19*61 Mittwoch den 5. Oktober -tr. 2SL Srschnnt täglich mit Ausnahme des Montag» *.lur<Äu l SHulstrahe B. 1». (6473 •mäh»«! o« §n)«8 t 188L ibenen« lutiet, Sink, lebten Diubt- frautijf Stieben tncti: milit. ©arten. Heater« nwa ■l dltstt 8rt a chtin ber Will, iljtütn u 5 il 8 rihr. ®aötnt 30 Nufikkapell« tiarst. Prcit DirrlH|6*irnrden, der höhere Reinertrag aber ein dauernder bleibt, so ergibt sich die Nothwenbigkeit und Dringlichkeit der sofortigen Ausführung derartiger Anlagen von selbst. DaS Kuratorium der Äckerbauschule zu Friedberg hat beßhalb in richtiger Würdigung der Interessen der Landwirthschast neben der Ackerbauschule einen ParallelcursuS für C-ilturiechnik für diesen Winter in Aussicht genommen. Strebsame junge Leute, besonders (Beometer und Bauausseher, sollten nicht versäum.,,, diesen Kursus zu besuchen, welcher ihnen ein lohnendes Arbeit«, seid eröffnet, jumal das Honorar sehr nirdr g bemessen ist (D- Z.) Berlin, 1. Oktober. Die „Nordd. Sllg. Ztg." schreibt, es handle fich bet den Reformen deS Reichskanzlers darum, die biShtt ge unvollkommene Maschinerie des Armen vesenS durch eine vollkommenere zu ersehen. Um Mitel zur Begründung einer AlierSvitsotgung zu gewähren, sollten die Erträge deS Tabaksu>o>.opol« in erster Linie verwandt werden. DaS Reich kann nicht sämuckliche dazu erforderlichen Mitel gewähren und muß bet Begründung einer allgemeinen Altersversorgung ihre notdwendlge Ergänzung tr Bildung genofien* schaftlicher VerfichrrungSverbände in j-dem einzelnen Erwerb«,weig und nach Ptovti zen und Kreisen gesondert finden. — Die ,Notdd Allg. Ztg." bringt einen Artikel zu Gunsten des Tabaksmonopols. Sie führt auS, daß dadurch keine Ueberbürbung der Bevölkerung mit Staatlsteuern beroorgerufen würde. Gew.ffe Kommunalsteuern an zahlreichen Orten Deutschlands bedürften der Erleichterung. Hierfür und um ferner die mit den Fortschritten der Kultur wachsenden Ausgaben be- LtaaieS für die foktale Entwickelung fe.ner Angehörigen erfüllen zn können, bedürf« man neuer Steuern. Der Tabak, der sowohl einen Gegenstand des Maffen-Eons-ms bilde, wie zugleich durchaus entbehrlicher Natur fei, fei in feiner Steuerkraft btSder noch nicht auSgenutzt. Keine andere erbentbare Besteuerungsform vereine die Vorzüge de« TabakSmoropolS. Sobald die Rothwendtgkeit, neue Steuerquellen flüssig zu machen, an die gesetzgebenden Faktoren herantrete, wäre eS ein Vergehen am DolkSvermögen, wenn irgend welche andere Steuer früher auferlegt würde, ehe das Tabaksmonopol eingeführt worden sei- Die Oppofit on dagegen beschränke fich fast nur noch auf die Entschäb.gungSfrage und die Klage über die Schmälerung der privaten TabakSindustrie. Die votübergehenden Beschwerden einer Leinen Minorität Gewerbetre berber könnten ben Vonheil nicht aufliegen, ben bie Gesammtheit von 40 M llionen Deutschen aus dem Tabaksmonopol ziehen werde. Die gegen das Monopol öffentlich geltend gemachten Gründe seien rein Carla« mentarisch.pollt scher Natur. Die Linke des Parlaments sürchle eine Gefährdung ihres E nfluffes, winn die reichen Erträge dcs Monopols der Regierung gestatten, die Steuerreformfrage endlich zur Ruhe kommen zu lasten. Berlin, 2. Oktober. Die Erklärung der „IJlorbb. Allg. Zig ", e« wüste für ein Vergeben gegen bas Volkswohl erachtet werben, mu neuen Steuern hervorzutteten, bevor bas TabakSwovopol