Nr SS. Freitag de» 4. März 1881 Kichener Anzeiger Avreige- N InrtsHatt fit btn fitrw Sich». madion>buri n t m a ch u n q. Nachdem om 27. v. M. ein fremder Hund — Pinscher, gelbbraun mit dunkele« ducken ft reifen und dunkelem Schwänze, männlichen Geschlechtes, von mittlerer Große, etwa 3 Jahre alt — in Wiefern getüdiet woiden ist, von welchem nach dem Gutachien t^r Oroßherzoglickren Sanitätsbebörden angenommen werd.n muß, daß er mit der Wuthkrankheit behaftet war, ordnen wir hiermit für die Gemarkungen Gießen, Heuchelheim, ^lein-Linden und Sßiefecf, zunächst für die Dauer von drei Monaten, an: . 1) Daß alle Hunde in sicheren Behältern einzusperren und festzulegen stnd, wovon eine Ausnahme nur gestattet ist, wen« die Hunde mit einem ß'cheren Maulkorbe versehen stnd und wenn fle zugleich an der Leine geführt werden. Außerdem ist die Vermeidung von Hirtenhunden zur Begleitung der Heelden und von Jagdhunden bei der Jagd unter der Bedingung geflutet, daß die Hunde außer der Zeit deS Gebrauch-, bez'ebungsweise außerhalb deS Jagdrevier- festgelegt werden. 2) Hunde, welche frei umherlaufen, find einzufangen, und, wenn fie nicht binnen 24 Stunden vom Sigenthümer unter Grsatz der entstandenen kosten reelamirt werden, zu tödten. 3) Jeder ist veipflichtet, von dem Ausbruche der Tollwuth unter feinen HauSthieren der Ortspoltzetbehörde die Anzeige zu machen. 4) Übertretungen dieser und der geietzlichen Vorschriften weiden nach Art. 261 des Polizeistraf^esetzes und $ 328 deS Strafgeldes, vom 1 April l. I. an aber nach Abschnitt 111 deS mit diesem Tage in Kraft tretenden Reichsgesetzes vom 23. Jruii 1880, betr. die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen bestraft. Wir lasten nachstehend einen Abdruck der bezüglichen Bestimmungen dieses letzteren Gesetze-, wonach kraft unserer besonderen Anordnung auch jetzt scho.l zu verfahren ist, folgen. Gießen, am 2. März 1881. Großherzogliches Kreisamt Gießeu. Dr. Boekmann. b. Tollwuth. S 34 Hunde oder sonstige HauSihtere, welche der Seuche verdächtig sind, n.üsten von dem Besitzer oder temjenigen, unter besten Aufsicht fie fleben, sofort geiödtet oder bi- zu polizeilichem Eimchreiten in einem sicheren Behältnisse eingesperrt werden. S 35. Vor polizeilichem Einschreiten dürfen bei wuihkranken oder der Leuche verdächtigen Thieren keinerlei Heilversuche angestellt werden. § 36. Das Schlachten wuihkrank r oder der Seuche verdächtiger Thiere und jeder Verkauf oder Verbrauch einzelner Theile, der M ich oder sonstiger Erzeugniste derselben ist verboten. S 37. Ist die Tollwuth an einem Hunde oder an einem anderen Haus- tbiere hstgestrllt, so ist die sofortige Tödtung deS wutbkranken ThiereS und aller derjenigen Hunde und Katzen a> zuordnen, rücksichtlich welcher der Verdacht vorliegt, daß sie von dem wuthkranken Thiere gebisten find. Liegt rückfichtlich anderer Hai-ihiere der gl iche Verdacht vor, so müssen dieselben hfort der polizeilich« Beobacklu-a unterwo fen .rert- licbkeit iu berücksichtigen. Ter berichtende Ausschuß zweiter. Kammer beantragt nach dem von dem Abg. Freiherrn v. Wedekind erftaiteten Bericht Nichtbeiwitt zu dn,cm Ersuchen mit der Moüvirung, daß die in den landftändischen Verhandlungen über den m Frage stehenden Gegenstand entwickelten Ansichten nicht durchweg übereinstimmen, überdies die Verhandlungen der ersten Kammer noch nicht vollständig bekannt füib. — Der Abg. Baur hat Namens des vierten Ausschusses