öfletbinen, //er, n^(‘H e**ew, »«So Mimmi, ,on 'r|la*b. 'M gWch«, «dm S 8 Udi. otflanb. npigm. Mt ofitn btt "achn tzögrr. ren eib und grün mit lihalt. sird gebeten, -atz abjugeben. Tie inung bebalten. ttswe« Nr. 66. stellt offen bei machir Boger. lm ^ichtnri L:lb eicht! baejtlbt t. es gegen eine H öhl abjulteftrn btr ecbrttbtr ton guter Handschrift Ir. Rosenberg. es und gtwün?iti ähen, Bügeln und en i|t, fudiu: U< r Exptd. b. Bin» n - Färberei tri Jach- A $ rtreter für die Pfali mitt« IV. an r, Anulkftulä tarten am bered bei Ncichcnsanb- ann mit schöner risllichr «rbeitcn Offerten eub B» tann mit schöner kleinere Steifen tu t zu engaM gv M. L 7u0 bei bff Siijltt. steüung. Aubert, >en Nr. 82. Donuktstag beu 7 April 1881. Kicßener Mutiger Anieigk- iisd Amtsblatt fit bca Kreis Gießen. reeu i Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme be* Montag!. ^rd» vierteljährlich 1 IRart 20 Pf. mit thrngeriebn Durch die Post bezogen rnerteljährlich 2 Äark 50 P'. Amtlicher Pheil. Betreffend: Den im März 1881 vorzunehmenden Wiesengang. Dießen, am 6. April 1881. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grofiberzoglicben Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung der Verfügung vom 24 Februar l. I. im Rückstände sind, werden hieran mit Frist von 8 Tagen erinnert. Dr. B o e kmann.______________________________________________________ Ä ii s s cb re i b en. In der Nacht vom 1. auf 2. I. MtS. wurden dahier mittelst Einbruch- und Einsteigen- nachfolgende Gegenstände gestohlen: 1) eine Standuhr mit PorcellangedäuS, auf welchem die Figur eine- liegenden Manne- in Bronce sich beftndet, 2) eine graue, mit Leide durchwirkte Tischdecke, 3) ein braun s Sophaktsien, in welches Ro'etten und Veilchen gestickt sind, 4) zwei weiße Lophaichoner, 5) zwei kleine Herrenpbotographien mit schwarzen gepreßten Rahnen, 6) ein Photographie-Album, schwarz mit Messingschloß. 7) zwei grau canble Aaffee-Lervtetten mit weißen Borden, 8) eine weißgewtrkte Kaffee Serfiette mit Franzen, 9) mehrere Servietten von verschiedener Sorte, L. B. gezeichnet Man ersucht um Nachforschungen und Nachricht von dem etwaigen Resultat. Gießen, den 4. April 1881 Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius. Das Asylrecirt und der deutsche 'Reichstag. D»r Gedankenaustausch der europä schen Regierungen üoer die nihilistische Piopagandi ist zur Zeit natürlich en sehr reger; auch wiro die Frage einer Beschränkung de- LiylrechtS in allen cwilrftrten Ländern lebhaft diScutirt. Selbst in England und in der Schweiz, in elfterem Lande durch die Derhas« tung Most'-, in letzterem durch den Socialisten Eongreß, in Fr nkreich durch Preßprocesie. in Rumänien durch Verwaltung-rnc-ßr.gelu bekunden die Ä?flie- nin;en ihr Interesie an einer Unterdrückung cynischer Agitation oder ro:berei» tenter Handlungen zu politischen Mtuckelmorden. Bei un- haben sich schl eß ich die Stimmen aller politischen Parteien vereinigt, um eine öffentliche Verur« tbeilung verbrecherischer Agitationen auSzusprechen. und der Antrag Windtdorst giebt der Stimmung im Reichstage wie im Volke den richtigen Ausdruck. Der Antrag verlangt die Auslieferung btr Flüchtlinge, welche Attentate verübten oder beabsichtigten, an den beteiligten Staat, o. h. es soll der Reichskanzler ersucht werden, auf eine Vereinbaruna mit anderen Staaten h.n- umirftn, durch welche jeder beitreteude Staat sich in den betr. Fallen zur Ausl eferung der Verbrecher verpflichtet. Der erste Fall, in welchear die Aus« lieserung stattzufiuden hat, betrifft den Mord oder bin Versuch des Morres, und dieser Forderung dürften ziemlich alle Staaten, Amerika vielleicht au-ge- : omn.en, zustimmen. Dagegen erheben sich bereit- jetzt in Rumänien, U garn, in der Schweiz, in Fr nkriich und in Euglard Stimme:, gegen eine Ausliefe« rung von Verbrecher,', welche ein zweiter Theil d:S Wndthorst'schen Ai.trages bezeichnet, demzufolge auch die Verabredung zu Attentaten, auch wenn eS zur Ausführung richt gekommen ist zur Ausliefeiung der Betheiligten führen soll. Man fürchtet hier baS Vorschieben von falschen Eomplotten, wie sie in der Pha, tafte der Polizei leicht auftauchen. Dagegen bürste roiebemui con fast allen Staaten im Interesie der öffentliche Sittlichkeit die Aufforderung des Etudthorst'schen Antrages, b'e öffeuU.che Aufforderung zum polilischei-. Morde zu bestrafen, Ai klanr finden. Der Antrag hat, mit Ausnahme der Stimmen der Socialdemokraten, Annahme gefunden und wird dem Reichskanzler willkommen sein. In der That erwartet man von der deutschen Regierung im Auslande eine Anlegung der bremenber. „Asyl Frage.- Daß diesmal eine Initiative des Reichstags in einer Frage der auSwärt-gen Politik lern Sanzler willkommen ist, der feine vortrefflich geleitete Domäne sonst gccen parlamentar.sche Einmischui gen ziemlich gesichert hat, zeigt, daß auch in der Diplomatie zuweilen die Zustimmung des Volk- gesckätzt wirb. Jedenfalls wird man in Zukunft in Deutschland dem Reichstage bd etwaiger zeitgemäßer Neugier nicht mehr fern gutes Richt »fner Einmischunq in b’e anSwärtsa«- Ü? brstreiten fdnn-n Feutschland. Darmstadt, 5. