Nr. 104. Samstag den 7. Mai 1881. Kießener 'Swiger APeige- Bit) Amisbkit für btn Kreis Gietzen. 8VIMW! echulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag». Preis vierteljährlich 1 Warf 20 Pf. mit Vringerlvdn. Durch bi« Post bezogen vierfeljLhrlech 3 Mark 50 Pt. Amtlicher Hfl eil. Bekanntmachung. In Folge Ermächtigung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen kündigen wir hiermit den Rest beS au- dem Aaufschilling für die Main-Weser« Eisenbahn von dem Oberhejsifchen Etsenbahnanlehrn vom 1. Juni 1876 zu tilgenden Betrag-, und zwar die Obligationen: Nr. 128—350 ü 2000 JL Nr. 7259—7680 L 1000 JL Nr. 15503-16351 ä 500 Nr. 46152-48000 und 66001-66323 ä 200 JL, zur Nückzahlung auf den 13. November 1881 Wir fordern demgemäß die Inhaber der gekündigten Obligationen auf, den Nominalbetrag mit Zinsen bi- incl. 14. November 1881 zwischen dem 10. und 15. November 1881 gegen Rückgabe der Obligationen und der dazu gehörigen nicht zahlbaren Zivscoupon- nebst Talon- bei der Haupt» flaattfaffr dahier um so gewister zu erheben, al- dieselben vom 15. November 1881 an nicht mebr verztenst werden und der Bettag der fehlenden ZinscoupoiS von den zur Rückzahlung berufenen Obligationen an dem Kapitalbetrag derselben in Abzug gebracht wird. Die auf den Namen von Kirchen, Schulen unv milden Stiftungen ic. eingeschriebenen Obligationen können nur nach Vorlage der nach Verfügung Großherzoglichen Ministeriums de- Innern vom 28. November 1873, zu Nr M. d. I. 12391, erforderlichtn Ermächtigungen gegen Empfangsbescheinigung der Rechner dieser Fond- zurückbezahlt werben. Wir erwähnen hierbei, daß durch Bekanntmachung vom 14. December 1880 die Obligationen obigen Anlehen- : Nr. 1 — 127 1 2000 JL Nr. 7001—7258 & 1000 JL Nr. 15001 — 15502 i 500 JL Nr. 44901—46151 a 200 JL zur Rückzahlung auf den 15. Juni 1881 berufen sind, und machen zur Vermeidung von wetteren ZinSoerlusten darauf aufmerksam, daß von den durch unsere Bekanntmachung vom 29. Februar 1880 gekündigten Obligationen diese- Anlehen-, und zwar der Stücke. Nr. 24897— 44900 ä 200 JL, eine größere Zahl noch nicht zur Einlösung gekommen ist. Darmstadt, den 28. April 1881. Großherzoglich Hessische StaatSschulden-Eommission. Micheli- I- Möllinger.Best. Deutschland. Darmstadt, 5. Mai. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben LllerguLbigst geruht: Am 30. Aprü dem Regierung-rath Mazmilian Frhrn. v. Wägern das Ritterkreuz 1. Klasse de- Verdienstorden- Philipps des Großmüthigen zu verleihen. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht: Am 4. Mai den früheren Landgerichtsass.stor Hugo v. Grolman au- Gießen zum Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Wald-M.chelbach und den Ge> richiSaccesflsten August Fabricius aus ÄrnSburg zum Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Oppenheim — zu ernennen. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog find mit Sr. Königlichen Hcheit dem Srbgroßherzog und Ihren Großherzoglichen Hoheiten den Prin- zeffinnen-Töchtern heute Nachmittag 3 Uhr 20 Miu. nach Mainz abgereist. Die Vorträge unb Audienzen im Gioßh. Neuen PalarS cefftren bi- zur Rückku, ft Sr. Königl. Hoheit des Eroßderzogs. Main), 5. Mai. Für den heute Nachmittag 4 Uhr bevorsteher.ben Empfang Sr. Königl. Hoheit deS GroßherzogS und der Großherzoglichen Fam.lie find von Seiten deS Königl. Gouverneur-, des Großh. Territorial. commistärS und de- Großh. Oberbürgermeisters nachstehende Anordnungen getroffen woiden: Sobald der E^trczug, mit welchem die Allerhöchsten Herrschaften fahren, sich der Rheinbrücke bet der Gustarsburg nähert, werden in den nächst« gelegenen Fort- 33 Salutschüsse gelöst. Dom Bahnhof bis zu dem Grcßh. Palm-, die Rheinftraße entlar g. bilden die hier garmfomnnten Großherzog- lichen Infanterie-Bataillone Spalier. Am Großh. Palais, woselbst die Aller, höchsten Herrschaften den Zug verlafien, ist feierlicher Empfang durch die Spitzen der E'.vll- und Militärbehörden. Da- gefammle OffictercorpS der Garnison wird zugegen sein. Dor dem Pala'.s nimmt eine Ehrencompagnie mit sämmtlichen Fahren Aufstellung. Am Abend findet großer Zapfenstreich, sowie ein Fackelzug statt. Berlin, 4. Mai. Die Königl. Eisenbahn-Directlon (rechtsrheinische) zu Köln ist mit der Anfertigung genereller Vorarbeiten für Eifenbahnen unter- geordneter Bedeutung einerseits von Altenkirchen, andererseits von einem zwi- schen Westerburg und Hachenburg belegenen Punkte zum Anschluß an die Deutz-Gießener Bahn beauftragt worden. Bockenheim, 4. Mai. In Bockenheirn bei Frankfurt a. M. ,st es zu einem Eonstict zwischen den Gemeindebehörden und dem EulruSmiwster v. Puttkamer wegen der Simultanlchulfrage gefommen. Ter Minister hat auf das Betreiben der Klerikalen des Ortes da- Fortbestehen oonsesfioneller Schulen cngeordnet, während die Gemeindebehörden eine Simultanschule ein- richten wollten. In Folge deffen haben von den 24 Mitgliedern 23, etnschließ- lich deS Vorsteher-, ihre Mandate alS Stadtverordnete niedergelegt. Arankreich. Pari-, 3. Mai. Nach auS Tuns vorliegenden Nachrichten find weh- rere Schecks, welche den heiligen Krieg predigten, verhaftet un2 nach TuniS gebracht worden. Der Dey hat ferne gewöhnliche Residenz in welcher er fich nicht sicher genug glaubte, verlafien und fich nach Bardo begeben. Paris, 3. Mai. Das uliramontane „Unisers" schließt heute einen Bericht über Algerien und die Uled-Grevy, wie die Araber bie Gebrüder Grevy als Gebieter Algeriens und Frankreichs nennen, mit dem Satze, daß die jetzige Wirthschaft in Afrika die Armee cor ihrer Bekehrung zum Garn- LettiSmuS bewahren werde. Allerdings zeigt fich Diele- als faul in der alge- rischen Verwaltung. Luch die Sriegsführung entwickelt Bräuche, die einer großen civilifirten Nat'vn unwürdig und einem so ohnmächtigen Feit de gegenüber kleinlich find. So schre bt der Berichterstatter deS „TempS" au- Kes. Scheraga, 29. April, ganz unbefangen, als sei das vollständig in der Ordnung: ^Die Brigade Gallaud hat eine Bewegung nach Bab-Usch gemacht, wo ein Dutzend GurbiS flehen, die nicht vertheidigt wurden und die man in Brand gesteckt hat; die Feigenbäume in der Umgegend wurden umgehauen.