1880 Freitag den 30. Juli srr 17». NedaettonSbureaur 1 Schulstraße B. 18. Vxpeditton-öureaur 1 mchn, Aepfelbäume Ungefähres Mer. ti L pneumatischen 1 Garantie. „ 20-30 Gemeinde . . ) Obstbäume * 16 16 20 16 16 9 4 < ■■lifum seine Wirthschaft st“ /'H — Ein vvizüMes T/itcitea im Tarten. - l Lckwalb. '.entt äenburg. ,, rT.1t gute Speck» - döM eia D. WeUerJv^ Ord-- Nr. [flsßraniien. ©arten. Vorstand. 4. i p 65 | Nachdem auf Grund der §§ 9 und 27 der B-kanntmachung vom 10. Mai l. I-, den Vorbereitungsdienst und die Prüfung der Gerichtsschretber betreffend, zu Mitgliedern der Commission zur Prüfung der Aspiranten zum Gerichtsschretber- und Gerichtsvollzieherdienste am Sitze der Landgerichte bestellt worden sind: Landgerichts der Provinz Starkenburg: 1) der Director bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg Ludwig Machenhauer (Vorsitzender); Deutschland. Darmstadt, 27. Juli. Da« Großherzogl. Regierungsblatt (Beilage ** Lnntmachung WPgjWjäg und der die Prüfung der Gerichtsschretber und Gerichtsvollzieher betreffend. io Giesse«, IManUgc, Unterkunft. Lustig ^östigung, fteundliihe (3831 2 3 10 11 r "d lfan9 7 Uhr. ^^ellmeisttt. -------------- ““ ” PreiS vierteljährlich 2 Mar? 20 Pf. mit Bringerlohn. Erscheint, täglich mit Ausnahme des «ontagS. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi. Von 1—10 „ 10-20 KWner HtWiger Allstigk- ««!> AmtsMt fit de» Kreis Gießen. m ttki-os * !(u ivid d« 'N Muster der Verzeichnisse: Betreffend: wie oben- Derzeichniß der Betreffend: Frostschaden an den Obstbäumen. , den 27. Juli 1880. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat auf Antrag der Großh. Centralstelle für die Adwirthschaftunddic^l-.ndmrthfchast. licken Verein- durch Verfügung vom 16. L M. zu Nr. 15267 angeordnet, daß ui der ersten Halste de» Monats August aUe ,n ^otge des Winters 1879/80 abgestorbenen und alle gesund gebliebenen Obstbaume gezählt und nach Art, sowie ungesah Ww*b"üstra«en S?e^dah-r"dkser^Anordnung für jede Ihren Bürgermeistereien zugehörige Gemarkung zu entsprechen und demgemäß daS Geeignete zu bestimmen. Sollte ^zur Ausführung dieses Unternehmens das Ihnen zur Verfügung stehend- Polizechersonal nicht genügen, so fö7’nen. S*e ^j ^r” ^‘er‘ Atzung auch besondere Commissionen durch die Stadtverordnetenversammlung, beziehungsweise den Gemeinderath, wählen lasten (stehe Gemeinde -rdnung ati‘ 50 Empfchlenswert^mö^ die Obstbaumbesitzer Ihrer Gemarkungen auf oitsübliche.odersonstangemchE ließen, »BreÄn” uub gesund gebliebenen Obstbäume bis zu einem gewissen Termine zu nottren und wenn Sie dann di- betreffenden Notrzen tut- sammeln ließen. Wo es erforderlich erschiene, könnte eine Aufnahme der Bäume an Ort und Stelle eintreten. - w - »«-'• b"" muthmaßlicheS Alter im Einzelnen genannt wird. 8 - W « »«.,« IST,/» -d <« >«. «■ «'l-‘ gebliebenen Obstbäume einzusenden. Ihrer Vorlage sehen wir längstens bis zum 25. August l. I. entgegen. Dr. Boekmann- s8 - Betreffend: Wtesenverbcsterung zu Burkhardsfeld-n. , Ätfaalltlaachllllg. Wir bringen unter Bezugnahme auf das Wiesenculturgesetz ^7 Ocwber ^830 (R-gkrungs-B^tt L--it-^365)^ur^Kennt^ß Gemarkung - sä Stäfa »«n ÄxxsrÄ1 Donnerstag den 16. September, Nachmittagsaus dem "r Zeffpachter, L-hnSherrn und Erbbestands- stattfinden wird, wobei sämmtliche bei dem Verbifserungsplane bethrüigren Grundoesttzer stimmberech g s , p 'ifcs - —•b,t Zl : u. s. w- Von 90—100 Birnbäume Kirschbäume —-- Nußbäume Zwetschenbäume weiter l Li-r- kommende Obstbaumarten sind beliebige Rubriken zu bilden) Bemerkungen. * __ ______ ____ ------ _—---------- dem Art. 30 der Retchsversaffung im Widerspruch zu stehen scheine, daß ein Reichstaasabgeordneter wegen einer von ihm im Reichstag gehaltenen Rede zur gerichtlichen Zeugnißabgabe gezwungen werde. Die Bedenkzeit wurde gewährt. Gestern hatte sich nun Liebknecht im Gerichtssaale zu erklären. Er verweigerte das Zeugniß, weil er zu dec Ueberzeugung gelangt sei, daß die durch Art. 30 der Reichsverfassung gewährleistete Unverantwortlichkeit für Reichstazsreden auch den Zeugnißzwang ausschlteße. Das Amtsgericht erkannte dies aber nicht als einen „gesetzlichen Grund" zur Verweigerung des Zeugnisses an und ver- ügte über Liebknecht die Hast, welche jedoch aus dessen Beschwerde sofort wieder ausgehoben ward. Die Sache schwebt jetzt vor dem Landgericht. Dresden, 26. Juli. Die