Donnerstag den 30. December 18SO Nr. 304 do« auf Widerruf ernannt worden ist. Gießen, am 28. December 1880. Großherzogliches Kretsamt Gießen. Dr. Boekmann. ie !t Boehl RedaetionSburea« r 1 rr. f n VxpeditionSbttrearr: i Schulstraße 8. 18. Bekanntmachung. Betreffend: Den Fleischbeschauerdtenst in Gießen. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Karl Plank, Oeconom in Gießen, zum Stellvertreter des Fletschbeschauers in Gießen •Äta uhnbN^ 11 3*, MG ^kerefienten zum $e, ^crverbevereiiis: Ritgen. _ ,, . ,, *7, . " " ” 77' , a Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerl^n. Erscyernt täglich mit Ausnahme des Montags. bie bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 < Kichener Wmiger Zijkip- irt Amlsdlatt fir dr» Kms Gießt». iS'Bier. halbier beginnt *- «ression direct (H. 62554} adwig. idwerker. anjujeuen, daß am 0 - Zreitag de« wb Moitag den ^dim'ihai 4 Um im TELL13G ter ßattsi.dkl. «nm Besuche ergebenst •. Petri ÄS ■>3>e Wä j Hof. Heute, am 29 5. December: lelsuppe. WM "*.-r ^ldennNemchl mH g h,-j ^nfeur Conrads -^sMädchen, ‘ f„n aus soiort ober ^,s.auralion nach Aus' ” 5 150-170 * ^'Wrer, der c nt Kraft* Htte i-b binnen M nir aniumelven- > WENZEl -77-- fertig fctl L/fttr- <^w,efe"‘ w* 4 , g»teri»b' ^ /. ,-it' 537fr Bekanntmachung. Die am 31. December 1880 fälligen Domanialgelder für Holz, Grummetgras und Waldnebennutzungen aus den Großherzoglichen Oberförstereien Grünberg und Nieder-Ohmen sind bis zum 25. k. Mts. bet Meldung der Mahnung an uns zu entrichten. Wir ersuchen die betr. Großherzoglichen Bürgermeistereien dies rechtzeitig öffentlich bekannt machen zu laffen. Grünberg, den 30. December 1880. Großherzogliche Districts - Einnehmerei Grünberg. Deutschland. Darmstadt, 27. Decbr. Das Großherzogl. Regierungsblatt (Beilage Nr- 28) enthält: 1. Bekanntmachung Großherzogltchen Ministeriums des Innern und der Justiz, die Arzneimttteltaxe für das (Kroßherzogthum Heffen betreffend. 2. Bekanntmachung Großherzoglichen Ober-Consistortums, die Ergebniffe der Verwaltung der allgemeinen geistlichen Wittwenkaffe vom Jahre 1878 betreffend. 3. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller. ! gnädigst geruht: am 24. Noobr. den von dem Herrn Grafen zu Solms- ' Ltödelheim für die evang. Pfarrstelle zu Grüningen präsentirten evang. Pfarramts Candidaten Ludwig Walz aus Ltch für diese Stelle zu bestätigen. Am 24. Novbr. wurde dem SchulamtSasplranten Peter Metzler auö Schlierbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Spiesheim, im Kreise i Oppenheim, übertragen; am 29. Novbr. wurde dem Johann Heil aus Schlitz dos Patent als Geometer der 1. Klaffe für den Kreis Lauterbach erthetlt; am 1. Decbr. wurde dem Schulamtsasptranten Georg Reidel aus Langen- Bergheim die Lehrerstelle an der Gemeindesckule zu Bermersheim, — am 6. Decbr. wurden dem Schulamtsaspiranten Gustav Weber aus Eichelsachsen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Busenborn und dem Schulamts« aspiranren August Lenz aus Ulrichstein die Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Merlau — übertragen; am Decbr. wurden der Gensd'arm Heinrich Luckhardt von Partenheim, der Sergeant Jacob Friedrich von Heppenheim, sowie der Hautboist Heinrich Bernhard von Rixfeld zu Steueraussehern ernannt; am 11. Decbr. wurde dem Philipp Hammer aus Elsheim das Patent als Geometer 1. Klaffe für den Kreis Büdingen ertheilt; an dems. Tage wurden dem Schullehrer Georg Burtschell zu Rieder-Roden die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Aberch-.im und dem Schullehrer Sebastian La,st zu Heubach die Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Rteder-Roden, — am 13 Decbr. wurde dem Schullehrer Georg Treusch zu Höllerbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bauschheim, — am 15. Decbr. wurde dem Lchulamtsaspiranten Georg Geißler aus Etzean eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Fränktsch-Crumbach — übertragen. 4. Dtenstentlaffung. Am 4. Decbr. wurde der Lehrer an der Gemeinde- schule zu Allendorf an der Lahn Georg Schwarz auf sein Nachsuchen aus dem Schuldienste entlassen. t rr 5. Ruhestandsversetzungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 27. Novbr. den Bahnwärter Johann David Jost bei der Main-Neckar-Etsenbahn auf sein Nachsuchen, sowie den Bahnwärter Friedr. Nungeffer bet derselben Bahn unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand zu versetzen. m Am 4. Decbr. wurde der Amtsgerichtsdtener bei dem Amtsgerichte Büdingen Egtdtus Möbus auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt. (Schluß folgt.) Berlin, 27. Decbr. Der Ausschuß des deutsch-israelitischen Gemeinde-Bundes bat laut der „Dresd. Ztg.", eine Erklärung veröffentlicht, in welcher er auf an ihn aericktete Wünsche seine Anschauungen über die Frage: „Wie hat sich der Jude der anti-semitischen Bewegung gegenüber zu verhaltens mittheilt. Er giebt den Juden u. 21 folgende beherzigenswerte Mahnungen: „Den Juden, dessen heilige Schrift die Grundlage der Sittenlehre aller gebildeten Völker geworden, dessen Religwns- ''chriften, wi? namentlich die talmudischen „Sprüche der Väter", Vorschriften tiefster Moral und innigster Menschenliebe Allen gegenüber enthalten, können und dürfen auch die schmerzlichsten Erfahrungen nicht von strengster Einhaltung dieser Grundsätze ab- rübren Vor Allem bewahre er den uralten Satz aus den „Sprüchen der Vater . Liebe' die Arbeit, hasse die Herrschsucht", in Pflege, Förderung und Unterstützung jüdischer Handwerker und Arbeitnehmer, in tüchtiger Selbstthatigkeit, m Aechtung un- 'auberen Gewinnes und in Unterlassung aller widerwai-tigen Selbstüberhebung Vor- drängung und Prahlerei. „Wer den altfüdischen Grundsatz streng,ter Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit in Handel und Wandel gegen Jedermann, ohne Unterschied des Glaubens übertritt, wer wider Treue und Glauben handelt, wer lugt und betiugt — begeht die in jüdischen Kreisen so verpönte Sünde der „Entweihung des göttlichen Namens" - ist also kein echter und rechter Jude. - Mit Denjenigen, die so gegen Treue und Wahrhaftigkeit handeln, soll kein Jude gesellschaftlich und geschäftlich verkehren, denn sie geben dem Judenhaß fortwährend neue Nahrung. Halten wir treue Freundschaft mit bewährten christlichen Freunden, aber meiden wir leichtfertigen leichtsinnigen Umgang; meiden wir die gesellschaftliche Berührung mit Judenfeinden; beschränken wir uns nicht auf den Umgang mit Glaubensgenossen, aber weichen wir ihm auch nicht aus. Sondern wir uns nicht nach äußeren zufälligen Verhältnissen ab; suchen wir Bildung, Belehrung, Aufklärung zu fördern, zunächst und vorzugsweise in den Kreisen der Glaubensgenossen. Deren wir nicht allzu empfindlich gegen Aeutzer- ungen der Abneigung wider Judin und Judenthum, sie sind leider in sehr vielen, auch wohlmeinenden Kreisen angeboren und anerzogen. Hüten wir uns aber vor Zudringlichkeit auch in geselliger Beziehung. Man soll uns aufsuchen. Meiden wir jeden Conflict, gehen wir jeder Auseinandersetzung mit Hetzern sorglich aus dem Wege. Nur in unvermeidlichen Fällen und böswilligen Gegnern gegenüber wollen wir ernft und entschieden antworten, aber auch da jede Beleidigung, jede Thällichkeit, jeden Gewaltschritt meiden. Schimpfworte bewerfen nur die Unbildung ihres Urhebers. Duelle, diese traurigen Ueberbleibsel mittelalterlichen Aberglaubens an Gottesgerichten und Ordalien, sind nicht blos gesetzlich, auch sirtlich und religiös verwerflich. Wer ihnen ausweicht und sie ablehnt, ist nicht feig. „Vor Allem, Ihr Schrlstkundigen, seid vorsichtig in Euren Worten." Auch dieser alte Väterspruch bleibt ewig neu. Unterlaßt jede unkluge nutzlose Erörterung, vor Allem jede spöttische, höhnende Aeußerung über Andersgläubige, über Anderer Glauben, ja über Euren eigenen. Nicht in Frivolität und Witzen, nur in Wahrheit und Klarheit zeigt sich wahre Bildung. „Heil dem Manne, der nie saß, wo Spötter sitzen", heißt es im ersten Psalm. Seien und bleiben wir treue Deutsche, opferwillige Söhne unserer Vaterstadt, unserer Heimath. „Ihr Wohl ist unser Wohl". Keiner jage nach Ehrenämtern; jeder wirke vielmehr so rechtschaffen und gemeinnützig, daß ihm das Vertrauen seiner Mitbürger zufallt. Sehen wir in der gegenwärtig so schmerzlich uns berührenden Bewegung einen Wink der Vorsehung, an unserer Selbstveredelung mehr noch als bisher zu arbeiten. Berlin, 27. Decemder. Nach Art. 48 der Retchsverfaffung soll das Telegraphenwesen für den ganzen Umfang des deutschen Reiches als einheitliche Staatsveikehrsanstalt eingerichtet werden. Unter den Begriff der Telegraphen im Sinne jener Bestimmung fallen auch die Fernsprech-Anlagen. Es kann daher, wie officiös geschrieben wird, der Einrichtung und deren Betrieb von Fernsprechverbindungen als Verkehrsanstalten durch andere alS die Reichs- Telegraphenverwaltung oder diejenigen, welchen die Anlage und der Pe.r.eb von Telegraphenanlagen für bestimmte Strecken gestattet ist, in polizeilichem Wege rntgegengetreten werden. Mit Rücksicht auf die Nachtheile, welche aus derartigen Verkehrsanstalten, wenn sie ohne staatliche Controle bestehen, dem Gemeinwohl und dem staatlichen Interesse erwachsen können, hat der Minister des Innern die Regierungen veranlaßt, von der gedachten polizeilichen Befugntß in vollem Umfange Gebrauch zu machen. — In der Commission zur Berathung des Entwurfs von Vorschriften über den Schutz gewerblicher Arbeiter gegen Gefahren für Leben und Gesundheit war man allseitig darüber einverstanden, daß der Erlaß derartiger Vorschriften ein Bedürfntß sei. Dieses Votum