der zweiten Kammer Bericht erstattet über die B itc des Ltadtoorslandes von Heppenheim wegen Erbauung einer Secundärbahn von Reinheim über Fürth und von da nach Heppenheim und über die Bitte des Elsenbahncomites für das untere Mümlingthal um Erbauung einer Lecun« därbahn durch das untere Mümlingthal zur Verbindung mit der baierischen Mamthal- bahn und der hessischen Odenwaldbahn. Die zweite Kammer hatte am 11. Nov. 1880 beschlossen, sämmtltche auf Secundärbahnen bezügliche Eingaben und Vorstellungen nebst Anlagen der Regierung zu übermitteln und dieselbe zu ersuchen, erwägen zu wollen, welcbe gesetzliche Bestimmungen zur Förderung des Baues von Secundärbahnen nothwendig sind und der Kammer alsdann Vorlage darüber zu machen, und weiter, alle Anträge und Petitionen, die Erbauung von Secundärbahnen betreffend, in der Richtung zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen dieselben zur Ausführung zu bringen sind. Mit Bezug auf diese auch von der ersten Kammer gebilligten Beschlüsse beantragt der Ausschuß, auch die beiden vorliegenden Eingaben der Großh Staatsregierung zur Prüfung zu empfehlen. Hesterreich. Wien, 1. März. Nach einer Meldung der „Wiener Abendpost" wies der Ministerpräfident beim Empfang einer von den Studenten an ihn abgesen- beten Deputation darauf hin, daß in einem Rechtsstaate Ausschreitungen auf der Straße nicht geduldet werden könnten, daß die Abgeordneten Immunität genössen und daß es die Aufgabe der Sicherheitsbehörde sei, Ausschreitungn fern zu halten. Die Untersuchung werde rasch durchgesührt werben, damit die etwa Unschuldigen möglichst bald wieder freigegeben werden könnten. Vor dem Gesetz seien zwar Alle gleich, man werde indeß nicht vergessen, daß man es mit heißblütigen jungen Leuten zu thun habe. — Nach einer weiteren Mtt- theilung der „Wiener Abendpost" sind in Folge Beschlusses der Rathskammer de- Landgerichts sämmtliche verhaftete Studenten heute Nachmittag auf freien Fuß gesetzt worden, die Untersuchung wird jedoch noch fortgeführt. England. London, 28. Febr. Unterhaus. Unterstaatssecretär Dilke erklärte in Beantwortung verschiedener an ihn gerichteter Anfragen, England und Frank- reich hätten in eine Mediation zwischen Chili und Peru eingewilligt, falls die chilenische Regierung sich bereit erkläre, eine solche anzunehmen. England sei, den französischen Vorschlägen entsprechend, bereit, feinen Vertretern in Peru und Chili die erforderlichen Instructionen telegraphisch zugehen zu lassen, sobald identische Instructionen sestgestellt seien. — Es fei nicht richtig, daß die Festungswerke von Rustschuk wieder reparirt würden, aber die Donaufestungen seien allerdings noch nicht geschleift. Es seien deshalb der bulgarischen Regierung wiederholt Vorstellungen gemacht worden. Dieselbe habe erklärt, die meisten Steinwerke seien beseitigt und die Festungen so entfrfligt daß dies fast einer Demolirung gleichkomme. Die vollständige Zerstörung sei aus Geldman- gel unterblieben. Auch andere Mäckte seien in btefer Angelegenheit vorstellig geworden. England verhandle mit Oesterreich über die Ernennung einer Com- misston zur Untersuchuug dieser Angelegenheit. — Siaatssecretär Hartington erklärte, die Regierung wünsche eine möglichst baldige Vorlegung der Landbill, jedoch müsse vorher die irische Waffenbill und ein Theil des Kriegsbudgets und deS Flottenbudgels erledigt werden. Seitens der Regierung werde morgen die Dringlichkeit für