Är. 12«. Donnerstag den S Juni 1881. Gießener MnMger Amtigk- nnb Amithlati für dm Kreis Gießen. Vurrau t Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme del MontagS. Pre'.S vierteljährlich 2 Mark 20 Pf mit Bringnfotr. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Amtlicher Hheil. Betreffend: Das Gesetz über die Ausübung und den Schutz der Fischerei ^L27' ' bik Ausübung und den Schutz der Fischere« betreffend, steht e« mit dem Inkrafttreten desselben allen tind* umtflnd?*» bt/m f*b? 0tn ^3a*trer^dItniB zurück,utret.n, e« können jedoch Kündigungen ans Grund dieser Bestimmung nur in einer unerstredtchen Fr st 00> zwei Monaten nach dem Inkrafttreten de« Besetze«, also längstens bis ,um 26. Juli d. I. stat,finden. ® II9 'd,en Min.ster.ums de« Innern und der Just,, machen wir hierauf besonder« aufmerksam. Bi eß en, am 3t. Mai 1881. Großherzogliche- Krel-amt Gießen. ___________________ Dr. Boekmann. Deutschland. Berlin, 30. Mat. Unter zahlreicher Betheiligung auswärtiger Dele- gtrten aus allen Theilen Deutschlands sand am vorletzte» Dienstag Abend in Berlin die Generalversammlung des WahlvereinS der Liberalen in Deutschland (Secejfionisten) statt. Nachdem Justizrath Lesse die Versammlung eröffnet hatte, wurde Frhr. v. Stauffenberg einstimmig zum Vorsitzei.den gewählt. Dieser bemerkte einleitend: Wir stehen vor einem verhängnißvollen Wende- punkt. Wenn wir aus die Entwickelung der letzten Zeit zurückblicken, so sehen wir in den ersten 7 Jahren deS deutschen Reiches ein friedliches und emmüthi- ge« Zusammenwirken der Regierung mit den Parlamenten und den Parteien; leider hat sich dies wie mit einem Zauberschlage zum Schlimmeren gewandt. LS ist dies eine der merkwürdigsten Erscheinungen in der deutschen Geschichte, daß gerade in dem Augenbl cke, wo sich alle Parteien zum Stampfe gegen das Ueberwuchern der Socialdemokratle vereinigt hatten, die Zersplitterung und der Saupf Aller gegen Alle eintrat. Gleichzeitig traten auch in dem politl- Ichen Stampfe die materiellen Interessen in den Vordergrund. Auch wir haben daS Materielle niemals vernachlässigt, wir glaubten jedoch den idealen Volks- gütern den Vorzug geben zu sollen. Trotz des wirthschaftlrchen Niederganges hätten sich die materiellen Inter,ssen niemals derartig m den Vorderg und drängen können, wenn nicht die mächtige Hand und der mächtige Wille eines ManneS. der bemüht ist, alle Dinge nach seinem Willen zu gestalten, dabet geholfen hätte. Die Umkehr begann mit jenem bekannten Briefe an den Frhrn. v. Thüngen. Die deutsche WirthschaftSpollt.k hat sich im Sinne des geu äßigten Freihandels entwickelt und nichts ist falscher al- die Annahme, daß der radikale Freihandel in Deutschland geherrscht hätte. Eine Principtenfrage ist erst dann entstanden, alS erklärt wurde, daß die ganze Wirthschaftspolulk von Grund auS falsch sei. Diese Reaction waltet aber auch auf allen anderen politischen Gebieten. Man macht unS für Gesetze verantwortlich, die im Wesentlichen auf die Initiative der Reichsregierung zurückzuführen sind; dies macht besonder- im Süden einen eigenthümlichen Eindruck. Für unS toi Süden, die wir stets den nationalen Stantpunkt vertreten haben, war es eine barte Enttäuschung, als der Reichskanzler erklärte: der deutsch-französische Handelsvertrag hätte ihm von Anfang an mißfallen. Wir hatten uns zu neuem Sturm bereit erklärt unter drei VorauSsitznngen und zwar: 1) der Aufstellung eineS bestimmten Programms, 2) der Wahrung der Rechte deS Reichstag- und 3) daß die Steuern nicht auf unentbehrliche Lebensmittel und auf die ärmeren Volksklaffen gelegt werden. Jetzt wird jedoch diesen drei Punkten