1881 Dienstag den 5 Inli Nr 1*2. Kichemr Mnzeiger Jnjfißt- uni Amisblllit für in Kreis Gießen. Trschkint täglich mit Ausnahme bei Montags *anruitt: Schulstraße v. 18. Preis vierteljährlich 2 Mar? 20 Ps mit vrinyerlo'. i Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 IV. - . .... nm 95 c-uni 1881 von bem commanbirenben ©enera! des XI. Armeecorps bestätigtes Grfemihd6 vom 20. Juni 1881 «st « SÄ'ÄUTÄ*.. W„n.....-.n-l-.ch. - — i* L'V'L.E «"w d-- »» »» (2S.) Division. — 10 Uhr Bonn. Der Arzt Bliß hat feftfl-fhUf, d-ß die Kugel zwischen der zehnten und elften Rippe reit« von der Wirke.säule in den flörpr Garfield s eingtdrungen, dann durch die unterste Partie der rechten Lunge und der Leber gegangen und sich schließlich in dem vorderen Theile des Unterleibs fest- gesetzt hat. _ Vizepräsident Arthur ist vom Kabtnet nach Washington berufen worden. — Nach äußerem Vernehmen über den Zustand des Präsidenten Garfield wären die Symptome um ein geringes bester, doch besteht noch die Befürchtung innerer Verblutung. D'.e tn den Rücken gedrungene Kugr! ist noch nicht gesunden. — Die Symptome in dem Zustande des Präsidenten Garfield find seit gestern Abend anhaltend günstig. Der Rrär.tz schli-f mitunter und nahm die erste Nahrung seit dem Mordanfall um 23/, Uhr Nachts zu fich. Puls 124, T-'nperaiur normal, R spiration 106. Heute Morgen beschlossen die Aerztr, von einem Versuche, die Kugel herauszuziehen, abzusehen, da deren vermuth- licher nicht nothwendigerweise die schließliche Genesung verhindere. New-Bork, 3. Juli. Vic-präsident Arthur ist um Mitternacht nach Washington abgereist. „ Washington, 3. Juli. Bulletin von Mittag« 12 Uhr. Die Beste. Tifna im Befinden Garfield'« schreitet andauernd fort. Berlin, 3. Juli. Nach einem Telegramm des .Montagsblattes au« Washington von heute Morgen 1 Uhr hat sich nach Ansicht der Aerzte der Zustand Garfield's gebestert und sei Hoffnung seines Aufkommens vorhanden. Der Mörder, der angibt, Advokat in Chicago zu sein, sagte bei seiner Ver- hastung in unzusammenhängender Rede: „Ich verübte das Attentat und wollte verhaft,t weiden. Ich bin ein „Statwart" nnb General Arthur ist setzt Präsident." Man fand bei dem Mörder Briefe, in denen er seine Absicht, Garfield ermorden zu wollen, aufdrückt. Aus deren Faffung soll seine Geistesstörung deutlich h.rvorgehen. — Die für morgen anberaumte große Festlichkeit in Leipüg zur Feier des Unabhängigkeitstages findet nicht sta't. (Fr. Zt^) London, 3. Juli. Eine Über Paris eingegangene, angeblich amtliche Nachricht des Todes Garfield's findet auf der hiesigen amerikanischen Gesandt- s-bast und dem auswärtigen Amt keine Bestätigung, dagegen melden eben ein- getroffene Privatdepeschen eine erhebliche Besserung des Zustandes. Hier herrscht allgemeine Theilnahme. Die Königin, der Prinz und die Prinzessin von Wales sandten entsprechende Mittheilungen an die amerikanische Gesandtschaft. Zahlreiche offic'elle und Privatpersonen ließen fich daselbst einschreiben. (Fr. Z) Attentat auf den Präsidenten Garfield von Nordamerika. Ein neues scheußliches Attentat, welchem diesmal kein gekrönte« Haupt, sondern der erst vor Kurzem erwählte Prästdent der Bereinigten Staaten von Nordamerika zum Opfer gefallen, hält seit g.stern Morgen die öffentliche Ausmerksamk-it rege. - Unfern Lesern in der Stadt theilten wir gestern die uns vom .Wolssschen Bureau" zugesandten Depeschen mit. Der Vollständig, leit halber lasten wir dieselbe nochmals folgen und reihen die bis heute erhal. lenen weiteren Nachrichten darunter an: Washington, 2. Juli. Heute Morgen nach 9 Uhr (also nach hte- siaer Zett g-gen 3 Uhr N chmittag«) wurde auf den Präsidenten Garfield von mörderischer Hand em Flintenschuß abgefeuert. Der Präsidevd Garfield ist verwundet, doch sollen die Verwundungen keine tödilichen fein. Der Mörder ist verhafiet. In Folge der großen Aufregung ist Näheres roch nicht fepzustellem^ ^ent ffiarft(lb befanb sich heute früh auf dem Bahnhofe, um nach Longbranch zu fahren und seine Gemahlin daselbst zu besuchen, als der Mörder bei, Schuß auf ihn abseuerte. Der Präsident wurde alsbald nach dem Weißen Haase gebracht, wo die Aerzte gegenwärtig conferiren. Es wird verstchert, daß seine Verwundungen nicht tödtlich sind. Niemand wird zu ihm gelosten; die Umg bung d-s W-ißen Hauses ist von einer ungeheuren, erregten Menschenmenge erfüllt, welche dort den Bericht der Aerzte erwarte,. — Garfield ist am rechten Arm, der rechten Hüste und hinten in dir Nähe des Rückgrats verwundet. Die Aerzte sprachen fich dahin auf, daß die Wunden gar nicht unbedenklich, aber nicht geradezu tödtlich find. Der Präst. dent ist bei Bewußtsein. Er telegraphirte an seine Frau und bat fie, zu ihm zu kommen. Der Mörder weigert sich, den Namen anzugeben. Es heißt, daß derselbe früher Consul tn Marseille war. — 3. Juli. Präsident Garfield fühlte fich heute früh um 4Uhr, nachdem er etwa« geschlafen, erfriscbt. Seine Gemahlin ist gestern Abend mittelst Extra- zuges eingetroffen. Da« gesammte Cabenet verblieb die ganze Nacht im Weißen Hause. Der englüche Gesandte Thornton überreichte dem Staats- secretär Blaine persönlich