Dienstag den 1. November 1881 Rr. 211 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Bureau r Echulstraße B. 18. (7133 mit letzten D-legation-- Katseitn hatte die Königin von Italien Platz genommen, dann folgte der Kaiser und die Prinzessin Gisela. Die Herrschaften wohnten der Vorstellung bis zum Schluffe bei und wurden bet der Abfahrt von der zahlreich anwesen- den Volksmenge mit enthusiastischen Kundgebungen begrüßt. Wien, 29 October. Die „Polit. Lorrefp." meldet: Der Kaiser verlier? unmittelbar nach der gestrigen Truppenrevue dem König von Italien die Inhaberschaft des 28. Infanterie-Regiments. König Humbert begrüßte noch'gestern telegraphisch das in Dudwets stattonirte Regiment, deffen Oberst sofort nach Wien abretste, um den Dank des Regimentes abzustatten. — Heute fand zu Ehren des Königs Humbert von Italien eine Hofjagd in Himberg bei Wien statt, an welcher außer dem Könige von Italien Kronprinz Rudolf, Erzherzog Rainer, Prinz Leopold von Bayern, der russische Bot. schasler v. Oubrtl, die Gesandten von Belgien, Holland und Bayern, sowie die Grasen Traun und v. Wilczek, die Generäle v. Beck, o. Jovanovic und Admiral Pöck theilnahmen. Der Kaiser war an der Theilnahme durch Empfang der Deleaatlonen verbindert. Wien, 29. Oktober. Der Kaiser empfing heule bje Delegationen und erwiderte auf die an ihn gerichteten Ansprachen: „Der Ausdruck Ihrer treu.n Ergebenheit, so- rotr 3bre marmen Glückwünsche zur Vermählung meines SohneS lhun meinem oäter- -■ - ■ —•' -——im«— —*■*- —t* tD.iw.Mni.nA_ Empfangen Sie AranLreich. Paris, 29. Okt. In her heutigen Sitzung her Deputtnenkammer sprach G-mbetta feinen Dank für die Wahl zum Präsidenten aus und sagte: Er verkenne weder den Charakter noch die Tragweite der politischen Kundgebung, welche die Kammer durch seine Wahl beabsichtigt habe, er werde sich der chm anver. trauten Mfffion würdig zeigen- Louis Blanc beklagte sich darüber, daß chm gistern das Wort verweigert worden und beantragte, die Wahl zu annulliren. "iambetta wies nach, daß die Abstimmung eine ordnungsmäßige gewesen sei, die nicht bestritten werden könne. Rach einigen Erläuterungen Guichard's wurde der Gegenstand verlafien. Es begann hiernach die Vertficatton der Mandate, wobei nur etwa 50 Mandate bemängelt wurden. Die wettere Prü. fommen.* — Bei dem Empfange der ungarischen Delegation durch den Kaiser hielt Havuald eine Ansprache, in welcher er der Befriedigung darüber Ausdruck gab, daß die Monarchie mit allen Mächten im besten Einvernehmen stehe. „Wir begrüßen", bieß es in der Ansprache, „die Freundschaft mit den Mächten mit um so größerer Freude, als in derselben eine Garantie für die Aufrechterhaltung des Friedens liegt, und deßhalb die großen Ausgaben für das Heer, welche besser für productive Zwecke verwendet werden können, vielleicht eine Herabminderung erfahren dürfen- Die Delegation werde jedoch die unumgänglichen zur Sicherhei für die Monarchie dienenden Auslagen mit der größten Bereitwilligkeit votiren. — Bei dem Empfange der Rei».tz- ratbsdel-gation gab der Präsident, Ritter von Schmerling, in seiner Ansprache an den Kaiser den Gefühlen der Verehrung und Loyalität Ausdruck und beglückwünschte gleich- zeing den Kaiser zur Vermählung des Kronprinzen. Schmerling sprach ferner dem Kaiser Tank dafür aus, daß er im Vereine mit den befreundeten Fürsten ein- friedliche Lösung der völkerrechtlichen Fragen erzielt habe Die Delegation werde, durchdrungen von den Ge'üblen der Rothwendigkeit, die Mittel zu bewilligen, welche die Integrität der Machtstellung des Reiches bedingen, doch auch die Steuerkraft beider Länder sorgfältig in Erwägung ziehen, überzeugt, daß die Regierung bei dm eingebrachten Vorlagen den