zur Aufnahme der gesammten Dresdener Besatzung neu erbaute, aus lauter Kasernen gebildete Albertstadt hat in diesen Tagen eine harte Probe ihrer Zweckmäßigkeit zu bestehen, insofern in der Kaserne des Garde-Reiter-Regiments die Blattern ausgebrochen und schon gegen 40 Mann davon ergriffen worden sind. Ein Sergeant ist bereits gestorben. Alle Osficiere des Regiments haben sich sofort noch einmal impfen laffen. kriegsministrr General v. Fabrtce, welcher die Pläne des König- in^s Werk gesetzt, ist jetzt auch persönlich bemüht, alle Vorkehrungen gegen das Umstch- greifen der Epidemie zu leiten. Lokales. Gießen, 29. Juli. Durch die Ungunst der Witterung in Frankfurt konnte das Wettturnen nicht tote prosectirt auf dem Festplatz stattfinden, sondern in den verschiedenen Turnhallen Frankfurts. In diesen waren für titele Turner die Geräthe nicht sehr handlich, weßhalb eine so geringe Punkt« zahl erreicht wurde. Bestimmung beim Wettturnen ist, daß die Mtnimalpunktzal 45 sein muß, und kann diese Bestimmung nur "durch einen deutschen Turntag (nicht durch das Kampfgericht) abgeändert resp. die Minimalpunktzahl herabgesetzt werden, welches, falls es in der Macht des Kampfgerichts gelegen hätte, geschehen wäre, und mußten dadurch auch die beiden Wettturner von Gießen darunter leiden. Außerdem hatte die Riege, worin die Gießener waren, noch den Nachtheil, daß als sechstes und letztes Geräth (Weitspringen) am Mittwoch auf dem Festplatz tiorgenommen worden, wo der Boden sehr weich und schlüpfrig war, dagegen die anderen Riegen in den Hallen auf festen Boden gesprungen waren. Turner Unverzagt hatte 43,2 Punkte und Turner Hoffmann 40 Punkte. Wäre die Mtnimalpunktzahl auf 40 Punkte herabgesetzt worden, so hätte U n V e r zagt von Gießen den 27. Preis erhalten. 7) Paul b) Äugt 9) ü)8tt 1V) W 11) Chris 12) Carl 13) M 14) falb U) Pete 16) 3of»! I7) Hetir 18) Fritz 19) Äug w 21) Cai 22) M e Die H ns *** deichen die \ Heute in der l. K Schuller berr ß? ’k" N Hl g,S Vtjlit ÄN', beim tzckl^ei, v^eiu S'. > *•« Ä Mi xSN-S »•b; 30106 Jein gjÄ H»- Mem^ 20 Vnw tatiunrn ui einem 1 jeSw# S|,rite zur stelle n »e M torkl» 1 buchen durch die a _ Zu W w« »«? «teil I. B" M« n. r Seellau. Stell lUa- 9-wiirStettin. J W Mb. Lehm DomrHnli kreis Hk. kreiS IV. ! Mna. kreis V. 3 Kreis VI. Kreis VII. Kreis VIII. Gchv«'.M..Tladdai KreiS II. 6lmon Ravenstein kreis X. wart Wiihelmi-N' kreiS XI. Kreis XU. kreis XIII unb TurMrer M KreiS XIV. KreiS XV. dichhalier Heinz-Hi Außerdem g, al8 Miiglieder des d berg-Franlsuri a. Franlfnr 1) Lhr 2)H.. 3) Ott 4) Tbo Vermischtes. Frankfurt, 28. Juli. Der Kaiser hat auf die Depesche des Central-Ausschusses und des Ausschusses der deutschen Turnerschaft folgende Antwort an die hier versammelte Turnerschast gesendet: „Ich beauftrage Sie hiermit, den Genossen des allgemeinen deutschen Turnfestes meinen Dank für ihren Gruß und meinen Wunsch für das fröhliche Gedeihen des mit der körperlichen Bildung zugleich den nationalen Sinn belebenden Turnwesens auszudrücken. Wilhelm." Im Anschluß an dieses gestern von dem Oberbürgermeister Dr. Miquel nach Beendigung des Mittagsmahls in der Fefthalle verlesene Telegramm und nach einem auf den Kaiser ausgebrachten Toast, brachte Herr Dr. Geiger einen Trinkspruch auf das deutsche Vaterland. Die Musik spielte Heil Dir im Siegeskranz." — Gestern wurde in der Fahrgasse ein Turner von einem Blutsturz befallen, ein anderer brach ein Bein. Im Ganzen sind bis jetzt meist leichtere Verletzungen con- statirt Am ersten Tage war die Zahl derselben, Luxationen rc. inbegriffen, 106. Frankfurt, 28. Juli. Das heutige Feuerwerk hat dem Turnfest einen trau- men Abschluß gegeben. (Sin schrecklicher Unglücksfall ereignete sich bereits nach den ersten 10 Minuten in Folge der Explosion eines Mörsers (sog. Katzenkopfs). Das Publikum drängte, nachdem das Gerücht von dem Unglücksfall sich wie ein Lauffeuer über den weiten Platz verbreitet hatte, nach der ärztlichen Station, woselbst dann verkündet wurde, daß 20 Personen, meist Frankfurter, verwundet seien. Es befinden sich darunter 3 bis 4 Schwerverwundete. — Bei der Katastrophe auf dem Festplatze verloren ihr Leben: Fräulein Söhnlein welcher die Brust von einem Mörsersplittcr zerrissen wurde; ein junger Mensch Namens Jost und Frau Söller. Verwundet wurden: Feuerwehrmann Hoch; Schäfer von der Allerheiligengasse; August