basirt, wie verlautet, hauptsächlich auf den mehrjährigen Berichten der Fabrikinspectoren. Diese Berichte ergeben folgendes Resultat: Als Ursache der zahlreichen Unfälle sind insbesondere mangelhafte Schutzvorrichtungen an Kreissägen und Fahrstühlen, an Röhren zur Ableitung heißer Dämpfe, an Dampfkeffeln rc. anzusehen. Dies hat sich namentlich in den ländlichen Fabriken der östlichen Provinzen gezeigt. Ver- beffrrungen der Fabrikanlagen, um den darin beschäftigten Arbeitern mehr Luft, Licht und Reinlichkeit zu schaffen, Vorrichtungen gegen die gesundhetts- schädlichen Einrichtungen von Hitze, Staub und giftigen Dämpfen waren nur selten anzutreffen. Es existiren verhältnißmäßig nur wenige Fabriken, die in dieser Beziehung nichts zu wünschen übrig laffen, die genügende Einrichtungen zur Sicherung der Arbeiter gegen Gefahren für Leben und Gesundheit haben. Sehr oft begegneten auf die Herstellung solcher Einrichtungen Seitens der Fabrikinspectoren gerichtete Forderungen einem durch Hinweis auf die ungünstige Lage d s betr. Industriezweigs unterstützten Widerstand. Unter dem Drucke der ungünstigen Lage der Industrie leidet auch die Förderung dringen, der Wohlfahrt-Einrichtungen, insbesondere auch die Herstellung von Arbeiter, Wobnungen. — Die Commission hat übrigens ihre Arbeiten bis auf bie redact-onelle Feststellung der Protokolle erledigt. Man hat sich für den Erlaß dieser Vorschriften in der Form einer öffentltchrn Verordnung auf Grund dez I § 120 Alinea 3 der Gewerbeordnung entschieden. Diejenige Ansicht in d„ Commission, welche diese Vorschriften nur als Diensttnstruction für die Fabrik- inspectoren erlaflen wollte, scheiterte an der Opposition der Mandatare der Großindustrie, namentlich aus Südveutschland, welche zwar nicht daö Institut der Fabrikinspectoren an sich als unzweckmäßig bekämpften, aber doch hervor- hoben, daß die Auswahl der Persönlichkeiten für dieses hochwichtige Amt nicht immer eine so zweckmäßige fei, um unbedenklich in ihre Hand die dtscrettonäre Handhabung der Vorschriften in einer für die Industrie so bedeutungsvollen Frage legen zu können. Den Großindustriellen in der Commission gelang eS auch in der zweiten Lesung, einige nicht unwichtige Abänderungen der Regierungsvorlage und der Beschlüffe der ersten Lesung herbeizuführen. Man zweifelt nicht daran, daß die Commissionsbeschlüsie die Genehmigung des Bundesraths erhalten werden. — Während vor noch nicht 4 Jahren die oberste Unterrichtsverwaltung sich mit Berufung auf ein, die Nützlichkeit der Blitzableiter überhaupt in Abrede stellendes technisches Gutachten gegen die Anbringung von Blitzableitern auf Schulhäusern ausgesprochen hatte, ist sie jetzt von dieser Ansicht zurückge- kommen und zu dem Beschlüsse gelangt, daß, wo derartige Anträge gemacht werden, denselben unter der Voraussetzung stattzugeben sei, daß das Bedürfntß dazu gehörig nachgewtesen werde. Zu diesem Zwecke sind bestimmte Grundregeln aufgestellt worden, die den sämmtltchen Schulbehörden zur Beachtung bei ihren Anträgen mitgetheilt sind. München, 27. Decbr. Von Florenz kommend, ist laut der „Vosi. Ztg." Herr Dr. LaSker vor einigen Tagen hier eingetroffen und von feinen hiesigen Freunden, namentlich dem zu den Berathungen deS Steuergesetzgebnngs- Ausschusses der Kammer der Abgeordneten hier weilenden Abgeordneten Frei- Herrn v. Stauffenberg in herzlichster Weise empfangen worden. Stgl's „Vaterland", das bekanntlich sogar seine preußischen schwarzen Genoffen nicht ungeschoren läßt, zeigte die Ankunft in folgender bayerisch'Ultramontanen Form an: Der eremitirte Parlaments-Jude Lasker befindet sich z. Z. in München, wo er in „politischen Kreisen" verkehrt und vermuthlich die betrübte Gemeine tröstet. Heute war der kleine Jüd zu sehen, wie er mit, resp. wie ein Hünd- Icin hinter Benjamin Stauffenberg herhüpfend, einen Spaziergang in den englischen Garten machte. IranLreich. Pari-, 27. Decbr. Der Deputtrte Latsant hatte der Untersuchungs- Commission über die Angelegenheit Ciffey's ein Schreiben der Wittwe Duver- gier d'Haurane's mitgetheilt, in welchem Girardin beschuldigt wurde, Spionage in großem Umfange im Solde fremder Staaten betrieben und dem Fürsten Bismarck durch Vermittlung von Frauen wichtige auf die französische Armee bezügliche Dokumente überliefert zu haben. Nachdem die Untersuchungs- Commission die Verlesung dieses absurden Schreibens angehört hatte, schickte sie daffelbe an Laisant zurück, ohne auch nur eine Abschrift desselben nehmen zu wollen. — In der heutigen Sitzung der Deputirtenkammer erklärte Girardin, er würde die Beschuldigung, daß er der Chef preußischer Spione sei, mit stillschweigender Verachtung behandeln, wenn diese Beschuldigung nicht von einem Deputaten ausgtnge; er verlange die Zurücknahme derselben. Laisant