Ar 1. Erstes Blatt. Sonntag den 1. Mai 18SI. chichcner Miyeiger Aykige- uni Amtsdlntt für im fircis GikKen. ' ‘ <^reiv vlenel,Lhrlich 2 Mark 20 Pf. mit Vrinqerlohn. ^tircoti: Schnkstraffe N. 18. Erschcin, fäflliti mit «nfinabme bei ^oniags. Durch bie Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Gefunden: 1 Manschette mit fftiopf, 1 Schürze, 1 M.ffer, «in weiße« Taschentuch, mehrere Schlüssel. Selrgraphischr Vepescheu. Wolff*- telegr. F»rrespo«be«z-V»rrau. Karlsruhe, 29. April. Ihre Majestät die Kaiserin traf m tiklft S; trazugs gegen 12 Uhr hier ein, wurde auf dem Bahnhofe von den Mitgliedern der Großh- Familie begrüßt und reiste nach kurzem Aufenthalte nach Baden- Baden weiter. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. F r e s e n t u ___________ Zugelaufen: 1 Dachshund. Gießen, den 30. April 1881. Deutschland. Berlin, 27. April. Ter „M. Zig." entnehmen wir: Man erinnert sich, daß der Abg. Garet- bei den Verhandlungen im Reichstage über daS Lonfulat zu Apia die Bemerkung in die Debatte einflocht, eS befinde fich im Strafgesetzbuch in sofern -ine Lücke, alS der Sklavenhandel darin nicht bedroht sei. Solcher werde in den polynesischen Gewässern auch von Deutschen schwung» haft betrieben. Der Reichskanzler, der in der Sitzm g zugegen war, griff diese Bemerkung auf und regte den genannten Abgeordneten an, fich in dieser Sache an da- auswärtige Amt um Abhülfe zu wenden. Derselbe hat diesen Wink besolgt und eine Eingabe gemacht, worin er die Derhältniffe au-einan versetzt und für daS erwähnte Verbrechen eine Strafe bis zu 15 Jahren Zuchthaus, sowie eventuell Eonfiecation deS Schiffe- und der Ladung vor- tchlägt- Er hat hierauf jetzt eine überraschende Antwort vom auswärtigen Amte erhalten, welche kurz bisagt, eS könne jetzt, nachdem der Reichstag in bn vorigen Session die Samoa-Vorlage abgelehnt habe, daS auswärtige Amt keine Veranlaffung finden, in dieser, den Südsee - Archipel hauptsächlich betr. Frage auf dem Wege der Gesetzgebung vorzugehen. Man werde versuchen, auf dem Verwaltungswege im Einzelnen Remedur zu schaffen. — Heute Dor- mittag lieb der Kaiser sich eingebe'den Belicht über daS schreckliche Unglück auf Sr. Mal. ArtMerieickriff .Mars" abstatten. In Folge deffen wird der Ehes der Admiralität, General v. Stosch, oder ein höherer Admiralität-- Olficter unverzüglich nach W'.lbelmshafen abreisen, um an Ort und Stelle den Thatbrstand der Katastrophe seftzustellen. Ununterbrochen laufen auS der obigen Veranlaffung bei der hiefigen kaiserl chen Admiralität Telegramme auS WilhelmShafen ein; de-glrichen von den Angehörigen der an Bord befindlichen Besatzung. Berlin, 28. April. Die Eommisfion für das Arbeiter-Unsallverfiche- rungsqeietz hielt heute ihre erste Sitzung ab. Eine allgemeine Debatte wurde abgelehnt und sofort in jene über § 1 eingetreten. Staatssekretär v. Bötticher trat lebhaft für die Vorlage ein und wies namentlich alle Bedenken gegen die ReichsversicherungSanstalt zurück, die von verschiedenen Seiten erhoben wurden. Auch die Ausdehnung deS Gesetz!