201. Samstag den 3 September 1881. Hießen« Wyeiger Allskize- hhä Amtsblatt fit in Krei» Gikftv. 4 Prci» viert effährttch 1 «art 2» Pf. mit vringerlohn. IWWOt Schvtste.ße K X. Erscheint ILgltch mit Äulna^w bH Ttontag». Durch die Post bezogen vrerteljLhrlich 2 «art 50 Pl. Aeutschland. X'armfiobt, 6. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 1. September l. I. den Provinztaldirector der Provinz Starkenburg und Keeisrath deS Kreises Darmstadt Friidrich Süchler zum Prooinztald,reclor der Provinz Rheinheff n und KreiS- rath de- Kreise- Mainz, den KreiSrath deS Kreises Offenbach Gustav o. M a r- quard zum Provinzialdirector der Provinz Starkenburg und KreiSrath deS Kreise- Darmstadt, den Rath bet der Proonzialdirection Starkenburg Regier- ung-rath Karl Rothe zum Kreisrath deS Srei'eS Offenbach, den KretSc ffeffor bet dem Kreisamte Bensheim Franz Gros zum Rath 6ti der Provt, zial- Direction Starkenburg mit dem AmlSt'tel RegierungSrath, d.n Kreisaffeffor bet dem Kreisamte Schctten Adolf Morne weg zum KreiSassiffor bei dem Kreisamte Ben-He'.m und den Regterungs-Acceisisten Dr. Wilhelm Wagner au- Worm- zum Kret-afflffor bei dem KreiSamte Schotten zu ernennen gerubt. Berlin, 29. August. Tausende von Zuschauern waren heute in den Mittagtstul den versammelt, um dem Einmarsch der Fahnen-Eompaznie deS ersten Garde-RegimentS z. g. beizawohneu. welche in der Frühe um 6 Uhr von Potsdam nach hier ausgerückt war. Prinz Wilhelm sollte, wie rS hieß und sich bestätigte, cn der Spitze feiner Compigme die drei Fahnen des Regt« ment- seinem kaiserlichen Groß.'ater im PalaiS überliefern. Um H Ve Ugr wurde den ni der Nähe deS Denkmals Friedrichs des Großen Wartenden zu- nächst die Gemablin deS Prinzen, Prinz-ssin W lhelm. die bereits eine Stunde zuvor von Pot-dam mit der Bahn hier eingetroffen war, an dem zweiten Fenster deS Ea pfangs-SalonS der Kaiserin m der ersten Etage sichtbar, um» i geben von den Damen und Kavalieren ihres Hofstaats, von dort au- dem Anmarsche d.s Prinzen entgegensehend. Lermuthlich ließ der Kaiser aber in diesem Augenblicke die Prinzessin zu sich ei tbieten, denn plötzlich verschwand dieselbe am Fenst.r, um wen'ge Augenblicke später an der Seite des Kaisers an dem historischen Eckfenster seines Arbeitszimmers zu ersche nen. Es war gerade noch Zeit genug, daß dir Prinzessin den Aufmarsch der Compagnie in Linie mit ansehen konnte, dann trat Prinz Wilhelm, der am Brandenburger Thore bereits vorn Pferde gestiegen war, unter dem Feister des Kaisers auf das Trottoir und rommandirte von dort au- daS Abbringen der Fahnen. Die RegtmentSmusik blieS den Präsentirmarsch, die Tambours schlugen ein und daS Publikum brach in lang anhaltende Hochrufe, begleitet von Hut- und rücherschwenken, au-. Nachdem Prinz Wildelm sodann noch seine Compagnie tm Parademarsch Angesicht- des Kaisers vvrbeigeführt, führte er sie auch noch nach dem Monbijoupl. tz in deffen Nahe sie einquartirt wird. Der Prinz G lhelm selbst hat tm Parterre des königlichen SchlcsieS Quartier erhalten und beg'ebt sich morgen srüh 7’/2 Uhr nach dem Monbijouplatz, ton wo aus tx seine Compagnie rach dem königlichen Pala'.S führt, um dort die fämmt» £' ltchen Föhnen der Fußtrvpprn abzubolen uib nach dem Ternpclhofer Felde I zu bringen. Voraussichtlich ist dieS der letzte Dienst deS Prinzen Wil» 5 beim als Hauptmann, denn wie angenommen wird, dürfte der Kaiser seinem Eickel nach der Parade die Major--Epaulers verleihen. Berlin, 30. August. All.m Anscheine nach sind in diesen Tagen Ent» scheidungen von höchste'. Bedeutung tm