1880 Freitag den 31. December Nr. SOS Krchener Anzeiger AilM' Md AMIatt fil dr« Kreis Gieße» KedacLioobbureaor ,« Sxp-dM-nSbureaor / Schulstraße 3. 18. Umschau. ube äkrlich 5>Tfelk bringt Magd' von btrpjUdrf" vw Herrn. Liifljg - eien dervorragrn- .•bigargS trfbrm - Carl Blanck. 1o Ohorn u. a, rfty aller Slrt 1 w Leipzig. r'Snnflen an- ,nksn6r: .rttlußg S** ». ji sW»6- irbeiten der , sowie von n. T unserer Handwerker» MM, so°>>tbie •H- LllSgesteSt waren, T ui mlsereo Lokal (am I litt Ulb 31*1* „2. 311»«'. |( jititifjit®!»« 8" , erwerb«0'“'“8' ®,org «Indenstruth zum Hülssg-iichtischr-ib-i bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg, und ,,, T o , , der Hülfsgerichtsschretber bet dem Amtsgericht Darmstadt I Ludwig Schudt zum Hülfsgerichtsschretber bei dem Landgerichte der Provinz Oberhchen.^ 29 Decbr«. Der Finanzausschuß und der Petitions. Ausschuß der ersten Kammer halten heute Vormittag Sitzungen ab. Ersterer wird u. a. über die Vorlage der Regierung in Betreff der Erbauung einer stehenden Brücke über den Main bei Offenbach verhandeln. Berichterstatter des AusschuffeS über diesen Gegenstand ist Herr Wernher (Nierstein). Berlin, 28. Decbr. Zwei Weihnachts-Bkscheerungen haben wir der Regierung zu verdanken: den Verwendungs-Gesetzentwurf und das europäische Schiedsgericht. Das Gesetz, betr. die Verwendung der Ueberschüste aus der Retchssieuerref rm, ist zwar durchaus keine gar ersehnte Gabe. Die Ver« heißung, daß, wenn wir zu den bereits bewilligten 140 Millionen tndirecter Steuern weitere 110 Millionen bewilligen, wir dann auch eine Kleinigkeit davon für die Communen erhalten sollen, ist ja nicht sehr verlockend. Eine (Überraschung aber ist der Gesetzentwurf nicht. — Der ReASkanzler hat im Auftrage des Kaisers dem Bundesrath den Entwurf eines Gesetzes vorgelegt, durch welches das Kriegsgericht zu Straßburg aufgehoben wird. Das Gesetz soll am Tage feiner Verkündigung in Kraft treten. Ferner soll dem Bundesrath demnächst ein Gesetz gegen die Trunksucht zugehen. — 2^ pMischen wie wirthschaftl'chen Kreisen erregt die nunmehr fast zur Gewißheit gewordene Aussicht, daß die russische Regierung die Zölle auf alle eingehenden Maaren um 10 pCt. erhöhen wird, große Aufmerksamkeit. Die angekündtgte Maß- regel ist für unseren Handel von so eminenter Wichtigkeit, daß man wohl an- nehmen darf, daß die competenten Kreise aller Orten in Deutschland ihr Urtheil über die muthmoßltchen Wirkungen derselben schleunigst zu erkennen geben werden. Auch ist man gespannt darauf,, tote sich die Reichsregierung dieser Eventualität gegenüber verhalten wird. Darmstadt, 28. December. Durch Verfügungen Großh. Mintste- riums des Innern und der Justiz sind auf Grund des § 60 des Gerichts- iSiinng MM für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 1881 bis zum 31. December 1881 zu Untersuchungsrichtern bei den ^^rich en . unter Ueberweisung der dabet angegebenen Amtsgertchtsbezirke als GeschäftSkrets, be Beamten. Staats-Anz." meldet: Se. Maj. der König haben betreffs Besorgung der Staatsgeschäfte während Höchst,hrer Abwesenheit verfugt, baß Gegenstände von größerer Wichtigkeit regelmäßig nachgesandt, die übrigen An- aeleaenbeiten in Vollmacht und Namen des Königs von dem Staatsmtmstertum ÄtX k- -rl-d'g. »erben. Die Maest 'en sind heute früh nach Cannes abgere.st und koa men morgen Nachmittag 4 Uhr dort an. Zur Begleitung gehören CabtnetSchef v. Spttzemberg, Leibarzt v. Gärtner, meh.ere