obwaltenden neuen Verhältnissen Rechnung getragen haben. Es sei zu erwartm, daß die Arbeiten der Delegation zu einem besriedigmden Abschlüße gelangen würden. Deutschland. Berlin, 29. Okt- Uefcei die Berufung des Reichstag» ist noch kein endgültiger Beschluß gefaßt und steht dies wohl auch vor dem Bekanntwerden de« definitiven Wahlrefultals kaum zu erwarten. Als feststehend kann es be- trachtet werden, daß dem Reichstage während der kurzen vorweihnachtlichen Leffion außer dem Reichthaushalts.Etat keine größeren Vorlagen zugehen werden. Von den kleineren Steuerprojecten, welche den Reichstag in der letzten Session beschäftigten und welche ja allesammt abgelehnt worden find, dürfte keines wieder zur Vorlage kommen; dafür wird eben das Tabaksmonopol erwartet. ,, , . _ — B sher sind die Wahlresultate von 216 Kreisen bekannt. Gewählt sind 20 Eonservative, 9 Freiconservative, 55 Centruwsmitglieder, 15 National- lifcerole, 19 Secesfionisteri, 18 Fortschrittler, 6 von der Do'-kepartet, 4 Polen, 10 elsässische Protestler und Partikularisten — 60 Stichwahlen find bereits erforderlich geworden. Ludwigslust, 29. Oktbr. Se. Maf. der Kaiser, Ihre Köntgl. Hoheiten der Großher-og, der Prtr.z Karl, der Prinz August von Württea berg und dle Herzöge Paul und Johann Albrecht begaben sich bei schönstem Wetter heute um 9 Uhr zur Sausagd nach Jatnitz. — Der commandlrende General des 9 Armee-Corps, v. Treskow, ist hier eingetroffen. Ludwigslust, 29. Oktober. Se. Mas. der Kaiser ist in Begleitung d,z G'vßher,og« unb der Großherzogin, des Punzen Karl, des Prinzen August ton Württemberg und der Herzöge Paul, Johann und Albrecht wohlb,halten von der Jasruher Jagd zurückgekehrt. Abend« war Galadiner im goldenen Saal, später Tbee in der Haste, inzwischen glänze, de Beleuchtung des Lchloß. Platzes und der Cascaden bet prächtigem Herbstwetter. Morgen früh Gotte«, dienst im Schlöffe, dann Dejeuner und Mittags Rückfahrt Sr. Majestät und der übrigen hohen Gäste nach Berlin. Karlsruhe, 29. Oktober. Anfang« November treten die badischen Kammern zusammen. Don Regterung«-Dorl°gen werden einstweilen genannt: Revision der Städteordnung und der Kreisversaffung, Vorlage über die Höllen- »hal-Bahn, Budget Vorlagen mit der A-.ssiebt der Steuerverminderung^ Die von den nichtliberalen Abgeordneten zu stellenden Anträge sollen einen Angrrff auf das Ministerium, bezw. den Sturz deffelben bezwecken. In Schwetzingen wird eine militärische Brieftauben-Station errichtet, die mit Köln und Straßburg in Verbindung steht. Mit der Abreise des Kaisers von Baden-Baden bat die dortige Saison ausgehört. Die Kaiserin bleibt noch einige Zeit, und der badische Hof wird ebenfalls noch etliche Tage daselbst verweilen. Der in Karlsruhe die Prinzensckmle besuchende Prinz Wilhelm von Hohen,ollem, der bekannte Held der Düffeldorser Räubergeschichte, ist seit emiger Zeit am Typhus erkrankt; der Vater des Prinzen ist zur Pflege seines Sohnes nach Karlsruhe gereist- An den Grenzen unsere« Landes werden neuerdings wieder mehr Ver- suche gemocht, socialdemokrattsche Schriften einzuschmuggeln, bezw. von Baden aus in andere deutsche Länder zu versenden. Namentlich ist Konstanz den tn bei Schwei; verweilenden Socialisten für ihre Zwecke günstig gelegen, da man im Falle der Gefahr mit einem Schritte auf dem sichern S-bweizergebiet ist. Jüngst wurden wieder mehrere Ballen mit verbotenen Schttsten abgesangen, die auf der Bahn nach Regensburg geschickt werden sollten. Ter Versender hat sich in die Schwei; geflüchtet. Hesterreich. Wie«, 28. Oftober. Anläßlich der Anwesenheit des Königs und der Königin von Italien fand heute Ab-nd Galavorstellung im Opernhause statt. Das Haus war in allen Räumen von