9tr. 20. Dienstag den 1. Februar tssi Meßmer Wnzeiger Anreizk- Mi Imtablutt für int Kreis Gießen. Ridaclion-bnreau r Gxpediiiondburean r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis Vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn, Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher I h e i t. Oeffentliche Borladung. Der von hier entwichene Rekrut Christoph Haas vom Landwehr-Bezirks'Commando Bonn, geboren am 21. September 1860 zu Gedern, KretS Schotten, Metzger, gegen welchen der Desertions-Prozeß eingeleitet ist, wird hierdurch ausgefordert, sich spätesten- am 16. Mai 1881, Vormittag- 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht zur verantwortlichen Vernehmung zu stellen, unter der Warnung, daß die Untersuchung im Falle de- Au-bletben- geschlossen, der Abwesende für fahnenflüchtig erklärt und zu einer Geldbuße von 150—3000 JL verurtheilt werden würde. Eüln, den 28. Jinuar 1881. Königliche- Gericht der 15. Division. Das Programm des socialen Arbeiterverein-. Fast gleichzeitig mit dem Entwürfe des Arbeiter.Verflcheruug-gesetzes ist, von der Preffe wenig beachtet und wenig besprochen, das Programm des socialen Arbeiterverein- verüffenllicht worden. Dieser Verein ist die Gründung der nach Erlaß deS Socialistengesetzes aus Berlin auegewtesenen Soctaldemo- traten ginn und Körner, denen sodann im vorigen Jahre auf chr Ansuchen die Rückkehr nach der Retchshauptstadt bewilligt wurde. Velde Herren haben fich bekanntlich in ihren Anschauungen von ihren früheren Gesinnungsgenossen getrennt und eine Agitation begonnen, welche daraus hiuausläuft, der Socialdemokratie ihre alten Anhänger abwendig zu machen Bis jetzt scheint der erzielte Erfolg jedoch kein sonderlicher zu sein, denn al- vor wenigen Tagen (am 26. Januar) der neu begründete Finn-Körner'sche „sociale Arbeiterverein" in Berlin seine erste „größere" Versammlung abhielt, hatten fich dazu im Ganzen circa 50 Personen ringefunden. Die neue „Bewegung" verdient also wohl vorläufig kaum diesen Namen, indeffen sollte man ste auch trotzdem nicht ganz außer Acht lasten, da sie eine socialißtsche Richtung repräsentirt, welche von der Regierung unbedingt nicht für politisch gefährlich erachtet wird, weil fle sonst unzweifelhaft nicht unter der Herrschaft de- über Berlin verhängten „fielt, en Belagerungszustandes" geduldet würde. Ob eine solche Duldung zu billigen oder ob die Kinn»Köiner'schen Bestrebungen gar zu unterstützen sind, mög'N die Leser aus Grund deS von ihrem Verein veröffentlichten Programmes entscheiden. Das Letztere stellt „Allgemeine Grundsätze" und „Positive For» derungen" neben einander aus. Die „Allgemeinen Grundsätze" find in erster Linie: L DaS Festhalten an der politischen Grundlage dcS Staates und Reiches, insbesondere an der constituttonellen Monarchie und dem allgemeinen gleichen und directen Wahl« recht. Demgemäß erstrebt der sociale Arbeiterverein die Ausbesserung der Lage deS Arbeiterstandes, soweit dies im Rahmen der heutigen Gesellschaftsordnung irgend thunlich ist; er gedenkt sein Ziel durch Förderung der materiellen In- tereffen der Arbeiter, sowie auch durch Hebung der stttlichen Haltung derselben zu erreichen. — II. Die Mitwirkung aller dem Arbe.teistande sympathischen GesellschastSglieder an der Gesetzgebung, den Wahlen rc. — 111. Die Beur- theilung der verschiedenen religiösen und politischen Richtungen je nach dem Maße, in welchem dieselben den Bestrebungen des Vereins zur Verbesserung der Lage des AibeiterstandeS entgegenkommen. — IV. Bekämpfung aller die friedliche Entwickelung des Volksleben- gefährdenden Strömungen. Daß diese „Allgemeinen Grundsätze" an Klarheit manches zu wünschen übrig losten, wird gewiß nicht leicht in Abrede gestellt werden können. Nur in linem Punkte find sie völlig klar, ft.dem sie nämlich zeigen, wie gründlich die Herren Finn und Körner mit ihren früheren Gesinnungsgenosten, mit der von Bebel, Liebknecht rc. geführten Socialdemokratie gebrochen haben. Im Uebrigen hat der von ihnen gegründete Verein jedenfalls, ungeachtet seiner geringen M tgliederzahl, eine sehr hohe Meinung von sich. Die- beweist der bezüglich der Deurtheilung der „religiösen Richtungen" aufgestellte Grundsatz. Die „Positiven Forderungen" des Vereins find folgende: 1) Errichtung eines Arbeitsamtes nach Analogie eines Rrichsgesundheitsamtes. Erweiteite Berücksichtigung deS Arbeiterstandes bei der Zusammensetzung des Volkswirts schastsrathes. — 2) Möglichste Erweiterung des Staatsbetriebes in arbeitet, freundlichem Geiste. — 3) Förderung obligatorischer Gewerkschaft-Verbände der Arbeiter, analog den JnnungSverbänden der Arbeitgeber; Ausstattung derselben mit Corporationsrechten. — 4) Organisation von obl gatorischen Alters», Ui.scllverfichcrungs» und Jnvalideukaffen. — 5) Verpflichtung der Unternehmer von Staats- und Gemeindearbeiten, die von ihnen beschäftigten Arbeiter nicht unter einem bestimmten, zur Bestreuung der nothwendizen Lebensbedürfnisse erforderlichen