die Berathung der genannten Vorlagen beantragt werden. Er (Hartington) werde morgen die irische Waffenbill einbringen. O'Donnel bekämpfte den Antrag, daß das Haus sich als Subsiden-Comitö behufs Einbringung deS Kriegsbudgets constituire. Der gegen den Beginn der Berathung des Kriegsbudgets gerichtete Antrag O'Donnell's wurde mit 85 gegen 18 Stimmen abgelehnt. Der irische Deputirte Mac Coan regte darauf eine Debatte über die Constituirung der irischen Magistrate an, welche den ganzen Abend hindurch dauerte und den Staatssecretär des Kriegs verhinderte, das Kriegsbudget vorzulegen. Das Oberhaus nahm die irische Zwangsbill in erster Lesung an. London, 1 März. Oberhaus. Die irische Zwangsbill wurde in zweiter Lesung ohne besondere Abstimmung angenommen, von einer Einzelbe- rathung wurde abgesehen, die dritte Lesung der Bill soll morgen Vormittag erfolgen. Telegraphische Depeschen. Wolff'- trlegt. COvresvouPenr-Bureau. Berlin, 2. Februar. Der Reichstag genehmigte in erster und zweiter Lesung die Pariser Uebereinkunft wegen des Postpacketaustauschs und verwies die Vorlage wegen Abänderung des Naturalleistungsgesetzes unter Zustimmung des Staatssecretärs v. Bötticher an eine Commissson von 14 Mitgliedern. Bei der fortgesetzten Berathung des Etats äußerte sich Staatssecretär Schelling zustimmend betreffs der gewünschten Reform der Actiengesetzgebung und sicherte noch im Laufe der Zession eine Vorlage über Abänderung des Gerichtskostcngesetzes zu. Die Abgg. v. Mmnigerode, v. Kar- dorff, Sonnemann und Bamberger kündigen an, daß sie gelegentlich der Berathung der Denkschrift über die Durchführung der Münzreform eine Debatte über Gold-, resp. Doppelwährung anregen werden. Der Reichstag erledigte die übrigen Etats bis einschließlich des Post- und Telegraphenetats. Staatssecretär Stephan erklärte gegenüber Hermes für Ermäßigung des Kreuzbandportos liege kein Anlaß vor. Die Beseitigung der Bestimmung im Postvertraae mit Holland, auf Grund deren bei Postaufträgen der deutsche Staatsangehörige gleichviel ob Schuldner oder Auftraggeber den holländischen Postquittungsstempel bezahle, sei bisher an dem Widerstande der holländischen Regierung gescheitert. . u ~ Die Einladung Frankreichs zur Theilnahme an der Pariser Münzconferenz wird dieser Tage hier erwartet. - Prinz und Prinzessin Wilhelm begaben sich heute Nachmittag 2< 2 Uhr nach Potsdam und wurden daselbst von den Spitzen der Behörden, der städtischen Vertretung und vielen Deputationen feierlich am dortigen Bahnhof empfangen, fuhren unter dem unausgesetzten Jubel der Spalier bildenden Bevölkerung durch die glänzend ^schmückten Straßen und hielten sodann ihren festlichen Einzug in das königliche Schloß. , ,x . — Die Provinzialcorrespondenz wirft einen Rückblick auf die ministerielle Tbätia- keit des Grafen Eulenburg, an dessen Schluß cs heißt: Den Widerstand des Abgeordnetenhauses gegen einige Bestimmungen des Zuständigkeitsgesetzes würde Graf Eulenburg haben überwinden können, wenn er der ungethciltcn Zustimmung des Staatsmimsterlums für seine Auffassung bezüglich der Staats- oder Selbstverwaltungs- ausstcht hatte sicher sein können. Aber der Gegensatz, der hier allmählich cingetreten und die Vereinbarung über das Gesetz schließlich habe scheitern lassen, habe dem Minister Eulenburg Veranlassung gegeben zu der dringenden Bitte um Entlassung aus dem Dienste. Eulenburgs gesegnete Thättgkeit habe überall, auch bet politischen