»en ft Don kigtral i|tu 08 aüm t Preis. «Stgw n Don tn unb t. Voll. IT Nr. 28S Mittwoch den 7. December 1881 Kichmer Mnzeiger Aükigk- nab Amtsblatt für btn firris Gießen Lrtchemt täglich mit Ausnahme deS ytontags iirtj.n Sch ul st raße ß. 18. Gießen, den 14. November 1881. drei- viertel satirisch L Mar? 20 Pf. mH vrmgerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. DaS Bureau de- Bezirk-feldwebel- in Gießen befindet sich feit dem 12. November er. in dem Haufe deS Zimmerweister- Pitz — Grünbergerftrape, Lit. B. 16ti5« Franck, Oberst limtenant z. D. und BezirkS-Commandeur. von F. k-rist. „ Fischer. „ Darr. Baum-artn rr stand. e sucht eint an* -5 Zimmern mgsgebaude be. ibjMgrbm. rffangem M KS ■ JJh höchsten W\, auch ohne . bet Echvdu, untjud)tttibtnbe Bernaurißr. M. von ämtern bestätigt, e man M. da >en. Cigarren-Fabn! t einen mll t-n i-sehevcn jungen d. ds. Bl- .sie« SZ tfN» nlir u ^"'(eirr w* .SL-—" ,br.dt'N sislt (7881 Ms WaS treibt die Deutschen aus der Heimath? Die Auswanderung nach Amerika war daS Hauptthema, welches in der FrettagSsitzung des deulfchen Reichstages behandelt wurde. Verschieden wie die Gründe, welche von den einzelten Ak geordneten alS Ursache der kolossalen Auswanderung angeführt werden, waren auch die Mittel, welche diesem Nativ- nalübel, denn ein solches ift es, vorbeugen sollen. Schon von Alters her heißt es freilich, daß eS die Deutschen in die ferne Welt ziehe, aber solche abenteuerliche Streifereien find dcch wohl von dem jetzt eingetretenen Verlassen der Heimath durch ganze Familien himmelweit verschieden Es »st nicht nur der Umstand, daß dem heimischen Boden, der heimischen Arbeit Hunderitausende kräftiger Hände entzogen werden, welches die Auswanderung alS ein Uebel erscheinen läßt, eS ist vielmehr die Täuschung, welche die Armen jenseits Les Oceans erwartet, und sie oft dem Elende, dem moralischen und physischen Untergänge in die Arme sühn. Tie letztere leider nur zu traurige Wahrheit sollte schon von vornherein d e deutsche Regierung veranlassen, Maßnahmen zu treffen, welche dieser durch die Noth der Zeit erzeugten Epidemie ein Ziel setzen, welche sie aber nicht nur sporadisch unterdrücken, sondern auch für die Zukunft heilen. T ie Zeit, in der Amerika alS ein Eldorado galt, das allen Europamüden gastliche Ausnahme, goldenen Segen ihrer Arbeit Ehre und Ansehen versprach ist längst voiüber, aus dem Glanz und dem Reickthum haben sich dort drüben auch großartiger Schwindel und B trug, die Sucht, unter allen Umständen recht viel Geld zusaw.mevzurc.ff n, auf erlaubte oder unerlaubte W.ise ist ganz gleich. entwickelt, denen so unendlich viele unserer vertrauen-tollen deutschen Landsleute, ost schon bei dem ersten Schritt, den sie auf fremdem Boden thun, zum Opfer fallen- Mancher, der unter den fremden Menschen dort drüben, deren Sprache selbst er nur selten versteht, ohne Arbeit, ohne Geld, ein Bild der Roth und des Jammers, umherwankt, verflucht die Stunde, wo er dem heimischen Boden Lebewohl gesagt, wo er den eigenen Landsleuten in der Fremde Vertrauen schenkte urd ihrer Hinterlist zum Opfer fiel. Denn eS läßt sich nrcht unterdrücken, daß besonders viele Deutschen in Amerika durch anfänglich auSgepandene Noth vollständig demoralisier sü.d und nun versuchen, auf Kosten ihrer neu ankommenden Landsleute zu leben, indem sie dieselben um ihre geringen Habseligkeiten betrügen. Diese deprimirenden Zustände zu beseitigen gilt eS, aber n'cht oberflächlich dos Leiden zu vertuschen, sondern die Axt muß an die Wurzel des UebelS gelegt werden. ES ist ein wohlfeiler, aber durchaus nicht befriedigender Trost, wenn in der Reichstagssitzung daraus hingewiesen wurde, daß auch in btn anderen Staaten die Auswanderung permanent zunehme. Was hilft doS den deutschen Familien, die durch die Roth tn der Heimath gezwungen werden, ter Wonderpab zu ergreifen, und die lieber einer ungewissen Zukur st entgegen sehen, als zu Hause sicher weiter darben und hungern wollen? Die horrente Zahl der AuSwai derer im vergcngenen Jahre, die gegen die bei Vorjahre k^aß obsticht, beweist zur Genüge, daß eS nicht nur unternehmungslustige Männer find, die in die Ferne hinaus ziehen, sondern daß sie dazu gezwungen find, weil sie in der He math fern Menschen- würdiges Dasein mehr zu führen vermögen. Arbeit giebt's rrotl immer roch bei uns, und fehlt sie wirklich für einen Augenblick, so ist mitleidge Hilfe in vielen Fällen da, aber der Lohn, welcher der Arbeit zu Theil wird, ist an vielen Orten so gering, daß der Arbeiter es nicht mehr vermag, damit feinen Lebensunterhalt zu bestreiten, daß er lieber seinen letzten kleinen Besitz verkauft unb auswandert. Man schaue nur einmal in den Bezirken nach, ^ro die AuSwanderungSsucht am meisten grosfirt, waS die Leute forttreibt? Sie blieben gern daheim, es zieht sie wahrhaftig nicht nach dem freien, unabhängi- gen Amerika; aber sie gehen, weil sie es nicht mehr ertragen können! Bei Manchen, wir wollen sogar sagen, bei Dielen, mögen noch andere Impulse maßgebend sein, aber das wird doch Niemand glauben, daß sich in 4 Jahren die Neigung zur freiw lligen Auswanderung in fünffachem Maße gesteigert hat. Man schlägt a!S eir. zweckmäßiges Mittel zur Abhilfe der