Blei, Klappergasse; ein Kind R. Binner aus Hanau; Olga Lotz; H. Söhnlein; F. Söhnlein; August Wollhausen: Eva Vogler (Dienstmädchen Kaiserstraße) und das ihr anvertrantc Kind; August Bellinger; F. Mosner, Hanauer Landstraße; W- Fischer; Krogner (Techniker); R- Schmidt und ein Kind Namens Schenk. Die Frankfurter Zeitung" schreibt über das Unglück: Das Feuerwerk, das heute Abend zum Schluß des Turnfestes abgebrannt werden sollte, wurde durch em aräßliches Unglück gestört. Kaum waren die ersten Raketen losgelassen, als eine furchtbare Detonation erfolgte, die den Boden weithin erschütterte. Darauf folgte Selegraphischr Depesche«. Wag»er's telegr. Friedrichsdorf, 28. Juli. Der Kronprinz ist heure Nachmittag 2 Uhr auf der Pacht „Hohenzollern" hier eingetroffen und wohnte alsbald den Torpedos- und Minen-Uebungen bei, wobei das Schiff „Barbarossa" ge- sprengt wurde. Stuttgart, 28. Juli. Der „Schwäbische Merkur" meldet: Prinzessin Marte, Gemahlin des Prinzen Wilhelm von Württemberg (des muth- maßlichen Thronfolgers), ist heute tn Ludwigsburg glücklich von einem Prinzen entbunden. London, 28. Juli. Unterhaus. Der Staatssecretär für Indien, Hartington, verliest folgendes Telegramm aus Kandahar: General Burrow's Streitmacht ist vernichtet. Die Besatzung von Kandahar zieht sich zurück. Phayre telegraphirte, man solle alle verfügbaren Truppen sammeln und nach Kandahar marschtren laffen. Nach Simla ist auch Ordre ergangen, wenn nothwe-idtg, noch eine wettere Brigade zu schicken. Kiel, 28. Juli. Der Stapellaus der Panzercorvette C, welche der Kronprinz aus den Namen „Baden" taufte, ist äußerst glänzend verlausen; eine große Menschenmenge wohnte der Feierlichkeit bei. Kiel, 28. Juli, Abends. Bei der Taufe der Panzercorvette „Baden" hielt der Kronprinz folgende Ansprache: Möge das Schiff, welches hier getauft werden soll, seines Namens würdig sein, denn es soll Uns an den Namen des edlen und schönen an des Reiches Mark gelegenen Landes erinnern, dessen erlauchter Fürst durch die zartesten Bande mit dem Kaiser und Seinem Hause verbunden und der als leuchtendes Vorbild unter den deutschen Fürsten von UnS verehrt wird. — Abends 6 Uhr 55 Minuten reiste der Kronprinz nach Berlin ab. London, 28. Juli, Abends. „Reuter's Bureau" meldet über die Niederlage der britischen Truppen aus Simla von heute: General Burrow erlitt durch Ayub Khn eine ernstliche Niederlage. Die Verluste find bedeutend. Dir englischen Streitkräfte wurden zerstreut und mußten flüchten; noch 3 Meilen vom Feind verfolgt, langen dieselben jetzt in kleinen Abtheilungen zu Kandahar an. Der Feind nahm zwei Geschütze. Karl Steinnem; 3) der Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Mainz Hugo Forch; so wird dies hierdurch zur öffentlichen Kenntntß gebracht. 3. Uebersicht der für das Jahr 1880 von Großherzogltchem Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Corn- munal-Bedürfnissen in den tSraeltttschen ReltgtonS - Gemeinden des Kreises Worms. , r 4. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Gießen, die Erhebung von Umlagen der Stadt Gießen für 1880 betreffend. 5. Ordensverleihungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 30. Mai dem Pedellen an dem Gymnasium zu Mainz Johannes Sommer das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste", am 24. Juni dem Oberlehrer an der kathol. Schule zu Bensheim Joseph Lippert daS silberne Krem des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, am 30. Juni dem Großh. Garnison-Verwaltungs-Jnspector Mach in Worms das Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps deS Großmüthigen, am 2. Juli dem Generalmajor z. D. v. Sannow und dem Oberst z. D. Schach v. Wittenau das Commandeurkreuz 2. Klaffe des Lude- wigsordens zu verleihen. 6. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 20. Juni dem Major ä la suite Frhrn. zur Rabenau die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich verliehenen Comthurkreuzes deS Franz-Joseph-Ordens zu ertheilen. 