Satze zu löhnen. — 6) Einführung eines fachlich geschiedenen Normalarbeitstages. Thunlichste Beschränkung der Sonntagsarbe.t. Verbot der Kinderarbeit und jeder die Gesundheit und Sittlichkeit schädigenden Frauenarbeit. — 7) Ausdehnung der Befugniß der Fabrik'.nspectoren auf das Bau- gewerbe, sowie aus alle, mit besonderer Gefahr für Leben urd Gesundheit der Arbeiter betriebeucn Industriezweige. — 8) Befreiung der Gesängnißarbeit ron der privaten Ausbeutung. — 9) Schutz der nationalen Arbeit gegen das Ausland, namentlich gegen dessen arbeiterfeindlichen Betrieb der Arbeit. — 10) Ausgleich der indirekten Steuern durch ein starke- System progressiver Einkommen- und Erbschaftssteuern. — 11) Einführung einer Bö-sen- und hoher Luxussteuern. — 12) Organisation des Answanderungswesens. Es ist hier in der That viel mit einem Maie gefordert, so viel, daß wir da- Gerücht nicht glauben können, welches wiffen will, das Programm sei vor seiner Ausgabe einer Durchsicht von einem, an hoher leitender Stelle stehenden Staaismanne unterworfen worden. Manche dieser Forderungen find übrigens schon so viel diScutirt worden, daß sich jeder politisch Gebildete ein Urtheil darüber verschafft haben muß; anderen dagegen läßt sich eine gewiffe Originalität nicht absprechen, aber gerade bei diesen dürfte mehr noch, al- bei jenen, die Ausführbarkeit in Zweifel zu ziehen sein. Wir halten eS z. B. für unmöglich, daß die Unternehmer von Staats- und Gemeindearbriten verpflichtet werden können, die von ihnen beschäftigten Arbeiter nicht unter einem bestimmten Satze zu löhnen. Aus die Normirung der Löhne haben sehr verschiedene Faktoren einen Einfluß, die fich nicht willkürlich durch das Machtwort einer Staats- oder Gemeindebehörde außer Wirksamkeit setzen laffen. Der „bestimmte Lohnsatz" würde häufig nicht mit den auf dem Arbeitsmarkte sonst üblichen Lohnsätzen übereir.stimmen; wäre er niedriger als die letzteren, so würden die Albeiter dadurch nur Schaden haben, denn sofort würden alle Arbeitgeber ihre höheren Lohnsätze hercbzudrücken suchen, und wäre er höher, so würde kein Albe.ter mehr wo anders zu den niedrigeren Sätzen arbeiten wollen. Auf diese Weise würden die Arbeitsverhältniffe künstlich in eine nicht absehbare Verwirrung gebracht werden, unter der schließlich Alle, die Arbeiter aber wahrscheinlich am meisten zu leiden haben würden. Für nicht minder unmöglich halten wir ferner die „obligatorischen Gewerksverbände der Arbeiter analog den Jnnungsverbänden der Arbeitgeber." Wenn eS schon allgemein als eine Unmöglichkeit erkannt wird, den mittelalterlichen Zunftzwang für daS Handwerk heraufzubeschwören; wenn von diesem Gedanken sogar die im Hand- werkerbunde vereinigten selbstständigeu Handwerker rc. völlig zurückgekommen sind und denselben bei dem vorjährigen dem scheu Handwerkertage als einen Anachronismus ausdrücklich verworfen haben, — bann werden die Herren Finn und Körner mit den „obligatorischen Gewerksverbänden der Arbeiter" ganz gewiß wenig Glück haben. Vom Arbeiterstande gilt noch viel mehr, was dir Handwerksmeister für fich anerkannt haben, daß der obligatorische Innung-- verband ein Anachronismus ist, denn der einzelne Lohnarbeiter beschränkt seine Thätigkeit viel weniger auf eine bestimmte Gewerksarbeit, als der Handwerk-- meister. Wenn beispielsweise ein Schlosser arbeit-los ist und eS wird ihm Metalldreherarbeit angeboten, so nimmt er fie ohne Bedenken; Leute, die ursprünglich Bautifchlerei gelernt haben, arbeiten hinterher al- Zimmerer und umgekehrt; in den Maschinenfabriken findet man häufig [gelernte Gelbgießer als Kupferschmiede beschäftigt u. s. f. Wie unter solchen Umständen ohne eine völlige Umgestaltung aller Jndustrieverhältniffe obligatorische Gewerksoerbände unter den Arbeitern möglich sein sollen, ist nicht abzusehen. Aber wenden wir uns von diesen Unmöglichkeiten zu einer Forderung, die anderer Natur ist, die wir jedoch glauben, unbedingt bekämpfen zu müffen. ES ist dies die Forderung nach „möglichster Erweiterung des Staatsbetriebe- im arbeiterfteundlichen Geiste." Damit kann doch nur gemeint sein, daß der Staatsbetrieb möglichst erweitert werden soll, um möglichst viele Arbeiter durch den Staat beschäftigen zu können. Speciell auf die Eisenbahnen angewandt, würde sich dieser Satz etwa folgendermaßen gestalten: Der Staat soll sein Eisenbahnnetz möglichst erweitern, eventuell die Privatbahnen ganz beseitigen, damit im Eiienbahnbetnebe möglichst viele Arbeiter (und damit im Zusammen» hange auch Bi amte) durch den Staat beschäftigt werden können. Man wird sich erinrern, daß der Gedanke, alle deutschen Bahnen in den Reichsbesitz zu bringen, deswegen am meisten und selbst von solchen, die sonst nicht unbedingt dagegen gewesen wären, bekämpft worden ist, weil dabei unvermeidlich ein Heer von Staats» resp. Reichsbeamten geschaffen werden würde, welches als solche- vorher nicht existirt hat. Wollte man dem FinnKörner'schen Programm con» (equent folgen, bann würbe