- auf die ländlichen Arbeiter wurde in Anregung gebracht. Leiten- der Fortschritttpartei legte der Abg. Freund den mehrfach erwähnten Antrag auf E:Weiterung de- Hastpflichtgesetzes vor. Die Debatte über § 1 wurde nicht zu Ende geführt. Arankreich. Paris, 28. April. Eine Meldung der „Agence Havas" auS Ragusa von gestern bestätigt, daß Pnzrend von türkischen Truppen besetzt worden ist. Die Insurgenten lagern drei Stunden von Prizrend entfernt, find gut bewaff« net, haben aber außer Brod keine Leben-mittel. Die bei Prizrend, Ipek und Giacova stehenden Truppen der albanefisten Liga find gegen 20,000 Mann stark. Die Vervirdurg zwischen Skutari und Prizrend ist zerstört. Pristina ist von den Insurgenten besetzt. Derwisch Pascha ist mit 25,000 Mann tn F'zorevich eingetroffen und marschirt nach USkup, welcher Ort fich den türkischen Truppen ergeben hat. Tie Führer der aufständischen Bewegung find verhaftet und nach Konstantinopel geschickt worden. Auhland. Petersburg, 28. April. Ter Zustand der Kaiserin soll, wie man aus guter Quelle vernimmt, in Folge der beständigen An^st, die ihr die Tro- Hungen dir Nihilisten verursachen, fich verschlimmert haben. Die nervöse Uebrrrrizung, an der fie leidet, habe, so verlautet, in den letzten Tagen einen beängstigenden Charakter angenommen- Der Kaiser we.lt nur chretwegen tn Gatschma und kam auch deshalb zu den Osterfeierlichkeiten nicht nach Peter-, bürg, was sehr bemerkt wurde, da zum ersten Male ein russischer Czar dabei fehlte. In Gatschina ist der Kaiser von einer Kosakengarde umgeben. Im Kesan'schen Stadrtheil wurden in der Osternacht auf drei Stellm svciansttsche Proclamationen angeschlagen; die Polizei entfernte sie, konnte aber trotz aller Aufmerksamkeit die Tbäter nickt entdecken. Gerlin, 29. Avril. Reichstag Zweite Berathung der Vorlage, betreffend die Besteuerung der Dienstwohnungen von Reichsbeamten. v. Putlkamer empstchlt den Antrag der Commission, den Procentsatz der Miethssteucr von 10 auf 15 Procent zu erhöhen Richter Hagen, bekämpft die Vorlage und bemerkt, e« liege fern (Mrunb vor, neue Vergünstigungen für bie Reichsbeamten zu schaffen. D«e Motive ^utdielten unrichtige Angaden Über die Berliner Verhältnisse. Der Vorwurf des Reich-, kanzlers bei der ersten Lesung der Vorlage, datz die Berliner StadtverwaUuna bei Veranlagung der Mietbssteuer parteiisch zu Werke gebe, sei unbegründet, dieser,Vorwurf habe tn Berlin eine wahre Verleumdunasära angeregt BundeScommissar MOller weist dem Abg. Richter gegenüber das Zutreffende in den sachlichen Ausführungen der Motive nach. Freiherr v. Mirbach tritt für die Regierungsvorlage an. Fürst Bismarck welcher während der Rede des Abg. Richter in das Haus getreten, bemerkt, Berlin müsse doch auch Werth darauf legen, daß so viele Beamte hier wohnten, man dürfe sie daber nicht zu hart mit dieser Steuer behandeln. Berlin würde schweren Schaden erlaben, wenn man d'e höchsten Behörden nach einer andern Residenz oers lege: ba der Vortage bandle es sich um eine Frage der Gerechtigkeit denn der Zwang, eine Dienstwohnung benutzen zu müssen, lege für die Ausstattung derselben grotze L pfer auf. Cs sei ungerecht, bie Dienstwohnungen gerade so zu besteuern, wie seldstgewühlte, er erhebe einen Anspruch darauf, von der administrativen Willkür