Kammerherren md Hofdamen. Der Tod deS Prinzen Ulr^ erregte allaemetne Thetlnahme. Der König verweilte die letzten zwei Tage fast ununterbrochen tut Palais des Prinzen Wilhelm. Paris, 29. December. Auch „Aoenir diplomattque" erklärt bk Gerüchte von Concentra,tonen französischer Truppen an der tunesischen Grenze für unbegründet. Die Anwesenheit Eines französischen Fahrzeuges tn den Ge- wäfferu von Tunis sei nichts Außergewöhnliches und durcy kein besonderes Ereignlß veranlaßt; daS zweite Fahrzeug sei dorthin Wangen, um das erste neu zu verprovianttren, und fahre, nachdem dteS bewerkstell'gt, wieder^. „ Toulon, 29. Decbr. Auf dem Panzerschiffe ersten Ranges .Richelieu brach tn ve,floffener Nacht Feuer aus, wodurch das Schiff zu Grunde ging, brach * «gM«« F,7er beschädigte Panzerschiff „Rtchel.eu" war tm See- Arsenal in Reserve; das Sctnff wurde durch O.ffnen der Wafferable tungs- Röhren auf den Grund gesetzt, so daß das Feuer -'losch, ohne unheilbaren Schaden ange'ichtet zu haben. Einige Personen wurden leicht verletzt, Nie- ”b« b-mL-^g'-richk- b.t Pr°v.n» Ob-rh.ff.n I manb kam um. L-b-n. W'«U Xt * w ----------------------------------- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Psi. stellt worden. Landgericht der Provü z Oberheffen: 9nndoertcktsrath Merle. (Bezirke der Amtsgerichte Gießen, Als- Mb, »«Ubach. Lauterbach, SchUtz. Schatten und Ulrichstein). cSöliaDfel. (Bezirke der Amtsgerichte Sitten» stadt, Büdingen, Butzbach ^Friedberg, Hungen, Lich, Bad Nauheim, Nidda, Ortenberg und Vilbel). bem Hülfsgerichtsschretber bet dem o der Nrovtnz Rhetnheffen Dr. Emil Meissenbach behufs Aus- bfldung im Notartatsdienste die nachgesuchte Entlassung erthetlt. Durch Verfügungen vom gleichen Tage wurden bestellt. Der Amtsanwalt bei dem Amtsgerichte Mainz Karl Ewald zum c^rik«-i»v<^t«schreiber bei dem Landgerichte der Provinz Rhetnheffen, Hülfsgerichtsschreiberve^o »Achten Bingen, Ober-Ingelheim und WöllvelÜ m" bem Sitz- In Bingen "w Stephan «um -lm.-an«att bei dem ArntSg-rtchi- Main,; «anbgerichte bet Provinz Starkenburg Theobol K »E Amlsauwal. bei ben Amtsgerichten Bingen. Ob-r-Jng-l- und Wöllstein mit dem Sitze tn Dingen, J1 Ihr. (15 Pfg.), 'dwerker. u’ri den ,nt Montag den JUst im anfi dn. iUtn ergeben^ 2_Petri. Mit großer Spannung sieht man der weiteren Entwickelung des Steuerprogramms der preußischen Regierung und zunächst den Landtagsberathungen über den Steuererlaß entgegen. Inzwischen hat die Regierung dem Landtage den Gesetzentwurf über die Verwendung weiterer Reichssteuern zugehen laffen. — Dem Bundesrathe sind wiederum die Gesetzentwürfe wegen Erhöhung der Brausteuer und wegen Erhebung von Retchsstempelabgaben vorgelegt worden. — Ueber die vielbesprochene, Anfangs ziemlich allgemein mit Unglauben auf- | genommene Nachricht von dem Vorschläge eines Schiedsgerichts über die | lürkisch-griechische Grenzfrage ist jetzt Licht verbreitet worden. Es ist em be- Micher Vorschlag tn amtlicher Form von Setten Frankreichs an die deutsche und dte österreichische Regierung gelangt. Was die Aufnahme betrifft, welche der Vorschlag gefunden hat, so verhält sich die deutsche und die österreichische Regierung gegen denselben principtell nicht ablehnend, aber beide Regierungen machen ihre Zustimmung von der Bedingung abhängig, daß die beiden bethet- ltgten Staaten, die Türkei und Griechenland, im Voraus ihre Bereitwilligkeit erklären, sich einem Schtedspruche zu fügen, da nur in diesem Falle auf dem vorgeschlagenen Wege dte gegenwärtig bestehende Schwtertgkeit beseitigt, und die Ausführung des Spruches gesichert werden würde.