llW otrnti ohiu Leltertz^ Vt logt bu -p wöbtTa nmeihtv. WMtuJSj am Kimz. T’ neu hev e>i nrbf gerrauwe, en 6 au ft, >er L Ott 1 bei Lebed zu oermidba Sgasse L 87. i mitDohvmg t. er, ftuä)tnpl4 ijeign tein, AranM Iheilt. , Hmterbau. lieit solide 1. Hyp» jungen ftert > , 9 poftlagtn* ^6121 :herungsbank JediDgugtii rilehrraiil geoturen un*t jmcD werd®« h Vau. (dlW 84 x) 811 Hof« mit Ersolg. % t« unentg- i. 66 panjj nswertb! »sie, >'-s-Kr°nkd^I » ßchttt ♦fll choerttaMvttlll g pr #°a* i füi-MMp! un> ■rljafjen. laghy, 29 i‘Ä )C * (2^ jrbode ässe Kreur> Nr. 228. Samstag den 1. Oktober 1881. 6) (diener Twißer Ameige- unb Amtsblatt für den Kreis Gießen. Ä Preis viertelEhrlich 2 Mark 20 Pf. mtt Vnngerlohn. k^vreau t Schulftraf»e B. 18. Erscheint täglich mtt RuSnabme tv-3 Montag». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Crnfllifcbc Sorgen. Viele tubiflt Stunden genießt eine rngltschr Regierung eigentlich niemals, die In allen Weltteilen zerstreu! liegrnken englischen Destßungen schaffen mehr Sorgen, al- sie oft werth sind. Besonders dir jetzige Regierung Gladstom'S tst so reichlich mit Mühsalen aller Art überhäult gewesen, hat so viele unendliche Schwierigkeiten zu überwinden gehabt, daß man nicht weiß, waS man eigentlich mehr bewundern soll, die Staalkklugheit Eladstone's und sein Glück, oder aber die Ungeschieklichkeit seiner Gegner. EiwaS trostlos klingt eS nun freilich, wenn man sieht, daß sich auf allen Seiten neue Gefahren austhürmen, weniger zwar für den Staat, al- für des Cabinet Gladstone Unheil bringend. Gladstone hat mit großer Grschästsikeit die auswärtigen Wirren, welche ihm sein Vorgänger Beacoi.Sfiklb in Asten, Afrika und in der Türket hinterlaffen hatte, zu läsen gesucht, ober recht gelungen ist ihm so eigentlich nicht-. Im Orient, wo Lord Beaconsfield fich zur leitenden Macht aufgeworfen hatte, bat Gladstone sich erst von Frankreich, halb genöthigt durch den zu Anfang diese- Jahre- herrschenden irischen Ausstand verdrängen lasten, und dann zusehen müsten, wie schließlich von deutscher Seite, nachdem auch Frankreich mit seinem Schiedgruchi-vorschlag nicht- auertchien konnte, dir enkgiltige Regelung de- griechischen Grenzstreite- durchgrsetzt wurde. England begi,üzte sich „Ja" zu sagen, weil es nicht ander- konnte, sein Verdienst an der Pacificirung des Orient- ist mithin sehr gering. Ernstlicher, da unmittelbar Staatsinteresten dadurch in Mitleidenschaft gceogen wurd türk schen Krieges wurde bekanntlich daS Boer-land Transvaal ohne Weitere- annectirt. Dir Boer- haben diesr Drr> gewaltigung nirmals anerkannt, sondern ernstlich dagegen protestirt, und selbst tu England fanden fich Viele, die diese ganz unmotioirte Verletzung des Väiker- recht- entschieden verurtheilten. Im Herbst vorigen Jabrrs begann der große BoerS.Aufstand, in dem sich die tapferen Bauern ihre Freiheit wieder gewinnen wollten, drnn eS ist «ine ganz merkaürdigr Erscheinung in der rrglischen Eolonialpolitik, daß die unterworfenen Vö ker niemal- mit der englischen Ober- derrschaft rersähi t, sondern erst durch Strenge und Waffengewalt zu grhor- iamen Untertdonen gemacht werden konnten. Seitens der Regierung wurde du Boer-Aufstand nun auch alS eine Rebellion hmgestrüt, trotz der Sym- patbie vieler englischer Kreise. Allein Mr. Gladstone, der sonst so sehr für Unabhängigkeit und Freiheit der Völker schwärmt, hatte sick dir-mal doch gründlich