der Stadtreg^erung unabhängig zu werden, er macke auch für die Uebelftände nickt den Oberbürgermeister verantwortlich, der dem Ringe gegenüber selbst machtlos fei. Die Führung hätten Leute, welche nut ibrer Ctoquenz die Herrschaft an sich rissen und die Parteien dienten. Unsere Zeit erfordere Rem-dur gegen daS Uebel der Beredtfamkelt und auch gegen deren Schaustellung in den Parlamenten Er habe e,n für das' ^kMttn- wobl arbeitsreiches Leben hinter sich und wolle nicht mst dem bitteren Gefühle weiter arbeiten, von den politischen Gegnern auch nur um einige Pfennige ungerecht beur- tbeili >u werden. Benda erklärt sich gegen die Vorlage, da zu derselben kein Bedürfnitz oorNege. Fortsetzung morgen. - .. Berlin, 29. April. Die Stempelsteuer.Commission hat mit 1J gegen 6 Stimmen die Steuer auf Sheks und Gira-Anireifungeu und mit Slimmrn- aleichbeit die Sr-uer auf Lombard.Darleben abgelehnt. Wiesbaden, 29. April. Se- Majestät der Kaiser ist heute Vormit- tag 10 Ubr 20 Mtn. im b.sten Wohlbefinden bei prachivvüem Wetter hier eingettoffen und auf dem B'hnhofe von den Spitzen der BehSrden empfangen worben. Se. Maj.stät begab fich in einem offenen Wagen nach dem Schlöffe, von der auf den feAtch beflaggten Straßen zahlreich »eisamm.Iten BevLlke- rung tn‘t enlhufiastischen Hochrufen begrüßt. Kiel, 29. April. Der König und die Königin von Schweden find heute früh auf dem Postdampfer „®t nut" vor. «orför wohlbehalten hier ein- getroffen und haben um 7 Uhr Morgen« ihre Reife nach England über Ham- hura und Köl' fortgesetzt. Baden-Baden, 29. April. Jbre Majestät die Kaiserin Augusta ist heute Nacdnartag ! omrnen werden soll, nach Stuttaort ,urückkehren. Der König wird alsdann am 19 Mai d'e diesige Eenerbeautstellung eröffnen. Petersburg, 29 Apr>l. Dl- .Agence Ruffe" bestitigt, daß die Pforte Protest irooben habe gezrn den Emmarsch ftanzöfischer Truppen in Tunis w.lcheS als ein Thiil des ot,omanischen Reiches anzusehen sei, und daß der B-? von Tunis in einer D.pesed« die Intervention der Möchte ans Grund des Perttoges von Berlin angerusen habe. Tie ,Agence" bemerkt hierzu, der Vertrag von Berlin habe mit dieser Frage nichts zu thun und was Ruß. land angehe, so babe eS kein Jntereffe, in dem Eonflict zwischen Frankrerch und TuniS zu interoentren. Athen, 29 April. Der Si:iepsMinister hat die provisorisch vom SrieqS lenst B freiten zum sofortigen Dienste bei der Fahne einberusen. Madrid, 29. April. Die ältere Schwester deS Königs ist mit dem Pferde g stürzt und hak fich dabei mehrere, jedoch leichte Verletzungen, !b;" Pari», 29. April. Der in Sef commandirende ftanzöfische Oberst hat die Unteict funfl der Scheiks und Kadis entgegengenommen, die Verbindungen iut Beschaffung von Proviant find g-fichert. Im Süden der Provinz Oran har keinerlet Gefecht stattg-funden. Die aus 380 Mann bestehende Garnison von Geryville ist wegen eines etwaigen Angr ffs ohne Sorge, da die benachbarten Stämme fast sömmtlich Irm geblieben find. Nur du drei Ltömrne der Trafis, der Ouledzia und der Onledhaddou haben fich erhoben. Zwischen dem Aga der Trafis und dem Aga der Saiida, welcher den Franzosen treu geblieben ist, hak ein Zusamm-nstoß