Nr. 4L Donnerstag den 6. Januar 1861* v>ichencr MnMger Ailirige- eni AmkhIM für den firrw Gießen. «SSS' I ««»«-->- ° '• u.<» - — - ......7 K’ÄK.Ä5 "»sav m 1. I Jll-JL JL, ■■ — .1 .. u.u L 1WX.LIJ!1M«BW.F, . ------^■™SL«LI -l™™1-■ «jm Deutschland. w. Darmstadt, 4. December. Die Regierung legte den Ständen vor längerer Zeit einen Gesetzesentwurf vor, welcher e ne Abänderung des Wildschaden s- gesetze- vom 6. August 1810 nur in Betreff «der Kosten deS Verfahrens bezweckt; er bestimmt, dass dicse Kosten regelmäßig der Beklagte zu tragen habe, wenn er zu einem Ersätze von Wildschaden verurthetlt werde, statuirt aber (und darin liegt die Abänderung des bisher geltend gewesenen Rechts) die Ausnahme, daß, wenn der Beklagte vor Beginn der Besichtigung und Abschätzung dem Kläger als Schadenersatz eine Summe angebotcn, welche ebenso groß oder größer ist alS diejenige, zu deren Zahlung er durch das nachfolgende Erkenntniß schuldig erkannt worden und von seinem Anerbieten dem 'kreisamtc binnen bestimmter Frist Anzeige gemacht habe, der Kläger die nach dieser Anzeige weiter entstehenden Kosten zu tragen habe. Der Ausschuß der zweiten Kammer hatte bekanntlich die Annahme der Vorlage empfohlen Bei der Be- rathung im Plenum wurden aber Beanstandungen erhoben und insbesondere die Ansicht ausgesprochen, daß es sich empfehle, den ganzen Gegenstand, einschließlich deS einzuholtendcn Verfahrens, einer Revision zu unterziehen und demgemäß die Großb. Regierung zu ersuchen, einen den Gegenstand erschöpfenden Gesetzesentwurf vorzulegen. In Folge dessen wurde die Vorlage zur weiteren Erwägung und Berichterstattung an den Ausschuß zurückverwiesen. Auf die von dem Referenten hierauf an die Großh. Regierung gerichtete Anfrage hat diese erwidert, daß sie beschlossen habe, die ganze diesen Gegenstand betreffende Gesetzgebung einer Revision zu unterziehen, und die Vorarbeiten soweit beendigt seien, daß ein Gesetzesentwurf werde vorgelegt werden können. Die Großh Regierung glaube indessen, mit Rücksicht auf den bevorstehenden Schluß des gegenwärtigen Landtages diesem eine Vorlage nicht mehr zugehen lassen zu sollen, behalte sich dieselbe vielmehr für den nächsten Landtag vor. Auf Grund dieser Aeußerung hat die zweite Kammer einstimmig den Gegenstand für erledigt erklärt und eS beantragt nunmehr der Gesetzgebungsausschuß der ersten Kammer, nach den von Herrn Dr. Wosserschleben desfalls erstatteten Bericht, Beitritt zu dem jenseitigen Beschlüsse. P. Frankfurt a SDL, 4 Januar. Die Corporationen, welche sich den von der süddeutschen Abthcilung des Tabaksoereins dabier an die Reichsbehörden gerichteten Petitionen gegen das Verfahren der Straßburger Tabakmanufartur angeschlossen haben, sind die folgenden: Die Handelskammer zu Aachen, der Vorstand der Vereinigten Kaufmannschaft des Herzogthums Altenburg zu Altenburg, die Acltesten der Kauf- mannschaft zu Berlin, die Großh. Heff. Handelskammer zu Bingen, die Handelskammern zu Br« men und Cassel, der Magistrat zu Cassel, die Handels- und Gewerb-kammcr zu Chemnitz, die Handelskammern zu Coblenz und Duisburg, die Aelteften der Kaufmannschaft zu Elbing, das Bürgermeisteramt zu Eschwege, die Handelskammer zu Frankfurt a. M., Gera, die Großh. Hess. Handelskammer zu Gießen, die Stadtverordneten und der Handelsverein zu Gießen, die Handelskammer zu Hanau, die Handelsund Gewerbekammcr iu Heilbronn, das Bürgermeiftereiamt zu Kaiserslautern, die Handelskammern zu Karlsruhe, Köln, Kottbus, Leipzig, Limburg, die Pfälzische Handels- und Gewerbekammer zu Ludwigshafen a. Rh-, die Aeltesten der Kaufmannschaft zu Magdeburg, die Handelskammer zu Mannheim, der Stadtraih zu Meissen, die Handelskammer zu Minden, die Handels- und Gewerbekammer für Oberbayern zu München, der Magistrat zu Norden, die Handels- und Gewerbekammer für Oberpfalz und Regensburg zu Regensburg, die Handelskammer zu Trier, die Handels- und Ge- werbekammer zu Ulm, die Handelskammer zu Wesel und die Handels- und Gewerbekammern für Unterfranken und Aschaffenburg zu Würzburg. Ferner sind neuerdings den Petitionen beigetreten: Die Handelskammer zu Bielefeld, die Handelskammer zu Braunschweig, die Handelskammer zu Düsseldorf, der Vorstand der Residenzstadt Eisenach, der Stadtrath zu Gera, die Handelskammer zu Göttingen, der Stadtrath der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe, der Stadtratb zu Mannheim, die Handelskammer für den Kreis Mühlheim a Rh-, die Handels- und Gewerbckammer für Mittelfrankeu zu Nürnberg und die Handelskammer zu Stralsund. Berlin, 2. Januar. Heute wird eS 20 Jahre, daß König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen starb und Wilhelm als der erste Köntq seines NamenS den preußischen Thron bestieg. Troße, gewaltige Eseigniffe liegen zwischen damals und jetzt. In der Proklamation vom 7. Januar an sein