Rr 178. Donnerstag den 4. August 1881. Kichener Anzeiger AWSk' »ii> Imtsblatt für bcn frei« Eicha. Vare-v i Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit «uSnahme de» Msatas». dreiS vie^jL-rlich 2 «att 20 Pf. "tt ^nng«lohn. Durch bie Post bezogen vierteljährlich 2 9hr( 50 $». Amtlicher Hheil. Betreffend: Gesuch de» landwitthschaftlichen Bezirk-verem- Bensheim um Gestattung einer Derloosung. Bekanntmachung. GroßherzoglicheS Ministerium deS Innern und der Justiz hat dem landwirthschaftlichen Bezirksverein zu Binsheim die Genehmigung erthetlt, eine Derloosung von Thieren. la, dwirthschafllichen Maschinen, Gerächen und Gebrauchsgegenständen in Verbindung mit der im October d. I. in Bensheim zu veranstaltenden landwirthschaftlichen Ausstellung vorzunehmen. ES dürfen hierbei nicht mehr alS 6600 Loose — daS Loos zum Preise von 1 — zur Ausgabe gelangen und müssen mindesten- 70% de- ErlöfeS auS dem LooSverkauf zur Anschaffung von Gewtnngegenständen verwendet werden. ES ist der Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet worden. Gießen, am 2. August 1881. Großherzogliche- KreiSamt Gießen. Dr. Boekmann.__ Programm für die XX Wanderversammlung des oberhessischen Bicnenzüchter-Vereius ZU Butzbach am 10. August 1881. I. Am 9. August, Abends 8—10 Uhr, vorberathende Sitzung deS Ausschusses und deS Local ComilvS in einem von dem letzteren zu bestimmenden Locale. 1L Am 10. August, Vormittag- 8 —10 Uhr, Besichtigung der Ausstellung und Vornahme praktischer Demonstrationen an Stöcken mit lebenden Bienen. 11L Verhandlungen, von 10 Uhr an beginnend: a. Einleitende Berichterstattung des Vorsitzenden; b. RechnungSablage; c. Wahl der Commissionen sür die Prämttrung, Verloosunz und zum Ankauf der zu verloosenden Gegenstände; d. Specielle Gegenstände der Discussion: • 1) Ist die Einführung des deutsch-österreichischen NormalmaaßeS eine unbedingte Nothwendigkett, — auf welche Weise ist der Uebergang am leichtesten und billigsten zu bewerkstelligen, und welches sind die Vorthnle eines einheitlichen Maaßes? Referent: Herr v. Reker-berg zu Frankfurt a. M. 2) Uebrr die rationelle Behandlung der Bienen in Korbstöcken mit unbeweglichem Dau mit besonderer Rücksicht auf die diesjährige überaus reiche Honigtrachl. (Referent noch nicht gefunden.) Auch stehen noch wettere Referate tn Aussicht, die aber zur Zeit noch t.icht namhaft gemacht werden können. IV. Wahl deS nächstjährigen Versammlungsorts und ErgänzungSwahl deS Vorstandes. V. Ausgezeichnete Gegenstände werden prämiirt und wird daher gebeten, die Ausstellung mit lebenden Bienenvölkern, musterhast gearbeiteten Dzierzon- stöcken, Bienenzuchtgeräthschaslen und besonders mit Honig, in jeder Form, und Wachs reichlich zu beschicken. VL Auf dem mit bu Ausstellung verbundenen Honigmaikt mird Gelegenheit zu Honigankäusen im Großen geboten werden. DaS Nähere ist in dem nachstehenden Programm deS Localcomüö'S enthalten. Alle Mitglieder des engeren Vereins, wie die des weiteren, von beiden Heffen und Raffau, Frankfurt a. M. und Kreuznach, insbesondere alle Freunde und Göm er der Bienenzucht und veS VeieinS laden wir hierdurch freundlichst zu recht zahlreichem Besuch der Wanderversammlung ein. Gießen, am 27. Juni 1881. Der Vorstand. In Folge Mitthrilung deS Herrn Präsidenten des Oberhessischen Bienenzüchter-Verein-, wonach in Butzbach am 10. August d. I. die Wanderversamm» lung abgehalten werden soll, find folgende Herren mit dem Unterzeichneten zu einem Local - Comttä zusammengelreten, nämckich: Herr Bahnhof - Jnipector Böhm, Tirector Buß, Buchbinder Ford ach, Rittmeister v. Gleichen, Lieutenant Hahn, Gemeinderath Hage mann, Gemeinderath Häuser, Steuerrath Hechler, Beigeordnete Heil, Bürgermeister Küchel, Lieutenant v. Starck, Christoph Störicko, Apotheker Vogt, Spengler Karl Wenzel, Jakob Wißler. Bezugnehmend auf obizeS Programm laden dieselben zu recht zahlreicher Betheiligung an der angekündigten. Wanderversammlung ein, die sich deS freundlichsten Entgegenkommens von Seilen der Stadt Butzbach versichert halten darf und biingen zu diesen) Behufe noch Folgende- zur allgemeinen Kenntniß: 1) Die Wanderversammlung nebst Ausstellung und Honigmarkt, wird im Joutz'schen Gartensarle (Hessischen Hof) in nächster Nähe de- Bahnhofs abgehalten werden. 2) Alle Gegenstände für die Ausstellung und den Honigmarkt find unter der Adreffe dcS Herrn Beigeordneten Heil zu Butzbach franco ein- zusendeu. Dieselben müffen mit einer Cttquette versehen sein, welche den Namen des bett. Herrn Ausstellers und die Preisangabe enthält. 3) Freien Zutritt zu der Ausstellung und den Verhandlungen haben alle Mitglieder deS VeremS, jedoch nur gegen Vorzeigung ihrer Aufnahmekarten, unter gle cher Voraussetzung die Mitglieder der mttverbundenen Vereine: Starkenburg, beide Heffen, Nafiau, Frankfurt a. M. und Kreuznach. Alle Uebrigen, die Mitglieder deS Local.Eomit6'- und deren Familien ausgenommen, bezahlen ein Eintrittsgeld von 50 H und erhalten am Eingänge zu ihrer Legittmatton Eintrittskarten nebst Schleife in den LandeSfarben. DeS HonizmarkteS wegen ist der Eintritt von 4 Uhr Nachmittags an frei. 4) Am Vorabend den 9. August, von 7—10 Uhr, Empfang der Abendschon eintreffenden Gäste von Seiten des Local-Comics, gesellige Vereinigung im „Hessischen Hof", und ebendaselbst Vorberathung deS Local- Ecmi-ös m:t dem ÄuSschuß des Vereins. 