wein. Xlly i si-h, rttn $uilthe ia (6509 liten h, - Comite, 'M kltliatll > ©arten. Thealnr wtttm itj bitjn Ln u Wrn btt Bdt, Ttitm Uealn in bi 5 u. 8 Uhr. @aümt 30 Musikkapelle itharst. (btn unb hli-rn ßtlolltii r giiriitTin (6491 wt» 1 |t(18 ->b!»w^ liebenon. aUi siütt, nljofMr Wtaai. -r Borstaot srr. 282. Donnerstag den 6. Oktober 1881. (wtoter Anzeiger Allmgk- unb ImtübUtt für ben Krris Kirßrn. ■ ----------------------------------------- ----------- ■ ■ «HtHHljährltch 8 Mart 20 Vf. mit vringrrtahn. #««€«•« i Schulstrapr ». 1k. ®rf*nnt mit SuSnahm« bf« Montag». Durch bit Post btpgtn viertel jährlich 2 Mark 50 Pf. Deutschland. Darmstadt, 4. Oktober- Se. Röntgl. Hoheit der Grvßhnzog haben AllergnLdtgst geruht: Mm 28. Sepibe. den Finanzaspiranten Ernst Schmidt auS Beerfelden »um Ealculator 2. »laste bei dem »atastrramte zu ernennen. — Nachdem die blshenae Lonfular-Aqrntur der Vereinigten Staat«, von flmtrfa in Mainz in »ine Handels-Aa-ntur umgewandelt worden ist, wurde auf Grund Ällerbüchsttr Evtjchltißiing Sr. «önigl. Hoheit des Großherzogs d. d. 1. Oktober 1.3«. dem Herrn James Henry Smild daS Exequatur al« Handelsagent der Vereinigten Staaten von Amerika zu Mainz rrtheilt. __ Die ReichstagS-Eandtdaturen für das Grohhirzogthum Hessen stehen nunm.br fest. Im ersten Wablkrei-e (Gtesien), fetiher vertreten burd) Rabenau (Irtlconf.) stehen stch diesmal Gulfleisch (vereinigte Lid.), Rabenau (freicons.), sowie Liebknecht (Sor.-Dem.) gegenüber, im zweiten (Fritdbirg), seither vertreten durch SchrSbrr (Sec), der Eandidat der vereinigten Liberalen SchrSder und Gryzer (freicons ). Im tr tten Wahikre s(Alefcld), seither ver reten durch Gareis (Rat.-Ltb.) ist bis hht nur ein Eandidat der Liberalen, Frhr. Schenk v. Schweinsberg (Rat.. Lib) ausgestellt. Anders ist «s tm vierten Wahlkreis (Darmstadt). Hier stehen fi-h nicht weniger aiS 5 La-didaten gegenüber. Seither war der Wahlkreis vertreten durch Büchner (Fortschr.). (58 tantitirtn: Büchner (FoMchr.), Jbil (Nat.-Lib.), Goidaiann (Eons.), B.egrl.ben (Ultr.) und vermuthi.ch Bebel (Soc.-Dem.). Dafim fünften Wahlkreise (Offenbach) der Fall- Der- selbe war seiider durch Deniburg vertreten. Jetzt car.dltiren Wetbenyamm.r (fortschr) Hallwach« (Eons, und Rat.-L>b), Liebknecht (Svc.-Dem.) und Wol! (Ee. tr.> Im sechsten Wahlkreis (BenShe.m), s.i'her durchi Martin (Rat.-Lib) vertreten, stehen sich gegenüber: Küchl.r (Rat-Lid-), v. Low (Lib.) und Frarck (Ultr). Im siebenten Wahlkreise (WoimS-Heppeiheim-Winipfen), seither vertrete! durch Hiyl (Nat.-Lib) werde,. Ebner (Kortschr.), Falk (g ei- cvns.) und Franck (Ultr.) um die Palme d.S Sieg,» ringen. Im achten Wahl- kreis (Alzey) seither vertreten durch Bamberger (Sec). konnten dir Eonscrca- tivrn bi« setzt keinen Sandivaten austreiben, es stehen sich somit nur Bamberger (Sec.) und Wasterburg (Ultr.) gegenüber. Im neunten Wahlkreis (Mainz), seitder vertreten durch Moufang (Eenir.), haben sich lie Liberalen aller Schar- tirungrn aus Dr. Pdilirp« (Fvrtsckr.) ».reinigt, ihm stehen Liebknecht (Svc.