eingefübrt worden sei, hat nicht verfehlt, Aufsehen zu erregen. Man schließt daraus, baß bie Regierung nicht beabfichtiat, die vom Reichstag abgelehnten Vorlagen, alS Brausteuer, Wehrsteuer, Quittungssteuer u. s- w., dem Reichstage wieder vorzulegen. DaS 6>icl;cncr Mnzeiger Allskige- unh Amtsblatt fit ben Kreis Gießen. Betreffend: Die Quartierleistung für die bewaffnete Macht im Frieden. * Gießen, am 3. Oktober 1881. Das Großhcrzoglichc Krcisamt Gießen an die ^»roßherzv^lic-en Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Einsendung der Liquidationen über Fourage und Vorspann, sowie der Bescheinigungen über gestellte Quartiere im Rückstände find, werden hieran mit Frist von 3 Tagen bei Meldung der Zusendung von Wartboten erinnert. Dr. Boekmann. Deutschland. Darmstadt, 1. Oktober. Se. Rgi. Hobelt der Grvßherzog b.suck'ten heute Vv'.miitag, von Schloß Wolssgarteu komm.nd, die für All« rhöchstdeusi Iben veranstoliete Obfi-, G.müse- und land.ririkschaftlicbe Ausstellung ber verschiedenen Hofgärtnereien, btt Hofmeurei und des Hofe« Geraborn m dem OranflerlebouB bet Hosqärtnerei öefluuflen I unb nahmen mit großem Interesse bie aus gestellten Ofyitnfidnbc lä. gere Zeit In Hugentchein. — Die Ausstellung bleibt bi« zum Mittwoch zur allgemeinen Ansicht ^^ Darmstadt. (Eifenbahnbeiratb für daS Großberzogthurn Heff.n.) Man schreibt der .Franks- Ztg.': .Wie bereits bemerkt, wird die erste Sitzung des für daS Großherzogthum Heffen konstituirten E,senbahnbri>athS am 12. October er. in Darmstadt statisi-ben. Die nunmehr ooribge bt TageSordi.una enthält, ausgenommen die Beratyuna über ten Winterfahrplan 1881/82 der brei Babirrn, ausschließlich Anträge bet Großh Handelskammer iu WormS, unb zwar betreffmb 1) die Verlängerung der kostenfreien Laaer- frist für Stückgüter, welche namentlich im inneren Verkehr bes Lanbes unbestell- b,r finb oder beten Annahme verweigert wirb. 2) die Abschaffung der Bestell- gebühr von 5 H für «vife bet angekommenen Gütet ober mindest.nS Genehmigung, bap für mehrere Avise an dieselbe Firma, welche gleichzeitig bestellt werden sollen, diese Gebühr nur einmal, unb nicht, wie dies jetzt ge- fehtebt für jeden derselben zu entrißen lein wird, 3) die $ kurze Zeit tremitun8 von dem Zu- fammentritt deS nächsten Landtag«. Bekanntlich ist die.Hälfte der zweiten Sammer im Laufe bei vergangenen Sommers ueugewählt unb fi, d auch d.e Namm ber Gewählten und bezw. Wiedergewählten feiner Zett tn der Preffe benannt worden. Da es inbefien nicht obre Jniereffe >st sich ,u vetgegenwar- tigen, wie sich nach ben Neuwahlen in Zukunft bie zwe"e Kammer im Ganzen zusammensetzt, so geben w,r nachstehende Ueberficht bet 50 Mitglieder, wobei Wit die ganz neu zur Landesvetitetung berufenen nach Stand und Wohnort bezeichnen: Amtsrichter Arnold von Darmstadt, Baut, Betz, Böhm, Dtedl, Dittwar, Ellenberget, Franck, Architekt Geyer von Mainz, Decan Groh von Lönia Grünewald Polizeiratb HaaS von Darmstadt, Haustein, Hrinz-rling, Jost von Atngenfeld Kugler, Lautz. List. Maurer, Gutsbesitzer Matthäi von Al.m Metz Bürgermeister Möhn von Laubenheim, Mollwaer, Muhl, Osann, Pennrich Pitlhan, Psanrstiel, von Nordick zur Rabenau, Rackä Reinhart, Ottonom Schade von Altenburg m Oberheffen Schmalbach Schönberger, Schröder Serba, Seubert, St.phan (Osthofen), Muller Sttöbel von