stattg-funden, bei welchem dtt letztere 30 Mann verlor; die Verluste der Trafis find größer. _ Nach hier eing,qangenen Nachrichten bat die Truppenabtheilunz deS Generals Log-rot ihren Marsch nach dem Thale von Medjerda fortgesetzr, j ohne auf Widerstand zu stoßen und wird am Sonntag oder Montag in B-za eintreffen. — Anläßlich der von der Psorte in der tunestschm Angelegenheit erlaffenen Note erinnern die hiesigen Journale daran, daß Frankreich' jedesmal, sobald die Psorte einen Akt der Souveränetär über Tunis habe aus- üben wollen, sich einem solchen Beginnen entgegengestellt habe. Unter Louis Philipp sei fast in jedem Jahre ein nach T-nis bestimmtes türkisches Geschwader ausgelaufen und ein französisches Geschwader sei dann jedesmal demselben mit der Instruction entgegen^egangen, jede Ausschiffung von Truppen oder von mit einer ossiciellen Mission betrauten türkischen Agenten in Tunis zu verhindern. Auch unter dem Kaiserreich sei dies zweimal vorgekommen. — Die „Agence HavaS" meldet aus Tunis, das Gerücht, daß Khat- reddin Pascha demnächst sich in außerordentlicher Mission von Konstantinopel nach Tunis begeben werde, habe in der Umgebung des Bey's große Aufregung hervorgeruscn. Die ehrgeizigen Pläne Shaireddin Puscha'S in Bezug auf Tunis seien schon lange bekannt, da aber Frankreich stets erklärt habe, daß es die gegenwärtige Dynastie und Erbfolgeordnung in Tunis aufrecht erhalten wolle und in Frankreich auch den Ftrman vom Jahre 1871 niemals anerkannt habe, so glaube man, daß die französische Flotte jedem mit einer officillen Mission nach Tunis kommenden türkischen Schiffe die Einfabrt wehren werde. Lokales. Gießen, 30. April. fSitzung der Stadtverordneten vom 28. ds. Mrs.) Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, Herr Beigeordneter Heß; von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Batst, Gail, Grüneberg, Hanstetn, Hornberger, Kauf, Lüoekina, a u 8 Noll, Petri, Pfann mü Iler. Scheel, Schspbach, Bogt, Wenzel und Wort mann. — Nach dem tm Jahre 1877 zwischen der Stadt und Herrn Architekt Broel dahier abgeschlossenen Vertrage wurde Letzterem der Betrieb des Tonnensystems auf die Dauer von 2 Jahren übertragen, worauf dann der Betrieb auf die Stadt übergehen sollte, falls die Zahl der in Verwendung befindlichen Tonnen über Hundert beträgt; da letzteres im vorigen Jahre noch nicht der Fall, io behielt Herr Broel den Betrieb auf ein weiteres Jahr. Bis zur Zett sind jedoch nur etwas über 60 Tonnen in Gebrauch, und hat Herr Broel bas Ersuchen gestellt, von der Verpflichtung zum Betrieb des Tonnensystems entbunden zu werden; es liegt infolge dessen die Frage vor, ob die Stadt den Betrieb selbst übernehmen ober an einen anderen Unternehmer vergeben soll. Diese Angelegenheit wird zur Berathung an die Daudeputation verwiesen. Herr Broel, welcher in der Sitzung anwesend war, trug seine auf dem Gebiete der Verwendung der Fäcalstoffe gemachten Erfahrungen vor und erklärte, daß, selbst wenn die Einführung des Tonnensystems in Gleßen größeren Umfang annehme als bisher, für die Verwendung der Fäcalstoffe in rohem Zustande keine gewünschte Verwendung vorhanden und der hierfür