch für die nicht aus purer Arbeitsscheu und vernichteter Sittlichkeit Bettelnden der Antrieb und die Ncthwendigken deS Bettelns fort. Diejenigen, welche dann noch betteln, w ächten allerdings die Hefe des Vagan- tenthumS repräsentiren, und man hätte eine schärfere Unterscheidung zwifchen Würdigen und Unwürdigen bewirkt, als es durch die sorgsamste Eontrole von Legitimationen und dergleichen möglich ist. Dann kann man den Betrel auf das Schärfste strafen und der Strafe Arleuszwang an die Seite stellen. Erniedrigende Behandlung, die natürlich keine roh brutale und aufreizende sein darf, ttäfe dann nur Diejenigen, die sicy selbst erniedrigen und nicht wie jetzt auch solche, welche im Grunde unverdorben find. Die Aufbringung der Mittel für eine solche Organisation erforderte eine so umfangreiche und stetig andauernde Betheiligung der Privaten, daß rs mehr alS zweifelhaft erscheint, ob fie auf dem Aege privater Vereine zu errröglichen ft in wird. Sicherer erscheint es uni, wenn die Communen die Sache amtlich in die Hand nehmen und nötigenfalls durch eine Sonde st-uer, die für den Einzelnen unbedeutend sein, ihn aber ron dem viel kostspieligeren Almosenspenden entbinden würde, die Bedürfnisse decken. Die Verwaltung des Institutes kann keine rein ö tliche sein, west die kleinen Communen und namentlich die Dörfer dadurch möglicherweise unveihältnißmäßig belastet würden und weil die Art der gewährten Hülfe dann eine zu ver chiedere sein möchte. Beffer möchte es sein, wenn die Communen einen District, etwa eines I Kreises eine einheitlich geleitete Eentralkafie bildeten, auS der die lokalen HülfS- institute die Mittel für die Erfüllung ihrer Pflichten zugecheilt erhielten, und wenn von der centralen Verwaltung einheitliche Grundlätze in der B Handlung und Unterstützung der Hülfesuchenden den Lokaloerwaltungen ausgeprägt würden. Nebenher mögen ja private Vereine und gewerbliche Verbände sehr vorthetl- hast wirksam fein können, die Sicherheit des Institutes aber muß durch eine central'.stische Organisation mit sicheren Einnahmtquellen gewährleistet sein. Eine sehr wichtige Aufgabe ist eS ferner, dnß mit dem Institute auch ein Arbeits Nachweisungs Bureau verbunden wird, von dem aus eine Ueberficht über die Arbeitsaussichten Im Kreise und eine rasche Verfügung über die Unterbringung der Arbeitnachsuchenden möglich ist. Hier wird daS Feld der VerttnSibättgktil des Gewerbtreibenden fein, durch welche die Bildung eineS solchen Arbtits-NachweisungS-Bureaus allein möglich ist. (Schluß folgt). Deutschland. Darmstadt, 6. Januar. Seine König!. Hoheit der Großherzog find heute Nachm trag 1 Uhr 35 Min. von Karlsruhe zurückgekehrt. Berlin, 5. Januar. Wie wir bören, hat der Gesetzentwurf, betr. die Versorgung der H nterbliebenen der Reichsbeamten, über welchen der Bundeirath in nächster Zen B.schluß fassen wird, in den zuständigen BundeSraths- AuSschfiffen erhebliche Memungs-Differenzen hervorgerufen. Dieselben beziehen sich namentlich auf die Bestimmungen des Entwurfs, wonach die Beamren verpflichtet sein sollen, 3 pCt. des penfionsmäßigen Diensteinkommens als Ber- ficherurgeprämle zu zahlen, fotote daß nur den verheiratheten Beamten diese Beitragspfl cht aufiueilegen ist. Die preußische Regierung ist entschieden für Festsetzurg des Beitrags von 3 pEt., wogegen die württembergische, unterstützt von mehreren anderen Steuerungen, 2 pCt. beantragt hat und die Bet- tragSpfl cht auch auf die unveiheiraiheten Beamten ausgedehnt wissen will. Bis j'tzt hat die letztere Ansicht im BundeSrathe entschieden die Majorität sür sich. — Vor einigen Wochen meldete eine corseroative Zeitung, daß der siüber angekündigte reichSkanzlerische Entwurf einer großen Albeiterversicherung zurächst nicht zur Ausführung gelangen, sondern vorher sich auf eine Reichs- Unfallversicherung beschränken werde. Wie jetzt auch von der „Nat.