direct entgegrn gehandelt. Ich will schweigen von den Monopolen und staatS socialistischen Projecten, deren praktische Undurchführbarkeit wohl außer Zweifel steht, deren bloße Existenz als Projecte deS Reichskanzlers aber bereits geeignet sind, Handel und Industrie aufs Tiefste zu schädigen. Hierzu kommt daS Auftreten der e$tiemftea Parteien, die eine Agitation von einer Wüstheit entfalten, wofür sich der rechte Ausdruck nicht finden läßt und welche man vor wenigen Jabren noch für unmöglich gehalten hätte. Wir werden, wenn wir alle diese Symptome erwägen, einem Wahlkampfe gegenübeistehen, von einer Bitterkeit und Wildheit, wie er bisher in Deutschland ohne Bei- spiel dastehen dürste und welcher die ernsteste Ausdauer und daS einmütigste Zusammenwirken aller liberalen Elemente erfordert. Es handelt fich dieSmal bei den Wahlen um die Erhaltung unserer Selbstständigkeit oder um die Ec- richtung des reinen Polizeistaates. Die Spaltung der natumalLberalen Partei ifl eine Thalsache, die ich hier nicht erörtern will. Wir haben, als wir auS der nationalliberalen Fraktion austraten, keine andere Absicht gehabt, als eine qrofje liberale Partei zu schaffen, die fest zusammenhält zur Erreichung aller liberalen Forderungen. Gelingt uns dleS nicht, so haben wir unsere Ausgabe verfehlt; al8 Fraktiönchen zu ex'ßtren, ist nicht unser Wunsch. Stellen wir die liberale Partei über die Fraktion und über die Parteien die gemeinsame Liebe zum Vaterlande. (Lebhafter Beifall). — Abg. R.ckert berichtete hieraus über die Thatigkeit deS Im November 1880 gewählten geschäftsführenden AuS- schuffeS ; dieser habe von der Aufstellung eines bestimmten Programms Abstand genommen, um einen möglichst großen Centralisationspunkt für die Liberalen er k n®en $U Es sei dies im Hinblick auf die bevorstehen- ben Wahlen dringend geboten. Es gelte jetzt, gegen eine konservativ-klerikale Vereinigung unter sehr schweren Derhältniffen den Wahlkampf zu führen. Mit dem Central Wahlcomitä der Fortschrittspartei fei bereits eine volle Verstau, bigung erzielt worden. Von anderer Seite seien Verhandlungen behufs Vereinigung nicht beliebt worden; dieS wird uns gleichwohl nicht abhalten — so fuhr der Redner wörtlich fort —, in allen Wahlkreisen, in denen die Berichte dabin lauten, daß nur die nationalliberale Fraktion aus eine Wiederwahl rechnen kann, ohne Weiteres auch nach dieser Richtung hin zu wirkeen. ES ist nicht zu vergessen, daß die Gegner ihre Machtmittel und die Inienfität ihrer Agitarion vermeh't haben. Die Conservatioen regen sich mächtig; sie haben jetzt eine fast ununterbrochene Reihe von Versammlungen veranstaltet und dabei große Geldsummen zusammlngebracht. Die Conservativen haben eingesehen, laß ihnen die Frist kurz zugemessen ist und daß eö gilt, die Ernte schnell ein- zuheimsen. Den Conservativen steht außerdem die große Macht der Regierungspresse zu Gebote. Deshalb müssen wir unS von dem Gedanken tragen lassen, daß nur eine einige liberale Partei wirk,am den Kampf gegen die Con- servativen aufnehmen kann. Der geschäftsführende Ausschuß empfiehlt Ihnen daher, al statt eines bestimmten Programms die Annahme folgender Resolut,on: „Die Versammlung eiLärt: 1) DaS einrnüthige Zusammengehen aller zur Abwehr der rückschrittlichen Bestrebungen fest entschlossenen liberalen Männer bei den bevorstehenden Wahlen ist nothw-ndig. 2) Sie empfiehlt daher drin- gend allen Wahlkreisen die vorherige Verständigung über gemeinsam auszu- siellende liberale Eandidaten." Wir stellen nur eine Bedingung: ES darf Derjenige sich nickt mehr liberal nennen, der jetzt noch Eompromiffe schließen will. Die Zuku'.st gehört