vrrrechnet, denn statt, daß die Truppen die Bauern zum Gehorsam zurückbrachtrn, schlugen die Letzteren die Soldaten zum Lande hinaus und brachten ihnen ganz empfindliche Niederlagen bei, durch die der englische Rationalstolz auf daS Empfindlichste gedrmülhigt wurde. Wob! oder übel, wenn man r icht kolossale Anstrengungen hätte machen wollen, mußte man also nachgtbrn und die Frucht der alsbald emgeleiteten Unterh mdlungen war die bekannlr Eonvention, dir jetzt von dem Volk-raad der Boers verworsen srm soll. Such wenn die Nachricht sich nickt besläligen sollte, so steht doch fest, baß die Stimmung im TranSvaal-Lande eine den Engländern hockst feindselige ist, welche jeden Augenblick wieder in einrn offenen Krieg auibrechen kann, welcher sehr viel Menschen und, da« ,st ja in England stets die Hauplsache, noch mebr Geld kosten würde. F.st rbenfo unbehaglich ist die Lage in Afgha- mstan. Abdurrahman, der eigentliche und auch von den Briten anerkannte Herrscher, führt schon seit längerer Zeit mit dem Emir non Herat, Avub Khan, erneu Krieg, in dem er, obwohl Anfangs geschlagen, doch sckließlich Apub Khan vollständig besiegte. Afghanistan ist für Gladstone ein Land der Sckreckens, mit dem er nicht gern etwa- zu thun haben will. Unbegreiflicher Weise hat er aber die raubsüchtrgen Afghanen s. Z. fich selbst überlaffen und sogar Kan- dabar nicht besetzt gehalten. Jetzt kommen die Folgen. Tas ganze Land rst in Auftegung, und eine Invasion der Engländer wird nöthig weiden. Neben diesen Sorgen auf dem Gebiete der auswärtigen Politik, welche Gladstone seine früher begangenen Fehler verschafft»», braucht man al- dritte, und viel, leicht größte, kaum noch die irische Angelegenheit zu nennen. In Irland sieht'« wieder so bunt auS, wir nur je. Durchgreifenden Reformen setzen d,e Sandlords energischen Widerstand entgegen, und mu der jetzt gesckaffenen Land- bill find die Iren nicht zufrieden. Wo giebt's nun euren Ausweg aus diesem Wirrwarr, den Gladstone wieder erst durch seine anfängl che Nachgiebigkeit geschaffen bat? In Wahrheit herrscht noch immer die Landliza auf der "grünen Insel, von der Regierung der Königin Victoria spricht kaum Jemand. §eut/chland. Darmstadt, 28. Seplbr. Ter dritte Senat des Reichsgerichts hat dieser Tage eine überaus wichtige Civilentscheidung getroffen, welche umsomehr für unS Jntereffe bietet, als nach den Präjudicien unseres ehemaligen Ober- Appellation-gerichts die betr. gemeinrechtlich.- Streitfrage in einem anderen Sinne entschieden war- __ , Die zur zweiten Ehe geschr ttene Mutter verliert das Eigenthum an -Allem, waS ein Kinb erster Ebe von seinem verstorbenen Vater rrbaltrn hatte tunb nach dem Tode dieses Kindes auf sie vererbt worden sein würde, wenn fit nicht zur weiteren Ehe geschritten wäre, zum Nachtheil ihr« Sinder erster Ehe. — Nach de, hesfischen Rechtssprechung fand dieser RechtSsatz auch auf den Vater, wenn er zur weiteren Ehe schreitet, Anwendung. Da« Reichsgericht hat nun entschieden, daß Dem nicht so sei und die betreffende grsetz- liche Bestimmung zum Nochtheil drS VaterS nicht bestehe. — DaS Reichsgericht geht dabei von der Ansicht auS, daß, weil da- betreffende römische Gesetz nur dir Mutter erwähnte, man nicht berechtigt sei, hier tktn etwa nicht ganz correct gewählte» Ausdruck dem Gesetzgeber zu unterstellen, sondern diese Fassung alS eine bewußte und absichtlich so gewählte aufnehmrn müffe, zumal