7. Namensveränderung. Berlin, 27. Juli. Es scheint, als wenn eine Revision des Gerichts- kostengesetzes demnächst bevorstände, und zwar tn dem Sinne der Herabsetzung der jetzigen Gerichtskosten. Das Verlangen danach tritt denn auch tn der That zu allgemein und einstimmig auf. Eine osficiöse Mitthetlung der „Nordd. Allg. Ztg." lautet: „Bei der wachsenden Bewegung gegen die Höhe der Gerichtskosten erscheint es wohl angezeigt, darauf htnzuweisen, daß der Antrag des Abg. Klotz, betr. die Ermittelungen über den Gerichtskostentaris, im Reichstage fast einstimmig angenommen worden ist, sowie namentlich darauf, daß der damalige Staatssecretär des Reichsjustizamts (jetzige Justizminister) Dr. Friedberg bei Einbringung der Vorlage hervorhob, daß es nothwendig gewesen wäre, um den Wünschen der vereinigten Regierungen nachzukommen, die Gebührensätze nicht zu niedrig zu greifen; daß es aber später leicht möglich sein und gewiß die Zustimmung des Reichstags erhalten würde, wenn diese Gebührensätze sich tn der Praxis als zu hoch herausstellten, demnächst eine Ermäßigung herbeizusühren." — Sehr interessant ist, daß seit dem Wunder von Marpingen nie wieder ähnliche Wundererscheinungen ausgetreten sind. Ein freisinniger Katholik, der öfters Rom sieht und dort mit hochgestellten Geistlichen verkehrt, theilt mit, es sei ihm durch feine guten Gewährsmänner zu Ohren gekommen, Papst Leo XIII. habe sich die Wundererscheinungen verbeten. Nicht in dem Sinne, als stünde der heilige Vater in so nahem Konnex mit abgeschiedenen Heiligen, daß er in ihrem Verhalten zu bestimmen vermöchte, allein Leo XIII. hat doch die Jesuiten einigermaßen in äußerlicher Zucht, und weil sie allen Unfug in- scenirten, der auf dem Gebiete der Wundererscheinungen vorgekommen war, so sind sie jetzt zur Zurückhaltung genöthigt. Der jetzige Papst ist nicht etwa ein Freisinniger, aber ein kluger Mann, der genau zu übersehen vermag, wie viel üble Nachrede dem Ultramontanismus die Lourdes- und Marpingen-Vyr- gäuge eingebracht hatten, vom Scandal in Dietrichswalde ganz zu schweigen. Es bleibt wichtig, aus den Zusammenhang hinzuweisen, der zwischen der jeweiligen päpstlichen Politik und der jesuitischen Praxis besteht. Der Papst gebietet den Jesuiten Zurückhaltung und nirgends öffnet sich ein Quell, nirgends weint eine Statue, nirgends geräth eine Jungfrau in Verzückungen. In der Welt der ultramontanen Wunder herrscht absolute Ruhe. Zum. guten Theil haben hierzu die Marpinger Proceßakten und die preußischen Füsiliere beigetragen, die Befehl erhalten hatten, das ganze Gebiet der Wundererschetnung zu umstellen und daffelbe vorsorglich abzusuchen. Wegen der größeren Nüchternheit, die den Papst Leo beherrscht, ist der Unterschied zwischen seinem und dem Regime des verstorbenen Papstes ein überaus großer und wie er nichts thut, sich als unfehlbar zu erkennen zu geben, so wehrt er groben Wahnvot- pellungen. Immerhin etwas Erfreuliches und Anzuerkennendes. Falkenberg a. S., 28. Juli. Das hiesige Kreisblatt bringt fol- gende auffallende Bekanntmachung des königl. Landraths: Nach einer mir zugegangenen Nachricht hält sich hier seit zwei Monaten ein höchst gefährlicher Revolutionär in Deutschland auf, um einen längst im Geheimen vorbereiteten Gewaltact zur Ausführung zu bringen. Derselbe ist, soviel ermittelt, Däne von Geburt, gelernter Apotheker, längere Zeit in Amerika, zuletzt in London gewesen, reducirt gekleidet und hat die Angewohnheit, auf der Straße dicht an den Häusern herzugehen und letztere durch seitliche Handbewegungen zu berühren. Er ist verheirathet, doch befindet seine Frau sich wahrscheinlich zur Zeit nicht bei ihm. Sein Name hat nicht genau festgestellt werden können, soll indessen Flörro oder Flöro lauten; möglicherweise reist er jetzt in Deutschland unter einem andern Namen, vielleicht Winter, Petersen oder Aumann. Die Herren Amtsvorsteher und Gensd'armen des KreiseS veranlasse ich, au den rc. Flörro oder Flöro zu vigiliren, denselben im Betretungssalle zu überwachen, event. zu verhaften und davon, wenn Letzteres geschehen sollte, mir sofort Anzeige zu erstatten. Leipzig, 26. Juli. Man wird sich erinnern, daß die Reichstagsabgeordneten Bebel und Liebknecht zu Anfang vorigen Monats auf Veranlassung der Berliner Staatsanwaltschaft vor das hiesige Amtsgericht geladen waren, 2V der Landaerichtsrath bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg um als Zeugen in einem Pcoceß vernommen zu werden, der gegen mehrere ) Christian Weyland • i von ihnen in Reichstagsreden genannte Personen auf Grund dieser Reden an- 3V der Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Darmstadt II Christian Arnold; ; hängig gemacht worden ist. Bebel, der in Geschäften