-Von der Armee des Generals Skobeleff ist die Nachricht von einem Stege der Ruffen über dte Tekmzen ringe- laufen. — In Frankreich steht noch immer der Kampf zwischen Gambetta und Rochefort im Vordergründe der öffentlichen Discusston. Fast scheint es, als ob dte Communisten nicht beabsichtigen, Rochefort fallen zu lasten. Die Sprache ihrer Blätter gegen Gambetta kann an Heftigkeit kaum noch über- boten werden. — Mit E'fer und dem Zurschautragen großer Siegeszuversicht rüsten sich die Communisten zu den bevorstehenden Pariser Gemetndewahlen.— In England spricht sich, seitdem der Mintsterrath sich wiederum zu einer Vertagung der tn Aussicht genommenen Zwangsmaßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung tn Irland entschlossen hat, die öffentliche Meinung mit wachsen- der Entschiedenheit gegen dte Polttck der Regterurig aus, die man rückhaltlos beschuldigt, durch fehlerhafte Maßregeln dte Anarchie beToorßei-ufen zu haben. I TelearavKifche DepeschtN. Dte btsbertgen unzulänglichen Truppensendungen haben dte Landltga durchaus I " nicht eingeschücktert, vielmehr ihren Trotz, wie es scheint, nur noch gesteigert. Wagu-r'- telegr. E-rrespondenr-«nrrau. c^n hohem Grade beieichnend für die wachsende Keckheit und Verwegenheit der Wien, 29. Drcbr. Meldung der „Polit. Corresp. aus^Konstan- Agitatoren ist eine von dem Abgeordneten Sullivan auf einem Meetflrg in f ^ie Haltung der Pforte gegenüber dem Schtedsgertchts-Vorschlage Mullingar in der Grafschaft Leinster gehaltene, die Leidenschaft der Masten * schwankend; man glaubt, die Pforte werde denselben weder bedingungs- schürende Rede, tn welcher offen der Krieg auf Tod und Leben zwischen dem a^nehmen, noch stricte ablehnen, sondern mit Gegenpropositionen entgegen- Eigenthümer und Pächter proclamirt wurde. Dieser Maßlosigkeit gegenüber ^mmender Art hervortreten. sab sich tndesten der Vtcekönig von Irland doch veranlaßt, die Abhaltung von Varis 29. Decbr. Der Vtcepräfident der Deputirtenkammer Briffon Meetings in Leinster zu verbieten und diesem Verbot durch Absendung von V» einem Bankete der Handlungsreisenden bei. Derselbe sagte, die Truppen Nachdruck zu geben. - Sine neue Sorge ist England inzwischen aus Fialen Probleme aürden von Astociattonen gelöst werden. Wenn heute den Zuständen tn Südafrika erwachsen. Noch ist es nicht gelungen, die auf- ’ * tz^aupteten, die Republikaner wollten den Krieg, so wiederholten diese ständischen Basutos und dte ihnen verbündeten Stämme zum Gehorsam zuruck- F d P ^anbatarc bcr Bevölkerung wollen den Frieden, nur den zubringen, und schon hat sich in den Boers des vor einigen Jahren Ectirten tok (^n ^ch ganz Frankreich will. Transvaal-Lai-.des ein neuer gefährlicherer Feind der englischen Herrschaft erho- «ondon, 29. Decbr. Dte indische Regierung wurde angewiesen, ein ben. Die Boers haben eine Truvve-.comtngent, bestehend aus einem Reiterregiment, einem Regimente Fuß- /ßchast des Herrn Krüger, eines ihrer angesehensten Staatsmänner , etnge tzt, Trupp nn g n l 9 g senden. - Einer amtlichen 24. Februar k. Js. vertagt. ———=== aus dem iöande dem Prinzen Wilhelm von Württemberg dte Regterungsge- cm, ithäfte au übertragen, vorbehaltlich der Erledigung der wichtigsten Staatsge- - ne N-rkümmaen Groüb. Mintste- I Gesetze, Verordnungen und