eine Botschaft Lord Granville's. Der Marquis os Lome telegraphirte an den Staatssekretär und drückte seine wärmste Sympathie für den Präsidenten und besten Familie anläßlich bes schrecklichen Attentats sowie die Hoffnung aus, bie Wunde werde keine tödtliche sein. Der Name des Mörders ist Charles Jules Ouiteau. Derselbe ist in Illinois qe- boten war Mitglied der One,ba-G-meii.schäft, bann unbeschäftigter Advokat in Chicago. Er wird allseitig als gruvdsaßlo'er Abenteurer bezeichnet, der biS zum Wahnsinn nach Berühmtheit strebte. Die hervorragendsten Blätter betrachten Ouiteau als hirnverbrannten, unordentlichen .Menschen, der durch den Mißerfolg tn seinen Bewerbungen um eine Stelle völlig wahnsinnig wurde und persönliche Rache gegen das Staatsoberhaupt brütete. — Nachmittags 21/, Uhr. Der Zustand Garfield s wird immer 6e- dtnklicher. Man befürchtet eine innere Verblutung. Der allgemeine Sinbiua ist, daß Oarfield der Auflösung schnell entgegengehe. Die Aerzte wollen den Versuch nicht wagen, die Kugeln herauszuziehen. — Ein Bulletin von Abends gi/2 Uhr sagt: Man glaubt, der Präsident werde keine Siunde mehr leben. Der Mörder des Präsidenten ist ein eingewanderter Franzose Namens Ouiteau, ber sich bemüht haben soll, einen Consul.Posten zu Marseille zu erhalten. Ver- schiebene Melbunaen behaupten, Ouiteau sei geisteskrank. — Der Staatssecretär des Auswärtigen, Blaine, hat gestern an die amerikanischen Vertreter im Auslände ein Telegramm gerichtet, welches über den Vorgang meldet: Auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten wurde beule Morgen von einem Individuum, NamenS Charles Ouiston (?) geschossen. Die Waffe war ein Revolver groben Kalibers. Der Präsident halte soeben den Bahnhof der Baltimore- und Potomoc-Elsenbahn erreicht, um fich mit dem Limited.Erpreß um 9 Uhr 20 Mm. mit einem Theile des Cabinets nach New- Nork zu begeben. Der Staatssecretär Blaine fuhr in demselben Wagen von dem Weißen Hause aus mit dem Präfidenten und befand fich an seiner Seite, aI8 der Schuß fiel. Der Mörder wurde sofort festgenommen. Der Präfident wurde nach einem Privatzimmer in dem Stationsgebäude gebracht und ärzt- ^che Hilfe zur Stelle geschafft. Um 10 Uhr 20 Min. wurde der Präsident ÄÄ.5Ä.. h.. «.«»-»m,.. di- V-rtr-t-r btr Unionsstaat-n im Auslande telegraphirt, daß ber Zustand be« Präsidenten Garfield nach dem Unheil- aller anwesenden Acrzt- em besserer, bie Aenderung eine markirte, hoffnungsvolle fei. Die Deutschenhetze in Prag. Es hat starker Mittel bedurft, um endlich bie kaiserlichen Behörden in Praa zu veranlassen, den durch die Czechen in Eigenthum und Leben bedrohten Deutschen einige Sicherheit zu verschaffen. In der Nacht vom letzten Dienstag zum Mittwoch kam es in der böhmischen Hauptstadt ober vielmehr tn ber Nähe berfelben. zu den blutigsten Ezceffen, bie sich schließlich bis in die Stadt ver- pflanzten. Aus Prager Blättern entnehmen rott kurz folgende Beschreibung: In «uchelbad hatten sich am Dienstag Nachmittag deutsche Couleur- Studenten versammelt, um mit ihren Anverwandten und deren Damen das 20. Stiftungsfest zu feiern. Obgleich einige G-nsd'armen mit blanker Waffe vor dem Garr-nlocale angeblich „Wache" hielten, drangen gegen 3>/2 Uhr rottenweife czechifche Studenten in das Local ein, denen fich bald ein czechi- fcher Pöbklhaufen anfchloß. Die Eindringlinge begannen czechifche Schimpf- Lieder auf die Deutschen zu singen und die letzteren zu infultiren. . . . Plötzlich flog aus der Gegend, wo bie czechischen Studenten faßen, ein Holzstück unter bie deutschen Studenten, ohne Jemanden erheblich zu verwunden : zu gleicher Zett ertönten bie Ruse zu den Corps Studenten: „Kap- pen h-runler", welcher Aufforberung nicht stattgegeben wurde. Dem unter den Coros-Studenten anwesenden Prinzen Johann zu Thurn -Tay's wurden wiederholt als „Abtrünnigen der Nation" donnernde Pereatrufe gebracht. Auf wiederholte Aufforderung der deutschen Studenten, die Gensdarmerie möge Ordnung batten, ließ der Comrniffar an 20 GenSd'armen zwischen den Corps- Studenten und den Czechen Posto saffen. Sodarn erschollen Stufe: „Nemecli psy, domu!“ (deutsche Hunde, nach Häusel) Ein ElaS wurde unter he deutschen S-udenten geworfen und verletzte mehrere. Dwfes G as briete dm Beginn ewes allgemeinen Gläserregens. D.e deutschen Ltuden.en suchten sich vor Verl,tzungen dadurch zu schützen, daß fie Leffel über ihre Köpfe hlel.en unb sich nach rückwärts concentrirten. . « Um biesen Insulten auSzuweichen, beschloß man u^t'/ ^m Schutze ver | Oerisb'armkrie bas Dampfschiff zu besteigen, um bie Rückfahrt cmzutre.en. Die Seffel über die Köpfe haltend, suchten sich die Deutschen durch die fana- tisirte Menge zu dew Schiffe zu begeben. Doch auch dieses letzten Schutzmittels, nämlich der Seffel, mußten sie sich in Folge Protestes des herbeieilenden Wirthes begeben. Gläser, Flaschen, Steine flogen den Flüchtenden nach, wobei der deutsche Techniker, Herr Lumpe, von einem schweren Steine am Kopfe getroffen, ohnmächtig zu Boden stürzte. Zufällig kam Dr. Sievert aus Greiss. Wald (Preußens hinzu, welcher den Ohnmächtigen, dessen Verletzung eine schwere