man nach unb nach einen Staat schaffen müffen, worin die hohe Obrigkeit schließlich einem jeden Einzelnen feinen Antheil an Arbeit und Verdienst von oben herab zumäße. Das Finn-Körner'sche Ideal ist, daß ohne Veränderung der politischen Staatsform der gejammte Arbeitsbetrieb jum Staatsbetriebe wird. Die Verwirklichung dieses Gedankens wäre die fabelhafteste Machterweiterung für die Regierung, die nur denkbar ist. Das Selbstbestimmungsrecht der Bürger irn Kampfe um das Dasein würde ausgeschloffen, die Staatsbürger würden in ihren Privatverhältniffen von den Staatsbehörden abhängig, — ein Zustand, der für eine relativ geringe Zahl von Staatsangehörigen ja auch heute ex-stirt, der aber völlig verallgemeinert, jede oppositionelle Regung im Keime ersticken und auch die constitutionelle Staatsform, ja sogar den reinen Schein-Constitutionalismus, auf die Dauer zu Gunsten des unbedingtesten Absolutismus unmöglich machen müßte. Sine Partei, welche mit einer Forderung auftritt, deren Consequenzen derartig sind, müffen wir, und wenn sie auch zehnmal ihr äußeres Gewand dem SocialismuS ent» liehen hat, als eine unbedingt reactiondre bezeichnen, und wir halten es nach den Erfahrungen, welche uns die letzten 30 Jahre unseres politischen Lebens gebracht haben, für nothwendig, eine solche Erscheinung von vornherein als dasjenige zu bezeichnen, was sie wirklich ist, da man niemals wissen kann, welche Macht nach und nach eine in ihren Anfängen aussichtslose und selbst mit den Joeen des modernen Culturlebens im grellen Widerspruch stehende Agitation gewinnen kann. .........III. । ■■ ■■■■Hl ■ — m Darmstadt, 30. Januar. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer wird seine Vorberathungen für die bevorstehende letzte Session des gegenwärtigen Landtages Donnerstag, den 3. Februar ausnehmen. Aus der Tagesordnung steht zunächst die Recommunication der ersten Kammer bezüglich des Antrages der Abgeordneten Schroeder und Stephan (Heßloch) aus Erhöhung der Staatsstraße zwischen Nierstein und Nackenheim zum Schutze gegen Ueberschwemmungen durch den Rhein. In Abweichung von dem Beschlüsse der zweiten Kammer, wonach weitere Erhebungen in dieser allseitig als dringend anerkannten Angelegenheit stattftnden sollen, beschloß die erste Kammer aus Antrag ihres Finanzausschusses, an die Gr. Regierung das Ersuchen zu richten, den für die sachgemäße Erhöhung der genannten Straße nöthigen Geldbetrag in das nächste Budget einstellen zu wollen. — Eine weitere Differenz zwischen den Beschlüssen beider Kammern besteht bei dem Besoldungsetat der Beamten und Bediensteten der Oberhessischen Eisenbahnen, welcher gelegentlich des von beiden Kammern nunmehr genehmigten Gesetzentwurfes über die Anwendung der für die Gr. Cwilbeamlen geltenden Bestimmungen auf die Beamten und Bediensteten der Oberhessischen Bahnen zur Vorlage kam und mit Ausnahme eines einzigen Posten die Billigung der zweiten Kammer fand- Entgegen dem Ansatz der Regierungsvorlage, welche den Maximalbetrag des Gehaltes des Directors der Oberhessischen Bahnen auf 6500 JL fixirte, beschloß die 2. Kammer auf Antrag des Abgeordneten Ellenberger mit 19 gegen 13 Stimmen, diese Summe aus 6000 JL herabzusetzen. Die erste Kammer hat einstimmig den Satz der Regierungsvorlage genehmigt und ist das Gleiche nunmehr wohl auch bei der 2. Kammer zu erwarten, zumal der Finanzausschuß sich schon bei der ersten Berathmig für die volle Bewilligung ausgesprochen- hatte. — Bei der 2. Kammer ist ein Gesuch der Ortsvorstände der Gemeinden Homberg, Gontershausen, Haarhausen und Ober-Ofleiden um Uebernahme der Unterhaltung der Straßeustrecke Homberg-Erfurtshausen-Marburg auf die Staatskasse eingelausen, weiter ein Gesuch des Vorstandes der Stadtgemeinde Heppenheim in Betreff der Erbauung einer Secundarbahn von Reinheim über Fürth und von da nach Heppenheim. Das erste Gesuch wurde dem Finanzausschuß, das letztere dem vierten Ausschuß zur Be richterstattung überwiesen. Straßburg, 29. Jan. Das „Elsässer Journal" rechnet die „amt' deutsche" Leistung des bayerischen „Vaterland" (Erscheinen mit einem Trauerrand ic.) vom 21. Januar, dem Tage, an welchem vor 10 Jahren die bayerische Abgeordnetenkammer die Versailler Verträge genehmigte, „zu dem Beschämendsten, was jemals ein in deutscher Sprache erscheinendes Blatt geleistet hat." Dieses Urtheil ist um so beachtenswerther, als es aus der Mitte einer Bevölkerung kommt, der die Eretgniffe von 1870 und 1871 schwere und für die damals schon lebende und denkende Generation kaum heilbare Wunden geschlagen haben. Es kann diese öffentliche Verurtheilung jenes alten klerikalen Blattes Seitens der vornehmsten autonomisttschen Zeitung als neuer Beweis gelten, daß die Partei der letzteren ernstlich mit einer Partei des „vaterlandslosen Klerikalismus" gebrochen hat und hierfür auch Zeugniß ablegen will. Andernfalls hätte man wohl die Sache einfach-mit Stillschweigen übergangen. Berlin, 29. Januar. Ueber ein Hochzeitsgeschenk deutscher