^ In einem anderen Berichte des „Temps^ wird gleichfalls gemeldet: ,Einige zwanzig Gurben wurden angesteckt; man zerstörte Alle-, wa- Werth hatte.- Am 1. Mai wurden die Raubzüge fortgesetzt, „He Husaren verbrannten 15 Gurben in Hanus'a Hegia- u. s. w. — Sidi Ali richtete an den Bev von TuniS solgendes^Schreiben: Die Schaiich Schaaba- und Reiter haben unS gemeldet, daß die Stämme von bin Franzosen in Folge ihrer Weigerung, Pferde und Getreide zu liefern, ange. griffen wurden. Mit besonderer Gewaltthättgkeit wurden die ScheikhiaS (SchiafiaS) behandelt. Man steckte ihre DuarS in Brand, indem man die Frauen wie die Männer tödtete. Die Verwundeten wurden zu dem Oberbe- fehl-haber geführt, der sie köpfen ließ. Die schwängern Frauen wurden selbst nicht geschont. Ich selbst sah in einem niedergebrannten DuarS zwei graue-, denen man den Bauch aufgefchlitzt, unb ihre Swber lagen neben ihnen. Ich mußte meinen Weg ändern, um solche Scheußlichkeiten nicht mit eigenen Augen zu sehen. Die Tinge sollen fich beim Kampf btt Ben Bachir ereignet hahen. Der Dty erhob nach Erhalt bieseS Schreibens sofort Protest bei bem französischen GtschäitSträger Roustan. Dieser sandte das Schreiben an den General Logerot , der Folgendes erwiderte: Suk-el Arba, 1. Mai, 4 Uhr Abends. Die von Si-Ali Bty behauptete Thatsache betreffs der von unseren Soldaten begangenen Grausamkeiten ist falsch. Niemals wird einem französischen Osficter einfallen, Verwundete tödten zu lasten, und ich, der Gereral, erbebe mit Er-tschloffenheit und Entrüpm g Protest gegen die von einem tunesischen Prinzen erhobene Anklage. Es .st gleichfalls falsch, daß schwangere oder nichtschwangere Frauen erwürgt wurden. Daß der Krieg in Tunesien mit abscheulicher Grausamkeit geführt wird, geht jedoch zur Genüge auS den Ttpeichen deS „TempS^ über die Razzias (Farre nenit eS „ReLvgnoscirungen") hervor, welche General 93incenbon'am 30. Apnl unb am 1. Mai gegen bie Shrumirs ausführen ließ. Der Bericht- et statt er schreibt: „Der General Vincenbon fanbte am 29. April baS 40. Linien>Regiment unb daS Jäger Bataillon zu Fuß zu den Uled-Eedra, d.e im Thal Wed.Dfchenana wohnen und die Hauptschuldigen bet den Einfällen in Algerien find. ES ist schwer, fie zu Grunde zu richten, da fie ihr Vieh, daS ihren Hauptteichthum ausmacht, in die Berge geführt haben. Es bleiben die Ernte, die Geiste in Dlüihe, seltene Fruchtbäume, einige Zelte und einige Gurbis übrig. Unsere 700 Maultbiertreiber, welche die Eolonne begleiteten, aber, heimsten die Gerste ein. Ungefähr 20 Gurbis wurden niebergebTanrt urb 5 Zelte weggenommen. Man vernichtet mit einem Worte Alles, Waden germgfhn Werth hat. Tie Leute der Gums erbeuteten eine große Anzahl von Hühnern. Unter den verwüsteten Ländereien befinden fich auch die deS Scheck der Uled-Erbra. Am 1. Mai würben bie Razzias bei ben Uleb.Cerra fortgesetzt, 15 Gurb s verbrannt unb 3 Zelte meggerommen. Ein KhrumirS, den man in einem bet Gurbis oo.fanb, wurde getödtet." Da bie Franzosen von einer großen Anzahl ton Arabern begleitet finb, so ist keineswegs un. Wahrscheinlich, daß wirklich Dinge vorgekommmen sind, wie sie Sidi-Ali mit hauptet, daß Raub der Beweggiund des Verbrechens gewesen sei, da die verstorbene \Hitnon nolohm HO II lleKrt^iA R k... X 4- ...... ..... Oft)i j fl >i t -. k . OD 4.,Lr.... ... ... .. , . . . .. . . eigenen Augen gesehen haben will. Uebrtgens sind Nothzucht und Mordthalen selbst bei gewtsien europäischen Armeen feine Seltenheit. — Bet ver Razzia, welche die Truppen des Generals Vtncendon am 1. Mat machten, wurden bte Franzosen übrigens von den Khrumiis angegriffen, einen Augenblick befanden sie sich sogar in einer ziemlich bedrängten Lage, aus der sie erst herauskamen, als bedeutende Verstärkungen anlangten. Vermischte-. .qn Mannheim, 3 Mai Heute früh ging wieder ein großer Trupp Auswanderer, etwa 430 Unionen, bestehend aus Mannern Frauen und Kindern jeden Alters, die heute Nacht hier übernachteten, per Dampfboot ab. Ihr Reiseziel ist Nordamerika, ihre seitherige Heimath Lokales. Gießen. 6. Mai Auf Einladung der Kriegerkameradschaft zu Frankfurt a. M wird fick der hiesige Kriegerverein mit Fahne an dem den 8., 9. und 10. Mai daselbst stattfindenden Friedensfefie betheiligen. Da bekanntlich Frankfurt in jeder Beziehung meisterhaft versteht Feste zu arrangiren. die Eisenbahnen einfachen Fah'preiS bewilligt haben und sich so manche Kameraden wieder grmüthlich zusammenfinden, dürfte dieses Fest ein recht schöne« werben Wie wir hören, wird der diesige Verein Sonntag Morgen mit dem Zuge 6« hier abfahren - Der Schweinehirt von Hattenrod wurde bei Ausübung seines Dienstes von dem Gemeinde-Eber so angeschlagen, daß er schwer verletzt in die hiesige Klinik verbracht wurde — Auch der zweite Vortrag dcS Herrn Amberg, diesmal ausschließlich dem Gebiete der Physik entlehnt, bot des Jnteresianten sehr viel. Es wurden wiederum die neuesten (5nt> Deckungen dem Publikum vor Augen geführt und ausführliche Erläuterungen gegeben Reicher Beifall der allseitig zufriedengestellten Besucher lohnte den Vortragenden. 