der vereinigten liberalen Partei, während durch die Spaltung der Verlust ziemlich sicher ist. DaS Schicksal der Nation ist in ihre eigene Hand gegrben. Wer jetzt pflichtvergessen die Fahne verläßt, versündigt sich an der Zukunft des Vaterlandes. Wenn die liberale Vereinigung eS ermöglicht, daß wir festgefcklossen kämpfen, bann werden wir siegen. — Der sechste Bericht der Petitionscommisston handelt von den Petitionen, welche dem Reichstag in der Pieleröiteten Frage deS Geschäftsgebarens der Straßburger Tabaksmanufactur Vorlagen. Die Commüfion beantragte mit 10 gegen 4 Stimmen, die Petiiionen, soweit sie dahin gerichtet sind, der mißbräuchlichen Gkschältsgebarung der Straßburger Tabaksmanufactur entgegen^. wirken, dem Re-chskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen und über den Antrag auf Aufhebm g der gedachten Manufactur als StaatSanstalt zur Tages» orbnurg überzugeben. lieber bie bei biesem Beschluß maßg'benb gewesenen GefichsSpunkte sind bie nachfolgenden Ausführungen von Interesse: „Man lönre bie Frage, ob ber Betrieb kaufmännisch richtig und finanziell vortheilhast geführt w.rde, hier dahingestellt sein lassen, well sie wesentlich nur für den Landeshaushalt von E.saß-Lothringen in Betracht komme; man könne aber nicht zugeben, daß über die Grenzen des Landes hinaus, für welches die Straß- burger Manufactur als StaatSanstalt fortgeführt worden, in andere Bundes- floaten hinein sie wirksam werde in einer Weise, welche für den ganzen Be- stand der Fabrikation und des Handels schädlich werde und in der Conseqaenz deren Ruin herbciführe. ES leuchte ein, daß die Freiheit der Concurrenz theoretisch und praktisch nur gedacht sei im Verhältniß pr.pater Gewerbtrei- bender zueinander und nicht passe auf das Verhältn'ß eines StaatSbetrieb.'s, der mit ungleich stärkeren Kräften ohne Rücksicht auf bie Größe der Betriebs sonds unb auf deren wirtschaftliche Rente seine Geschäfte nöthigenfallS aus- schließlich für politische Zwecke führen könne, während der private Gewerbirei- bende solchen Zielen nicht zustreben könne unb dürfe. Die Art, wie namentlich das Aufsuchen der Consuwenten von ber Straßburger Tabaksmanufactur betrieben werbe, sei in hohem Grade verwerflich. Es sei einleuchtend baß wenn man sich, wie geschehen, unter Berufung auf ben kaiserlichen Namen an Beamte und an die Militärbehörden wende, ein Druck geübt werde, wie ihn die Privatindustrie nicht ertragen könne. Schließlich sei das Hineindrängen der Staate ma ufactur mit ihrer Fabrikation unb mit ihrem ^anbel in bie entferntesten Theile des Reiches bet ungünstigen GeschästSergebniffen hum an- derS zu deuten, als auf den Versuch, das TabakSmonopol vorzubereitm und seine Einführung durch ben vorher zu erreichenden N ederganz ber Privat- industrte zu beschleunigen." England. Dublin, 30. Mai. Der hauv,sächlichste Organisator ber iris-b-n agrarbfla, Rettle, ist heute Abend unter der Beschuldigung, die BevLIkeruna ,um Widerstand wider die Bezablnng gesetzlicher Schulden aufaereut zu Haben, in Naas verhaftet und in's Gefängniß gebracht worden. Telegraphisch! Depesche». Wolff'- tclegr. ^»rrespoL-evz-Bureau Berlin, 31. Mai. Der Reichstag genehmigte heute zunächst § 1 des Unfallversicherungs-Gesetzes nach vierstündiger Debatte unter Ablehnung aller Amendements nach den Anträgen der Commission, sodann auch bu §§ la und 2. Bei Berathung deS § 2a (Versicherung durch die Partikularstaaten) und der zu demselben gestellten Amendements wurde die Sitzung auf morgen vertagt. — Wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, leidet Fürst Bismarck seit einigen Tagen an rheumatischen Schmerzen und