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergrädigst geruht: am 12. März den Lreisbauaufseher Melchior Wahl zu Gießen bis zur Wiederderstellunz fei:.er geschwächten Gesunohet in den Ruhestand zu versetzen. Darmstadt, 4. April. Nach einer Mittherlung Großh. Mm steriumk- des Innern, Abtheilung für Schulangelegenhdten, an die D^ectoren der Gvm nafien, Realschulen, Lchullehrer-Srminarien ac. unb die Groß!). Kre c chul- Commissionen soll es bezüglich der Orthographie b:s aus We-te-es bei dem B^b'dgen verbleiben. w. Darmstadt, 5. Apul. Slot drm vorakstnn im Saalfcau ftattgfbahtn feier jähr qen 2elegidentag der Kriegertameradschaft Hafiia wattn untreten die ÄrieaeiDerune Ais.eim, Lssenbeim, Becbtbeim, BenSheim, Bingenheim, Bleickenba», Burflbracdt, Bürbach, Darmsvabt, TnieliteU. ^läntiick-Lnimdacd 1.. KromerSbeim Freiensteinau Freier einhnm, grubbeTg, Oecc.alnni, (Äambcd), Sonsenh»im, O.rnSbeim, Gießen, Göhenhoi», GeinShnm, Griedel, Gan B'iebofShtim, Hevpcvbeim a. d B-. H'ppenheim a. d W. HvrgerShousen, Horrweiler. Hvw »ndnicne, Jhttoif, Äönigpäiten Lampertheim, Lollar, Lörick, Mestei, Mastrnheim, Mainz, dteu -Bambrrg, ?t»eder-Beifingen, Rieder-Olm, Oker Hörgern. Oder-Roe-rn, Oppenheim. Osten» bad>, Poblgöns, RnchelSheim (®-»•• bedeute für die Haisia den Anfang etnn behaglichen Häuslichkeit, sich ergebend aus ch m seiner S-.g'nschaft al« Mitglied der Prüfunqtz-Eommtision den Kaffenberlcht. (5tr.« r.a'.me und Sus-abe un abgelaufenen Iabre beziffern fick auf je 1722 JL 14 unter den Einnahmen erscheinen 725 v< 46 H von der versickerungS Gesellschaft Providentia. An der SednBro ist nickt« zu deanstandin und soll nach Bnbrmgong zweier fehlender Belege dem Rechner tn der Jhiegerjenung- Deck arge ertbetlt werten. (Sckluß folgt.) Berlin, 4. April. Das eben erschienene fünfte Verzeichniß der bei dem Rcrwstaäe eingeganzeren Petitionen enthält deren 230. Ge^en 100 Petitionen beifälligen fid) mit dem Gesetzentwurf, betr. die Unfallversicherung der Arbeiter. (5tra 50 davon bitlen, unter Ablehnung dieses Gesetzentwurfs, daS Hafipflichtgesetz auf alle dem Kleingewerbe nicht angehörigen Unterneo- munatn au- zudehnen. Andere bitten einfach um Ablehnung des Gesetzes. D e Direcnon der Actievbrauerei Moabit überreichte im Auftrage des Rheinisch- Westfälischen Brauerbundes Petitionen mit 71 115 Unterschriften aus etwa 200 verschiedenen Ortschaften gegen jede Erböhung der Brau-leuer. Auch von anderen Seiten liegen noch eine Anzahl von Petitionen gegen die Brau- steuererbödu. g vor. Herr v. Sleift-Retzow hat abermals aus mehr als 100 Ortschaften Petitionen um Einführung der fakultativen Civilehe dem hohen Hause eingereicht. Ueber die Anzahl der U. terschriften ist nichts gesagt D'.e Herabsetzung der Gerichtskosten und die Beschwerden über die TabakSmanu« sactur zu Straßburg spielen auch in diesem Petitionsver-nchniß ihre Rolle. AuS Trier wird um die Einsührung dneß Eingangszolles aus ausländische Weintrauben gebeten. Endlich beziehen sich wieder eine große Anzahl von Petitionen auf die AbL.'deruna der Gewerbeordwinq.______________________ AeletzrttMsche Depeschen. Wolff'» telent. «»rrespoudeuz-Bureau. Berlin 5. Avril. Der Reichstag genehmigte heute den Gesetzentwurf, betreffend die Fürsorge der Wittwen und Waisen von Reichsbeamten m dritter Lesung unver- ändnt nach den Beschlüssen zweiter Lesung. Bei der darauf ftattnndenden dritten SMmtn des ffüstenfrachtsahrtgesetzes brachte der Abg. Witte den in zweiter Lesung abgelehnten Antrag Roggemann wieder ein, wonach btn ausländischen Schiffen die Küsten- ^rachtfahrt gestaltet sein soll, wonach aber den Schiffen solcher Staaten, die^den deut,chen Schiffen die Frachtiahit an ihren Küsten erschweren, durch Bundesrathsordnung die Frachtfahrt an der deutschen Küste untersagt werden kann. Dlc Abstimmung über diesen Antrag, wobei 101 gegen, 82 für den Antrag Witte stimmten, ergab bte Beschluß Unfähigkeit des Hauses, m Folge dessen eine neue Sitzung auf Nachmrttagb 3 Uhr anberaumt wurd^^o^o^ morflcn s^h hier eintreffen und am Nachmittag seine ' feierliche Auffahrt vor dem kaiserlichen Palais halten und behufs Notistcat,on der Thronbesteigung Alexanders III. vom Kaiser in besonderer Audienz empfangen werden. | Später wird derselbe auch von der Kaiserin zu dem gleichen Zwecke empfangen । werden__ ^er ypater anberaumten Sitzung des Reichstags wurde die erste Lesung , des ^runkenheitsgesetzes begonnen. Dieselbe wurde schließlich auf morgen vertagt. Pari-, 5. April. Gutem Vernehmen nach steht die demnächstige Mo- bilifiruna des 15. in Marseille und des 16. in Montpellier stehenden Armee. Corps bevor, um Truppen in Bereitschaft zu haben zur Absendung nach Algier, zum Ersatz derjenigen Truppen, welche nach der tunesischen