ist, aushob und zum Schiffe trug. Dem deutschen Juristen Herrn Pick wurde mit einem Knittel ein so wuchtiger Hieb über den Kopf versetzt, daß er ebenfalls bewußtlos zusammenstürzte. Nachdem er das Bewußtsein wieder erlangt, wurde er von einem Czechen gerüttelt und mißhandelt. Seine Ver. letzung, ebenso wie die von zwei anderen Deutschen, ist bedeutend. Indessen eilten die Corps-Studenten über die Bahndämme, Felder, Straßendämme in ungeregelter Flucht aus die bewaldeten Abhänge, fortwährend verfolgt von dem Gejohle und den Steinwürfen des fanatischen Pöbels. Wenige der Flüchtlinge kamen mit heiler Haut davon. Als endlich die Verfolgung ein wenig nachge- lasien hatte, wagten sich die in der Minderzahl befindlichen Deutschen auS ihren Verstecken und begaben sich verstohlen zum Dampfschiff, wo die Verwundeten in der Kajüte lagen und vom Dr. Sievert gepflegt wurden. Um 11 Uhr NachtS erfolgte die Rückfahrt des Dampfers nach Prag. Als derselbe in Prag ankam, unter der Podjkaler Brücke passtrte, wurden von dieser große Steine in reichlicher Menge aus das Schiff hinabgeschleudert. Ein Bootsmann wu.de nicht unbedeutend verletzt. Die Schwerverletzten wurden auS dem Schiffe gehoben und zu bereitstehenven Wagen und in bas Krankenhaus gesührt .... So die Prager Berichte, die nicht nur bei dm Deutschen in Böhmen selbst, sondern auch in Wien eine gerechtfertigte Entrüstung hervorgerufen haben, die sich u. A. in heftigen Klagen über die kaum glaubliche Nachlässigkeit der Prager Behörden Lust macht. Zwei ministerielle Blätter, das Prager Abend- blatt und die Wiener Abendpost brechen sogar das Schweigen, kritisiren indeß nur das Gebühren drr Czechrn. Das „Prager Abendblatt" beklagt die stattgehabten Exceffe der czechischen Studenten und bemerkt gleichzeitig, daß dieselben von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung Prags, ohne Unter- schied der Nationalität verurtheilt werden. Die „Wiener Abmdpost" unter- zieht die Exceffe der Prager Studenten einer verurthetlendm Krcktk und erklärt, die Regierung werde ihre Pfl-cht erfüllen und auch, wie dies namentlich in Momenten einer factisch vorhandenen und vielleicht künstlich gesteigerten Aufregung geboien erscheine, den Ursachen zu iolchm Exceffen vorzubeugea wifien. Dem vereinten Bemühen aller patriotischen Kreise ohne Rücksicht auf die Na tv- nalität werde es zweifellos gelingen, die Ursachen und Wirkungen der bekla- genswerthen Ausschreitungen gleichmäßig zu beseitigen. Deutschland. Gießen, 4. Juli. Morgen, Dienstag. Abends 8 Uhr, findet in Wen- zel's Saale die Generalversammlung des Vereins der nationalen unb librralm Partei statt. Wer die politischen Vorgänge in Deutschland und auch in un- (crem Wahlkreise während der letzten Wochen und Monate beobachtet hat, der wird wissen, von welch' hohem Interesse die Wahl eines Candidaten für den demnächstigen Reichstag ist. Da die Gmeralversammlung sich vorzugsweise mit der Ausstellung eines sreisinntgen Candidaten für unfern Wahlkreis zu beschäftigen hat, wird es wohl jedes freisinnige Mitglied des genannten Vereins für eine patriotische Pflicht halten, der Generalversammlung beizuwohnen. Ews, 2. Juli. Se. Majestät der Kaiser begab sich gestern Mittag gegen 12V2 Uhr zu Wagen nach Koblenz zu Ihrer Majestät der Kaiserin und kehrte am Abend um 8 Uhr hierher zurück. Heute machte Se. Majestät die regelmäßige Brunnenpromenade unb empfing später Se. K. K. Hohe t den Kronprinzen, welcher um 10 Uhr 41 Min. hier etntraf. Koblenz, 2. Juli. Das heuttae Bulletin über das Befinden Ihrer Majestät der Kaiserin lautet: Ihre Majestät die Katserm hat nach einem unruhigen Tage eine bessere Nacht verbracht. Schlaf erquickender, Apprtit rege, Zustand der Wunde gut, Temperatur normal, Kräfte geben sich. Berlin, 2. Juli. Die Verhar dlurgen über den Zollanschluß von Bremen (wenn man überhaupt die vertraulichen Pourparlers, die bis jetzt gepflogen wurden, Verhandlungen nennen will) sind theils wegen der vorgerückten Saison, theils auch wohl wegen der krankhaften Abspannung des Reichskanzlers, die ihn gerade derartige Geschäfte meiden läßt, biL zum Herbste vertagt worden. Urber die Hauptsache, daß Bremen dem Zollvereine angeschlvffm werden muß unb soll, ist man selbstverständlich einig, zumal ba in Bremen schon seit Jahrzehnten eine sehr einflußreiche Anschlußpartei bestaub. Hesterreich. Prag, 2. Juli. Gestern Abend würben 4 Personen verhaftet wegen Ruhestörungen und weil dieselben den Aufforderungen von Wachtmanaschasten nicht Folge leisteten. Von den vorgestern verhafteten 27 Personen sind bereits 15 dem Strafgerichte eingeliefert worden. — In Folge der Dcutschenhetze in Prag, über die wir an anderer Stelle ausführlich berichten, hat der Senat der Prager Universität beschloffen, sämmtliche Collegien zu sistiren unb bei bem Unterrichts-Ministerium bie Bewilligung zu sofortiger Schließung bcs Svmmersemesteis, sowie zur Einleitung der strengsten Disciplinar-Unlersuchung anläßlich der jüngsten Ausschreitungen der Studenten zu beantragen. — Das „Reichsgesetzblatt" veröffentlicht den Handelsvertrag mit Deutschland, das Gesetz, betr. den VeredelungSoerkehr