8 8 " Die Ermordung von Sultan Abdul Wz. hiihpt J" Lmidon schreibt: Die Ermordung von Abdul Aziz bildet noch immer den Hauptgegenstand der Unterhaltung in Konstantinopel. Die ein; gleitete Untersuchung wird Tag und Nacht fortgesetzt; dieselbe hat bis jetzt nachstehende merkwürdige Thatsachen ans L.ckt gebracht: Es scheint, bofe eine der Freuen von Mahmud Damad s Harem um sich nir eine üble Behandlung oder Vernachlässigung zu rachen, die Gnzelhetten deS Verbrechens enthüllt hat D.e Aussagen dieser Krau führten zu der Entdeckung, daß ein verzweigtes Complott organisitt worden war um den verstorbenen Sultan aus dem Leben zu schaffen. Es finden täglich Verhaftungen statt. Den im Verlauf der Untersuchung gemachten Aussagen zufolge, wurde nach dem Sturze von Abdul Aztz cm aus Hussein Avni Pascha, Damad Pascha und Nuri Pascha sowie zwei Ex-Großvezieren, Midhat Pascha und Mahmud Ruchdi Pascha bestehendes Comite gebildet, um den Tagen von Abdul Aziz ein Ende zu bereiten. Auch wird be- Mazestät große Reichtümer besessen hatte Auch stelle sich im Verlaufe der'Untersuchung heraus, daß sämmtliche hohe Peisönlichkeiten, die an der Ermordung von Abdul Aziz betheiligt waren, zu einer Zeit d-e Absicht hatten, alle Mitglieder der Kaiserlichen Familie, mit Ausnahme des derzeit herrschenden Souoerains Murad, um's Leben zu bringen, und daß ein gewisser Beamter, zur Zeit türkischer Botschafter an einem europäischen Hofe, von dem Complott Kenntniß hatte. Es wurde ein Diner veranstaltet zu welchem alle kaiserlichen Prinzen eingeladen waren, in der Absicht, sie zu evmorben' Der regierenbe Sultan, bamals Thronfolger, ahnte Verrath, lehnte die Einladung ab und veranlaßte andere Prinzen, wegzubleiben. Es werden noch weitere hohe Persönlichkeiten im Verdacht gehalten, an der Ermordung von Abdul Aziz betheiligt gewesen zu sein. Suleiman Pascha,Lamdy Pascha, Redff Pascha und Hafuz Mehemed Bey sind als der Mitschuld verdächtig nach der Hauptstadt berufen worden. Sämmtliche Angeklagte, welchem Stande sie auch angehören mögen, werden demnächst vom höchsten Gerichtshöfe abgeurtheilt werden. Die Art und Weise, in welcher Abdul Aziz ermordet wird wie folgt geschildert: Ein gewisier Fahri Bey, zweiter Kammerherr von Abdul Aziz welcher das volle Vertrauen seines Herrn besaß, wurde zur Vollziehung des Verbrechens gewählt. Zu einer bestimmten Stunde stellte Fahri Schildwachen vor die Thüren des Zimmers, welches die Mutter des Sultans bewohnte, und in unmittelbarer Nahe der Gemächer des unglücklichen Monarchen auf. Die Schildwachen und Eunuchen des Palastes erhielten Befehl, der Mutter des Sultans nicht zu erlauben die Zimmer ihres Sohnes zu betreten, und dieselbe, falls sie Gewalt brauchen sollte' zu tobten. Gleichzeitig führte Fahri Bey insgeheim zwei weitere Eunuchen und einen berufsmäßigen Ringkämpfer Namens Pomak Ibrahim in das Zimmer des veryorbenen Sultans. Fahri warf sich nunmehr auf sein Opfer, drückte es auf das Sopha nieder und verhinderte es um Hülfe zu rufen. Sodann befahl er Ibrahim, die Adern des Sultans mit einem Dolche zu öffnen, während dessen Füße von zwei Schwarzen ge halten wurden. Ibrahim machte sich daran, den Befehl zu vollstrecken, und öffnete zuerst eine Ader am rechten Arme Der Sultan, welcher eine beträchtliche Muskelkraft besaß, versuchte feine Mörder abzuschütteln, und gelang es ihm in der That, sich von dem Griff Fahri's frei zu machen. Letzterer faßte jedoch fein Opfer von Neuem und führte mehrere Streiche von solcher Gewalt gegen dasselbe, daß er dem Sultan mehrere Zahne emschlug, während Ibrahim an den Adern des linken Armes herumhackte. Schließlich fiel Abdul Aziz, von Blutverlust erschöpft, ohnmächtig zu Boden. Die Mörder befahlen hierauf, daß Jedermann sich ruhig zu verhalten habe, und verließen ganz sicher, baß ibr Opfer binnen Kurzem ben letzten Athemzug gethan haben werbe' das Zimmer, nachdem sie dem Sultan eine in Blut getauchte Scheere in die Hand gedrückt und die Thüre des Zimmers sorgfältig verschlossen hatten. Wenige Minuten spater kehrte Fahri Bey, der sich den Anschein gab, soeben im Paläste eingetroffen zu sein, nach dem Schauplatze des Verbrechens zurück, klopfte an die Thüre, als verlangte er die Befehle seines Herrn, stellte sich, da er feine Antwort von Innen erhielt, beunruhigt, brach die Thüre auf, betrat das Zimmer und erblickte den in feinem Blute schwimmenden Sultan. Seine Rolle vortrefflich spielend, weckte er durch sein Geschrei und Klagen die Hausgenossen. Die Mutter des Sultans, die Frauen dcS Harems die Kinder und Dienerschaft eilten nach dem Zimmer Inzwischen wußte Fahri alle Anwesenden von der Aufrichtigkeit seines geheuchelten Schmerzes zu überzeugen und Alle m dem Glauben zu bestärken, daß der Sultan in einem Anfall von Schwermuth allein in seinem Zimmer Selbstmord begangen habe. Die Mörder selber haben vorstehende Schilderung während der Untersuchung im Palafte und nachher als eine wahrheitsgetreue anerkannt. Bislang ist Damad Pascha der Einzige, welcher seine Theilnahme am Verbrechen leugnet, trotz der gegen ihn vorliegenden erdrückenden Zeugenaussagen. Die Motive, welche den Sultan bestimmt haben, trotz der großen Einwendungen welche Said Pascha und einige andere Minister dagegen geltend gemacht haben einen Proceß gegen die Urheber