erzielte Preis so niedrig sei, vaß man sogen könne, eine gewinnbringende Verwendung der Stoffe in rohem Zustande sei für Gießen unmöglich. Dagegen theilt Herr Broel die durch die Abdampfung der Fäcalstoffe zu erzielenden Resultate Mit, unter Hinweis auf mehrere Städte, und empfahl daflelbe Verfahren auch für Gicßen, indem er eine bessere Der w^dung trockenen Düngers für die hiesige Gegend selbst, sowie auch für den Export in Aussicht zu stellen glaubte. Die zur Herstellung und Verwerthung sog. Poudrette vorgelcgten Berechnungen ergaben günstige Resultate; eS wurde beschlossen der Sache näher zu treten und zu diesem Zwecke das vorliegende Actcnmaterial 14 Tage lang zur Einsichtnahme der Herren Stadtverorbneten offen zu legen. — Nachdem laut Beschluß der vorigen Sitzung aus Anlaß einer Anfrage Seilens der Militärverwaltung über den Preis des für den Kasernenbau zu erwerbenden Geländes der Platz abgesteckt worden ist, wurde in heutiger Sitzung der Preis von JL 1.50 pro lD Meter festgesetzt unter Der Bedingung, daß der Kasernenbau parallel mit der Grünberger Straße entfernt angelegt wirb. — Die wegen Niederlegung Der Jsterling'schen Raufer an der Bahnhofstraße dem Unternehmer zu stellenden Bedingungen werden genehmigt. -- Die zur Aufbesserung der Wege nach Krofdorf und Gleiberg erforderlichen Kosten tm Belage von JL 185 werden bewilligt. - In Betreff des Gesuches des Herrn Dr. Kübel um Erlaubntß zur Anlegung einer Einfriedigung wird von einem hierbei in Anregung gebrachten Gelandeaustausch abgesehen und das Gesuch genehmigt. — Das Gesuch bcs Fabrikanten H. Mylius um Erlaubniß zur Erbauung eines Hintergebäudes wird genehmigt, verschicdene Kostendecreluren rc. erledigt. Gießen, 30. April. Auf dem Rathhause wurden vorgestern Vormittag gelegentlich der Musterung der Rekruten aus Gießen, zweien derselben die Uhr gestohlen Ein dritter Rekrut machte die Anzeige, auch ihm sei seine silberne Uhrkette tm Werthe von 2 l JL gestohlen worden. Bet näherem Eingehen auf letzteren Fall wurde die Vermuthung laut, daß der angeblich Bestohlene noch nie im Besitze einer solchen Kette gewesen sei, dagegen aber eine der Uhren gestohlen haben könne. Der Verdacht steigerte sich so, daß der Betreffende aus der Chaise, worin er spazieren gefahren, herausgehott, untersucht und die bei »hm vermuthete Uhr auch wirklich sammt Kette gefunden wurde. Mit dem Sträußchen am Rock mußte er nun im bekannten Hotel der Bachgasse Quartier nehmen. Nach dem Verbleib der anderen Uhr wird noch gefahndet - Ein 15 Jahre alter Junge benutzte am letzten Markttage die Gelegenheit, seine alten zerrissenen Schuhe mit einem Paar neuen, aus einer Kiste gestohlenen, zu vertauschen Die Schutzmannschaft spürte diese Sache auf, obschon der Bestohlene noch nicht ermittelt ist. , — Don einem Bauersmann wurde am letzten Dienstag auf der Sparkasse ein falscher FunszigMarkschtiu zu verausgaben gesucht. Den Schein will der Betreffende von einem Handelsmann« auf dem Viehmarkte erhalten haben. Da in letzter Zeit mehrfach über diese Scheine schon berichtet worden, dürfte Vorsicht bei Annahme derselben zu empfehlen sein Als hauptsächliches Merkmal des Falsums ist das