Grenze diriM toUTbCgonben, 5. April. In Anbetracht des schweren Verbrechens deS Redacteurs der „Freiheit", Most, hat die Behörde daS Gesuch, denselben gegen Caution auf freien Fuß zu setzen, abgelehnt. London, 5. April. Unterhaus. Die von Gladstone wegen der beantragten Steuermodificationen vorgeschlagenen Resolutionen wurden nach dreistündiger Debatte angenommen, eine eingehende Berathung des Budgets wurde bis dahin vorbehalten, wo die Bill über das Budget vorliegen weroe. — In Beantwortung einer Anfrage Bellingham's erklärte der Staatssecretär des Innern, Harcourt, der Proceß gegen Most sei kein politischer, sondern tin crimineller , und zwar wegen eines schweren Verbrechens. Der Mord und die Aufreizung zum Mord seien nach englischem Gesetze schwere Verbrechen und daS englische Gesetz erkenne beim Morde, gleichviel, ob derselbe gegen Fürsten oder gegen Privatpersonen begangen oder intendirt werde, keine Ausnahme an. Auch seien Ausländer dem Gesetze genau ebenso wie englische Staatsunter- thanen unterworfen. (Beifall). * Petersburg, 5. April. Das „Journal de St. PöterSbourg" bespricht die Aeußerungen ausländischer Blätter über das Asylrecht und hebt hervor, daß es sich keineswegs um eine Beeinträchtigung des Asylrechtes politischer Flüchtlinge handle. Man fordere nur, daß der bet gesicherter Straf- lofigkeit kaltblütig vorbereitete Mord durch Maßregeln verhütet werde, die zu treffen kein Staat sich weigern würde, wenn eö sich um einfache Privatleute handelte. Um dteS handle es sich, um nichts mehr, aber auch um nichts WCn fl Äonflantinopel, 5. April. Mukhtar Pascha, Derwisch Pascha, Rizam Pascha und Hafiz Pascha stich zu Corpscommandanten in Epirus und Theffa- lien ernannt worden und werden demnächst dorthin abgehen. — Der russische Botschafter v. Nowikoff wird am Donnerstag sein neues Beglaubigungsschreiben überreichen. — Die Botschafter traten wiederum zu einer Conferenz in der griechisch-türkischen Frage zusammen. — Nachrichten aus Chios zufolge find bei dem Erdbeben auf der ganzen Insel 4000 Personen umgekommen, in Chios allein find bis jetzt 1400 Leichen gefunden worden. Am meisten find die Ortschaften Sarkles, Kalimassta, Vasst. lionies und Ververato heimgesucht worden. Das Erdbeben dauert noch fort. Der Gouverneur Sadyk Pascha ist abgereist, um Hülfe zu bringen. Der Sultan hat zwei Schiffe mit Zelten und LebenSmittem nach Cdios gesandt. Smyrna, 5. April. Weitere Nachrichten aus Cbios melden über daS Erdbeben : 30 Ortschaften find zerstört, die Zahl der Opfer beläuit fich auf mehrere Tausende. Die Erdstöße dauern noch fort; die Bevölkerung verläßt die Städte, ohne die Todten zu begraben. 40,000 Personen sind ohne Ob- dach und Nahrung. Midhat Pascha hat wiederum zwei Dampfer mtt Aerzten, Lebensrnitteln und Zelten abgesandt. In Depeschen auS Chios wird besonders um Brod gebeten und ersucht, an das Mitleid Europas zu appelliren. New-Nvrk, 5. April. Nach einem Telegramm aus San Francisco von gestern hat die Partei des Königs Malietoa auf den Samoa-Insel:; die Oberhand gewonnen, jeder organifirte Widerstand habe aufgchört. Aus der Kinderschule in die Leliensschnle. „Die Jahre fliehen pfeilgeschwind" — dieses Dichlerwortes volle Bedeutung erkennt wohl Niemand besser, als die Eltern, denen eine Scbaar munterer Kinder beschecrt wurde. „Sie wachsen heraus, ohne daß man es nur recht merkt." Jst's doch, als ob bie gute Mutter erst vorige Ostern das Söhnchen zur Schule geführt hätte und nun ist er zu einem stämmigen Burschen berangewachsen und soll schon diese Ostern d.e Schule verlassen. Klernc Kinder — kleine Sorgen, große Kmder — große Sorgen! Und es i|i gewiß nicht die geringste von all' den Sorgen, welche Eltern um eines Kindes willen im Herzen tragen, für welchen Beruf sic den Knaben nun, nachdem er seine Sckulzeit zurückgelegt hat, bestimmen sollen; denn das Lebcnsglück desselben hängt ja fast ganz allein von der Wabl des Lcbensbeiufes ab. Wenn es nur ein Herkules wäre, der hier am Scheidewege steht, ein Herkules an leidlicher und geistiger Kraft und Reife; aber so steckt der Knabe noch zum Theil tief m den Kinderschuhen. Er hat wohl in der Schule sich manche hübschen Kenntnisse angeelgnci; aber verlangt keine fertigen Urtheile von ihm, wie sie nur die Praxis des Lebens zeitigen kann, die aus dem Boden kluger Beobachtung bervorgehen und die dann dem Willen diese oder jene Hauptt'chtung geben. Ein Chai acter bildet sich eben erst im Strom der Welt. Welches ist aber nun der Berus, in welchem der unkundige Knabe sich am besten vorberetten kann, um der einst im Strom der Welt, in den er sich doch einmal wagen muß, nicht unterzugehen oder an den öden Strand einer versehlten und armseligen Existenz geworfen zu weiden? „Mag er werden, was er will; er bat sich's dann selber zu- zu'chreiben, wenn ihm sein Beruf nicht gefällt." sagen die Einen. Jedenfalls sehr bcguem, aber auch ebenso gewissenlos: denn b:s jetzt ist es den