verreist war, konnte der J II. am Sitze des Landgerichts der Provinz Oberhessen: i Vorladung n cht folgen. Liebknecht bat^stch Bedenkzeit^ aas, da es ihm mit 1) der Director bei dem Landgerichte der Provinz Oberheflen Dr. Karl ' Stammler (Vorsitzender); , 2) der Landgerichtsrath bei dem Landgerichte der Provinz Oberhcssen Wil- Helm Pfannmüller; Ä f 3) der Amtsrichter bet dem Amtsgerichte Gießen Dr. Karl Gilmer; III. am Sitze des Landgerichts der Provinz Rheinhessen: 1) der Director bei dem Landgerichte der Provinz Rheinhessen Heinrich Pauli (Vorsitzender); r 2) der Landgerichtsrath bei dem Landgerichte der Provinz Rheinhessen und Die Ehrenpforte in Sachsenhaufen, auf welcher ein auSgestopfter Hirsch ruht, trägt Größe des Unglücks- Grund des § 9 Der Turnordnung die eS Schubert-Königshütte, Dr. Fedde- er an ,8 Die Vereine, die Fahne. Im Ringen Frankfurt, zwei Transparente: Kreis KreiS Altona. Kreis KreiS Kreis Kreis V. Turnlehrer Boettcher-Bremen, Oberturnlehrer Schurig-Osnabrück' "VI. Turnlehrer Puritz-Hannover, Lehrer Hermann-Braunschweig. VII. Turndtrigent Boppenhausen Kassel, Gymnasial-Turnlehrer Barwes-Goslar. VIII. Turnlehrer Schröter Barmen, Gauturnwart Vormann Hagen, Kaufmann Ob Turner, Sänger, Feuerwehr, Ein frischer Trunk schad't nimmermehr, All', die Ihr singt, spritzt, Glieder reckt Gut Heil! eS totrb frisch ängesteckt! — Zu Mitgliedern deS Kampfgerichts wurden auf vom Ausschuß der deutschen Turnerschaft gewählt: KreiS I. Baum-Insterburg, Böthke Thorn. KreiS II. Turnlehrer Mtesler Görlitz, Ingenieur — (Bester Fliegentod.j Wir entnehmen dem „Mzr. Tagebl." Folgendes: Den Lesern es gewiß sehr angenehm sein, auf ein Mittel aufmerksam gemacht zu werden, daS ver- • • ~ ■-----. Der Hundskohl, eine recht hübsche immergrüne Topf- olgende Inschriften: Willkommen, Ihr Turner, in Frankfurt am Main; Gut Heil von Sachsenhausen! Nur Lust und Frohsinn bringt herein, Laßt Streit und Zwietracht draußen! Die zum Wettkampf Euch gerufen, Zum herrlichen FrtedenSfeste, Sie prangt im Festesschmuck, die FriedenSstadt, wird. An der Heymann'schen Bterhalle in Sachsenhausen finden wir folgende WaS ist deS deutschen TurnerS Zier? Ein echter deutscher Dorscht! Ob Aeppelwetn, ob Wein, ob Bier, DaS ist dem Deutschen Worscht! li $ Ht «Mb «irich irctcrorttt T, wrlchr btt i'^aß gl&n)tnb verlaufen; bet tr Ja^trccrottte .Sibtn* cS rchlff. welches hin gt> ti 'Da llas an btn tarnen :r. Met erinnern, dessen S?j:fer unb Seinem fauft ■n fitsten dvn , wfir ki LMünz nach ®nf«’ * iiüiittmhrj (btf mutlj. ton eine» Pijnzen Jftmtär für Jnbien, H«. b:r Zentral Burrow's jieht ßch zurück, vpym jammtln unb nach * Crtrt ergangen, wenn Gchoer-M.-Gladbach. ,r _ „ ,.k KreiS IX. Karl Demuth - Gießen, Kaufmann Schaffner-Frankfurt a. M-, Architect Simon Ravenstein^Frankfurt a. M. , Kreis X. Director Maul-Karlsruhe, Dr. Phil. Waffmannsdorff-Heivelberg, KrelSturn- wart Wilhelmt-Neustadt a. d. H. KreiS XI. UniversitätSturnlehrer Wüst-Tübingen, Graveur Hasert-Stultgart. Kreis XII. Oberturnlehrer Ehr. Scharrer-Augsburg, Turnlehrer A. Balzer-Regensburg. Kreis XIII. Turnlehrer Doehnel-Gera, Landessecretär Bethmann-Merseburg, Gymnasial- unb Turnlehrer Mönch-Gotha. KreiS XIV. Turnlehrer Heger-Zwickau, Oberturnlehrer Bier-DreSden. KreiS XV. Kaufmannn Jul. Haagen-Salzburg, Turnlehrer Karl Voigt-Salzburg, Oberbuchhalter Heinz-Wien. Außerdem gehören RechtSanwalt Georgü aus Eßlingen und Dr. Ferd. Gotz-Lindenau alS Mirglieder de« deutschen Turnausschuffes dem Kampfgerichte an Herr Turntnspector Danneberg-Frankfurt a. M. lehnte, weil zu sehr auf dem Turnplätze beschäftigt, eine Wahl ab. BreSlau. f m , KreiS Illa. Gymnasial- und Turnlehrer Schmolling Stettin, Etsenbahn-Betr.-Secreträr Jacobi-Stettin. KreiS Illb. Stadt. Oberturnwart Leuenberg - Berlin, Oberturnlehrer Fischer-Potsdam, — Heute Abend fand die Verthetlung der Preise des Turnfestes statt. blieb in der 1. Gruppe der Sieg unentschieden, weil einer der besten Kämpfer beim Fallen sich die Schulter verrenkte. Die Beiden waren F. O. Eger von Birmingham und Oscar Kreisch mar von Leipzig. In der 2. Gruppe erhielt den Preis Rathke von Milwaukee, derselbe, der auch einen TurnpretS davontrug; in der 3. Gruppe Adam Völker vom Kölner Turnverein; in der 4. Gruppe Gotthilf Schopf vom Münchener Männerturnveretn. Den 1. Preis im Fechten erhielt Hermann Schömbs von