nach dem damaligen Stande drS Erbrechts die betreffende Unterscheidung nicht grundlos erscheine und daS römische Recht eine anderweit» Heirath der Frau alS eine schwere Jmpietät gegen ihren ersten Mann aufnahm, nicht aber In dem umgekehrten Falle einer anderwriten Ehe des Mannes. Darmstadt, 29. Septbr. Wir erfahren mit aller Bestimmtheit, daß S». Kgl. Hobelt der Großberzog sich demnächst über Stuttgart und München nach Tyrol, sowie in die Steiermark begeben wird, um dort einer von fürst, licher Seite ergangenen Einladung Folge leistend, einige Zeit dem edlen Waid- weik, namentlich auf Gemswild, obzuliegen. (N. H. SB ). Berlin, 28. Septbr. Tie „Neue Strtt. Ztg." schreibt: „Eine Htf in die Verhältnisse unseres Militär-Subalternen-BeamtenstandeS einschneidende Verfügung ist vor einigen Tagen vom Kriegsministerium erlaffen worden. Alle in den LirutenantSrang aufrückenden Militärbeamte, wie Zeuglieutrnants, Zahlmeister, UnterauditeurS rc-, müffen jetzt, bevor sic die bezüglichen Examina ab« legen dürfen, entweder sich schriftlich verpflickten, nicht zu beirathen, oder den Nachweis führen, daß sie oder die künsttge Ehefrau >m Besitz rinrS DermögenS von mindestens 15,000 je find." Karlsruhe, 28. Septbr. Die Ueberfiedelung des HofrS nach Baden» Baden und der dortselbst beabsichtigte öffentliche Empfang drS Großherzoglichen Paares mußten unterbleiben, weil der Großherzog in Folge einer Erkältung das Bett hütet- — Die nächste Sitzung der Generalsynode findet am Sonnabend statt- Schweden. Gothenburg, 28. Septbr. Das schwedische Kronprinzenpaar wurde bin mit begeistertem Jubel empfangen. Der Landeshauptmann hielt eine Ansprache, in welcher derselbe die bohen Neuvermählten Willkomm»» hieß und auf dir der Kronprinz erwiedrrte. Die Stadt ist auf« Festlichste geschmückt. Nußrand. Mo-kau, 28. Septbr. Der Brandschaden im Kaufhof wird auf 2'/, Mill. Rubel geschätzt. ES ist übriger« Alle« verfichert- Afrika. Tunt«, 27. Septbr. Bei Mirttör hat eine Abthrilung Reiterei, die von Manaba kam, 800 Reiter der Aufständischen, die umzingelt worden, saft ganz vernichtet. In Sahalin bei Sousa schlug Oberst Mouim 500 arabische Rerlrr und 1000 Fußgänger; der Kampf dauerte drei Stunden. Die Araber hatten 150 Tobte. Trotz aller Vorkehrungen dauert die Kriegs-Lontrebande auf großem Fuße fort. Fast alle Stämme deS nördlichen Tunesien«, welche sich nack der ersten Expedition unterworfen hatten, sind in vollem Aufstande. Di« AufstLndisck'n find entschloffen, fich auf« Aeußerste zu wehren. Kairo, 28. Septbr. Eu. Regiment Neger unter Abdullah Bey wird am Sonnabend und ein anderes Regiment unter Arabi Bey in der nächsten Woche nach einem Orte zwischen Suez und Sagafig abgrhrn. Das Gerücht, daß der Abmarsch deS NegerrrgimentS bereits früher hätte statlfinden sollen, aber in Fmge der Weigerung deS Oberst zu marschiren verzögert morden sei, ist vollkommen unbegründet. Der Abmarsch war von vornherein aus den Sonnabend festgesetzt, damit die Truppen erst noch den Monatssold erhalten können. Telegraphische Tepeschen. Wolff'S telegr. Korrespondenz- Bureau. Berlin, 29. Septbr. SBic der ,Reichs-Anz." schreibt, haben der Ar- bertS- und der F nanzmmister auf die Anfrage der Deputation der Bergisch- Märkischen Eisenbahn - Aktionäre den Bescheid ertherlt, daß der Beschluß der Generalversammlung, wonach dieselbe gegen eine feste 5proctntige Rente und ciut Zuzahlung von 15 JL