Eltern nicht beigekommen, allzuviel auf das Ihtbeil des Knaben zu geben oder seinem Willen freie Wahl zu lassen da sie ibn verständiger Weise als em Kind betradihicn. Nun soll der Knabe mit einem Male die geistige Reife, die Lebenserfahrung haben, um sich für den Lcbensberus zu entscheiden, der für ibn der passendste ist. Grade hier, wo cs die wichtigste Entscheidung gilt, verlassen ihn die, welche seine natürlichen Berathcr und Vormünder sein sollen, verlassen ihn in dem Gefühl, daß es schwer ist, den rechten Beruf zu treffen und daß daher leicht geirrt werden kann. Das Kind aber soll und muß wählen; wohl ihm, wenn ein guter Geist es auf die rechte Bahn fuhrt- Wie oft wird und muß aber das Gcgenihril eintreien, beim allerhanb bunte Träume, unklare Vorstellungen erfüllen den Sinn des Kindes bet dem Gedanken an die Wahl des künftigen Berufes. Sind's nicht die blanken Knöpfe und die bunte uniform de» Soldaten oder der grüne Rock des Jägers oder die Abenteuer eines verschlagenen Mattosen, so ist es der wuchtige Hammer des Schmiedes, die Brille des Beamten u. i. w , welche die Neigung des Kindes zu diesem oder jenem Berufe entliehen und wachsen läßt; daß aber diese kindlichen Vorstellungen nicht die richtige Basis für ernt endgültige Entscheidung sein können, liegt wohl klar auf der Hand. Zum Glück Ian en nur wenige Eltern die Wünsche und Entschlüsse ihrer Kinder hinsichtlich des zukünftigen Lebensberufes ziemlich unbeeinflußt. Auch da, wo dies so scheinen konnte, redet doch in Fällen aus dem Kinde nur, was die Eltern ihm von Jugend auf mit Vorliebe vorgestellt und ausgemalt haben Nun, dann hat's ja keine Gefahr, dann kann ja da» Kind bei der Wahl seines Lebensberufes gor nickt fehlgreifen. Weit gefehlt! Denn wer wüßte nicht, wie viel die liebe Eitelkeit, die Ueberschätzung von den Leistungen und Kräften der lieben Kinder, die beschränkten Standesurtl-eile, die verkehrte Lebensanschauung u. s w. mitredet und bie wichtigsten Entschlüsse herbeisührt- Es durste daher wohl einmal am Platze fein, kurz aus alle die Gesichtspunkte hrnzuwesicn, welche bei der Wahl des Berufes maßgebend sein müssen, wie dies in ausführlicher Weist O Förster in „Vorträgen für Gewerbevereine" (Weimar, Selbstverlag) gethan hat. In erster Linie müssen natürlich die geistigen und leiblichen Kräfte des Kindes berücksichtigt werden. In dieser Hinsicht findet sich oft m den Kreisen, m welchen man eine bessere E nsicht voraussetzen sollte, der größte Unverstand. Der Gc- lehrte bestimmt seinen Sohn zum Gelehrtenstande, obwohl derselbe dazu gar keine, tut einen technischen Beruf aber alle Fähigkeit zeigt- Der unbarmherzige Vater schmiedet den Sohn an einen Beruf, den letzterer nie genügend ausfullen lernt und ber «bin deßhalb sein ganzes Leben verbittert, weil er ihn nie zu rechter Schaffensfreude fuhrt- Dieselbe Unbarmherzigkeit begeht jener Vater, der durch sein eiisträgliches Gewerbe zu Wohlstand gekommen ist und nun durchaus aus seinem einzigen Sohn etwas „Besseres' als einen „gewöhnlichen Handwerker" machen will; er hat ja die Mittel dazu, den Sohn studieren zu lassen. Ob auch der Sohn die nöthigen geistigen Kräfte besitzt, um die gelehrte Laufbahn gehen zu können, das wird nicht genügend erwogen. dlcun sitzt der arm.'Junge auf den lateinischen Bänken und rutscht vor Verzweiflung die deutschen Hosen durch, taut die Finger wund und beißt am Federhalter, wenn die Vokabeln und Lehrsätze nicht in den Kopf wollen. Und über kurz oder lang muß er dock noch die Schande ei leben, von der Schule abgehen zu müssen; dann aber wird es ihm schwer, einen Berus zu ergreifen, den er früher mit Freuden gewählt hatte. — 900)1 mmber abei als die geistigen sind die leiblichen Kräfte des Kindes bei der Wahl seines zukünftigen Berufes in Rechnung zu z-ehen. Ist diese Rücksichtnahme ganz besonders bei einem bereits vorhandenen körperlichen Gebrechen ober der Anlage dazu geboten, so sollte doch jeder Vater ganz genau die körperliche Constitution prüsen und nicht blos auf die Hoffnung zukünftigen Wachsthums bauen- Ern besonders kräftiger, muskulöser Mcnsck sollte z. B- nicht für's Uhrmachergewerbe, ein schwacher nicht für s Schlosser- Handwerk bestimmt weiden- Tritt dann in dem Knaben auch die entschiedene Neigung hervor, den seinen Kräften angemessen Beruf zu wählen, so ist die beste Garantie, daß er denselben mit Liebe ergreifen und ibn nicht beim ersten Anlauf verlassen wird. So seh, die Macht des Geldes aus der einen Seite überschätzt wnd, so sehr würde man dock auch irren, wenn man diesen Faktor^ bei der Wahl eines Berufes unterschätzen, nicht gehörig berücksichtigen würde. Ern völlig unbemittelter Vater sollte seine Söhne nie in Berufsbahnen eintreten lassen, m welchen sic voraussichtlich ohne Vermögen nie selbstständig werden können; sie würden spater wo sie nicht aus der Rotte der Untergebenen heraus kommen könnten, sich höchst ungluckl.ch fühlen. Ebenso ist cs sehr gewagt, wenn wenig bemittelte Eltern ihre Sohne einen Beruf ergreifen lassen, dessen Erlernung Capitalien erfordert, die sie selbst nicht besitzen. Das Studium ist heutzutage 4-6mal theuerer als in früherer Zeit; wie schlimm ist cs dann, wenn dcr Sohn einige Semester studirt hat und der Vater dann pecumar ganz et schöpft ist- Der Sohn muß von der Universität abgehen und bleibt em unfertiger Mensch fern Lebtage. Oder kommt er dock glücklich durch alle Semester und das Staatsexamc.