ist deshalb genöthtgr, das Zimmer zu hüten. Dies ist auch der Grund, warunr der Reichskanzler an den Retchstagsverhandlungen der letzten Tage nicht thetlnehmen konnte. London, 31. Mai. Die Meininger Hostheater-Truppe hat bei ihrem gestrigen Debüt im Drury Lane Theater, bei welchem „Julius Cäsar" zur Ausführung gelangte, einen glänzenden Eifolg errungen. Die hauptsächlichsten Darsteller und der Hostheater-Jntendant Chronegk wurden wiederholt stürmisch gerufen. Der Prinz und die Prinzessin von Wales, der Prinz von Sachsen- Weimar und der deutsche Botschafter, Graf Münster, wohnten der Vorstellung bet. Hamburg, 31. Mai. Wie der „Hamb. Corresp." hört, wird der Senat in der morgenden Sitzung der Bürgerschaft die in der Zollanschluß- Angelegenheit Hamburgs zu erwartende Vorlage noch nicht etnbringen, da das vorliegende Material zu umfangreich sei, als daß dasielbe bis jetzt schon hätte bewältigt werden können. Paris, 31. Mai. Nach hier rtngegangenen Nachrichten aus Beja wurde der Redacteur des „Telegraphe", Segutn, an den Thoren von Beja von Arabern mit Steinwürfen angegriffen und am Kopse und Unterleib durch Meffersttche verwundet. Segutn starb am folgenden Tage; oie Mörder sind verhaftet. London, 31. Mat Wie die „Times" wiffen will, wäre auf Anre- gung der Executivbehörden von Irland die vollständige Untervrücknng der Ag-arltga von der Regierung ernstlich in Erwägung gezogen. Berlin, 31. Mai. Am 30. d M. trat der Bundesrath unter dem Vorsitze des Staatsmunflers v. Boetticher zu einer Plenarsitzung zusammen, in welcher, nach Uelrerweisung einer Mittheilung des Präsidenten des Reichstags über die Resolution des Reichstags zu den Anträgen wegen der Zollbehandlung der Schifffahrt aus der Unterelbe an den Herrn Reichskanzlei, den am 23. d- M- hicrselvsr unterzeichneten Handelsverträgen nut Oesterreich-Ungarn und mit der Schweiz die Genehmigung er- theilt wurde. — Ebenso erhielt em von dem Vorsitzenden eingedrachter Antrag auf tynlweise Anrechnung der praktischen Beschäftigung eines Beamten der Admiralität vor seiner Anstellung im Reichs- bezw. Staatsdienste, behufs Festsetzung des demselben zu gewährenden Ruhegehalts die Zustimmung. — Den Schluß bildeten die Einennung von Kommissorien zur Berathung der Handelsverträge im Reichstag, Mittheilungen Über emgegangene, den betreffenden Ausschüssen zugetheilte Eingaben, sowie endlich die Vorlegung der neuerdings eingegangenen Petitionen und die Regelung ihrer geschäftlichen Behandlung. Wien, 31. Mai. Das Abgeordnetenhaus beschloß mit 203 gegen 58 Stimmen, auf die Spezialdebatte über den Gesetzentwurf wegen Errichtung einer böhmischen Universität in Prag einzugehen und genehmigte den Gesetzentwurf unt r Annahme des bezüglich der wissenschaftlichen Sammlungen von der Linken beantragten Amendements. Der Antrag des Abg. Granitsch, daß jeder Studirende der böhmischen llnioersität, der in die öffentliche Praxis eintrltt, obligatorische und vollständige Kenntniß der deutschen Sprache besitzen müsse, wurde abgelehnt. Prag, 31. Mai. Der Kaiser hat am 30. d. ein eigenhändiges Schreiben an den Ministerpräsidenten gerichtet, in welchem er seine volle Anerkennung über die zum Empfange des kronprinzlichen Paares in Prag getroffenen Vorbereitungen ausspricht und gleichzeitig seinem lebhaften Bedauerit darüber Ausdruck giebt, einen Theil der beabsichtigten Festlichkeiten im Namen des kronprinzlichen Paares dankend ablehnen zu müssen, weil der Gesuiidheltszustand der Kronprinzessin nach dem Ausspruche der Aerzte gerade jetzt besondere Schonung erheische und ihr nicht gestatte, an anstrengenden. ermüdenden Feierlichkeiten theilzunehmen. Da