5) Nach den Verhandlungen am 10. August findet Nachmittag- um 2 Uhr im Joutz'schen Hotel das Mittagsmahl statt, da- Gedeck zu JL 2.50 incL 1 Schoppen Wein. Diejenigen, welche au demselben Theil zu nehmen beabsichtigen, werden gebeten, gleich bei ihrer Anmeldung ihre Namen in eine aufgelegte Tafelliste ewzrichnen zu laffen. 6) Zu einer nach der Versammlung beabsichtigten Derloosung find Loose zu 50 da- Stück, bei sämmtlichen Seclion-vorstehern und Mitgliedern deS Local.EomiteS, vornehmlich bei Herrn Buchbinder Forbach dahier, zu haben. Butzbach, den 4. Juli 1881. Im Auftrag: Reuß, Oberförster. Deutschland. Darmstadt, 2. August. Seine Königliche Hoheit der Glvßherzog werden am Mittwoch den 3. d-., Abend-, von Coburg hierher zurücktehrer, im Großherzoglichen Schlöffe übernachten und daselbst am Donnerstag Vor« mittag Audienzen ertheilen, sowie Meldungen und Vorrräge entgezennehmen. — Durch Decret vom 20. v. M. wuide der Premierlieutenant a. D. Ernst Emil Lauckhard zum Verwalter an dem Provinztal-Arresthause dahier eTPaT1 Berlin. Dem gegen die Freihändler unaufhörlich erhobenen Dorwurf des wtrthschaftlichen Doctrinarismus begegnet die .Nar.^L'b. Corresp." m fowender Ausei-ander ft tzung: Die Freihändler pflegen von den Vertretern der „neuen" Wirth,chasts- polttik mit Vorliebe des Dottrinansmus beschuldigt zu werden. Wer sich die Sache näher ansieht, der wird bald finden, daß die Toctrrnäre auf beiden Setten sitzen und daß in dieser Beziehung keiner dem andern etwas vorzuwerfen Hal. Für die,en ist der Freihandel das Alleinseligmachende, für jenen ist er das absolut an sich und unter allen Umständen Verwerfliche. Mr wisien nicht, ob es em Vorzugist, wa§ un§ Deutschen die Ehre verschafft, die tiefsten und contwuentesten Philosophen zu beiden. die FZigkeit nämlich und die Neigung, für alles Gegebene alsbald eme allumsastende Formel zu finden und aus ihr heraus mit souveräner Erhabenheit über die zufälligen und wechselnden Erscheinungen der wirklichen Welt das System zu entwickeln, welches nicht an den wirklichen Dingen den Maßstab seiner Richtigkeit findtt, sondern womöglich umgekehrt den Maßstab abgeden will für die Exiflenzberechstgung der Tmge. Den Wetth dieser Beanlagung für die Abstractron wollen wir gar nicht unterschätzen, aber sie hat ihre gefährlichen Seiten, besonders wenn sie sich da allzu sehr hervorthut, wo es sich nicht um wrffenschastliche Resultate, sondern um's praktffche Leben hanottt. Wer unsere witthschastspoltttschen DiScussionen hört, der wird kaum den Eivviuck cm- pfangen, daß da Leute, welche in ganz gleicher Weise das Beste des Landes und aller seiner Bewohner wollen, bemüht sind, mit einander zu überlegen, wie nun wohl tue eine oder die andere vorgeschlagene Maßregel prakttsch wirken werde. Da stedt jeder auf seinem System und man argumcnt ri mit Sätzen, welche als unantastbare Dogmen einander gegenübergestellt, eine Vermittlung nicht zulassen, während vielfach nur wenig guter Mlle, den praktischen DerhälMissen gerecht zu werden, nöthig ist, um zu erkennen, daß beide ihre Voraussetzungen haben, unter denen sie richtig und unter denen ste falsch sind. Mr wollen bamtt nicht sagen, daß man nicht auf der einen wie auf dcr andern Seite sich der praktischen Bedeutung der Sache sehr wohl bnvußt ist und daß man davon ort mehr g leitet wird, als man emzugesteben für gut befindet- Das Betrübende hieran ist nur, daß diese unausgesprochenen oder wenigstens hinter theorcusche Erörterungen mrückgcdrängten prattüchen Erwägungen zumeist weniger auf den Vorthctl des Ganzen und gleichmäßig der verschiedenen Zmereffengruppen als auf den Dotthetl irgend welcher Sonderintereffenterr gerichtet scheinen- Wir find weit entfernt davon, dies etwa als e ne deutsche Besonderheit zu betrachten. Im Gegentheil, die Interessenten- witthschast ist bei anderen Nattonen eine viel schlimmere. Aber gerade weil w'r wünschen, daß Deutschland vor der in manchen anderen Staaten blühenden Csrrupt.on bewahrt werde, bedauern wir, daß die bei uns landesübliche doctrinäre Behandlung der wirthschaftlichen Fragen die Vertretung einseitiger Interessen so sehr erleichtert. Wäre man bei uns nicht gewöhnt, die rein praktische Bedeutung aller wirthschaftlichen Fragen durch theoretische Schlagworte zu verdunkeln, sähe man sich genöthigt, Interesse gegen Interesse in offener, unbefangener Discussion abzuwägen, anstatt sich von dem Standpunkte der Doctrin gegenseitig einfach niederzustimmen, so würden diese Angelegenheiten viel ruhiger und lv einer dem allgemeinen Wohle viel zuträglicheren Weise erledigt werden können. Vor allem wären rot-, gesichert gegen die Verwirrung unseres politischen Lebens, welche dadurch herbeigeführt wird, daß die einander bekämpfenden wirthschaftlichen Doctrinen die politischen Parteien zersplittern und die Nation in zwei Heerlager ausetnanderretßen, welche, ohne Veri'.