Anstellung der höheren Rangklaffen der Lokales. Oeffentliche Sitzung des Prvvinzial-AuSschufs?s der Provinz Ober Hessen. In der am 14. December unter dem Vorsitze des Großherzogl. Provinzial-Dircetors Dr. Boekmann abgehaltcnen Sitzung kam die Reklamation des Wilhelm Stoffel und Consorten von Ober-Florstadt wegen Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Ober-Florstadt zur Verhandlung. Das Sachvcrhäliniß ist Folgendes: In der Gemarkung Ober-Florstadt war von Großh. Kreisamte Friedberg das gesetzliche Verfahren wegen Zusammenlegung der Grundstücke eingeleitet worden. Die am 7. Mai l. I. stattgehabte Abstimmung der Grundbesitzer hatte nach der Zusammenstellung des Kretsamts ein der Zusammenlegung günstiges Ergebnlß. Dieses Resultat wurde von dem Kreisamte in dem Kreisblatte vom 5. Juli l. I. mit dem Anfügen veröffentlicht, daß Einwendungen grgen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit der Abstimmung innerhalb der Frist von 14 Tagen mittelst Rekurses an den Kreisausschuß des Kreises Friedberg bei Meidung des Ausschlusses zu verfolgen seien. Die Reclamanten bestritten die Richtigkeit der amtlichen Zusammenstellung aus einer Reihe von hier nicht weiter in Betracht kommenden Gründen. Die Reclamations- schrtft wurde frühestens am 21. Juli bei dem Bürgermeister ringcreicht und Vieser übergab dieselbe am 2. August dem Kreisamr. Der Kreisausschuß entsprach in seiner Sitzung vom 18. August zunächst dem Gesuche der Reclamanten um Restitution wegen Lersäumniß der Reclamationsfrist und wies sodann die Reclamation aus materiellen Gründen ab, die hier nicht in Betracht kommen können, weil es sich nach dem unten Folgenden nur um die Formalien der Reclamation handelt. Auf von den Reclamanten verfolgten Recurs entschied der Provinzial-Ausschuß in Erwägung: daß nach Inhalt der Bekanntmachung Großb. Krcisamis Friedberg vom 3. Juli Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit der Abstimmung innerhalb der Frist von 14 Tagen mittelst Rekurses an den Kreisausschuß des Kreises Friedberg bei Meidung des Ausschlusses zu verfolgen waren; daß diese Bekanntmachung der Vorschrift des Art. 3 des Gesetzes vom 18. August 1871 und resp. der Instruction vom 7. November 1876 in jeder Beziehung entspricht; daß die Reclamation nach der eigenen Angabe der Reclamanten in der mündlichen Verhandlung vor dem Kreisausschuffe erst am 21. Juli bei 8roßh. Bürgermeisterei Ober-Florstadt eingereicht worden ist, wie denn auch, abgesehen von dieser Angabe, rine frühere Zeit der Einreichung mit Rücksicht auf das Datum der auf der Reclamation enthaltenen Beglaubigung von Unterschriften nickt angenommen werden kann, während nach Angabe des Großh. Bürgermeisters es möglich erscheint, daß die Einreichung noch später erfolgte; daß nach der amtlichen Versicherung des Vertreters Großh. Krcisamts Friedberg in der mündlichen Verhandlung die Nr. 79 des Oberhessischen Anzeigers, in welcher die fragliche Bekanntmachung erschien, am 5. Juli in Friedberg und am 6. Morgens in Ober-Florstadt und Umgegend ausgegeben wurde; daß nach Obigem die Recursfrist von 14 Tagen bereits am 20. Juli abgelaufen und demzufolge nichts einmal bet der am 21. erfolgten Einreichung der Reclamation bei dein Bürgermeister gewahrt war; daß zudem auch die Frist bei der nach der amtlichen Bescheinigung auf der Reclamation erst am 2. August erfolgten Uebergabe der letzteren an das Kreisamt längst versäumt war, und nach Maßgabe der