erwiderte, er habe die Commission auf jenes Schreiben Hinweisen zu sollen geglaubt; er verweigere die von Girardin verlangte Zurücknahme. Philippoteaux, der Präsident der Commission, constatirte, daß die Commission es ablehnte, von dem Schreiben Gebrauch zu machen. Ein Antrag auf ein« fache Tagesordnung wurde von der Kammer verworfen, dagegen eine das Verhalten der Untersuchungs-Commission billigende Tagesordnung angenommen. Telegraphische Depeschen. Wagner'» telegr. Cvrrespoudenz-Bureau. Stuttgart, 28. December. Das Befinden deS gefährlich erkrankten Prinzen Ulrich, des einzigen Söhnchens des Prinzen Wilhelm, ist, nach dem heutigen Bulletin, etwas bester. Wien, 28. December. Die Untonbank erwarb gestern für Rechnung eines auswärtigen Consorttums von der Credttanstalt den Restbestand an Actten der Lothringer Eisenwerke theils fest, theils in Option. — Dem „Fremdenblatt" zufolge zahlt die Außig-Teplitzer Eisenbahn 14 pCt. Dividende. London, 28. Decbr. Einer Meldung der „Times" aus Durban zufolge find die Nachrichten über die Niederlage des 94. Regiments übertrieben. Es seien nur 30 Mann getödtet und verwundet worden; die übrige Mannschaft wäre entwaffnet und ihr gestattet worden, sich nach Pretoria zu begeben. Konstantinopel, 28. Decbr. Die Botschafter der Mächte schlugen vor und anempfahlen gestern mündlich das europäische Schiedsgericht. Der Vorschlag sollte gestern Abend dem Ministerrathe unterbreitet werden. Bei den Einwendungen Said Pascha's gegenüber den Botschaftern gilt die Ablehnung für wahrscheinlich. Stuttgart, 28. Decbr. Prinz Ulrich, der einzige Sohn des Thronfolgers Prinzen Wilhelm, ist heute Nachmittag 4*/, Uhr, 5 Monate alt, an der Ruhr gestorben. Paris, 28. Decbr. Der Senat hat mit 204 Stimmen (die Rechte enthielt sich der Abstimmung) das gesammte Einnahme-Budget mit den von der Deputirtenkammer gestern beschloflenen Modificationen angenommen Die Session wurde hierauf in der Deputirtenkammer und im Senate geschloffen. Lokales. Gießen, 29. Dec. (Sterblichkeit in Gießen.) In der Woche vom 19. bis 25. December ereigneten sich in Gießen im Ganzen 8 Todesfälle, davon 7 bei erwachsenen Personen und einer bei einem Kinde. Letzteres, erst 7 Monate alt, starb an Lungenentzündung. Bei den Erwachsenen wurde als Todesursache bezeichnet: Lungenschwindsucht 3 mal, Bronchialentzündung, Brightische Krankheit, organisches Herzleiden je einmal. Eine Frau starb im Wochenbett. ' G. Oeffentliche Sitzung deS Provinzial-AuSschuffeS der Provinz Ober- hefsen. In der am 13. I. Mts. unter dem Vorsitze des Grohherzogl. Provinzial-Directors Dr. Boekmann abgehaltenen Sitzung des Provinzial-Ausschuffes kam zunächst der Recurs gegen eine Entscheidung des Kreis-Ausschusies Schotten in Betreff der Reklamation d-8 C. Sttebeling und Eonsorten gegen die Wahl des Gemeindcraths zu Gedern zur Verhandlung. Mit Rücksicht darauf, baß in dem vorliegenden Falle die Vorschrift des Art. 24 der Landgemeinde Ordnung, nach welchem Einwendungen gegen die Wahl bei Meldung des Ausschlusses bet dem Bürgermeister vorzubringen sind, nicht eingehalten worden sei, wurde erkannt, daß der Recurs als unbegründet zu verwerfen sei unter Verurthetlung der Necurrrnten in die Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung eines Aversionalbetrages von 20 at in die Provinzialkasse. Die zweite Verhandlung betraf das Ansinnen des Großh. Kreisamtes Friedberg an die Gemeinde Ober-Rosbach wegen Erhöhung des Gehaltes des Gemeinde-Einnehmers Stengel. Das KreiLamt hatte mit Rücksicht darauf, daß ihm der dcrmalige sirr Gchalt hca Gememb- Einnehmers von 515 at — 1‘ 3 % von den orventlichen Einnahmen zu aerina ,, ch'-n und daß der Rechner schon seit 22 Jahren dies Amt mit Auszeichnung verwaltete d» Gemeinde die Erhöhung des Gehaltes auf 2% von den ordentlichen Einnahmen oder 750 at Rr angesonnen. Der Ortsvorstand hatte sich erboten, den Gehalt auf fix 600 at zu erhöbe-i Der Kretsausschuß hatte dahin entschieden, daß dem Ansinnen keine Folge zu geben sei weil der Gemeinderath am besten im Stande sein muffe, die einschlägigen Verhältniffe zu beurteilen Auf von dem Kreisamte verfolgten Recurs erkannte der Provinzial-Ausschuß in Erwägung, daß es im öffentlichen Interesse einer Gemeinde begründet erscheint, wenn ein als tüchtig bewäbrter Rechner in seinen Dienstleistungen entsprechender Weise bezahlt und hierdurch dem Dienste erhalten wird; daß cem dermaligen Gemeinde-Einnehmer Stengel von seiner vorgesetzten Behörde ein sehr günstiges Zeugniß ertheilt worden ist; daß der von der Gemeinde anqeboten'e fixe Geholt von 600 at jährlich nicht als ein den Leistungen des Rechners ent'prechender angesehen werden kann; daß der von Großh. Kreisamte angesonnene Gehalt von 750 at (ng: besondere mit Rücksicht auf den Umstand als zu hoch gegriffen sich erweist, baß die bereits eingetretene Verminderung der Einnahmen möglicherweise fortbesteben könnte; daß bei billiger Abwägung aller in Betracht zu ziehenden Verbältniffe ein fixer Gebalt von 700 at als ein angemessener erscheint; dahin, daß der Recurs insoweit als begründet zu erkennen sei, als vir Gemeinde Ober-Rosbach zu verurtbeilen sei, den Gehalt des Gcmeinve-Einnebmers Stengel vom 1. Januar l. I. an auf den fixen Betrag von 700 at jährlich zu erhöhen, die Kosten des Verfahrens zu tragen, sowie den Aversionalbetrag von 30 at in die Provtnzialkasie zu zahlen. 