ändniß für die Gleichberechtigung der Interessen, um das einseitige Interesse als die Erfüllung des allein berechtigten Prin- ctps einander auf Tod und Leben bekriegen. Berlin, 1. August. Der Name Victor Ttffot, der Verfasser von: „(Sine Reise tn'S Mtlliardenland", hat es bekanntlich im deutschen Reiche zu einer gewißen Berühmtheit gebracht. Man weiß, daß der Träger desselben ein nicht eben schmeichelhaftes Portrait unserer Zustände und unseres Charakters seinen Landsleuten zum Besten gegeben hat. obwohl er es nicht einmal patriotischen Rücksichten schuldig war, uns zu verleumden, denn Ttffot ist Schweizer und nicht Franzose. Der deutsch-feindliche Autor ist neuerdings zum Redakteur der osficiellen Festzettung, welche im Anschluß an das in Freiburg (Schweiz) stattfindende große Schützenfest herausgegen wird, ausecsehen worden. In Folge dieser Ernennung hat, wie der „Bad. Landesztg." aus Zürich geschrieben wird, der deutsche Gesandte in Bern, General von Röder, welcher eine Einladung zum Freiburger Fest bereits vor längerer Zeit ange- nommen hatte, den Bundesbehörden die Zurückziehung seiner Annahme gemel« det. Die „Bad- LandeSztg." fügt hinzu: „Man hofft mit Recht, daß alle Deutschen diesem Beispiel folgen werden" und wir sagen: „Ganz gewiß." — Ein beachtenswerthes Licht auf die gegenwärtig in unserer Münz- Politik herrschenden Strömungen wirst, wenn er der Wirklichkeit entspricht, folgender der „Social - Korrespondenz" zugehender Bericht: „Da die sociale Frage in Aller Mund ist und die Regierungen sich bemühen, das Loos der Arbeiter zu verbessern, so wird die Bitte um Schonung unserer braven deutschen Briefträger gewiß überall in deutschen Landen einen fruchtbaren Boden finden. Wer häufig Geld durch die Post erhält, wird die Erfahrung gemacht haben, daß an die Stelle der früheren bequemen Auszahlung in Goldstücken seit einiger Zett in ganz auffallender Weise die Zahlung in Stlberthalern getreten ist. Bet 26—28 Grad R. Hitze sieht man die armen Briefträger ihre schweren Geldtaschen 3—4 Treppen hoch hinaufschleppen oder auf den Dörfern Herumtragen, und wenn man von ihnen Gold anstatt Silber verlangt, so öffnen sie ihr gepreßtes Herz und erzählen, daß sie zuweilen mit 1500 v4L tn Stlberthalern ihre mühsame Wanderung zu beginnen haben, daß seit einigen Monaten ganze Fässer Silber aus Berlin ankommen und von ihnen vertheilt werden müssen. Da Jedermann bet Auszahlungen die (Silber» thaler sofort wieder los zu werden sucht, so wird die Post die Hauptablagerungsstätte für das vom Verkehr ausgestoßene Stlbergeld. Millionen von Geldempfängern und Geldversendern opfern Zeit und Mühe, um Geld ein- zukasstren, auszubewahren, zu verpacken, zu transporttrea und wieder vorzuzählen, und Tausende von Postbeamten und Briefträgern müssen sich Tag ein Tag auS abquälen, dem Verkehr ein unbequemes Zahlmtttel aufzudrängen. Man fragt, wozu?" Auf die Währungsfrage erklärt die „Soctal-Correspondenz" nicht etngehen zu wollen; es ist tndeß nicht schwer, aus dem geschilderten Hergang die Moral zu ziehen. Es ist ein ganz vergebliches Bemühen, dem Verkehr ein so unbequemes Zahlungsmittel wie die Silberthaler aufdrängen zu wollen. Diese Münzen werden mit immer verstärkter Gewalt tn die Reservoirs der Staatskassen und der Bank zurückfließen. Es gibt nur einen Weg, der aus diesem Zustande heraussührt: entschlossene Durchführung der Goldwährung. Den Kosten, welche diese verursacht, entgehen wir tn keiner Weise; wohl aber können wir es vermeiden, unS neben diesen Kosten noch andere Unbequemlichkeiten auszuladen. Kngland. London, 1. August. Unterhaus. Im Laufe der Debatte über den Antrag Gladstone's, den Regterungsgeschäften während des Restes der Session den Vorrang zu geben, beklagte sich Parnell, daß Gladstone die Gelegenheit zur Discussion über die Sache der irischen Gefangenen verweigere. Parnell wurde dreimal zur Ordnung gerufen, weil er von dem Gegenstand der Debatte abweiche und wegen des Ausrufes, daß die Autoritäten des Hauses stets auf Seiten der jeweiligen Gewalten ständen. Der Sprecher nennt daraus hin Parnell. Gladstone beantragt dessen Suspendirung während des Restes der Sitzungen. Die Suspension wird mit 131 gegen 14 Stimmen angenommen. Parnell wartet das Votum nicht ab, sondern unterbricht Gladstone bei der Stellung seines Antrages, indem er sagt, er wolle die Posse der Abstimmung nicht abwarten. Er verlasse das HauS und rufe die Welt als Zeugen an, daß die Redefreiheit den irischen Deputaten verweigert werde. Parnell ver- ließ hierauf daS Haus. Die von Gladstone beantragte Priorität für die Regierungsgeschäfte wurde mit 111 gegen 12 Stimmen der irischen Deputation angenommen. Der Deputtrte Ashmead Bartlett lenkte die Aufmerksamkeit des Hauses aus die gefahrvolle Ausdehnung Rußlands in Crntralasien. Der Staatösecre- tär für Indien. Lord Hartington, gab in seiner Erwiderung zu, daß die An- nrcttrung des AkhalgebteteS durch Rußland eine England nicht gleichgiltige Sacke sei, da sick dasselbe bis an die Nordgrenze Persiens ausdehne. Auch die Annäherung Rußlands in der Richtung der Grenze