pro Bette zur Abtretung der Bahn an den Staat bereit fet, für die Regierung unannehmbar sei. Die Minister feien daher nicht in der Lage, über den Beschluß der Generalversammlung in Verhandlungen einzutreten. Karlsruhe, 29. Septbr. Tie Frau Großherzogin reist heute Abend nach Baden-Baden, wohin fid> bereits Nachmittags der Erbzroßherzog begeben hat. Der Großberzog wird durch Unwohlsein hier noch zurückgehalten. Baden-Baden, 29. S-ptbr. Le. Maj. der Kaiser, welcher gestern Abend 6Uhr von Stuttgart wohlbehalten wieder hier eingetroffen war, erledigte beute Vormittag Regierungsgeschäfte und nahm u. A. die Vorträge des Militär- md Ewil»CabinetS entgegen. Die Ankunft des Großh. Badischen Hofs wild heute Nachmittag erwartet. Die Frau Großherzogin hatte Ihrer Mas. der Kaiserin bereits vorgestern einen Besuch abzestattet. An dem mor- gtnben Geburtstag Ihrer Maj. der Kaiserin findet kein Empfang, wohl aber ein Festdiner von 31 Gedecken bet Sr. Maj. dem Kaiser statt. Dublin, 29. Septbr. In einem gestern hier abgehaltenen Meeting der katholischen Bischöfe Irlands wurden mehrere Resolutionen gefaßt, in denen die Pächter ermahnt werden, von der Landbill Nutzen zu ziehen und gleichzeitig davor gewarnt werden, sich an Grheimbünden, Gewaltakten und Einschüchterungen zu bethetligen. Schließlich wird in den Resolutionen die Be- gnadigung der politischen Gefangenen befürwortet. Petersburg, 29. Sept. Der Kaiser hat gestern bei Kronstadt über die aus dem Stillen Ocean und dem Mittelmeer zurückgekehrten Schiffe eine Revue abgehalten, die gegen 7 Stunden dauerte. Am Schluß der Revue sprach der Kaiser über den Befund der Schiffe und wegen der mit der größten Präcision auSgeführten Evolutionen seine Anerkennung aus. _____ Lokales Gießen, 30. September. Bet der am 27. ds. SD? 18. zu Nt«der-Bejsin«en abqehattencu Kirchweih« stürzte sich der ledige Johannes Rio 8 aus der Speicheröffnung einer Wirthichaft in den Hof und war sofort todt. _____ Vermischte-. Darmstadt. Die Obstbausection des Gartenbau Vereins zu Darmstadt hat an Großh. Mmifterium das Ersuchen gerichtet, die schleunigste Beseitigung aller dürren Bäume aus Feld und Gärten anordnen zu wollen, weil eine sehr große Anzahl dürrer Obstbäume, welche im Laufe der beiden letzten Winter zu Grunde gingen, in Felder und Gärten stehen und liegen, unter deren vielfach losgelöster Rinde zahlreiche, den Feld- und Gartengewächsen schädliche Jnsecten ihre Brut für's künftige Jahr niedergelegt haben und noch nieberlegen, auch selbst einen vor Vernichtung schützenden Aufenthalt dort aufsuchen Da der Antrag der Obstbau section die größte Beachtung verdient, so hat Großh. Ministerium die Anregung gegeben, die Landwirthe auf die durch das Belassen der dürren Bäume in Feld und Gärten drohende Gefahr hlnzuweisen Und zu deren Beseitigung aufzufordern. Darmstadt, 28. September. Auf bis jetzt unaufgeklärte Weise — so schreiben die „R. H. 93.N — gerieth heute Morgen der in dem um 8 Uhr 16 Min. von Heidelberg hier cintreffenden Zuge sich befindliche Postwagen auf der Strecke zwischen Bickenbach-Eberstadt in Brand und mußte auf letzterer Station ausrangirt werden. Man hört, daß die Postbeamten sich nur mit Mühe retten konnten; ob von der Ladung Etwas geborgen wurde, ist bis jetzt nicht bekannt geworden. Der Wagen selbst soll fast vollständig zerstört sein und vcrmuthet man, daß der Brand durch Explosion von Feuerwerkskörpern, die