Volk, damals nur das preußische, sagte der jetzige Kaiser von Deutschland: „Ich halte fest an den Traditionen Meines Hauses, wenn Ich den vaterländi- schen Geist Meines VolkeS zu heben und zu stärken Mir vorsetze. Ich will daS Rccht des Staates nach seiner geschichtlichen Bedeutung befestigen und ausbauen und die Institution, welche König Wilhelm IV. in's Leben gerufen hat, aufrechterhalten. Treu dem Eide, mit welchem Ich die Regentschaft übernahm, werde Ich die Verfassung und die Gesetze des Königreichs schirmen. Möge eS Mir unter Gottes gnädigem Beistand gelingen, Preußen zu neuen Ehren zu führen! Meine Pflichten für Preußen fallen mit Meinen Pflichten für Deutschland zusammen. Als deutschem Fürsten liegt Mir ob, Preußen in derjenigen Stellung zu kräftigen, welche eS vermöge seiner ruhmvollen Geschichte, seiner entwickelten Heeres Organisation unter den deutschen Staaten zum Heile Aller einnehmen muß. Das Vertrauen auf die Ruhe Europas ist erschüttert. Ich werde Mich bemühen, die Segnungen des Friedens zu erhalten. Dennoch können Gefahren für Preußen und Deutschland Heraufziehen. Möge denn jener Gott vertrauende Muth, welcher Preußen in seiner großen Zeit beseelte, sich an Mir und Meinem Volke bewähren und daffelbe Mir auf Meinem Wege in Treue, Gehorsam und Ausdauer fest zur Seite stehen; möge Gottes Segen aus den Aufgaben ruhen, welche sein Rathschluß Mir übergeben hat." Man wird Angesichts dieser Worte gewiß nicht sagen können, König Wtlhelm habe nicht von allem Anfänge an in den Zeichen seiner Zeit zu lesen verstanden, und heute wissen wir, wie voll König Wilhelm seiner großen Zeit gewachsen war. Möge er noch lange die schönen Früchte seiner eroßen Tharen mit seinem Volke genießen! (Köln. Ztg.) — Die Sylvesternacht ist hier doch nicht so ganz ruhig vorübcrgegangen, als es den Anschein hatte. In einigen Wiener Cafös, im Caf6 National pnb Caf6 Bauer, tauchte urplötzlich eine Anzahl von Leuten auf mit dem Rufe: „Hie Antisemiten, nieder mit den Juden!" Zum Glück waren keine Juden vorhanden ; es kam aber doch zu Prügeleien und zu energischem Einschreiten der Polizei, welche daS Casö Bauer und stellenweise auch die Behrenstraße sperrte, jedenfalls aber nicht leichte Mühe hatte, dem Gesetze Achtung zu verschaffen, denn eS kam der Morgen über dem Skandal heran. Berlin, 3. Januar. Die russische Zollerhöhung soll im Abgeordnetenhause, durch eine Interpellation von konservativer Seite angeregt, Gegenstand der Erörterung werden. Es ist unschwer abzusehen, daß der Regierung eine solche Anregung nicht nur angenehm, sondern sogar erwünscht ist. — Aufsehen macht die Beurtheilung der Stöcker'fchen Agitation im JahreSrückblick deS streng kirchlichen „Evang. Anzeigers." Es heißt da: „Allgemein anerkannt wird, daß dem Hofpredtger Stöcker eine große Arbeitskraft und ein Geschick der hinreißenden Volksrede innewohnt, welches ihn zu einem Agitator und Vorkämpfer prädestinirt. WaS aber die Anerkennung feines Wirken- vielfach in kirchlichen Kreisen hemmt, ist vornehmlich, daß er sociale Forderungen auf Grund der heiligen Schrift und im Namen, des Christentums geltend macht und auf dem Wege seiner Agitatation namentlich in der Judensrage zu Mit. teln des Angriffs und der Vertheidtgung zu greifen sich genöthtgt sieht, die auch wohlgeneigten Freuyden Bedenken erregen, weil sie eher Wunden schlagen als heilen und Wasser auf die Mühle von Leuten geben, mit denen Hospre- diger Stöcker nichts zu schaffen haben will." In den wettern durchaus chrtst- lichen Ausführungen sagt daS Kirchenblatt bezüglich der christlich-soctalen Der- sammlungen, deren Werth zur Unterstützung der inneren Mission es anerkennt: „Anders verhält sich die Sache, sobald diese Volksversammlungen vom chrtst- lichen und religiösen auf das sociale und politische Gebiet übergehen, besonder- aber wo sie anfangen, aggressiv zu werden, sociale Forderungen zu formuliren, allgemeine Anklagen gegen ganze Klaffen vorzubringen und sich in ihrer zu. fälligen Zusammensetzung zum moralischen Richter aufzuwerfen in Dingen, deren sittliche Beurtheilung eine tiefere Einsicht und ruhigere Erwägung sor- dert. Da ist die Gefahr unvermeidlich, daß in die wohlgemeinte Belegung Strömungen sich htnetndrängen, welche, auf anderem Boden und aus anderen Motiven erwachsen, die Tendenz einer religiösen und sittlichen Einwirkung am Ende überwuchern." Zur Judensrage äußert sich daS Blatt: „Bet der Antt- semttenbewegung wird unleugbar in den durch sie erregten Volksklaffen der persönlichen Sympathie und Antipathie ein größerer Einfluß verstattet, alS der politischen und rechtlichen Erwägung und dem socialen Bedürfntß. . . . Der alte confesfionelle Haß gegen die Juden ist noch ntcht tobt; wo er wieder ausflammt, da soll er nicht unter dem Namen deS ChristenthumS sich einfüh- ren, welches