Corps» studenten für den Prinzen Wilhelm schreibt der „Fränkische Kurier": Der Kösener S. 8. Verband wird, wenn ein diesbezüglicher Antrag des Berliner 8. C. von den übrigen 8. C. angenommen wird, dem Prinzen Wilhelm von Preußen ein werthvolles Hochzettsgeschenk machen, zu welchem Behufe von sämmtlichen deutschen Corpsftudenten eine Kopfsteuer erhoben werden soll. Der Prinz war Konkneipant des Bonner CorpS „Borussia"' England. London, 30. Januar. Nach einem Telegramm des Oberstcomman- dtrenden im Transvaal-Lande an den Kriegsminister nahmen 870 Mann Infanterie , 170 Mann Kavallerie und 6 Geschütze an dem Angriffe gegen die Stellung der Boers theil, welche die steilen Hügel besetzt hielten. Die britischen Truppen erstiegen die Anhöhe unter gut unterhaltenem Gewehrfeuer, griffen daraus den Feind an. Als der den Angriff commandtrende Oberst, alle Stabsosfictere und Ossictere zu Pferde gefallen, waren die Truppen gezwungen, sich zurückzuziehen. Der Flankenangriff der Kavallerie wurde ebenfalls durch ein vernichtendes Feuer zurückgeschlagen. Oberst Deane, Major Pool und drei Lieutenants find getödtet, Major Kingeston, Capttän Lovegrove und ein Lieutenant verwundet, außerdem sind 181 Soldaten getödtet oder verwundet. Iür Auswanderungslustige. / (Aus der „New-Porker Staatszeitung".) Wir empfangen jetzt täglich eine Reihe von Briefen, in welchen erst kürzlich hier eingewanderte Deutsche um guten Rath, Beihülfe zur Erlangung einer guten Stelle rc. rc. bitten. Es sind gewöhnlich junge Kaufleute, Elementarlehrer, iLubalternbeamte und ähnliche Leute, die, nachdem der letzte Muttergroschen ausgegeben, vollständig rathlos in dem fremden Lande dastehen. Es ist nicht Zufall, daß gerade Einwanderer, welche in Deutschland dem niederen Beamtenthum oder der Kaufmannschaft angehörten, hier anfangs so trübe Erfahrungen machen. Ihre Ansprüche sind allerdings nicht bedeutend; sie haben in Deutschland mit Gehalten vorlieb genommen, die hier ein Straßenkehrer ausschlagen würde; aber es ist ihnen von Jugend aus beigebracht worden, daß es irgendwie eine große Ehre sei, eine solche Stellung einzunehmen, und die „Ehre" hat für den knurrenden Magen entschädigen müssen. Wenn sie die elendesten Bedientendienste thun mußten, haben sie sich dadurch entschädigt gefühlt, daß sie der Principal oder Vorgesetzte, trotz seiner unerreichbaren Höhe, nicht wie den wirklichen Hausknecht mit „Fritz" oder „Johann", sondern mit „Herr" und womöglich noch einem Titel, an- reben mußten, und außerdem hatten sie die ungeheure Befriedigung, daß sie, die von Allen Geschuhriegeltcn die Geschuhriegelsten sind, wieder noch einen Adjunkten, Schreiber oder Lehriungcn unter sich hatten, den sie schuhriegeln konnten. Von diesem Gefühl ihrer Würde haben sie, als großtentheils nur Halbgebildete, geistig exisrirt Nicht sie selbst, sondern ihre „Stellung" war es, was ihnen in der Gesellschaft einen gewissen Werth gab. — Wenn diese Heute in New Bork landen, finden sie zu ihrem Erftaunen, daß ihr Halt, ihr „backbone“ dahin ist. Der Herr Actuar, der Herr Hauptlehrer, wie der Herr Commis sind einfach Schmied, Müller und Schulze geworden, die man nicht fragt: „Was sind Sie gewesen, welche „Stellung" haben Sie e ngenommeu, aus welcher Familie stammen Sie?" sondern einfach: „Was kannst Du?" und damit sieht es gewöhnlich, wenn es auf das praktische Vermögen ankommt, reckt windig aus. Außerdem will der Herr „@rüne" sich durchaus nicht mit dem Gedanken vertraut machen, „gewöhnliche" Arbeiten zu verrichten. — Vielleicht ist der wirkliche Haupt- unterschied zwischen ihm und dem Hausknecvt nur der gewesen, daß es unter seiner Würde war, einen Besen anzufassen, und er soll nun auch noch den letzten Unterschied aufgeben? Lieber hungern! D. h. wenn es nicht zu lange dauert,- und so sträubt er sich denn gegen den Wecksel feiner Stellung, der nicht ausbleiben kann, wenn er allein nach persönlichem Werthe bemessen wird, so lange, bis die bitterste Notb zu ver- zweiseltcn Entschlüssen treibt. Alle diese Leute begehen neaicr den großen Fehler, statt vorwärts rückwärts zu blicken; sie zehren von Erinnerungen und härmen sich um be5 Verlorene, während sie allein sich darum kümmern sollten, wie sie m der neuen Welt fick eine neue Existenz gründen können. Sie können dies und können das nicht tbun, sie sind nicht gewöhnt, so oder so behandelt zu werden; damit verstreicht die Zeit, und wenn der Magen dann knurrt, sinken sie dann wie ein Häuschen Unglück zusammen und bekommen Selbstmordgedanken. Stets gewöhnt, daß sie irgend Jemand vorwärts geschoben hat, oder daß sie quasi von selbst im Roulinewege vorrückten, fragen sie jetzt in Zeitungsossizen u. s. w. nach Leuten, b'e ihnen helfen würden, die ihnen Stellungen verschaffen, die sie empfehlen könnten u s. w, statt daß sie ein- fack selbst nach Arbeit suchen. Aber sie erschweren durch ihr Sträuben nur den Um- wandlungsproceß, der doch einmal mit ihnen vorgehen muß. Wer absolut nicht unser Leben und