kirchen.politischen Kampfe getroffen worden. Dem elsässischen Priester, der biSher nur durch päpstliches Mandat zum Bischof von Trier einges.tzt worden war. ist nach Mitthe.lung de Heuti. zrn „StaatS-Anz." beute d.e Aushändigung der gestern vollzogenen lardes- her'.lichen SretkennunzS'Urkunde übergeben. Es müffen demnach wohl aus Rom Zugeständmffe eingettoffen fe n, wULe nach der Auffassung deS Reichs- kanzlerS und deS CultuSmimsterS die Anerkennung ermöglichen und auf die ba.dige Vereinbarung eines weitergreifenden modus vivendi Aussicht geben. Drr deutsche Gesandte in Washington. Wirkt. Geh. Rath Kun v. Lchlözer. führt seit Kuriem Verhandlungen zu solchen Zwicken, und die Nachr chten, welche derselbe hierher hat gelangen lasten, müsten wohl in Varzin und hier einen leidlich günst gen Eindruck gemacht haben. Mögen dieselben bald auch weiteren Kreisen zugänglich werden und möge im ganzen Lande der Eindruck ein beftiedigender sein, möge der neue Friede hinlängliche Elemente der Dauer enthalten. Berlin, 31. August. In seiner letzten Session hat der Reichstag auf Antrag der iügg. Grad, v. Wedell-Malchow und Genosten den Beschluß gefaßt. ?en Reichskanzler zu ersuchen, die erfordeUichen Maßregeln zu treffen, um einen billigeren "und rascheren Bezug der Depeschen für Witterungeberichte zum praktischen Gebrauche der Landwirthschaft und Industrie im deutschen Reiche berbeizusühren. Wie verlautet, wird Seitens der Reichsregierung vor- läufig diesem keine Folge gegeben w.rden, weil nach dem über die Portofrei- heit erlaffenen Reichsgesetz, w-lche- die Grundlage für das Regulativ über die Telegraphen-Gebührensreiheit bildet, die Portofreihcit sich nur auf Sendungen von und an Reichsbehörden erstreckt und alle übrigen Portofreiheiten, soweit ste den Dienst der Einzelstaaten, der Communen rc. betreffen, aufgegebcn find. Line Abänderung jenes Gesetzes wird aber nicht beabsichtigt und somit fetzt ene Beförderung der Witterungs-Telegramme zu einem sehr ermäßigten Gebührensatz und mit Bevorzugung und größrer Beschleunigung voraus, daß eine Organisation vorhanden ist, welche vom Reiche auSgeht. Nach dieser Richtung wiesen, daß. wenn ein AnUag in dem Sinne eingebracht werden sollte, daß die Wetterkunde an daS Reich überginge und der Bundesrath dann zu dem Be- schluste fotrmcn sollte, einen derartigen Dienst eirzurlchten, eS an der Telegra- shenverwaltung licht fehlen, sie im Gegentheil ihre Mitwirkung alS eine sehr dankbare Ausgc.be ansehen wird. ES sei noch hier hervorgehoben, daß im Reichsa i t des Innern und im preußischen lant wirthschastlichen Ministerium bereits ei, gehende Erörterung'n über den Plan, einen meteoiologischen Dienst für das Gebiet des deutschen Reichs zu orgamsiren, stattgefunden haben und eS auch in der Absicht liegt, daS preußische meteorolog sche I. stitut einer gründlichen Reorganisation zu unterwerfen. Arankreich. Pari-, 31. August. Die Nachrichten auS Algerien und Tunis lauten mmer beunruhigender und eS hat den Anschein, als ob eS wirklich im französischen Nordafrika zu einem allgemeinen Ausstande kommen könnte und man gei öthigl wäre, die dortigen Streitkräfte, die 6h$ jetzt bereits 60,000 Mann betragen, auf 100,000 Mann zu erhöhen. DieS soll ohne Mobilmachung geschehen. In Tunis ist bereits Alles tm Ausstande und Ruhe herrscht nur, a.0 sich französische Truppen in genügender Menge brfii den. In Süd-Oran ist Alles, waö sich zum Islam bi kennt, seit drr Oberst N6grier daS Grabmal eines be ligen Scheck- zerstört hat, in Gährung. Ja Folge dieser von keinem Gesichtspunkte