Gegnern volle Anerkennung gesunden, König und Vaterland würden seiner Dienste stets eingedenk bleiben. London, 2. März. DaS Oberhaus hat bie irische Zwangsbia in britter Lesung angenommen und die Sitzung hierauf bis Nachmittags 5 Uhr vertagt. Das Unterhaus begann die Debatte über bie zweite Lesung ber irischen Waffenbill. Mac Carthy beantragte die Ablehnung ber Bill. Petersburg, 2. März. Nach einer amtlichen Mittheiluug ist Datum zum Freihafen erklärt worden. Stuttgart, 2. März. Die ©tabtbirection unb bas hiesige Amte- oberamt hab.n bas Emsammrln von Beiträgen zur Förderung der Wahl Dulfs zum Reichstags-Abgeorbneten im ersten württembergtschen Wahlkreise auf ®ru:ib des Docialisteugesetzes verboten. London, 2. März. Melbung bes „Reuter'schen Bureaus" aus Mount- Prospekt von gestern: Major Fraser, ber ber Gefangennahme durch die Boers entging, ist in da- englische Lager zurückgekehrt. Die Zahl ber verwunbeten ober gefangenen Engländer beträgt 330. Sollen würbe auf 4 Schritt Entfernung getödtet. An dem Angriff auf bie englische Position nahmen etwa 2000 Boers Theil, etwa ebensoviel standen in Reserve. Der Oberbefehlshaber der Boers meldete nach Blömfontein: Wir haben nach einem fünfstündigen Gefechte eine Compagnie Engländer mit 7 Ossiciereu zu Gefangene.! gemacht. — Ein Correspondent des „Standard" berichtet über eine Unterredung, bie er am 28. Februar mit Joubert, dem Anführer ber Boers, in deren Lager hatte. Joubert klagte Colley an, durch feinen Angriff bie Fnedensunterhand- hingen unterbrochen zu haben, das Transvaal-Land sei bereit, Frieden zu schließen, jedoch nur auf ber Basis der Freiheit; er wolle Mitglied des Afrika-Bundes werben, falls eS seine Unabhängigkeit wieder erlangt habe. Der betr. Correspondent beziffert den Verlust ber BoerS im Kampfe vom Sonntag auf einen Tobten unb 5 Verwundete. Der Hauptrathgeber Jou- berffi soll ein irischer Renegat sein. Lokale-. Gießen, 3. März. Im großen Saale des Wenzels Garten ist von gestern an ein Niesen Cyclorama aufgestellt, we.ches dem Beschauer die denkbar bequemste Uebersicht über alleS Interessante und SchenSwerthe einer Reise von Berlin nach Tyrol bietet. Einem un8 vor liegenden Berichte eines auswärtigen Blattes über dieses Kunstwerk entnehmen wir das Folgende: Das Rresen Cyclorama des Herrn Hermann Reeck wurde gestern Abend zum ersten Male entrollt. Angesichts der enormen Unkosten, welche die Darstellung eine» so großartigen Kunstwerkes dem Besitzer verursacht, sowie ein Hinblick auf den hohen Genuß, welchen die Doiführuni desselben gewährt, ist sicher dem Besitzer allabendlich ein voller Saal zu wünschen. Dc.s prächtige Rundgemäldc ist von fast endloser Längenausdehnung. Die einzelnen Bilder des Cyclorama's werden nicht, wie dies sonst wohl üblich, durch Vergrößerungsgläser betrachtet, sondern die wichtigsten Punkte der Re.se von Berlin biS Tyrol reihen sich zu einem Gesammt gemälde aneinander, welches in so großen Dimensionen ausgesührr ist, daß auch die geringsten Details selbst vom entferntesten Punkte des Saales aus deutlich erkennbar sind. — Gestern Abend wurde ein Dienstmädchen von hier wegen Diebstahl verhaftet. — In vergangener Nacht wurden neben anderem Unfug auch mehrere Gartenspalie.e an der Wiescck hinter der Sübanlage umgerisien. — Eine heitere Seene spielte sich dieser Tage in einem hiesigen VergantungSlocale ab Es wurden Uhren versteigert und beim Ausgcbot einer richtigen