Gewissensfreiheit und Duldung aus seinem Schoße hervorgebracht hat. . . . Wir haben in letzter Zett Versammlungen erlebt, welche sich christlich nannten, wie jene christlich • liberale Reichshallen-Versammlung, wo die Gewalt- thätigkeit des Wortes, verbunden mit der Gewaltthätigkett der Fäuste, unter dem Titel des ChristenthumS etablirt wurde. Sorgen wir dafür, die wir wissen, was lebendiges Christentum, Glaube und Liebe in Christo Jesu in Wahrheit find, daß nicht auch an uns oas Wort flch erfülle: „Um euret- willen wird der Name Gottes gelästert unter den Heiden." Berlin, 3 Januar. Geaen den im vorigen Monat in AugSburg auS London herübergekommenen Most'schen Agenten Victor David soll das io diesem Falle zuständige Reichsgericht die Voruntersuchung wegen Thetlnahme an einer hochverräthertschen Verschwörung und wegen Aufforderung zum Mo- naichenmord eingeleitet haben. Italien. Rom, 2. Januar. Der Papst hat den deutschen Domcapiteln im Princip erlaubt, Disthumsverwalter zu wählen. Einzelne schwierige Fälle, z. B. Fulda, bleiben der Entscheidung des Papstes Vorbehalten. tzngland. London, 1. Januar. Im gestrigen Termine des Proceffes gegen die Führer der irischen Landliga führte der General-Procurator für Irland seine Ansprache an die Geschworenen zu Ende. Er schloß wie folgt: „ES ist ein allgemeiner Wunsch vorhanden, daß das die Befitzverhältniffe in diesem Lande betr. Gesetz eine Aenderung erfahre, aber darum handelt eS fich jetzt nicht. Worauf ich zu achten habe, ist, daß der rothe RepublikaniSmus, der Commu- uismus und der Nchilismus anderer Länder fich nicht in diesem Lande ein- bürgern. Meine unmittelbare Pflicht ist es, darauf zu achten, daß den Gesetzen Gehorsam geleistet werde und daß die Gesetzesübertreter bestraft werden. Die Pflicht der Geschworenen ist eS, einen strengen und unparteiischen Weg zwischen der Krone und den Angeklagten einzuschlagen. Was auch immer das Ergebniß sein dürfte, so hoffe ich, die Geschworenen werden zu einem für ihr Gewissen und chr Land befriedigenden Schluffe gelangen. Der Unordnung im Lande muß gesteuert werden, während zu gleicher Zeit der Wunsch vorhanden ist, die Erörterung aller öffentl^n Fragm einzuschränken; allein die Verschwörung muß im Interesse des Kaufmanns, des Landwirths und des Glundbefitzecs unterdrückt werden." Der zuerst verhörte Zeuge war ein Stenograph aus London, der die Notizen verlas, die er fich auf vielen Versammlungen b*r Landliza, bei senen Dillvn, Parnell und andere Angeklagten Reden hielten, gemacht. Er bekundete, daß die Redner häufig von dem Ausrufe unterbrochen worden: „Erschießt ihn 1 (nämlich den Stenographen). Zeuge begann dann die Reden verschiedener Landliga-Führer zu verlesen, was den Präsidenten Richter Fetzgerald zu der Bemerkung veranlaßte, daß, wenn dies so fort ginge, der Proceß bis über Ostern hinaus dauern würde. Der Hauptoertheidtger der Angeklagten, Macdonogh, machte geltend, daß auch alles verlesen werden müsse, was für die Angeklagten spreche und dazu angethan sei, den unschuldigen Charakter der Versammlungen darzuthun. Der General« fiscal beanstandete dies, allein der Präsident erklärte, der Gerichtshof begün- stige das Anfinnen Macdonogh's. Die Verhandlung wurde sodann bis zum Montag vertagt. Afrika. — Pretoria und Potchesstroom, die beiden einzigen Orte von Transvaal, tn denen es auch Engländer gibt, befinden sich in der Gewalt der holländischen Bauern. Englische Garnisonen halten — so wett wir über die Lage Bescheid wtfien — nur noch die Forts von Pretoria, Potchesstroom und Standerton besetzt. Daß diese Forts oder befestigten Lager mit Sturm genommen werden sollten, hat nicht viel Wahrscheinlichkeit für sich; dem Anschein zufolge werden die Bauern sie aushungern. Nun ist Pretoria von dem Seehasen Durban, wo die englischen Entsatztruppen ausgeschtfft werden sollen, etwa 640km entfernt, und die Hälfte dieser Wegestrecken liegt innerhalb Transvaal, also auf feindlichem Gebiet. Die Schwierigkeit, Transport- Colonnen nach den belagerten Forts zu bringen, liegt demnach aus der Hand. ES wird aber auch bestenfalls sehr lange dauern, bis die englischen Entsatztruppen eintreffen. Etwas weniger als 4 Wochen dauert allein die Seereise; mißt man dann den englischen Truppen eine Marschsähtgkeit von 19—20 km täglich zu, so werden immerhin wettere 5 Wochen für die Landstrecke in Rechnung kommen. Bis zu diesem Zeitpunkt aber dürften die englischen Garnisonen in Pretoria, Potchesstroom u. s. w. längst die etwa vorhandenen Lebensmittel erschöpft haben. Unter der englischen Besatzung des Gertchtsgebäudes zu Potchesstroom, die sich den Holländern ergeben mußte, befand sich auch Corn- Mandant Raaf, den die Holländer besonders Haffen, weil er ihres Stammes und ein politischer Renegat ist. Die Nachricht, daß man ihn erschoffen habe, ist trotzdem unbestätigt geblieben. Paul Krüger soll die Absicht hegen, die Hauptstadt von Pretoria nach Potchefsttoom zurückzuverlegen, wo sie sich auch unter Andreas Pretortus, dem ersten Präsidenten der Republik, befand. — AuS Kalkutta wird gemeldet, daß das 15. Husarenregiment, das 2. Bataillon deS 60. Husarenregtments und eine Batterie Artillerie aus Dinapor nach Natal beordert worden sind. DaS 11. bengalische Lanzenreiterregiment, das aus lauter Eingeborenen besteht, hat seine Dienste für den Feldzug in Süd- afrika angeboten.