S.em- karben, Sturmfels, Bergrath Tecklenburg von Darmstadt Theobald, W affet- bürg, v. Wedekind, We>th, Weitzel, Weihrauch, Wolfskebl, Wolz. (Fr. Pt.) ÄuS dem Kreise Friedberg wird unS geschrieben: In richttger larcn gRobe.um0earbr:- L billig"-^ Sdiultbt14 sDiarttftr^J <6lQi TslUth unb 's' t-iif -- x.S . Nr-5 «‘»fei- s Auf Antrag der fürstlichen Rentkammer zu Sich wird hiermit zur öffentliche,, Kenntinß gebracht, daß ber Fürstliche Kammerdiener ß on r ab gi f $er in Sich als Jagdaufseher bestellt und verpflichtet -ft. Derselbe trägt bas für die fürstlichen Forstschützen eingefuhrie Dienstabzeichen an ber Kopsbebeckung. Gießen, am 3. Oktober 188I. GroßherzoglicheS KreiSamt Gießen. Dr. Boekm a n n. ______ Betreffend: Die Errichtung unb Einrichtung ber Fortbildungsschulen. Gießen,, am 3. Oktober I88i. Die Großherzogliche Kreis-Schnl-Connnisston Gießen an die Tcbulvorstände des Greises. Wit erwarte» bie Linsenbung ber noch tückstänbigen Schülerverieichniffe, cf. Gießener Anzeiger Nr. 197, unfehlbar innerhalb drei Tagen. Die bereit« eingesandten Vetzeichinffe werben Sie tu Kü:ze dr. m. -utückethalteu. Dr. Boekmann. Abendblatt der „Nordd- Allg. Ztg." bringt wieder emen vierjpalr.gen Artikel für das Tabaksmonopol. In Altona kam eS gestern bet einer Versammlung zur Besprechung des Tabaksmonopols zu blutigen Schlägereien und zu Der- Haftungen. — Die „Metzer Zeitung" meldet, daß die Anwesenhett Sr. Majestät des Kaisers demnächst in Metz zu erwarten stehe. In der nunmehr auf ; Sonntag, 16. October, festgesetzten Einweihung der dortige» neuen Gar, ison- kirche würde Seine Majestät zugleich mit dem Kronprinzen an die,em Tage j Morgens gegen 9 Uhr in Metz eintreffen uud um 10 Uhr der Einweihung beiwohnen. Wie verlautet, würde der Kaiser auch am Montag. 17. Oktober, in Metz verweilen und erst am Abend die,es Tages die Rückreise nach Baden-Baden antreten. Die „Metzer Zeitung" gibt diese Notiz mit allem Vorbehalt. — Die russischen Panslavisten sind entweder bescheiden geworden und machen gute Miene zum bösen Spiel, oder sie wiffen, daß ihr Einfluß ge- sichert, auch wenn er scheinbar zurückgedrängt wird- Der „Rußein Blatt Aksakoff's, schreibt: „Ein neuer, kühner Czar sitzt auf dem Throne; neue Leute find in der Verwaltung und unter ihnen — wenn auch nicht an der Spitze der auswärtigen Geschäfte — Graf Jgnaticff, deffen Name eng verbunden ist mit der nationalen Richtung der äußeren Politik. Auch neue Sorgen, neue Combinationsarbeiten für Europa, besonders aber für den deutschen Reichskanzler, sind damit geschaffen worden. Das alte Sy iem, die alten Mittel haben sich augenscheinlich als untauglich erwiesen. Bismarck wußte sehr gut, welcher Art die Dienste waren, die er Rußland in seiner Eigenschaft als „ehrlicher Makler" erwiesen hat, und er konnte daher getrost annehmen, daß auch die neue russische Regierung sie nach Gebühr zu schätzen wiffe- Dieser geniale scharfslickende Staatsmann vermochte am allerwe^gsten sich bei dem Gedanken der scheinbaren Schwäche Rußlands zu b-rudigen. Obschon ein g'vßer Theil unserer Preffe nicht aufhörte, Namens Rußlands Jeremiaden erklingen zu laffen und obschon viele unserer StaaiSmänncr ihnen diese Klagelieder nachbeteten und fortfuhren, von einer bevorstehenden derartigen inneren Thätigkeit zu reden, die es uns unmöglich mache, unsere äußere politische