aller Vorschrift zuwider unter falscher Declaration sich im Wagen befunden haben mochten, entstanden sein. — In einer Beilage der jüngsten Nummer der „Bcrl. Wespen" finden wir eine Annonce, worin eine Firma in Schlotheim ihre trefflichen Stricke „für alle Zwecke" empfiehlt. Daneben befindet sich eine Vignette mit einem Galgen, woran ein Mann hängt. Gewiß eine sonderbare Art der Reclame. Mainz, 28. September. In dem Gasthaus „Zu den vier Jahreszeiten" fand vor gestern eine Kreisversammlung der Gauvertreter des 9. Mittelrheinischen Turnkreises statt. Die Versammlung berieth hauptsächlich über die Abänderung der Kretsstatuten, wie dieselben aus einer seiner Zeit gewählten Commission hervorgegangen sind. Nach einigen, in der Hauptsache nur redactionellen Aenderungen wurde der neue Statutenentwurf angenommen und beschlosien, die Statuten einem demnächst hier tagenden Turntag des Mtttelrheinkreises vorzulegen. Groß-Gerau, 28. September. Der heutigen Nummer des hiesigen Krcisblattes entnehmen wir Folgendes: Schon seit einiger Zeit auf das immer dreister werdende Treiben der von Flörsheim herüberkommenden in den diesseitigen Waldungen streifenden Wildprets- knapper aufmerksam gemacht, hatten die Förster der Umgegend am Freitag Abend gegen 5 Uhr im Königstädter Domanialwald auf der Köntgftädter Wiese ein ernstes Rencontre mit diesen gefährlichen Burschen. Nachdem diese schon des Tages auf dem schmalen Streifen Wiese, der längs des WaldeS hinziehend, dem Wilde em willkommener Aesungsplatz ist, herumgeknallt, kamen um die erwähnte Zeit dem Förster W. drei Männer entgegen, welche derselbe anfänglich für seine Collegen hielt, da sich letztere kurz vorher behufs Recognosetrung von ihm getrennt hatten- Des Nebels wegen erkannte er erst auf 20 Schritte die ihn nickt bemerkenden und sich ihm nähernden Wilderer. Die bestimmte Aufforderung von ihm, die Waffen niederzuiegen, ward h tempo mit hochgehobener schußbereiter Waffe von denselben beantwortet. Nun folgte rasch ein Schuß; der Wilderer Peter Geßwein, den Schrei „Au weh" ausftoßend, entfloh getroffen in das nächste Dickicht, ihm nach seine Gefährten, von welchen einer dabei seine Kappe verloren hatte. Als sich der Pulverdampf verzogen, war nichts mehr zu sehen und die anderen Forstbeamten, die den Schuß wohl gehört hatten, verharrten in Spannung auf Urem Posten. Etwa eine Viertelstunde später zeigten sich wieder zwei Wilderer am AuSgang des D'ckichtS, die vermutlich den Heimweg antreten wollten, und wurden, als sie sich den dortselbst versteckt postirten Forstbeamten auf Hörweite genähert hatten, mit „Gewehr ab" angerufen, was^auch von diesen mit der Waffe im Anschlag erwidert wurde, in Folge dessen auch von dieser Seite Feuer auf die Wilderer gegeben wurde, worauf sich die Letzteren unter Mitnahme ihrer Gewehre wieder in das schützende Dickicht flüchteten. Von weiterer Verfolgung mußte, emestheils wegen einbrechender Dunkelheit, anderntheils weil die Forstbeamten es nicht wagten, in das Dickicht vorzudringen, indem sich beim Versuch sofort Wilderer mit hochgehobener Waffe in der Lichtung zeigten, an diesem Abend abgesehen wcrdm Erst anderen Tages wurde die Streife fortgesetzt und fand man den leblosen Körper des Wilderers Geßwein etwa 150 Schritte von der Stelle entfernt im Dickicht. Das Gewehr deffelben hatten die beiden anderen Wilderer, die flüchtig sind, mitgenommen. Bis jetzt