Fehlen des Wasserzeichens, blasse Farbe sowie mangelhafte Schrift in der Einfassung — Was die Schutzleute nicht alleS thun müssen zeigte sich gestern Nachmittag auf dem Neuenweg. Ein Kutscher, welcher Rekruten gefahren, hatte jedenfalls bei dieser Gelegenheit drs Guten zu viel gethan, so daß er das Regiment über die Zügel verloren halte. Um einem Unglück zu begegnen, ließ ein Schutzmann Kutscher und Insassen ter Drosckke ausstcigen und führte diese in die heimathlicbe Remise. Hinter der Droschke aber ging wankenden Schrittes mit gesenkter Peitsche der enttrohnte Rosselenker. — Wir hatten gestern Abend Gelegenheit, Die Ziürrthaler Sängerges.llschaft Gäns- luckner zu hören und können nur constatiren, daß der denselben vorauSgegangcne gute Ruf in jeder Beziehung gerechtfertigt erscheint. Man sieht schon beim Auftreten, dap man es „iet nid?t mit gewöhnlichen Sängern zu thun hat und lassen die verschiedenen und zahlreichen Piecen sowohl tm Chor, alS die Der Solos lofort die Künstler erkennen. Vortrag und Harmonie bekunden eine gute Schule. Wir macken daher Fceunde Des Gesanges Darauf aufmetfiam, nicht zu versäumen, diese Gesellschaft zu besuchen. _ Ocffentllche Hitzung M Provinzial - Ausschusses der Provinr l?bcr- Heyen vom 28. und 29. H?ärz. (Schluß.) In der Sitzung vom 29 März wurde weiter verhandelt Die Klagt des Orts Armen- vcrbandeö Oespel i- W. gegen den Orts Armenverband Bieben wegen Unterstützung des Kaspar Decher. 9 Der Provinzialausschuß entschied mit Rücksicht darauf, daß Beklagter gegen die Klage nur den Einwand erhoben hat, nach dem Hastpflichtgesetze vom 7. Juni 1871 sei die Ziehe „Karlsglück" zur Uebcrnabmc Der Kosten bei Ver- pstrgung des in ihrem Dienste verunglückten Kaspar Decher verpflichtet; daß dieser Einwand nicht in Betracht kommen kann, weil der vorläufig unterstützende «rmenverband in Gemäßheit des $ 28 d<8 Gesetze« über Den Untnstützvngt-wohnsitz vom Un fetnLn Anspruch auf Ersatz der Kosten unter allen Umständen gegen Den definitiv fursorgepflichtigen Armenverband richten kann und sich nicht den E.nwand 'gefallen zu .assen brauckt, daß die verauslagten Kosten von regreßpflichtigen Personen, welche sick ver Fürsorge sur d-n Un,„stvxt,n un8«red>tf«rtigt-r ffi.ije entern hätten, etngejotten Weeden könnten i daß S 62 des Rrich-aestve- dem torläuflg untetsinkenden «rmenv-rband nur die Berechtigung, nicht aber die Verpflichtung »uw.ist, flalt her Blatte gegen den definitiv ter pstlcdteten Srmenverband sich an sonstige dritte Personen zu halten (vcrgl. Wohl ers das ReichSgeseg über den UnterstützungSwobnsitz von 1870, pag. 43 und 44; Emsckciduna.n des Bundesamtes für das Heimathwesen, Hefr I. pag 22, II. 22, HI. 63 V. 4! XI 26 28) dahin, / daß Beklagter schuldig sei, an den Kläger den eingeklagten Betrag von 80 H täglich »om 26. August 1880 an für die Dauer der Hülfsbedürftigkeit des Kaspar Decker oder btS zur Uebernahme Desselben in eigene Verpfl.-gung des Beklagten zu ersetzen die Kosten des Verfahrens zu tragen und an die Provtnzialkasse den «versionalbetrag von 10 JL zu entrichten. Theodor Lony von Marie 25. Marie Auszug aus den Standrsamtsregillrrn des Standesamts Gehen Vom 23. bis 30. April 1881. Aufgebote. • ecl'TCr Jacob Stötzel mit Caroline Christine Htllmann, Tochter des fianb; wlrths Johann Heinrich Hellmann, beide von Deutz. 