aber das kronprinzliche Paar wün'cht, sich möglichst bald nach Prag zu begeben, so ordnet der Kaiser an, daß von einem feierlichen Einzuge des kronprinzlichen Paares in Prag abzusehen sei und daß bei der Ankunft desselben daselbst am Mittwoch, den 8. Juni, jeder wie immer geartete offizielle Empfang zu unterbleiben habe. Lokales. Gießen, 1. Juni. In der „Darmst. Ztg." sowie diversen anderen Lokalblättern in unserer Umgegend finden wir nachstehenden Artikel, welchen wir auch unseren Lesern zur Kenntniß bringen. Warum frag!. Artikel den beiden hiesig,n Blättern nicht zu- aegangen, ist uns ein Räthsel: Im nächsten Monat wi.d an unserer Hochschule zu Gießen der Tag festlich begangen werden, an welch.m vor nunmehr 5U Jahren die Vereinigung der Forftlehranstalt mit der LandeeUniversität definitiv vollzogen worden ist; ein Act von hoher Bedeutung für die forstliche Wissenschaft, der in unserem Lande zuerst die Pforten der Hochschule erschlossen wurden. Daß die hessische Regierung mit diesem Vorgänge keinen Fehlgriff gelhan, das bezeugt die oer- hältiiigmäbig große Anzahl namentlich auch nichthessischer Forstleute, n'elchc ihre wissenschaftliche Ausbildung in Gießen gesucht haben, und die stattliche Reibe geachteter 9?amen, welche von dort aus in Lehre und Praxis des Forstfacds übergegangen sind; daS bezeugt ferner das Votum der gioßen Freiburger Forstoersammlung, welche vor 7 Jahren nahezu einstimmig sich für Aufhebung der gesonderten Forstinstitute und für Vereinigung derselben mit den Universitäten ausgesprochen hat, und die kürzlich vollzogene Ausführung dieses Votums in Bayern und Württemberg; nickt zum Wenigsten endlich die freudige Zustimmung, welche der projectntcn Festfeier sowohl bei Rector und Senat unserer Landesuntversität, als bei den früheren Studlengenossen von nahe und fern zu Theil geworden ist. Wem die schönen Erinnerungen der fröhlichen Burschenjahre noch unauslöschlich im Herzen eingegraben sind, wer seiner Alma mater Ludovi- ciana noch mit Dank und freudigem Stolze gedenkt, den wird und muß es ja hinziehen »u einem Feste, das ihm alte liebe Kommilitonen und Freunde vielleicht nach viel- jahriger Trennung zum ersten Male w'eder an altgewohnt r Stelle entgegenführt Zwei genußreiche Tage sieben darum allen denjenigen in sicherer Aussicht, welche dem m den forstlichen Zeitschriften erlassenen Aufrufe des Festausschusses Folge leisten werden. Derselbe ist an alle Fachgenossen und Freunde des Forstwesens, welche in Gießen ftublrt Haden, gerichtet und enthält folgendes Programm: Montag den 13. Juni Abends, Empfang der ^esttheilnehmer im Lenz'ichen Felsenkeller. Dienstag den 14. Juni, Morgens 10 llor: Feftactus in der großen Aula, dann Festessen und Eoncert im ®ürtcn- Mittwock den 15. Juni: Excursion durch den Gießener und SckmenbergerWald, Frühstück auf dem Schiffenberge und Abends zum Schlüsse Fest- commers im W en zel lchen Saale. Anmeldungen zur Theilnahme sind baldmöglickft an Herrn Oberförster Lang tn Gießen zu rickten Gießen, 1. Juni. Ein Stromer lüstete gestern im Scknapstrinkkn Mn Möglichstes; 1 einer ^eibeToe 10 Schnäpse und begab sich sodann auf die Polizei, um daß üblicpe Stadtgeschchaft beim Ein- schreiten gegen Weinfälscher thatkräftigst zu unterstützen und insbesondere auch die Namen ter wegen Weinfälschung Bestraften zur weiteren Berwertbung bei der k. Regierung zur Anzeige — In Röthenbach in Baiern fand beim Gastwirtb Mangold „zu den drei Leiliaen" statt Die Kauflustigen, etwa 50 Personm, befanden sich im Haus- des zweiten Stock ein Krach und alle Subdastanten stürzten sammt Balken B»d,n Verwischtes. Neuß, 27. Mai. Dor ungefähr