und zwei Mtntsterial-Verordnungen, in welchen bie bisherigen Bestimmungen über den Appreturverkehr bis zum Ende di-scs Jahres erneuert werden. Die Publikation in den Amtsblättern von Wien und Pesth erfolgte am vergangenen Freitag. Prag, 2. Juli. Für morgen ist hier eine Versammlung sämmtlicher deutscher Abgeordneten Böhmens projectirt. Für dieselbe sind zwei Anträge vorbereitet. Nach dem ersten Anträge sollen btc Abgeordneten eine Deputation an den Kaiser entsenden, um einen ausgiebigen Schutz der Deutschen in Böh- men zu erbitten. Nach dem zweiten Anträge soll jeder Abgeordnete in seinem Wahlbezirke aus das Schleunigste Wählerversammlungen einberufen, damit bie Wähler selbst durch Deputationen für ihre in Prag studirenden Söhne und ihre dort wohnenden Stammesgenoffen Schutz unb Sicherheit erbitten. — Eine Deputation czechischer Studenten erschien bei bem Statthalterei- Vicepräsibenten und erklärte Namens der czechischrn Studentenschaft, daß sie die Ausschreitungen einzelner ihrer Commilitonen entschieden mißbillige und sich bemühen werde, die Eintracht unter den Studenten der Prager Hochschule wieder herzustellen. Rußland. Petersburg, 2. Juli. Der Minister des Innern suspendirte die in Odeffa erscheinende Zeitung „Odeßky Listok" auf 4 Monate. Stlrgraphischr Vepeitzm. Wolff'« telegr. fcemfoouttwyBwttau; Ems, 3. Juli. An dem gestrigen Diner bei Sr. Maj. dem Kaiser nahmen die Generäle v. Schlotheim unb v. Rauch, sowie der Botschafter Graf Hatzfeld Theil. Heute machte Se. Majestät die gewohnte Brunnenpromenade und begab sich sodann zur K rche. — Se. K. K. Hoheit der Kronprinz kehrte gestern Abend aus Koblenz zurück und fuhr heute wiederum zum Besuche Ihrer Majestät der Kaiserin nach Koblenz. — Se. Majestät der Kaiser begab sich heute Abend, begleitet von Sr. K. K. Hoheit bem Kronprinzen nach Koblenz. Der heute veranstalteten Regatta, bei welcher die Frankfurter Rudergffellschaft den Kafterp.eis gewann, hat der Kaiser nicht beigewohnt. Koblenz, 3 Juli. Das heute Vormittag 10 Uhr über daS Befinben Ihrer Majestät ber Kaiserin ausgegebene Bulletin lautet: Was bas U bei betrifft, welches bie Operation erforderlich machte, so ist der Verlauf der Heilung zufriedenstellend. Dagegen traten gestern Abend nervöse Athembeschwerden auf, welche Ihre Majestät tn hohem Grade belästigten unb die Nacht unruhiger gestalteten, als die beiden vorhergehenden. Gegen Morgen minderten sich diese Erscheinungen unb nach Aufnahme von Nahrung ist bas Allgemeinbe- finden zur Zeit ein befriedigendes. Berlin, 3. Juli. Auf die Nachricht von der Wegführung des deutschen Staatsangehörigen, Forstmeister Bernges (Bernius?), durch eine Räuberbande, die tn Ostrumelien ihr Wesen treibt, sind Seitens des Auswärtigen Amtes sofort Ermittelungen angestellt, sowie Schritte behufs Befreiung deS Gefangenen einge- leitet worden. Wie der genannten Behörde heute aus Konstantinopel gemeloet wird, soll Bernges bereits wieder in Freiheit gesetzt sein und sich in Bellova befinden. Prag, 3. Juli. Anläßlich der Ereigntffe der letzten Tage versammeltea sich heute die böhmischen Reichsraths- unb Landtagsvertreter deutscher Nationalität im deutschen Hause Hierselbst unb beschloffen, ein Manifest au die Dänischen in Böhmen zu richten. — Die öffentliche Ruhe ist seit gestern Abend nicht gestört worden. Kronstadt, 3. Juli. Das englische Geschwader unter bem Commando des Herzogs von Edinburgh ist gestern Nachmittag 3 Uhr hier eingetroffen. Lokales. Gießen, 4. Jult. Die Bethelligung an den Pfennigsparkaffen hat am verflossenen Samstag einen sebr erfreulichen Anfang genommen. Bcl den 4 Sparstationen wurden von 383 Einlegern 175 JL eingelegt. Wie schon öfters mitgetheilt, befinden sich Sparstationcn bei den Herren E Fischbach, Seltersweg, Carl Hensel, Walllhorstraße, W. Kurz, Neustadt und Chr. Schopbach, Neuenbäuen — Ein heute Nacht am Wiesecker Weg ausgebrochener Straßentumult, verüb» von drei Arbeitern, endete mit der schließlichen Verhaftung derselben. Das Amtsgericht gab heute Morgen jevern wegen Ruhestörung <> Taqe Hast, sofort zu verbüßen; außerdem ist gegen den einen wegen Widerstands gegen bie Staatsgewalt, gegen den andern wegen Versuchs zur Befreiung von Gefangenen Anklage erhoben ZZerWischtes. Ems, 3. Juli. Die Regatta, bei der im Ganzen sieben Rennen stattfanden, gestaltete sich zu einem glänzenden Siege der Frankfurter Rudergesellschaft Germania, die in drei Rennen den Preis errang Auch bie Rubergesellschaft Sachienhausen hat zwei Siege zu verze.chnen, während die Cölner, Bonner unb Trarbacher wemg Ruhm ernteten. Die Rennen begannen statt um 1, um 4 Uhr. Der Kaiser war nicht anwesenb, er reiste vielmehr mit bem 5bon= vrinzen um halb sechs Uhr nach Koblenz. Die Preise, theils von ber Kurverwaliung, lheUS von Emser Damen ausgesetzt, bestehen in Humpen, Kannen re.; der Ehrenpreis beS Kaisers ist ein silberner Tafelaufsatz. Der Verlauf der Regatta war folgender: 1) Zweiruderige Jnrtgged Raeeboote: Frankfurter Germania siegt leicht über Bonner Ruderclub mit zehn Bootslängen. 