26. Taglö^ncr «altha'er Arnold mit Katharine Donng. Tochter der Landwirths CaSpar Döring, bciD: von Groß.Buseck 28 Der Ober-Wachtmeister l~ L ~ im Großh. Hessischen Gendarmerie - CorpS, District Oberhessen^ fleam ®d>mtbt. SBittto«, von Hopfgarten mit Margartth. liltfe Marie Lony, Toqter de« Baflwirth« SThfnnnr Pnnn Gleßen. 1 7 Ha^det und Verkehr Äteßeu, 30. April. Auf Dem heutigen Wochenmartre kostet. Butter der Pfd. J<. 1.0» biß 110 Hühnereier 1 Stück 4—5 H, Enteneier per 1 Stück 5—6 A, ©änieeiei 1 Stück 8 — 10 H. Knie per Sr. 5 12 Kä; em arte per Stück 2—3 A, Erbsen 1 fittr- 23 Linien 1 Liter 26 4, Tauben bat Pa. JL 0.75—0 90, Hübner p. St. JL 1.20—1.50 Habncii P.St. JL 2 00—3.00, Enten per Stück JL 2.50 2 70 Ockienfleisch <16-4 0 x’DeT Pfd., Kuh. uni Rindfleisch 48- 56 Kalbfleisch 40 44 Hammelfl^sch 66—70 A Schweinereien 64—68 L>, Kartoffeln pn 100 Kilo 4.00 4.7o ^wi-veln v. tttc M 00 bis JL 20, Milck per Liter 16 und 1* — Auf dem am 26. und 27. April dahier abgehaltenen Viehmarkte waren 1110 Stück Rmdvteh und 1239 Stück Schweine aufpetrieben. Die Pre-ie sind durch Den lebhaften Handel gestiegen, Schweine sehr hoch. Nächster Markt Di.nstag Den 10. Mai. — lÄm Schwindler aus Dem zum Kcei« W.'tzlar gehörenden Dorf B treibt seine Schwindeleien zum Nachtheil Vieler in unserer Gegend geschäftsmäßig. Seine Meilrode ist die, daß er sich mit freundlichen, zutraulichen Werten als einen früheren Bekannten ausgiebt und sich wundert, wenn man ihn als solchen nicht anzuerkennen vermag. Häufig gibt er sich auch als einen mit dem Bergbau vertrauten Oberarbeiler aus, und sucht unter allen möglichen Vorwänden sich Geld zu versckaffen, wa8 ihm auch in den meisten Fällen gelingen soll. Eine Warnung vor diesem Betrüger macht vielleicht Manch-n auf ihn aufmerksam Eheschließungen. 24 April. Schuhmacher Heinrich Wilhelm Schmidt von Kirtorf mit Margarethe Wißncr, Tochter des verstorbenen AckermannZ Adam Witzner von Alt Buieck. Geborene. on Dem Schreiner Friedrich Rosenbaum eine Tochter, Dorothea Wilbclmine 22. Dem Taglohner Jacob Krauskopf eine Tochter. 25. Dem Friseur Hermann Plank eine Tockter, Louise. 22. Dem Weichensteller Karl Ulm eine Tochter, Karolme Elise Auguste 24 Dem Kaufmann August Ferdinand Gail ein Sohn 18 Eine Tochter von auöwärtS Louise 18. Ein Sohn von auswärts, Karl. 21. Eine Tochter von auswärts, Wilhelmine 2l Ein Sohn von auswärts. 27. Dem Weißbindermeister Philipp Schäfer ein Sohn. 25 Dem Taglöbner Peter Borre ein Sohn, Johann Ludwig Adolf. 27 Dem Dachdecker Emi Noll eine Tochter. 