des Mordes des Sultans Abdul Aziz zu beginnen sind in großes Dunkel gehüllt und die verschiedenartigsten Gerüchte hierüber im Umlauf. Den einen zufolge soll der Fürst Jmeritinski, welcher kürzlich dem Sultan die Thronbesteigung des neuen Zaren notificirte, ihm in dessen Namen geraden haben einen Konigsmord nicht ungestraft zu lassen. Anderen zufolge sollen angesehene Ulema's dem Sultan oorgestellt haben, daß das Khalisat besudelt sei, wenn einer der Khalifen unter der Beschuldigung verbleibe, einen Selbstmord begangen zu haben. Diese beiden und ähnliche Angaben sind unrichtig und die Motive sind ganz andere. Im türkischen Volke sind zwei Ansichten tief eingewurzelt. Der eine Glaube besteht darin, daß Abdul Aziz ermordet worden sei, und der andere Punkt, an ben das Volk fest glaubt, ist die Ansicht, baß Sultan Murab ölos an einem Anfall von Säuferwahnsinn gelitten, jetzt aber feine Vernunft vollständig wieder erlangt habe. Obschon dieser letztere Glaube vollständig unrichtig ist und an dem Wahnsinn Murad's nicht gezweifelt werden kann, so hatten sich doch geheime Feinde des Sultans dieser oolks- thümlichen Vorstellungen zu ihren Zwecken bedient, namentlich so lange die Urheber des Mordes Abdul Aziz' ungestraft blieben und diese Feinde des Sultans im Geheimen fragen können, weßhalb er sie ungestraft lasse. Durch die Verhaftung der Mörd-r hat der Sultan dem Volke in dem ersten Punkte Recht gegeben und durch den Proceß selbst soll bewiesen werden, baß bie Urheber bes Mordes sich in der unmittelbaren Umaebuna des Sultans Murad befunden haben. In diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, daß der Sultan außerdem durch diesen Proceß die Freundschaft des Zaren gewinnen wolle, weil er nicht nur einen Kömgsmord nicht ungestraft lasse, sondern auch dadurch an den Tag lege, daß Nihilisten in der Türkei kein Asyl finden würden. In einigen Kreisen heißt es, daß der Sultan durch seine Polizei schon seit einiger Zeit auf Jntriguen und angebliche Verschwörungen aufmerksam gemacht worden fei und daß er daher gegen ferne Feinde energisch auftreten müsse, um ihnen zuvorzukommen Man fragt sich aber mit einiger Besorgniß, ob so viele hochgestellte Personen bie fick' vielleicht bedroht sehen, ruhig abwarten werden oder ob sie sich nicht selbst rühren werden. Diese Anschauungen sind natürlich höchst übertrieben, aber sie müssen erörtert werden, um zu zeigen, wie selbst die griechische Frage hier in den Hintergrund getreten ist vor der Perspective, welche dieser Proceß geöffnet hat. Bisher sind 9 Personen, des Mordes beschuldigt, verhaftet worden. Der Lauvt. morber, welcher beschulbigt ist, Abbul Aziz erstickt zu haben, ist Mustapha Vfcklivan von Angora. Unter den Paschas, die von Mahmud Bep, der mit ber Unter umuna beauftragt ist, hierher berufen worben finb, befindet sich auch Mehemed Ruschdi de7 zur Zeit der Ermordung des Sultans Großvezier gewesen ist. Derselbe befindet sich im Exil auf feinem Landgut zwischen Aidin und Smyrna und hat geantwortet daß er zu krank und zu alt sei, um die Reise unternehmen zu können. ' Man versichert auch daß Sadullah Bey, der jetzige Botschafter in Berlin, nach Konstantinopel berufen worden fei. Sadullah Bey kann natürlich nicht verdächtigt werden, aber er war erster Secretär des Sultans Murad zur Zeit des Mordes und unterzeichnete alle Jrades in seinem Namen wahrend des beginnenden Wahnsinns Murad's, und seine Zeugenaussage wird daher als wichtig betrachtet Unter allen Umständen wird dieser Staatsproceß sehr wichtige Consequenzen im Gefolge haben- Atatteu. Nom, 3. Mai. Deputtrtenkammer. Rubini richtete die Anfrage an die Regierung, ob eS wahr sei, daß die französischen Truppen Bizerta besetzt haben. Der Minister des Innern, Depretis, bejahte die Anfrage und fügte hinzu, daß dieses Faktum das Verhalten und die Anschauung der Regierung nicht zu ändern vermöge. Rubini glaubt, die Kammer werde von dieser Erklärung Akt nehmen. Selegraphische Depeschen. telegr. Evrresponberrz-Varrari. Wiesbaden, 5. Mai. Se. Majestät der Kaiser machte gestern mit der Frau Großherzogin von Baden eine Ausfahrt und erschien Abends im Theater. Zum Diner haben heute der Landgraf und die Landgräfin von Heffen, sowie die Prinzesstnnen Elisabeth von Heffen und Marie von Meinin. gen Einladungen erhalten. Die auf heute angesetzt gewesene Parade fiel wegen des Regenwetters aus. Dresden, 5. Mai. Das „Dresd. Journal" meldet: Der König und die Königin reisen am 11. Mai nach Ems, wo der König die Badekur gebraucht. Morgen Mittag treffen der Prinz und die Prinzessin Wilhelm von Preußen zum Besuch am königlichen Hofe ein und reisen Abends nach Wien weiter. Berlin, 5. Mai. Der Reichstag erklärte die Wahl deS Abg. v. Schlteckmann für ungilttg, dagegen die Wahlen de« Abg. v. Grote und v. Bethmann-Hollweg für gUtig. Es folgt sodann die Berathung der Vorlage betreffend Abänderung der Verfaffung (der Abg Maiquardsen begründet den Antrag der Commission auf jährliche Einberufung deS Reichstags im October, im Uebrigen die Vorlage) abzulehnen. Abg. v. Maltzan-Gültz empfiehlt den Antrag der Conservativen, welcher die jährliche Einberufung des Reichstags festhält, aber vierjährige LegiSlatur- und zweijährige Etatspertoden etnführen will. Retchenspergcr platdirt für den Antrag der Commission und empfiehlt die Aufnahme einer Bestimmung in d.e Verfaffung welche das gleichzeitige Tagen der Landtage und des Reichstags verbietet. Bennigsen bemerkt' die zweijährige Etatsfeststellung sei bet dem Schwanken