-, so hängen sich, sobald er ein Amt erhalten hat, die Schulden bleischwer an seine ^utze, und die Eltern welche Alles, was sie hatten, für den Sohn geopfert und die ihre Kräfte für ihn in harter Arbeit aufgerieben, hoffen von ihm nut Recht Unterstützung Hat er nun nicht das Glück, schnellere Karriere zu machen, so begleiten ihn die Schulden durch den größten Theil seiner Lebenszeit hindurch. Hat ein Vater mehrere Sehne, so erscheint es doppelt unklug, an den einen Sohn Alles zu wenden, während die anderen leep ausgehen. Wie ost ist die über schwengliche Hoffnung, die man auf den einen setzte, getauscht worden, rndcm das Glück dem Sohne abhold war oder indem her Sohn groß und vornehm geworden, sich sein.t Eltein und Geschwister schämte. D'e Bitterkeit, welche durch bie einseitige Bevorzuaung des einen Kindes in den andern entstand und größer wuchs, nagt nun am Herzen der altlU ^Schlttßlich sei bei der Wahl eines Berufes noch die Klugheit empfohlen, den Knaben von Jugend auf für em Fach zu intereffiren, welches nicht bereits schon überfüllt ist. Vor allen Dingen ist vor allen den Handwerken zu warnen, welchen durch die Groß-Industrie ein gewisses Ende bereitet w,rd und die mit ihrem Handbetriebe gegen den Maschinenbetrieb der Fabriken gar nicht aufkommen können, sondern vielmehr ein kümmerlich-s Dasein fristen, wie z. B. die Weder. Aber gerade in den noth- leidenden Industrien macht man die Bemerkung, daß Vater immer wieder ihre Söhne zu demselben Hungerberufe bestimmen, in dessen Joche sie seufzen. Wie glücklich würde ein Land sein, in dessen Grenzen keine kranken Industrien Noth und Elend erzeugten, in welchem m allen Verhältnissen der rechte Mann am rechten Orte stünde! Cz. Lokales. (Hießen, 6. April. Mit dem 1. Oktober tritt ein RechiSsatz in Kraft, der von nicht unwesentlichem Jnteresie ist und auf den wir hiermit aufmerksam machen wollen. Laut diesem Rechtsjatze wird den Ehefrauen ihr seitheriges Pfandrecht an dem Beemögen deS Manne« entzogen, wenn dasselbe nicht vor dem t.October d. I. gerichtlich eingetragen ist. In den Ländern des gemeinen Rechtes stand seither b*r Ebefrau wegen ihrer Mitgift und ihres sonstigen m die Ehe eingebrachten Vermögens ein stillschweigendes Pfandrecht am gemmmien Vermögen des Mannes zu. das bezüglich der Mitgift sogar ein vor anderen bevorzugtes war. ES war dieser Rechtssatz so allgemein bekannt, daß wohl all.n Väurn, die ihren Töchtern Vermögen in die Ebe mitgab.'n und den Ehefrauen selbst dieser R-.chtsiatz als ein Norhanker für den Fall, daß der Ebcmann in Vermoornsverfall gerathen sollte, galt. Und in wie vielen zablreichen Fällen des Concuries ist die Existenz einer Familie dadurch erbalten worden, daß wenigstens die Ehefrau daS Ihrige auf Grund des gedachten Rechtsiotzrs rettete oder von den (öläubi-nn dem ©bemannt ein billiger Accord gewährt worden, weil im EoncurSsall die Ebefrau des Schuldners die Hauptmasse vorweg bekommen haben würde. DaS am 1. Oktober 1879 in K>ast getretene Reichsgeietz bat aber dieses Pfandrecht der Ehefrau abgeschafft, indeffen zur Schonung bereits erworbener Reckte gestattet, daß die LandeSgesetzgebung denjenigen Ehefrauen, deren Forderungen vor dem l. Oktober 1879 en.standen waren, ein dem sritderigen Psandreckt in den Wirkungen gleiches Vorrecht gewäbre. Dies wird jedoch nur denjenigen Shrfraum zugestanden, wilche eS vor dem 1. Oktober 1881 gerichtlick anmelden und in daS VorrechtSreqister eiutragen lasten. Da zu diesem Eintrag jetzt nur noch 6 Monate Zeit ist, so wolle man nicht zögern, davon Gebrauch zu machen. Gießen, 6. April. Sckwurgericklsverhandlung am 5. April d I gegen August L ö b s o ck von Herbstein wegen Brandstiftung. Am 29. Decrmber v. I. brach des AbendS gegen 9 Uhr in dem Schweinestall des Heinrich Hornivius II. zu Blitzenrod Feuer auS, dastelbe wurde jedoch bald nach seinem AuS- । bruche bemerkt und gelang es in kurzer Z.it, seiner mächtig, zu werden. DaS Feuer war : augenscheinlich in einem Bausch Stroh, welcher aufrecht in dem fraglichen Stalle gestanden batte, zum Ausbruche gekommen, hatte sich sodann der die Sialldrcke bildenden Schaallatten ' mitgrtheilt und auch das auf diesen lagernde Heu ergriffen. Der durch das Feuer verursachte Schaden war von keiner Bedeutung, ba die Sckallalten nicht verbrannt, sondern nur angekohlt waren und der Heuvorratb auch nur wenig durch das Feuer gelitten hatte. Wie angesttlltc Ermittelungen ergaben, war der Bausch Stroh, in