Offenbach, den 2. Fritz Bleker von Frankfurt den 3. Gustav Jack von Frankfurt, den 4. Franz Griebel von Frankfurt, den 5. Felix Schäfer von Frankfurt, den 6. F. Goldhofer von Mainz, den 7. Albert Beer »•n Frankfurt, den 8. Eduard Schmiek von Erlangen, den 9, Adolf Schneider von Frankfurt den 10.' Friedrich Bergmann von Mainz, den 11. Valentin Heger von Mainz, den 12. Frtd Mohr von Frankfurt. __ Soeben wird folgendes Placat affichtrt: An die Bewohner Frankfurts! Durch den überaus herzlichen Empfang und die in reichstem Maße gewährte Gastfreundschaft fühlt sich die gefertigte Vertretung der österreichischen Turnvereine auf das Angenehmste verpflichtet, den lieben Bewohnern Frankfurts den innigsten Dank auszusprechen. Die österreichischen Turner, welche das 5 deutsche Turnfest besuchten, fühlten sich in Frankfurt nicht als Fremdlinge, sondern als Einheimische unter Brüdern in der Hetmath und rufen den lieben Frankfurtern beim Scheiden ein herzliches „Gut Heil" zu. Der Kreisturnrath der Turnvereine Deutsch- MLI" mtlbtt über WtÄ» it. Genera! Narrow erlitt ftnt blMtenb. Dn Veiten; vo<- 3 Meilen : ti:5nhnijen zu Kandahar Lehrer Dorner-Berlin. ~ " Ilio. Versich.-Beamter Wedemeyer-Magdeburg, Kaufmann Ochs-Magdeburg. IV. Turnlehrer Flügge-Hamburg, Lehrer Nirnheim-Hamburg, Kaufmann Labbe- Frankfurt, 28. Juli. Folgende Turner erhielten Preise: 1) Christian Meller, Frankfurter Turnverein 69,2 Punkte, 2) H. Köhler, Turnverein Milwaukee, 57,2 Punkte, 3) Otto Wagne r, Turnverein Milwaukee, 54,4 Punkte, 4) Tbomas G l-aser, Turn- uud Fechtclub Hanau, 54 Punkte, 5) Carl Müller, Turnverein Milwaukee, 53,2 Punkte, 6) Anton Schaefer, Turnverein Milwaukee, 52 Punkte, 7) Paul Fischer, Turnverein München, 51,2 Punkte, 8) August Klein, Turnverein Idar, 50,2 Punkte, 9) OSwald Faber, Turnverein Leipzig, 49,6 Punkte, 10) Carl Gevers, Turngesellschaft Frankfurt a. M., 49,0 Punkte, 11) Christ. Riese, Turngesellschaft Frankfurt a. M., 47,4 Punkte, 12) Carl Stahlschmi dt, Turnverein München-Gladbach, 47,4 Punkte, 13) H. Rathke, Turnverein Nordseite aus Milwaukee, 47 Punkte, 14) Ferd. Dix, Männer Turnverein München, 47 Punkte, 15) Peter Rtndenschweder, Turnverein München, 46,2 Punkte, 16) Joseph Heiler, Männer-Turnverein München, 46,2 Punkte, 17) Heinrich Simon, Turnverein Retchenberg in Böhmen, 46 Punkte, 18) Fritz Gärtner, Männer-Turnveretn Wiesbaden, 46,u Punkte, 19) August Saalfeld, Turnverein München, 54,4 Punkte, 20) I. M. Hubbard, Athelety Club Birmingham, 45,2 Punkte, 21) Carl Paul, Turnverein Milwaukee, 45,0 Punkte, 22) Michael Meller. Turnverein Nürnberg 45.0 Punkte. Die 11 ersten bekommen Diplom und Kreuz, die andern blos ein Diplom auS welchen die Preisgekrönten sind, erhalten vom Festausschuß eine Schleife an Oesterreichs.e u j c 27. Juli. Die Masern-Epidemie in den Gemeinden Alten-Buseck und Trohe ist nach etwa neunwöchentltchcr Dauer erloschen. Dieselbe wurde von Rödgen, wo fie fi t Ostern herrschte, etngeschleppt. Die ersten Erkrankungen traten 8 Tage vor Pfingsten fn etner 3ubenTamUk auf.* Schon nach l0 bis 12 Tagen nahm die Epidemie eine solche Verbreitung, daß Freitag nach Pfingsten von 76 Schulern der 1. Claffe nur noch 24 die Schu besuchten. Nachdem nach einigen Tagen auch die Kinder der 2. und 3. Schulclasse erkrankt waren, wurde die Schule auf einige Zett geschloffen Es wurden von den Masern befallen von 263 Schülern der beiden Gemeinden 232 ober 88 o/0, von Kindern unter dem schulpflichtigen Alter, deren etwa 210 sind, 177 ober 84 o/o, von Personen im Alter von 14 bis 18 Jahren 12, sodaß im Ganzen 421 ErkrankungSfälle vorgekommen sind. Hiervon kommen auf Alten- Buseck 367 und auf Trohe 54, fast V3 der Einwohnerzahl. Gestorben sind nur 5 Kinder, 3 in Alten-Buseck und 2 in Trohe, int Alter von 5 bis 14 Monaten. —a. dir hier versaß - oti (kW 5 Leland. Zu ehren die Heben Gäste. Auf der Rückseite erklärt ein nach einer älteren Reimchronik condensirter DerS Denen, noch nicht selbst errathen haben, die Anwesenheit deS HirscheS wie folgt: Ein Hirsch vor 1000 Jahren schritt durch den Main, Und Karl der Große mit Den Franken hinterdrein, Besiegte Wittekind, ließ hier die Sachsen hausen, Drum heißt zur Stund die Stadt noch Sachsenhausen. Am Brückenaufgang in Sachsenhausen fanden wir folgende Aufschrift: Sind die Turner frisch und fröhlich Und auch frei zu gleicher Zeit, Werden