2b. Dem Eigarrenmacher JustuS Noll c n Sohn, Wi Helm Johannes 23 Dem Gärtner Johannes Balßer ein Sohn, Kar.. 28. Ein Sohn von hier. Gestorbeue. Zn Sachen des Orts-Armenverbandes Alsfeld gegen den Lris-Armenverband Ober- Ohmen wegen Unterstützung des Johannes Post erkannte der Provtnzialaus-chuß in Erwägung, datz Kläger für die von ihm behauptete und von dem Beklagten bestrittene Tbatsache d.s dem Johannes Post in der Gemeinde Ober-Ohmen zustehenden UntetstützungSwohnfines auch nicht den mindesten BeweiS zu erbringen vermochte, zu Recht, daß die Klage als unbegründet abz'uweisen und Kläger in die Kosten des Verfahren« sowie zur Zahlung eines «versionalbetrages von 20 JL in die Provmzialkaffe zu ver.' urtbeilen sei. 0 " 0 „ 3nmSo^en dürserweisters Hölzer zu Flensungen gegen die Gewerkschaft Schalter Gruben« und Huttenveretn zu Bulmke wegen Erwerb eines Grundstücks war Klager vertreten durch Herrn Rechtsanwalt Dr. Schüler, Beklagter durch Herrn Rechtsanwalt Metz. Der Provinzialaussckuß entschied mit Rücksicht darauf, AO rv ba& von dem Kläger angetufenen Artikel 128 und 130 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 nur in dem Falle Anwenoung finden können, wenn der Bergbautreibende die Benutzung eines fremden Grundstücks zu einer der in Art. 126 dieses Geseges sveciell ausgeführten Verwendungen beansprucht; 1 „ , , daß in t>w,,r. b,6 »nfl. aimnann« tn ait-ioujecr, acam Uuigncr, ehel. Tochter. Getaufte trn ®uRa” ®8,r 3»h°nn »art H-inrrch, gti. 5cb ®‘m ®dll0|’'T au'‘ufl 8->-d"ch Schüblrr eine Ücdjtrr, Lharloit« 611fr, gtb. trxl!5T'fapuL ^ch»hmachrr Johann «vvb cineXodker, Johanna Elifabrth »atharinr. 731) Hebe die Hohe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in ein. .der mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, Senn man von der Annoncen- Expedition von HAASEXSTEIX «, . Stmt Aeidotk -i i B-kauniin a.^u; > Häufig gibt n b unter allen mägltuir n fltlinaen fol i® !|am. ^eikgebotenes. 3063) Oinnt Leonberger Hund hat :.i verkaufen C. Vkaubach, Westnhäl. Hof. 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Mtltttn, > I I dkl 8nfab,M I tOÖ!W ; ’ Httra »rchtz^ ? ni : ipttlU yf, I 8ora“8fltt8n W | 16f durch bni m«, Job« lUflrfüat, h '"•"t -'M . L 141 0Tht(fl] ui ff “6 W htgitabtt I eine Papier-ä-Schrcibmateriaiienhandlung errichtet habe. Indem ich um geneigten Zuspruch bitte, zeichne Hochachtungsvoll Ottmar Koehler. (Hießen, den 1 Mai 1881. WohnungS und Geschäfts Veränderung♦ (3074 Unsere Wohnung und Comptoir befinden fich von hmte an A licenslrasse 1O1. Gehr. Haustein. Utter vn Hft. jk l.h 5—6 QMnffr. t -3 4, toitn 1 ft I >. 6t. X 1.20-U ixfLeü6 M--IO A r 66-70 J I viröün p. .4^ M ftt waren 1140 €ti.' I Den iedhafMl virt’ tzicktncr §ienen)üihtcr-Verctn. Lountag den 1. Mai, ^iachmittaqS: Versammlung in Wieseek. Abmarsch um S Uhr von PösckelS BierbaUc. "Ettnngrlilchrr Kirchcngksangvkrciii. 3077) Die Proben werden im Sommersemester MontagS gehalten und beginnen Abends um 7 Uhr. Anfang: Montag den 2. Mai im Gvmnasium. Anmeldungen zur inactiven Mitgliedschaft (jährlich 2 nimmt Herr Buchhändler Ferber entgegen. Eine Verstärkung unsere- ChorS, namentlich in Tenor und Sopran, wäre erwünscht. Solche, welche zum Einttttt geneigt find, werden gebeten, sich an den Unterzeichneten zu wenden. Der Vorstand. __Sck losser, Pfarrer_________________________ Llcbig’H welbHUhAtlgea Bnokmohl iet einer der wlcbtlgiUn iTaeihnlUnrtikel. Ee genagt du Mehl mit Weeeer und 8nie ■» «ine* Teltre eneurtibren and in einem gutgeheaten Beckofen ■ -> ö-Stücke . . . in Vj . ^1 ulische Souvereigns . 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