- Dr-' l und Franck (Srntr.) grge. über. , , „ ~ « n Berlin, 3. Oktober. In der Zeit vom 1. April biS Ende August df betrugen die Einnahmen bei der Rnchöpost- und TclegiaphtN-Ver- waltuna 57 431 911 JL (3,795,680 JL mehr al- im gleichen Zeitraum des Vorjahre«),'bei der ReichSeiser bahn-Verwaltung 17,069 400 JL (179,«0» JL mehr) und an Wech e.stempelst.uer 2 653,415 JL (15,492 eft mehr). — Dir »eitere Sommiision sür d,r Ausa,be^ng ru es bürgerlichen Gesetzbuch« ist aus'« Reu- >n Thätgk.it gitrrtrn. Man berichtet da, über der AugSb. Allg. Ztg." auS Leipzig: Vor einigen Tagen ,st Geh. Rath Prof. Dr. W,Nische d von hier n.ch Berlin abgrreist, wo er mindest-»« den kommenden Winter verweilen wird, so daß seine Vorlesungen an htrsiz.r Universität jrdenfall« tm nächsten Semester auSfallen. Ihm wird in den allernächsten Tagen Reich-gerichtiraih Derscheid Nachfolgen. Beide Centn sind Mitglied der weiter.» auS 11 Mitgliedern bestehenden Sommisfiou für d,e Ausarbeitung emt« deutschen bürgerlichen Gesetzbuch» und als solche aus den 1. Oktober zu längerem Aufenthalte noch Berlin ernberufrm Mmr D«nünmt, daß tie fünf Redakioren, w.Icke schon leü Iahten ihren Sitz in Berlin haben, um dort die Sninürfe zu de» .in,ein.» Maieri.» de« Gesetzbuchs cukzuarb.tten m,t(ihrer Arbeit ziemlich wett vorgeschritten find; wsbesond.re soll der Entwurf de« Erb- und Familienrechte ganz oder nahezu ganz fertiggestellt fern, wogegen ^ac^rn- r.chr und Obligalimenrecht rock richt so weit geliehen setn sollen. Die nächste Aufgabe der zusammenberusene» weiteren Sommisfion wird nun barm au bestehen hab.», daß sie bie S» würfe btr eirjelcen Redac oren, soweit sie ertig sird, durckberätb Die deutsche Juristenwelt bringt diesen Berathunge» da« Inter, sie entgegen, welche« der hochwichNge Seger stand derselben im vollst.» Maße ve,dient. Ist schon eine erhebliche Zett verflossen, seit die Som- misfion für Ausarbeitung eine« deutschen Eivilgej.tzbuchs niederzesetzt wurde, so berechtigt Die nunmebrige Einberufung der weitere Sommisfion zu der Sn- nähme. daß von jetzt ab bie Arbeiten ein ralchere« xjmpo einschlazen werden- Utbn den Termin der schließlichen Vollendung KeS Werkes werden sehr ver- schiedeiw Arsicktin^geä^ß^ fctm ^.rsinrr Tageblatt' gemeldet: Die Judenfrage scheint der russischen Regierung nachgerade etwas peinlich zu werde» So ging gestern spät Ab.ndS den Redactrone» noch durch Eirculär der Ober-Preß Verwaltung der Befehl zu. sich nicht allem jeglicher H.tzattik.l gegen die Juden, durch welche d,e locale Bevölkerung erregt werden könne zu enthalten, sondern die Judenftage überhaupt nicht mchv zu berühren, bis die Abgesandten der Special-Como i'fion fick an Ort und Stelle durch persönliche Anschauung über bie dortig- Lage ber Mischen wie der christlichen Bevölkerung, sowie bie Stellung beider zu einander informirt unb bas Resultat ihrer Beobachtung nebst Vorschlägen zur Abhilfe höheren Orte« unterbreitet haben. Man hofft, bics würbe in zwei Monaten geschehen sein. — Wie bei „Doff- Ztg " aus Riel gemelbet wird, ifi jefct auf bie Beschwerdeschrift de« Herrn Howaldt in Lachen der Dampfer Sokrates und Diogene« die Antwort de« Minister« des Innern erfolgt. Herr v. Puttkam.r erklärt, daß die von Howaldt vorgebrachten Geficht«punkte nicht veranlaffen könnten, dos Verbot wegen Auslaufens der Schiffe zutückzun.hmen, da« auf Grund einer Reklamation de« chilenischen Gesandten in Pari« erfolgt sei. — Allerhöchster Anordnung zufolge darf zum Zweck der Vorbildung der Militäronwärter zur Vorbildung für den Gerichts-, wie für den Wegbau- Aufsichtsdienst eine Beurlaubung derselben mit sämmtlichen G.bührnisien auch über die Dauer von drei Monate» hinaus statifinden. Der $ 69 de« Geld- Verpflegungs-Reglements ist hierdurch erweitert worden. — Die beutfien Officiere, welche ben französischen Manöver» in ber Umgegenb von Nantes beigewohnt haben, sprech.» sich im höchst.» Grabe be- frieblflt über bie ihnen geworbene freunbliche Aufnahme und zugleich sehr an- erkennend über den Ausfall der Manöver auS. Karlsruhe, 2. Oktober. Der Großherzog darf zwar da« Zimmer noch nicht verlaffen. da die Erkältung, an der er leidet, noch nicht ganz gehoben ist Anlaß zu B.sorgniß hat der Bronchialkatarrh, von dem er befallen ist nie geboten. — Von heute an sind in ber Kunst- und Kunstgewerbe-AuS- stcllung bie Geschenke au-gestellt, welche b.m Großherzog und der Großherzogin wie der Kronprinzessin von Schweben und Rorwegen zum 20. September dargebracht wurden, eine Sammlung der kostbarsten und geschmack ollsten Gegenstände. Koltand. Rotterdam, 4. Oktober, 12 Uhr 55 Min. Nachts. Der letzte von Amsterdam aba.gange-e Zug der holländischen Eisenbahn ist bei ber Einfahrt in den Rvtterdav er Bahnhof entgleist. Mehrere Paffagiere wurden dabei ge- töbtet oder mehr oder weniger schwer verwundet. England. London, 1. Okiober. Der Steife unter ben Schiffsbau-Arbeitern in Sunderland bauert noch immer fort unb gab gestern abermals zu ernsten Ruhestörungen Anlaß. Die Versammlung ber Kohlenbergwerk- Arbeiter in Wolver- dampton bat beschlossen, baß, wen» bie Grubenbesitzer ben Lohn nicht um 10 pLt. er höben, bie Arbeit einaestellt werd'» soll. Kuhland. Petersburg, 3. Cltober. Tie gerichtlichen Verhandlungen wegen Herstellung der revolutionär.» Zeitung .Tscherni Pcredel" steht für den 11. d. M. bevor. Tie Anklage ist gerichtct: 1. gegen Maria Konstantinowna Krylow, adeligen Stande», 37 gab« alt aus dem Kreise (Nschattzk (Gouvernement Smolen-k), 2. jnnojentt Vawlinow Pjanko, Studenten der mcdtco-chirurgischen Akademie. 30 Jahre alt. au« Tom^-k 3. den Edelmann P-ter Wassiljew Tesilenko-Prtchodko. 24 Jahre alt autz dem Gouvernement Poltawa, und 4. Wafstli Al rew Perepletschiko, Sohn eine« - eeonde- lieutenantS, 27 Jahre alt. aus Smolensk. Dieselbe hält für erwiesen, daß die »rylow, Pjankow und Tesslenko Prichodko zu einer geheimen Genosienichast gehören, deren Ziele und Streben aus einem in der Wohnung der Krylow gefundenen Programm- und aus dem Inhalte der ersten Nummer d.S „Tlcherni Pcredel" ersichtlich 'ne • Beweis dieser Zugehöeixkeit zu einer gegen die bestehenden staatlichen (Einrichtungen gerichteten ßtbnnun (^noffcn^tbnft sei die oou ihnen unternommene Einnchiung d.r »um Truck des .Peredel- bestimmten geheimen Druckerei anzusehen- Die Krylow und Pjankow werden außerdem der Benutzung falscher Aufenthaltsscheine beschuldtgt. Pereplesichikow sei nad) eigenem (^eständnih der Theilnahme an 9inrlwtung der ge- Heimen Druckerei zum Druck ekner Zeitung schuldig, deren Programm und geheimer Druck darauf hindeutet,n. dah sie den Jnlcresien einer reglerungsfemdltchen Genossenschaft drenen solle. Wad) dem Bruche, der sich nach den Kongressen der social-revolutionären Partei in Lipeezk und ^olnoeih im Sommer 18/9 unttr den Anhanaern der unter btm Namen „Bolkspartei" gebildeten gebcrmm Gesellschaft vollzogen, habe die d.r ursprünglichen R'chrung der .Polktzpartei- treu aedliebenen Fraktion ihre Thätigkeit für die ökonomischen Tendenzen del ursprünglichen Programms, für die revolutionäre rhättgkeit unter dem