Bekanntmachung die Zeit dieser Uebergabe allein in Betracht kommen kann; daß hiernach der Kreisausschuß mit Recht annahm, daß die Frist versäumt sei; daß aber der Kreisausschuß nicht berechtigt war, gegen Ablauf der fraglichen Frist Restitution zu erthcilen, weil Art. 32 pos. 2 des allegirten Gesetzes die Möglichkeit einer Restitution wegen Versäumniß der in diesem Gesetze bestimmten Reclamations- und Recurs- fristen ausdrücklich ausschließt; daß bei dieser bestimmten speciellen Vorschrift es nicht einmal nöthig erscheint, darauf hinzuwetsen, daß das durch die Kreisordnung eingefühlte neue Strettvcrfahren das prozcffua- lische Rechtsmittel der Restitution überhaupt nicht zuläßt, wie dies von dem Provinziaiausschuß bisher in allen Fällen angenommen und auch in Sachen des Orts - Armenvcrbanbes Unter- Widdersheim gegen den Orts-Armenverband Bürg'Gräfenrodc wegen Unterstützung des Philipp H eh von dem Bundesamte für Heimathwesen durch Entscheidung vom 3. Juli v. Js. ausdrücklich anerkannt worden ist; vergl. auch Wohlers Entscheidungen Heft VII. p. 141; von Bismarck Verwaltungsstreitverfahren p. 93. daß zwar von einer Partei gegen die Ertheilung der Restitution ein Recurs nickt ergriffen worden ist, daß eine solche Ergreifung aber in dem vorliegenden Falle weder möglich noch nothwmdtg war; daß die Möglichkeit nicht vorlag, weil der Kreisausschuß diejenigen, welcke die Zusammenlegung beantragt und für dieselbe abgestimmt hatten, nicht als Partei behandelt und einem Vertreter derselben das Urtheil tnsinuirt hatte, was nach der Entscheidung des Gr. Verwaltungs-Gerichtshofes vom 6. Februar v. Js. in Betreff der Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Ockstadt möglich gewesen wäre; daß aus dieser Untcrlaffung des KreisausschuffeS eine Nichtigkeit des Vecfahrens nicht zu folgern ist, wenn die in der mündlichen Verhandlung vor dem Provinzickausschusse abgegebenen Erklärungen des Gr. Bürgermeisters als Vertreters der für die Zusammenlegung Stimmenden und des Gr. Kreis-Affeffors K ü ch l e r als Vertreters des öffentlichen Interesses, nach welchen die Frist versäumt und die Restitution als unzulässig zu beanstanden sei, jetzt noch Berücksichtigung finden; daß diese Berücksichtigung genau zu demselben Resultate führt, Zals wenn das vor dem KreiSausschusse stattgefundene Verfahren für nichtig erklärt und dem Vertreter der Majorität der Abstimmenden anheim gegeben würde, gegen eine etwaige abermalige Restitutionsertheilung deS Kreisausschusses Recurs zu ergreifen; daß aber auch die Nothwendigkeit der Ergreifung eines Rccurses gegen die Ertheilung der Restitution nicht vorliegt, weil dem Verwaltungsgrricht durch Art. 61 der KreiSordnung eine selbstständige Initiative in Bezug auf Erforschung und Feststellung aller für die Entschei- düng erheblichen Thatsachen im Widerspruche mit der früheren Verhandlungsmaxime zur Pflicht gemacht worden ist; daß die Kosten der für unbegründet erachteten Reclamation in Gemäßbeit des § 20 der Instruction nur dann den Consolidationskosten zugercchnet werden dürfen, wenn besondere Gründe hierfür vorliegen, was hier nicht der Fall ist, dahin: daß der Recurs als unbegründet zu verwerfen sei unter Verurtheilung dcr Recur- renten in die Kosten des Verfahrens und zur Zahlung eines Aversionalbetraqes von 40 JL in bie Provinzialkasie. D e r rrr i f ch t e S — Krupp in Essen hat für das neue Jahr ausgesorgt; denn er hat von Rußland eine Bestellung