-Liber. Corresp." m,tgethri!t wird, ist für die nächste Zett nur ein Retchs-Uufalloer- fidimngg Gesetz zu erwarten. Die Unfallversicherung soll eine Zwangsver- ficherung sein und das Reich von den Beiheiligren die Beiträge etnziehen wie auch ouszahlen. Zugleich soll damit die seit längerer Zeit im Reichstage gewünschte Revision des Haftpflichtgesetzes veibunden werden und die jetzt dem Arbeiter obliegende BeweiSlast beseitigt werden. Berlin, 5. Januar. Die deutsche Marine soll einmal zeigen, daß der deutsche Staatsbürger überall im Auslande, und sei es selbst an den Küsten Afrikas Schutz findet. Die Admiralität hat nach Vernehmen mit dem Auswärtigen Amt die Entsendung eines Kriegsschiffes' nach der Westküste von Afrika angeordnet, um die Kroo Neger wegen der Plünderung des dort gestrandeten deutschen Dampfers „Carlos" und wegen der Mißhandlung der Mannschaften desselben zur Rechenschaft zu ziehen. Die Dampf. Corvette „23 cioria" ist mit diesem Erecutioi.s-Commando betraut worden und wird zur E-ledigung desselben der Crpitän vom „Carlos" dir Fahrt der „Victoria" mitmachen. Die kleine Action, deren Gelingen nicht zweifelhaft fein kann, ift im Jr teresse ebensowohl aller im Auslande lebenden Deutschen, wie auch der deutschen Seeschifffahrt willkommen zu heißet-. Im Uebrigen ist <ö Angesichts der Vorgänge tm Transvaal ganz wünschensu-enh, daß ein Deutsches Kriegsschiff dem Schauplatze der dortigen Eretgmffe verhältntßmäßig näher ist. Im weiteren Verlaufe der BoerS-Erhebung könnte eS immerhin dazu kommen, daß außer den Holländern noch andere Nationen ihre Stimme und ihren moralischen Einfluß zu Gunsten der europäischen Abkömmlinge tm Transvaal erheben. — Man bestätigt, daß noch vorgestern die verschiedenen Gesandten der Mächte in Aihen Unterredungen mit oem Minister des Ausmärttgen wegen des Schiedsgerichts-Vorfchlages hatten. Herr Kumunduros habe unter dem Hinweis auf den b.kannten Standpunkt Griechenlands wegen der Beschlüffe der Berliner Conferenz eine entscheidende Antwort seiner Regierung Vorbehalten, biS ihm die Einzelheiten und Bedingungen des Vorschlages mitgethetlt sein würden. (K. Ztg.) England. London, 4. Januar. Ein nichtswürdiges Bubenstück, das augenscheinlich mit der Landagitatton in Verbindung steht, wurde am Monrag in Dublin verübt. Während in einem Prtvathause ein Tanzkränzchen stattfand, wurden die Gäste plötzlich durch eine laute Explosion erschreckt. Sämmtliche Fenster wurden zerschmettert und zwei Mädchen während des Tanzes schwer verletzt. Auch die Fenster der benachbarten Häuser wurden in starke Mitleidenschst gezogen. Aus einer Fensterschwelle fand man später die Ueberreste eines Zünder-, sowie Spuren einer großen Quantität Pulver, deffen Entzündung die Explosion verursacht hatte. Italien. Rom, 4. Januar. Ueber die Gesundheit des Papstes wird hier und da Ungünstiges, wenn auch nicht gerade Bedrohliches, laut. Sein Leibarzt Cecarellt hat erklärt, er leide an Blutandrang nach dem Kopfe und sei der Gefahr eines Schlagfluffes ausgesetzt; indeffen ist auf die Unsicherheit solcher Prognosen