welchem daS Feuer zur Entstebung gelangt, kurz vor Ausdruck des Brandes von sre. «der Hand in den Stall deS Hornivius gebracht worden und eS konnte daher keinem Zweifel unterworfen sein, daß Brandstiftung vorlag. Der Verdacht der Tbäterschaft richtete sich alSbald gegen den Mühlburschen August Löbsack von Herbstein, welcher damals bei dem Müller Schmelz zu Blitzenrod im Dienste stand. Löbsack wurde deßbalb verhaftet und die Voruntersuchung gegen ihn eröffnet. Löbsack ist 29 Jahre alt, evangelischer Confession und noch ledigen Standes, derselbe ist tu» F’1' etrf*"’ chb/.unistänrc «t -In jjoi.abtn «i* zitlchn u»v! uni WO* dickst'' Heimes ver Ciftmann ptjtn 8 Uf)t r^tsacke tntfi tl, gitutr L tti MülleiS 6 S5tutt srintS j»(i zu°> Str« t(m ’Sranb ab ttm W"dt d Die ®t ühtjeujl haliei -2° tzlöubizn T teOTOüf btt 6 - [« h(T Vocbe VI fontn, davon je eine. $ci den veisti rrnbursache jhöm)>fe je In itmndsuchl. Darm Rnottuim uni and ton der § fyunfc befand, dn tzlMnade ,um 9uibmd) läumtn dit Hi sträuben Dass der etiäuit dem» eh tb knblit die Di aus dat teilt billigen türm man tei sstut »nkek oe« tt Hano 6' riBian Zp von Höf und 1&72 In Fror Pcfldienst a/8 Freitag 1 vvn N werden v.if 1) bie Stil der neue 2) 39 ZU dtpp'ick unb 2P 3) "n Nußb Durchs vttjlhlebe Ouiammei Arbei gret dem f* fWn «k in 86 ^«0 ,n bit S"8ei itn ftw fetnt to. 1 Wi,,k7 Netn. F chZ *'■ »t oft Unflat e ‘'M'6,6 l( Uniioi® bf4 ? 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I ptjen m Ubr in cet Nähe der Listmann scheu Scheuer gesehen und bat auf Vorhalt dieser Lbotfache entschieden geläugnet, daß er iu der frag ichen Zeit in die Gegend gekommen sei, wo die £ (teuer Listmann s liegt. Ebenso ,st nachgewiesen, daß Johannes Oestreich, der Stiessohn des Müllers Schmelz am Nachmlttage des 29 Deeember v. I drei Bäusche Stroh aus der Scheuer seines Vaters in dessen Stall gebracht hat. Bon diesen 3 Bäuschen Stroh hatte er zwei tum Streuen für das Vieh verwandt und den dritten liegen lassen. Am Morgen nach dem Brand aber fehlte dieser Bausch Strob und wollte Niemand von den Angehörigen und dem Gesinde des Schmelz wissen, wo derselbe bingekommen sei. Die Geschworenen konnten sich indessen von der Schuld des Angeschultzigtrn nicht sür überzeugt halten und sprachen daher das .Nichlschuldig" aus, worauf dessen Freisprechung erfolgte. _ Johannes Habichts Ehefrau von Brauerschirend wegen Bervorthnlung der Gläubiger Die Geschworenen eifannten dieselbe unter Annahme mildernder Umstände für schuldig, wcrauf dir Gerichtshof dieselbe In eine Grsängnißstrase von 14 Lagen verurtheilte — (Sterblichkeit In Gießen s In Gießen belief sich die Zahl der Todesfälle während der Loche vom 27 Wärt bis 2 April im Ganzen auf 14. Es starben 8 erwachsene Per« fönen davon 4 an Lungenschwindsucht, an Bnghiischer Krankheit, StimmrttzenLdem. Zuckerruhr je eine. Ein« Frau machte in einem Anfall von GeistesstLrunq ihrem Leben selbst ein Ende Bei den verstorbenen 6 Kindern befanden sich 4 noch im ersten Lebensjahre, bei welchen als Tcrebursache bezeichnet wurde. Hirnentzündung, allgemeine Schwäche, Lungenschwindsucht, Krämpse je Imal- Bon 2 älteren Kindern starb eins an Knochenfraß, das andere an Lungen« fchwindsucht 6 Vermischtes. Darmstadt, 3. April. Gestern Abend etwa um V,N Uhr ertönte Feuerlärm vom Krrchthurm und, diesem folgend, demnächst auch von dem Tbürmchen der bSheren Töcht.rschule und von der Schulglockf der Wittelschule für Knaben, welch' letztere sich in nächster Nähe de« Feuers befand. Das Feuer kam in dem Dachstock des Hauses Nr. 21 der Fabrikstraße (Ecke der Promenadestraße) — wie man uns mitthe'lt, durch d.'s Umfallen einer Petroleumlampe — ■ um Ausbruch und nahm bei dem Vorhandensein von leicht brennbaren Stoffen in dcn Dach räumen des Hauses bald Dimensionen an, die man angesichts der Möglichkeit sofortigen unbe schränkten Dasterbezugs aus der städtischen Leitung nicht hätte ahnen sollen, vis die Berbindung tex Schläuche mit Den Hydranten hergestellt war, lag der Dachstuhl in «iche und drohte auch bereits ein Tb«il des angrenzenden Ruhland'schen Hauses vom Feuer ergriffen zu werden. Als enklich d,e vaster der Hvdranten mit der durch die bedeutende Druckhöhe bedingten Vehemenz oui das verheerende Element einwirken konnten, wobei die zwei großen Schieblettern der frei i. »Ligen Turners.uerwehr sich aufs Neue praktisch in hervorragender Weise erprobten, war .non des Feuers bald Herr Die man uns mittheilt, haben die Bewohner des obersten Stockwerkes des vom Feuer zuerst ergriffenen Hauses viele Verluste zu beklagen. Hanau, 2. April vor dem hiesigen Schwurgericht wurde heute die Strafsache gegen E nstian Spahn wegen Mordversuchs verhandelt. Der «ngeflagte (36 Jahre alt, gebürtig von Hös und Haid. Kret» Fulda, verheiratet, Vater von 3 Kindern, Miitlärinvalidf war |t-72 in Frankfurt Potizeigefangenen Aufseher und Portier in der Münze, dann dahier im Prstdienst als Briefträger. Da er, früher auch schon wegen Körperverletzung und wegen Miß Handlung eines Gefangenen bestraft, in Folge von «egen sowohl des Publikum« als letnar GcQegen mehrfach disnplmirt werden mußte und schließlich gegen den varstand des Postamts, Ocerpostmeist.r Lins, unbotmäßig wurde, erfolgte im «pnl v I. seine Entlastung Nach verschiedenen vergeblichen versuchen, eine andere Stellung ,u gewinnen, betrieb Spa n einen Havfirhandel. dann laalobnarbeit, die er aber sein.