einem distmguirten Publikum besetzt. Die Mitglieder des diplomatischen Corps, sowie die hohen Staatswürden- dräger waren in großer Gala. Bald nach 7 Uhr erschien der Hof, vorn Publi- tum durch Erheben von den Sitzen begrüßt. Der Kaiser führte die Königin ton Italien der König von Italien die Kaiserin; es folgte sodann der Kron- tzttnz mit der Kronprtn;essin, die Srzherzöge und Erzherzoginnen, Prinz Leopold «nb Prinzessin Gisela- In der Mitte der Hofloge nahm der König Humbert Hlatz, welcher zur Linken die Kaiserin hatte, während rechts die.Lrvnprinze'stn, die Erzherzogin Maria Theresia und Prinz Leopolds schkn; linkt —" dea ‘giuin«1 l" fobLä'®®6 t stabiiikt tborftr. linken mit ib;bör zu Sinter St- yod). ierwe-t zu tertatfl- kSpM- ls 5 Hnw inthm ist tocollP. oermidbm klamm. g mit allem i Gw. in meinem ob zu ntr? r öm:r. sZimüm m in btr \V\\W ajtii Süd» Atibtn. jsmr.. [venn'-db^ Büß. ericbtett Leib" ist baldigst B Ä!» '.J Qofrtti Wchener MMger Ameige- unb AmisbM für den Kreis Gießen. Lwe., cs n der eu^_L- 'vennleib^ iWW- iethen W ilSgartner. Bekanntmachung. Qf wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß in dem I Wahlkreise deS GroßherzogthumS Herr Skccktsunwalt Dr. Gutfteisch zu Gieften 8419 üon 13199 gültig abgegebenen Stimmen zum Abgeordneten des Deutschen Reichstags erwählt worden ist. Gießen, am 31. Oktober 1881. Der Wahl-Commiffar: Dr. Boekman n, Prorinzial-Director. lichkn Herzen wohl und erfüllen mich mit aufrichtiger Befriedigung, dafür meinen herzlichen Dank. — Seit dem Abfchlusfc der le„ Beratungen haben die Schwierigkeiten, welche sich der Durchführung einiger Punkte des Berliner Vertrags entgegcnfteQten, ihre glückliche Erledigung gefunden und der europäische Friede ist hierdurch neuerlich gefestigt worben. Dieses günstige Ergebmß ist zuvörderst dem aufrichtigen Zusammenwuken der europäischen Mächte zu danken, deren Bestreben auf ungestörte Consolidirung der Verhältnisse im Orient gerichtet war. Meine Regierung hat die Förderung und Pflege dieses Zusammenwirkens als ihre wichtigste Ausgabe betrachtet, sie ist hierin durch die vortrefflichen Beziehungen der Monarchie zu allen Mächten, sowie durch das allgemein herrschende Friedensbedürfniß auf das Wirksamste unterstützt worden. Die Vorlagen, die Ihnen von meiner Regierung zugehen werden, entsprechen dieser erfreulichen, beruhigenden Lage. Die Kriegsverwaltung wendet sich nur insoferne an Ihre erhöhte Opferwilligke.t, als dies zur gehörigen Weiterführung der begonnenen Arbeiten ober zur suecessiven Beschaffung einiger als nothwendig anerkannten Bedürfnisse für die Ver vollständigung der Wehrkraft unbedingt erforderlich erscheint. Die Verwaltung Bosniens und der Herzegowina nimmt die Finanzen der Monorchie auch diesmal nicht tr. Anspruch. Tie consequent fortgesetzten Bemüdungen meiner Regierung, die Ruhe und Ordnung in diesen Ländern zu sichern und ihre geftige und materielle Entwickelung zu fördern, haben bis jetzt schon erfreuliche erfolge erzielt. Ueberzeugt, daß auch Sie wie die früheren Delegationen mit ebenso viel E nsicht wie Patriotismus an Ihre wichtige Aufgabe herantreten, wünsche ich Ihren Arbeiten einen gedeihlichen Fortgang und heiße Sie alle herzlich will- Prcid viertel,ährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohr. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 Pf. sung derselben wird Vorbehalten. Es wird angenommen, daß die Tonstttuirung des definitiven BureauS zu Änsang der nächsten Woche möglich sein wird. — Wie verlautet, hat der Präsident Gre- y m seiner letzten Unterredung mit Gambetta Letzterem angeboten, die Leitung des Cabinets zu übernehmen. Gambetta soll das Anerbieten »genommen haben und würde volle Freiheit der Aktion erhalten und das Präsidium deS Minister Conseils mit oder ohne Portefeuille übernehmen- Ueber d s Programm und die Zusammensetzung des neuen CabiretS hat Gambetta noch nichts zu erkennen gegeben. Man glaubt, Löon Say werde das Finanzministerium und Freyctnet das Kriegsministerium übernehmen. Als .sicher wird angesehen, daß Ferry auf seinem Posten als Unterrtchtsmtniper verbleibt. Zum Präsidenten der Deputtrtenkammer wird voraussichtlich Brisson gewählt werden. Italien. Rom, 29. Oktober. Das Journal „Italia militare" erwidert den Artikel der „Wehrzeitung" mjt einem Artikel, in welchem sie sagt, daß die italienische Armee, wie immer eins mit ihrem Könige und der Nation, ihren Jubelgruß mit den Acclamattonen vereint, welche heute beiden Monarchen in Wien dargebracht werden. Rom, 29. Oktober. Kardinal Caterint ist gestorben. Das Befinden des Kardinals Borromeo hat sich verschlimmert. Ausland. Schlüsselburg, 29. Oktober. Gestern ist das erste Ladoga-Ets in die Newa etngetreten. Dasselbe nimmt die ganze Breite des Flusses ein. Die Dampfverbrndung ist unterbrochen, alle Kanäle sind zugesroren. Serbien. Belgrad, 29. Oktober. Verbürgten Gerüchten zufolge würde der Erzbischof von Belgrad in Folge seiner Weig^ru rg, das Toxengesetz zu respec- tiren, auf Vorschlag des Cuttusrnlmsters seinen Functionen als Erzbischof und Metrovoltt enthoben. die vielen Wünsche und Erwartungen, die sich auf ihn vereinigten, sich in reichstem Matze erfüllen zum Wohle und Gedeihen unseres geliebten deutschen Baterlandes- Gießen, 31. Oktober. (Zu dem Loncert vom 30. DfioberJ. Den Reigen in tu Serie der Winter Concerte dahier eröffnete die tn ihrer Art klassische Pastoralsymphonie von Beethoven. Diese in der kraftgemalen Epoche des Musters, In der noch kein zeitlicher Kummer auf seiner herrlichen Srele lastete, gesckoffcne Symphonie ist zwar totntgti mächtig, als andere Be rtb ov en'sche Tonstücke, steht aber doch einzig in ihrer Gattung da. Vielleicht regte Haydn durch seine „Iahresze'ten" dieses Pastoralthrma mit seinen heitern natursrligen Motiven bei dem Tondichter an. Aber frei von übertriebener tonmalertscher Plastik, in Die bet einem derartigen Naturthema ein Componist sich allzulricht verlieren konnte, hat der Meister । seinen Stoff mit wunderbarer Kunst in die üblichen Kategorien der Symphonie ctnzurahmen verstanden und die von ihr geschaffene Musik ist in keiner Weise aus ihrer höheren und merk- , würdigen Spläre herausgetreten. Wir fanden die Wiedergabe des Tonstücks von dem du.ch auswärtige Künstler wohlunterstützten hiesigen Orchester in durchaus würdiger Weise aus- ! geführt. — Die Sängerin des Abends, Fräulein Helene Pessiack, f Opernsängerin aus ! Hannover, die sich in Gießen hiermit aufs Vortheilhafkesie etnführte, besitzt einen außerordent- I lich umfangreichen Sopran und alle der weiblichen Kehle innewohnende Weichheit und Lied» i lichkeit. Rauschender Beifall für die vortrefflich gesungene Loreley von Liszt und daS andere Lied, sowie für das Recitativ aus „Figaro" veranlaßte die Sängerin, noch ein kleines aller: liebstes Lied dreinzugeben. Mendelsohn's, des Romantikers, Ouvertüre zu „Ruy Blas" wurde auf's Beste zu Gehör geb,acht. Die akademische Fest-Ouverture ist Die originelle । Revanche Gabe be» Komponisten Brahms für die ihm von der Breslauer Universität verliehene Doctorirürde. Die Welsen von vier bekannten Siudentenliedern heimeln uns ou8 dieser Ouvertüre in anmuthiger Weise an, wenn auch nur zuweilen und vorübergehend, denn dieselben werden ja in eine organische Verbindung mit einem höheren Ganzen alsbald hinüber- geführt und verschwinden rasch, bis endlich das burschikose Kernlted, das alte „Gaudeamus