___________________________________________________________________ Telegraphische Depeschen. Wagrrer's telegr. Correspoudeuz-Bureau. Berlin, 4. Januar. Eine in Rom angeblich in Gründung begriffene Banca Jtaltana für Converston der türkischen Staatsschuld versendet Pro- specte mit den Namen der ersten Gründer; die darin genannten Firmen Platho u. Wolff in Berlin, v. Reinach u. Comp. in Wien, Haller Söhle u. Comp. in Hamburg und Banque de Geneve haben bereits gegen den Mißbrauch ihrer Namen protestirt. Paris, 4. Januar. Die Ablehnung des Schiedsgerichts durch die Pforte gilt hier nicht für deren letztes Wort. Die Pforte hält an dem Standpunkt ihrer Note vom 14. December fest, keine Initiative zu Frindselig- leiten zu ergreifen. Die Möglichkeit einer Offenstoe Griechenlands wird wegen der Unfertigkett seiner Rüstungen auf lange hinaus bezweifelt. Die Fortdauer der europäischen Entente scheint gesichert. Athen, 4. Januar. Es heißt, daß die Mächte neuerdings bei Griechenland identische Vorstellungen zu Gunsten deS Schiedsgerichts machten. 32,000 Reservisten und Nattonalgardisten, im Alter von 30 bis 40 Jahren, sollen einberufen werden. Konstantinopel, 4. Januar. Die Botschafter haben gestern einen neuen identischen Schritt bet der Pforte zu Gunsten des Schiedsgerichts gethan. Pari-, 4. Januar, Abends. Der „TempS" glaubt, der Friede werde im Jahre 1881 erhalten bleiben. Nach den neuesten Nachrichten dürfte bei dem Sultan die gesunde Vernunft über sein anfängliches Zaudern in der Schiedsgerichtsfrage siegen. Die Mächte ertheilten Griechenland einstimmig den Ratb, eine Politik deS Krieges zu vermeiden. Schonung der Augen. Durch Untersuchung von mehr als 30 Augenärzten an beiläufig 40,000 Schülern wurde überzeugend feftgestellt, daß die Kurzsichtigkeit unter unserer Jugend in er- sckreckendem Maße fort und fort zunimmt, und zwar im Schulalter von Classe zu Classe. Angeboren ist der Fehler nur selten, bei Kindern unter 5 Jahren wird er fast nie gefunden und in Dorfschulen gibt es nur etwa 1 Procent Kurzsichtige; deren Zahl sowohl wie der Grad der Kurzsichtigkeit bei den Einzelnen nimmt aber zu mit den Ansprüchen des Unterrichts, so daß die Elementarschulen nur 5 bis 11 Procent auf- weisen, die Töchterschulen schon 10—24, die Realschulen 20—40 und die Gymnasien 30—55 Procent. In der Secunda und Prima schwankt die Zahl zwischen 35 und 88 Procent. Ein Tübinger Arzt fand innerhalb 20 Jahren unter 600 Theologiestudirenden 79 Procent Kurzsichtige und Professor Virchow äußerte kürzlich im Abgeordnetenhause, von 100 Medicinstudenten könnten 95 nicht sehen, was vor ihnen liegt! — Die geistige Kurzsichtigkeit bewegt sich nun aber in umgekehrter Richtung der leiblichen, mit anderen Worten: je schwächer unser physisches Sehvermögen wird, um so klarer sehen wir dessen hohe Bedeutung ein und um so mehr schärft sich unser Blick für die Begehungs- und Unterlassungssünden, welche die Verderbniß herbeigeführt haben. Wohl litten auch unsere Vorfahren unter schlecht gebauten Schulbanktischen, falscher Körperhaltung beim Schreiben und Lesen, unter ungenügender Beleuchtung der Schulzimmer, Büchern mit zu kleinem, engem Druck rc., doch aber nicht in dem Grade, rote wir und unsere Kinder, denn die Anforderungen der Schule sind seitdem wesentlich gestiegen, es wird viel länger als ehedem bei künstlichem Lichte gearbeitet, das Stadt- leben, der Mangel an Ucbung des Anpassungsvermögens im Fernsehen u. A. kommen hinzu, das liebel mehr und mehr zu vergrößern. Das alte Sprüchwort vom „Hegen und Pflegen rote den Augapfel" dürfte heutzutage wenig genug besagen. In keinem Lande ist die Kurzsichtigkeit so verbreitet wie in Deutschland, dem bestgeschulten. Das erweist sich u. A bei internationalen Congressen, wo stets die Brillenträger beinahe nur Deutsche sind. Der Grund davon ist nicht vorzugsweise in Rasseneigentbumlichkeiten, Vererbung rc. zu suchen, sondern in fortgesetzter Ueberanftrengung und Mißhandlung der Augen. Je weniger nun wir Alten diese ungeschehen machen können, um so ernster tritt uns, damit der junge Nachwuchs thunlich davor behütet werde, als Gewissenspflicht entgegen, die Einsicht von der Nützlichkeit und Nothwendigkeit gewißer Reformen auszubreiten. Auch die Schulbehörden können dann nicht zögern, demgemäße