einem Jahre verschluckte ein Schüler deS hiesigen Gymnasiums einen kleinen Knopf, der in bie Luftröhre gerieth und trotz aller ärztlichen Mittel nicht entfernt werden konnte. Der Knabe war seitdem immer leidend und wurde in letzter Zeit häufig von einem bedenklichen Bluthusten gequält. Infolge eines solchen AnfalleS mußte er dieser Tage die Classe verlassen. Auf dem Heimwege fühlte er plötzlich nach einem erneuten Hustenanfall etwas HarteS auf der Zunge — es war der verhängnißvolle Knops. Man kann sich denken, mit welcher Freude das Kind und die Eltern bie Lösung begrüßten. London, 23. Mai. Eine eigenthümliche Prügelei beschäftigt gegenwärtig in hohem Grave die öffentliche Aufmerksamkeit. Der Marquis v. Townshend peitschte nämlich dieser Tage unweit Salisbury den Lord Edward Thynne, der eben von Salisbury nach seiner Wohnung in Laverstock fuhr, auf öffentlicher Straße durch. Oberst Nepean und Herr Francis Ellis waren d-nr Marqurs bei seinem Angriff behülflich, indem sie den Wagen anhicltcn in bem Lord Tbynne 'aß. Dor Gericht gab der MarqutS von TownShenb an. Lord Thynne habe ihm vor einigen Jahren, als er krank gewesen jei, seine Frau entführt und dies sei die erste Gelegenheit gewesen, wo ec ihn für diese Handlung habe züchtigen können. Oberst Rcpean gab an, er habe sich nur eingcmiicht, um Unheil zu verhüten, denn es habe eine Dame in oem 2z>a:cn gesessen, der, wenn er das Pfe.d Nicht gehalten hätte,selcht ein Unglück hätte zustoßen könnrn. Schließlich wurde bie Verhandlung vertagt und die Angeklagten gegen 600 8 Büra- schait bis Dienstag auf freien Fuß gesetzt. — Es wird mobil gemackt.' Wer das nicht glauben sollte, lese die in St. LouiS eiicheinrnde „Westlicke Post". Da steht es schwarz auf weiß gebruckr. Herr E. H Lmsenbard in Soltau in Hannover schreibt dem amerikanischen Blatte nämlich: „Trotz aller Friedens Versicherungen Bismarcks ist jetzt eine Ordre von Berlin ausgegangen das ganze Militär (sic!) mobil zu machm." Da wird cs allerdings wohl das befh sein, schleunigst nach St. Louis auszuwandern! ,, tNihilistischeS.s Der „Intransigeant" läßt sich aus Petersburg folgende Beaebenbeit mittheilen: Bet den Massen-Derhaftunqen. die im vorigen Monat in l 0 9 wurden, fiel ein junger Mann Namens M. S., Quf Sen bie r oolu mnT, Hoffnungen setzte, in bie Hände der Polizei. Bevor noch bi- gerickilicke nL,? ? flTu6c Ägenten der dritten AbtbeUunq über die Wichtigkeit ibrc8 auheflär AahJ * Orvre des Grasen Loris Mel.kow en den ^otUeimeifter^ben '©e uff nn^n (/‘ne laffe" toa8 denn auch sofort geschah. Nun soll man herauSgebrach^Habern daß Lor's Melikow gar nickt iu - 9 ab* !7 -®"äti9. 8,au6 es thu, mir iei'd ab.d „Ai s aber Ick will kein aber boren, sondern Geborsam!- — Da streift Johann Ä-Ä'bTÄ S-eÄteÄ — [Sin Elb-Monstrum.j Die am 20. Mai mit dem Dampfboote „Franz Josef" strom^ aufwärts fahrenden Passagiere erblickten in der Nabe des Lincke'swen Bades bei DreSdrn ein höchst räthsilvasteS Thler. Man fah auf den In der Sonne fast durchsichtigen Wellen der Eide einen hellbraunen Körper schwimmen, der äußerlich die Form eines Pilzkopses hatte von schmutzig brauner Färbung war und im Durchmesser wohl einen halben Meter groß sein machte Don diesem runden, compacten Körper aus bewegten sich nach allen Setten bin lange koik- zieherarti; geewte Beine, was bent Thiere eine gewisse Sehnlichkeit mit dem Tintenfiich oder einer im Miitelmecr schr häufig vorkommenden großen Qualle verrieth. Es wurde,, selbst vkrstandlick die verschiedenstkn Meinungen über btrhn seltsamen Elbbewohner laut dock nur einem Herrn iollte es vorochalten sein, die Herkunft dieses Burschen zu ergrünben ' Kur, entschlossen stieg unser Gewährsmann am Walbschlößchen aus, requir.rte ein Fischerboot und be' gann nun I.rgd auf bas Monstrum zu machen. Lange Zeit fuhr er vergebl.ck auf den Wissen fccT Elbe bin und her da enblich - ein Freudenschrei - taucht der ersehnte Gegenstand am Bug dcs Schiffes auf, ein Schlag mit bem Ruder und das rätbklbaftc Gckilbe wirb in s Boot gezogen Und was war es? eine dunkelblonde Lockenperrücke' n ~ ®ei b,fI .