billige Rücksicht zu nehmen. Der Papst beschäftigt sich nach wie vor selbst mit den Regterungs-Angelegenhetten, und die Art von Cabtnets- Regterung, welche unter Nlna's Staatssecretariat von Msgr. Laurenzi und anderen Vertrauten des Papstes geführt wurde, scheint auch neben J.cobini fortbestehen zu sollen. Die Stimmungs-Nachrichten aus dem Vattcan klingen augenblicklich ziemlich friedlich; insbesondere spricht man so, als ob Deutsch- land gegenüber der Wunsch nach Einigung gewachsen sei. Neue Verhandlungsvorschläge sind aber noch nicht gemacht worden. Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Correfponderrz-Burrau. Berlin, 6. Januar. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde Straßmann mit 97 von 120 Stimmen zum Vorsitzenden wteoergewählt. Als Stellvertreter deS Vorsitzenden wurde Virchow mit 73 Stimmen gewählt. Straßmann und Virchow haben die Wahl angenommen. London, 6. Januar. Die Thronrede, mit welcher heute das Pirla- ment eröffnet wurde, betont, daß die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten freundschaftliche seien. Die Mächte seien augenblicklich mit einem ^e^nuna^ auStausch wegen der griechischen Frage beschäftigt. Mehrere noch unerledigte Thetle des Berliner Vertrages beschäftigten auf's Eifrigste die Aufmerksamkeit der Regierung. Wegen deS in Irland herrschenden Terrorismus werde die Regierung außerordentliche Vollmachten verlangen, jed ch gleichzeitig auf Ab- hülfe der Mißstände htnwirken und auf gesetzgeberische Reformen in Irland bedacht sein. Di- Thronrede kündigt, außer der W-iterentwickelung des Agrargesetzes ~ SBotIa«cn an wegen der Einführung einer localen Autonomie für die Grafschaften Irlands, ähnlich wie dieselbe in England besteht, und wegen der Aushebung der Körperstrafe in Armee und Marine. . "7, Di- Thronrede enthält ferner: Zur schleunigen Wiederherstellung k cSn?l Transvaal-Lande seien Maßregeln ergriffen worden, der Aufstand in diesem Lande muffe nothwendigerweise die Vertagung der Absicht der Regierung, den europäischen Colontsten vollständige locale Autonomie ohne Benachthetltgung der Interessen der Eingeborenen gewähren, zur Folge haben. — Unterhaus. Forster kündigt an, er werde morgen mehrere Bills ISVTE." x* per,6nIl*in E^nthumö in Irland, betreffend d-n Waffenbesitz zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, beantragen. Parnell m i c,n a*’; ®lab(lone kündigt an, er werde nächsten Montag die Priorität für obige BillS für jeden Tag so lange beantragen, bis ste erledigt seien. Parnell meldet ein Amendement zur Adreffe an, welche« die Aushebung der Constitution in Irland bekämpft. Maccartly meldet ein Amendement an zur Adreffe zu Gunsten der Suspendirung gewaltsamer Exmtttirungen während der Kammerberathung über Bodenreform. Rendel beantragt, von Slagg unter- stutzt, eine Adreffe. — Im Oberbaus begann ebenfalls die Adreßdebatte. Lokales. nachsteh^d-^Zuichttft?^' *** Erhielt« von Großh. Dlrection des acad. Krankenhauses or. a ""8'^ barQUf aufmerksam zu machen, daß die in der gestrigen Nummer bie"b1e^e°KUnttirri^iü^ Di "l,"? beJ Aufnahme einer recurrensfieberkranken grau tn ble hiesige Klinik irrig ist. Die betreffende Frau leidet an einer Halsentzündung, ist aber tm verflossenen Winter ai Recurrenöfieber hier behandelt worden. Hochachtend • Die Direction des acad. Krankenhauses. Riegel. ffi'?'!'. 