Schwarzwälder Wanduhr spielte im Hintergründe des Locals eine Spieldose ihre munteren Weisen ab. Einer der Bieter auf die ausgebotene Uhr glaubte, diese selbst spiele, resp. sei mit einem Spielwerk verbunden und bot in Folge dessen tapfer drauf los, bis er die Uhr zu ansehnlichem Preis zugeschlagen erhielt. Er nimmt dieselbe an sich und untersucht, wo das Epielwerk angebracht sei. E n homerisches Gelächter der Umstehenden belehrte ihn, daß er für diesmal der „Ringefallenc" war. Mit seiner nicht spielenden Schwarzwälderin unter'm Arme verschwand ec aus dem Locale. Vermischtes. Darmstadt, 1. März fPostpersonalnachnchten.I 1) Angestellt sind die Postassistenten Heinrichs in Rüsselsheim und Hoos in Wöllstein als Postverwalter; 2) Versetzt fino der kommissarische Postrath Benutzet von Beclin nach Darmstadt behufS Uebernahme einer Pou rathsstelle bti der Kaiserlichen Ober-Postoirection; die Postinspecivren Zielcke von Darmstadt nach Dresden und Tasche von Cöln nach Darmstadt und der Postsecretair Hohefeld von Rainz nach Schandau in Sachsen; 3) Gestorben ist ber Postsecretair a. D. Büchner in’ Worms. Paris, 22. Februar. Gestern eingttroffcnen Nachrichten der Räunion Inseln bringe., jammervolle Kunde von den Wirkungen eines Orkan s, der am 21. Januar über die Insem Hinfuhr. In drei Stunden hatte die Zeistörung überall ihr Werk gethan. In St. Denis nt die Kathedrale, das Lyceum, ein Waisenhaus, eine Brücke schwer beschädigt, ber Markc. bas Museum, ein ganzes steinernes Viertel zu Boden geworfen; der Iustizpalast wac nut Wasser angefüllt das durch daS Dach cindrang. Andere Ortschaften wurden nicht minder schwer mitgenommen, Kirchen unb Rathhäuser weggeschwemmt, Zuckerfabriken von Gruno aus vernichtet das Hospital von St.-Marie entzwei gespalten, die Kaser e St -P.erre unter donnerähnlichen Getöse zertrümmert. Von den Hütten und hölzernen Gebäuden bleibt gar nichts mehr übrig und die Bevölkerung ist in Folge dieses NaturereignisieS mit bitterem Elend bedroht, wenn nicht aus dcm Mutterlande Hülfe kommt. Die Vertreter der Kolonie im Senat und Abaeordnetenhause, die Herrn Lasierre und de Mahy veranstalten eine Subsiriptton und suchen ein großes Fest, ähnlich dem, welches für de spanischen Ueberschwemmten gegeben wurde, zu aiTangiren. — Hebet unsere modernen Maskenbälle macht Johannes Prölß in der „F. Z.« folgende beherzigenswerthe Bemerkungen : „Im Grunde sind diese modernen Maskenfeste nur Bälle, auf denen Damen statt der üblichen Toil.tte Costüme tragen. Bälle aber bietet die Saison genug, und die Erwartung besonderer Genüße, mit der man hierher kommt, wird daher entkäuscht. Die Trägheit des Einzelnen trägt bieran die Schuld. Man will oder kann sich selbst nicht amüsiren, sondern will amüsirt werden. Wer dann beim Anklewen zum Nachhausegehen, ^ntcim^chapeau-claque gähn nd, sich über Langeweile beklagt, spricht sich selbst daS Urtherl'. Seine Sache war es, zur Erzeugung von Kurzweil das ©einige beizutragen Unsere ganze moderne Geselligkeit krankt an dieser Paisivität ces Genicßenwollens. Das rechte Vergnügen entsteht nur von Innen herauS; wer eS von Außen her erhaltei' will, wartet meist vergeblich. Und wcr schlteß'.ich mlßmuthig diesen Betrachtungen den Einwurf entgegenbalten will, daß die Maskenfeste und der Carneval überhaupt sich überlebt haben, daß diese Narretheien nicht m unsere Zett mehr hineinpassen, weil wir zu ernst, zu verständig (!) geworden seien, dem halten