11 Die dritte Verhandlung betraf da8 Ansinnen des Großh. Kreisamtes Lauterbach wegen Erweiterung des Schulhauses zu Freiensteinau Die Großh. Kreis-Schub Commission Lauterbach hatte die Nothwendigkeit eines Neubaues der Schule zu Freiensteinau ausgesprochen. Der OrtSvorstand hatte diese Nothwendigkeit nicht in Abrede gestellt, aber mit Rücksicht auf die finanzielle Lage der Gemeinde die Aufbringung der Kosten verweigert. Der Kreis-Ausschuß erkannte in Erwägung, daß 1. die Nothwendigkeit der Erbauung zweier Schulsäle von den competenten Behörden -anerkannt und von dem Ortsvorstand in seiner Erklärung vom 26. September d. I. auch nicht in Abrede gestellt wurde, mithin nur darüber zu entscheiven ist, ob bie Gemeinde die dadurch entstebenden Kosten ohne allzu große Bedrückung aufbringen kann, 2. ein großer Theil deS für 1881/82 zu 85976,02 at. angenommenen Vermögensüberschuffes zwar einen Ertrag nicht abwirft aber doch die unter 2-11 des Voranschlags für 1881/82 aufgeführten Einnahmequellen' einen solchen von 7519,40 at liefern, 3. der Voranschlag pro 1881/82 für s/i Jahre aufgestellt ist daher von der Umlage von 5320 at Vs mit 1064 at abgezogen werden muß und cs mithin unter Zurechnung der Zinsen des aufzunehmenden Kapitals von 8100 at die Umlage auf 4592 at und der Ausschlag auf den Gulden zu 39,032 H berechnen würde, 4. «in solcher Ausschlag nicht als die Gemeinde drückend angenommen werden kann, da andere vermögenslose Gemeinden einen weit höheren aufbrtngen; auf Grund von Art. 48, II. 2 dahin, daß die Gemeinde Freiensteinau schuldig zu erkennen sei, den Betrag von 8400 at zur Erbauung zweier Schulsäle in 1881/82 aufzubrtngcn unter Verurthetlung derselben in die später festzusetzenden Kosten. Auf von dem Ortsvorstande verfolgten Recurs entschied der Provinzial-Ausschuß mit Rücksicht darauf, daß die Notbwendigkeit eines Neubaues von der competenten Schul ehörde ausgesprochen worden ist; die finanzielle Lage der Gemeinde aus den von dem Kreisausschuffe dargelegten Gründen der Ausführung des Bauwesens nicht entgegenstehen kann, dahin, daß der Recurs als unbegründet zu verwerfen lei unter Verurthetlung des Rekurrenten in die Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung eines Aversionalbctrages von 20 at in die Ptovinzial- kaffe. Vermischtes. Cassel, 23. Dec. Der Locomotivführer Delllth, welcher bei dem Eisenbahnunglück bei Grifte arg verbrüht wurde und eine Quetschung der Brust und innere Verletzungen davontrug, ist heute früh nun doch seinen Wunden erlegen. Derselbe hinterläßt Frau und Kinder. Der Heizer Stöcker ist wieder hergestellt, auch soll der schwerverletzte Postschaffner Erkelenz sich auf dem Wege der Besserung befinden. — Aus der Schweiz, 22. Dec. Gestern ist zum ersten Male die eidgenössische Post mit Briefen und Gepäck von Göschenen nach Airolo durch den Gotthartstunnel gegangen. Nach dem „Bund" waren 7 Wagen zur Aufnahme sämmtltcher Postsendungen nothwendig. Der erste ist gedeckt und verschließbar zur Aufnahme der Brief- und Fahrpoststücke, sowie der größeren Valoren-Sendungen; die anderen werden mit Decken versehen und verschnürt. Von den Tunneleingängen an werden die Wagen mit pneumatischen Locomotiven gezogen- In der Mitte des Tunnels, auf einer Streck: von ca. 3 Kilometer, findet der Transport durch Pferde statt. Der Eingang des Posttransports in Göschenen ei folgte um 2Vr Uhr Nachmittags und der Ausgang in Airolo um 6V2 Uhr Abends. Die Durchfahrt dauerte demnach genau 4 Stunden. Die Reisenden und deren Gepäck wurden mit der gewöhnlichen Post von Göschenen nach An- dermatt befördert. Heute, den 22. ist der Bergübergang auf dem Gotthard wieder für die Postschlitten passirbar. — Der Berliner „Bär" hat zahlreiche Anecdoten vom alten Wränge! gesammelt. Wrangcl musterte einmal Truppen, unter denen sich viele Polen befanden. Man kannte die Fragen des Generals schon, ob sie richtig Löhnung erhalten, wie lange sie dienen rc- Und weil man wußte, daß die Polen die Fragen nicht verstehen würden, so drcssirte man sie für eine prompte Antwort. — Ein Pole ist nun instruirt: 1) W-'nn der General fragen sollte: „Wie alt sind Sie?" soll er antworten: „20 Jahre, Herr General!" — 2) „Wie lange dienen Sie?" — „2 Jahre, Herr General!" — 3) Haben Sie — oder hast Du immer Brod und Löhnung richtig empfangen?"