7: S0"“"- ®!",m »nw°h,«r d,r granffurterflr^. mürbe heute Nacht mittellt Einbruchs eine größere Geldsumme und Kleidungsstücke gestohlen. Der Verdacht richtet sich gegen einen Anverwandten des Bestoblenen, welcher verschwu,,ven ist. Vermischtes. , . ~ 2111 Unglücksfällen ist das Jahr 1880 ganz besonders reich gewesen. Die sind die folgenden: Am 21 Januar wurden in der englischen Grafschaft Stafford durch schlagende Wetter 90 Arbeiter getödtet; am 29- Januar in der Kohlenzeche Meissen bet Minden durch gleiche Veranlassung 17 Arbeiter getödtet und 15 verwundet; durch das Explosionsattentat im Wintcrpalastc zu St. Petersburg am 17. Februar wurden 10 Soldaten getödtet und 47 verwundet; am 29. Februar verunglückten in einem Bergwerk bei Freiberg 17 Arbeiter; bei einem Zusammenstoß von Zügen in der Halle am 20. M.arz gab es 10 Todte und viele Verwmndete- am 1 April wurden in einem Kohlenbergwerk bei Mons durch schlagende Wetter 57 Arbeiter getödtet; aus gleicher Veranlassung am 8- Juni bei Dortmund 19 Arbeiter getödtet und 7 schwer verwundet; bei den Ueberschwemmungen in der Lausitz am 13 und 14 Ium gab es 63 Todte; am 14. Juli wurden in der R'.sca-Zeche (England) durch eine l §?^losion 119 Bergleute getödtet; am 20. Juli tödtete ein Erdbeben aus Manilla 350 ■ ^kuschen: am 2o^Juli ging auf dem Bieler e>ee das Schiff ^Neptun" mit 17 Mn- . 0abs! auf zu Frankfurt a M. mich eine Explo- 1 SS 7 T elm Entgleisung auf der Midland-Eisenbahn lEnglani») ' 20 ?°bk ""^20 Verwundete; em Bergsturz m Vieuxport(Vlenne) verschüttete ' hh» ^^'plember brach bet Logrono bet einem Marsch von Soldaten : u^cr^cn Ebro und es ertranken 1 Hauptmann, 3 Lieutenants und 74 Sol- I *irm 4;, ^^lember scheiterte an der Küste von Florida der Postdampfer Eitv of Vera Eruz mit 82 Personen, von denen nur 11 gerettet wurden; unter b*n Er- j trunkenen befpnb sich auch General Torbert von Delaware; am 8. September wurden m Kohlenbergwerk Veaham bei Southerland (England- durch schlagende Wetter I über 100 Bergleute getödtet; am 28. Sept, sind tu der Zeche Shamrock bei Dort- Sbi'WQ V1 ryr?ei,Cr EckN°m 6. Oct ocru^glücfTen m "ürem Berg-' i PHtnleih n« 9 Ä,49 ?erAtc; flnl21‘ Oct‘ 0a? e§ bei Dortmund durch eine Zugentgleisung 2 ^odte und 26 Verwundete; am 24. Nov- streß in den Gewässern von ! Livorno der französische Dampfer „Onfel Joses- mit dem Steamer „Ortiga" mi'am- i men, unt? versank mit 300 Personen, von denen nur 51 gerettet wurden - am 2 Dec ! Grünwtnke! bei Karlsruhe beim Ausbau eines Kellers 30 Personen ver- i schüttet, von denen 11 getödtet wuroen, und am 9. Dec. gab es bei einer Erplosion I Emer Grube von Sudwales gegen 100 Todte. Eisenbahnunglücksfälle gab^es, na- ; r In letzten Zett, so viele, daß ihre Aufzeichnung dem Statistiker von Fach ubeilasien werden muß. Hoffentlich bringt das neue Jahr darin eine Besserung. * $ ( c. m , ~ ° ,a o Jan. Ende Juni machte die gewiß interessante Nachricht 1 .Blatter, daß in dem Johanniterkrankenhause zu Niederweisel (bei i ^Us?büc?l CIn ^ahnges Mädchen seit 6 Wochen an Starrsucht leide, d. h. regunaslos I m t dä^dies^MäNn^ friste. Der „Bockenheimcr Anzeiger" theilt jetzt i dies Mädchen fett Kurzem wieder genesen ist, nachdem es 28 Wochen lang I solchem Zustande verbrachte. Ueber 600 Aerzte, deutsche, französische, englische rc. i sich an Ort und Stelle von diesem seltenen Krankheitsfälle 0cben habe. „Wcht Ihr was", sagte er zu feinen Kmdern, „ich bin all und ihr habt Ä ^.flncm ^ode eine nicht unbedeutende Erbschaft zu erwarten. Warum sollt Ihr weinen Tod specultren, um die Freude eines großen Besitzes zu