^"'chenden Furcht vor der Sollwuth dürfte die nachstehende Mittbeilung für alle Kreise wichtig fein. Der 82 Jahre alle in der Mark Brandenburg wohnende ^örsf r Gestel erklärt öffentlich: ,.Ich will me.n viel bewährtes Mittel gegen den Biß toller Lun^e nicht mit in's Grab nehmen sondern es veröff.mlichen; eS ist der letzte Dienst, dm ick der Welt Ibun kann. Mann nehme warmen Weinessig und laues Wasser, wasch, damit die Wunde rem aus und trockne sie, dann gieße man einige Tropfen Chlorwasserstoff.äure auf die Wunde Die Mincralsaurc zerstört das Gift d:s Speichels unfehlbar * nD - [SBie stch die Zstttun.r gegen Dtebstah! |d)ü6en.] Wer jem°,« Dem So.icnt ein-t Z'qeuneiknvelle be gewohnt hat, bei welchem nach ben einzelnen Mustkpteeen einer bet a.geuner mit einem ZeUer lommeln gehb bem «trb eS gewiß nusgesallen fein, dgß ber Colleewnt dw in der Reckten den Teller halt, bie linke Hand fest geballt trägt. Das Letztere bat seinen 'onm specielltn Grund. Die Zigeuner trauen dem G'!deinlammler nicht ganz und schützen sick durck Piotrs ^'lttel gegen Diebstahl aus Den einnesammelten Geldern. Bevor Ianos" nä$ liefe die Collccte beginnt erhalt er in die linke Hand ein, Fliege, Die er lebend wieDer zurück- bringen muß. Da er in der einen Hand den Teller und in der andern die Fl.ege hat *ble£ keine frei zum Stehlen. ° ° y (5. b6n bem ®ßenten deS norddeutschen Lloyd s'iÄia-"’- ----- “■ • ä-äsäs Versteigerungen. Freitag den ß. df». Mts., Vormittag- 9 Uhr, sollen im Hinterhöfe der akademischen Ältmf dahier ein noch ziemlich gut erhaltene- Pumpwerk mit Radgetriebe, verschiedene zwei- und einflügeliche Z mmerthüren und Fenster, mehrere Parthieen Brennholz. AbtrtttSrohre, O fen, alte Elsenth ile rc. gegen Baar- zahlung an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden. Ebenso sollen direct nach dieser Ver» steigemng im ehemaligen Provinzial- Arrestbau-, jetzigen Hauptsteueramt, eine Parthie Sandstcinquader und Mauersteine versteigert werden. Gießen, am 1. J mi 1881. Großherzogl. -krei-b^uamt Gießen. In Vert etung: Eichler, 3806) KreiSbauausieher'^Spt._______ Arbcitsversteigerung zu Daubringen. Freitag den 3. Juni l. I., Nachmittag- 1 Uhr, sollen auf dem Büreau der Bürgermeisterei Daubringen nachfolgende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden: JL Pianirarbeit am Weg nach Lollar, veranschlagt zu . . 135,— Maurerarbeit am Weg nach Lollar, veranschlagt zu . . 65,62 Ehaussirarbeit am Weg nach Lollar, veranschlagt zu . . 405,— Steinliefern und Aufsetzen, veranschlagt zu...... 652,— Unterhaltungsarbeiten an den W'gen, veranschlagt zu . 545,— Dauhringea, den 30. Mai 188k Großh. Bürgermeisterei Daubringen. I- L- Hahn, 3777) Bezirktbauaufseher. Versteigerung. Mittwocd den 8. Juni d. I., Vormittag- 10 Uhr, kommen dahier 10 6 ntncr weiße und 2 Zentner schwarze pammelwolle und Mittwoch den 15. Juni l. I., Vormittags 10 Uhr, 16 Ccntner frifdn Burrer zur alsbal dlgen 2'cferung zur öffeiitlidjcn Versteigerung Marienschloß. den 30. Mai 1881. 3798 Großh. Landeszuchthau- Direction. Feilgcbotcncs. 3794) einspänniges schwarzes <5da,sengeschirr empfiehlt billigst ____________W. 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