aus Kanonen im Betrage auf 3 Millionen Rubel bekommen. Hoffentlich sind diese und andere „gut gezogene" Kanonen dazu bestimmt, den Friedeu zu erhalten. Was der alte Fritz einmal gesagt hat: „Ohne Preußen darf kein Kanonenschuß in Europa fallen" gilt ja wohl mehr von dem geeinigten Deutschland. „ ~. Aus Bayern, 26. Dec. Die Passauer „Donau - Zeitung" schreibt: Von otten Seilen hort man von ganz gewalrigcn Erdrutschungen m Folge der abnormen Witterung. Namentlich haben die Böschungen an den Straßcnbaulen, Kanälen und Glucken durch Senkungen stark gelitten. Wie im Vorjahre durch Eisgang und aufier- gewohnliche Kalte enormer SLaden ungerichtet wurde, so leiden heuer diesen N.ck'- nchten zufolge, die Straßenbauten, Wege und selbst Felder und Wiesgründe. ~ .. ~ B " l i n, 2'- Dec- Der Tod des würtcmbergischen Gesandten Herrn von Spitzembeig ist, wie süddeutschen Blattern von hier geschrieben wird auf eine be- dauernsiverthe Ursache zurückzuführen. In den Körper des Gesandten war durch die Liebkosungen seines Hundes eines jener für die Menschen so gefährlichen Hundeeinac- wetdewürmer übertragen worden und hatte sich schließlich in der Milz festgesetzt. So lautete die Diagnose der Aerzte und sie schnitten den eingekapselten Wurm, d ssen Vorhandensein die Ursache der Krankhcst des Gesandten war, aus der Milz heraus Die Operation war gelungen als in der Nacht von Montag auf Dienstag eine Nachblutung eintrat, tue den Tod des Freiherrn herbeiführte. . — Wiesbaden, 23 Dec. Ein gräßliches Unglück trug sich am verflossenen Montag Mittag im fiscalischen Walddistrikt „Wiuterbucb" zu. Drei daselbst beschä^- tigtc Holzhauer, Donneker, Bachmann und Kaltmasser von Seitzenhahn, wurden von einer angegrabenen und durch den gerade herrschenden starken Wind plötzlich umge- wehten Buche getroffen. Donueker wurde mit zerschmettertem Körper tobt hervorgezo- g?b, Bachmann verstarb bald nachher, während Kaltwasser bedeutende Verlclmnaen davontrug, die ebenfalls für sein Leben fürchten lassen sollen. Einer der Getodteten hinterlaßt eine Wsttwc mit 5 Kindern. — Abermals wird über die Beerdigung einer Scheintodten berichtet. In Sainte- '' arie ln Blanche, einem kleinen Marktflecken in der Nähe von Beaune, wurde kürzlich eine schon bejahrte Frau vom Schlage getroffen. Die Aerzte constatirtm den Tod und nach Ablauf der üblichen 48 Stunden fand die Beerdigung statt. Kaum war die Zeremonie beendigt als ber Todtengraber, ber eben das G-ab mit Erde anfüllte, unter feinen Füßen schreien hörte • ber sofort herbeigerufene Pfarrer, sowie der Bürgermeister bestätigten gleichfalls, daß dumpfe Klagen aus der Erde empordrtngcn. Sofort machte man sich daran, die Erde auszuh.-ben. Inzwischen war auf das Gerücht, daß sich etwas ganz Außergewöhnliches ereignet habe rie Bevölkerung schaarcnweise herbeigeeilt und in Gegenwart einer von Minute zu Minute' an- wachsenden Menschenmenge wurde der Sarg aus dem Grabe gehoben und geöffnet. Man fand die „Todtc" in veränderter Lage; die früher erstarrten Glieder hatten wieder natürliche Wärme angenommen Nach Anwendung starker Einreibungen kam die Frau wieder zum Bewußtsein und wurde in ihre Wohnung transporttrt. Das Aufflackern der letzten Lebensgeister dauerte jedoch nicht lange, die arme Frau starb noch denselben Abend. Zwei Tage später wurde sie zum zweiten Male begraben — dieses Mal war die Unglückliche wirklich todt. Literaris ches. Von August Corrodi, dem Verfasser des „Sang vom Aerger", ist ein Buch, „Geschichten" betitelt, erschienen, das vier humoristiscke Novellen enthält. Der Verfasser g-hört zu den in unserer Zeit immer seltener auftretenden Originaltalenten von eigenthümlicher Begabung. Mit herzlichem Humor und geistvoller Naivetät erzählt er seine kleinen Geschichten und spricht durch sie unmittelbar, tief und fesselnd zum empfänglichen Gemüthe. Das hübsch ausgestattete Buch ist mit dem Portrait des Verfassers geschmückt, in der Trüb'schen Buch Handlung in Zürich erschienen und kostet 2 Mark.__________ Handel und Verkehr. Limburg, 29. Deecmber. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen .AL 18.05, Weißer Weizen JL 18.00, Korn JL 16.00, Gerste JL 10.00, Hafer JL 6.60, Erbsen JL 00 00, Kartoffeln JL 0.00. (Durchschnittspreis pro Malter.) Frankfurt. 29. December. ,Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität dcr Ctr. ,4L 2.50—4.30. Stroh JL 2.20 -3.20. Butter das Pfd im Großen 1. Qual. .AL 1.10—00, 2. Qual. „tt 1.00—00, im Detail da« Pfl- JL 1.30 1.35 2. Qual. .AL 1.20—00. Eier das Hundert JL 6—9. Ochsenstetsck ser Pfund 65-70 Kuh-, Rind und Farrenfleisch 45 -55 Kalbfleisch 40—55 H, Hammelfleisch 35—55 H, Schweinefleisch 70-8*» H, ein Hahn JL 1.5"—2.00, ein Hubn JL 1.53-2, eine Ente JL 2.50-3.00, eine Taube 60-00 H, Gans JL 4.00—10.0, Hasen das Stück JL 2.50—3.00, Feldhuhn JL 2.00-0.00, Rehbock das Pfd. 70—00 H, Kapaunen JL 0 -0.00, Wälscher Hahn ^£6—8.0 Kartoffeln «00 Ko. JL 5.00—.600, Kohlrabi 5 - 8 Blumenkohl 1 St. 30—60 H, Wirsing 00-00 H, Gelberüben 1 Bund 12-15 H, Zwtebe.l 1 Bund 0 Sellerie daS Stück O-ÖO Meerrettig 1 Stück 00 -00 Spargel das Pfun c 000-0 Romain-Salat 30-00 Endivien 10—0 Rothkraut 15—20 A, Muß kraut 15—25 Artischoken 50 Erbsen das Pfd. 00 Kirchliche Anzeigen der tvangelischenGemeittdk fuGichen. Gottesdienst: Samstag, den 1. Januar. Neujahrstag. Morgens 9*/2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Gymnasiallehrer Stamm. (In beiden Gottesdiensten Colleete für die Armen der Gemeinde.) Sonntag, den 2. Januar. Morgens 9*/2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Dr. Buchhold. Freitag, den 7. Januar, Abends 6 Uhr, im Gymnasium: Bibelstunde: Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag, den 9. Januar, wird daS Landcsmissionsfcst gefeiert werden. Die Kircheneolleete dieses Tages ist für die He'denmission bestimmt. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 2. bis 8. Januar besorgt Pfarrer Schl oss er. Allgemeiner Anzeiger. JProsil 1 vujuhr!!! 8340) Für den Jahreswechsel empfehle ein- große Auswahl Gratulationskarten, originelle Neuheiten. ________________Ernst Balser * Mäusb urg. luzeige. 7115) Den Rest meines Waaeenlagers habe ich in den 2. Stock meines früheren Hauses, Seitersweg 882, gelegt und verlause solches wie srüher zu Einkausspreisen mit 10% Rabatt bei Baarzahlung A. Lüttringhaus. X“'8 ( • Fr. 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Konrad Drechsler zu bilden haben, die Aufforderung, ihre Rechte fogewiß innerhalb vier Wochen von heute an gerechnet dahier geltend zu machen, widrigenfalls ste bei der Ver- theilung des Nachlasses nicht berücksichtigt würden. Lich, den 15. December 1880. Großherzogl. Amtsgericht Lich. 8318) Lang er mann. 8349) Der so beliebt gewordene Champagner per Flasche 2 JL 50 tst wieder eingetroffen. C Roth, Ncucnbäuen. Jeilgeöotenes. 