Afghanistans sei England nicht gleichgilttg, die Unabhängigkeit und Integrität von Afghanistan sei für England eine Sache von höchster Wichtigkeit. Die Regierung habe nicht die Absicht, irgendwelche Einmischung irgendeiner fremden Macht tn die inneren oder äußeren Angelegenheiten Afghanistans zu gestatten. Italien. Rom, 1. August. Das aus heute angeordnete Consistorium ist wegen . leichten Unwohlseins deS Paplles aus Donnerstag, event. Freitag, verschoben worden. Amerika. Washington, 1. August. Der Präsident Garfield hat eine gute Nacht gehabt, sein Befinden ist ein durchaus zufriedenstellendes. Die Aerzte haben beschlossen, von einer Extraction der Kugel abzusehen, so lange durch den Verbleib der Kugel im Körper nicht Störungen herbeigeführt werden. — Die Schuld der Vereinigten Staaten hat im vergangenen Monat >' um 10,080,000 Doll, abgenommen. Im Staatsschätze befanden sich ult. Juli 236,880,000 Doll. Telegraphische Pepeschen. Wolff'» ttiegt. London, 2. August. Die „Times" meldet aus Lahore von gestern, die indische Regierung habe Maßregeln getroffen zur sofortigen Absendung einer Brigade indischer Truppen jenseits Quetta, falls tn Khojak und PiShin Verwickelungen entstehen sollten. Petersburg, 2. August. Der Kaiser und die Kaiserin find, wie der „Regierungsbote" meldet, gestern Vormittag um 10 Uhr tn Ntschnt Nowgorod eingetroffen. Aus dem ganzen Wege von Moskau ab erwarteten in den verschiedenen Orten große Volksmassen Die Majestäten und begrüßten das Herrscherpaar mit enthusiastischen Kundgebungen. Ja Nischni Nowgorod wohnte der Kaiser der Einweihung der neu erbauten Kathedrale bei, welche dem Andenken deS verewigten Kaisers Alexander II. geweiht ist. Lokales. Gießen, 3. August (Sterb ichkrit in (Bttfccn.] Die Zahl der Todesfälle während brr Woche vom 24 —30. Juli belief sich im Ganzen auf 7. Hiervon ereigneten sich drei bei Kindern und vier bei erwachsenen Perionrn. Von den ersteren starben zwei tm ersten Lebensjahre an Darmcatarrh unv ein acht Jahre altes Kind an Brightischer Niercnkrankheit. Bet den Erwachsenen wurde als Todesursache bezeichnet: Lungenschwindsucht 2mal, KrebS, Lungen- cntzündung je Imal. G. Gießen, 3. August, lieber das Gerichtskostenwesen äußert sich der soeben erschienene Jahresbericht unserer Handelskammer folgendermaßen: Die mit dem 1. October 1879 in Kraft getretene Reichsjustizgesetzgebung hat sich im Ganzen als wohlthätig erwiesen, wenn auch nicht verhehlt werden kann, daß auch heute noch in vielen Fällen eine promptere Erledigung schwebender Rechtsstreitigr feiten zu wünschen wäre. Nun klagt man, und mit Recht, über die Höbe der Gerichlskosten, welche häufig außer allem Verhältnisse zu der Größe des streitigen Objectes stehen. Diese Klage ist allgemein laut geworden, sie hat selbst in den Landesoertretungen ein Echo gefunden und schließlich ist die Reichsregierung dadurch veranlaßt worden, dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegen, betr- die Abänderung einiger Bestimmungen des Gerichts- kosteng setzes und der Gebührenordnung für Gerichtsvollzieher. Freilich bereitete dieser Gesetzentwurf denjenigen eine große Enttäuschung, welche gehofft hatten, die Gerichtskosten würden eine wesentliche Ermäßigung erfahren und auch das Ausgebotoerfahren und das Mahnverfahren, bei denen das Gericht so gut wie keine Mühe hat, von der hohen Gebühr entlastet werden. Davon ist nun leider keine Rede. Die Reichsreqierung erklärte, sie müsse noch weitere statistische Ermittelungen veranstalten. Der Fiscus dürfe nicht geschädigt werden, das Gesammtergebniß der Gerichtskosten müsse die frühere Höhe behaupten. Der Gesetzentwurf beschrankte sich deßhalb auf unbedeutende Ermäßigungen, von denen nur die der Gebühren bei dem gerichtlichen Vergleiche nennenswerth ist, und auf einige Herabminderungen der Gerichtsoollziehergebühren. In der zweiten Lesung wurde der Antrag eiugebracht, wenigstens in dem grundlegenden Tarif des Gelichtskostengesetzes ($ 8 des Entwurfs) und zwar bei den 11 niedrigsten Stufen eineErmäß gung in der Weise eintreten zu lassen, daß die Gebüh en um 50 Proc. ermäßigt werden bei der niedrigsten Stufe, um 31 Proc. bei der zweiten, bei der dritten um 25 Proc. u. s. w. bis auf 4 Proc. auf der 11. Stufe Dieser Antrag, obwohl lebhaft von der Regierung bekämpft, wurde auch mit großer Mehrheit angenommen. Indessen hat der Bundesrarh seitdem den Beschluß gefaßt, diesem Anträge die Zustimmung zu versagen und bei der dritten Lesung lnß der Reichstag feinen früheren Beschluß wieder fallen, so daß nun die geriugf 'gigen Ermäßigungm der Regierungsvorlage nebst einigen unbedeutenden Amendements zum Gesetz erhoben wurden. Voraussichtlich werden diese geringfügigen Ermäßigungen den Klagen über die Höhe der Gerichtskosten kein Ende machen. Der Haudelsstand hofft, daß in nicht zu langer Zeit e ne abermalige und gründlichere Revision des Gerichtskostengeses erfolgt, wobei weniger das fiscalische Interesse den Ausschlag gibt, als der Character des Staates als Rechtsstaat und die daraus entspringende Verpflichtung, die Rechtspflege nicht unter dcn Gesichtspunkt eines