Einrichtungen zu treffen. Behördliche Maßregeln pflegen ja meistens durch den Grad der Dringlichkeit, welchen die öffentliche Meinung und die von ihr beeinflußte Volks- öertretung jeder Angelegenheit beilegt, bestimmt zu werden. — Aus der recht langen Reihe von allgemeinen Regeln zur Schonung und Pflege des Sehvermögens feien hier nur folgende herovrgehvben. Das Auge darf sich beim Lesen und Schreiben dem Object nicht mehr nähern, als zu deutlichem Erkennen erforderlich ist und das Auflegen muß vermieden werden. Dies letztere wird durch die (erst feit etwa 70 Jahren emgeführtt) schräge Schreibschrift gefördert und das Aufrechtsitzen verhindert oder erschwert, weßhald senkrechte Rundschrift zu begünstigen wäre. Auch könnte unser übermäßiges Schreibwesen durch allgemeine Erlernung der L-tenographie eingeschränkt werden, sofern dann nicht etwa neue Aufgaben nachdrängten. Die Tischplatte muß etwas höher angebracht sein als der herabhängende Ellbogen, nicht wagrechl, sondern schräg gestellt, und die Banktische der Größe der Schüler einigermaßen angepasst, d. h. diese nach jener eingerciht werden. Daß dies ohne große Kosten zu bewerkstelligen ist, haben die Modelle der Wiener und Pariser Ausstellungen dargethan. Fast alle anderen Culturstaaten sind zur Zeit in dem Punkte dem größten deutschen erheblich voraus. — Die gedruckten Buchstaben sollten nie kleine, als IV2 mm, nicht zu schmächtig, die Zeilenzwischenräume nicht zu eng sein und für ABC-Schützen nur recht großer Druck benutzt werden, bis sich ihnen die Buchstabenbilder fest und dauerhaft eingeprägt Haden. — Von erster Wichtigkeit ist das Licht, wovon in Schulstuben kaum zu viel sein farm, vorausgesetzt, daß nicht der Sonnenstrahl birect auf den Tisch fallt. Blendung und rascher Wechsel sehr verschiedener Helligkeitsgrade schadet selbst gesunden Augen — Sehr vieles, ununterbrochenes Lesen, zumal bei künstlicher Beleuchtung, verkürzt allmählich nicht dlos die Weite des Gesichts, es schwächt auch seine Schärfe und Ausdauer, auf hinlängliche Ruhepausen ist daher thunlich zu halten. 10 Stunden täglichen Schreibtischsitzens sind für ein in der Entwickelung begriffenes Auge zweifellos zu viel. Schmerzen die Augen ober geben sie Ermüdung funb, so gönne man ihnen eine Erholung, sei es auch nur wenige Minuten. — Die Wahl der Brille, des Gestells und der Gläser, welche letztere nicht zu klein fein dürfen, sollte womöglich immer unter augenärztlichem Beirath geschehen. Dessen bedarf es auch schlechterdings für die Berufswahl, wenn die mindeste Schwäche der Augen ober Neigung zu Entzündungen üorLegt. Manche Gewerbe können dann geradezu als Heilmittel bienen, anbere ohne Gefahr ergriffen unb roieber andere müssen ganz vermieden werden, 3. B- solche, welche das Auge grellem Lichte, starker Hitze, scharfen Dünsten, dem Staub ober Rauch aussetzen, ober besonders große Anstrengungen den Augen zumuthen, wie Uhnnacherei, Kupfer- unb Stahlstecherei rc Auch Mädchen und Frauen sollten und könnten wenigstens etwas vorsichtiger in der Auswahl ihrer Arbeiten und Tändeleien fein. Noch an dies unb jenes wäre zu mahnen, z. B. an bie so belangreiche Haltung Neugeborener und Bettlägeriger, an sog. Operngucker, Klemmer, Monocles rc.. doch mag es bei Obigem vorläufig fein Bewenden haben, um nicht „zu viel auf einmal" zu verlangen. Jedenfalls ist's hohe Zeit, daß durchweg Erwachsene und Kinder lernen, was die Schonung und Pflege des empfindlichsten, edelsten und werthvollsten der Sinneswcrkzeuge dringend erheischt. Lokales. Gießen, 5. Januar. (Sterblichkeit in Gießen während des Jahres 1880. Nach den Aufzeichnungen des Gr. Kreis-Gesundheitsamtes). Die Zahl aller im Jahre 1880 in Gießen vorgekommenen Todesfälle erreichte die Höhe von 415, welche sich auf 238 erwachsene Personen, 82 Kinder im ersten Lebensjahre und 95 Kinder vom 2 bis 15. Lebensjahre vertheilen. In den verschiedenen Monaten variirte die Sterblichkeit in folgender Weise: Die meisten Todesfälle ereigneten sich im Monat April, nämlich 44, bann folgt Mai mit 41, August 40, März 38, Januar 36, Februar 35, Juni unb November mit je 33, September 32, Juli 31, December 27, October 25. — Von ben Krankheiten forberte Lungenschwinbsucht die meisten Opfer, ihr erlagen 72 Menschen, also mehr als der sechste Theil sämmtlcher Gestorbenen. Nach dieser verursachte Diphtheritis die meisten Sterbefälle, nämlich 35. Bedenkt man, daß sämmtltche Todesfälle an dieser Krankheit bei Kindern vorkamen, so ist das Sterblichkeitsverhältnitz noch ein größeres, als bei der Lungenschwindsucht, da von 177 Kindern, die überhaupt gestorben, gerade der 5. Theil von dieser Krankheit weggerafft wurde- Lungen: und Bronchien- Entzündungen endeten 33 mal tödlich, Catarrhe und Entzündungen der Gedärme 23 mal, an Schlagfluß und dessen Folgen starben 16 Personen, dem Recurrensfieber erlagen 10, dem Kindbettfieber 5, den Masern, dem Scharlach, dem Unterleibstyphus je 4, der Ruhr 2. An verschiedenen anderen bekannten Krankheiten starben 189 Personen, in 11 Fällen blieb die eigentliche Todesursache unbekannt. 