der wirthschaftlichen und politischen Derhältntffe unmöglich. Wenn die Conservativen von einer Ermüdung des Reichstags sprächen so liege da« in dem unklaren Verhältntffe der Parteien zum Reichskanzler und in der Ungewißheit, welche Parteicombinatton der Gesetzgebung schließlich ihr Gepräge aufdrücke, er empfehle daher den Antrag der Commission. Auch die Conservativen des preußischen Landtags hatten die Nothwendtgkeit anerkannt, den Retcksetat vor dem Landesetat festzustellen. Der Reichskanzler Fürst Bismarck erwidert, der Vorrel-ner mache der Regierung ben Vorwurf, daß ihre Vorlagen und Reden im Parlammtc auf die nächsten Wahlen htnzteltcn. Die Regierung fürchte die Wahlen nicht, sie habe auch gar kein Recht, die Nation über ihre Ziele im dunkeln zu laffen. Das Volk sei müde, sich von der FracttonSpolittk abhängig zu wissen. Der Antrag wegen Zusammentritts deS Reichstags im October sei eine Rücksichtslosigkeit gegen die Minister und Beamten, die dann im Juni zufammenbletben müßten, wo die Parlamentarier ermüdet aus den Parlamenten herauskämen. Der Antrag fei ferner ein Eingriff in die persönlichen Rechte des Kaisers, die im Reichstage nicht zur Diskussion ständen. Die Zeit für die Ein bcrufung des Reichstags sei der Winter. Der Abg. Bennigsen habe gesagt, früher sei Großes in der Gesetzgebung geschehen, jetzt gehe cS damit nicht vorwärts Dem gegenüber erwidere er (Bismarck) der Reichstag habe auch jetzt noch große Aufgaben, erwerbe dieselben aber nicht lösen können, wenn im Reichstag die Berufsparlamentarur die Herrschaft hätten die zwar sehr geübte Redner aber mit den Volkstnteressen nicht am vertrautesten seien. Bennigsen der am Zustandekommen deS Reichs selbst mitgearbeitet, möge doch zur Retchspolitik und zur Retchs- regterung mehr Vertrauen haben, die Nationalltberaien handelten unrecht, wenn sie sich einer Coalitton anschlössen, die btS zur Sozialdemokratie bingehe. Richter (Hagen) weist die Behauptung, daß die Soctaldemokratie mit dem Fortschritt im Cartellvertrage stehe als eine unwürdige Verdächtigung zurück (Rufe: Oho! und „Zur Ordnung"). Der Reichstag vertagte sich dann auf morgen. — Die Stempelsteuer Commission hat bte erste Lesung bcenbct unter Hinzufügung einer UebergangLbestimmung unb eine RedacttonScornmijsson von bret Mttgliebern mit der Vorbereitung für bte zweite Lesung. Die Commission für das Gerichtskostengesetz lehnte alle auf Herabsetzung der Pauschquanta im Proceß abzielenbe Anträge ab. Die Commission für das Unfall-Ver- sicherungSgesetz kam btS zum § 47 und nahm den § 19 mit einem Amendement Frankenbera an wonach die staatliche Versicherungsanstalt verpflichtet ist, den Bescheid über die Annahme oder Ablehnung deS Versicherungsantrages binnen vier Wochen zu ertheilen, und mit einem Antrag Lieber, wonach der Unternehmer im Falle der Ablehnung für die Prämie allein haftet. Zu S 23 und 26 wurden unwesentliche Acnderungen beschlossen. — Geh. Ober-RegterungSrath Bosse ist zum Direktor der wirthschaftlichen Abtheilung im ReichSamt deS Innern, Geh. Ober RegterungSrath v. Möller im ReichSamt des Innern zum Unterstaatssecretär im preußischen Handelsministerium ernannt. Geh. Ober Regterunasratb Lohmann tritt alS erster Rath in daS Retchsamt des Innern. Athen, 5. Mat. Die Mitthetlung der Gesandten der Mächte, daß die Pforte dte vorgeschlagene neue Grenzlinie vorbehaltlos angenommen habe, erfolgte durch eine Collectivnote, welche dem Ministerpräsidenten Komunduros von den Gesandten in corpore überreicht wurde. Am Schluß dieser Note heißt eS, daß dte Mächte dte rasche Erledigung der Angelegenheit sich lebhaft angelegen sein laffen würden. Paris, 5. Mai. Das vor. den Intransigenten zum Zweck der Verhinderung der Hinrichtung der wegen Theilnahme am Petersburger Attentat vom 13. März verurtheilten Jeffe Helsmann für nächsten Sonntag projectirte Meeting ist von den Behörden verboten worden. Nachrichten aus Algier zufolge haben die französtschen Truppen die zur Concentrirung erforderlichen Bewegungen beendet und werden nunmehr unverweilt zum Angriff auf die Hauptposition der Khrumirs bei Abdallah Bentjemet vorgehen. e-,, 6®opha nieder 'i du Adern des H Schwarz g, ^en, und Sfinttf WeMuhLi 'r That, fid) üon von Neuem und 11 Sultan meheere lnes herumhackle ZU Men. Dir >e, und verlieben. Han haben werde, ! in die Hand gt Wenige iKinuten le eingetroffen ,u irt, als verlangte nm erhielt, deun- in seinem Älute urch sem Geschrei uen des Harems, wußte Fahri alle u überzeugen und von Schwermutb selber haben oor- nachher als eine ge, welcher seine nden erdrückenden en Einwmdungen, rächt haben, einen beginnen, sind in im Umlauf !cn ültan die Thron- then Haden, einen rgesehene Ulema's iner der .tkhallfen en. Diese beiden Der eine Glaube untt, an btn bas niaü von Sämtr- gt habe. Obschon m "41 Itanä bltlir oo : lange btt IM*i tans im Geheimen , beriW'r. ,a i btn^or'B W ([baren Umgebunz ,n üUfenbem burl . nicht nur emen egedaßNiMn ;i schon seit einiger m worden se> n zuvorzukommen Personen, die sieb sie müßen erörtert ntergrunb gel ass [bÄtft4"n e**“* '* . ktiva «•Ja*** an, wirb Rn'ttfinc'- verbr^ ^ *s& Baven und öütucmbirg SB»e wie be^üilid) ter eu«tranbt(ung weiter dernthmen. find He Sch,ff. ab Bumcn und Hamburg tnetil d.