wir entgegen, daß gerade dieser Ernst daö Bedürfniß nach echten, von Heiterkeit bes.elten Festen steigert und lebendig erhält. Malvolios hat eS jeder Zeit gegeben, aber auch lebenslustige Gesellen, welche seinem Pedantismus entgegenrufen: „Meinst du, weil du tugendhaft bist, soll es keine Torten und Wein in Alt-Sngland geben?" . . . „Wenn man das Leden gar zu ernsthaft nimmt, was ist dann dran " — Eine Internationale Ausstellung von Kraft- und ArbeitSmaschinen für daS Kleingewerbe wird im August dieses JahreS in Altona stattfinden. Das Programm dieser inter, nationalen Ausstellung ist folgendermaßen festgestellt: Gruppe I. Kraftmaschtmn, wird demnach in der ersten Classe Gaskraftmaschinen, in der 2. Classe Wasserkraft-, in der 3. Classe Dampf-, in der 4. Classe Heißluft- und in der 5. Classe Dynamo elektrische Kohlenwasserstoffmajchin^n und in der 6. Classe Modelle und Zrichnungen vcn Kraftmaschinen enthalten. Gruppe II. Arbeitsmaschinen und Werkzeuge, weist in den verschiedenen Classen auf: Holzbearbeitungsmaschinen für Tischler, Drechsler, Zimmerleute u. s w ; Eisenbearbeitungsmaschinen für Schmiede, Schlößer :c ; BlechbearbeitungSmaschinen für Klempner, Kesielschmieoe rc.; Arbetls- maschinen für Gürtler, Gelbgießer, Zinngießer u. s. w.; Ardeitsmaschinen für Uhrmacher, Golvarbeiter, Mechaniker :c.; LederbearbeitungSmaschinen; Nähmaschinen; Webstühle; Rund- stühle; Riemengänge: Schlauckstühle und Maschinen für Tuchscheerer; Spul und Zwirnmaschinen; Hanf:, Brech-, Hechel- und Seilermaschinen; Hu'.fabrlkationsmaschinen; Bürsten- fabrikationßmaschinen; Farbreib^Maschinm; Maschinen für Töpfer und Glasschleifer rc ; Steinbearbeitungs Maschinen; Horndearbeitungs:Maschinen; Maschinen für Müller, Bäcker* Conditoren rc.; Maschinen für Buchdrucker, Lithographen, Photographen rc.; Maschinen für Buchbinder rc.; Maschinen für Cigarrenarbeiter; Maschinen für Schlachter; Maschinen zur Bereitung von Eis, Mineralwasser re ; Maschinen zur Herstellung v.:i Drahtstiften Schrauben Nadeln, Nägeln rc. und TransmissionS-Gegenständen ; so weit sie für Arbeitsmaschine'n erforderlich sind. Gruppe III. umfaßt Erzeugnisse, welche mittelst der Maschinen und Werkzeuge der Gruppe I und 11. hcrgcstellt werden und zwar: Holzarbeiten, Eisenarbeike-,, Klempneraibeit-n und Gußwaarcn, Erzeugmsie der T xtil Industrie, Eizeugnisie der Duchdruckerci Buckdinderci Portefeuille-Artikel :c.; und allgemeine Gegenstände. Gruppe IV. ist bestimmt für Maschinen und Gerathe für ti: Molkerei, Maschinen und Geräthe für Butter: und Käsebereltung, Maschinen und Geräthe für die MUchwirthschaft, während Gruppe V. die Ausstellung landwirthschaftlicher Maschinen tn ftd> schlißt Der inieniattonate Lite! tiefer 8u-ftellung wild jetenfadl tet c«rhlten im teil firn Kafe zur (Heilung kommen, denn die urmttidbaie Nähe Hamburg-, bdn föeltfcantellflatt, »Hb gewiß auch alle aufcertiuitcten IntustileVen diele- Ser re- ver, aaloffen, ihre Ka-nkaie ...iMtri'Qrn und die H-mbueger Erpv'tcLu'er zweck- Srportation nach ollen 4J!ogy 1S3 x3 81 Acker daselbst, t3 ie 644 Felsenkeller auf der Hardt, ii/ie 668 Felsenkeller daselbst. meistbietend versteigert werden. Gießen, den 17. Februar 1881. Großherzogl Ortsgencht Gießen 1114) Müller. 