Bolte, für die Entwicklung der dem Polte angeborenen antisemitischen Begriffe u- s- w fortgesetzt. Die Derbreituna der AnsrLien dieser Fraktion der Boltspartei sei der Zweck der geheimen Zntung ^Tschcrni Peredel" gewesen. Im Jahre sei in einem Hause aus Wassili-Lstrow e:ne geheime Druckerei entdeckt her einer am 20. Januar 1880 unter Anwendung von Gewalt erfolgten Haussuchung seien daselbn eine Druckerpreffe nut allem Zubehör und über 11 Pud Lchrut, eine große Änzabl der 4 ersten Nummern des ^Tlcherni Peredel", viele Manuscripte regicrungsseindl chen Inhalts, einige Nummern der ausländischen soe alistrschen Preffe und Lchrütrn der russischen social-revolutionären Partei, namentlich auch Eremplare der ,eemljc i Do ja" und der .Narodnaja Wolja", ferner mehrere gefälschte -luf- enrbalisscheine. sowie Hülfsm'ttel zur Herstellung solcher Falsisikate gesunden worden, (rtne in der Wohnung der Krvlow vorgenommene Haussuchung habe zur Ärunndung ber Manuscripte einiger in der ersten Nummer der „Tscherni Peredel" abgedruckten und anderer anscheinend zum Abdruck beyimmten Artikel, sowie zweier Ex?mplare eines Programms für die Tbätigkeit der social-revoluNonären Partei S^uhrt- In dem Programm, das sich die Forderung von Land und Freiheit zum Wablipruch erwählt, werde die Durchführung von Reformen als Aufgabe bezeichnet, die am dem rm L ölte enNlandenen Princive beruhten, daß Land und Arbeitsgerätb ^ollectrvbentz sein 'ollten. Nach dem WoNlout desielben müßten alle Kräfte darauf gerichtet werden, eme revolutionäre Einrichtung tu schaffen, die den Kamps -um -3^kcke bade und die ^nber: msie beseitige, die der Verwirklichung der Ideale des Polkes^rm Wege stünden. Haupt- nel der revolutionären Tbätigkeit sei der Kamm mit dem Ltaare und die Vernichtung der rom Staate geschaffenen privilegirten Klassen, ibr Endziel ^die Ersetzung der be- siebenden naatlichen Einrichtung durch emen ireien Bund der sich 'elmt regierenden Gemeinden eines Gebiets. Bei der Untersuchung haben die Kiplow und Piankow auf die Fragen des Untersuchungsrichters d-e Antwort verweigert, Tenlenko-Prichodko bat seine Zugehörigkeit zu einer geheimen Genosienschast bestritten, rm Uebriaen die rhm zur • Last gelegten Thatsachen eingeräumt. Nach einer Angabe Prichodko s, die mdeß später von ibm widerrmen wurde ist in der Druckerei auch der Burger Lhakow aus iLhars- tow beschäftigt gew^'en, der am 5 Februar 18S'J wegen des aut ihn gefallenen Verdachts die Polizei ton dem Bestehen der Druckerei benachnchttgt zu haben, getödtet würbe. Ferner ist festgestellt, dah einige der in der Druckerei vorgefundenen Manuscripte von oer Hand der Krylow und Prichodko's herrühren. Der oierte Angeklagte, Perep- letschikow, gibt zu, im Auftrage eines Bekannten, dessen Namen er nicht zu nennen wünscht und mit dessen Gelbe die zur Druckerpresse erforderlichen Gegenstände von Petersburg nach Smolensk bezogen und im März und April 1879 auf seines Auftraggebers Verlangen als «Tischler- und Gußeisenwaaren" nach Peiersburg zurückgeschickt zu haben Betreffs der Krylow wird noch bemerk!, daß dieselbe bereits 1866 in der Angelegenheit Korakasow's eine Zeitlang in Hast gehalten wurde und in den siebziger Jahren als gute Bekannte der Familie Safsulitsch galt. Pjanko ist bereits siüher wegen social-revolutionärer Propaganda in Untersuchung gewesen und 1878 wegen Teilnahme an den Stroßentumulten bei Freisprechung der Wera Sassul.tsch nach Pienga (Archangel) verbannt worden, von wo er entfloh. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspoudenz- Bureau. Baden-Baden, 4. Oktober. Se. Majestät der Kaiser wohnte gestern Abend mit der Frau Großherzogin und dem Erbgroßherzog von Baden dem Festconcerte bet. An dem heutigen Diner Sr. Majestät nahm die Frau Großherzogin Thetl. Morgen beabsichtigt der Kaiser dem Wettrennen in Iffezheim betzuwohnen. Kiel, 4. Oktober. Generalfeldmarschall Gras Moltke hielt im hlesigen Osfizier- kasino der Marine eine Rede, de-, en Inhalt der „Kieler Zeitung" zufolge, etwa folgender war: Von der allen Staatsbürgern obliegenden Pflicht, dem Kaiser und dem Vaterlande mit allen Kräften, jeder in seinem Berufskreise, treu öu dienen, ausgehend, wies Graf Moltke darauf hm, daß dem Knegerstande als specieller Zwerg dieses Dienstes die Vertheidtgung und der Schutz der landesherrlichen Grenzen nach außen anvertraut sei. Damit fei der einheitliche Zweck der beiden Hauptfactoren des Ver- theidigungswesens, der Armee und der Marine, klargestellt. Zwar schienen die Aufgaben beider Faktoren, wenn man ihr Leben und Treiben sowohl in Zeit, n des Krieges als des Friedens oberflächlich betrachte, sehr verschieden zu sein. Im Frieden müsse r.ämlich die Grundlage künftiger Siege gelegt werden. Das Personal des Herres habe in normalen Zetten, im Frieden, seinen festen Standort auf dem vaterländischen Boden, und nur dann und wann sei es den Angehörigen desselben vergönnt, aus kurze Zit in die Fremde zu ziehen. Der Marine liege es umgekehrt gerade während des Friedens ob, die Ehre des Vaterlandes an allen Orten der weiten Welt zu wahren, bm dort wohnenden Landsleuten Schutz zu gewähren und dem deutschen Ramen Achtung zu verschaffen. Im Kriege müsse das Heer den glücklichen Ausgang außerhalb der Grenzen des Vaterlandes sicherstellen, während die Marine gerade dann ihre Hauptrolle an den heimischen Küsten spielen müsse. Das Alles seien aber nur scheinbare Verschiedenheiten, der einheitliche Zweck mache im Gegentheil ein brüderliches Hand ln Handgehen beider Faktoren zu einer Nothwendigkeit, wofern sie ihre Aufgaben voll erfüllen sollten. Unsere Kriegsschiffe könnten auch nur dann unsere Küsten erfolgreich schützen, wenn ihnen diese wiederum feste und sichere Zufluchtsstätten böten, die sie, wie der Vogel sein Nest, nach ihrem Fluge über ferne Meere wieder aufsuchen könnten. Der Vogel baue aber sein Nest nur an solchen Stellen, wo es nicht leicht ein Opfer des Frevlers werde. Geschützt vor Frevlerhand müßten auch die Nester für unsere Seevögel, die Schiffe der kaiserlichen Marine, fein. Und gerade hierbei käme eine enge Verbindung zwischen Heer und Marine zum Vorschein. Deshalb eben seien die anwesenden Mitglieder des großen Generalstabes hier in Kiel, um sich an dem Ausbau dieses schönen, herrlichen Marinenestes mit zu betheiligen Die Liebe und Treue zu Kaiser und Reich sei Heer und Marine gemeinsam, die Arbeit beider verfolge denselben Zweck und könne ihn nur dann erreichen, wenn sie in brüderlicher Arbeit und Gesinnung zusammenstünden und einander gegenzeitig ergänzien. So sei es und so werde es hoffentlich, wie es das Wohl und Wehe des Vaterlandes gebiete, auch immer bleiben. Perris, 4. Octbr. Aus Aden von heute wird gemeldet: Seit 8 Tagen ist kein