erringen nur wem Vermögen in so viel Theile getheilt als ich Kinder habe, mir hab^ ich L^en und zu wohlthätigen Stiftungen brauche Euch aber übergebe ich jetzt schon Euer Erbtheil mit je 100,000 Gulden. Da habt Ihr ae- wiß auch eine Freude zu meinen Lebzeiten uud wir leben in Friede und Frohsinn weiter mit einander." Sprachs und händigte seiner Familie je den entfallenden Bett ag em unb m dulci jabilo feierten Erblasser und Erben das Weihnachtsfest. Der Fasching dieses Jahres zählt zu den langen; denn er endet erst am 1 öS? 3 c-a? ? ^>en Tanzlustigen vollauf Gelegenheit, ihr Vergnügen zu befriedigen. Ostern fallt auf den 17. April, könnte also, wenn das böse Sprichwort von den weinen werden ^maä1",ltlUur Wahrheit wild, schon in »aller Fkühlingsstimmung begangen werden. Die Pnngstfeiertage fallen aui den 5. und 6. Juni. In diesem tahre kam- Sonnen- und zwer Mondfintternisse, vor, von welchen jedoch nur dre irocite । ST^r Atl rinff >«• >. c i r v . rx. « wird. Die Kalenders Propheten stellen dem beoorstthenden Jahre em schlimmes Prognostikon, sie lassen es EE uud rauh und viel mit Regen angefüllt sein. Der hundertjährige Kalender prophezeit sogar für den Monat Februar eine solche Kälte, daß die Vögel in der Lust PwphezLn7ge!L"hak""" b°6 fi* b£r mit fS ~ ~ Die Elfenbahnstrecke Mainz - Alzey ist in Folge des jüngst voraekommenen ^drutfches immer noch gesperrt.. Die von Mainz kommenden Züge fahren bis vor 2:111111 cI5, hier steigen die Passagiere aus und legen ca. 300 Schritte 3n,rUk UnVn etncn anderen^Zuge einzusteigen. Es arbeiten ungefähr 200 Aibeiter an der zusainmengerutschten Stelle, doch ist die Arbeit dadurch sehr erschwert daß dle Erde immer nachrutscht. Die Posten werden via Worms und Bingen nach fornmen6 °r^ert dieser Woche glaubt man mit den Arbeiten zu Ende zu " ^Wieder ein fideles Gefängniß) Im Arrest zu Lichtenwald, in der südlichen -1fr* kf,TK^en l*on fc,t längerer Zett drei berüchtigte Diebe. Nun kamen all- nachttich bald da^ bald dort freche Einbruchsdiebstähle vor, wobei es meist nur auf Fleisch, Speck, Wem und dergleichen Lebensmittel, womöglich auch auf Gelb ab resehen ™ar; . Beschabigten unb die Gensd'armerie hatten bald diesen, bald j nen im J^^djen aber immer die Vermuthung aus: „Wenn wir nicht wüßten, daß diele die finS •* iTuS kL_ ■ *i wir wetten' daß b9rlÄ JTnb’ cUnb dock) waren es die drei hinter Schloß unb Riegel Sitzen- ben. Aber der Krug geht nur so lange zum Brunnen bis er bricht, und enbiich ging auch ber zu L-chienwald m Scherben. Ein der Banknotenfälschung Verdächtiger wurde emgeliefert und zu den drei Dieben in Arrest gesteckt; nach mehreren Verhören wurde | ihm vom Untersuchungsrichter bedeutet, daß er vor das Schwurgericht nach C'lli gehen | ™c,rbe- meinte er: „So ? ich muß eines bloßen Verdachtes wegen vor^ das Schwurgericht und meine drei Arrestkameraden gehen jede Nacht um 10 Ubr unbe- °uf Raub aus und kommen um 4 Uhr Morgens den nämlichen W.g, mit gekochtem und gebratenem Fleische behben, zurück?" Die allsogleiche Nachschau ergab cm durchsägtes und provisorisch mit Wachs festg.'stellles Güter.' ' n(& auS TOain^ Januar, wird geschrieben: Sowohl hier als auch tn anderen Nachbarstädten, vorzugsweise in WormL. wuroen unlänast falsch- sZwei- mattitucke ausqegeben. Vor einigen Tagen ist e8 nun der Polizei in WormS qelunam Den- jemgen zu ermitteln und festzunehmen, welcher die Falsisicate verbreitet hatte. In dec Untersuchung gab der Falschmünzer an daß er Sch .lz