Treiben verstehen lernt, für den ist es am besten, sofort wieder umzukehren; er wird doch nie hier auf einen grünen Zweig kommen. Nur wer willens ist, durch eigene Kraft vorwärts zu kommen, nur wer Vertrauen genug auf sich selbst hat, um daS amerikanische „Hilf Dir selbst!" nicht als einen Hohn zu betrachten, kann hier eine Stellung erringen, die seinen Fähigkeiten entspricht. Ein großer Theil der halb» gebildeten „Grünen" begeht den großen Fehler, sich entweder zu viel ober zu wenig zuzutrauen. Einige halten Amerika für eine halbe Barbarei, in ber sie mit ben Frag menten ihrer europäischen Bilbung als die größten Lichter begrüßt werden müssen; Andere wieder glauben, daß. wenn sie nicht genau an denselben Syrupstopf oder dasselbe Buck gestellt werden, dessen Ueberwachung sie in Deutschland ihre Existenz verdanken, es rein unmöglich fei, einen anständigen Lebensunterhalt zu erwerben. Der größte Fehler, ber gemacht wirb, ist aber gewöhnlich ber, daß man sich auf bie Versprechungen von Emigrantenwirthen rc. verläßt, unb sich erst einmal ein paar Tage amüsirt, ehe man sich nach einer Stellung umsieht, bie ja gewiß ist. Diese Sorge sollte aber die erste sein. Es kommt auf bie Fähigkeiten bes Einzelnen an, ob man ihm rathen kann, in New>Z)vrk, im Osten ober im Westen fein Heil zu versuchen; aber im Allgemeinen ist das letztere vorzuzieheu. Es ist fernerhin ber alte, so oft wiederholte Rath zu beachten, bas Erste, waS sich bietet- wenn es auch bem eigentlichen Beruss- kreise noch so fern liegend erscheint, anzunehmen. Dann aber muß sich jeder Ein- wohner bavor hüten, in den niebrigen Stellungen, welche er vielleicht einnehmen muß, zu. versumpfen. Jeber, ber nach Amerika kommt, hat viel zu lernen unb hat Jahre ber härtesten unb angestrengtesten Arbeit vor sich. Er muß nicht allein mit Sitten, Gewohnheiten, ber Arbeitsmethobe unb hauptfäcklich ber Sprache sich bekannt machens sondern, in welchem Berufe er auch sein mag, sich mehr anstrengen als in Deutschland Wenn hier mehr verdient wirb, beruht dies größtentheils barauf, daß mehr . gearbeitet wirb- Und wenn bas im Anfänge vielleicht schwer erscheinen dürste, wird Jeder dock schließlich seiue Befriedigung darin finden. Die geschäftliche Lage ist augenblicklich so günstig, daß jeder Einwanderer, ber hier landet, beschäftigt werden kann; aber freilich New-Aork kann sie nicht alle aufnehmen und so groß ist ber Bedarf an Arbeitskräften auch nickt, baß Jeber sich gerabe aussuchen könnte, was ihm paßt. Doch ist kein Grunb vorhanden, zu verzweifeln, wenn es in ber ersten Zeit etwas langsam geht, mit Muth unb richtigem Selbstvertrauen kommt man hier schon vorwärts, nachbem erst einmal bie beutschen Vorurtheile unb Gewohnheiten abgestreift worben sind. Lokales. (Hießen, 31. Januar. Wie wir hören, ist an Stelle deö nach Hridelberg beruftnen ordentlichen Professors Kehrer der außerordentliche Professor Ahlfeld in Leipzig für unsere Universität gewonnen worden, nachdem man alle Bedingungen desselben erfüllt und den Neubau einer gynäkologischen Klinik in sichere Aussicht gestellt hat? Man fragt sich auch hier wieder wie es gekommen ist, daß man einen Mann von der Bedeutung Kebrer's, der schon mehrmals ehrenvolle Berufungen nach auswärts ab gelehnt und jederzeit das größte Interesse für die Universität bethatigt hat, unserer Hochschule nicht hat erhalten können? Diese Frage können wir nicht bcantworten. Nur das aber hören wir, daß man sich jetzt endlich anschickt, Zustände zu schaffen, unter welchen Herr Profeffor Kehrer bei seinen bescheidenen Ansprüchen der Universität gewiß hätte erhalten werden können. — Das Eoncert vom 80. Januar. Nicht ohne ein gewisses Verzagen tritt ein wahrer Musikfreund an em Referat über das gestrige Cor.cert- War es die schwere und dick-', noch von bem Wetter braufeen begünstigte^ Lust bes kolossal überfüllten Saales, welche physikalisch bie Tonentfaltung unb hie Schallverhältnisse beeinträchtigen mußte ober war es bas weniger hervorragende Programm bes Herrn Säuret, was bazu beitrug, bafe bie Piecen verhältnifemäßig wenig Eindruck machten, mit einem Worte, man fühlte sich nicht so durchweg befriedigt gestern, wie im Sauret-Concerte vor zwei Jahren- Eindruck in erster Linie machte tzVebcr's Oberon-Ouvertüre, welche von Herrn Felchner sehr gut eingeübt war. Das Zauberhorn des Herrn Hyon, das uns in bas gelobte Land ber Romantik zu versetzen roufetc, die wahrhaft tn die Gluth- farben des Ostens getauchte Musik biefer Ouvertüre, welche dic Quintessenz ber Oper in nuce bietet, war trefflich rotebergegeben. Da hött man Cebernwälber rauschen, Caskaden nieberträufeln unb hat bie Skala ber schweigendsten Gefühle bis hinauf zum Entzücken triumphtrender Liebe in Musik gesetzt vor sich Max Bruch's Concert für Violine ist schön und die gelungene Durchführung desselben im Verein mit dem hiesigen Orchester ist um so verdienstlicher, als Herr Fel ch ner, wie man hört, auf einen Klavierauszug und nicht auf eine