Eholera-ErkrankungSfall hier vorgekommen. — Nachrichten auS Tunis vom 2. dS. bestätigen den Brand deS Bahnhofes von Quedzergua und die Ermordung der dortigen Eisenbahnbeamten. Der Oberst Debord, welcher am 1. dS. mit 6 Compagnien aufgebrochen war und den Weg btS nach Beja verfolgt hatte, wurde bet oer Rückkehr durch eine Abtheilung von etwa 1000 Insurgenten angegriffen, welche die Maschine entgleisen ließen. Oberst Debord hielt sich bis um 7 Uhr Abends und kehrte dann mittelst eines von Quedzergua mit Verstärkungen gesandten Zuges nach Medjezelbab zurück. Ali Bey befindet sich noch immer in Testour. — Aus Algier wird gemeldet: Nachrichten auS Oudja zufolge würden an der Grenze zwei Colonnen marokkanischer Truppen gebildet, um zu verhindern, daß die Insurgenten nach Marokko flüchten und so der Strafe entg-hen. — In der Gegend der Schotts ist Regenwetter eingetreten. London, 4. Octbr. Dem „Reuterffchen Bureau" wird auS Kairo gemeldet : Nach einer Hierselbst aus Konstantinopel eingetroffenen Depesche bezeichnete der Sultan dem Lord Dufferin gegenüber als den Zweck der Absendung der Commiffarten nach Kairo die Befestigung der Autorität des Khedive und die Aufrechthaltung des gegenwärtigen Zustandes der Dinge. — In dem heute Vormittag abgehaltenen Mintsterrach wurde der Entwurf des Decrets genehmigt, durch welches die Wahl der Notabeln-Versammlung angeordnet wird. — Einer Depesche der „Daily News" auS Alexandrien zufolge erklärten die Consuln der Mächte dem Conseils-Präsidenten Cherif P ffcha, daß ihre Regierungen der Absendung der Mission Seitens des Sultans fremd seien. Allgemein Hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich in Folge vielfach vorgekommener Namensver- wechselunqen von heute ab die Firma 8. Meimersheim Kachlolger führen werde. Gießen, den 1. Oktober 1881. Hochachtend 6383) _________________M. Kaan. Die Färberei u. chemische Waschanstalt 6445) von vis-ä-vis dein < WSonnenstraße Clubgebäude -»• "gl B. 60 empfiehlt sich im Waschen und Färben der Damen- und Herren- Garderobe (unzertrennt), Fußteppiche, Möbel- und Vorhangstoffe. Stockholm, 4. Octbr. Zu Ehren des Kronprinzen und der Kronprinzessin fand gestern Abend Hofball statt, welcher äußerst glänzend verlief. Bei dem Souper brachte der Köng das Hoch auf die Neuvermählten aus, indem er heroorhob, daß die Prinzessin Victoria nicht als Fremde gekommen sei, da auch ihre Ahnen Schweden gewesen seien. Um Mitternacht verließen die Herrschaften den Ball. Heute Abend findet Galavorstellung statt, wob« die Hoffestlichkeiten ihren Abschluß finden Breslau, 4. October. Die schlesische Gewerbe- und Industrie-Ausstellung ist heute Nachmittag in Gegenwart zahlreicher Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden nach einer Ansprache des Dr. WebSky, in welcher derselbe die hohe comoierciette Bedeutung deS Unternehmens und deffen vollkommene- Gelingen betonte, durch dm Opräside .ten v. S'ydewitz feierlich geschloffen worden. Die B lance schließt ohne erheblichen Grw.nn, aber auch ohne Deficit ab. Lokales. Gießen, 4. Oktober. ^Sterblichkeit in Gießen.j In der Woche vom 25. September bis 1. Oktober belief sich die Zahl der Todesfälle in Gießen im Ganzen auf fünf. (5tn Kintz im eisten Lebensjahre starb an Krämpfen, ein Kind im zweiten Jahre an Scharlack. Von drei erwachsenen Personen starb eine an Gehirnentzündung, eine an Tuberculose des