aus zu billige, den Handlungsweise des Oberstin haben sich auch Si How.an und St Kaddonr. die beiden obersten Häupilinge der Sahara, ver- ständic-t und stehen im Begriffe, gegen die Franzosen vorzugehen. Dte Kabylen sollen,' wie eS heißt, ebenfalls zu den Waffen greifen wollen. Stuften, Rom, 31. August. Der Wirkliche Grheime Rath Kurt v. Schlözer (deutscher Gesandter in Washington) weilt zur Zeck hier mit dem Auftrage, neue Behandlungen mit der Curie über den modus vivendi zwischen Staat und Kirche in Preußrn zu führen. Wie nahe er feinem Ziel gerückt ist, darüber fin) die Angaben verschieden, abrr im Allgemeinen nickt ungünstig. Im Va- tican arbeitet Iacobini mit ausnehmender Geduld für ein Entgegenkommen; B s jetzt g'lt für sicher, daß Lrdochowski zurück reten soll und will. (K. Ztg.) — Die „A^er zch ck ■ nk für einen Knaben zu bezeichnen Der Heranwachsende Kreine kann alsdann ruhig dem Ze t, punkt entgegeniehen, wo die allgemeine Wehrpflicht an ihn heranttitt. Die Bank grwä -n ihm ja die Mittel um als „Einjähriger" emjutreten, falls er Den B^rrchtigu igsjchein Dazu besitzt, und wenn er volle drei Jahre dienen muß, wird ihm b,i d.-r Sasernenverpflegu.nz eine Unterstützung in Geld oder Naturalien st.ts höchst willkommm sein. Die Bedingungen, welche die Bremer LebmSversicherungsbank für die Militairdi.-rstaer- sicherungrn aufgestellt hat, dürfen als sehr liberal gelten. So erhält z. B. Jeder, der kein Soldat zu werden braucht, seine sämmtlichen Einlagen nach Abzug einer JahteSpräntte zurück, stirbt Der Daten eines Versicherten, bann erhebt die Bank keine Prämien mehr, läßt aber die Police m voller Kräft und zah't bei bet Einstellung die versicherte Summe aus. Die Prospekte der Bremer Lebei-Sversicherungs-Bank werben von allen Bankagenturen unentgeldlich ausgegeben und finb Jedem zur Einsicht bestens empfohlen. Schiir*bericht« Mitgetheilt von Dem norddeutschen Lloyd in Bremen- Bremen, 31. August. Der Postdampfer Oder, Sapt. S. Undütsch vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. August von Newyork abgegangen war, ist gestern 7 Uyr Abends wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 8 Uhr AvendS die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 155 Passagiere und volle Ladung. Handel und Verkehr. Frankfurt a. M., den 2. Sept., Nachmitiags 2 Uhr 10 Min. (Telear. Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Älbert Kaufmann in Gießen.) Credit- actien 306Vr, Staatsb.-ictien 312V«, Galizier 281, Oeft. Silberrente 67^, 4% Ungar- Goldrente 78‘/9 4% 1880er Russen 75^/i6f 2. Orient-Anleihe 61» g, 5% Rumänische Rente 91V4. Tendenz fest Kirchliche Anzeigen der cvangelischenGemeinde;uGießen. Gottesdienst: Sonntag, den 4. September: In der Hospitalkirche: MorgenS 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. 2n der Friedhofkapelle: Morgens 9l,z Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Von nächstem Sonntag den 11. September an werden die Gottesdienste wieder in Der Stadlkirche gehalten werden. 3'jgletd) wirt) Dann das heil. Abendmahl gefeiert und Vor- und Nachmittags die von Gioßherzogl. Dberconftfiorium angeorbnete Kollerte für die innere Misston erhoben werden. Die Pfarrgrschäfte f ’n die Woche vom 4 biß 10 September besorgt Pfarrer Dr Naumann. Die Ho m3 den süMchk H Meidling der W zum , 17 Septen Endigt sein. M den 1. T, „„Mich Ob. DWimm in dn ©nimmt wlijdjen Ailen-Buseck j I" f*ii llch-rnng- 7 ha Sonnt 9 Ubr b 4ilin?r Genu •tp " ■ Srtifng j, «’w io L b 'W, imb ’1 «em in Ä s,w äp** lnittr m 8|! nb 205.547 (iu ,H'u« 6iI mb