1429) 10 00 Stück gut gebrannte Ziegel ;u 18 Mk. bei 21. Lcbmidt, Ziegler, Langsdorf. Holznerlteigerung in der Fürstl. Oberförsterei Lich. In den D'stricten Fuchöstrauch, Kellersberg und Höler soll nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Montag den 7. März Scheith. Prüzelh. Stockh. ReiSH. Raummeter. Wellen. Buchen 13 150 41 2550 Eichen 34 97 55 2420 Nadelholz - 3 4 160 Dienstag den 8. März 8 schwere Eichenstämme von 53 bis 79 cm Durchmeffer urb 4—11 m Länge, mit 14,11 cbm, 91 geringere Eichen mit 18,68 cbm, 69 Aiefernstämme von 15—41 cm Durchmkfferund 5 — 19 m Länge, mit 50,04 cbm, 11 Fichtenstämme mit 3,59 cbm und 86 Fichtenstangen mit 1,95 cbm Inhalt. Zusammenkunft jedesmal Mo-gens 10 Uhr bei dem BahnwärterhauS Nr. 11 unweit Kolnhausen. Lich, 28. Februar 1881. 1358) Wimmenauer, Forstrath. Versteigerung. Samstag den 6. März I88L Nachmittags 2 Uhr, weiden in der Grünberger Straße 150,6 folgende Gegenstände öffentlich gegen Baarzahlung versteigert: 1 Kommode, 1 Sovha, 1 «leiderschrank, 1 Glntzschrank, 1 Oeconomiewagen. Gießen, den 1. März 1881 1431) v»rn. Freitag den 4. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden in der Flett'schen Hosraithe dahier folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigett: 30 Stück Nußbaum-Bohlen und 1 Par- thie Nußbaum-Holz, 4 fr leiderschränke, 1 Sopha, 1 Nähmaschine, 1 Schrank, 1 (lommode, 4 Bllder, 1 Spiegel, 1 Schreidsecretär, cira 34 Ctt. Heu 6 Flaschen Lhampagner. Gießen, den 2. März 1881. 1442) Bühner, Gerichtsv-llzieher. Neilgeöoteues. 1411) E n Haus mit ©arten, in der Nabe der Bahnhöfe, zu verkaufen. Näheres bei der Exped d. Bl-_________ Frische Kabeljau treffen heute ein (1443 «g. Wilh. Wkidig. 1416) Ein Mappe Rhein-Ansichten (Dom deutschen Rhein von Professor E. Lcheuren in Düffeldors) billig abzugeben. Anzusehen in der Erped. d. Bl. Cabliau, sowie gut gewässerten Stockfisch und. Laberdan empfehlen (1436 J. A. Busch Söhne. 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Entree 50 Pfg. — Schüler die Hälfte. Es ladet ergebenst ein Hermann Reeck, 1387) Cyclorama-Befitzer. Wennielyungen. 1426) Ein freundliches Familienlogis zu vermiethen. F. Blumöhr- Schicßgärten. 1428) Ein möblirtes Zimrmr ist zu vermieden.__Kreuz D. 3. 1158) Ein kleines Familienlogis bis zum ersten April zu vermiethen. __ Rösing, in der Nähe des Bahnhofs. 143Ö) Ein kleines möbl. Zimmer zu vermiethen._________Lindenplatz A 242. 1437) Zwei kleine Stübchen vermiethet _ K. Euler, Oeconom, am Hamm. 1433) Ein freundliches Familienlogis ist zu oermietbcn und den 1. April zu beziehen bei Wlldyändler Ebel, Maiktstr. 1432) Familienlogis, 3 Zimmer mit Zubehör, per 1. Juni zu öci mieten. Wilh. Kohlermaun Ww., Neustadt. 1445) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen und sofort zu beziehen bei _____________A. Kalbfleisch Wwe. 354) Das von Frau Dr. Eapre»no bewohnte Logis ist vom 1. April an ander- weit zu vermiethen. Dr. Äonigcr, Grünbergei straße. 747) Em Log s nebst all^m Zubehör, gleich beziehbar, zu vermiethen bei __Adolf Hoß, Schützeustraße. 1182) Familienlogis zu vermiethen und 1. April beziehbar. ________Rothenberger, Kaplansgasse. 340) Ein möblirtes Zimmer (Parterre) zu vermiethen. _______3. Mannberger, Neuenweg. 1074) Ein kleines Logis zu vermie Heu. ______________F. Fclstug, Neuenweg. 1390) Ein Logts von 4 Zimmern mit allem Zubehör vom 1. April an 'n der Wilhelmsstraße zu vermiethen durch __J-Blitz. 1094) Ter 3. Stock meines Hanfes ist anderweit zu vermiethen und Ende Mai zu beziehen. ______________Ludwig Hein, Kreuz. 128 0 Mein Neben haus ist mm 1. Juni an eine stille Familie zu vermiethen _________ __ Dr. Ploch. 