Geldgeschäfts zu stellen. — Auf dcm gestrigen Viehmarkte spielte sich eine heitere Scene ab. Zwei Frauen, welche das Melken der Kühe besorgten, gcrteihen in Streit, so daß die eine dir anderen einen Eimer voll Milch über den Kopf schüttete, worauf sich beide dann in den Haaren packten und auf der Erde herumbalgten. Verschiedene Haarzöpfe lagen auf der Erde zerstreut S3<*rmifdbtt# Frank furt, 30. Juli. Im Panorama wurde gestern ein Bauer au8 Biedenkopf verhaftet; derselbe fragte, was eine Beschreibung koste und erhielt die Antwort: 30 H Auch ein Perspectiv gefiel ihm; gleiche Frage, Antwort- 20 Der Biedenkopfer zahlte die 50 und war hocherfreut, alle Schönheiten des Panoramas jetzt bester in Augenschein nehmen zu können. Als er sich satt gesehen, steckte er die beiden Gegenstände ein und verabschiedete sich in freundlichster Weise. Der Abgang des Persp«ctivs wurde rasch bemerkt. Man eilte dem Bauer nach, hielt ibn fest und übergab ihn der Polizei, die den Landmann alSbald entließ, da sich herausstellte, daß der Hinterländer sich in einem Rechtsirrthum befunden batte. — Die Karlsbader Kurdirrktion scheint trotz ihrer sonstigen schönen Bestrebungen doch noch sehr am Alten zu hängen- Wir finden nämlich in der neuesten Kurliste des berühmten Bades wörtlich noch aufgeführt: eine „SchmttwaarenHändlers Gemahlin", eine „Frau Rebekka Starkschwarz, Grieslers Gemahlin aus Warschau" und sogar eine „Frau Friederike Schulze, Zimmergesellens Gemahlin aus Rudow bei Berlin". Siegen. 1. August. Behuf« Aufnahme in die Stadtchromk ist die Zahl der bei dem Hagelschlag am 20. Juli in hiesiger Stadt zertrümmerten Fensterscheiben durch die Polizei auf 80,000 Stück festgestellt worden Eisen, 30. Juli. Bezüalich des Rellinghauser Lustmordes erläßt die Königl. Staatsanwaltschaft Hierselbst eine neue Bekanntmachung, in welcher demjenigen eine Belohnung von 3000 bis 5000 Ju zugesichert wird, welcher die Entdcckung des Mörders In der Weise herbeiführt, daß desien gerichtliche Bestrafung erfolgt. Gleichzeitig wird auch demjenigen eine Belohnung bis zu 1000 JL versprochen, welcher für die Ermittelung deS Mörders wichtige Um. stände zur Kenntniß der Behörden bringt. Die Bevölkerung wirb ersucht in jeder Weise bei brr Entdeckung des Mörders mitzuwirken. Die Bekanntmachung schließt mit folgenden Worten: „Der Mord ist in der denkbar schändlichsten Weile verübt. Di- Sicherheit deS Leb'ns von Frauen und Kindern ist bedroht! Es ist Gewisienspflicht für Jedermann, nach seinen Kräften zur Aufklärung beizutragen, wobei auch besonders darauf aufmerksam gemacht wird, baß auch unscheinbare Umstände die Ermittelung deS Tbäters herbeiführen können. Koblenz Unter den Mannschaften im Kernwerke deS auf der Eharthause garni- sonirenden ersten Bataillons des Gard-Grenadier Regiments „Augusta" — schreibt man der „Deutschen ReichSztg." — ist der Tvphu« auSgebrochen. Im hiesigen Militär-Lazareth befinden sich bereits über 65 erkrankte Grenadiere. Zwei sind b>re,tS gestorben. Man will die Entstehung der Krankheit auf das schleckte Trinkwasier zurücksübren. Das genannte Bataillon ist zu einer längeren Schießübung nach Saffig, Plaid und Kruft ausgerückt. Während der Uebungen sollen die Stubenwände neu mit Kalk beworfen und übertünscht, sowie alle Räume mit den nöthigen vorschriftsmäßigen Mitteln deSinficirt werden. — Ein probates Mittel, Streit zwischen Gästen zu schlichten, erfand der Schwiegervater eines Wirthes in Schöneberg, der über die sich während einer Tanzmusik Balgenden einen Eimer Wasser goß. Pudelnaß entfernten sich die Hitzköpfe, nachdem sie vorher Rache geschworen. Bremen, 25. Juli. (Petroleum bei Peine.) Das hier jüngst gebohrte Petroleum fließt ungemein reichlich. Ein Berichterstatter der Peiner Zeitung, welcher auf die Kunde von dem Aufschließen einer Springquelle sofort nach Oelheim fuhr, fand das Bohrloch Nr. 3 des Herrn A. Mohr in einer kolossalen Thätiakeit; anstatt des früheren mit Oel gemischten Wassers kam reines Oel. Das 3Vz Zoll große Aus- außrohr war nicht im Stande, das zudringende Oel durchzulassen, es kam sogar in den wenigen Minuten des DabeistchenS des Berichterstatters mehrere Male eine große c,n r» r6"»,il" ■M ° ^cht ° t-»- »rtei _ 2600 Gentner P J mtine W der land- unbW Medaille) juerfannt Maria-The äurort Pal,'cs warj M eines entschliche jßmM des genannte nattin Marisca und J Men stand, M m WcW au« und Getreide zu ma um ihm die für M zuiragen. Die beide ,u schützen, sperrte fi sorgfältig ab und na. Binder ein gattet A durch das neben dem in der Küche und tm in lichten Flammen st bemerkt, l'o daß zwei in die Küche drangen fördern konnten, die r unter herzzerreißenden dem gräßlichen llnglü Feld vis zum Vater i Kinder gedrungen. I und lamentirte, als ei wurde, rauf't sich die Porwürlen. Während schleppte Radocsanvi' in ihren Armen hielt, einer Axt erschlug, wo Lcheune an einem das - Nach Private iMm nicht allein. Au flthannt, die voriviegen vk muthet wird, Brand! -'deutend mit dn Vern ! >i zählte man daselb! D'iebSk (23,000 Ww. AwvMbek, Luph. Eet K'^odom, Podselwi, R, ma Brände vorgekom §S°rez sind 1020 Hä Wer. AlleS gerei $ Nachen haben ihr J^Nnei sind ahn WtN ^Nag de« ( 9W6tn Herb, te-* Wratfelt " J.A. 5108) ! 