Auswanderung die Colonisation vor. Der Vorschlag erfordert reifliche Überlegung und ist nicht sofort zurückzuweisen, aber es ist schwer, paffende Colonien zu finden. Weit uöthiger >st es noch, im eigenen Lande ein erträgliches Daheim zu schaffen, unb vor Allem bie Bebirgungen des Lebens zu erleichtern. Die AuSwande- rung ist ber beste Beweis für bie bei uns herrschenbe Theuerung. unb beshalb muß vor Allem dagegen vorgeschritten werden, wenn man der Auswanderung ein Ziel setzen will. Deutschland. Berlin, 2. Decbr. Die Handelskammer in Glüneberz hat vorgestern eine geheime Sitzung abgehalten, um über den bekannten Erlaß deS HandelS- ministerS Fürst Bismarck zu berathschlagen. ES wurde eine Commission ernannt) um eine Antwort auf den Erlaß zu ertheilen. Die „Noidd. Allg. Ztg." fordert die Veröffentlichung dieser Antwort. Inzwischen veröffentlicht sie ähnliche Angriffe auf den Jahresbericht der HildeShenner Handelskammer. Zwischen den Mitgliedern verschiedener Handelskammern haben Verhandlungen stattgefunden wegen eines gemeinschaftlichen Vorgehens aller Handelskammern, um ihre Jahresberichte vor Angriffen dieser Art zu schützen. Berlin, 4. December. Die Berliner Universität hat in diesem Winter eine nie erreichte Frequenz; sie zählt j tzt 4421 immatriculirte Studenten und mit Einschluß der nicktmmalriculirten Studenten gegen 5000 Hörer. — Die der „TimeS" lelegraphirte Curiofität, daß der Hofprediger Stöcker zum Bischof von Jerusalem ernannt werden soll, entstammt einem hiesigen Witzblatte. Der Bischof von Jerusalem muß vertragsmäßig ber angli- camscben Kirche angebören. Berlin, I. December. liefen die Situation in München geht den „09. P. N> folgende Mittbeilvng elneS Parlamentariers zu: Der Lonflict zwischen der rechten Kammer- Hälfte und dem Mysterium Lutz spitzt sich immer mehr zu. In allen bisher in der Kammer verhandelten, gegen b*n Fortbestand te6 Ministet iumS gerichteten Fragen, ist die ultramontane Partei entichieo«n und geschlosten ausgetreten — von dem Abfall Einzelner, wie die- in den früheren Sessionen geschehen, ist ti8 jetzt nicht- zu ersehm — Run oder ist dieser Partei plötzlich roch em Mitkämpfer entstanden in ber Pilsen b<8 ReichSiatbs Grafen von SeinS- beim. Der'elfe« ist Referen» des AuS'chvffes der ersten Kammer über den Malzausschlag und geht tn einem soefeen erichienenen Bericht mit dem Finanzminister schatf in s Gericht. Er tadelt vorerst die avz» schwere Belastung der Bierfadrikattvn, sowie die Befeauptuna der Staat»- regterung, daß der Maizausschlaa das weniast drückende Auskünfte mittel zur Begleichung des Defik'ts fei. SS «ei Lhat«ache, doß die Malzsteuer tn dem größten Dhetle deS Landes von den Besitzern der Brauereien allein getragen werden müßte, ohne auf die Abnehmer abgewälzt werden zu können. Die Folge werde bie sein, daß die Brauer, welche zur Zeit nur durch Anspannung aller Kräfte sich über Master halten könnten, wenn einmal bie ersparten und paraten Mittel erschöpft und fern Hypothekar Lredit mehr da sei, dem unfehlbaren Untergänge entgegengeben müßten. — Refetent macht weiter der StaatSregterung die Liberalität zum vor wmf, mit welcher sie den Gemeinden Bier» und Local-Aufschläge bitoiCige, in der Absicht, die Lasten zu paraivfnen, welche den Gemeinden häufig durch die StaatSregierung aufgedrungen worden seien; auch diese müßten größtenteils von den Brauern getragen werten und in Folge dieser Losten sei bie Dttrprvbueiion im Jahre 1880 um 104,695 Hektoliter Braumalz zurück- geblüben. Referent stellt bann die Frage: Das soll ge'chehen, wenn daS Budget ter nächsten Ftnanrreriobe ein abermaliges Deficit auSw'rkt; cntlich müssen einmal die Bedürfniste des Etats-HauSbolt- auf ein geringeres Maß zurückgesührt werten, fei es durch Ersparungen oder durch Senterueg unserer Gesetzgebung und der ge'ammtrn Staais-Organilaiion. Referent stellt schließlich den Antrag, den Beschluß der Kammer der Abgeordneten auf Erhöhung deS MalzausscklaqS von vier auf sechs Mark für die Monate Januar, Februar und März 1882 nicht beizustimmen, sondern nur eine Erhöhung von 4 auf 5 Mark vom Hektoliter für die 3 Morale iu bewilligen. Dieses Referat bildet ein Unicom in unserem parlamentarischen Leben. Niemals haben wir ein Aktenstück auS der ReichßratfeSkammer vor Augen gehabt, welches sich in direkten Vorwürfen gegen die Maßnahmen der StaatSregierung ergeht unter gleichen Verhältnisse«. Die Abgeordneten-Kammer hat nur im Hinblick auf die finanzielle Nothlage die Erhöhung von 4 auf 6 JL bewilltat und nunmehr soll eine Minderung auf 5 JL eintreten, was einen Ausfall ton mehreren Millionen JL zur Folge haben würde. Man darf sehr gespannt sein auf die bezüglichen Der Handlungen in der Reichsrath-, kämm er. — Straßburg, 3. Tecewber. Die „Elftß Lothr. Ztg." ist ermächtigt, bie Zeiiui qS Nachricht, baß ber Statthalter alle Hebel ansetze, um bie volle Coi sessionalikät ber höheren Lehranstalten ber ReichSlanbe burchzuführen, ihrem ganzen Inhalte rach für unwahr unb für eine breiste Erfindung zu et klären, ebenso wie bie weitere Nachricht, baß ber Staal-secretär Hoffmann bei ben Mikgliebern beS StaatSrathS für E!saß'Lothrlogen bah n arbeite, baß dieselben jen«m Vorhaben zustimmev. — Anläßlich der