Stellung und Bedeutung zu wahren, so sah der deutsche Kanzler doch wohl ein, daß das russische Volk lebt und lebensfähig ist und daß ein so großes historisches Volk, wie das russische, nicht auf einmal mir nichts dir nichts von dem Schauplatz abtreten und seine Weltrolle aufgeben kann." — Wie der „Times" unterm 29. v. M. mitgelheilt wird, hat Präsident Arthur den Postmeister in Deadwood, Dakota, seines Amtes entsetzt wegen der Mitschuld an den Veruntreuungen auf der Star Route. Man betrachtet dies als ein Zeichen dafür, daß der Präsident die Absicht hat, dem Vorgänge Garfield's in Bezug auf die Heilung dieser Mißstände zu folgen. — Der Fond für Frau Garfield beläuft sich nunmehr auf 325,000 Dollar. — Der Districtsauwalt in Washington hat die letzten vorläufigen Schritte getha», um die Anklage gegen Guiteau in nächster Woche erheben zu können. Wie es heißt, werden die Behörden von New-Jersey auf ihr Recht dem Mörder Guiteau den Proceß zu machen, nicht bestehen. (Dieses Recht stützt sich darauf, daß Präsident Garfield in diesem Staate gestorben.) Krankreich. Pari-, 2. Oktober. In der beute von den revolutionären GomitöS wegen der Angelegenheiten in Tunis abgehaltenen Prtoat-Vrrsammlung wurde die Einberufung eines großen Meetings beschlossen, das beauftragt werden soll, das Ministerium in Anklagestand zu versetzen. — Nachrichten aus Tunis melden, der Ministerresident Roustan fit mit allen zur Regelung aller schwebenden Fragen erforderlichen Vollmachten nach Tunis zurückgi-kehrt. — Der Marsch nach Kairuan soll gegen den 12. d. M. beginnen, die Vorbereitungen dazu werden sehr lebhaft betrieben. Es ist einiger Regen gefallen, der Gesundheitszustand der Truppen bat sich g'bessert. — Nach Meldungen aus der Provinz Oran ist die Lage daselbst eine fortgesetzt günstige. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Korrespondenz-Bureau. Baden-Baden, 3. Oktober. Se. Majestät der Kaiser ertheilte heute dem ruff. Reichskanzler Fürsten Gortschakoff Audienz; zur heutigen Tafel hatten die hier anwesenden Mttglüder des diplomatischen Corps Einladungen erhalten. Nachmittag- unternahm Se. Majestät eine Spazierfahrt und machte eine Pro- menade nach dem Kurplatze. Die Frau Großherzogin und der Elbgroßherzog von Baden haben sich heute nach Karlsruhe zurückbegebm. Gestern Abend fand zu Ehren Sr. Majestät eine Illumination des Promenadeplatzes statt, für heute Abend ist ein großes Festkonzert in Aussicht genommen. Am Sonnabend wurde Baron Rothschild vom Kaiser tn Audienz empfangen und zur Tafel gezogen. Nordhaufen, 3. Oktober. Ihre K. K- Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin trafen heute Nachmittag mittelst ExtrazugeS von Trier hier ein und wurden am Bahnhofe von dem Landrathe v. Davur und dem Oberbürgermeister Riemann empfangen. DaS zahlreich anwesende Publikum begrüßte die Herrschaften mit enthusiastischen Zurufen. Nach dem Souper, welches im Bahnhofe eingenommen wurde, erfolgte um 6*/4 Uhr die Weiterreise nach Potsdam. Paris, 3. Oktober. Die Meldung des „GauloiS" von dem Aus' bruch emes Ausstandes in Mckla wird seitens der hefige i türkischen Botschaft formell für unbegründet erklä t Kopenhagen, 3. Oktober. Der Reichstag ist heute ohne Thronrede eröffnet und nach Vornahme der Präsidentenwahl, wob-i das frühere Präsidium wiedergewählt wurde, auf den 29. k. M. vertagt worden. Petersburg, 3. Oktober. Wie der „Porjadok" erfährt, würde der Schah von Persien im April nächsten Jchres einen Besuch am hiesigen Hofe abstatten, um den Kaiser Alexander persönlich zu begrüßen; von einer Aus' dehnung der Reise an andere europäische Höfe sei in Teheran bis jetzt nichts bekannt. Chur, 3. Oktober. Der internationale Soztalistenkongreß ist gestern durch den Buchdrucker Conzett aus Graubünden bter eröffnet worden.