beiße, au« Stettin gedürtta sei uno seit ungefähr zwei Monaten in Mainz wohne. Die Noth habe ihn dazu getrieben, zum Verbrecher ju werden, denn seit zwei Monaten habe er keine Arbeit; lediglich um seine Frau und Kinder zu ernähren, habe er zu dem Aeußersten gegriffen und einige falsche Geldstücke angefmigt und auegeqeben. Diese Angaben erwiesen sich <118 wabr Die Frau uno die 3 unmündigen Kinder DeS Verhafteten waren buchstäblich von Allem en.'blöst und dem Hungertod- nahe, io oast die Schutzleute, nachdem sie ihre Pflicht gethan hatten, von Nübrung ergriffen, auä eigenen M üeln ben Hungernden LebenSmitteln herbeischafften. Als di. Schutzleute di- Thüre zur Wobnuna öffneten, hörten sie ein noch in der Wiege liegendes Kind jammernd um einen Biff'n Brod flehen. _L ~ Unweit der Molken-Cur bei Heidelberg hat sich ein Felsenstück in Folge des fortwährenden Regens losgelost und ist auf den dortigen Weg, der zum Kohlhof führt h.nab' gestürzt. Ueber die Hmwegräumung ist nun eine Streitfrage entstanden zwisch-n dem Eigen- thümer des Grundstückes und der Stadt, deren gerichtliche Entscheidung jedoch nicht so schwer fallen wird, wenn man berücksichtigt, daß das Hinabstürzen eben doch nut in Kolae ane« Qu> falles geschah. ° <. - ”, [«»Ws«-] In der „fReuB« Ztg." »om 3t. D«br. llnd-t man fotgenbe ®e= Ä,n6! e,n k-ifllg.r Knab-! Herr, l)5r' auf mit D-iNtm Segen! Math. Sommer." 7 1 . . 5' I-nuar. Zwil-b-n Marz-wo unb Obnnll (Schn-.d-mübt-Kolbna-t Sahn) hab.n g-ft-rn Dammrutichungm stattg.fundtn, bn Güt,rv-,k,hr ist vollstänbia unt«rb.°ch,n bi- Ret»enden muffen umsteigen. ' ö . .. “3" b» Nacht zum 29. Decembcr fließ eine aus sieben Mann bestehende Patrouille der italienischen Zollwache auf eine bedeutende Abtheilung von Schmugglern, welche mit Zucker h“8 ollerreichischen Grenzgebiete kommend an verschiedenen Punkten die Grenze überschritten hatten und unbehelligt bis in die Nähe von Uvine gelangt waren, wo ste sich m einem Hofe vereinigten um von dort aus ihre Maare an den Mann zu bringen. Di Auf- ford-rung der Patrouille den Zucker auSzuliefern, beantworteten sie mit ^o^nflelä^^ter Al,r; ^Utflq?f:^°mnia-nfbanL Gewehrsalven abfeuern; vier Schmuggler blieben tobt auf dem Platze, wahrend die übrigen auseinanderstoben und etwa 12—15 ver- kortschleppen konnten, da dieZollwachr, denen es hauptsächlich um ben Zucker zu thun war, sich um die Leute nicht weiter kümmert '-uupr.acyna) um k29- 5)e(^mlcr\ tBlutvergiftung.j Ein eigentbürnlicher Fall von Blutvergiftung stieß 'n ber vorigen Woche bem hiesigen Metzger S. zu; derselbe batte an der Land eme ganz unbedeutende Schnittwunde, in welche ihm beim Abschlachten eines Kalbes Spttchel btn-ing-rttth,der sich vor der Schnauze des mit bem Lobe ringenden Thieres gebild^hotte. “hPa fbYQk ^u 208) Ein Mädchen wird auf sofort ge- sucht- Wosagt die Exped. d. Bl. 207) Ein braves Mädchen vom Lande wird in Die. st gesucht. Reichensand C. 139. 2H) 100 Morgen, event. auch mehr, Ackerland zu pachten gesucht durch _____________/. Hiifz. 178) Die Schäferei zu Wieseck sucht einen tück- tigen Schäfer. Rest ctan- ten wollen fich gest an Sehafmstr Joh.Pausch dalelbst wend n. 185) Ein anständiges Mädchen sucht Lanfdienst. Näheres bei der Expedition ds. Bktts. -__________ -Z Möbel-Transport 5- 6^1 MO 2'1 157) Damenkleider jeder werden gefckm ckvoll und out c." ' fertigt, sowie Weißnähen sm auSqesübrt. Reichensand C. 134, 167) Lebrlingsfielle ßesucht in ein. Engrosgeschäft. Ges Off. unter Nr. 3v