fortgtsetzten Angriffe ultramontaner Zeitungen gegen das hödere Unterrichlsrresen tn Elsaß-Lothringm haben Profefforen ber Universität, Lehrer an hiesigen Gymnasien, Alt-Straßburger unb altdeutsche Bürger in einer zu diesem Behufe st ttgefunbenen Versammlung die folgenden Resolutionen angenommen: Angesichts der fortgesetzten Angriffe der ultramontanen Partei gegen die Unabhärg'gkeit des höheren Schulwesens in Elsaß-Lothringen erklären die Unterzeichneten im Interesse des confesfionellen Friedens, der nationalen Gesittung und der ungestörten Fortentwickelung der Wissenschaft: 1) an den höheren Schulen ist, mit Au-nahme der Religionsstunden, ber Unterricht, wie bisher, confesfionslos zu ertheilen; 2) es ist zwar zweckmäß g, daß die Confessio» der Lehrer nach Verhältniß der Confesflon ber Schüler Berückfich. tigung finbet, aber grundsätzlich find die Lehrer nach ihrer wiffenschaftlichen unb pädagog schen Brauchbarkeit unb nicht nach ihrer Confesfion zu wählen. England. London, 4. December. Die Zustänbe in Jrlanb werben immer unerträglicher, bas giebt auch die sonst so hoffnungsvolle »Times" heute wiederholt unumwunden zu. Die Landverbrech en mehren sich von Tag zu Taz. Unweit Tipperary wurde am Mittwoch ein Pächter cuigejchossen, weil er seinen Pachtzins bezahlt hatte- Mehrere andere Pächter mußten einkringenden Strolchen ihre Pachtbücher vorigen, und als diese nicht vre gewünschten Rückstände auswiesen, wurden die Pächter niedergeschossen. Emer Wittwe in Betterkenny wurden HauS und Scheune in Brand gesteckt, weck ihre Töchter einige Leute verklagt hatten, von denen sie mißhandelt worden, da sie sich weigerten, der Lardliga betzutreten. Verstümmelungen ganzer Herden Vieh gehören nicht mehr zur Seltenheit. In der Quens-Grafjchast wurden mchrere G s-llschaften von Fuchsjägern gewal'sam an der Ausübung ihres Jagdrechtes verhindert; die Reiter wurden von den Pferden geriffen und die Hunde erschlagen oder ver- giftet. Ähnliche Berichte füllen täglich die Spalten ter Zeitungen, sodaß es fast überflüssig ist, von diesen an der Tagesordnung befindlichen Verbrechen noch besonders Kenntniß zu nehmen. Rußland. Petersburg, lieber das Attentat in Gatschina und die Verschwörung werden von dem Berichterstatter der „Tribüne" in Uebereir.sttmmung mit anderweitigen Mittheilungen Details gemeldet, denen wir Folgendes entnehmen: Man war schon seit acht Tagen überzeugt, daß in irgend welcher, bisher nicht ergründeten Weise mehrere der tm Zusammenhänge mit den Hingerichteten Kaisermördern verhafteten Verdächtigen, darunter besonders der vor mehreren Monaten vielgenannte Jffajeff, von dem die „Perowskaja" s. Z. gesagt, er sei schwerer zu finden, als eine Nadel auf dem Meeresboden, mit anderen Verschworenen verkehrten und daß sehr wahrscheinlich von einem der Verhafteten auch noch immer Anordnungen ausgingen, die nur durch etngeweihte Gefängnißbeamte befördert werden konnten. Man hatte deßhalb schon wiederholt ganz plötzlich Revisionen, mehrmals mitten in der Nacht, vorgenommen und wahrend der in Begleitung eines Wärters angestellten Untersuchung einer Zelle die Tienststube des Beamten selbst durchsucht, wöbet ein Brief in räthselhaften Ausdrücken und thetts in Zahlen gefnnden wurde. In der Zelle waren mehrere Worte in die Wand eingekratzt, die nacheinander als Schlüssel auf die Geheimschrift probirt tourt en und die der Jnsosie jedenfalls zur Sicherung gegen Gedächtn ßschtoäche niedergeschrieben hatte. Erst eine sehr gründliche Forschung förderte dieselben zu Tage, und der Verdacht, daß es Schlüssel seien, wurde dadurch bestärkt, daß zwei der Worte sich in einer andern Zelle gleichfalls fanden. Wirklich gelang es, den Brief zu enträthseln, der von mehreren bevorstehenden Zusammenkünften in Petersburg, Moskau, Kiew, Charkow und Cherson sprach; eiligst spielte der Telegraph, und man beobachtete unbemerkt die betreffenden Locale in jenen Städten, wobei es sich wiederum zufällig traf, daß ein geheimer Beobachter am folgenden Morgen bei dem Moskauer Postamte einen jener Besucher niebcrerfannte, als derselbe Briefe einlieferte, die nun sofort im Geheimen confiscirt wurden; dieselben waren in gewöhnlicher Schrift verfaßt und enthielten anscheinend geschäftliche Mttthetlungen, in denen aber der (feltene) Name eines jungen Mannes vorkam, der als Adjutant sich in Gatschina befand, obwohl dieser Ort nicht genannt war. Man beobachtete Letzteren und als Briefe für ihn ankamen, wurde er zur Entgegennahme derselben in die Canzlei befohlen. Dadurch scheint er consternirt worden zu sein, denn er zeigte sich nachher wie geistesabwesend. Am Abend sah man ihn In der Stadt, tote er einen Brief absandte, der an den Czaren selbst gerichtet war und die Warnung enthielt, der Herrscher werde, wenn nickt die äußerste Vorsicht angewendet würde, in zweimal 24 Stunden entweder ein Todter oder ein Gefangener der Verschwörung sein. Am besten sei es für den Czaren, er meide sein eigenes Dach und schlage sein Zelt unter seinen Wachen auf freiem Felde auf. Man behielt den jungen Mann scharf im Auge und suchte den Czaren zu einem Ausfluge zu bestimmen, um inzwischen das Schloß sehr gründlich zu durchsuchen. Alexander ging aber auf den Vorschlag, deffen