________ Lokale». Gießen, 4. Oktober. Wie un8 mitgetheilt wird, ist von Seiten des Arbeiter- standcS (waS beißt das? wer ist der Arbeitnstand? soll wohl richtiger heißen von einer Anzahl Arbeiter. Anm. d. Red.) der ReickstagSabgeordnete Wilhelm Liebknecht wiederum a'.S Candidat für den ersten hessischen Wahlkreis ausgestellt worden. vermischte*. Darmstadt, 1. Oktober. ^Postpersonalnachrichtenj. 1) Angestellt ist der Postassistent Wagner in Altenstadt alS Postverwalter; 2) Versetzt sind die Postsecretäre Trmpf von Bingen und Mühlpforth in Lauterbach. Hesien. nach Mainz und der Postseeretär Hu eg von WormS nach Braunschweig. Kassel, 2. Oktober. Die streng verbotene und schon fo häufig in Prefie und Publikum ernst gerügte Unsitte, auf die Tnttbretter der Eisenbahnwaggons tu springen und so noch die M'tfahrt erzwingen zu wollen, während der Zug bereits im Abfahren begriffen ist. hat beute Morgen auf Station Gensungen wieder einmal cm sehr btklagenSwerth'S Unglück zur Folge gehabt. Ein Pasiagier gerieth bei solchem wagehalsigen Beginnen durch Abrutschen vom Trittbrett mit einem Bein zwtsckest die Räder deS WaggonS und wurde so eine Strecke mitgeschleift, bis eS gelang, den Zug wieder zum Stehen zu bringen. Außer anscheinend inneren Verletzungen und Quetsckung-n wurde dem Unglücklichen daS Bein abgefahren. Der Ver unglückte soll ein Butterhändler auS Lohre sein, der unsere Stadt besucht hatte und auf der Heimreise begriffen war. — fDer Vater den Sobn erstochen.^ DaS Schwurgericht zu Meiningen verhandelte am 28. September argen den Einwohner Job. Müller auS RückerSwind, 58 Jahre alt, welcher angeklagt war am 1. Juni d. I. seinen Sobn, der 13jährigen Nicol Müller, vorsätzlich körperlich mißhandelt zu baben, und zwar mit töotlichem AuSgang. Der Angeklagte kehrte am genannten Tage vom Viebbüten beim. Sein 13jähriger Sobn Nicol, der ihm begegnete, schimpfte auf den Vater und warf ibn zu Boden, den 58jäbrigen Vater! AlS der Alte sich wieder erhoben, wurde er von Neuem durch den ungeratbenen Jungen beleidigt und mißhandelt. Da griff der Vater zum Meffer und hielt e8 geöffnet mit vorgestrecktem Arm vor; der Sohn stürzte sich entgegen und verletzte sich derartig, daß er zu Boden fiel; er sprang wieder auf, verwundete sich mm zweiten Mal und — war gleich darauf eine Leiche. Die Geschworenen vcrnernten die Schuldfrage, der Gerichtshof sprach den Angeklagten frei. — lieber einen se'tiamen Sport wird dem „Nürnb. Korrekv." auS Langdorf (Nieder bahrn) berichtet: Wie mir anderwärts die MuSkelstärke durch Fingerbakeln und dergleichen Kraftübungen erprobt, so wird hier die Festigkeit des HirnkastenS geprüft. Besonders merk würdig sind in dieser Hinsicht die Leistungen eme8 gewissen Kronauer; derselbe ist im Stande d'e stärkste Zimmerrbür mit seinem Schädel durchzustoßen. Beim Wirth Kronschnabel stieß der selbe da8 Hofthor durch und ein hiesiger