sollen sie noch nicht nach Flörsheim zurückgekehrt sein und wird vermuthet, daß der eine von ihnen auch verwundet ist und sie sich irgendwo versteckt halten. Gestern Mittag fand die gerichtliche Obduction der Leiche in Königstädten statt. Der Körper ha:te einen Schrotschuß im rechten Arm, Hals und der oberen Lunge, welch' letztere Verletzung tödtlich war. — Nach heute Morgen eingelaufenen Nachiichten soll der eine der btiben über lebenden Wilderer, der jüngere, ebenfalls getroffen worben sein und sich noch bis Rüffelsheim ge'chleppt haben, woselbst er liegen geblieben. Von da soll er in verwundetem Zustande heute Morgen nach Flörsbetm verbracht worden sein. Vom Thüringer Wald, 23. September. Heute früh stellte sich bei uns der Winter ein; wir hatten heute den ersten Schnee. Die Flocken fielen ganz dicht und in ziemlicher Größe zur Erde. Bristol, 17. September. Das Todtenschiff, die österreichische Brigg „Milovic", Capiiän Domdulovick, hat uns verlaffen. Seine Sce'.etfrackt aus Plewna, deren Löschung am Penner Wbars (Redcliff Street) hier erfolgte, ist bereits nach allen Richtungen zerstreut, denn dieselbe war nicht nur an hiesige Düngerfirmkn, sondern auch an dergleichen Fabrikanten in Worcester und anderen Orten konsignirt. Nicht 500, sondern 300 Tons betrug die Fracht, was 6000 Gentnern entspricht, wovon ein Fünftel Thiergerippe, der große Rest der species homo angehörte. Man hatte dieselben zerhackt. Die guten Leute in Bristol haben sich eine große Anzahl von Türkenschädeln, Händen, Armen, Rippen als „Andenken an Plewna" von der Ausladeftätte mitgenommen. Das Londoner „Echo" sagt dazu u. A : Ist keine Stimme unter Jenen, die in England so laut über den TobeSkampf vor Plewna jubelten, um gegen die Entweihung solcher Gebeine zu protesttren, der Entweihung Derer, die sie als Helden gepriesen? War es nicht Beaconsfield, der damals in Guildhall beim Bankett gesagt: „Die Unabhängigkeit der Türkei war noch vor einem Jahre ein Gegenstand deS SpotteS; sie steht heute, wa- immer der Ausgang des Krieges, übet jedem Zweifel!" Vorüber! Vorüber! Hätten englische Minister nicht gewisse Verheißungen gemacht, Plewna wäre nie geschlagen, der grause Uebergang durch den Schipka Paß hätte nie stattgefunden, jene Soldatengebeine wären nie in Bristol an s Land geschleudert worden! Sie starben umsonst — umsonst für ihr Vaterland — umsonst auch für England — eine Hekatombe von Erschlagenen in einer Sache, die vom Anbeginn ohne Hoffnung wat! Ist kein ehrenvolleres Ziel für jene Gebeine zu finden, als um den Düngerhändler zu bereichern? Kauft fie, häuft sie alS Fundament für ein gewisses „National- Denkmal", um künftigen Generationen zu melden von einer National T'gorheit, von Minister- Blindheit, von einem Fiasco selbstsüchtigen Unrechts, von unserer MittBlutschuld! Bremen, 26. September. Ein entsetzliches Unglück passirte heute Morgen 7 Uhr in der Nähe von Ritterbude. Dort ist man seit einigen Monaten mit dem Hammedurckstich beschäftigt, wobei ein Maschinensckacht eingelegt ist. Die Züge muffen auf einer provisorischen Brücke fahren und die Brücke ist nun heute Morgen in dem Augenblicke gebrochen, alS der Zug binaufgefahren war. Locomotive und Wagen schlugen um und stürzten in den Fluß, etwa 9-10 Arbeiter wurden unter ihren Trümmern begraben Es ist noch nicht genau fest zustellen gewesen, wie viele Menschen verunglückt ober verletzt sind. Fest steht jedoch, daß zwei Arbeiter schwer und einer leicht verwundet sind. Einer ist tobt und drei werden noch vermißt. Eine Untersuchung ist sofort eingeleitet. — [Gin Rabdinergerichts. DaS „Lodzer Tagebl." erzählt folgenden Vorfall: In einem Grenzdorfe im Gouvernement Kielce saßen kürzlich bei geschloffenen Thüren drei Rabbiner über einen Juden zu Gericht, der angeklagt war, den Gnnzwächtern »in cm im Urberschrett.