Gründe man ihm vorenthielt, nicht ein und so mußten sich die Generäle Kosloff und Plewe mit ausgedehnten Polizeimaßregeln begnügen. Wieder war es das Zusammentreffen von Polizei und Post, das zur Entdeckung einer in Petersburg gerade eben zusammengekommenen Gesellschaft in der Kirtsbhenaja führte und dort erfuhr man, Dank der Vermittelung des Haus- wirths, zuerst den Plan, das Schloß in Gatschina Nachts durch eine Art von Ballon zu zerstören, wie er bereits beim Militär zu Zwecken der Beobachtung des Feindes angewendet wurde. Ob der Apparat schon fertig war, vermag ich nicht anzugeben, es steht aber jetzt schon fest, daß derselbe nach französischem Muster und nach Angabe eines zweifellos mit der Sache sehr vertranten höheren Officiers gebaut werden sollte In jenem ConsPtraiionSquartier fanden sich mehrere zur Zerstörung eines großen Gebäudes völlig ausreichende Packele mit Spreng- maffe vor und zugleich eine Menge frischgedruckter Proklamationen, die von einem endlich gelungenen Schritte der Verschwörung zur Befferung der entsetzlichen Lage Rußland) handelten. Es hieß z. B. darin, Europa werde fortan den Nihilismus in einen Positivismus verwandelt sehen, mit deffem Wollen jeder unverdorbene Mensch einverstanden sein müffe. Zur selbigen Stunde trafen von Moskau und Charkow Mitthellungen ein, daß man dort 41 und da 34 Verschworene verhaftet habe, die sich mit einer Proclamation beschäftigt hätten, welche auf ein bevorstehendes Attentat hinzudeuten scheine. ____________________________________________________ Deutscher Reichstag. 10. Sitzung vom 5. December. Am Bundesrathstische: v. Stosch, Scholz und Kommissare. Präs. v. Leoetzow eröffnet die Sitzung um 2V» Uhr. Das Haus setzt die zweite Berathung des Etats mit der des Marine-Etats fort Ohne jegliche Debatte werden tue Ausgaben und Einnahmen, soweit sie nicht der Budget Commission überwiesen sind, in den Etats der Marineoerwaltung und des Reichsschatzamtes bewilligt. Bei der folgenden Berathung der Ausgaben des Reichs-Eisenbahnamts fragt Ab^ Schrader bei den Regierungsoertretern an, wie es mit der Reichs-Eisenbahnfrage stehe. Bundescommissar Geh. Rath Körte: Die Arbeiten im Reichs-Eisenbahnamte seien noch nicht so wett gediehen, daß hier schon darüber berichtet werden könnte. Abg. Büchtemann: Die Antwort der Regierung scheine ihm nicht ausreichend, weil das Publikum nickt wisse, welche Stellung es der Reichs-Eisenbahnoerwaltung gegenüber zu nehmen habe. Entgegen der allgemeinen Strömung handle das Reichs- Eisenbahnamt nur nach den Intentionen des Reichskanzlers, dessen anfänglichem Wunsche entgegen das Reichs-Eisenbahnamt nichts weniger als eine reine verwaltungs- gerichtliche Behörde geworden sei. Auch habe diese Behörde die nothwendige Selbstständigkeit verloren. Auf die Differenzialtarife näher eingehend, fragt Redner an, ob die heutige Differenzialpolitik der Regierung noch dieselbe sei, wie diejenige des Jahres 1879, als diese Tarife das Drei- oder Mehrfache des Zolles betragen haben. Jedenfalls sei die Absicht der Regierung, die Landwirthschaft durch die Differenzialtarife zu begünstigen, vollständig vereitelt worden. Er wäre begierig, zu hören, ob Jemand auf der rechten Seite dies zu widerlegen im Stande wäre Bundescommissar Geh. Rath Körte kann sich hier nur auf allgemeine Gesichtspunkte beschränken. Durch bestimmte Bundesrathsbeschlüsse sei dem Reichs-Eiscnbahn- amte eine bestimmte Direction in der Tariffrage gegeben. Seiner Zeit sei die Genehmigung von Ausnahme- und Differenzialtarifen der Aufsichtsbehörde vorbehalten worden. Für das Reichs-Eisenbahnamt habe nur die Aufgabe nahe gelegen, festzustellen, nach welchen Grundsätzen hierbei die Bundesregierungen verfahren möchten, um in diese Grundsätze möglichste Einheit zu bringen. Die Bedingungen, welche einst der Kanzler für die Einführung von Differenzialtarifen im internationalen Verkehr früher dargelegt habe, habe das Reichs E'senbahnamt kein Bedenken gehabt, einzuhalten. Jeden Vorwurf müsse er deßhalb zurückweisen. Abg. Perrot: Er habe bei Einführung des Reichs-Eisenbahnamts zu den Wenigen gehört, die es aussprachen, daß diesem Amte kein großes Feld für ferne Thätigkeit geboten werden könnte. Was das Tar-fsystem betreffe, so sei dasselbe nur äußerlich einheitlich, in Wahrheit gebe es noch tausend solcker Tarife, mit den Nachträgen zehntausend. Es wäre endlich einmal Zeit, dem Publikum diese Tarife zugänglich zu machen. Einheitlichkeit in die Tarife werde nur gebracht werden, wenn die Eisenbabnen verstaatlicht würden. Abg. Bücktemann hat bisher geglaubt daß das Reichs-Eisenbahnamt praktisch cingreifen könnte und müßte. Er habe dem Amte keinen Vorwurf machen, sondern nur betonen wollen, daß der Einfluß des Kanzlers wegen seiner allgemeinen und politischen Gesichtspunkte auf das Reichs-Eisenbahnamt größer als nothwcndig sei. Die Ansicht des Vorredners über die Regulirung der Tarife, die er ähnlich wie die Posttarife gestalten wolle, sei gewiß dic der Conservativen und des Reichs-Eisenbabnamts selbst. Es sei nicht möglich, alle Tarife über einen Kamm zu scheeren. Er wünsche aber zu erfahren, ob eine Aenderung der Bundesrathsbeschlüsse durch das Reichs-Eisenbahnamt nicht