« Üint« Juni durch totgannftc «uiwanoeta voll- ftancia besetzt und diejenigen aut holländtichen und f.arizösijchm HLfi« dl« TO litt Jun». Marburg, 5. JÄai. flm vergangenen Sanataq entstard auf dem Lhaufiehau- bei Ceialbotf zwischen den «urschen der Umgegend eine Schlägerei, tle so großartig war. daß der Wnlfe auf den «oben flüchten mußte und ein vu,sch mit der lande-bdlichen Wagenrunge derart auf den Kopf geschlagen wurde, daß derselbe in die hiesige Klinik gefahren werden mußte. Auch da- Messer spielte io einem späteren Äftc eine Roll,, denn einer der d.theiUgten vuuchtn bat noch eine halbe abgebrochene Messerklinge im Kopse stecken. Frankfurt a” TO. 4. TOat. sPatent» und Musterschutz.«u-stellung.j Der Betrieb der aularfleQten Arbeit-Maschinen, die unter Aufsicht de- «etrieb--Ingenieur- Herrn Glöckner Veden wird bewirk, durch II Stück Vetrreb--Dampfmaschinen uon ta. 2(X' Pferdek,ästen und 15 Stück Gatzkraft'maichiven mit 40 PferdekrLften. Die vetneb-maschmen find von den verichiedensten Konstruktionen, Wannieck, Loümann, Hartung k., somit verschiedenen tientib unt VrLeision-. Steuerungen Daneben sind noch viele kleinere «otoren auf gesteh darunter eine 3 Lvlindermaschine, rottrende Dampfmaschinen, eine Durbine, Lokomobilen x. Den Dampk Uefen, 11 Stuck Dampfkessel nach den verschiedensten Systemen. Die Dampfkessel find in 4 vermiedenen Kefielhäusern untergebracht, von denen da- am Nordende de- Platze» die 4 größten Dampskeflel enthält. Am Lauptemgang liegt da- Kesielhau- für die natürliche üi-bahn und La» lti-wnk mit 2 Dampfkesi'ln von zusammen 30 PferdekrLften. Südlich vom Li-werk liegt die Pumpstation, welche La- Wasser für den ganzen Betrieb der Dampfkessel, Romainen U. Uefrtl. Südwestlich von der Pumpstation befindet sich eine elektrische Anlage mit 2 Dampf- kefieln von 20 PferdekrLften. nördlich hiervon stehen noch 2 Dampskeflel, weiche die Druckerei und die ^ündholzfadr.k betreiben. Die Au-stellung-güter wnden vurch einen fahrbaren Dampf, trafen au- der Maschinenfabrik von Gebe. De.-müller in Frankfurt o. TO., au- den Güterwagen in een Hauptpalast und die dahinter liegende balboffene Halle befördert. Dieser Dampftrahn ist nach einem vollkommen neuen Plane au-geführt und ist e- möglich, mit demselben zu gleicher Reil zu Heden, zu senken, zu drehen und zu fahren. Die TOarimallast, welche der Krahn hebt deiräat 5000 Kq Heute wurde zum ersten TOale da- große Pumpwerk in Beirieb gesetzt und mülelft deflelben in kürzester Zeit die Füllung de- vom Gärtner Llauer angelegten Weihers bewerkstellia,. Da- Pumpwerk arbeitete in vollständig zufriedenstellender Weise. Hanau, 2. Mai. Auf der Langendiedacher Lhauflee beraubten und mißhandelten aestern zwei Tambour- de- 97. Regiment- zwei Knaben und versuchten außerdem einen Dieh- binbler den sie an seinem Beben bedrohten, zu berauben. Der Gemetndesörster von langen^ biebad), welcher den Bedrohten auf ihr Hülferufen zum Beistand derbeieilte, wurde von den Attentätern entwaffnet. Heute bei Antritt der beiden Bataillone wurden die Uebel feaite een den Beraubten eruirt und sofort in da« TOtlitärgefLngniß zur Untersuchung abgefuhrt. — Qtne Gesellschaft Hanauer wurde gestern böowilligerweise bei Dettingen von acht bayerischen Jägern de- in Aschaffenburg garnifonirenden Bataillon- angegriffen, wobei einige der Etviltfien bedenNiche Hiebe mit den Aatagan- erhielten Der in Dettingen stationiere Gendarm ermittelte die Samen der Dhäter und ist Anzeige an da- Bataillon«'Lommando bereit« erstattet. Handel und öerfebr. Limburg, 4 Mai (Fruchtmarkt.) Rotfeer Weizen Jt 20 30, Weißer Weilen JC. 20.20, Korn JL 16.70, Gerste 11.10, Saatgerste 11.20, Hafer JL p 00, Erbsen X. 0 00, Kartoffeln - 50 Kilo .* 0.00. (Durchschnitt«prei« pro Malter.) Irischbäcker in Gießen. Sonntag, den 8. Mai Jacob Aliagelhöffer, Wallthorstraße. Wilhelm Lang, Marktstraße. August Noll, MLu«burg. Kirchliche Anzeigen | der evangelischen Gemeinde ruGießen. Gottesdienst: Samstag, den 7. Mat. Nachmittag« 2 Uhr Beichte: Pfarrer Dr. Naumann. Sonntag, den 8. Mai. Morgen« 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Lonfirmation der Mädchen und Feier de« heil. Abendmahl«. sDie Gemeinde wird gebeten zu berücksichtigen, daß die zehn ersten Sitzreihen vom Altäre au« für die Angehörigen der Lonfirmandinnen bestimmt sind.s Nachmittag« au«nahm«wetse 2V, Uhr: Dr. Buchhold. Nach beiden Votte-diensten Erhebung einer Kollekte für die Armen unserer Gemeinde. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 7. bi« 14. Mai besorgt Pfarrer Schlosser. Jeilgcboteurs. 3238) Eine neue geräumige Scheuer, 8 m lang und 8V1 m tief, wegen Sterb» fall auf den Abbruch zu verkaufen. NöbereS bei 3234) Don heute an verzapfe ich gute- -Kro|öorfer liier m der Wirtschaft. W. Aey, Frankfurter Straße. Feuerwehr^ Ausrüstungen sowohl zur completen Ausrüstung ganzer Gorpö, wie auch alle in das Feuerwebrfach einschlagende Stücke empfiehlt die Feuerwehr-Requisiten- & Mllltalr-Effecten-Fabrik von H. Hüller de Ce., Cffenbach a. Main Illustrirte Preisliste auf gesl. Wunsch ßrat: und franco. Muster gerne zu Diensten. Kochgeschirre roh, verzinnt und emaillirt, empfiehlt (2826 Willi. Seibert ,JS?arftffr. Königs-Reis-Siarke (unübertroffene- Fabrikat zum Stärken der Wäsche) empfiehlt (1810 Emil Fischbach. ^Nilitär-Hosen, fertig und nach Maaß, offertrt frankfurter Waaren-KaMr, 3120)___Schulstraße 17.__________ Kleesamen, Grassamen empfiehlt billigst (2825 Wilh. Seibert, Marktstraße. Gesucht ein Tapeziergehülfe von 3185)_____________Aug. Osmann. 3225) 3n der gynäkologtfchen Klinik zu Gießen macht sich die Anstellung eines Hau-dieaers nothwendig. Ein unoer- betracheter Invalide, der im Stande ist Botendienste zu thun, wird bevorzugt. Gehalt 200 JL bei freier Station. Neben- einnahmen in Aussicht gestellt. Antritt 1. Juni er. Die Direetion der Großh. Entbindungs- Anstalt zu Gießen: _____________Ahlfeld.