'jS ?cinS LILA % w vtL 4 Kn v s I1“ K toie L, Ysr «Ä ’e b,m änbeg!,. 'Zob'ffiOe »ihn.» ^^"tn sich bt(l S "nkkn fotoi, ^Milt 8d 2mal- »«bl, 8«^ 0. M sich btt jotbti ^si'jSesetzgkbung bat lt werden kann, bafc ^nder RttWrech, kosten, welche bäufia m. Diese Klage ch 1 ein Echo gesunden >fui Reichtztage einen nngm des äerichts.- reilich bereitete dieser hatten, die GerichiS- >s Ausgebotversahrm Mühe Hal, von der lacke, sie müsse noch :rfe nicht geschädigk ere Höhe bebaupten. ligungen, von denen h ist, und auf einige ifttnS in dem gründ rb zwar btt dm 11 en, bah bie Gedüh.en s)ioc. bei der zweiten, . Stufe Dieser Nm mit grober Mehrheit ] gefafet, diesem Än lif w «toott: 30 4 » touf« Iug,°Ich'M und WM«11".*" MN «libalb tiM * nben hatte- l nen Bestrebungen^ rt£& .flu Friever.ke , die Zahl der bei dem - tat« «#*£ ch demientgen Söttet« L i« mit WÄ«!»«" »nbelÄmfif,T sb«',5a“!,Ä * 186«”*” ffiii«”* * ’A- • ' gitDiif«'’ -HL <<$ Cdladx oben au« dem co. 10 Fuß hoben Pumpeiifttefel. Man hatte alle übrigen Bohrlöcher, soweit e« eben ging, ihrer großen Bassin» neraubt und dieselben herbeige- schasst, aber e» war Alle» mch: genügend. Der Sp-rttu»sabnkant Wrede in Peine hatte in der Nacht vom 22 zum 23. Jul' dem Hm Mohr einige Fuder leere Fässer abgelassen, hierzu kam der alte Vorraib an leeren FLii rn, aber die zulausende Masse spott t d ef er Vorkehrungen Ausfallend itt es, daß auch die Bohrlöcher der deutschen Pettoleum-Bohrg sellschaft, die kaum 50 Meter bieroon entfernt sind, nicht beeinflußt werden, sondern m den letzten Tagen erbeblich beffer probuciren. — Die DeUeitung von Oelbeim nach Peine ist um wenige Tage ihrer Vollendung nahe und wird die bortige Petiol um Rasfinene noch in diesem Monat tn Betrieb kommen. — Unter dem 25. Juli schreibt Herr Mohr der Weser-Zeitung: Tie Produktion meines Bohrlochs 3 seit dem 21. d. M bi« heule Abend 6 Uhr. mit Unterbrechung der Pumpen wegen Mangel an Fässern von ca. 30 Stunden, also in 721, Stunden beträgt 783 Barrel = 2600 Gentner P troleum Morgen erwarte ich große Posten Fäsier, alsdann kommen auch meine übrigen bre* Bohrlöcher weder in Betrieb. A s den Bohrwerken der deutschen Petroleum Bohrgesellschaft hatte man ebenfalls ftbr gute Erfolge, Tage«» Produktion ca. 50 Brrl. = 180 Ctr DaS fpecififche Gewicht des Petroleums beträgt 0,892® Tcmparatur beim AuSsiießen 8%° R Mei 1 em an die Raffinerie der Herren Gebr. BebrenS in Hemelmgen gelieferten und von diesen raffinirten Petroleum ist auf der land- und forstwirth'chaftlichen Ausstellung in Hannover der erste Preis (bronzene Medaille) zuerkannt worden. Maria-Theresienstadt. (Ein grauenvolle Familien-Tragödie.) Unser Jturort Palic« war Sonnabend, 16 v M, um die iwölfte Mittagsstunde der Schauplatz eine» entsetzlichen Ereignisses. Seit mehreren jabren wohnt in einem entlegenen Winkel des genannten Kurorte- der Taglöhner Emerich RadocSanyi mit feiner Ehegattin MariSca und den beiden Kindern, von denen daS eine, Ferencz, im Alter von 5 Jahren sta. d, während das jüngere, ZulcSa, erst 3 Zähre zahlte. Wie gewöhnlich war RadocSanyi auch am Sonnabend auf dem Felde beschäftigt, um im Tagelohn Heu und Getreide iu mähen Um 11 Uhr Vormittags begab sich die Frau auf daS Feld um ihm die für ihn bereitete Fifol n-Euppe nebst einem Stück Speck und Brod hinauS- zutragen. Die beiden Kinder ließ sie unterdessen daheim und, um ihr Haus vor Dieben iu schützen, sperrte sie Zimmer und Küche, in denen sich auch ihre Kinder befanden sorgfältig ab und nahm den Schlüssel zu sich. Wahrend ihrer Abwesenheit fanden die Kinder ein Packet Zündhölzchen, zündeten höchstwahrscheinlich einige derselben an, wodurch da« neben dem Backofen angehäuste Stroh iu brennen anfing, worauf bald die in der Küche und im Zimmer befindlichen Gegenstände, Thüren und Fenster deS HaufeS in lichten Flammen standen. Leider wurde dies von den Nachbarleuten viel zu spät bemerkt, fo daß zwei wackere Bauern, die mit Lebensgefahr durch das Flammenmeer in die Küche drangen, um nach den Kindern zu sehen, nur zwei Leichname zu Tage fördern konnten, die von der unter entsetzlichem Jammergeschrei herbeigeeilten Mutter unter herzzerreißenden SchmerzenSauSbrüchen umklammert wurden. Tie Kunde von bem gräßlichen UnglückSfall verbreitete sich mit Blitzesschnelle und war bald auch aufs Feld diS zum Vater der auf so martervolle We se umS Leben gekommenen beiden Jcnber gedrungen Mit atbemlofer Hast war der Aermste herbeigerannt, schrie, heulte und lamenHrte, als er der unglücklichen Opfer mütterlicher Unvorsichtigkeit ansichtig wurde, rauf e sich die Haare auS und überschüttete seine Gattin mit den heftigsten Vorwürfen Während sich die Anwesenden daran machten, den Brand zu lokolisiren, schleppte RadocSanvi seine unglückliche Gattin, die noch immer die beiden tobten Kinder m ihren Armen hielt, in die abseits im Hofe gelegene Scheune, woselbst er sie mit einer Axt erschlug, worauf er sich neben seiner Frau und seinen beiden Kindern in der Scheune an einem daselbst befindlichen