möglich wäre. Die bisherigen Beschlüsse hätten Deutschland nur geschädigt. Abg. 0. Mmnignode kann nicht einsehen, daß der Standpunkt der Konseroat'ven zu den Differenzialtarifen ein dankbarer fei. Die Konservativen wünschten, daß außei - deutsches Gttreioe nicht billiger und nicht ebenso billig auf den deutschen Bahnen b - fördert würde, wie das eigene. Vom agrarischen Standpunkte aus seien sie, und das wolle er einmal für alle Male konstatiren, Gegner der Differenzialtarife. Abg. Kochhann meint, daß die preußische Esienbahnoerwaltung sich in eigener Sache einer höheren Instanz beugen müßte, weil sie einen allzugroßen Einfluß auch auf die süddeutschen Bahnen habe. Diese höhere Instanz solle das Reickseisenbahn- amt sein Die Tarifpolitik solle nicht von einem Centrum geleitet werden, sondern Freiheit darin den einzelnen Eisenbahndirektionen gelassen werden. Abg. Perrot: Es sei schwer, über Differenzialtarife zu diskutiren, weil man noch nicht einmal eine allgemein anerkannte Definition derselben gesunden habe. Die weitestgehende sei die, daß jeder Tarif em Differenzialtarif sei. Wolle man den Verkehr Deutschlands-Heben, so müsse der Tarif ein einheitlicher sein. Abg eonnemann: Er sei Anhän er des Staatsbahnsystems, aber nicht blind gegen die Mißstände, welche augenblicklich in den preußischen Staatsbahnen herrschten. Der Verkehr sei, nachdem die neuen Tarife eingestellt gewesen, auf auße, deutsche Bahnen übergegangen. Es müsse etwas geschehen, damit der deutsche E senbahnabsolunsmus abgeschafft werde, geschehe das nicht, so könne er auch von einem Staatsbahnsystem feinen Vortheil erwarten. Die Ausgaben und Einnahmen der Reichseisenbahnverwaltung werden hierauf bewilligt, ebenso ohne Diskussion die der Reichsschuld, des Allgemeinen Pensionsfonds, des ReichsinvaUdenfonds und die Einnahmen der Rübenzuckersteuer. Bei der Berathung über die Einnahmen der Reichsstempelabgaben T't. 3 (Stempelabgabcn für Werthpapiere, Schlußnoten rc. 12,066,000 J4) erklärt Abg. v Wedell-Malchow, daß er in geeigneter Zett seinen Antrag auf prozentuale Börsensteuer roi.ber einbringen werde. Abg. R'chter (Hagen) glaubt, daß doch vorher ein Steuererlaß eintreten solle, brächten aber die Konservativen einen Antrag auf eine neue Steuer ein, so würde seine Partei einen solchen auf einen Steuererlaß nicht unterlassen. Abg. v. Wedell-Malchow: Die Erlasse könnten sich doch erst nachher finden Abg Sonnemann: Mängel seien in brm Reichsstempelgesetz, aber die Unterstützung Der Regierung Seitens der Konservativen müßte derselben nur neue Ver legenheiten bringen. Abg. Rickert wollte bitten, erst abzuwarten, wie das Reichsstempelgesetz finanziell wirke. Sachverständige seien der Meinung, daß falls die konseroatiocn Anträge angenommen wären, das Gesetz finanziell gar nichts genützt hätte. Abg. v. Wedell-Malchow: Wären seine Anträge in voriger Session angenommen worden, so wären keine Mängel tm Gesetze vorhanden gewesen. (Beifall rechts.) Abg. Büsing: Nur technische Schwierigkeiten seien es gewesen, welche es bewirkt hätten, daß das Gesetz sich nicht so bewährt habe, wie man vorausgesetzt habe und diese hätte nur die Regierung verschuldet. Bundeskommtssar Neumann weist zur Entschuldigung der Regierung auf die kurz: Zeit des Bestehens des Gesetzes hin, in der Zweifel immer noch entstehen könnten. Abg. Richter (Hagen): Der Erlaß solle später kommen, sagt Herr 0. Wedell: damit habe man nur traurige Erfahrungen gemacht. Die bewilligten Steuern, welche an die Einzelstaaten vertheilt würden, ständen deshalb nicht nn Gleichgewicht nvt den indirecten Steuern, weil sie den besitzenden Klassen zu Gute kämen. Man sollte vorsichtig sein, ehe man der Regierung neue Steuern bewillige. Abg. von Minnigerode: Also auch auf fortschrittlicher Seite erkenne man das Bestreben an, welches auf konservativer Seite bestehe, die nicht besitzenden Klassen zu entlasten. Eine Börsensteuer, die doch im Volke beliebt sei, sei ein gutes Mittel. Er müsse hervorheben, daß die Vorschläge von Wedells mit Stimmengleichheit abgelehnt seien. Abg. Perrot weist darauf hin, daß die Börsensteuer in Frankreich 150 Mill, betrügen. Ein täglicher Umsatz von Vs Milliarde in Deutschland an der Börse würde eine große Summe einbringen müssen. Abg. Lasker bedauert, daß in der Wahlagitation von der konservativen Seite es so dargestellt wäre, als ob die Linke und ein Theil des Centrums für das bewegliche Vermögen, die Rechte und ein anderer Theil des Centrums für das liegende Vermögen eintrete. Er sei erstaunt gewesen über diese Agitation. Das Reichsstemvelgefetz treffe nicht die Börse, sondern die allgemeinen Steuerzahler. Wolle man allein die spekulativen Geschäfte an der Börse treffen, so wäre er zu solchen Gesetzen bereit In der französischen Börsensteuer wären Einkommen- und Quittungssteuer enthalten. Er müsse betonen, daß man nicht das bewegliche gegen das unbeweglich.' in eifersüchtige Politik treiben solle. Die Linke vertrete das bewegliche Vermögen (hört! hört!) und das unbewegliche. Abg. Richter: Alle Ziffern, die man eonseroatioerseits auch in der Wahlagitation angeführt hat und aus Frankreich genommen wären, seien unrichtig gewesen. Abg. Windthorst erklärt, daß er fast gleich