« kranken A,m.s wegen aufgeben mußte, är verpfändite Anfangs Qctober seine Militärpenston und kaufte sich dann in F.ankfuit einen sechsiäufigen Revolver mit Munition. Als er e,nem Bekannten denselben zeigte, äußerte Spahn, er w.ffe sich nicht mehr zu helfen er schieße jetzt .den Alten- tobt und dann sich selbst, von Frankfurt nach Hao au zurückgekehrt, trieb er sich tie Nacht Hindu,ch umher und ging am andern Morgen. Sonntag den 3. Oktober, früh in das Postamtsgebäude Hier trat er in Vas Dienstzimmer des Oberpoftmofters Lins und redete denselben alsbald an; .Warum bann Sie mich um mein Brod gebracht?- Lins erwiederte: .Spahn, das haben Sie selbst ver'chuldet" und wollte, nichts Gutes ahnend, weil Spahn etwas in der Lasche seines Uederziehers in der Hand hielt, zum nächsten Zimmer entweichen, da erhielt er von hinten in schneller Folge drei Schüsie, davoneilend einen weiteren und beim Umwenden aus nächster Nähe «inen fünften Schuß. Postbeamte kamen zu Hülfe und überwältigten den Tbäter nach verzweifelter Gegenwehr, in welcher er noch einem Bureaudiener den Revolver auf die Brust setzte ohne indeß mtbr zum Schuß zu kommen Lins erhielt 4 Kugeln in den Nacken, den Rücken, am Unken Schlüsselbein und durch das rechte Ohr id,e fünfte Kugel fand sich in der Thür eines Schrankes» ist aber jetzt i-ach mehrmonatlichem Leiden als genesen »u betrachten, obschon noch zwei Der Kugeln einsitzen. Der Angeklagte, welcher die Lhat an sich nicht leugnen kann, will, während er in der Voruntersuchung genaue Angaben gemacht hat, des Einzelnen sich nicht mehr entsinnen. Wie er sagt, hat er aus Verzweiflung über seine Lage gehantelt und durch seine ttnilaffeng Unrecht erfahren, der Eintrag der letzteren auf seinem Miiitärversorrunasschein habe ihn nirgends Stellung sinden lasten; tote ein toller Hund sei er in den letzten Tagen h«rumgeiaufen und da habe er, weil er sein Recht nicht habe erlangen können, in Zorn und Wuth gehandelt zumal er auch betrunken gewesen Bon letzterem haben indeß die Zeugen d r Tbat nichts bemerkt, und einem derselben ist sogar die Stube des Angeklagten ausgefallen Die Geschworenen be jahien die auf versuchten Mord gestellten Fragen, woraus der Gerichtshof, während der Staats-, anwalt 14 Jahre beantragte, auf 12 Jahre Zuchthausstrafe erkannte. Karlsruhe, 31. März. Herrn Stöcker hat man, wie bekannt, hier kein total ge» geben, in dem er fein Hetzgeschäft hätte betreiben können. Richt nur die Museum« Gesellschaften, sondern »orhir auch schon die Gesellschaft »Eintracht- halte erklärt, daß sie ihr Local für Herrn Stöcker nicht bergeben würde, — was am Ende bei einer Gesellschaft, Die sich „Eintracht- nennt, begreiflich genug erscheint. Endlich hatte der Stadtrath erklärt die Festhalle sei anderweitig vergeben und stünde Herrn Stöcker nicht zur Verfügung. Aber mit einer sc, zarten Antwort begnügten sich die Stöcker schen Eumpane in Karlsruhe nicht und das betreffende (Semite richtete nunmehr eine Eingabe an den Siadtraih, in welcher es um Hergabe des Rath« hauSsaales oder der Aula des Lyeeum« bat. Hi erauf erging nach der „Z. R - Die folgende Antwort de« Htadtrath«: «vorsorglich hat der Unterzeichnete in gestriger StadtraNi-sitzung da« Gesuch um einen Saal in einem der Gemeinde geh-riaen Gebäude zu einem Vortrag von Hofprediger Stöcker zur Deratbung gebracht und wurde dastelbe einstimmig abgelebnt Diesem Volum hat sich der Unterzeichnete ebenfalls angeschlost'n «eit der Name Stöcker nicht einen Prediger und Verbreiter de« Frieden«, sondern de« Zwiste« ankündigte Lauter - — Die ich höre, nimmt da« tiomite nun seine Zuflucht zur ehemaligen DanbfabtU. Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde sultzicsten. Gottesdienst: Mittwoch, den 6 April. Abends 6 Ubr, in der Stadtkirche: 6. Passionsgottesdienst; Pfarrer Schlosser. Ä l L' g e m e r n f r Anzeiger. Bekanntmachung. Areitag den 8. April d. 2-., Den A cdlmuaas 4 Uhr ab, werden v 'steigert: 1) die Reiser von den Bäumen auf der neuen Anlage, 2) 39 Stück zum Verletzen geeignete Zretscheubäumchen auf der ehemals V ip pichen Schanze,sowie 1 Ä rfrti und 2 Pflaumenbäu.'chen daselbst, 3) ein Rußbaum daselbst von !•/> Fuß Durchmesser und 4) verschiedenes altes Baumaterial im Magazin am Oswaldsterg. Zusammenkunft am Neuwegertbor. Gießen, den 6. April 1881. Großderzogl Bürgermeisterei Gießen. 