dicken Stricke erhenkte. (Wien. Frbl.) — Rach Privainachrichten stehen die an d.n Juden in Südrußlanb begangenen Schand, tbatrn richt allein. Auch Im Westen Rußlands sind in neuester Zeit Städte und Orte nieder« gebrannt, die vorwiegend von Jßraeltten bewohnt waren, und zwar liegt hier, wie allgemein ve mutbel wird, Brandstiftung von ruchloser Hand vor. «bbrennen tn Rußland ist aber gleich« bedeutend mit der Vernichtung aller Sristenzmtttel. Die Roth muß dort groß fein. Bi« Ende Juni zählte man daselbst sechSzehn thetl« größere, theil« k.einere abgebrannte Städte, nämlich: WitebSk (23,000 «tnw ), BobruiSk (23,000) Slonim (20,000) Mobilem (25,000), WolkowiSk Rowogrudek. Luptz Setel, »arabisch, Reustadt-Hchtrwindt, «uguftowo, PoniwieS. Krakanowo,' Lbwodom, Podfelwi, Radzk und mehrere andere Ottschafien. Bi« jetzt ist eine ganze Anzabl neuer Brände vorgekommen und zwar die beiden schrecklichsten von allen zu Korez und Minsk. In Korez sind 1020 Häuser und Läden abgebrannt, darunter di« große Synagoge und 11 kleine Bethäusrr. Alle« gerettete Sui ist nackträgllch von den Flammen erfaßt und mttverbrannt. 3« Menschen haben ihr Leben verloren, 5000 Menschen sind vollkommen brotloS, neun Zehntel der Einwohner sind ohne Obdach. Roch schrecklicher sieht e« tn MinSk au«, welche« mindesten« MÄ ErSÄ.%2! —«- ««—• 5oqu5?6f? eingeschifst worden, und wird voraussichtlich Ende September oder Amangv0ctober m Wilhelmshaven emtrefien. Inzwischen ruh?a^brmn/4, Oest. Silberrente 68%, 4°/0 Ungar, ©olbrente 79’/b. 4<>/0 1880er Russen 76Vie, 2. Orient-Anleihe 621'4/ 5o/o Numäntscke Rente 92u/te- Tenbenz fest. Mittel früherer Jahre Höchste Niederschlag an 12 Tagen .... w im Mitte! früherer Jahre an 14 Tagen , von 1. Aprll bi« 31. Juli „ ebenso im Mittel früderer Jahre. 5,0 or. 15,11 , 14,46 , 27,5 , 1,34 Par. Zoll 2,81 , 4 81 911 . Arbeitsbersteigerung zu Groß-Buseck. >Lamstag den 6. ds. Mts», Nachmittags 5 Uhr, sollen in der RathhauSstube dahier nachstehende Aröe.ten öffentlich in Accord gegtbtii werden: Maurerarbeit veranschlagt zu JL 35, Pflaperarbeit w „ 90, Spenglerarbeit w „ „ 36. Groß-Buseck, den 27. August 1881. G^oßh. Bürgermeisterei Groß-Buseck. I. Ä- L. Hahn, 5098) Bezirksbauausfeher. Die aus nächsten Freitag anberaumte Versteigerung von Holz und Platten rc. am Köln Gießener Bahnhof dahier wird nicht abgehalten. Gießen, den 3. August 1881. Bühner, 5108) Gerichtsvollzieher. Feilgkbotencs. 5087) Mehrere Hundert Stück neue Bett- & ziferde sseppiche sind mir wieder zu Händen gekommen per Stück 350. K. Grunebaum. Zur Einmachzeit empfehle: Extrafeinen rhein. Deincssig, „ Kur.iund. „ „ Meinesfigirl'EItragon, sowie alle Sorten Gewürze und Zucker zu den billigsten Preisen. 5106) Fr. Seibel. Allgemeiner Anzeiger. Großer Ausverkauf. Der Ausverkauf sämmtlicher ^ur Lange'schen Concursmaffe gehörigen ^ifenwaaren beginnt heute und ist der Laden täglich von Morgens 7 Uhr bis Abends 7 Uhr geöffnet. Außer Kleineifenwaaren werden Füllregulir-, Circulir-, Rund- und Kachelöfen, sowie gewöhnliche runde und viereckige Steinkohlenöfen, Ofenrohre, Kochtöpfe, rafffnirter und Mühlstahl, Schmiedeisen, Eisenblech in jeder Stärke und dahin einschlagende Artikel zu herab- geseßten Preisen abgegeben. Gießen, den 1. August 1881. 5044) M. Pilger, Eoncuröverwalter. Allgem. 0. Iliislerschulz- Ausslellong Fraukfuri a. II. 1881 DaS für morgen vorgesehene Doppel - Concert findet ausnahmsweise diese Woche Samstag den 6» August statt. Frankfurt a. M., den 2. August 1881. 5092) __________Der Ausllellungsvorlland. Die verfallenen Pfänder muffen bis zum 1. September prolonqirt werden, andernfalls fotcbe zur Berfteigerung kommen. (5088 _______________ H. G-runebaum. 5095) Mein Lcbubwaaren Lager befindet fich wegen Umbau meines Ladens im ersten Stock. Daniel Schmall, Schloßgasse. Cinmachfaffer in allen Größen verkaufe billig. 4941) E. Elsoffer, Marklslraße. .'-034) Ein Hühnerhund «Hündin) reiner Race, braun und weiß gesteckt, ist preiSwürdtg zu verkaufen bet Förster Arktischer in Wismar, berliner Weißbier 5056) Stadt Mainz 335f) Eine neu eingerichtete Bäckerei zu verkaufen ober iu verpachten bet __<5arl Vogt, Wallthorstraße. Zntarnal-Klerfaamen empfiehlt (5064 Wilh. Seibert, Marktstras Mimosa pudica (Kräutchen rühr’ mich nicht an) empfiehlt 4931) Karl Berger, Hanbelsgärtner- WeinfälTfr zum Einmachrn verkauft (4799) C Mögen barg. Cinmachessig vorzüglicher Qualität empfiehlt 494(i) S. Elsoffer, Marktstraße. I Zum liehiirlslK offerirt Herren-Scblafröcke zu festen, billigen Preisen Frankf. Waaren-Bazar 4933) 17 gdmlftrane 17. Heues Grünkorn empfiehlt A « »hylgll «M N'«»r°ch Wnkn, /."’ M Hi8t in M r '""aff ytel ISfc?" der In S'I-eiS1* Li,7! Im Laden der Frau Zülch Wwe, Seltersweg. bei Ingen. Mertz, Bahnhofstr. vom Sterbehause, academ. Klinik, aus statt. (5093 bald beziehbar. L. Schmidt. Hamburg, 23 Burstah. 5097) (5096 an d Exped. ds. Bl. zu beziehen. Neue-Bäue B- 80. Verantwortliche Redactton: A. Scbeyda. — Druck und Verlag her Brübl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießm 4951» E'N mit allen Comptoirarberten vertrauter Commis gesucht. Schriftliche Offerten wolle man an die Exped. d. Bl. unter H. 495t richten. 