5 Menschen starben in Folge von Unglücksfällen, darunter 3, welche schwer verletzt von auswärts hierher transportirt worden waren. 6 mal machten Selbstmörder ihrem Leben ein Ende unb einmal würbe bie Leiche eines ermorbeten neugeborenen Kmbes aus ber Lahn aelanbet. Gegen bie betben letzten Jahre haben sich bie Tobesfälle vermehrt, um 37 gegen bie Anzahl bes Jahres 1878 und um 36 gegen bie des Jahres 1879. Nehmen wir bie Einwohnerzahl Gießens nach ber letzten Volkszählung auf rund 17000 an, so würden auf 1000 Einwohner 24 Sterbefälle zu rechnen sein, was immer noch kein besonders ungünstiges Verhältniß wäre. Es ist aber bei der Beurtheilung noch in Rechnung zu ziehen, daß die Verstorbenen nicht ausschließlich Einwohner unserer Stadt waren. In unseren Krankenanstalten suchen jetzt immer mehr Auswärtige, die theils aus der nahen Umgebung, theils aus größerer Entfernung kommen, Hülfe unb es liegt in der Natur der Sache, daß dies besonders geschieht von Kranken, die schon lange leidend sind, oder sich gar schon in einem unheilbaren Zustande befinden, unb zum Theil denn auch hier ihrer Krankheit erliegen- So bildeten denn Auswärtige gerade unter ben an Lungenschwinbsucht Gestorbenen einen oerhältnißmäßig nicht geringen Theil unb auch unter den ber Diphtheritis erlegenen Kinbern befanden sich mehrere von benachbarten Orten, die in schon höchst bedenklichem Zustande hierher gebracht worden waren. Ferner kamen bei den im vorigen Winter hier massenhaft zureisenden und zugewiesenen Handwerksburschen unb Stromern zahlreiche Erkrankungen unb Tobesfälle vor (wir nennen nur 10 Sterbefälle an Recurrensfieber und eine etwa gleich große Zahl an theils acuten, theils chronischen Lungenkrankheiten), mie sie in früheren Jahren nicht zu verzeichnen waren. Zieht man diese Fälle von ber Gesammtsurnme der Todesfälle ab, so läßt sich mit gutem Rechte sagen, daß das Sterblichkeitsverhältniß unserer Stadt im Allgemeinen im verstossenen Jahre die normalen Grenzen nicht überschritten hat. Die höchste Sterblichkeitsziffer fällt auf die Frühjahrsmonate, wie das sehr häufig in unserer Gegend ber Fall ist, unb weder die strenge Kälte des vorigen Winters, noch bie bis jetzt außergewöhnlich milbe und dabei regnerische Witterung des diesjährigen, haben auf bie Mortalität ber ftänbigen Bewohner eintn besonbers heroortretenden Einfluß gehabt- G. Vermischtes. * Ne w'Uor k, 30. Dec. In dem geiammten Ländergebiet der Vereinigten Staaten herrscht eine entsetzliche Kälte, und zwar hat sich die kalte Witterung seit drei Tagen immer weiter ostwärts ausgebreitet. In den nordwestlichen Staaten bezann die Kalte am Montag unb das Thermometer fiel am Dienstag zu St Paul in Minnesota bis 27» Fahrenheit unter Null (—260 Röaumur). Zu Fort Garry in Manitoba stand das Thermometer auf —420 F. (—330 R.). Von dort verbreitete sich die Kälte weiter östlich und süolich. Mittwoch Nacht stand daS Tbermometer im gesammtcn Umkreis der Vereinigten Staaten mit Ausnabme des südlichsten Tbetles von Florida unter dem Gefrierpunkt. Schnee fiel während dieser Woche in 20 Staaten der Union nnd erstreckte sich südwärts bis New-Orleans und Galveston. Am Mittwoch stand das Tbermometer zu Shreveport in Louisiana auf 4- 90 F. (— 10o R.) und auf -+-20° F. (—3 0 R.) in New Orleans. Dir unter diesem Himmelsstrich ganz ungewöhnliche Kalte brachte fast den ganzen Geschäftsverkehr ins Stocken. Zu Sherman in Texas sank daß Thermometer am Mittwoch auf Null (—14 0 U ). Am gleichen Tage stieg das Thermometer in Sr. Paul (Minnesota) wieder auf —12 o F. (—20° R ) Heute ist die Temperatur in allen Unionsstaaten östlich der Felsengebirge unter dem Nullpunkt (-140 R). Nördlich vom Misiouri, Obio und Potomac bedeckt Schnee daS ganze Land. An der atlantischen Küste herrschte starker Sturm, aber beute ist das Wetter klar. In den Südstaaten der Union entsinnt man sich nicht, jemals in früheren Jahren eine ähnliche Kälte erlebt zu haben. Wiesbach. 