— „Beides richtig, Herr General 1" — Vater Wrangel tritt an ihn heran und fragt nun einmal in einer anderen Reihenfolge, woraus sich folgendes Zwiegespräch entspinnt, da der Pole den Teufel was um die Fragen selbst sich scheert oder sie versteht; er sagt sich vorher immer im Stillen seine Antworten: ßwanßik Jarreh, Herren General! — ßwei Jarreh, Herr General! — Beides richtik, Herr General! — „Nun, wie lange dienst Du, mein Sohn?" „20 Jarreh, Herr G'neral!" „Donnerwetter, wie alt jbist Du denn schon?" — „ßwei Jarreh, Herr General!" — „Na, Kerl, bist Du verrückt ober bin ich verrückt?" — „Beides richtik, Herr General!" — Ein jüngerer Verwandter Wran- gel's, Fähnrich seines Zeichens, beim General zu Tisch geladen, benahm sich, vom Wein etwas ergriffen, ein wenig vorlaut und rief gerade während einer Kunstpause des Tischgesprächs dem Onkel zu: „Das muß man Dir lassen, Du hast ausgezeichnete Weine, Onkel, Excellenz!" „Sauf', mein Sohn, aber halt's Maul!" war die mit freundlichster Miene gegebene, nicht mißzuverstehende Antwort. — Einer schönen, eleganten jungen Hofdame rief der alte Herr einst zu: „Mein Kind, Dein Kleid ist zu kurz!" „Zu kurz ?" fragte erstaunt die junge Dame, „es hat doch eine lange Schleppe, Excellenz?" „Ne oben, Döchterken!" entgegnete Wrangel. Bensheim, 21. Dec. Vergangenen Samstag plagte einen Verehrer Nim- rod's aus dem benachbarten Zwingenberg die Jagdpassion so energisch, daß er die Jagdgeräthe nicht länger ruhig an der Wand hängen sehen konnte. Er armirte sich und gedachte trotz des schlüpfrigen Weges und ungeachtet der zweifelhaften Witterung ein wenig zu bouchiren, vielleicht ließe sich ein Hase oder noch besser ein Rehböcklein ergattern, welche beide für die bevorstehenden Feiertage ein acceptables Brätchen liefern sollten. Die Richtung des Marsches nahm unser Nimrod nach seinem Leibgeheae, welches, zwischen Auerbach und Zwingenberg gelegen, nicht gerade Ueberfluß an Wild- pretmangel aufzuweisen hat. Sintemal und alldieweil besagter Herr Nimrod aber etwas nahsichtig sein soll und auch den Standort eines Nehbocks oder so was dergleichen nicht genau wußte, nahm er sich einen Jungen mit. Im Walde angekommen, entdeckte dcr Letztere nun hinter einem Gebüsche eine Creatur; er zeigte darauf hin, der Nimrod schoß los und — als Antwort erfolgte ein furchtbares Geschrei. Der Jäger und fein Junge stürzten drauf los und fanden einen Holzmacher, welcher hier, nichts ahnend, Weiden zum Binden der Wellen für die Holzhauerei geschnitten hatte, für einen Rehbock angesehen worden war und den Schrotschuß auf Brust und Arme empfangen hatte. Man schaffte den Verwundeten schleunigst nach Hause und sorgte für ärztliche Hilfe, während der Schütze an's Amt lief, sich Hierselbst anzeigte und sich darauf aus lauter Verzweiflung--ins Bett legte, denn er vermeinte nicht anders, er habe den Holzmacher todtgeschoffen. Glücklicherweise ist dem nicht so, und zwar vorzugsweise deshalb, weil er (der Holzhauer) an jenem Tage zwei Unterwämmser trug, die mit dem Oberwamms, der Weste und dem Hemde die Gewalt des Schrotes brach. Etliche sind aber doch ins Fleisch gegangen, indessen konnte man sie bald her- ' ausholen. Schmerzhafter sind einige Verletzungen an dem Unterarm, in der Nähe der I Zandwurzel, bis wohin die Wämmser für gewöhnlich nicht reichen. Nun hat aber der i Nimrod bereits tüchtig für Schmerzengeld, kräftige Speisen rc. gesorgt, der Ange- - erhallen, wie langt fie e- nickt verstehen würden, > , nan inftruirt: 1) WM -arten: -2-J Jck- Hm H -,-en.eral!'-3) HK> L :r.atni*- .W,r* : MN einmal m einer da der Pale den I •’ lagt oor&er tnv VrL'- ß-vei Z-rreb, , . lange dienü U j „ ,,, altlbi»»* I U 7u D.rrücft oder bin | P-'wmidterWran- E benahm si-b. E | Sr<;i5 eener SonüjjJ | ■"7U bm'l allsgeielchnere ■ -1, —j i« mar die ntit E | eftnilanfl^OW- | «erehrer M v W tm(n,rbe6 f 'ieer^^ ’ILhA L 7-1 5 134 itintm y1*8^' '■ -hr UeberfluBan. XLfiob« fo^en, . . 0 Da fifÄ ,a--en Cj und 'SJ* - * 4 f 'di und |O’L -r E^.mar ■ X ’® •’ S4T0B< *, MM , .