2) Vierrudertge Jnrigged Raeeboote gestaltet sich zum interesianten Wettkampf zwischen Mannheimer Ruderclub und Sachsenhausen. Letzteres siegt nach hartem Ringen mit zwei Bootslängen. 3) Vierrudertge Jnrigged Gigs: Koblenzer Rudergesellschaft siegte bequem über Trarbach und Trabener Ruderclub. 4) Vierruderige Jnrigged Raceboot sur Jüngere: Frankfurter Girmania schlägt spielend den Bonner Ruderclub. 5) Outrigged Gigs: Offenbacher Ruderver^in siegt bequem über der den Mainzer Ruderclub. 6) Dierniderrige Outngged Raceboote (Ehrenpreis des Kaisers) endet mit einem schönen Siege der Flanksurter Ruder- gesellschaft Germania über die Kölner Rudergesellschaft. 7) Einruderigc Raceboote: Boot von Sachsenhausen (Fahrer Biersack) schlägt den Kölner Ruderclub (v^hrer Patton) mit fünf Bootslängen. — Heule Abend findet große Illumination des Kurgarlens statt, (y. Z ) — Wie unser Kaiser in Ems wohnt, erzählt das „Berl. Tagebl." Die Einfachheit und die Anspruchslosigkeit der Zimmereinrichtungen - der Kaiser bewohnt den ersten Stock des Flüqelbaues am Kurhause — muß Jedem ber die Räume zum ersten Male betritt einen Ausdruck gelinden Erstaunens abnöthigen. Die bekannten rothen Plüjchgarnituren sind so zu sagen in Permanenz erklärt. Ebenso schmucklos ist auch der übrige Hausrath, .-.ußer dm Porträts unseres kronprinzlichen Paares, einigen kleinen GypSfiguren, welche auf Schränken oder Spiegelkonsolen unt-rgedrackt sind, haben wir nur das W-rnrr'sche Kaiserproclamations- bild bemerkt. Aber Eines hat die kaiserliche Wohnung tn Ems mit dem Berliner Palais gemeinsam — nämlich das historische Eckfenster. Hier tst unseres alten Kaisers Lieblingsplätzchen, hier kann man den Kaiser jeden Vormittag zwischen 1U und 11 sitzen sehen Er ist in ununterbrochener Thätigkeit, er liest, unterzeichnet Regierungsacte und dergleicken mehr. Ein alter, im Ehrendienst ergrauter Holzfissel mit einem Sitze aus Strohgefl cht, daS ist der Emser Kaiserstuhl und der Scyreidtisck, vor welchem der Kaiser sitzt., hat Die sattsam bekannte Form jener Damenscbrcibtische, welche wir tn den bescheidensten Bürgerwohnungen antreffen Unwillkürlich blickt jeder Dorübergebende nach jenem Eckfenster, um seinen greisen Helbenkaiser einmal so recht con amore betrachten zu können. Man freut sich im Herzen über dies wirklich ungemein anheimelnde Genrebild. Rücksichtsvolle Besucher wenden ihren Blick rasch wieder weg, um den alten Herrn nicht zu belästigen. Leider bildet diese die Minderzahl. Weitaus die Meisten bleiben minutenlang vor dem Fenster stehen. Man muß eS aber eben selbst mit angesehen haben, in welcher Weise unser Kaiser jeden einzelnen Gruß erwidert um im Stillen den Wunsch zu hegen, daß man dem greisen Monarchen auch nach d.e,er Richtung hin em wenig mehr Schonung gönnen sollte. Vor einigen Tagen ist es sogar vorgekommen daß ein vorüberfahrender Herr sich mit wenig beneidenswrrther Ungenirlheit sein Opernglas an die Augen setzte und daffelbe auf den Kaiser richtete’ Rüdcsheim Der Weinstock steht run, Dank der tropischen Hitze, in voller Bmthe, welche, wenn die Witterung sich noch einige Tage hält, günstig und rasch verlauft. Die zum Theil bereits verblühten Gescheine sind in seltener Menge und merkwürdiger Große vorhanden und verbreiten einen köstlichen, herzerf, euenden und hoffnungerweckenden Blüthenduft. Im Rüdesheimer Berg befinden sich Gescheine bis zu 25 Cm. Große. Mögen unsere Wünsche und Hoffnungen auf einen Treffer sich erfüllen — Der Hamburger Dampfer „Vandalia" von Hamburg nach New-York mit tausend Paffagieren — affo einschließlich der Bemannung mit zwölfhundert Seelen an Bord — ist von einem Unfall betroffen worden, der hoffentlich und voraussichtlich ohne weitere schlimme Folgen verlaufen wird. Da« schwedisch« Varkschiff .OSkar" hat btt „Baitbalia- am 26. Juni in 59. Grab nördlicher .vre t« unt dem 15 Grad westltckrer Länge gmoffm und ist von brmfelben um Hülfe angegangen worden, da der Schaft der Schraube gebrochen sei und das Schiff demnach vollständig unltnfbor treibe. Die Stelle, an welcher dre »Vandalia" getroffen wurde, befindet sich einen Grad nördlicher als dt: Nordküste von Schottland. Das Schiff ist demnach in dem nordöstlichen «oslauf des Golfstrom,« nach ter norwegischen fiü'it zu getrieben. Da die betreffende Meldung von dem Schiff .Oskar" erst am 2". tn G'akgow gemacht werden konnte und mindestens weitere zwei Lage vergehen, bil tie sofort zur Hülfe auSgesendeten zwei Schleppdampfer die .Bandalra" treffen können, so wirb dieselbe voraussichtlich tm 61. Grab nördlicher Breite gefunden werden und, hoffen wir, ohne an eine der Inseln im Norden Schottlands anget,leben zu sein. Die Passagiere sind, selbst im günstigsten Falle, recht zu bedauern. Di« .Vandaüa" verlieh am 19 Juni Hamburg. Sie hätte also am 1. oder 2. Juli in New Aork eintreffen müffen. Statt besten werden die Passagiere vielleicht acht Lage später in Hamburg landen, um von dort aus die Reise von Neuem anzutreten. Zu der Sorge um ihr Schicksal wird sich bei den Pastagteren auch die Unbill des Wetters bemerklich gemacht baben Meldet eine Depesche auch das das Wetter In diesen Breitengraden brr besonders bellen Nächten schön war, so muh die Kälte doch empfindlich