______________ Restauration „zum Stern‘c. Vorzüglichen Mittags tisch im Abonnement 85 (2768 “3246) Ein MLdchen, im Kleidermachen sowie im Bügeln geübt, sucht Beschäftigung. Näheres bei der Cxped. d. Bl.___________ 3248) Eine Damenschneiderin sucht Be- schäftigung. Zu erftagen in der Exped. Der von mir unterm 30. April er. gegen den Ludwig Leib, 26 Jahr alt, Sohn von Johann Georg Leib (Peters Sohn) au« Gleiberg «rlaffene iVleckdnes ist durch Verhaftung desselben erledigt. Wetzlar, den 5. Mai 1881. Der Künigl. AmtS-Anwalt. 3352)_______Moritz. Holzvcrftcigcrung im (Äießener Ltadtwalde. Montag den 9. Mai 1881, von Vormittags 9 Uyr an, soll im Gießener Stadtwalde, in dem District Venu-berg, nachverzeichnete- Holz versteigert werden: Bau-, Werk- u. Nutzholz: 455 Fichten- und -iefern'Srämne mit 91,39 Fstmlr., 1515 Fichtenstangen mit 104,06 Fstm Die Zusammenkunft ist auf dem Gxercierplatz. Girßen, am 3. Mai 1881. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. (3160 Diknstsg dkn 10. Mai, Nacdmttta^S 2 Uhr, soll auf dadiesigem Onsgericht die Hof- raitbe und Grundstücke deS Daniel Weller V., dahier gelegen, und die der Gemarkung Heucheldeim wie solche tm । Gießener Anzeiger vom 17. April beschrieben sind, nochmals versteigert werden und wird die Genehmigung bei annehmbaren Gebot sofort beantragt. Gießen, den 2. Mai 1881. Großherzoal OrtSgericht Gießen. 3108) Müller________ Dirnliag Örn 10. Mai, Nachmittags 2 Uhr, sollen die Immobilien des Heinrich Kuhn dahier, auf dahiesiaem onsgericht, wie solche tm Gießener Anzeiger vom 21- April beschrieben sind.nochmalsverfte,geN werden und wird bte Genehmigung bet annehmbaren Gebot sofort beantragt. Gießen, den 2. Mai 1881 Großherzogl. OnsgrNcht Gtchcn. 3109)_____Müller.__ Lamftag dm 7. Mai, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flett'schen Hosraithe versteigen werden: 1 Schrank, 1 Spiegel, 1 Sopha, 1 Kommode, 1 Nähmaschine, 2 Oeldruckbilder. 3221) Bauer, Gerichtsvollzieher. 3251) Die auf Samstag den Mai in der Südanlage C. 40 anberaumte Versteigerung fällt aus. Bauer, Gerichtsvollzieher. 3193) Auserlesene Steckkarloffeln verkauft Oeconom Helfrich. Allgemeiner Anzeiger. P-s- Urrfjlni HaiÜeMeneichomg sowohl in Gläsern als lose zu haben in (,3250 Carl Schwaab’s gtlicnttlfenljBiiiiluita. K. Pb. Schmidt, Wrmacher, 937 Bahnhofstrasse 937 erlaubt sich hierdurch sein Lager in Gold - und Silberwaaren, sowie ein schön assortirtes Lager in goldenen und silbernen Taschenuhren, Regulateurs etc. zu soliden Preisen bestens zu empfehlen._________________________(2022 VefaMWel als Franzen, Perlborden. Blonden Hntipfe zu allen Stoffen passend, Metallechliessen empfiehlt in grosser Auswahl zu billigen Preisen l.24 Robert Haas, Zeltersweg L. 59. Feinsten reifen Limburger Käse per Pfv. 45 feinsten reifen Rahmkäse per Dfd. 60 saftigen Schweizerkäse per Psd. Jt 1.— empfiehlt (2968 S. Elsoffer, 205. Marktstraße 205. Geschälte Victoria-Erbsen, Thüringer kleine Bohnen, Heller-Linsen, von ausqezeichneter Kochart, empfichlt 79) Fr. Seibel. 3191) Mehrere alte Treppen zu per- toufen bei I. H. Fuhr, Sonnenstraße. Kaiserlich Deutsche Post Engros-Lager in Frankfurt a. M. AckerniÄiin’s Nchlüssclgarn Rollcntwirne für jeden Gebrench, die eich in Folge ihrer Egalität und Haltbarkeit in kurzer Zeit rasch eingefiihrt haben. Fabrikpreise. ID Heinrich Lei»» FRANKFURT a. M., Fahrgasse 108. $3 Engr06-Lager in Webgarnen, Strickgarnen, Kurzwaarcn, Seiler- |3226) garnen etc, etc [H. 61073] Hillels Directe nach iem Westen 3242') bie Direetion de» ^'orddeuteehen Lloyd in Bremen oder an deren veneral-Agent . . M. Abraham, m Mainz Norddeutscher Lloyd. PoMampffdiifFfafid von und deff-n Agenten . , C. W. Dietz tn Greste». Job. Ph. Hofmann I. in Steinheim. AMERIKA*'**^^ Wegen Passage wende man sich an PARI Sitz der Gesellschaft: Boulevard Hausmann, Paris. 3. Blitz Näheres bet Das Comite. 3239) Schulstraße 17$ -Släiltifdje f)(inbefs=-Sdjufc (Ueiilioiinli Franken Franken Franken Franken Franken bei bei am am am 2297) In Ltt- B- Nr. 77 ist der oberste Stock mit 5 Zimmern zu vermtethen. der Zeichnung; der Zutheilung; SO. Novbr. 1881; 31 Juli 1882; 31 Januar 1883. 2816) Ein möblirtes Z mmer mit Ca- binet zu vermtethen bei Dr. Königer, Grünbergerstraße. 50 75 125 125 125 die folgendermassen zahlbar sind: 2774) Eintae Familienlogis von 4—6 Zimmern nebst Zubehör zu vermtethen. 3243) Eine Putzfrau gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. (I) Die Statuten sind bei Herrn Notar SURRAULT In Paris deponlrt und stehen zur Verfügung der Zeichner. Um sie zu erhalten, wende man sich an Herrn Jule* JALIZOT zu Pari*. (3216 Briefliche Zeichnungen werden schon jetzt angenommen. In diesem Falle bitten wir die Zeichnung in versiegeltem Briefe mit Wertherklärung, nebst sovielmal 50 Franken als man Aktien wünscht, an Herrn Jules JALUZOT, in Paris einzusenden. zu PARIS UNTER DER GESELLSCHAFTS-FIRMA : Jules JALUZOT &,gCle. Hillheiluug an die geehrten Damen. Die Expeditions-Abtheilung für Frankreich und das Ausland ist vollständig reorganisirt. Alle Anfragen wegen Kataloge, Proben und Waaren zu richten an Herrn Jules JALUZOT, PARIS. 3136) Ein möblirtes Zimmer zu oer- miethen. MöbuS, Grünbergerstr. 