viel Mobiliar und Jmmobiliar-Ver- mögen vertrete. Er halte es für richtig, daß das Jmmobiliar-Vermögen entlastet werde. Das Reicksstempelgefetz habe die Börse nicht getroffen und leide gar sehr an den Zweifeln, welche es hervorgerufen habe. Diese müßte die Reichsregierung zu lösen suchen er thäte es auch schon. Er wünscht sehr, daß die Verbandlungen etwas sachlicher geführt würden und nicht Herr Lasker dadurch einen so scharfen Gegensatz Hervorrufe, daß er die Linke als Vertreterin des beweglichen Vermögens hinstelle. (Rufe links: Ist nicht geschehen!") Abg. Richter (Hagen): Es sei nicht gut, wenn Herr Windthorst ein Wort des Abg. Lasker aus dem Zusammenhang herausreiße, das er in diesem Sinne nicht gesagt habe. Ein Untertd)ieb zwischen beweglichem und unbeweglichem Besitz fet vom volkswirthschaftlichen Standpunkte nicht zu ziehen. Nur Diejenigen hätten eine Abneigung gegen die Börse, deren eigene Speculationen früher nicht eingetroffen wären. Halte man die Börse für ein Uebel, so müßte man sie vollständig abschaffen. Steuern auf den Verkehr zu legen, halte er für schädlich. Auf Versprechungen lasse er sich nicht ein, er fordere erst Entlastung, dann würde er erst eine neue Steuer bewilligen. Zu einer Reform der birecten Steuer sei er bereit. Abg. d. Maltzahn-Gülz: lieber die Wahlbewegung herrschten doch im Lande verschiedene Ansich'en. Mit Abg. Rickert richte er an alle Seiten des Hauses, vor Allem aber an Abg. Rickert selbst die Bitte, sachlich zu bebattiren. Von der linken Seite sei diesmal die Provocation erfolgt. (Beifall rechts.) Hierauf wird die Debatte geschlossen. Es erhebt sich eine persönliche Debatte, in der u. A. der Abg. Lasker dem Abg. Windthorst, welcher ihn gleichermaßen als Vertreter der Börse hingestellt habe, auf eine Provocation hin, nachweisen würde, daß er von der Börse mehr verstände, als er (Redner) selbst. Die Einnahmen der Reichsstempelabgaben werden hierauf genehmigt. Dann vertagte sich das Haus auf Dienstag 1 Uhr (Fortsetzung der zweiten Berathung des Etats. Sckluß nach V46 Uhr. Telegraphische Depeschen. Wolff*» tklegr- Correspoudenz« Bureau. Berlin, 5. December. AuS den Aeußerungen des Kaisers an daS ReichStagsprästdium theilt die „Kreuz-Ztg." mit, in der Verfolgung der in der Botschaft gesteckten Ziele liege die Ausgabe aller derjenigen, welche das monarchische Princip zu stützen gewillt seien. — Die „Nordd. Allg. Ztgerklärt auf Grund zuverlässiger Mitthei- lung die Meldung der Blätter von Verhandlungen zwischen Hamburger Persönlichkeiten und Commissarien des Arbeitsministers über den Ankauf der Berlin-Hamburger Bahn als der thatsächlichen Grundlage entbehrend. . — Der Kaiser befindet sich wohl und gedenkt Abends zur Göhrde abzureisen, um der morgen, daselbst stattfindenden Hofjagd beizuwohien. Prinz Heinrich trat deute früb die Reise nach dem Süden an über Hannover und Bielefeld, woselbst er seinen früheren Erzieher Dr. Hintzpeter besuchen will. Baden-Baden, 5. December. Die Rcconoalescenz deS Großherzogs macht gute Fortfchckite, derselbe empfing am Sonnabend eine aanze Reihe von Besuchen, insbesondere den Besuch der Prinzen Wilhelm und Karl, deS Mark- girnmg out bit ntstehm könnten Herr d. Ledell; Steuern, welche -gewicht m t den Man sollte vor- irkemt man das enden Klassen iu ntes Mittel, fr nchhrit adgelchnt nkreich 160 M der Börse wurde iseroatioen Leite ; für das beweg a§ litgtnb' erchsstemvelAesen t man allem btt setzen bereit. 3n ier enthalten. h- in eisersüchnge M! hört!) und ch in der 'W mricht'gg^^- Jntmobiliar^. ermogen entlaM leibe 8«r W® le'chsreglerung!« MdlungZ etwas Warfen Z jrjlem®«^ Sinne »'6'1 'm i hätten eine n r w b=8 Mj*£ Bon der "^Len alsd^' s&*‘ '„Mm b. £ fit- U"d ba 5 sich In ( a„,r ^.^etsvchM. **. lonj. - kirnen voL an ?U an den Verkehr °bn nich, bhnb *,nfn herrsch^ deutsche Bahnen hnabsoluiismu- laatSbahnsysirm werden hiaavs Pensionsfonds. abtzaben Iif. 3 l) «flirt Äba lentuale Börsen, 6 eintreten soll, . so würde leine chher sindm aber die Unter- nur neue Ber lgcsetz sinanj'ell itn Anträge an« Session anftr wesen- (Beisall velche es bewirkt ht habe und diese "ti.” Ä« i®bi:linLer r . .nhirjbi «•* 'uF “W> 8i" H der l“ 7975) Einer, hochreinen <8pieflelfchranf, eine Branfcfifte, sowie eine Partb'e sonstiger Model habe lch m Auftrag preis- würdig zu verkaufen. 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Zugstiefeletts empfiehlt in reeller Waare (kein Ausschuß) von Mk. -5L7S an das paar Großher,ogliche Obere Bergbehörde. In Vertretung: Pfannmüller, Geh. Oberbergrath. näckigm Widerstand und entka«. Sapitä, Brownrigg und 4 Mann wurde,, getödtet. __________________________________ Nchl1T*br richt. Mitgetheilt von dem Agenten d«S norddeutschen Lloyd in Bremrn M D i e^Nacdfolfl ^nSatlantischen Lelegraph-s Der Pottdampsn Rhein, Lapt. H «. K. Neynaber, vom Norddeutschen Ll.yd in Bremen welcher ™13- v^n Bremen und am 16. November von Southampton abgegangen war, ist heute S Uhr Morgens wohlbehalten in Rewyork angekommen. Donnerstag den 8. ds. M, Vormittags 10 Uhr, laß! Unterzeichn!«, .J Hacks.tmaschink» aeacn Baar versteigern. (owZ Langgöns. ® Handclsvercin Auf Grund § 9 der Statuten »ranffurt a M , den 6. De»br., Nachmittag« 2 Uhr — M'n '«LtlcflT Eoursber ck Mitgethe.lt durch daS Bankgeschäft Albert Äauf mann in ^tzen.), Ercdil actien 316V». Staatöb.