meng«-, ®at,0R‘ln !Jatx Unb bB’^l4nU!; r bklNkrttt«, isc ' l°-nil'cht ,Tben finb, u» W önt( m.1 nh°n« uit 14 i.j "Liäiztt ftjtgrti! Igr mittelst 6$tw in 4 Sdjttabtoeii b'M Lhür.nziicht, lanödi noch Hut. (H«) ohhf" aud Äofln» fidufmain# Raiter ,t ÄoQtin, ttrieb!, ia>tnglld)!tutn auf 2 Uhr, 'oQtt i.t itn; bit tzetz ii»^ ibt al8 bit übrui- Jtlgam Mm t 1°"«'^ tt Gieße"- t Oiß^ jagdvcrpadjhmg Der Gemarkung Muschenheim. iX)< ittwod) den 11. Zrptbr., Mnia^s 1 Uhe, fett die Jagd biefiaer Gemarkung auf weitere 6 I her öffmilid) ire fib etenb auf billigem Ralhhaus verpachtet werben. Musch nhe m, den 1. Sept. 1881. Grcßb. Bürgerm ist.rel Muschenhetm. -721 )_________Notb.______________ (Y r nm in c t r a 6» Versteigerung in ber Obrrrörfirrri Schiffmbrrg. Donnerstag den 8. I. Mtö., VoirntttagS 9 Uhr. soll in bem Gemeindehaus zu W tzen» born daS Grummetgras ber crmeral- si^calischen Wiesen in ben Gemarkungen Leihgestern, Schiffenberg unb Witzen» born versteigert werben. Gießen, ben 31. August 1881. Greßh. Ober'örsterei Sch ffenberg. 5713) Georgi. Unmi'telbar noch Abhaltung obiger Versteigerung werben noch versteigert: 4 Nmtr. NadelbolzSchkiter, 390 Wellen Nadelhclz Reisig, 13 Rmtr. R^delbolz-Stöcke unb 61 Stück Nadelbolz Stangen. _______Georgi.__________ Die Holzabfuhr au- den sürstiichen Waldungen muß bei Meldung der gesetzlichen Strafe bis chts ^abrifat), t^lace-Hand schuhe für Herren unb Damen rc. Albert Behrend, Neustadt, 5676) im Hause des Herrn MontanuS. Regenmäntel für Hamen unö Mädchen in den neuesten Pabons empfiehlt zu billigen Preisen (5729 A» Dorier. Ein Eomploirdicntr, welcher mit guter. 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Empfang der fremden Schützen. Gemeinsamer Mittagstifch im Standquartier (Restauration Schnell). . Mittaas 1 Uhr: Aufsteüung des Festjuges au, dem Brand. Bei Ankunft auf dem Schwtzplatz: «egmn des Preisfchießens, Concert, Tanz- und Volksbelustigung Montag den 5. September. Morgens früh: Fortsetzung des Preisschießens, Concert. Gemeinsamer Mittagstttcb. Mittags 2 Uhr: Schießen, Concert, Tanz- und Volksbelustigung. Eintrittskarten ä 30 Pfg., Familienkarten (bis 4 Personen) ä Mk. 1.— sind vorher bei den Herren Friseur Gerhardt (Lindenplatz) nnd Plank (Selterswcg), sowie in der Papierhandlung von O- Köhler (Lurdenplatz) zu haben. Kassabrllets u Perfon 40 Pfg. Iler worstana. Vermiethungen. 5710) Ein freundliches Familienlogis per 1. Oktober zu vermiethen. H. DebuS, Schiffenberger-Weg. _ 5717) 2 Fomittenlogts zu vermiethen im ^Schützenhof^___ 5727) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.__________G. Nuhl, Neustadt. W24) Kleine Wodnung zu vermiethen bei Ehr. 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Vermischte Anzeigen. 5709) Ein auch zwei Realschüler finden freundl. Aufnahme event. auch Nachhilfe. Näh. Auskunft ertheilt Pedell Linck in der Realschule._______ 5516) Gute Pension für einen Realschüler. Btsmarckstraße 1708. Schölzeiiverciii Giessen. 5716) Diejenigen Korporationen, Vereine rc., welche ihre Theilnahme am Festzuge fugesagt haben, werden höflichst gebeten, nächsten Sonntag Nachmittag t'/i Ndr präcis aus dem Brand sich einzufinden behufs Aufstellung des Festfugs. Aer Zug- und Ordnungs-Ausschuh. Turnverein Gießen. Nächsten Sonntag Nachmittag 1 Uhr (pracis) Sammlung in der Turnhalle. 5730)_________________Der Turmvart. Dem verehrltchen Publikum zur gefdUigeii Nachricht, Daß ich von heute ab Lindenplatz, neben Herrn Daniel Heil ein jKtttmeit-(»escle Hfl eröffnet habe. 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