Gehirns und eine an Magenkrebs. S t r tn i f 4 t « Köln, 4. Okt. ZuEhrenfeld wurde am Samstag Vormittag zwischen 5 und V26 Uhr, während der diensttbuende B-amte sich nach der Eisenbahn an den von Derviers kommenden Zug begeben hotte, die Postkafse beraubt. Der Betrag, den der Dieb an sich gebracht hat, beläuft sich sich auf 7—8000 JL Köln, 4 Okt. In unserer Vorstadt Lindenthal traf gestern Abend ein dortiger Einwohner sein Dienstmädchen bei einer kleinen Veruntreuung an. Er drohte ihm, die Polizei zu rufen, und schloß eß auf dem Zimmer zweiter Etage, in welchem es sich befand, ein. Der Mann führte auch wirklich seine Drohung aus. Als er aber mit einem Polizeibeamten eintraf, riß Dal Mädchen daß Fenster des Zimmers auf und sprang hinaus; man fand es bald nachher unten als eine Leiche liegen. — Um Binsen von den Wiesen zu vertilgen, sagt man, gebe es kein anderes Mittel, als die Entwässerung, beziehungsweise Drainirung, sodann Düngung mit Ka k und Asche. Jndeß giebt eß noch ein Mittel, welches darauf beruht, daß die Binsengräser öfteres und mög. lickst kurzes Abschneiden nicht vertragen können, bei dieser Behandlung zu kümmern beginnen und nach und nach eingehen. — fEine originelle Luftfahrt.j Vor einigen Tagen unternahm der seiner Tollkühnheit wegen Mannte Aeronaut Deudet in Marseille eine eigenthümliche Luftfahrt. An dem mit erhitzter Luft gefüllten Ballon „Grand Orient" befand sich nämlich statt deS üblichen Nachen- ein mit Stricken gebundener Esel, auf dessen Rücken Beudet sich installirte. Unter lebhafter Heiterkeit und lauten Bravorufen der Zuschauer stieg der Ballon in die Höhe, hielt sich einige Zeit über der Stadt, wurde aber plötzlich von einem leichten Winde erfaßt, der ihn rasch gegen das M^er führte. Glücklicherweise gelang es dem Luftschlffer, den Ballon bald zum Sinken zu bringen ; cr fiel zwar ins Wasier, aber nicht allzu entfernt vom Hafen La Ioliette, wo eine riesige Mensckenmafse sich drängte, um die einzelnen Phasen der tollen Luftfahrt zu ver: folgen Beudet begann Dem Ufer zuzuschwimmen und versuchte es sogar, den Kopf sein s Reisegesellschafters Über dem Wasier zu erhalten; aber das arme Grauthier hatte bald Über Gebühr Seewasier getrunken uno versank in den Fluthen. Beudet wurde von einem Remor: queur ausgenommen, den man ihm vom Hafen aus zu Hilfe geschickt hatte, und landete, von der Zuschauermenge stürmisch begrüßt. — Ein Thierschutzverem scheint in Marseille nicht zu existiren. — s Triftiger Grund.s Neulich stritten zwei Parteien um einen Brunnen; der Advokat der einen Partei hielt eine Rede; die dem Präsidenten zu lang für die geringfügige Sache schien, er bemerkte das. „Verzeihen Sie", erwiderte der Advokat, es handelt sich um einen Brunnen und beide Parteien sind — „Weinhändler l" „Ach dann ift's etwas anderes!" Sctii(Feberteilt. Mitgetheilt von Dem norddeutschen Lloyd in Bremen. Bremen, 4. Oktober fPer transatlantischen Telegraph.] Der Poftdampfer Salier, Capt. C. Wiegand, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. September von Bremen abgegangen war, ist heute 6 Uhr MorgenS wohlbehalten in Newyork angekommrn. Bremen, 4. Oktober. Der Postdampfer Main, Lapt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 24 September von Newyork abgegangen war ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 8 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe Überbringt 184 Pasiagiere und volle Ladung. Handel und Verkehr. Frankfurt, 4. Oktober. Der heutige Diehmarkt war ziemlich befahren. Angemeben waren ca. 300 Ochsen und Stiere, 220 Kühe und Rinder, 180 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. J€ 64—67, 2. Qual. JL 58—60, Kühe unt Rinder 1. Qual. JL. 52 54, 2. Clual. JL 40 — 48, Kälber 1. Qual. JL 53—55, 2. dual- Jt. 40—45, Hämmel 1. dual. JL 58—60, 2. dual. JL 40 - 45 per 100 Pfd. Schlackt» gewicht. Schweine wurden 550 Stück angeführt und das Pfund mit 65 H bezahlt. Frankfurt a. TO., den ö.dftbr., Nachmittags 2 Uhr 10 Min- (Telegr. CourSbericht Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Credtt- actien BIG1/«, Staatsb.-Actten 309V,, Galizier 278Vr, Oest. Silberrente 6?Vi6, 4% Unaar Goldrente 78Vi 4% 1880er Russen 75Vr, 2. Orient-Anleihe 61Vr, 5% Rumänische Rente 92V,- Tendenz flau. er Anzeiger. August Montanus emrsiehlt das Neueste in Winter-Mänteln u. Regen-Mänteln für Damen und Mädchen, sowie sein reichassortirtes Lager in Damenkteisterstoffen und ResaMossen wie: farbige Atlas, Seiden- u. Baumwoll-Sammt, zu billigen Preisen. (6525 Das Neueste in Damen- und Mädchea-Ailz- und Pelufch- Süten, Sammeten, Pelufcbe, Federn, Blumen und Hut» fournituren »st in reichster Auswahl um Lager und offerire solches j« billigsten Preisen. Mädchen-Hüte offerire schon von 60 H an. A. Fangmann, 6434) Kirchcnplatz. Feilg Unta; W M HM, taufen. A. Ka -____Grün J-W) Mch H- 4 J) mir wieder 35( f'ne In T^den y . Kied7^ 8a. S. &e in ft."*.«! billig Hi« Ms» *K » ycintKP/ 6528) S pro». Bej Ktitzg ht Nachm soll auf hiesigem Nachlaß der Frau aehöriae Garten glur 33/240 150 K meistbietend verste Gießen, den 28. 6201) Oeffentliche Iullellung. Die Firma Aieper 6f Üütticfen zu (Btcfien klagt gegen den Wirth £>etnrid) Plattner, früher in G eßen, jetzt unbekannt wo, auS käuflicher Lieferung von Ligarren mit dem Antrag auf Leruriheilung des Befugten zur Zahlung von 71 Jt nebst 5 p6t. Zinsen seit 30. September L I , und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor hol Großb Amrsgiricht in Gießen aus Donnerstag den 22 Novbr. 1881, Vormittags 9 Uhr. gm» Zwick ter öffentlich« Zu- flellunfl wird dieser Auszug der »läge bekannt gemacht. Gießen, 4. Oktober 1881. 6531) Neidhart, G"ich'sschreiber des Gr. Amtsgerichts. Arbeitsversteigerung Lamstag den 8. Oktober er., Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Nakhbauslaale zu Hausen Unterhaltungsarbeü ten der Etrasten, als: Steinsetzen, Schlagen und Endecken, sowie bal Abheben von Bankelten und AuS- h.ben von Gräben, veranschlagt zu JL 71.86, durch Versteigerung in Accorv gegebe i werden. Haufen, den 5. Oktober 1881. Großh. Bürgermeisterei Hausen. I. « . 6528) Seuling, prov. Bez'rksbauaufseher. /rritag den 7. Oktober, Nachmittag- 2 Uhr, soll aus hiesigem OrtSgericht der zum Nachlaß der Frau RegierungSrath Pietsch aedöriae (Marten Flur 33/240 150 Klafter am NahrungSberg meistbietend versteigert werden. Gießen, den 28. Sept. 1881. Großh. Ort-gericht. 6201) Muller. Feilgebotknes. 6426) Unterzeichnete beabsichtigt ihr Wokudaus mit Garten, Werkstätte,Waschküche. zwei Hallen, preiSwürdig zu verkaufen. 21. Kalbfleisch Wwe., Gründergerstr. B. 150. 5087) Mehrere Hvudert 6tM neue Kell- A Pferde-sseppiche sind mir wieder zu Händen gekommen per Stück JL 3.50. 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