-'^cllen 289, Galiller 270»/«^ Oeft. Silberr.nie b7 /b, Uuga E Goldrente 77^,8, 4°/° 1880er Rufien 73'/», 2. Orient-Anleihe j9'/i6, 5°/o Numämsche Rente 89»/». Lombarden 135»/,. Tendenz fest. _________ .. , —■ fleneraloerfammlung Donnerttaq dea 8. December, Abends 8 Ubr, im Cafe Ebel. Mittwoch den 7. Dezember, Nachmittags 2 Ubr, werden in der Flett'schen Hosraithe ^^^1°Schleudermaschine, 3 Nähmaschinen. 2 (Fommoben, 1 Standuhr, 1 Lopha, 2 Kleioerschränke, 1 Nabmaichme sür Sckudmacher, 1 Uhr, 1 Commode mir Glasaufsatz, 3 B and- Garren- laude" Jahrgang 7b—.8 und M-y-c s Conversations-Lextkon . meiitbtetenb gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 5. Dezember 1881. Bauer, 7972) Großh- Gerichtsvollzieher. Konkursverfahren. 7993) Heber das Vermögen des Wilhelm Horny von Müschen, beim w.rd heute am 2. Dezbr. 1881, NgchmittaaS 4 Uhr, da« Sonkursver. fahren eröffnet. Der Beigeordnete Heinrich Hann zu Muschenheim wird zum ftonfar«. Verwalter ernannt. Koaknrsforderungen find bis zum 21. Dezewbcr 1881 bei dem Gerichte anzumelden. ES wird i’JT Beschlußfaffung über die Wahl eine- anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines GlLubtgerausschuffes und eintretenden Falls über die in§ 120 der SonkurSorb. nung bezeichneten Gegenstände sowie zur ‘ Prüfung der angemeldeten For- herumen aus den 30. Dezember 1881, Vormittag- 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Ter- tnin a>.beraumt. Allen Personen, welche eine zur Äon- tursmaffe gehörige Lache in Besitz haben oder zur Soukursmaffe etwaS schuldig find, wird aufgegeben, nichts an den Gemrinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Derpfiichtung auferlegt, von dem Besitze der Lache und von den Forderungen, für welche sie auS der Sache abgesonderte Be« friedigung in Änspiuch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 24. Dezember 1881 Anzeige zu machen. Das Großh. Amtsgericht zu Sich. Langermann. Will. Bekanntmachung. 7977) Unter Bezugnahme aus die Art. 34 und 35 des Berggesetze- vom 28. Yanuar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Äenntniß gebracht, daß H:rr Heinrich van Heese zu Wiesbaden unterm heutige Tage mit den Estenerz - Bergwerken „Windhos-, „H eilig en berg und„Graß in den G-markungen Heuchelheim, Lumda und Hof-Graß, Kreise- Gießen, belieben worden ist. Etwaige Einwendungen gegen bief\r^cr^l^"9cnmb5 bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den DergwerkSetgenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht der Situationsriffe bei der Bergmeistern Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 1 Novembrr 1881- grasen Ma; und de- Fürsten von Fürstenberg, welche, um der Großherzogin ibrt GebunstagS.Glückwünsche darzubrmgen, Hieroer gekommen waren. Der Kronprinz und die Lronprinzesfin von Schweden haben heute Nachmittag die Rück.eise nach Stockholm angetreten und werden in Frankfurt, morgen in Neuwied und übermorgen in Berlin Nachtlager nehmen. München, 5. December. Der Wahlausschuß der Kammer der Abge- ordneten beschloß, die Safiition der Wahl bet Abgeordneten Born in Regens- bürg au beantragen. ___ , ,. ,, . b Leipzia, 5. December. Der Schuhmacher Friedrich Bünger, auS Berlin au-gewiesen und in letzter Zeit in Bockenheim bei Frankfurt wohuhast, wurde heute vom ReichSqericht wegen Handlungen zum Hockoerrgth, Beleidi. aung des deutschen Kaiser- und Vertreibung verbotener Druckschriften zu drei J'bren Z-ichthautürnfe und drei Jahren Ehrverlust verurthei't. Straßburg, 5. December. D?r Lande-au-schuß ist heute Nachmittag vom Statthalter, General'Feldmarschall v. Manteuffel, mit einer kurzen Ansprache eröffnet worden. Wien, 5. December. Abgeordnelenhaus. Der von dem Handels- mm.st.r vor-eltgtk äntTurf, betr. den ®"cbclunfleDertcbr mit b,m beut|d>en Zollgkbiel« b,stimmt, daß dir bi« »um 31. Dectmbet 1882 in da« dkutsche HoUaebiet gtftnbeltn Gewebe noch bi« längsten« den 30. Juni 1883 von dort mi Leredeluna«oerkehk ,urück^ebracht werden »onen. Nach dem 31. December 1882 auSaesührte Gewebe unterliegen bei ihrem Wiedereintritt in ba« «flff reichlich-ungarische Zollgebiet den Bestimmungen de«Z°lltarif«. — Di-^Wehr- gesetz.Novelle wurde mit überwiegender Majorität auf" der Bast« btt Special, bebaue angenommen, nachdem mehrere Redner für und gegen den Minister für die Lande-verthe»digung gesprochen hatten. Desth, 5. December. Im Abgeordnetenhause wurde Setten- der Regierung der Grsetzentwurs, betr. den VcredeluuqSverkehr mit dem deutschen Zollgebiete, eingebracht. Ferner wurde der Handelsvertrag mit Serbien genehmigt. Petersburg, 5. December. Alle Gerüchte von bevorstehenden mini- sterielleu Lertnderungen oder von einer Scheidung de« Ministerium« de« In- nern in zwei Abteilungen werden von der „Agence telegraphique ruffe al- vollkommen unbegründet bezeichnet. London, 5. December. »u« Zan,ibar wird gemeldet! Am 3. d«. griff der Sommandant de« englischen «riea»schiffe« .London', Brownrigg, mit 10 Manu in einem Boot. In der Nähe von P-»ba em arabische« Ccla- «„schiff a.i, welche« b f lran;»»iche Flag,« führte. Da« Schiff leistete hart- Haadel und