igitur“ mit voller Musik intonirt wird und das heitere Werk paffend krönt. —er. — Wie man uns miitheilt, hat gestern in einem Dorfe bei Alsfeld ein Mann seiner Frau, Mutter von 6 unerzogenen Kindern, den Hals abneschnitten. Der Mörder ging nab vollbrachter That tn den nahen Wald und erhängte sich dortfilbst. Die Staatsanwaltschaft hat sich heute früh an Ort und Stelle der grausigen That begeben. — Das Bankett der vereinigten liberalen Parteien am Samstag Abend in Wenzels : Garten fand unter der lebhaftesten Betheiligung statt. Auch zahlreiche Parteifreunde aus Grünberg, Lich rc. hatten sich zur frohen Feier eingefunden. Unter Reden und Toasten, 1 unterstützt von den Klängen unserer Regimentsmusik, vergingen den Thetlnehmern fast nur zu rasch die frohen Srunden, welche gewiß lange noch in der Erinnerung eines Jeorn bleiben werden. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspoudenz- Bureau. Ludwig-lust, 30. Oklbr. Se. Maj. der Kaiser ist mit dem Prinzen Karl und mit dem Prinzen August von Württemberg heute Nachmittag mittelst Exirozug 65 70 -i i Kuh , Rind und Farrenfletsck 45 - 55 Kalbfleisch 50—60 , Hamncelfiei' I 45—65 Sckweinrr risch 75 80 H, ein Hahn 1.80- 2 20 ein Hubn JL 1.60 2.0 eine Vn.r „M. 2.50 - 3.00, eine T^r.ub 50 - 60 , Gans JL 4.00- 8 00, Hal das Stück >L 3.50—0 , Poularden JL 2.20—2.60, Rehbock daß Pfd. 70 80 4 Kapaun- vHk 2.50 3, Wälscher Hadn .M. 9-12, Kartoffeln 1O? Ko. JL 6.00—7.50, Kohlkraut 20 5 Blumenkoh. 1 St. 30—60 H, Wirsing 12 — 15 Gelberüben 1 Bund 10—0 Zwted,: 1 Bund 0 Sellerie da« Stück 30 -00 Meerre >lg t Stück 10—15, Spargel ba-7 Pfu» 30 Romai-:-Salat 10—20 Endivien 10 0 , Rotl kvant 15- 20 Wei^krau 10—12 Arrisckokm 50 80 Erbsen das Pfd 30 H Bohnen 100 Pfund 0—00 VM. Kartoffeln uaS Gesckeid 8 - 00 das Maitc- JL 3.59 4.50, Kopf-Salat 00 Sptncr 30—50 ,$), Schnittlauch dak Gtbund 3 Kohlrabi per Stück 3—5 H Allgemeiner Anzeiger. F» G. Fe Z Samstag den 5. November, Abends 8 Uhr: Tanzkräiizche» im „Einhorn". Karten ä 1 (auch für Nichtmitglieder) sind bei den Vorstands- v itgliedern zu bnben. Der Vorstand. Heute (Montag) Abend: Besprechung bei Spieß, Neustadt. AbOMuemeots-Ooncertee Wenzel’s Wiuter- (Palm-) Carlen. 7164) Die Kapelle des 2 Grossh. Hess Inf.-Reg. Nr. 116 erlaubt sich hierdurch zu einem Cykhis von Aboiiiiements-Concerteu einzuladen. Die Concerte finden in den Wenzefschen Localitäten im Palmensaale statt: allen Anforderungen der Neuzeit zu entsprechen, werden Wagner-, Strauss-, Wiener und Italienische Abende staltfmden, wozu ein musik- und kunstliebendes Publikum ergebenst eingeladen wird. Der Abonnements-Preis für 6 Concerte (Familicnbillet bis zu 4 Personen) beträgt....... .....7,— Der Abonnements-Preis für 6 Concerte (Personenbillei) . „ 2,40 Der Anfang der Concerte wird im GiessenerAnzeigcr bekannt gemacht. Die Abonnements-Liste circulirt. Massen-Ausverkauf im Laden der Frau Zülch Ww., Seltersweg. Ersuche die giehrten Damen, sich von der Billigkeit meiner Waat en durch nachfolgenden Preiö-Courant überzeugen zu wollen: Hochfeine, ger>ctle Damenkragen oon 20 an; Kinderkragen von 10 an; Manschetten Pec Paar von 10 H an; seioer- Binden, HatÄtücher von 20 an; Plisse- Kragen, da» Neueste, von <5 H an; CorsettS von 1 JL an; Unterröcke voa 50 an; Schürzen von 30 an; feine Herrenkragen von 20 an; Herren - Shlipse von 20 an; verschiedene Sotten Spitzen von 6 a per Meter; Band von 15 per Meter; Sammtband ver Meter voa 10 an; Krausen per Meter roi 20^ an; Sophafchoner 50 ; Kommodedecken von JL l,5i) an per Stück; 10,000 Stück Schweizer und sächsische Stickereien von 40 H an per Stück; Dorhangstoffe von 30 H an per Meter- Giessen, im October 1881. Hochachtungsvoll Feste Preise. Bitte Ov- geehrten Damen nochmals, sich von der Billigkeit obiger Artikel überzeug.