156*0. ZWECK DER GESELLSCHAFT: ARTIKEL 5 DER STATUTEN (1) Die Gesellschaft hat zum Zweck den Betrieb der unter dem Namen Printemp* bekannten, von Herrn JULES JADUZOT ein gebrachten Modewaarenhandlung sowie die zu diesem Betriebe nothwendigen Bauten. Der Betrieb soll im en-gros und en-detail Verkaufe aller Waaren, welche gegenwärtig oder in Zukunft in das Modefach schlagen, bestehen; die Gesellschaft soll die zu ihrem Betriebe nöthigen Fabrikationen direkt oder indirekt in Commanditenform ausfübren können; sie soll selbstständig oder mit Hülfe Anderer den Transport ihrer Waaren organisiren und diese ihre Einrichtungen auch zum Transport fremder Waaren benutzen können; sie soll Conti-Correnti halten und zur Discontirung von Handelseffecten sowie zu öffentlichen Zeichnungen Schalter einrichten dürfen; sie soll ihre Einrichtungen in den Fabrikstädten zur Bestellung von Aufträgen auf Rechnung Anderer benutzen dürfen ; endlich soll sie öffentliche Garde-meuble einrichten und Vorschüsse auf deponirte Waaren machen dürfen. Freitag den 3. Juni: Ball für Israeliten im Saale des Gastnn'rthS Willi. Benner ZU Trais a. d. Lda. Es ladet hierzu freundlichst ein 5°|o ZINSEN" werden Jährlich den Actioniiren zugetheilt mit Anspruch auf eine Dividende von 50% des Reingewinns. Toves-Anzeige. 3247) Statt besonderer Mittheilung hierdurch die traurige Nachricht, daß unser theurer Gatte und Vater Walther Zinster gestern Abend sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stille Thetlnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 6. Mai 1881. Die Beerdigung findet Samstag den 7. d. Mt-., Vormittags 10 Uhr, vom Sterbehause (Süd-Anlage Lit. B. 174) aus statt. EMITTIRT AL Ohne jeden Aufschlag Ä 8 nicht auf kurz« Zett hier errichtet ist. sondern dauernd aufrecht erhalten 3 wird, und zwar, wie zur Genüge erwähnt, bei festen Preisen und » billigster Bedienung. (3011 * Frankfurter Waaren-Bazar Vermischte Anzeigen. 3237) Ein schwarz und weiß geschecktes Sammellamm ist zugelaufen und kann in mpfang genommen werden bei _______IufituS Bärrn, am Hamm. Anfertigung nach Maast. 8 Wiederholt an mich gerichtete Anfragen zu widerlegen, ^sehe ich 5>tnid) veranlaßt, bekannt zu machen, daß der Verkauf fertiger Herren- und Knaben-Kleidcr CAPITAL: 40,000,000 Franken Getheilt in 80,000 Actien von je 500 Franken 3249) Auf allgemeinen Wunsch findet Sonntag den S. Mat noch ein Seilgang über die Lahn statt und zwar der erste Nachmittags 4 Uhr, der zweite Abends 8 Uhr bei bengalischer Beleuchtung Das Großartigste, was bis jetzt gezeigt wurde- E. Weitzmann wird, in einen Sack gehüllt, über dos Seil gehen, sowie von seiner 8Ojährigen Großmutter hinüber getragen werden. — Entree 20 Gs lcch-t ergebenstz ein __________ (?. Weitzmann. M'llllilt SlIhSlTllllillll 64, Boulevard Haussmann, 64 2851) Wenzel's Garten gegenüber Gartenstraße B. 165,5, parterre, möblirtes Zimmer zu oermiethen._________________ 2865) Möblirte Zimmer zu vermtethen- Rothenberger, Kaplansgasse. 3212) Ein einzelnes Zimmer zu ver- miethen im__Darmstädter Haus. 3231) Mehrere möblirte Zimmer zu vermtethen. H. Kühn, _________Papierhandlung, Seltersweg. 3024) Ein größeres und ein kleineres Famtltenlogis und eine Mansardenstube zu vermtethen bei H. Sauer, Neuenweg. 3028) Eine Mansardenstube mit Küche und Bodenkammer zu oermiethen. Lit. C- Nr. 1. Actien-Commandit-Gesellschaft DER GRANDS MAGASINS DU mmups 340) Ein möblirtes Zimmer (Parterre) zu vermtethen. ______I. Maunberger, Neuenweg. 2827) Marktstraße D- 32 em Logis zu oermiethen.______________________________ 3032) Eine kleine Familienwobnung zu oermiethen.______________Cafe Klein 3245) Ein Kutscher mit guten „ßeug; nisten gesucht von Böckner, Lohnkutscher. s Mittagstisch zu 60 und 85 H, sowie ein gutes Glas Saoator- und hiefiges Bier, empfiehlt _________A. Saanie, Wein-Saal. 3178) Zur Ausführung von Blitzableiter-Anlagen in bewährtester Construction, empfiehlt sich Carl Ttohr, Gießen D- 207. Durch Nachprüfung meiner ausgeführten Blitzableiter durch die Herren Dr. Buchner und A. Hug, Architekt, wird deren Lei- tungsfähigkeit und Solidität nachgewiesen. 3211) Ein noch guter Fahrfituhl wird zu kaufen gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. Schwächezustände werden bei alten u. jungen Männern dauernd unt. Garantie geheilt durch die weltberühmten Oberstabsarzt Dr. Müller’schen Miraculo-Präparate, welche dem erschlafften Körper die Kraft der Jugend zurückgeben. (3233 Depositeur Karl Kreikenbaum,Braunschweig. 2779) Im Burckhardt'schen Hause, Neuenbäue 101, ein Familienlogis an eine ruhige Familie zu vermtethen.______ 3181) 2 Familtenlogis, je 6 Zimmer mit Zubehör und Gartenantheil am 1. Juli zu oermiethen. Auskunft bei der Exped. 2936) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net vermiethet I. CH. Retter, C. 1. Veriniethungen. 3235) Ein Familienlogis ist zu Dcr= miethen bet W. Zey, Frankfurterstr. 32*. 3241) Ein Logis zu oermiethen. Sg. Unverzagt, Kaplansgasse 197. 3240) Möblirtes Zimmer mit Cadinet vermiethet Fr. Bieler Wwe., Kreuz —3244) Ein Familienlogis zu oermiethen. ________________Löwengasse 159. 1395) Das von Herrn Rendant Walther bewohnte Logis ist anderweit zu oermiethen __________________Carl L^ib. 2540) Der untere Stock meines Vorderhauses, bestehend aus 6 Zimmern, nebst Zubehör ist Anfang Juli an eine ruhige Familie zu oermiethen. ____________Professor Dr v. Rttgen. 2739) Möblirte Zimmer zu oermiethen bet Uhrmacher Böger, Seltersweg. Verantwottltche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlaa er Brüdl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Hierzu Sommerfahrplan der Königl. Eifenbahn-Direction (rechtsrheinische) Köln.