|/gbt IIÖ* f Äoffene wird daher keinen Straf antrag stellen, weshalb Ersterer wahrscheinlich mit dem Schrecken und etlichen Silberlingen davonkommen wird. (M- Tgb) — Obermörlen, 28. Dec. Gestern Abend gegen 10 Uhr brach dahrer, durch bis jetzt unbekannte Ursache, Feuer aus, welches, trotz baldiger Hülfe, so rasch um sich griff daß 8 Scheunen und deren Inhalt, sowie mehrere Stalle dem verheerenden Elemente zum Opfer fielen. Den aus der Umgegend zahlreich herbeigeerlten Löschmannschaften mit ihren Spritzen gebührt alle Anerkennung für ihre aufopfernde Thätigkeit- -j- f Die Hülfenfrüchte oder Leguminoscnsamen (Erbsen, Bohnen, Linsen) sind weaen ihres bedeutenden Gehaltes an blutbildenden, d. i. Eiweiß-Stoffen, ein sehr geschätztes Nahrungsmittel, das aber, mit Rücksicht auf seine schwere Verdaulechkeit, von Schwachen, Kranken und Reeonvalescenten gemieden werden muß Um den reichen Gehalt der genannten Früchte an Nährstoffen auch der Krankenpflege dienstbar zu machen, hat man dieselben seit einer Reihe von Jahren m feinst gemahlenem Zustande, theilweise zu unverhältnißmäßig hohen Preisen und unter hochklmgenden Namen wie Revalenta oder Revalescisre, Lentilla, Leguminose, in den Handel gebracht. Diese Mehle sind nach microscopischer Prüfung meist aus rohen Fruchten hergestellt, die sogar rnchr"oder weniger den Holzstoff (Cellulose, der FruKschalen noch enthalten. Durch bloße Zerkleinerung, namentlich wenn die schwerverdauliche Cellulose mit in das Mehl übergeführt wird, ist eine wesentlich größere und leichtere Aufnahmefähigkeit dieses Nahrungsstoffcs keineswegs bedingt- Um solche zu erzielen, wird von Herrn q Paul Liebe, Apotheker und Chemiker in Dresden m eigens dazu conftruirten Apparaten auf physikalisch.chemischem Wege , (unter höherem Druck) eine Trennung der Eiweißstoffe von den sie umhüllenden Starkekornern herbeigeführt, und em Theil des Stärkemehls in Dextrin umgewandelt- . Das derart gewonnene Präparat, Liebe's Legummofe tu löslicher Form, entspricht allen denjenigen Bedingungen, welchen in Uederelnstlmmung mit den Untersuchungen von Bott und Franz Hofmann Rechnung getragen werden muß, um den werthvollen Eiweißgehalt der genannten Hülsenfrüchte leicht aufnahmefähig und auch für Kranke verwendbar zu machen. Die neue Legummofe hat den Vorzug, daß sie nicht unbedingt gekocht werden muß. Sie ist bereits gar, abflef^,en der großen Bequemlichkeit, wichtig, da weder Wohlgeschmack noch Gleichmäßigkeit der Suppe beinträchtigt werden kann. Bekanntermaßen ist eine Suppe aus gewöhnlicher Leguminose oder aus jedem anderen ähnlichen Handelsprodukt ausschließlich durch langdauerndes Kochen zu bereiten; weil sehr dick, erhäli die Suppe dadurch oft einen rohen ober brenzlichen Geschmack, ein Umstand, der für Kranke nicht ohne Bedenken ist. Die aus Liebe's Leguminose in löslicher form bereitete Suppe hingegen ist stets gleichmäßig wohlschmeckend, nicht dickschleimig, sondern dünnflüssig und enthalt das Vierfache an Nährstoffen, verglichen mit einer Suppe aus jedem anderen Präparat dieser Art, was auf die eigenartige Fabrikationsweise zurückzuführen ist. Diese Eigenschaften im Verein mit größerer Billigkeit zeichnen das Liebe'sche Kraftmehl vor allen bekannten Hiilsenfruchtmehlen aus. Wie aus der amtlichen Analyse des Herrn Hofrath Dr. Fleck (Centralstelle für öffentl. Gesundheitspflege in Dresden) hervorgeht, enthalt Liebe's Leguminose 24,3 % Eiweißkörper. Der außergewöhnlich hohe Procentsatz an diesem bluterzeugenden Nahrungsstoff hat seinen Grund darin, daß die Liebe'sche Leguminose fast vollständig wasserftei ist, während der Handelsleguminose ca. 10—12 o/» Wasser innewohnt; Liebe's Leguminose stellt sich daher um 10—12 % billiger, abgesehen davon, daß ihr Preis an und für sich um ca. 15—20 % niedriger ist; übrigens ist dieselbe noch rein, nicht mit dem billigeren Weizenmehl vermischt i.Leguminosenmischungen). Dem Vorstehenden gemäß ist Liebe's lösliches Kraftsuppenmehl geeignet, als Diäteticum in allen denjenigen Fällen zu dienen, wo die Ernährung des Körpers durch das möglichst geringe Quantum an Speise bewirkt werden soll und findet vornehmlich nach dem Verlauf fieberhafter Krankheiten (Typhus), bei Reconvalescenz, Schwindsucht, Kinderzehrung, Bleichsucht, überhaupt dort, wo Fleischkost auszuschließen ist, als Nahrungs- und Heilmittel Verwendung. In allen vorbemerkten Fällen ist selbstverständlich das ärztliche Urtheil maßgebend. Für den Tisch, wie nicht minder für Schiffsverproviantirung ist es unschätzbar, da Wohlgeschmack und Nähreffect Hand in Hand gehen; enthält es ja, mit einem gleichen Quantum Rindfleisch verglichen, das drejfache an Eiweißstoffen. Schlflfeberieht. Mitgetheilt von dem Agenten de8 norddeutschen Lloyd E. W. Dietz in Gießen. Bremen, 27. December. Der Postdampfer Rhein, Capitän G- Meyer-, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 12. December von Bremen und 14. Dec. von Southampton abgegangen war, ist gestern 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 8386) Die Erhebung der directen Steuern, so Die der Gebühren für Fortführung der Grundbücher findet an den Werktagen vom 5. bis 25. Januar 1881 Vormittags bei Großherzoglicher Districts-Einnehmerei Gießen I. statt. Gießen, den 27. December 1880. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Dau-, Werk- u. Nuhhohversteigerung. Mittwoch, den 'S. Januar k. Jahres kommen im Sicher Stadtwald, Dlstrtct Unterer Speierlingskopf, nachverzeichnete Holzsortt- mente meistbietend zur Versteigerung: 88 Eichenstämme von 12—30 em Durchm. u.bis 287 Nadelstämme „ 12-38 cm „ „ 11 Buchen-u.Btrkenst. „ 12—18 cm „ „ 199 Eichenstangen „ 7—12 cm „ „ 101 Buchen- u. Bilkenstang. v.7—12 em „ „ 156 Nodelstangen „ 9—12cm „ „ 8m Länge— 11,46 fm 22m „ —125,49 km 6m „ — 1,1lfm 9m „ — 9,35 fm 8m „ == 4,51 fm 16m „ = 15,11 fm Die Zusammenkunft ist am Hattenröder Vicinal-Weg beim Pflanz- gartkn Morgens 9 Ubr und der Anfang der Versteigerung im Unteren Spcier- Ungskops ca. 600 Schritte von da entfernt. Lich, den 28. December 1880. (8385 Großherzogltche Bürgermeisterei Lich. Walr. Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt und zwar: Dienstag den 4. Januar 1881, Mittwoch „ 5. „ „ Donnerstag „ 6. „ „ Samstag „ 8. „ „ Dienstag „ 11- „ » Mittwoch „ 12. „ „ Donnerstag „ 13. „ „ eamitag „ 15. „ ,, Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legt: iimiren. , r , Zugleich wird bemerkt, daß bte auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihrer Gemeinde auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 27. November 1880. Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr. Jeikgeöotenes. 8375) Italienische Apfelspalten, Brü- nellen, Zwetschen, Apfelkraut, Zuckersyrup, feines Öbstgelee empfiehlt Emil Pistor. Frisch eingetroffen. Franks. Würstchen empfehlen (8184 I. A. Busch Söhne. Feinsten AüsselöorserPunschessen? in verschiedenen Sorten empfiehlt billigst 8384) E. Lind. _ 7501) Ein Haus in bester Lage der Stadt, mit Laden, großer Scheuer und Stallung, für jedes Geschäft sich eignend, ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts.______________________________________ Gänsebrust und Gänsekeule , sowie frischen Blasen- schinken und Cervelatwurst empfehlen (8186 J.A. Busch Söhne. 8269) Ein Haus in bester Lage des Seltersweges mit neu eingerichtetem Laden ist zu verkaufen oder zu vermiethen. Näheres bei Nowack & Schlüter. 8349) Der so beliebt gewordene Champagner per Flasche 2 «X 50 ist wieder eingetroffen. C. Noth, Neuenbäuen. Feuergerätheftänder, Haushaltungs-Waagen, Kohlenkasten, Kohleneiwer, Kochgeschirre , Laubsägenkasten, Laubsägenbogen Ofenschirme Schirmständer, Schlittschuhe, Werkzeugkasten, ,(8134 empstihlt I. G, A, Bapll. Garten am Riegelpfad (ungefähr Vt Morgen haltend) zu verkaufen oder zu verpachten. Näheres in der Exped. d. Bl. (8354 AechLen Rum, Arrac und Cognac direct bezogen, in verschiedenen Sorten, sowie feinste Wunsch-Cffenze Von Herrn Rentamtmann Lynker i. P. wurden an die Kleinkinderschule dahier nachstehende Betrage abgeliefert: 1. Erlös für gesammelte Cigarren-Abschmtte nach Abzug der Versendungskosten mit . . . - • • 21J4. 60 2. Strafgelder wegen weggeworfener Cigarren-Abschnitte und sonstige Beiträge, gesammelt im Gesellschaftsverein und im sogen, griechischen Stübchen dahier, mit . . . .13 „ 40 „ 3. Zur Ersparung der ^eujahrs-Gratulationen den gesammelten Betrag mit • 25 „ ,, Zusammen — 60 X Der Betrag für Ersparung der Neujahrs-Gratulationen ist von nachverzeichneten Herren bezahlt worden: Cigarrenfabrikant Bender fern, Cigarrenfabrikant Otto Kempff, Cigarrensabnkant Schaumann, Kaufmann Fr. Koch, Kaufmann Kraatz, Regierungsrath Haberkorn, Prof. Dr. Oncken, Mechanikus Liebrich, Buchdruckereibesitzer Keller, Rentamtmann Lyncker, Buchhändler Ricker, Buchhändler Ferber, Rechtsanwalt Baist, Rechtsanwalt Dornseiff, Rittmeister Freiherr von Rabenau, van der Hoop, H. H. (ungenannt), Bergwerksbesitzer Emmerich, Weinhändler Schwan, Rentner Löwe, Rentner L- Bücking, Reuter I. Bapst, Präsident Dr. Buff. empfehlen billigst in Flaschen und im Anbruch 8380)__ Gehr. Adami im Ritter. RümrrrRureuuuummruIrKÄEMrrux w Ich empfehle meine, unter eigener Aufsicht, stets frisch H gebrannten Kaffee s A hochfeiner (Qualität, * R in beliebiger Verpackung in Sorten zu 5 8 Mli. 1,20 1,40 1,60 1,80 und Mk. 2,— per Pfund. M** Ich verwende hierzu nur ganz reine, fein und kräftig £ schmeckende Kaffeeforten und wird sich das verehrliche Publikum H durch den kleinsten Versuch überzeugen, daß meine Kaffee's sowohl g X in Bezug auf Qualität, wie relative Billigkeit fehr zu empfehlen sind. X 8 H. F. Nassauer, § Zx Colonialmaarenhandlung, M § B. 114. am Kreuz B. 114. M WiederlLrkäufern gewähre entsprechenden Rabatt. (8245 Punschelsen^e, sowie Rum und Arrac im Anbruch, tn’ besten Sorten, empfehlen 8378) J. I. «»»«eie, Söhne. jProsil Neujahr!!! 8340) Für den Jahreswechsel empfehle eine große Auswahl Gratulationskarte«, originelle Neuheiten. Ernst Balser, Mäusburg. Gas-Kochapparate und -Herdchen bewährtester Construction in allen Grössen empfiehlt Giessener Gaswerk. (6603 •gß •e 7tnen38svohj sasWßysrq qun arjsj -aamj 8268) Ihre so beliebt gewordenen Melange-Kaltes täglich frisch gebrannt, von