-n zu wollen. 7'78) __________Chr. Hofmann. @*he weniß-^htGudite halboer: 1 6459) Zwei Uniform-Röcke (für wegen Mangel un ^latz I Unteroffiziere) sind billig zu verkaufen. Mi destilnu abgeha Gi 7 87) Die schreibe^ biffipen ÜlijklkM Bi Giej Stil Um bt oiten |tl6' ron Wagt . -er sta se-ung auf 6 Ta werden, kürzten gri bchi'seitige betjelben \ 20 |üt u:.d von 5 2 biß 5 j Kassel, a König!. 6167) fl N des 25 Siück donnerst von N soll die joq ßorbenenA leuten, \ hötig, mit un: Grabg v 'pachtet; Htwrlt und fdmmt Znßande sti Die Mü Mchb unb Me Hosiua im Ganze, ^"haltend, bauenden l Lethen. D'eVerp 0 Tage voi Quf dem h ^"gesehen t Freitag von 'vurnansdc §vkann ®0»H y«ßtobj S*" Treis q.q Bekanntmachung. Mit d. m auf Dienstag den 8. November d. I. bestimmten Viehmarkt wird auch ein Krämermarkt abgehatten. (Äiesten, am 31. Oktober 1881. 7 87) A ibtomm, Bürgermeister. Bekanntmachung! Die (^rbedung der direkten Steuern, dir 'Ab- und Zu- schreibegebühren und der sonst fälligen Gelder findet für de d rfipen Steuerpfiichtigen cv.\ trn Werktagen oom 5. bis 25. November auf unserem ®uieau (Lut. Gieße» . drn 29. SOfrcber 1881. Großherzo Nicke DtstrictS-Einnebmerei Gießen 1. Bekanntmachung. Um den n'cht an den Station- orten selbst wohnenden Empfängern von Wagenladungen, weicht von • der stattgehabten Herabsetzung der (Entladefristen auf «Tagesstunden betroffen werden, tie Innehaltung der ge- kürzten Frist m erleichtern, ist die br.hi seitige Expreß - Aviflrung derselben gegen eine Gebühr von 20 H für Entfernungen bi- 2 Rilom. u:.b von 50^ sür Entfernungen über 2 biS 5 Ruom. angeordnet worden. Raffel, am 27 Oktober 1881. Rönigl. E senbabn-DetriebS-Amt. 6167) (Main.Weser.Bahrn) Mühlcnvcrpachtung. Donnerstag den 3. '?bt>cftbet, von Nach lNttagS 1 Uhr an, foU die sog. Untermühle, den verstorbenen WilhelmHosmannEhe - leuren, nunmehr deren Erben ge- hütig, mit den dam gehörigen Wiesen un: Grabgäreu öffentlich melstbieteni) v^pachtrt werden. Bemerkt wird, daß die Mühle neu ur.b sämmtliche Gebäude im besten Zustande find. Die Müble selbst besteht auS drei Mahl- und einem Schlaggang. Auch können aus Wunsch veS Pächter- die Hosmann'schen Aecker und Wiesen, im Ganzen etwa 24 Rafielrr Acker enthaltend, zu noch näher zu verein- barenden Bedingungen mitverpachtet werden. Die Verpachtungsbedingungen können 3 Tage vor dem Veipachtungetermin aus dem hiesigen Ortsgerichtebureau eingesehen werden. Freitag den 4. November, von Vormittags 10 Uor an, sollen auS dem Nachlaß der Wilhelm Hofmann Eheleute etwa 60 Etr. Kornstroh, 40—60 Str. Gerste und Haferstrod, 100 Str. Heu und Grummet, 120 -140 Str. Kartoffeln und sonstiges Gemüse, 1 Pferd meistbietend versteigert werden. TreiS a-Lda., ben 26. Oktober 1881. Großh. Ortsgericht Treis a. Lda. 7119) Benner. Slhas-llcrNeigcrung. Mittwoch den 2. November, Mit ags 1 Uhr, werden in Birklar in der Wirth- schäft des Sbristian Schneider 25 Stück junge trächtige Mutterschafe meistbietend versteigert. (7155 Teppiche g in reizenden türkischen und buntfarbigen Mustern, 2 Mtr. lang, 1‘2 Mtr. breit, von schwerstem Doub l-Köper mit Fransen Stück nur 6 JL Salovteppictie, 2 Mtr breit und 3 Mtr. lang, S-Ück nur 12 JL Bettvorlagen, 130 Ctm. lang, 65 Ctm. breit, Paar nur 3 JL, müssen schleunigst auSverkaust werden. Versandt gegen Nachnahme. Max Devlt, Dresden. Muudcrn, Kieler Bücklinge, ger Aal empfiehlt (<183 C. G. Hleinhenn, __________SclterSweq S 21.______ Zur Saison halten unS der hiefigen und auswärtigen Publkum mit unserem eichiffortirten Laaer in allen Sorten Winterschuhen zu den billigsten Preisen besten- e pfohl-n. 6352) _Ph. Nau & Cie 7'74) Feinste gewaschene Anthrncitirohlcn liefert in kleinen und großen Parthien billigst (9ft. Unverzagt, Kaplcmsgaffe. 