28. Deebr. „Dei' Wiß last fort*, tief gestern die Müllerin W. einem Ackersmann zu. Und in der Tbat war eine etwa einen halben Morgen große Wiele aus Reisen gegangen. Das in dem Boden eingeschlossene Wasser hob mit einem starken Rauschen die ganze Wiese in die Höhe und riß dieselbe nicht weniger als 400 Meter weit mit sich fort. M a tnz. Vor ungefähr zwei Jahren erkrankte bie Frau eines hiesigen Privatmannes plötzlich unter heftigen Schmerzen in der Seite. Alsbald zeigte sich in der Nähe der Leber eine Geschwulst und da alles Mediciniren nichts half, so wurde unter Zuziehung mehrerer Aerzten eine Operation vorgenommen, die aber die Ursachen ber großen Schmerzen ebenso wenig ergründeten, als eine bald darauf vorgenommene zweite Operation. Nachdem bie Frau etwa ein Jahr lang unter ärztlicher Behandlung zu Bett gelegen, nahmen die Schmerzen plötzlich ab und sie war wieder so gesund wie früher. Vor einigen Tagen aber stellten sich plötzlich an betfdbtn Seite wie ehedem die Schmerze« wieder ein. worauf sich eine kleine Sefckwulst tUdrtr Üs wurde sofon ein «rzt herbeigeeufen und diesem gelang e« mittelst eine« kleinen «michnitt,- eine — langt Nähnadel au» der Wunde herauszuzt.hen. Die Nad.l war voll- fiLnlta ichwarz m.b befand sich fckon jahrelang tm Körper tn 8rac. Zur Zett der Operation befand sich nach «nficdi der «erzlr die Radel m der Leber. Daris V Deeemder. Am We>bnachtstage stürzte während de« SdendqotteöbiensteS da- Gewölbe der Knche im Dorfe Saillagot. Lanton von Laylub (Tarn er «aronn.) zusammen. Ttebrn Men'chen wurden getLdiet und fünfzig verwundet. — (Definitionen deS jtuffe»). DaS ^Braunschw. Tageblatt' bringt folgende, ihm von befreundeter Hand mitgethcilte Sammlung über Auslegungen des Kustes vom Standpunkte der BerufSgatlung aus, die manchem Lcfer gewiß einige heitere Augen- bilde bereiten werben. Theologe: Der Ku ft ist eine symbolische ßanb un9, in welcher das Herabneigen deS Himmels zu der Erde dargestellt ist- — Iurtf . ^er Kutz ist aar rndttb: benn er lLht sich roeber als dinglich-« Recht, noch »I« obligatio aunahen. Gmiftf dadcn ihn zum Familrenrechte gerechnet und ihn nach Analogie der doe behandln wollen- Am ehesten kann man noch das Küssen alS eine donatio mter V1T08 bc: >eichnen. — Mediciner: Der Kuß ist diejenige Art der Bewegung der Labialmuskeln, durch welche die Lippen durch die Lippen einer anderen Person ern gepreßt und dann plötzlich loSgelassen werden. Der Kuß ist daher eigentlich eine Art von Krampf. — Philosoph: Dei Kuß ist das S'chsoitbeweaen des Begriffes der Lippen, ""'durch eine quant lotive Differenz de« anderen Seins sich so setzt, daß daraus ^^^ntitatdes Sudjecl-ObjecteS und des Ideal Realen entsteht. — Physiker . Der Kuß fft daS ^er- einigen zweier entaegengesetzter Pole, aus welchem derselbe als electrischer Funke her- vorfprmgt. — Philologe: Der Kuß ist ein anomalisch ausgesprochenes poetifches Wort, da in demselben das Schnelle der Handlung durch einen kurzen Docal treffend nachgeahmt wird. - Archäologe: Der Kuß ist eine von den Griechen und Romern auf uns übergekommene Sitte, über deren wahre Bedeutung man nicht ,m Reinen ist- Wahrscheinlich ist er ein Sinnbild der über die Erde treffenden Sonnenstrahlen und als solches mit dem ganzen SonneneultuS auS dem Oriente stammend. — Journalist . Der Run ist der Guß einer Seele in die andere. Das Zusammenpreffen der tippen ist das Zusammenpresscn der Eitrone in die fade Limonade des Lebens Dieser Druck ist der Ausdruck des Eindruckes, den das Herz erhalten- Er ist der einzige Druck, welcher keinem Preßgesctze unterworfen ist, und somit haben wir hier vollkommene Preßfreiheit. — Mathematiker: Der Kuß ist die Berührung von vier cylmdnschen Oberstächen. deren Tangente-Lage von dem Grade des Zuneigungswinkels abhängig ist- In der Regel ist das eine Oberflachenpaar bekannt, wahrend das andere gesucht wird Die Lösung des Kusses läßt sich nicht durch theoretische Spekulation mathematisch dalstellen. sondern nur auf dem empirischen Wege der Näherung, aus welchem Grunde daS Verfahren wiederholt werden muß. — Mechaniker: Der Kuß ist eine Verschiebung der neutralen Achse, bei deren Ausführung erst die Beanspruchung der rückwirkenden Festigkeit (gegen Zusammendrücken) und sodann die ber feit (gegen Zerreißen) stattfindet. Eine Zerstörung der Moleküle kommt hierbei mcht vor. da die Elastieitütsgrenze nie überschritten wird. Mittelst Gummi wurde man übrigens das Experiment genau ebenso deutlich vorfuhren formen. — .frpbroteci. Der Kuß ist eine zur Drainirung der Gefühle in Trompetengewolbform "usgefühne Verbindung zweier Kanäle. Die Anwendung von Gement ober hydraulffchem Mörtel findet hierbei nicht statt, weshalb denn auch eine solche Verbindung nicht la"Se halt und auf lange Dauer geradezu unmöglich wird. — Architect: Der Kuß ist, die !Pro- jection einer Foyade anf die andere, um aus der Dcckuna das Zufammengehorige zu erkennen. Fenster: in Renaissance. Im Uebrigcn müssen Styl und Mo iv rem fein - Poslsecntäi: Der Kuß ist bas billigste Beförderungsmittel ber Gefühle; durch An- wcnbung ber pneumatischen Rohrpost bas schnellste unb — wenn affene Sendung stattnndet — bas bequemste unb angenehmste. Zumeist ist er ''^"6kfkd^ben , selten Postlagernd"; fast immer mit ber Bemerkung versehen: „Vor Nasse zu bewahrer Chemiker: Der Kuß ist nichts anbereS, als eine organische Verbindung Man nimmt zwei Retorten unb oerbinbet sie mit einem Gumimschlauche. worauf eine Detonation erfolgt, sobald beide Retorten erhitzt sind. Versagt jedoch eine Retorte, so kann die andere leicht einen Schlag erhalten. Also Voisicht. Literarisches. Die Uribeile der Öebtlbetcn über die Gesetzgebung dir letzten zehn Jahre sind pnM urjjargz uk aifjajduu 6udjoj«ii®|«d[ S J» bQmiA MUBB ; I k'V?