Wirth, der sich einst mit dem Kronauer meffen wollte, erhielt einen derartigen Stoß, daß er wie vom Blitze getroffen nach hinten überstürzte und sein Lebtag daran drnken wird. — Nack englischen Blättern dürste billigeres Fleisch alsbald in Aussicht stehen. ES wird nämlich australisches Flei'ck für die Folge selbst in der hnßesten Jadrekzrit eingeführt werden können, da sämmtlich; Dampfer der Orientllnie unverzüglich mit Gefrterkammern ver sebcn werden sollen. Alle bröber angestellten Versuche, australisches Fi-'isch in gefrorenem Zu- stand berüberzubringen, baben sich glänzend bewährt, indem dasselbe einen reinen guten Geschmack bebält und von frisch geschlachtetem kaum zu unterscheiden ist — [Die Bienen als Wetterpropheten.s Mehrjährige Beobachtungen haben unS gelehrt, daß wenn die Bienen bis spät in d«e Dunkelheit hinein fortarbeiten, eS am nächsten Tage regnet. Ist bet schöner Witterung ihr Flug irrend und unsicher, daß m*n g'auben sollte, sie können daS Flugloch nicht treffen, fo erfolgt gewöhnlich auch R'gen. Lausen sie bei der Rück kcbr vom Felde ängstl'ch vor dem Flugloch Mn und ber, daß man annehmen möchte, die Völker seien zweifellos, so erfolgt gewöhnlich Näsie. Das frühe Abtreiben der Drobnen kann alS sicheres Zeichen entweder von anhaltender Nässe, oder auch von großer Trockenheit anaeseben werden. Daß die Bienen die Witterung, welche die nächsten Tage m't sich bringen, im DorauS füblen, wird allgemein angenommen, daß sie aber schon im zeitigen Herbst.' ein Vorgefühl über die Beschaffenheit des bevorstcbenden Winters laben, daS wollen Viele noch bezweifeln Und doch hatte man oft schon Gelegenheit gehabt, zu bemerken, daß daS starke Verkitten der Fluglöcher als ein sicherer Vorbote eines strengen Winters betrachtet werden kann. Ebenso hat die Erfahrung gelehrt, daß, wenn die Bienen frühzeitig Brut etnichlagen, ohne daß sie durch Fütterung, öftere Störung, durch die Wtntersonne und milde Witterung dazu angeregt worden sind man auf ein günstiges Bien'njahr zählen darf. Sehen sie hingegen nur wenig Brut an, so ist em Hungerjalr zu befürchten. — Aus Köln roiTD der „Socla'.Corr" geschrieben: Während der Sommrrmonal' hakte die Auswanderung nach Amerika etwas nachgelassen. Seit Beginn deS September 1>*81 ist dieselbe aber so stark wie nie zuvor. Es scheint ein wahres AuSwanderungSfieber in, Oker lande zu her, scher. Jeden Tag kommen hier in Köln 50—60 Auswanderer auf Dampfschiffen an, welche über Antwerpen oder Bremen nach Amerika fahren. Außerdem passiiten Köln in den letzten beiden Wochen je zwei Extradampfboote mit mindestens je 100 Personen auf der Fahrt nach Rotterdam und Amsterdam Die meisten Auswanderer sind dem Anscheine nach wohlhabende Leute. In der vorigen Woche brachte ein Extradampfboot Auswanderer, welche nach der Aussage deß Restauratcurs sehr flott auf dcm Schiffe lebten und mancher Flasche Cbampagner den Ha!S brachen. Fragt man die Leute, waS sie veranlaßt, ihre H'imakh zu verlassen und sich m weiter Ferne in unb-fanntem Lande eine neue zu jucken, so erhält man zur Antwort, daß unsere unsicheren w,rthsckaftlicken Verhältnisse daran Schuld trügen. Nament lick klagen die Auswanderer auS der baieriscken P.rn'z und auS Baden, welche bisher T'dak pflanzten, über die Erbebungsw?ise der Tabaksteuer und über die trostlose Zukunft, welcher d>e Bewohner der tabakbauenden Gegenden in Folge deS in Aussicht stehenden Tabaksmonopo S entgegenseben. NchlflTetberictit. Mirgetheilr von Dem norddeutschen Llovd in Bremen. Bremen, V Oktober [Per transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Köln, Capt. Tb. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 11. September vcn Bremen abgegangen war, ist gestern Nachmittag wohlbehalten in Baltimore angekommrn. Handel und Verkehr. Aieycn, 4 Oktbr. Auf dem beuHgen Wockenmarkcr kvttere JL 1.12, bis 1.15, Hühnereier 1 Scück 6—7 H 2 Stück 0 H, Enteneier per Stück 0 2 Stück 00 H Käse ver Stück 5—8 Käsematt? per « Platzgelde« im »reisbiai» für den Kret« (Beinbaufen bekannt gemacht und außer- dem am Markiplaß angeschlagen und d p: 3) Loai« für Marktbefucher und Ltallung tür da« zu Markt gebracht werdende Vieh auf Ißunfdi nachgeaneien werten. (9clnbaufen, den 13. S-vtemb.r i»8t. Der Bürgermeister: Lchöffet. _________________ Bekanntmachung -rettag den 7. Oktober er., Nachmittags 4 Uhr, soll brr auf den Wallstücken bei der Zeugbau«-Saserne b legen-, 16 Ar 87 5 □•Wir. große fiskalische (Banen auf 9 Jahre toi 8idtatlon«wtge gegen M istgebot verpachtet werden. Refl'k'anten werben ersucht. zu ge- nanntet Zeit auf dem Brandpiatz an der Zeughaus-tkaserne sich etnfinden zu «ollen. Die Verpachtungs-Bedingungen sind im Garnifon-VerwaltungS-Bureau zur Einsichtnahme aufgelegt. Ei eßen, den 30. Sept. 1881. 6398) (9rofjh.Garilifoil-Verwaltung. Arbeitsversteigerung. Freitag den 7. Oktober, Vormitiag« 10 Uhr. soll auf dem Rathha i« zu Ma nz'ar die an dem Schulhof erforderliche Einfriedigung« Arbeit, bestehend in Maurerarbeit, veranfchlazt zu JL 9* $ pfliterarbelt, „ . . 35. Erdarbeit „ * - 30, öffentlich wenigstnehmend in Akkord aegeben werben. Mainzlar, den 3. Ot'vber 1881. Großh. Bürgermeisterei Mainzlar. 6495) I- « L. Hahn, Bezirk-baunuffeher._________ Mittwock, 3. Oktober, Nachmittag- 2 Uhr weiden in der Flett'schen Hosraithe dahier 4 Lopda-, 1 Gla-schrank, 3 (Som- moden, 2 ffiften. 1 ttutbfnfdirint, t Eommode mit Ela-ausiatz, 1 Pulk, 1 Zvugel m*t To'.dr ahmen. 2 Dtb diuckbilder. i alter eichener Schrank, 1 Sleiderschrank und 1 Dich rnnstdielend gegen B Barzahlung ver. steigert. Dreßen, am 3. Oktober 1881. 8auer, Großh. Derickt-oollzieber. (6483 Freitag den 7. Mtober, Nachmittag- 2 11 br, toll auf hengem On-gericht dieHosraithe bcS Statt Lange dabiet §lur 1 522 65<> Dhr. Horrailhe aur dem Sellersweg §lur 1 523 3369 Wtr. Vraogartcn bafelbn zum vierten und letzten Mal versteigen werden, und werd die Genehmigung sofort beantragt. . (Aietzen, den 23. Sevtemder 1881 Oroßb OrtHgerrchl. 6244) Muller. Feilgebotenes. 6355) Junge Leonberger Hunde zu verkaufen. Näh. in der Exped. ds. Bl. Billig zu verkaufen ein guter Kochofen bet (6494 Laut- Strauß, B.-marckstrayc Ginc &ante Mist 1 en. S. Goldenberg, l^oweng Zn verkaufen» E ne Hosraithe in der Nähe de-Selter-' Tdor-, wNche fid) zu en er Frucht und Mehthandlung, )oiv:e Piqueur - Geschält nga.i, i|t unter sehr günst.gen Bedingungen btUifl zu v rkauien. Nag. -lu-kunsl enheilt (6182 ____I «li». Collier Uombaiiliiilerie 17 und letzte g.nebm ate Z'.ebung. Zur Äusschmückuug des ttirchenschisteS (Sklbgrw. Hauplgiw Mk. 7dOou.— rc baar ohne j den Äbzug Nur Orttzinal- loose versendet ä X 4 — mcl fro. 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