« t*r Grenze begriffenen Zug jüdischer Schleichhändler verrathen zu haben, wöbet der Führer dr An*ei^fl , Lenen da kr Pudiitm r.'.: •' mW», hn; ndmiieb n™1 Briefe da, mvdltuna,■ , «1*1 ouSgcltniu-' ungm »<>'“ * II itt unt ««<"■.; I jjdWrtmiJ- , d-° |l ladul^'r'A I ic =s ttwo t.oh I »t« wvA\ aud) 'n jein 1in “ m , ffltt»61 .1 ' jo ’ | ,d " »bin I, ti 4. 3 n. tBei oe« )ai 8mtT bm ul »nd plem, fi t -- *olr, aUt an n< bfrjeitni |u Siglen La« , Hein. Ityin. Dorfes Pao f.:; fernen Wan.r t^eile vnsichei: die Bel.« Der 3:a»n : ollhll -eint mn ugmtBo : den oeiiunfn.! st, die uc| tr einem ror etm 2000 Xomin. rfchudene jh^r jleil4 u. r. Itq war. Bremen. Md, vorn Jim:- abgegangen w tat nach Vartr Reife naL i i circa 350 Beutner fO „ Herrn Loui- Wenzel, Selter-weg. bei Herrn I. W. Kurz, Neustadt. bet Herrn (?mtl Oebig, Reichensand-Bahnhossstraße. ö) bet (6024 Gehalten von T. Dicgel, Professor und Pfarrer -u F iedberg. Nebst einem Anhang, cnlb -Iienb Mttide lungen über den Verein für innere Mission (6226 Julius Schulze, Scmncnstraßc 58. 5636) Der Vorstand. )cb wohne nunmehr Loberstraste 6386) ent- Br- Hirschhorn Rechtsanwalt. IN Cberberini. Preis 20 H. Der gefammlc Et trag komm: dem Vnein zu gute. Nockwolle v*’r Pfund wf. i.uo, dkockhouinwolle per Pfund Mk. 1.30, sowie 3trt2uppenmarken in Büchelchen geheftet zum Verschenken an Bedürftige find zu kaufen: Bahnhofstraste beim HauSoater der Herberge und bet Herrn Kaufmann H a i n b a ch ; Markt bei Herrn Wilhelm Klee; Grünbergerstraste bei Herrn KretSamtSgehtlfen Döring. i. Sorte Lteiukohlen, sowie sehr trockene Braunkohlen Erschienen und ;u haben in der Un oersitäts-Buchlrandlung von W. Kerber und in der Agentur des bolportagevereins (Pfarrer Schlosser):. Predigt am JaKre-fest des Vereins für innere Mifston in Oberhcssen, den 15. Juni 1881 zu Giesten. darf rechtzeitig zu ergänzeu und die einzelnen Marken zu keinem höheren, all dem Betrag chreS Werthes au daS Publikum im Allgemeinen während der ganzen Zett, in welcher daS Gelchäftslocal der Verkäufer geöffnet ist, jedenfalls aber innerhalb der für den Verkehr mit dem Publikum festgesetzten Dtenst- stuaden der Octs Postankalten abrugeben. Gießen, den 1. Oktober 1881. Kaiserliches Postamt. Ritsert. Bekannlmachung. Amtliche Derkaussstellen für PostwerthzeicKen bestebeu in 5694) Rampen, Serq, Papier, Eisen, Zink, Messing, Knpier, Blei, ^laichen rc. werden anaefaurt LouiS Varhrnberger Neuenweg 193. 6333) Ein Kuserbursche gesucht von Sebr. Schwan. n . 2) bet den Herren Nau 8t Co., Walllborstraße. 3) In d.n Hrrrm Heinzerlinst ÄT TribuS, Rren$. 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(JL 1000) Nr. 113. 175. 195. 220. 340. 383. 440. 720. 750. 760. 807. 817. 956. 992. 1162. 1272. 1298. 1324 1346. Ib56. 1442. 1447. 1762. 1778. 1787. 1831. 1833. 1889. 1891. 1921. 1969. 1975. 2069. 2153. 2178. 2382. 2593. 2621. 2743. 2870. 2940. 2963 „ P. (JL 500.) Nr. 20. 56. 120. 137. 139. 158 196. 212. 267. 438. 505. 663. 673. 675. 1003. 1030. 1041. 