vollständige Partitur angewiesen war. Vielleicht war dies auch bei der Orchesterbegleitung ber anberen Sauret'schen Stücke der Fall. Bcethoven's „achte Symphonie", bie in ber Ausführung nichts zu wünschen übrig liefe — benn bas gering fpielenbe von auswärts bezogene Fagot that keinen großen Eintrag — ist weniger bebeutenb, als bie früheren, aber doch höchst originell in ihrer Art. Sic ist in ben beiden „Allegros" eine Fundgrube heiterer unb schrullenhafter Motive, bie man oft in ben (Zotillons-Musiken unterer Bälle reprobucirt zu finben glauben möchte. Die Ouvertüre zu ben „SIbenceragen" ist ein glattes, woblgcfeiltes Musikstück unb gefiel sehr wohl. Das „Eoncert für Horn" bes Herrn Sander zeugte von meisterhafter Technik Das Fantasiestück für Violine von Gernsheim würbe von Säuret mit entschiebener Meisterschaft roiebergegeben, ist aber doch eine unbebeutenbe Tonschöpsuug. Am burchschlagendsten wirkten bie „Airs hongrois“ von Ernst, worin Säuret wiedereinmal ben ächten, durch bildeten Virtuosen in sich erkennen liefe. Die Begleitung des Orchesters that ihr Möglichstes, um dem häufigen accelerando des Geigers gleichen Schritt zu halten Ueber die Haupteigrnschaften des Sauret'schen Spiels und dessen fpezifische Tugenden zu reden halten wir für überflüssig, um so mehr, da dies bereits in diesem Blatte hinreichend geschehen. __r. — Gestern Vormittag stellte sich das Lahne»8 oberhalb des sog. Felsens und gewährten die dort aufgestauten Eismoffcn einen imposanten Anblick. Verfloffen'e Nacht jedoch sctztcn sick die Eismaffen wieder in .Bewegung und baden sich nun über das ganze Terrain an der Loh mühlsbach oberhalb der Gat lachen Wollspinnerei verbreitet. Das Waffer der Lahn selbst geht infolge ber Eisanhäufung durch daS Neustädter Feld, während der Wafferstand der Lahn kein verhältntßmäßig hoher zu nennen ist. Nachschrift. Heute Mittag führte die plötzlich e ngetretcnc Hochfluth das Eis an unserer Stadt vorbei. Das Waffer ist im Fallen begriffen. Handel und Verkehr« Frankfurt, 26. Januar. (Marktbericht > Der heutige Heu- und Strobmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Lrr. 3.00—4.00, Stroh JL 2.00- 3 30 Butter das Pfd im Großen 1. Qual. 90—1.00, 2. Qual. JL. 0.85—90, im Detail das Pft. JL 1.20—0 00 2. Qual. 1.10—00, Eier das Hundert JL 6 —8 50, Qchsensteljck per Pfund 65—70 Kuh-, Rind und Farrenfleisch 45 - 55 Kalbfleisch 45 -55 Hammelfleisch 45 - 6> Schweinefleisch 75-80 ein Hahn 1 50—2.00, ein Huhn u4L 1.00- 2, eine Ente JL 2 00-3.00, eine Taube 50 -60 GanS JL 4.00- 8 00, Hasen das Stück V*L 0.00—0 00, Feldbuin J4 0.00-0.00 Rebbvck dai- Pfd. 00-00 Kapaunen ./MO - 0.00, Wälscher Habn JL —0 00 Kartoffeln 100 Äo. JL 5.00—6.00, Kohlrabi 0-0 H, Blumenkohl 1 St. 20- 50 Wirsing 10-15 Gelberüben 1 Bund 00-00 Zwiebeln I Bund 0 Sellerie das Stück 10-20^, Meerrettig 1 Stück 00-00 Spargel das Pfund 000—0 Romain-Salat 00—00 H, Endivien 10—0 H Rothkraut 15—26 H, Weißkraut 15—20 Attischsten 60 H, Erbsen da« Pfd. 00 Briefkasten. Herrn C. W, Landshut. Gewünschtes heute unter Streifband an Sie abgegangen. Wollen Sie sich für die Folge nur an das dortige Postamt wenden. Frl. Gruß. Allgemeiner Anzeiger. Hohoersteigerung in der Oberförfterei Schiffenberg. Donnerstag den 3. nächsten Monaks kommt nachoerzeichnete- Holz in den Abteilungen: Zellenrod, Sl oster- wiese und Schtffenberg zur Versteigerung: 34 Nadelholz.Skämwe von 15—26 cm Durchm., 8—17 m Länge mit 7,54 fm, 626 „ -Derbstengen mit 28,05 fm, 40 rm Radelholz Knüppel von 3—3,5 m Länge, 90 M „ -Scheiter, 509 , , - Knüppel, 167 „ , -Stücke, 39 Hundert Nadelholz Wellen. Zusammenkunft Bormiltag» präct» 9 Uhr au dem eVvrstgarten auf dem Licinalweg nach dem Schtffenberg. Gteßen, den 27. Januar 1881. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. _______________________________G eorgi. Bekanntmachung. Betr. den Eoncuis über da- Ver- mögen bezw. den Nachlaß de- Schneider- Philipp Roth zu Lich. Da- rubricirte Concur-verfahren ist durch gerichtlich bestätigten Vergleich erledigt worden. Lich, 24. Januar 1881. Großherzogl. Amtsgericht Lich. 700) Langermann. Holzverfteigerung im Gemeindcwald Langsdorf. Freitag den 4. Februar 1881 soll nachverzetchneteS Holz versteigert werden: 38 Etchenstämme mit 7,50 Fstm., 270 Flchtenpämme von 15—30 Ctm. Durchmesser, bi- 18 Fstm. Länge mit 105 Mtr. Inhalt, 205 Ktefernstämme von 15—37 Ctm. Durchmrsser, bi- 18 Mtr. Länge, mit 80 Fstm. Inhalt. Der Anfang ist im Dtstrict Köhlloch Morgen- 10 Uhr. Langsdorf, den 21. Januar 1881. Großh. Bürgermelfterer Langsdorf. 697) Köhler. Holzverfteigerung. Künftigen Donnerstag, den 3. Februar d. I., von Vvlmittags 10 Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewald, DistrictKöpfeln und Altenberg nachverzetchneteS Holz versteigert werden, als: 6 Rmtr. Buchen Scheitholz, 23 „ E chen- „ 24 ,, Radel, 11 „ Cichen-Knüppelholz, 74 „ Radel- 57 n Buchen-, Eichen- und Nadel Stockholz, 2930 Wellen Buchen-, Eichen- und Nrdel-Reisholz, 56 Elchenstämme von 15—42 Ctm. Durchmeffer, 4—11 Mtr. lang, mit 27 Fstm., 12 Nadelstämme von 18—22 Ctm. Durckmeffer, bis 8 Mtr. lang, mit 2,50 Fstm., 5 Nadelstangen mit 0,28 Fstm. Die Zusammenkunft ist auf der (Irünberger Straße am Pfarrweg nach Rödgen. Annerod, am 27. Januar 1881. Großherzogl. Bürgermeisterei Annerod. 