^n uaquapjüa psjjsLpH uaytygiq usös^uyv urpvm SMv rsyy ‘uatiabg r;m uoq aPpaz 'natüa)i& lapja qun aqig(pgiv)?u)aoift ua^chgtz raq ip^pn Mv; •aHMVHH»S-VSSV» •• jftwrBesvo^ ONDTHissnv' ,-anusoaMr &,2WI»13T1¥> aiä^jijggjiq qun rtzzj -rm,s 'atia$ Die Weine meines Neffen, des Herrn Friedrich Scbleuning in Bingen verkaufe wie seither in Flaschen ab Luger hier und an Gebinden ab Lager Bingerbrück. (146 Gteßrn. JFy. Hast, Alicenstraße 97. Kölner Dombauloose.s Geldgew. Hauptgew. JL 75040 baar, ohne jeden Abzug. Zieh. 13—15. Jan. 1881. Nur Originalloose versendet ^X4. incl. Fco-Zus. amtl. Gew.-Liste Der Haupt- collecteur A. I. Pottgießer in Eöln. Bei Abn. von mindestens 25 St. ä JL 3,75. Schlittschuhe empfiehlt (123 Carl Noil^ Caplansgafse. la. Apfel-G-elee, Zwetschenhonig Wieder einqetroffev. (12 H. I. Nassauer. Stets frisch gekochten Schinken empfiehlt (54 ________Metzger J, Firr, Harmonikas. Grosse Auswahl von über 200 Stück in 40—50 verschiedenen Sorten. Bestes Fabrikat. Garantie. Billigste, neuerdings ermässigte Preise (2—70 Mark). Reparaturen werden rasch und gut ausgeführt. Wilh,. Rudolph, 144)______Giessen._____ 160) S chl ittschuhe, neueste Sorten, Kinderschlitten, Schlittengeläute, Eissporen ____________________bei E il Piftor. 133) Nustkohlen, melirte Steinkohlen, Braunkohlen und kleingemachtes Holz billigst b-t Dan. Mirth's Uachf. WermietVunsien. 142) Schillerstraße Lit. 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Seltersweg Lit. C- 61. 21) Zimmer mit Cabinet im ersten Stock, mit Aussicht nach der Straße, hochfein möblirt, vermiethet _______S. Elsoffer, Marktstraße 205. 134) Das seither von Hrn. Kreisbaumeister Neuling bewohnte Logis in der Bis- marckstraße ist zu vermiethen. ______H Werner. 152) Die beiden von der Firma Docter & Katz gemietheten Läden mit Logis sind einzeln oder vereinigt ander- weit zu vermiethen, beziehbar am ersten April 1881. Labroise, Rechtsanwalt. Vermischte Anzeigen. 148) 'Ein weißes Pünscherhündchen zugelaufen. Lang, Tonnenschuppen. 157) Damenkleider jeder Art werden .geschmackvoll und ut angefertigt, sowie Weißnähen s >uber - ausgefübrt. Reichensand C. I34, pari. ' 151) JL 3—4000 Vormundschaftsgeld sind gegen hypothekarische Sicherheit aus- I zuleihen. Näheres bei Labroise, Rechtsanwalt. 162) Ein Gesangbuch, in schwarzen Sammet gebunden, mit Goldschnitt, ist am Sonntag Abend in der Kirche verloren worden. Der redliche Finder wird gebeten dasselbe in der Exp. d. Bl. gegen eine Belohnung abzugeben. 140) Getragene Kleider, Hosen, Stiefel, Antiquitäten, Gold Silber, Kupfer, Zinn, Messina, Flaschen, Zeitung-Papier rc. werden angekauft. Louis Kothen bergen, Neuenweg 193. 164) Unterzeichneter beehrt sich hiermit, sein Agenturgeschäft in empfehlende Erinnerung zu bringen. Derselbe hat zu vertreten: Die Feuerversicherungs-Gesellschaft »Deutscher Phönix" in Frankfurt a. M einender ältesten, solidesten und verbreitetsten Gesellschaften Deutschlands Die ^Frankfurter LebenSverficherungS-Gesellschaft* in Frankfurt a. M. Die »Frankfurter Transport- und GlaSverficherungs Actieu-Gesellschaft" in Frankfurt a. M. Die „Berliner Hagel-Affecuranz-Gefellfchaft von 1832* in Berlin. Auch diese Gesellschaften gehören in jeder Beziehung zu den Besten und zeichnen sich durch strengste Reeüität und äußerste Coulanz bei Schavenregulirungen aus. ___________Friedr. Decker, B. 92. Donnerstag den 13. Januar, Abends 8 Uhr, im Cafe Ebel: Heneral-Üersammlung. Tagesordnung: Bestimmung über die Ausstellung, Vorstandswahl, _________________ Recknungsab'agp.____________________________(163 Suppen Anstalt. Suppenmarken in Büchelchen geheftet zum Verschenken an Bedürftige find zu ka fen: Bahnhofstraste beim Hausvater der Herberge und bei Herrn Kaufmann H a inbach; Markt bet Herrn Wilhelm Klee; Grünbergerstraße bet Herrn Kreisamtsgebtlfen Dörtng. 74)_________________________________Der Borstand. Die Brühl'sche Univ.-Druckerei Mj (Verlag und Expedition des „Giessener Anzeigers“) hält sich zur Anfertigung von Druckarbeiten jeder Art bestens empfohlen. Specereiwaaren. d o ^4 d d rQ H (1 h «B <8 kl o -p 3 Eingemachte Früchte aus den Fabriken der Herren Joh. Ph. Wagner & Co. in Mainz und Dr. W. Nägeli in München. Maccaroni, italienische. Astrachan-& Elb-Caviar. Gänsebrüste. Cervelatwurst, Blasenschinken , Rindfleischwurst. Auin, Arrac, Gognac. EMIL FISCHBACH G-IESSEBT (448 Seltersweg C. 1Ä3. Aecht englische Biscuits. Eingemachte Gemüse. 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