8387) Eine junge frischmelkende Kuh mit Kalb ist zu verkaufen bei Oeconom August Noll. Scheilh. Prüzelh. Stockh. Reiöh. Wellen. < " 05, Seifen Veizrn Ä 0000, Jtniojfelü ?®: Strobmerti iwt 1 StrcS A 1.0*1-00, un Dftail bai .< b-9. Dd)iai|la|ii . fclW 40-554 * 1.511—2.00, im Hubn A 4.00-10.0, Hai,'n rt. "0-00 4, jfoMWifn .600, Jbb'.rtbi 5-8 4. nf 12-15 j), 4)0 ta» Hhn". tu"’ 15-20 Wch ° >6 «in 9ud> T «eitidjlm r Da5 fcübit Empfehle ganz besonders Kaiser-Puusch-Essenre in ganzen und halben Flaschen, sowie im Einkaufspreisen. Gießen, den 21. December 1880. Carl RolofFs Brandgasse (1. ».»■ rfort>f * 1 t i (Ultw* J300 H. W V väryftg M ^r?t das.°A>>eneii oblbeN: D'nd pi5?[jibtn oon »rtät ? 6ain«: KL r. g.; buwp e _TnU'.f- 3" Minute an- “ ’ "Irlich. nbaj-nt »urC( ß, Brennholz. ä Rmtr Jürstl. Ziegelei ?u Kch. Canaldeckel, Trottoir-Rinnen, sowie Rinnen Reiniger empfehle zu billigem Preise (7682 August Kröll. angeblich ethisch - sociale Iufiensrage, allseitige Beleuchtung derselben vom politischen und sittlichen Stand- Feinste Punsch Effenze Arrac, _ Geschälte Vietoria-Erbfen, Thüringer kleine Bohnen, Heller-Linsen, von ausgezeichneter Kochart, empfiehlt 7547) 1Fr. Seibel. Wollene Hemden, seidene, wollene und baumwollene Unterjacken und Unterdosen, Jagd-Wegen, Socken, Leibbinden, Wildleder-, Buckskin- und Glace Handschuhe, sowie Regenschirme für Damen und Herren empfiehlt 7191) II. llübsaiuen. Frankf. 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Kreiltug im Gamvrinus. 7823) EinFamilienlogis zu vermiethen und gleich zu beziehen bei _________________Frtedr. Rüger, Kreuz^ 7803) Wenze l's Garten gegenüber, B. 163,3, mittlerer Stock, 5 Zimmer zu vermiethen.______________________________ 7739) Ein Familienlogis zu vermiethen.. ______________Fritz Kürst Wwe. 7612/) Ein schönes Familienlogis (im 2. Stock), bestehend aus 2—3 Zimmern» Küche, Corridor, Balkon ec., per 15. Jan beziehbar, zu vermiethen. D. Weller V., Heuchelheimer Str. 7281) Ein Familienlogis zu vermiethen. ______PH. Kreiling, im Gamvrinus. 6953) Möblirtes Zimmer zu vermie- then bei Carl Stückrath, Gar treib. 7054) Em freundlich möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen, auf Wunsch mit Beköstigung. Preise billigst. Näheres durch die Exped. d. Blits._________ 6806) Eine neuhergerichtete Wohnung, bestehend aus 8 Zimmern, 2 Speicherkam- mern, Holzstall rc. sofort zu verm-ethen. Näheres Bleichstraße Lit. C. Nr. 39,5. 6730) Der 3. 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W TeipE Vermischte Anzeigen. 8389) Ein Mädchen, welches das Kochen und Bügeln versteht, sowie sich aller Arbeit unterzieht, sucht Stelle zu baldigem Eintritt- Zu erfragen auf der Exped. 8400) Ein Laufdienst gesucht. _________Frau Roth, Nahrungsberg. 8401) Ein Kanarienvogel entflogen. Abzugeben gegen Belohnung Alicenstr. 100. armes Dienstmädchen auf!bem hiesigen Bahnhof ein Portemonnaies mit ca. 30 ./£ Inhalt. Der Finder wird gebeten dasselbe auf der Exped. d. Bl. abzugeben. 7016) Lumpen, alteS Eisen, Zinn, Kupfer, Messing, Flaschen und Zet- tungSpapier rc. werden angekauft __Louis Rothenberger, Neuenweg 193. 8356) Ein K-llner gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl: Mn-Gießener Bahn. Abfahrten von Giefien nach: Deutz 6", 12, 4«. Dillenburg 6", 12, 4«, 9*. (6//7 Tiegen 6", 12, 4,". Wetzlar 6", 8'«, 10, 12, 4", 7«, 7* 9». Verantwortliche Kedaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Bruhl'schen Univ.-Druckeret (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.