657) Engelhardt. Freitag den 4. Februar, Nachmittags 1 Uhr, werden im Hause des Daniel Weller V. über der Lahnbrücke dahier 2 Pferde 2 Kühe, Hühner, Enten, 2 Wagen 1 Schlitten, Heu, Stroh, Dickwurzeln, Gartenmöbel und eine Partie Cigarren öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 30. Januar 1881. 707) M. Pilger, Concursverwalter. Holzverfteigerung im Gießener Ttadtwalde. Montag den 7. Jfebr. 1881, »on Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem Dtstrict Waldshut nachverzetchneteS Holz versteigert werden: A. Brennholz: Scheith. Prügelh. Stockh. ReiSH. Raummeter. Wellen. Eichen 30,8 9 — 1100 Küferdolz Nadel 3 291 26 5630 B. Bau-, Werk- u. Nutzholz: 25 Eichen-Stämme mit 9 49 fm, 106 Eichen-Stämme mit 45 fm, 126 Fichtenstangen mit 3,27 fm, Die Zusammenkunft ist an der 1. Schneise auf der Straße nach Lich. Gießen, den 31. Januar 1881. Großhe.zogl. Bürgermeisterei Gießen. 715) A B ra mm. Holzverfteigerung in der !?irrstl. Oberförsterei Lich. Dienstag den 8. Februar sollen iu. Rievwald bei Ellingshausen versteigert werden: 32 Rmtr. Buchen-Piügelholz, 90 „ Buchen-Stockholz, 4460 Wellen Buchen- und Nadel- Reisholz, ferner: 66 Fichten- und K.esernstämme von 15—28 cm Durchmeffer und 8—21 m Länge mit 30,66 cbm, 7 Eichenstämme mit 1,73 cbm, 115 Fichten- und Kichrnstangen mit 11,04 cbm und 6 Eichenstangen mit 0,21 Inhalt. Zusammenkunft Mo-gens io Uhr auf der alten „Laubacher Straße" am Harbacher Weg, wo mit dem Fichten- Stammholz der Anfang gemacht wird. Lich, 31. Januar 1881. 711) Wimmenauer, Forstrath. Mittwoch dm 2. Februar. Nachmittags 1 Ubr, sollen in der Kler l scheu Hofraitbe: 1 Kinderwagen, 2 Sopdo, 1 Klavier, 2 Oelbilder mit Goldrahmen, 2 Klüen' 1 Glasschrank, 1 Nähmaschine, 1 Küchcn- schrauk versteigert werden. Gießen, 11. Januar 1881. 709) Bauer, Gerichtsvollzieher. Ziegel,^ 1000 Stück ,u 18 Mark, sowie Drainröhren in der (379 Iiirstl. Ziegelei zu Pich. Holzverfteigerung. Künftige« Freitag den 4. Februar 1881, von Vormittags 10 Uhr an, soll im hiesigen Gemeindewald, D'strict Bergwerk und Blrkenstock, nachverzetch- netes Holz versteiaert werden, al-: 88 Rmtr. Buchen- und Eichen- Scheilholz, 119 „ Buchen- tmb Eichm- Knüppelholz, 147 „ Buchen- und Eichen- Stockholz, 3150 Buchen- und Eichen-Wellen, 60 Eichen Stämme von 15—50 Elm Durchmeffer und 5—12 Mtr. Länge. Die Zusammenkunft ist bei dem Braunstetnbergwerk. Groß'Linden, am 31. Januar 1881. Großh. Bürgermeisterei Groß-Linden. 720) Zürb. Ieilgeöotenes. 703) Ein großer Kochherd, für eine Restauration passend, zu verkaufen bei Herm. Guter. ÜFür Maskenbälle!! Gold» und Silber-Borde», Spitzen, Franzen und Flitter empfiehlt billigst alS **"' na* 3arbc' ®crud> unb Geschmack?ls»or- Verkaufsstelle in Gieren bei C*rl Nehwaab. (705 Wermiet-unge«. 694) Ein möblirtes Mansardenzimmer mit Cabinet zu vermiethen. _ ________________Kreuz Lit. D. 2. 710) Fr. möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Marktstraße D. 218, 1 Stock. 718) Eine Wohnung, parterre, bestehend aus 3 bis 4 Zimmern, großer Küche, Mädchenzimmer und sonstigem Zubehör, Garten und Bleichplatz, sofort zu vermiethen bet Lehrer C. Rahn. 717) Möblirtes Zimmer mit Cabinet -u vermiethen. Schulstraße 19. 725) Ein Zimmer mit Küche vom ersten Marz an zu vermiethen bet Karl Euler, Hamm. 726) Ein einfach möblirtes Zimmer für einen oder zwei Herren ist zu vermiethen und sofort zu beziehen. Flügelsgasse 21. 95. 722) Ein Logis von 3 Zimmern mit Zubehör per 1. April anderweit zu vermiethen; ebenso ein kleines Logis per 15. Februar bei Adolf Bogt, _____________Sonnenstr. 60. 698) Der in der Nähe des Wenzel'schen Gartens belegene Garten der F. Windeckers Grben mit wohnlich eingerichtetem Garten- hauschen ist an einen nut Gartenbau vertrauten Miether von Ende März er. zu vermiethen. Näheres bei Labroise, Rechtsanwalt. 88) Der untere Stock meines Hauses von 5 Zimmern nebst Zubehör per ersten Apnl zu vermiethen. 8« Bersch, Alleenstraße E 102. 578) Ein Logis im mittleren Stock, be- fte^enb au3 7 Zimmern nebst Zubehör, tft im Gartfeld zu vermiethen. Auf Verlangen auch Stallung. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. 571) Die durch Versetzung des Herrn aflnjor Rau vacant werdende Wohnung tflnn per 1. Mai anderweit vermiethet werden. Reflectanten wollen sich aefl. wenden an Nudolf Wolff, Oberer Niegelpfad. 84) In meinem neuerbauten Hause am Ludwigsplatz ist der zweite Slock zu vermiethen^ _ W Seipp. m o20 c n V l's <5arten gegen über, B 163,3, mittlerer Stock, 5 Zimmer zu vermiethen. 71) Das seither von Herrn Rechtsanwalt Barth bewohnte Logis, der dritte Stock und Mansarde meines Wohnhauses (Neue Anlage) ist bis 15. März anderweit -u vermiethen. 