Berfebt. iMtrbru, 6. Dezdr. «uf dem beuHflrn SBotbrnmarht kost«. Vui.e- sei W X 1.20 bi6 jl 1 25, ÄObntrttn 1 6div X 0 85 — 1.0*1, Äabnw v 6t X. 0 65-1.10 tinttn per Stück 1.20-1.20, «Ln,e per Pfund 40-50 4, WeUche per Stück X 11- 12 iX», OlbfenfleUld 62 4 X>« Pfd., Kub- in' ^fleif»45 bis 51, x ÄGlbflnldj 44—00 X Harun elf! eis L 45—60 X Slrwetnefleifcb 00 -62 X Äaxu^th. jj,T 100 Kilo X 3.00—4.00 Hwilliin per Ltr. X 6—8, DUch pet ölt« 16 und 18 A ffl i^haut 6t. ^Qemb„ (gruchrbericht.) Wehl Rr. 1 X 39 2 9h 3 x 32 50 9h. 4 X 2x 50-00, 9h 5 X 35.50, Roggenmehl ° , (Berliner Marke), X 28 50-0-, do- 1 (Berliner Mark.) X 26.50-27, do. U (Berliner Marke) X23, Wetz«' .ffretiv hiesiger ab Bahnhof hier X 25.00-00.00, ab unserer Umgegend X 24.75-35.00 do fr unter ft nach Qualität X 23.50—25.25, Roagen, je nach Qu^ULt^L 21.00—21^50 (Berfte X 18-19.50. Hafer 16 75-17.50, «ohlsamen X 27-28.50 (Irbim X W—& Wicken < 17.50- 18.00, Linsen X 20 -40, Bohnen, weiß«, X 33—25, Roggenklei« ffimenfld«, grob« und fein« X 0.-, RübSl, d«tail, X 64.- Stimmung f«st Hauptsächlich gelragk tvar: —. Dringend offerirt: — (Die Preis« per 200 Pfd. Zoügewtcht "" ^'»TanMuTt, 5. Dezember. Der heutig« Dtebmarkt war gut befahren, «ngetrieben waren tu 350 Ockfen und Stiere, 300 Kühe und Rinder, 330 Kälber und 600 Hämmel. Preise stellten sich: Ocksen 1. Dual. X 62-6«, 2. QuaL X "-60, Kühe uni Mnb« 1 Qual V 50-52 2. Qual. X 40-45, Kälber 1. Qual. X 54-56, 2. Qual. ^-5" Häm^l 1 DuaI. ^ 55-60, 2. Qual. 40-45 ^1«^ gewickt Sckn-em» wurden 6tMt Stück angeführt und da« Pfund mit 63 ^ bezahlt. 8 Grünberg, 4. Dezember. (Krucktpreift vom 3. Dezember.) Weizn, 24,-4, Sorn X 20 00 Gerste X 16.08, Hafer 15.80, Erbsen X 20.60. Linsen X 30,00, Wicken X 18IK), Lein X 00.00, Samen X 00.00, Kartoffeln 3.20. Durchschnittsprei» pro 100 Kilogramm. Speck 8 Lchmalr ernpnehll billigst (79$ AL Fl* off er. Iieikgeöoienes. 7991) Umzugtzhalber ist ein neu auf- aearbettete6, mit Ledertuch bezogene- Lopha zu verkauf n- Zu erfragen in der Erpcd. ds. Bl. Frisch eivgetroffeneü Mainier Sauerkraut 13. December 1. J 7984) L. Schmitt, Glaser, Kanzleiberg. 7981) , 7813) Seltersweg 43, Ecke der Plockstraße. T (8003 Geld - Tour-. s «5 16 16 20 16 16 9 4 r. h L- s Ankunft in Gießen von: Frankfurt l'2, 813, 938 * H« 2^ 43» 7» 836 *z 1312 ♦. Marburg 632, 730. Gaffel 2'3, 3'3*, 8“*, 11^ 430, u». Wetzlar 727, 940, ll33, 12^* 313 4» «u 832* 1120. ' EmSGoblenz 940, ll33,1258*, 3« 645, S3**. Deutz 1133, 4ft, 1120 Fulda 11« 4«, 10. Lauterbach 8«, 11« 4«, 10. Gelnhausen 9”, 3* G36. Nidda 6* 920, S38 636. * bedeutet Schnellzug. Die fetten Ziffern die Nachtstunden. 4. 16-20 14—18 31-36 66-71 72- 76 63 21-24 I. 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Lebensverficherunas Anstalt zu Darmstadt. Von Heute ab bis Ende Deeember werden die Renten an jedem Dienstag, Donnerstag und Samstag Vormittags von 8—12 und Nachmittags von 2—4 Ubr in meiner Wohnung (neue Bahnhofstraße) gegen Einhändigung der 1881er Coupons ausbezahlr. Die Rentenbe;ugsbercchtigten, welche mir nicht bekannt find, haben ihre Coupons auf der Rückseite mit den Lebens- und Aufenthalts-Attesten versehen zu lasten; auch können Nachzahlungen geleistet werden. Gießen, im Dezember 1881. Per Bevollmächtigte: I PH. Müller. Zu/ritckgesefst: Schleifen, Schürzen, Lavallieres, Tücher rc. Lager - Bier ä Flasche 20 'Pfg. empfiehlt (7987 J. Weber Stobt Lasset. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietfich) in Gießen. Hierzu eine Beilage. Robert Hans Seltersweg C. 59 | empfiehlt ein reichhaltiges Weihnachls-Lager | in Wolltüchern, Concert und Ball Umhängen in Wolle und Seide, Spitzen- und Chenille-Fichus, Kaputzen in großer Auswahl, Blumen, Schleiern, Vorsteekern, La- i vallicres, Kragen und Manschetten für Herren und j Damen, Garnituren, Schürzen in Seide, Panama, Lüster, ! weiß und farbig, seid. Damentüchern, Cachenez, Taschentüchern, Handschuhen in Glace, Wildleder und Burkin, ge- : strickten Handschuhen in allen Größen rc. * Export - Bier | ä Flasche 23 Pfg. X s Wermiethungen. 7304) Ein Zimmer mit oder ohne Möbel zu vermiethen. Ltndenpl. 244. 7205) Schönes Familientogis mit Zubehör, sowie em unmöbl. Zimmer zu vermiethen bei Jacob Dörr, Mühlgasse D. 81. Pfennig Sparkasse. 2E" den nächsten Erhebungstagen den 10. und 17.1. M. foU der Ausschnitt der Marken auS den SinlegebüchAchen behufs Einlaae tn die Spar- und Leihkaffe vorgenommen werden; es werden daher die Einleger vrrngend aufgefordert, an den genannten Erhebetazen die bereiis ertheilten Schuldscheine der Spar- und Lethkaffe zum Beischreiben von Kapital und Zinsen an den betr ffenden Erheber abmqeben. Mit Rückficht auf den Vorabend vor der» Christfest ^et am 2«. l. MtS. eine Erhebung an den Erhebestellen nicht statt. Gießen, den 6. December 1881. ______________Das Curatorium.______________ Das Einrahmen von Bildern und Spiegeln wird bei mir schön besorgt. von —.30 an, Höschen mit u. ohne Q Leibchen von JL — 60 an, Kleidchen in Wolle u. Baumwolle von JL —.70 U an, Röckchen in Wolle und Baum- f\ wolle von JL —.50 an, Strümpfe % in Wolle und Baumw. von JL —20. Q an, Corfets für Damen und Kinder n von JL —40 an. 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