gewesen sein. Einzelheiten über die Zeit des Versagens des Schaftes fehlen. Doch muß derselbe unmittelbar nach dem Verlassen des englischen Canal» gebrochen sein. Möchten wir recht bald Günstiges über oas treibende Schiff »u melden bab'N. (Eingesandt. Obgleich der Herr Geh Baurath Prof. Dr. von Ritgen die Vorzüge der von Herrn Prof. Werner ausgestellten AquarrllgemLlde in diesem Blatt« bereits hervorgehoden hat, erlaubt sich der Unterzeichnete dennoch mit Rücksicht darauf, daß er bei Aufstellung dieser Gemälde im Saale der höheren Mädchenschule mitgewirkt und sich bei dieser Gelegenheit von deren Lrefflichkelt überzeugt hat. daS kunstliebende Publikum der Stadt Gießen nochmals auf dieselben aufmerksam zu machen und ihr.n Besuch dringend zu empfehlen. Die ganze Sammlung ist wirklich eine höchst wertbvolle und es ist deshalb schwer, einem Gemälde vor dem andern, weil jedes einzilne durch eine hohe Kunstvollendung sich auSzeicknet. den Vorzug zu geben. Ich erlaube mir vorzugsweise auf die Natur- und Lebensbilder au8 dem gelobten Land« und Griechenland, Klagemauer der Juden in Jerusalem am Fundament« deS Salomonischen TempelS, Müchgrotte bei Bethlehem, Hauptanficht der AkropoltS in Athen, Innere» deS Parthenon re. aufmerksam zu machen und schließlich betzufügen, daß kaum je wieder ein solcher Kunstgenuß dem verehrlichrn Publikum geboten werden wird Erfreulicherweise ist die Ausstellung rurch die freundliche Bereitwilligkeit deS Künstlers noch um einige Lage vcrlängert worden, wofür ich auf die heutige Annonce verweile. Earl Zimmer. Ingenieur und Zeichenlehrer. „ mtgttbrUt ton ben «graten brf norbbeitf»ra ütoeb <4. KV Oteh in Gießen. oc Bremen. 2 Juli. ^Per transatlantischen Lelegraph.j Der Postdampfer Köln La»l. Lb. Jüngst vom Rcrc deutschen Lloyd in Bremen. welcher am 15. Juni von vremenab. ütaanc:en war. ist beule wobibebalken in Baltimore angekommen. Handel und Verkehr. Frankfurt, 2. Jul,. (Fruchtbericht.) Mebl Nr. 1 39.50, Nr. 2 37 50 •* 33 5°» 3h- 4 *< 28.S0, Nr 5 25 50, Roggenmebl (Berliner Marke) ^““3150, do. 1 (Berliner Marke) 29.50, do. 11 (Berliner Marke) JL 24.50, Weizen dlkstger ab Bahnhof hier *x 24.50- 24.75, ad unserer Umgegend JL 24.25—24.50, bo fremder je nach Qualität jt. 23.00—24.50, Roggen, je nach Qualität jl 22.50—22.50 derste JL 18.50— 20, Hafer 15.50 —16 50, Kohlsamen 29—30, Erbsen 19.50—28 Wicken 16.50- 17.50, Linsen 27- 40, Bohnen, weiße, JL 23—25, RoggenNete ' Wetzenkleie, grobe und feine JC —, Rüböl, detail, JL 64. Stimmung flau Haupt- säcklich gefragt war: —. Dringend offerirt: weiße« Mais JL 14.00, bunte« 13.75-00 (Die Preise verstehen sich sämmrlich per 200 Pfd ^ollgewickt = 100 Kilo ) Temperatur in Gießen. Juni 1881. Niederste..........4- 3,4 ® R. Mittlere + 12,69 Mittel früherer Jahre zz zg Höchste..........* 4- 25,0 Niederschlag an 10 Lagen 1,35 Par. Zoll. „ im Mittel früherer Jahre an 14 Lagen . . 2,90 , Wir ersuchen wiederholt rie geehrten Abonnenten, alle Unregelmäßigkeiten Seitens nnferer Austräger uns gefl. mit kurzer Notiz mittheilen zu wollen, damit wir Abhülfe schaffen können. Unsere Träger sind angewiesen, den Anzeiger in die Wohnung zu bringen und nicht im Flur ic. abzuwerfen. Die Expedition des Giessener Anzeigers. Allgemeiner Anzeiger. Mvbili ar Versteigerung. Heute, Dienstag lladnniltng \2 Uhr, wirb mit der Versteigerung im «Hause des «Herrn M ukler II. am Walltkor, gegenüber dem Cafe Leib, fortgcfahren. 4"'5j Hoffmann, Ortsgerichtsmann. Betanntmachunlz. Der vom 1. Mai bs. IS. an gültige Nachtrag IV. zum Main-Weser- Bäuerischen Verbands-Gütertarif vom 1. Juni 1878 enthält verschiedene unrichtige Tarifsätze für Butzbach-Gauting, Günzach und Neu-Ulm. Die Güter- Expedition Butzbach, sowie die g?- nannten Stationen der Bayerischen StaatSbadnen rrthelen Auskunft über die Höhe der anderweiien Frachten, und eS werden diese vom L6 August !• I. an der Berechnung zu Grunde strlkgt Im Verkehr Lollar-Lohr ist der Ausnahme-Tarifsatz für Roheisen, Roh- stahlcisen k. von 0,57 auf 0,54 Mk. pro lOOftilogr. vom L. Juli a. cr. an reduc.rt. Hannover, 30. Juni 1881. 4498) Königliche Eisenbahn-Direction Jagüverpachtung. Samstag den 9. Juli ds. I., Vormittags um 11 Uhr, soll die mit Jagdaufaang der Gemeinde Stetnheim zustehende Jagd auf hiesigem Rathhaus auf weitere 6 Jahre öffentlich meistbietend verpacktet werden. Der Flackengehalt der Gemarkung Steinbeim beträgt 400 Hektaren Feld tinb 140 Hectaren Wald. Steilcheim, den 2. Juli 1881. Großh. Bürgermeisterei Steinheim. 4478) H i r tz t n g e r.__________ Bekanntmachung. Der in dem Konkurse über das Ver- mögen des Iohs. Zimmer VII. von , Nonnenroth beantragte Der aleicchstermin roH Mittwocb den 20 Juli l I., Vormittags 9 Uhr, dahier abgebalten werden. Hungen, den 2. Juli 1881. Großherzogliches Amtsgericht. 4472) Kraus.________ Petroleumberde und alle Sorten Koäbgefckirr empfiehlt (4205 Carl HeuseL Wallthoistr. Heugras - Urrllcigmiitg ju Allendorf n. Lda. s Donnerstag den 7. Juli l. I., Vormittags 7 Uhr anfangend, soll daS Heugras von den städtischen Wiesen, ca. 50 Morgen, öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist in Allendorf selbst am Uaterthor. Allendorf a. Lda., 30. Juni 1881. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda. 4432) - b e r. Dirnllag brn 5. Juli b. J., Nachmittags 3 Ubr, werben die zum N icblafi des Heinrich Weiüaerber in Gieficn g.hörenden Immobilien, als: Flur 26 Nr. 295,M — 663 Lj Meter Grabgarten am untersten Riegelpfad, F!ur 26 91r. 295,s: ^ohn- 36 I yaus daselbst, w 26 294« - 75 OMrr. Grabgarten daselbst einer ire'wiHtgen V rsteigerung ausgesetzt. Giest m, ben 28. Juni 1881. Grotzherzoal. Ortsgericht Giehen. 4369) Lüdeking {lirnRag bin 5. Juli b. J., Nachmittags 3 Ubr, sollen bie Immobilien bes Georg ^ranz und 2rZtlh.lm Kalderlab. als: Flur 1 Nr 222 — 13 Ä!ftr. Hosra:th« in dem Katdarmengäßchen, „ I „ 223 — 10 Klftr. Grabgarten daselbst, „ I „ 331 — 2 Klitr.Hofraum,Mist- fiätte daselbst, öfsentl ck sreiwrll'g verste'gert werden. Gießen, den 28. Juni 1881. Großherzoglickes Ortsgericht Gießen. 4370) L ü d e k i n g. Fcilgcbotcncs. Linsten Himbeer Syrup in Vt und ' 2 Flaschen, sow e im Anbruch empfiehlt (44>I' Ga Wilb. Weidig. auskleider, von 3 JL an, empfiehlt in verschiedenen Stoffen A. Docter. (4133 Ich empfehle: % uno >2/4 Rein Leinen in allen Qualitäten, weißen Pique, Damaste, Rlocfpique, Ebiffons, Madapalams, ferner große Auswahl in Tafeltüehern, Tischtüchern, Servietten, .Handtüchern, abgepaßt sowie im Stück, zu den billigsten Preisen. Anfertigung u. prompteste Lieferung ganzer Ausstattungen. 4399) JP* -Hotbery, Kirchenplatz. ++^4-++++^+++bl4-++4-++++!■+ t Zum Fabrikpreise | verkaufe Soinmcrwaare, empfehle daher «§■ *; wollene, baumwollene und leinene • ■ Onjflge, lleöerjiefjer, .Hörlic, jjolni.: ■ 1 etc etc. i ■ : für.Herren ä- Knaben, : ■ ■ I a ä die modernsten Uinljfliißc und Pdlrtoto '• '■ fürDnmeii(b)Rähdjen:: sowie Schuhe und Stiefel. T + 4074) A. ÜOCt,ei*9 Seltersweg. * H+H l I l-+i l I I 11-4 -für Laub- uub flcftermirlfje. Futterrüben Samen. Diese Rüben, bie schönsten und ertragreichsten von allen jetzt bekannten Futterrüben, werden 1—3 Fuß tm Umfang grotz und o—10-15 P'd schwer, ohne Be- arbcitung. Die erste Aussaat geschteh: Ausgangs März ober tm April, die zweite Aussaat im Juni, Juli, auch noch Anfangs August und dann au» solchem Acker, wo man schon eine Vorfrucht abgeerntet hat z. B. Grüniutter, Frühkartoffeln, Raps, Le n und Roggen- In 14 Wochen find bie Rüben vollständig ausgewachsen und werden die zuletzt gebauten zum W nterdedarf aufbewahrt, da dieselben bis tm hohen Frühjahr ihre Nähr- und Tauerbaftigketl bebalten. Dos Pfund Samen von der großen Sorte kostet 6 Mark, Mittelsone 4 Mk. Unter 12 Pfund wird nicht abgegeben Aussaat pro Morgen 12 P'und. (sulturanweisung füge jedem Auftrag bei Ernst Lange, Nipperwiese, Bez Stettin Frankirte Aufträge werden umgehend per Poftvorfchuß ervedirt.(4483 " Herren-Wäsche: = W«ße und bunte Jsemden, Kragen, Manschetten, Lhemilette«, Hemden-Hivsähe, Laschentüchcr, sowie seidene, wollene und baumwollene Rnterjacücv. Äuterhosen, Socken. Stets das Neueste in schwarzen und farbigen Khtipsen, Koseuträgern, Htace- und Sommer-Kaudschuhen, Regenschirmen für Damen und Herren rc. empfiehlt in reicher Auswahl zu billigen Preisen II. Rübsamen. NB. Herren-Hemden nach Maaß unter Garantie des Gut-Paffens liefere zu billigen Preisen. (3400 Ausstellung; der Aquarelle von Professor Carl Werner aus Leipzig im Saale der höheren Mädchenschule, Asterweg. Durch veränderte Dispositionen des Künstlers ist es ermöglicht, bte Ausstellung der Bilder bis Ende der Woche zu verlängern. Besuch täglich von 11 — 1 Uhr Vormittags und von 4—7 Uhr Nachmittags. Mittwoch und Samstag von 11—7 Uhr Nachmittags. Eintrittspreis 50 H. Der Künstler hat den Reinertrag für den Neubau deS Kinderhospitals in Nauheim zur Verfügung gestellt. (4484 Akademischer Gesangverein. 4482) Die letzten Proben zur „Glocke" von Ma; Bruch finden statt am Dienstag den S in der Aula, am Donnerstag den 7. im Clubsaale, jedesmal um 7V2 Uhr, die Generalprobe am Dienstag den 12. d. M. in der Stadtkirche um 5 Uhr Nachmittags. Der Vorstand. Alle Sorten eelBÄM auf das Feinste gerieben, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, sowie alle zum Anftreichen erforderlichen Lacke, Firnisse, Pinsel etc. empfiehlt (4146 Fl’e Seibel, Mausburg. 4495) Feinsten Schweizer und Limburger Nase empfiehlt billigst ____ I Retter. Neue holländische Pollhäringe empfiehlt (4491) Emil Fischbach. Trottoir-Rinnen in jeder Länge vorräthig. (4376) A. Kröll PorMglichen Zwieback, Einback täfl; Dresden. Streuselkuchen im Ausschnitt empfiehlt August Guhr, 4437) Lindenplatz. Bestellungen auf Kuchen und sonstige feine Backwaaren werden prompt ausgeführt und billigst berechnet. Zur Emmachzeil empfehlen wir unsere 4419) Zucker (Rafinade und MeliS) zu den billigsten Preisen. I. A. Dusch Söhne. 4417) Stets frischgebrochene Kirschen auf dem Trieb bei der „Germania". ____________________________Ebel. SCorsetten in großer Auswahl in allen Facons empfiehlt billigst 4321) A. Fangmann. Universat-Reinigungs satz ist das einfachste und billigste Hausmittel gegen Säurebildung, Ausstößen, Krampf, Verdauungsschwäche und andere Magenbeschwerden. Original-Packete zu 25 50 H und 1 (267 __C. F. Semmler. 