1385) Ein Logis, bestehend aus 3 Zimmern mit allem Zubehör, ist zu vermiethen und 1. April zu beziehen __________LouiS Lotz, Reichcnsand. 1391) Ein Logis von 6 Zimmern mit allem Zubehör in der Nordanlage vom 1. April an zu vermiethen durch __I Blitz. 1395) Das von Herrn Nendant Walther bewohnte Logis ist anderweit m vermiethen. ___________________Earl Leib. 571 r Die durch Versetzung des Herrn Major Rau Dacant werdende Wohnung kann per 1. Mai anderweit vermiethet werden. Reflectanten wollen sich gefl. wenden an Rudolf Wolfs, Oberer Riegelpfad. 941) Meine Scheune ist vom 1. Mai ab zu vermiethen. _______________G. MalkomcsiuS II. 460) Ein Laden mit Logis zu ver- mietben._______ Sonnenslraße B. 106. von den beiden von der seitherigen Firma Docter & Katz gemietheten Läden ist der an die Hofraithe des Herrn Lange grenzende Laden mit dahinter b.findlickem geräumigen Zimmer vom ersten April er. anderwett zu vermiethey. Auf Wunsch könnennoch 1—2Zimmer zugegeben werden. 1099) Labrotse, Rechtsanwalt. Vermischte Anzeigen. 1439) Für ein hiesiges E^sen- und Colo- nialmaarengeschäft wird ein Lehrling gesucht. Selbstgeschrieb ne Offerten befördert die Exped. d. Bltts._______________________ 1434) Ein goldener Trauring gesunden. Abzuholen bei Wilhelm Lieblich, Weiß binder.bei Herren L. & A. Petri, Asterweg. Freitag den 4. Mürz d. I., Abenrs 6 Uhr, tm Gymnasium: Bibelstnndc. Malth. 7, 24—29 (Schluß). 1435) Piarrrr Dr. Naumann. 1424) Ich suche einen kräftigen Hausbnschen. ____(£arl Hensel. 1438) Ein braves Bürschchen gesucht von Ludw. Orth, Photograph, ____Neue Baue.___ Verspätet. 1444) Unserem lieben Freunde Ohr. W....r zu feinem 58. Wiegenfeste die herzlichsten Glückwünsche, daß die ganze Löwengasse wackelt.________Heine Freunde. 1423) Meine Wohnung befindet sich wieder in dem Rechtsanwalt Kraft'schen Hause am Seltersthore. _ Dr. Spamer. 1382) Ein tüchtiger Gastwirth oder Kaufmann findet Gelegenheit in einem Flecken zur Erpachtung eines großen neu- erbai.ten Etablissements. Dasselbe enthält 12 Wohnräume nebst allen nölhigerr Bequemlichkeiten und großen Lagerräumen, sowie etn^r prachtvollen Fernsicht. Gleichzeitig kann ein dabei liegender ll/i Morgen großer Garten mitverpachtet werden. Näheres zu erfragen in der Exp. d. Bl. 1413) Schnitter und Nagler für Cigarrenkistchen sucht II. JL Köhler. Monats- Versammlung Freitag Abend im (1394 Cafe Ebel. Ein oder zwei Schüler finden in einer gebilt». Familie gute Pension. Näheres in der Exped. d. Bl.______(1379 93o) Ein tüchtiges Dienstmädchen sucht ________________________«. Kröll. 140) Getragen? Kleider, Hosen, Stiefel, Antiquitäten, Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Messina, Flaschen, Zeitungspapier rc. werden angekauft Louis Rothenberger, __Neuenweg 193._________ ZZ Befdrö.-. iTSTTTm 4/3 81. (i4oi L V Berantwortliche Redaclion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ-D'-uckerei (Fr. Ehr. Pietsch) tn Gießen. Vnram r S Z" Luchs bie [ Hälfte deS 9 !ich 4 Stund 5) praktische Mtischen Ui ich außndkl stall. Der l romolotzischen an dc mMunyn bt 8’i Kl »tri im Arichrtas Äushebuk g ' Mg toitbei Der Antrag Lrweibung Dlr leigen Un^tlliart u 1A -A 10 Ufr Ify t INtllfyr S irspaniiß, bt 4 lä. * »eginn Nftt b|([ei nomtn fcMilbunj b| Uki. Dlise WorgMen, ttätt, io( 2?' '6m «4 ft - M« «nilafjung««, S,tint Ceti tablunfi h(, ,nne E"tsch!ieß, ti'ls|4,127lej Luv-«lts tl 5 ?“«« de«, '• »uziist b.: ’tn t