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So gehts in allen Tonarten, so muß sich nunmehr seit Jahrzehnten das deutsche Volk von den amerikanischen Nähmaschmen-Compagnten anschreien, so muß sich die deutsche Nähmaschtnen-Jndustrie in chrer Gesammtheit als eine unechte, so müssen sich die Fabrikanten und ihre 10000 Arbeiter als eme Gesellschaft von Nachpfuschern verdächtigen lassen. Der unterzeichnete Verein deutscher Nähmaschmenfabrikanten und Händler ist zusammengetreten, um gegen diesen moralisch unwürdigen und auch die Nationalwohlfahrt gewiß nicht fördernden Zustand Front zu machen. Fragen wir zunächst: Was ist gerecht An diesem Echt? So lautet die Antwort: Nichts, als einzig die echt amerikanische Ueberhebung und Arro- fl° 3ft es einem Stephenson, dem Erfinder der Locomotive, jemals beigekommen, zu sagen: Die Welt fährt mit unechten Locomotiven, weil diese nicht aus seiner Fabrik stammen? Wird irgend ein Deutscher so toll sein und behaupten: Die Oesterreicher, die Russen, die Franzosen, die Amerikaner schießen mit une chtem Pulver aus unechten Zündnadelflinten, tragen unechte Uhren m der Tasche, oder experimentiren mit unechten Spectral- Analysen, weil diese nicht im Londe der Erfindung, in Deutschland, erzeugt wurden? „ Gewiß nicht, dazu sind wir doch zu vernünftig! Dem Geburtsland des Herrn Barnum war es vorbehalten, den geistreichen Begriff von der echten und unechten, von der Original- und Nicht-Oriainal- Nähmaschine zu erfinden und damit leider ganze Be- volkerungsschichten zu verblüffen, die nicht in der Lage sind, der Wahrheit nachspüren zu können. Die Namen der Erfinder Singer, Wilson und Grover sind heute der Welt gegenüber nebenher nur noch Firmen.-Namen, sie sind in der Hauptsache Bereich- nungen für gewisse Nähmaschinensysteme, ebenso wie das Wort „Bessemer" eine gewisse Stahlsorte bezeichnet. Diese einzig vernunftgemäße Auffassung suchen nun die Amerr ferner mit ihrem „Echt" und „Unecht" zu verdunkeln und niederzuschreien, obgleich dieselbe von englischen, amerikanischen und deutschen Gerichtshöfen der Prozeß- wuth der Amerikaner gegenüber längst als zu Recht und Gesetz bestehend anerkannt worden ist. Ja sogar den Landsleuten des Herrn Barnum ist diese Sorte von Humbug denn doch zu stark gewesen. Die Singer- Compagnie mußte vom Gerichtshof zu Muscatine in Iowa ein Urtheil hinnehmen, nach welchem für sie der moralische Bankerott perfect geworden ist. Der Richter entschied: Nicht jene von euch verläumdeten und als unecht ausgeschrieenen Maschinen sind die nachgeäfftcn, sondern die eurigen selbst; seit eure Patente erloschen, sind eure Maschinen endlich von anderen Fabriken verbessert worden und ihr selbst habt euch zur Annahme einiger dieser Verbesserungen verstehen müssen, also sind eure sogenannten echten Maschinen die nachgemachten. In Wirklichkeit, die Nähmaschinen, wie sie von den Erfindern Singer, Wilson und Grover ihrer Zeit gebaut wurden und die noch das meiste Recht auf die Bezeichnung „echt" hätten, sind jetzt soweit überholt, daß sie für moderne Ansprüche geradezu unbrauchbar sein würden. Man kann hier in der That im Sinne des Richters zu Muscatine sagen: Je echter, Je schlechter! Hundertfach hat man die eiserne Nähmamsell im Lauf der Zeit variirt und verbessert, namentlich in Deutschland, und dieStatistik des Reich spatentamtes D zuBerlrn legt ein glänzendes Zeugniß dafür | ab, daß man in Deutschland unablässig bemüht gewesen, ■ alle Nähmaschinensysteme zu vervollkommnen. Daraus I erklärt sich auch das Geheimniß, wie bei diesem Riesen- I Humbug in Deutschland die