5068) Main Weferhütte bei Lollar fticfot durchaus tüchtige Scbloffergesellen für feineren .Ofenbesehlag. 3551) Der mittlere Stock in meinem neuerbauten Hause in der Schillerstraße zu verrniethen und alsbald zu beziehen. Earl Steller. 5107) Dem lieben H. M die herzlichsten Glückwünsche zu seinem heutigen Wieqenf-ste. Einige Besucher des Philosophen- waldes. ;u noch nie dsgewesenen Preisen. 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Wcher-Eiuhauf! 5097) Werke jeder Art kauft stets zu den höchsten Preisen per (Laue Va. M. GIokru Sohn, Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten, statt bejonderer Mittheilung, die traurige Nachricht, daß es Gott gefallen hat, unfern lieben Gatten und Vater Herrn Philipp Laudon gestern Morgen nach längerem Leiben in ein beffe es Jenseits abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 3. Au ust 1881. Die Beerdigung findet Donnerstag, Nachm'ttags 5 Uhr, Todes Anzeige. 5109) Verwandten und Freunden hierdurch statt besonderer Anzeige die traurige Nachricht, daß uns heute Morgen 4 Uhr im Elternhause unsere unvergeßliche Gattin, Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin Rosalie Simon, geb. Mallach, durch den unerbittlichen Tod entriffen wurde. Die Verbringung der Leiche zur Bahn findet Donnerstag früh 7y4 Uhr statt. Gießen und Magdeburg, den 3. August 1881. JDle trauernden Hinterbliebenen. 5104) Um den H. d fr. st. F., Weidig, nicht zu oeranlnfjen zu noch etwaigen weiteren Fehlschüssen und unvollständigen „Herausziehmigen", so er klären hiermit die Unterzeichneten, UMemfenber der in der F^rwehr-Avgelegenheit ve- öffeullichten Artikel zu fern. Gg. Schneider. Hch Bourgeois. Ludw. Orth. ($arl Stieber. Wilh. Böger. Carl Müller. Chr. Zimmer. Einem soliden Oekonom oder Kaufmann ein rentables Geschäft in Frankfurt a. M. zu übernehmen Zur Uebernahme sind- ca. 10,000 «4L erforderlich. Näheres durch das Auskunftsbureau (5033 _d. Heidingsfelder in Frankfurt a M. Schwächezustände, Pollutionen, Impotenz, werden bei alten und jungen Männern dauernd unter Garantie geheilt durch die Oberstabsarzt Dr. Müller’schen Aliraculo-Präparate, welche dem erschlafften Körper die Kraft der Jugend zurückgeben. Depositeur Carl Kreikenbaum, Braunschweig Diese unschätzbaren Kraft- und Stoffmittel haben eich in ganz kurzer Zeit einen Weltruf erworben; sie werden von den hervorragendsten medicin. Autoritäten jetzt angewandt und warm empfohlen. — Eine ausführliche wissenschaftliche Abhandlung hierüber gegen Einsendung von ' 7" Pf. in Briefmarken discret und franco. ^ol03 Nr. 177 ds. Bl enthält in seinem Annoncentheil ein von d. H. d. fr. st. F. (O. We idig) unterzeichnetes Inserat, das dem Unterzeichneten gegenüber eine Liebens Würdigkeit entwickelt, die auf cmc außergewöhnliche Erregtheit genannten Hauptmanns schließen läßt. Wenn man genölhigt »st, Vorwürre wegen Nichtprotocollirung von Generalversammlungen und wegen jedenfalls nicht geringerer anderer Vernachlässigungen mit Stillschweigen übergeben zu müssen; wenn man ferner mit Kanonen auf die Jagd z-eht, um Spatzen zu schießen und derartige Böcke trifft, wie sie non dem H. d. fr. st. F. getroffenwurden, so ist eine derartige Ueberreizung des Nervensystems, die zu solchen Ex- pectorationen, wie das oben angeführte Inserat, führt, allerdings erklärlich. — Weniger erklärlich ist es dem Unterzeichneten, wie gerade er allein zu der Ehre kommt, als Blitzableiter dienen zu sollen zur Entladung aller jener Vermuthungen, die den Horizont des Hauptmanns der fr. st. F. umdüstern. Kaum hat sich die Behauptung dieses Herrn, der Unterzeichnete sei der Verfasser zweier verschiedener Artikel, als „Wind" erwiesen, so beliebt es demselben im Handumdrehen wieder, die neuen Behauptungen aufzustellen, der Unterzeichnete allein sei der Denunciant eines vermeintlichen Versehens^ er sei es ferner, der entgegen der Wahrheit behaupte, erst durch die FriedbergerCorres- pondenz erfahren zu haben, daß eine Anmeldung nicht geschehen sei, während er dis in Friedberg selbst schon gewußt habe rc. Hier ist die Feinheit zu bewundern, m t der man die Sache so zu drehen versucht, als ob das erste „Eingesandt" nur die Frage nach dem Nichtangemeldet enthalte, während es doch nach dem Grunde der Nicht- anmeldung und nach demjen gen, der diese verschuldet, fragt. Was nun die andere Behauptung über den Urheber dieses „Scandals" anbelangt, so wolle man gefälligst nur das andere, diese Angelegenheit berührende Inserat der heutigen Nummer vergleichen. Es dürste dies jedenfalls geeignet sein, aufs Neue in effectvollster Weise die Richtigkeit der Behauptungen des H d.f. st. F. zu charakterisir. n- Damit glaubt der Unterzeichnete, diese Angelegenheit, soweit dieselbe sachlich ihn berührt, in genügender Weise beleuchtet zu haben.(5111)Carl Dcmuth. Ein wahrer Schatz für die unglücklichen Opfer ber Selbstbefleckung [.Onanie] und geheimen Ausschweifungen ist das berühmte Dr. Retau’s Selbstbewahrung. 78. Aust. Mit 27 Abbild. 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