3, $nfer. 517) In meinemHüs^än der^Grün- berger Straße ist ein Logis von 4 Zimmern Mit Zubehör zu vermiethen. Garl HaaS, Kalkbrennereibesitzer. 489) Ein kleines freundliches möblirtes Bnnmcr zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl. 452) Gin ParterrelogiA boii S- (» Zimmern mit allem Zubehör, an der Ecke der Schillerstraße und Anlage zu vermiethen und alsbald zu beziehen. Näheres durch V Blitz ___ Eine geräumige, guteingerichtete Parterre-Wohnung tft wegzugshalber M vermiethen Näheres 351) Altcenftraße E. 101,3. 19) Ein möblirtes Zimmer mit Kost -u vermiethen. Seltersweg Lit. C- 61. 340) Ein möblirtes Zimmer (Parterre) ->t vermiethen. I Mannberg er, Neuenw e g. 687) Ein kleines möbl. Zimmer zu vermiethen. Lindenplatz A. 242. 690) Die seitherige Studen» tenkneipe ist anderweitig an eine ordentliche Gesellschaft oder Verein zu vermiethen. Mn Lust (Löwen.) Vermischte Anzeigen. 708) Ein Mädchen, das ganz selbstständig kochen kann, sucht Frau Rechtsanwalt M e tz. 487; Ein tüchtiges Mädchen für die Küche gesucht. Wo? sagt die Exp. d. Bl. 719) Ein braves Mädchen, das die Hausarbeit versteht, wird zu miethen ge- sucht. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. 723) Einen Lehrling sucht ' Wilhelm Stumpf, Schneid eimeister. ®‘nen im gestrigen Club - Concert vertauschten Herrnhut bittet man gegen ben zuriickgelaffenen bei Hrn. Verwalter Dietz im Clubgebäude abzugeben. 706) Allen Freunden u. Bekannten, denen ich meine Reise nach Amerika nicht mehr mittheilen konnte, sage ich em herzliches Lebewohl. __ Louis Ebel, Gießen. - 713) Es wird für 2 Damen em kleines Logis bestehend in 2 Zimmern, Klicke, Kammer und etwas Kellerraum gesucht. 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ES sollte daher jeder Leidende, selbst wenn bei rhm bislang alle Medictn ers folfllot gewesen, sich vertrauensvoll dieser bewährten Heilmethode zu wen den und nicht läunieit, obige» Werk anzuschasfon. »in „Auszug" daraus gratis a. franco. 563) Das 'Unfertigen und Flechten, sowie Repariren von Stühlen aller Art wird schnell und gut besorg! von I. Häuser, Drechsler u. iLtuhlmacher, Neuen weg. 568) Unterzeichneter hält sich im An- fertigen von Pumpen in Holz und Eisen bei prompter und billigster Bedienung bestens empfohlen. Pumpenmacher Konrad Hammel, Ludwigsstraße, im Bepler'schen Hinterhause. JeuerverficherungsbanK für Deutschland M Gotha. Bekauntmachung. 699) Nach dem Rechnungsabschluß der Bank für das Grschäftsiab. 1880 beträgt die tn bemfelbea erzielte Ersparntß: 76 Proeent der eingezahlten Prämien. Die Bankthetlhaber empfangen, nebst einem Exemplar des Abschlusses 11)1611 DtvidendeN'Aniheil tn Gemäßheit des zweiten Nachtrags zur Bai koer» fanung von 1877 der Regel nach beim nächsten Ablauf der Versicherung beziehungsweise des Versicherungsjahres, durch Anrechnung auf die neue Prämie, tn den m obigem Nachtrag bezeichneten AuSnahnufällen aber alsbald baar J unterzeichnete Agentur, bei welcher auch die ausführliche Nachweisung jum Rechnungsabschluß zur Ei, sicht für jeden Banktheilnehmer offen heat. Gießen, im Januar 1881. ö A. Ricker, ____________Agent der Feuerversicherungsbank f. D. zu Gotha. IolKsbildungs - und Gewerbevercin. _r 1 704) Sienflag den 1. Februar, Abends 8 Uhr, im Caf6 Ä^tn (Schwinn) 11. Vorirag des Herrn Dtrector Soldan über das „Tonnensystem" (Demonstrationen unter Anwendung des Skiopttkon). Der Vorstand. <*Jroß=£inben. 695) Die Aachen - und Münchener Feuer - Versicherungs-Gesellschaft hat Kiesiger Gemeinde wegen vieler Versicherungen ein Geschenk von einer zwei- räderigen Feuerspritze gemocht, welche bei der gestrigen Prüfung ihrem Zwecke ausgezeichnet entsprochen hat. Eine soiche Spritze wäre jeder Gemeinde zu empfehlen Groß Linden, am 29. Januar 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Groß-Linden. Zörb o- L> & ❖ 4t * c Für Masken Anzüge empfehle zu sehr billigen Preisen: Suppen Anstalt. Suppenmarken tn Büchelchen gchefiek zum Verschenken an Bedürf- tige sind zu fa fen: Bahnhofstraße beim Hausvater der Herberge und bet Herrn Kaufmann Hatnbach; Markt bei Herrn Wilhelm Klee; Grünbergerstraße bei Herrn Kreisamtsgehilfeu Döring. 74)_______________ ______Der Vorstand. Inserate aller Kl befördert die Expedition des Giessener Anzeigers in alle Zeitungen des In- und Auslandes unter denselben Bedingungen und Preisen wie bei den Zeitungen selbst. * Die Auftraggeber sparen also Briefschreiben, Zeit und Porto. — Das Abfassen der Inserate wird bestens besorgt, sowie jede gewünschte Auskunft bereitwilligst ertheilt. Baumwoll-Sammete in alten Farben, Atlas Bauder, Spitzen und Krausen. 605)_____________A™_Fangmann. Die Briihl'sche Dniv. Druckern (Verlag und Expedition des „Giessener Anzeigers“) hält sich zur Anfertigung von Dmckar beiten jeder Art bestens empfohlen. 541) Gamaschen und Knteftauchen werden angefertigt in der Maschinenstrickerei von K. Pietsch II. Wartburgia. Heute, Dienstag Abend. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.