4496) Wein in Flaschen, Aepfel- wein, Flaschenbier, alle Arten Liqueure und Branntwein, SelterS- und Sodawasser empfiehlt billigst I. Retter. Vermiethnngen. 4477) Freundl. Logis mit Werkstätte zu vermieten per 1. Oktober. Näheres in der Exp^d. ds. Bl.________ 4475) Eine sreundl- Wohnung (Parterre), bestehend aus 6 Zimmern und Zubehör nebst Lagerräumen und Keller mit Benutzung des Gartens ist zu vermiethen und per 1. Oktober beziehbar. Näheres bei der Expedition ds. Bl ___________ 4479) Schlllerstraße, im Hause des Herrn Steller, vis-ä-vis der höheren Töchterschule, Parterre, ist ein schön möbl. Zimmer zu vermiethen.___ 4486) Ein kleines Familienlogis sofort zu vermiethen.______ W. Scultng. 4490) 2 Logis — per Monat 10 M. und 16 M. — an ruhige Leute zu vermiethen- _______________________________Lit. D- 25. 4489) In meinem Nebenhaus ein Mansardcn-Logis, 7 Piecen, nebst allen Bequemlichkeiten, sehr vortheilhaft, billig per 1. Oktober zu vermiethen. __________H. Becker, Anlage C- 26. 4493) In Nr. 178 der Marburgerstraße ist ein Familicnlogis von 5 Zimmern mit allem Zubehör und Gartenantheil zu ver- miethen und alsbald >u beziehen._________ 4485) Kleine Wohnung zu vermiethen. __Tiefenweg 144. _ 4034) Der mittlere Stock meines Hauses zu vermiethen und alsbald zu beziehen. __Seltersweg 50. 4005) Zwei gut möblirte Zimmer zu vermiethen. ______M Wctstbäcker 4333) Ein LoglS, 5 Zimmer, mit allem Zubehör, ist sogleich zu vermiethen bei ______Wernh. Dietz, Sonnenstraße. 4424) Die seither von Frau Secretär Merk inne^ehabte Wohnung — 5 Zimmer und Zubehör — ist durch deren Wegzug von hier zum 1. Oktober ds. Js. ander- weit zu vermiethen._______Jul. Bacb. 4464) Familienlogis zu vermiethen. C. 129 Bahnhofstraße. 4103) Der 1. und 2. Stock in meinem neuerbauten Hause am Riegelpsad zu ver- miethen.___Georg Brömer. 4032) Eine Familienwohnung mit allem Zubehör zu vermiethen. _______________Fritz Fürst Ww. Per 1. September steht die seither von Frau Major von Heimrod innegehabte Wohnung zu vermiethen. (4425 3901) Ein Famillenlogls zu vermiethen, alsbald beziehbar. Chr. Roll III-, am Kanzleiberg. 3716) 2 schöne Zimmer an eine ruhige Familie alsbald zu vermiethen. __________F. Kühne jun., Seltersweg. 4357) Em freundliches, gut möblirtes Zimmer mit Kabinet zu vermiethen. __Karl Lehrmund ~~4356) Der zweite Stock mit 6 aroßen Zimmern, Küche, geräumigemICorridor rc. ift in meinem neuerbauten Hause bis zum 1. Oktober 1881 zu vermiethen. ___Chr. Petri V. ~~3642) Scheuer mit Stall zu vermiethen. __Spruck, Afierweg. 4144) Mein Geschäftslokal in der Schulstraße ist billig zu vermiethen. W. Ferber, Buchhändler. Vermischte Anzeigen. 4488) Grün und weiße türkische Ente, mit 1 Schwimmfuß, entflohen. Bringer Belohnung $)._217-_____________________ Glasergeselle, Rahmeumacher, gesucht von 4473) Glaser Hoch in Wetzlar. 4435) Wir suchen für unser Manufaktur- und Modewaaren Geschäft per 1. oder 15. August einen tüchtigen Verkäufer. Derselbe muß mit Stadt- und Landkundschaft vertraut sein und sich zur Reise eignen. Nur Solche wollen sich melden welche auf eine dauernde Stelle bei steigendem Salair reflektiren. Chrph. Bersch Rachfolger ________________in Marburg._________ Eine Schenkamme sucht I. Urig, Wetzlar, 4474)_______________Kornmarkt 53. Beginn deS neuen Quartals! Beste Zeit zum Abonnement. 5 5 Die soeben erschienene Nr. 40 enthält: Die Ungeliebten. Erzählung von Moritz von Reichenbach. — Spanierin. Nach einem Gemälde von Paul Thumann. — Kaltes Licht. Von K- Lerwil. — Der Gebietzuwachs Griechenlands. Mit einem Kärtchen. Zur Volkskunde der Juden. Von Tb. H- Pantenius. — Wohin nun? Von Karl Feldhahn. — Greifswald, die Leuchte Pommerns Von O-Krause. Mit zwei Jllustrattonen: Eingang zur Klosterruine Eldena bei Greifswald und das von Vahl'sche Haus in Greifswald am Markt. — Am Familientisch: Kontingente zur deutschen Reichsarmee im vorigen Jahrhundert. — Noch einmal Minck in der Danziger Kleiderordnung — Hauswirth- schaftliche Fortschritte. Mit einer Abbildung. Mit zwei illustrirten Beilagen: „Ha welche Lust gewährt das Reisen! Mit Abbildung: Die Helgoländer Läster-Allee. — Serpa Pinto's Reise quer durch Afrika. Mit vier Abbildungen._________________ Eine leistungsfähige Hopfenhandlung sucht für Marburg, Gießen und Umgebung einen tüchtigen Agenten. Solche, welche in der dortigen Brauerkundschaft eingeführt find, erhalten den Vorzug. Offerten sub H. 1164 an Rudolf Mossc in Nürnberg.(4480 Einen ordentlichen fehrzungen sucht W.Müller, Schreiner,Flügelsg. 4396 Verein der nationalen n. liberalen Partei. 4497) Generalversammlung Dienstag den 5. Juni, Abends 8 XJhr, in Wenzel s Saal. Tagesordnung: Berathung betreffs der bevorstehenden Reichs- tagSwahl. RcchnungSablage. Vorstandswahl. Der Ausschuß. \l. Tnniresi .k« tianes liessen zu Lauterbach am 10. und 11. Juli 1881. Näheres siehe die Programme. "W2 Die Oberhessische Eisenbahn hat sämmtlichen Festtheilnehmern Fahrpreisermäßigung in der Weise gewährt, daß ein am Sonntag gelostes einfaches Bittet zur freien Rückfahrt am Montag noch berechtigt. 4476)__I>