105*. 1107. 1135 1171. 1216. 1244. 1258. 1265. 1288. 1335. 1370. 1376^ 1378. 1379. 1381. 1383. 1386. 1387. 1411. 1415. 1544. 1553. 1686- 1696. 1712. 1764. 1800. 1820. 1860. - Q (JL 200.) Nr. 11. 145. 273. 296. 304. 324. 342. 425. 435. 442. 466. 573. 596. 686. 1011. 1023 1033. 1043. 1096. 1171. 1216. 1231. 1232. 1285. 1287. 1305. 1333. 1369. 1417. 1450. 1480- 1492. 1532. 1533. 1561 1588. 1610. 1620. 1718. 1729. 1747. „ R. (JL 300.) Nr. 204. 248. 282. 412 414. 479. 480. 510 603. 668. 689 703. 719. 808. 1008. 1015. 1044. 1053. 1059. 1144. 1171. 1182. 1244. 1314. 1317. 1327. 1366. 1371. 1404. 1419 1423. 1455. 1516. 1556. 1567. 1601. 1644. 1647. 1674. 1740. 1789. Frankenpfandbriefe von ISI«. Sämmtliche noch ausstehende Stücke im Restbetrag von Frs. 153,000. — nämlich von Lit. D. Nr. 1-21. „ F. Nr. 1-100. Sämmtliche noch ausstehende Stücke unserer tPAWßen Guldenpfand- btiefe sowie unserer 5%igen Pfandbriefe der verschiedenen Währungen sind bereits längere Zeit gekündigt und außer Verzinsung getreten. Den Inhabern der heute verloosten und gekündigten Franken» und Markpfandbriefe stellen wir den Umtausch gegen 4%iße Markpfanddriefe zum EourS frei, sofern die Einreichuna der Stücke zum Umtausch bis zum ** cr* erfolgt. Die Auslieferung oer neuen, mit Januar- und Juli-Coupons versehenen 4v/oigen Pfandbriefe sindet alsdann vom 15. dis 30. November er. statt unb werden die bis 1. Januar 1882 laufenden Zinsen der verloosten und gekündigten Stücke gleichzeitig milvergütet. Die nicht umgetauschten Pfandbriefe werden vom 31. Dezember 1881 ab gegen Rückgabe der Stücke nebst den noch nicht fälligen Zinscoupons und den Talons zurückbezahlt. Umtausch und Einlösung erfolgen bei unserer Kasse (am Salzhaus Nr. 4) und unseren sämmtlichen Einlösungsstellen, insbesondere in Glessen bei Herrn Aron Heichelheim. Gleichzeitig machen wir daraus ausmerksam, daß mir auf Antrag die Kontrolle über Verloosungen und Kündigungen unserer Pfandbriefe kostenfrei übernehmen und die dessallsigen Formulare, aus welchem die Bedingungen ersichtlich sind, an unserer Kasse sowie bei unseren Einlösungsstellen bezogen werden können Krankfurt a. M., den 24. September 1881. (6385 Die Direction. ________________ Dr. Haag. Hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich in Folge vielfach vorgekommener Namensverwechselungen von heute ab die Firma 8. W'eiinersfjeim ITadjlolqer führen werde. ö Gießen, den 1. Oktober 1881. Hochachtend 6383) M. Kaan, Ich zeige hiermit an, daß ich die Directio n der Balser'schen Stiftung wieder übernommen habe und in Gießen und Umgegend practicire. Dr. Winther, 6263) Augenarzt und practischer Arzt. Gießen, Wilhelmstraße. Sprechstunde: Morgens von 11 — 1 Uhr, Nachmittags von 2—4 Uhr. Samstag den IS. Oktober: Ball für Israeliten zu Hesselbach bei -A.. Rabenau. Hierzu ladet ergebcnst ein l>a* Comlfe : 6269) Simon. Blumenthal. Katz. Adler. Emser Pastillen aus den festen Bestandtheilen des Emserl Wassers unter Leitung der Administration der König Wilhelms Felsenquellen bereitet, von bewährter Heilkraft gegen die Leiden der Respirations- und Verdauungs-Organe, in plombirten Schachteln mit Controle-Streifen vorräthig: in Giessen (2483 bei Grc Wiih. Weidig. Zranksurter Würstchen empfiehlt in vorzüglicher Qualität 63*2) Hermann Euler. Penniethungen. 6384) Zwei gut möblirte Zimmer zu üermiethen. 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