2421) A B ramm. Arbtitsversteigerung. Zar Freileaunq der Lungsteinfelsen in den, dem Bauunternehmer I. Heini- ges zugrbörenden Brüchen zu Beuern soll der Abraum von ca. 800 cbm Erbmasse in Accord vergeben werden. Die Bedingungen liegen bei dem Bautechnker Ferd. Bröl in Gießen zur Ei.ficht offen. (2360 Versteigerung einer Mühle. Dienstag den 42 d. Mttz., Nachmittags 2 Uhr, werden die Erben deS Ludwig Bingel in Mainzlar die von demselben binterlafiene, in Mainzlar be- legene Müble nebst 2 Gärten und 1 Wiese, wetcke särmtlich in nächster Nähe der Mühle liegen, öffentlich versteigern. Zur Mühle gehören 2 Stallungen, 1 Scheune, 1 Holzrcmise unb 1 Werkstatt. Die Versteigerung findet ir der Mühle statt und weiden daselbst die Versteigcrungsbedingungen vor dem Versteigerungstermin bekannt gelben werden. (2408 In dem 3obanniter*StranfcnbiJue zu Nieder-Weiscl werden Kranke ohne Untcrfdjieb und der Heimathsangehör gkeit ausgenommen. Die Ausnahnfn erfolgen durch d-e dem Krankenhaus vorstehende Diakonissin oder duich Herrn Dr Melchior in Butzbach. Die Ausnahme ist jederzeit roiherruflicb Die Kranken haben sich der Hausordnung zu fügen und können anderen Falls sofort entlassen werden Das Pstegegeld beträgt der Siegel nach 76 Psg, für dessen Zahlung genügende Sicherbeit nachgewiesen werden mutz Besondere Vereinbarungen werden vorbehalten. Den Kranken wird für das Pflegegeld volle Verpflegung und ärztliche Behandlung gewäb't. Ausgeschlossen hierbei sind ble Kosten für Anschaffung von Kleidern und Wasche, Transport- und Beerdigungskosten (2403 Nieder-Wetscl, den 12 Mai 1880. (H. 680* Namens der Genossenschaft von Jobanniter-Rittern im (^roßberzogthum Heffen. ähnlicher Pra[»arit» *1» Nachahmer hervorgerufen, welche eich nicht entbloden. Verpak- kunp. Farbe und Etiqnette in täuschender Weise herzustellen. Die Packele des achten Stollwerck’schen Fabrikates tragen den vollen Namen des Fabrikanten und kennzeichnen sich die Verkaufsstellen durch ausgelegte Finnen-Schilder. Die äusser ordentliche Verbreitung dieses Hausmittels hat eine ebenso grosse Zahl 2404 Kaufmännischer Verein, flrhcntlidir (f>riirraliii'rf Em Familienlogis, bestehend aus 3 Zimmern, Cabinet, Küche u. s. ro., per 15. Juni zu vermiethen. F. Kühne jun., Seltersweg. 1793) Eine Mansardenwohnung^!)cst. in 3 Zimmern, 3 Cabineten. Küche, Keller rc. ist aMald zu vermiethen. Balth. Strauch. 2401) Ein Knecht gesucht. __________Karl Euler, Hamm. Ich ersuche hiermit, mir den Sonntag Nacht meinem Theatermeister abgenommenen Säbel in meine Wohnung (GambrinuS) zu senden, widrigenfalls ich gerichtlich vorgebe, da mir jetzt d e Thäter brkannt find. I. C. Schubert. 2412) Ein braves Mädchens Hausarbeit gesucht im Darmstädter Haus. Zubehör und Gartenantheil zum 1. April zu vermiethen.________ 1232) Der erste und dritte Stock meines Hauses in der Bahnhofstraße (je 6 Zimmer, geräumiger Corridor rc) sind ersterer per 1. Juli, letzterer per 1. Mar zu oermiethen. Zu ersterem auf Wunsch Lagerraum oder Stallung.______Theodor Haubach. "78) Wenzel'S Garten gegenüber, B 163,3, mittlerer Stock, 5 Zimmer zu vermiethen. ____________________________ 2395) Möblirtes Zimmer zu vermiethen. _________W. Both, Neuenweg 138. 2392) Zwei ineinanderaehende nöblirte Zimmer zu vermiethen. Mäusburg D. 14. 2385) Möbtirte Zimmer xu vermiethen. Friedrich Kühne senior. 2337) Der bisher von Herrn Oberstabsarzt Dr. Schwahn bewohnte untere Stock memes Wohnhauses »ft Anfangs Juli anderweit zu vermiethen. ___Professor Dr. H. v. Nitger». "2331) Möblirte Zimmer zu vermrctben. Mäusburg D- 16: "2123) Zwei ineinandergehende Zimmer, fein moblirt, zusammen oder auch einzeln zu oermiethen bei_________S. Elsoffer. 2268) Nahe der Aula möblirte Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Bleichstraße C- 38, mittlerer Stock. 340) Em möblirtes Zimmer (Parterre) zu vermiethen. _______3. Mannbrrger, Neuenweg 13901 Em Log»S von 4 Zimmern mit allem Zubehör vom 1. April an in der Wilhetmsstraße zu oerpuetben^bunS 1655) Eine Wohnung zu vermiethen. ______________Rüstng, am Bahnhof. 1074) Em kleines Logis zu oermie Heu. ___________F. Felfing, Neuenweg. 1974) Zwei kleine Familienlogis zu vermiethen und alsbald zu beziehen. Näheres bei I Blitz. 2191) Ein freundlich möblirtes Zimmer zu vermiethen. Conditor Heinrich Kinkel. 1124) FamiUenlogis von 5 Zimmern und allem Zubehör zu oermiethen bei PH Bauer, Bahnhofstraße 2352) Möblirte Zimmer _____________vtto Mögenbura. 2074) In meinem neu erbauten Hause in der Schillerstraße ist der 1 und 2. Stock zu vermiethen und bis 1. Juni oder später zu beziehen. Karl Stell rr, Schreinermeister gebracht A. jU jeber Auskunft und zur persönlichen Autnabm- v°u Derficher-ngen ste-s bereit und empfehlen dem^ndwirthfcknftlichen Publ.kum obige G'Iellfchait gguz er ebeust Die Generai-Ageniur von Lari Säule in Darmstadt v Herr Jul. K ^rl in Grunberg. „ I. Krämer in Lieh. „ Ludw. Reitz m Holzheim. I. Weil VIL in LanggönS. R. Welker in Allendorf a. d. L. 24 j «Nietungen wegen Uebernabme einer Agentur richte man kurzweg an D.recwr^ams tu D-rm§adt^-