zweitgrößte Nähmaschinen- Jndustrie aufblühen konnte; freilich muß diese zwei Drittel ihrer Erzeugnisse ins Ausland schicken, weil sie bei den unwürdigen Verdächtigungen trotz billigerer Preise und durchschnittlich besserer Qualität noch nicht das wohlverdiente Vertrauen beim Publikum und darum keinen entsprechenden Markt finden konnte. Auch auf diese objective Darlegung werden die Amerikaner wahrscheinlich nur krampfhafter antworten, aber, man lasse sich nichr verblüffen. Jede Maschine ist echt, sofern sie solid gearbeitet ist und ihrem Zweck tadellos entspricht. Man prüfe mit echt deutscher Gründlichkeit die deutschen Erzeugnisse und man wird finden, wie jener Richter, daß die verdächtigten unechten Maschinen echter sind, wie die echten. Wir bitten das deutsche Volk, einen großen Zweig der deutschen Industrie nicht ferner in echt germamscher Gutmüthigkeit von den Fremdlingen so zu sagen im eigenen Hause ungestraft verläumden zu lassen, das Interesse des Einzelnen, wie das nationale Wirthschafts- mteresse wird dabei nur gewinnen können. In der Qualität sind die Amerikaner geschlagen, sie hinken in allen Neuerungen nach, — sie justiren schlecht und statten unansehnlich aus, kurz, „Außen dürftig, Innen klapprig" und im Preis können sie uns kaum Stand halten, das wird jede Nachfrage in den Magazinen bestätigen, nur mit ihrem leider sehr capital- mächtigen Humbug stehen sie unerreicht da und diesen lahmzulegen, kann nur gelingen, wenn ihm das deutsche Volk nach Gebühr den Glauben versagt. (7169 Man lasse sich nicht verblüffen! Man prüfe! Die Concordia. Vereinigung deutscher Nähmaschinen Fabrikanten und Händler. Hamburger Ausverkauf. Einem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich hier mit einem großen Wäsche-, Weiss- und Wollenwaaren-Lager angelangt bin, und verkaufe wegen Aufgabe des Reisegeschäfts sammtliche Artikel zu und unter Fabrikpreisen. Der Ausverkauf dauert nur bis Dienstag den 1. November Das Lager besteht in großen Posten Schweizer Stickereien, Stück 4V2 Mtr., von 40 H an, 1500 Dutzend gestickten Kraufenkragen, 2 Stück für 25 J}, Umlegekragen, Manschetten von 20 an, Kinder Matrosenkragen von 15 4 an, Damenschürzen in Alpaca und weiß gestickt von 50 an, Kinderschür zen mit Stickerei von 38 an, Damen- und Kinder-Wäsche, Wollenen Kopf- und Umhängetüchern von 75 H an, Damenwesten von 2 M an, «Herren und Damen-Camisols von 90 an, Kinder-St ümpfen von 25 an, meisten Unterröcken mit Stickerei von M 1.50 an, leinenen Herrenkragen v[-x Dtzd. 1.80, gesäumten Taschentüchern mit bunter Kante das V2 Dtzd. 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Lebensjahre, was wir Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Theilnahme zur Kenrtniß bringen. Gießen, den 31. October 1881. Verantwortliche Redactton: 8L Scheyda. — Druck und Verlag der Brühllschen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. m. Viircau: Sch Ä! ln < lo Nicht ®Mt ^n!,ch Huth, Jli U Unter der ftüher io viel be feint Beachtung Wiener Telegran an das Ereigriß schen Politik bedi bürgschast ist. @ bekannt gewesen. Händel sich einzi Frankreich und H danken; so hätte Miggrätz ntemal ! das Patruroniun wir in Deuischla Nischen Staatsmä -«sinnt, und gern dienstwillig zur legen heiten. getont Hitzen, um nu' ielannf, als daß das Treiben der "ne Zeit iang g Trient vorbersite Parlti die Mint^ Teheiinen zu agi H'M JMMz Mester, rro ste I’ WßMHIg f «nigrüche M to Io N'i notittt S'lch-d IchmL, ™ Riqintjchaft 'M) ihm jucor W nur protefl H Ur Lhm r !®b- »-lch's bi, WlilDir Stalle MUflirt $u,be, 9'flinöbtt. bem »"geims, ^Wntieii. In S? S-H-Üch. ® s °»Hu m ^unbnifi(8 ;*«. ' te« ■ K "?.ib. 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