sie auch fromm allmälig, Oder bei Gelegenheit. Die Restauration Bär zeigt folgenden Transparent; Ein nett Plätzchen, Ein nett Schätzchen, Ein groß GläSchen, Ein fein Wdnchen, Ein gut Bierchen, DaS ist so mein Pläsirchen. Ein anderer Wirth machte sich feine großen poetischen Bedenken; kurz imb bündig ließ sein Haus setzen: Wer nur noch ein paar Batzen hat, Trink sich hier frisch, frei, fromm und fröhlich satt. nock eine kleine Rakete und dann trat Todtenstille ein. Die ungeheuere Menschenmenge wartete vergebens auf die Fortsetzung des Feuerwerks. Bald verbreitete sich durch die Reihen die Kunde des Unglücks: ein eiserner Mörser war zersprungen und die Splitter waren unter das Publikum geflogen Folgendes ist das Resultat, wie es uns übermittelt worden ist: Todt ist: Fräulein Söhnlein, Langestraße 3; schwer verwundet sind: Feuerwehrmann Hoch, Langestraße 5: Schäfer, Aller- heiligengasse 55: Aug. Blei, Klappergasse 30; ein Kind: Rich. Zimmer aus Hanau; ein Kind: Olga Bolg, Holzgraben; Hermann Söhnlein und Franz Söhnlem, Langestraße 3; Aug. Wollhausen, Eschenheimer Anlage 28; Eva Vogler, Dienstmädchen, Kaiserstraße 8; das ihr anvertraute Kmd: Jean Gerhardt; Frau Rummelsheim;. Jacob Dünges; Christian Bellinger, Schutzmann, Hanauer-Landstraße 200; Fritz Mößner, Bornheimer Haideftraße 106; Gertrude Pfeiffer, Bornhenn, Peterweilstr. 14; Franz Zöllner, Wollgraben; Joh. Fischer, Paradiesgasse 33 ; Rudolph Krugener, Chemiker von Höchst; Ernst Schmitt, Borngasse 12; em Kmd: Schenk, Wollgraben. Summa 20 Verwundete und 1 Todte. Die Verwundungen sind alle sehr schwere, entsprechend der Gewalt einer platzenden Bombe Mehrere der Verwundeten waren ui ziemlicher Entfernung von dem weithin eingefriedigten Platze, woselbst das Feuerwerk abgebrannt werden sollte. Bei diesen sind vornehmlich Zerstörungen an den oberen Extremitäten vorgekommen. Das aetödtete Frl. Söhnlein stand neben ihren leichter verwundeten Brüdern, sogar weit entfernt in der Rahe der Ginding'schen Bierhalle. Ein etwa 15 cm großes Eisenstück zerschmetterte von hinten kommend den Brustkasten nach vornen herausdrängend. Die meisten Kinder erlitten Ober- und Unterschenkelfrakturen, das lebensgefährlich verletzte Gerhardt'sche Kind Zerreißung der Bauchhöhle und Zerschmetterung des Hüftgelenkes. Vier Amputationen mußten oorgenommen werden, zwei bei Männern, eine bei einer Frau, eme bei einem Knaben. Die zwanzig schwer Verwundeten wurden theils in das heil. Geist- Hospital, theils in das Bürgerhospital, theils in das Dr. Christ'sche Landkrankenhaus verbracht. Auch von weiteren leichteren Verwundungen ist die Rede gewesen. Die obigen Namen sind die derjenigen Personen, welche sofort auf die ärztliche Station gebracht worden sind. Aerztliche Hülfe war sofort vorhanden, da etwa zehn bis zwölf Aerzte zur Stelle waren. Es dauerte lange Zeit, bis die Kunde des Unglücks durch die Menge gedrungen war. Alle Festfreude war natürlich verflogen; Feuerwerk und Musik horte sofort auf und eine dumpfe Stille lagerte sich über die Menge, nur unterbrochen durch die angstvollen Erkundigungen nach der Größe des Unglücks. Köln, 24. Juli. Der nördliche der beiden Hauptthürme des Domes ist seit gestern Nachmittag 6 Uhr vollendet. Seit mehreren Tagen war man, wie die „K. Zig." schreibt, mit dem Aufzug und der Aufstellung der bi8 zu 100 Centn« schweren Steintheile der Kreuzblume beschäftigt gewesen. Ohne jeden Unfall war die schwierige Hebung und die noch schwierigere Direktion der Lasten durch die Gerüste bi8 zu einer Höhe von 175 Meter von statten gegangen. Auch die Aufstellung wurve glücklich auSgeführt. Um die vorerwähnte Stunde krönte die Kreuzblume den majestätischen Steinhelm, und der Riesenthurm war vollendet. In den nächsten Tagen schon wird mit den Vorbereitungen zum Aufzug der für den südlichen Thurm bestimmten Kreuzblume begonnen Auch diese werden, da sie die größte Vorsicht erheischen, einige Zeit in Anspruch nehmen. Die imposante Blume ist, biS auf den Steinknauf fertig, am Fuße des nördlichen Thurmes aufgestellt ES kann nun nicht mehr bezweifelt werden, daß auch der zweite Thurm zu dem in Aussicht genommenen Termine, nämlich zu Anfang September dieses Jahres planmäßig fertig sein ,, m & '---ist Blt ?‘bt» fdjetne' 'S®.0,11 «in «Um e” be i«Wt ‘ t:* bii bnt* tu u. Art. 30 S’ä.Ä".'* * n« w Handel und Verkehr. Frankfurt, 28. Juli. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war aut befahren. AlteS Heu kostete je nach Qualität der Centner X 3.00—4.00, neues Heu o 50—3.00 Stroh X 2.00—3.50. Butter das Pfd. im Großen 1. Qual. X 0.85—00, 2 Qual X 0.70—80, im Detail das Pfd. X 1.10—00, 2. Qual. X 1.00—00. Eier daS Hundert ital. JL 6.00, deutsche Eier 4.80 JL, Ochsenflmch per Pfund 70-00 Kuh-, Rind, unb Farrenfleisch 45-60 Kalbfleisch 45—55 Hammelfleisch 45—65 Schweinefleisch 70—75 ein Hahn 2.00—2.50, ein Huhn JL 2.00-3.50, eine Ente JL 3.00—3.50, ein« Taube' 50-00 H, Kapaunen ^3-0.(H>, Wälscher Hahn ^5—10. Kartoffeln 100 Ko. je 0.00—0 bas Gescheid 10 Kohlrabi 3—5 Blumenkohl 1 St. 50—60 Wirsing W-00 Gelberüben 1 Bunb 6-10 H, Zwiebeln 1 Bunb 6 Sellerie baS Stück 30 ^, Meerrettia 1 Stück 00—00 Spargel bas Pfunb 00-00 Rabieschen 3—4 H, Artischoken 50 Erbsen bas Pfunb 00 Romain-Salat 30- 00 4, Bohnen 100 Stück 0.00—0 JL, MmbuTa1' 28. Juli. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen JL 19 90, Weißer Weizen 00.00, Korn J4 15.35, neue« Korn X 14.60, Gerste X 11.25, Hafer, X 7.95, Erbsen X (Durchschnittspreis pro Malter.) Kartoffeln (50 Kilo) X 0.00. — Vom 1. August ab sinb Postkarten mit Antwort auch im Verkehr mit Oesterreich- Ungarn zulässig Es finven in ber Richtung borthin bieselben Formulare und dieselbe Taxe Anwenbung, wie bei Postkarten im inneren deutschen Verkehr. Mit W" Ungarn eingehende Antwortkarten dürfen nur zu Antworten entweder nach Oesterreich oder nach Ungarn v rwandt werden, je nachdem die Freimarke, mit welcher sie versehen sind, -me osterre chische ' ober dne u^gar^t ist Die Postkarten mit Antwort im Verkehr mit Oesterreich-Ungarn i können auch alS einzuschreibenbe abgesanot werden^______— i——— . > -rTrt kvlmir daS M'MM : ".-,W:nb8«l 45 ta * ",.....,± hl rt in dn «* w tll tni« 27 Irt'.i rttaltee- — bfirfte es gewiß sehr angenehm sein, auf ein Mittel aufmerksam gemacht zu werben, Das verdient, allgemein in Gebrauch zu kommen. Der Hunbskohl, eine recht hübsche immergrüne Topfpflanze, mit huschigem, ästereichem Laub- unb schönem länglichem, bläulich grünem Blattwerk bebeckt' woraus die lieblichen kleinen rosigen Blumen wie Maiglöckchen reichlich emporsproffen, beten Duft bem Orangenbuft gleichet, kann als zierlicher Blumenstrauch unb Mückenfänger gleich benutzt werden. Aus dem Blümchen erheben sich nämlich fünf Staubfäden, welche einen liebllchen Honig auSschwitzen; jede Mücke, die davon nascht, stirbt sofort — ob durch Erdrosseln oder durch eine sich zugezogene Dünndarmentzündung, ist noch nicht festgestellt. Jede einzelne Blume ist im Stande, fünf Mücken nach einander oder neben einander in ihre Falle ,u ziehen. Einsender hat einen solchen Blumenstrauch, an dem nur 43 Blümchen sich befinden. Diese vermögen also ein Zimmer von 215 lästigen Jnsecten rasch zu befreien. ES wäre jetzt noch die Probe zu machen, ob auch die Schnaken (Potthämmel) in diese Falle gehen. Sind doch auch Feinschmecker! Aber den Herren Gärtnern wäre der Rath zu erthdlen, diese Pflanze, die sich ja durch Samen, Stecklinge oder durch Wurzeltheilung leicht ziehen läßt, recht zu vervielfältigen , an ihren Verkaufsstellen sie geradezu mit „Fliegentod" oder „Mückenfänger" auffällig zu bezeichnen unb ben mäßigen Preis dafür beizusetzen. Ebenso müßten dieselben in ihrem eigenen Interesse diesen Verkauf in den gelesensten Tagesblättern auch fleißig annonciren! AlleS Gute textflet Selbstmörder.) Zum Entsetzen der Paffanten der Waisenbrücke in Berlin entledigte sich am Mittwoch Mittag plötzlich ein auf einem Kahne daselbst befindlicher Arbeiter seiner Oberkleiber unb Stiesel unD sprang mit bem AuSrufe: „Abieu, o SB eit, * kopfüber in bie Spree, an beren Oberfläche er erst nach einigen Minuten wieber erschien, inzwischen hatte bereits ein Schutzmann einen Kahn herbeigeschafft unb fischte nun mit Hilfe dne8 Schiffers ben Lebensmüden aus bem Wasser. Auf bem Polizeibureau gab letzterer auf Befragen solgenbe Erklärung ab: „Ick bin Fahrschwimmer; na, denken Sie denn, ick bin so dämlig, mir das Leben zu nehmen? I Jott bewahre, ick wollte man sehen, wie ville Neu- jierige sich anfinden werden, um mir „Selbstmörder- zu bejaffen. Aber der Spaß wäre mir beinahe sehr tder zu stehen gekommen, beim bei den Koppsprung bin ick of Morast jekommen und et hätte nicht ville jefehlt, so wäre ick mit meine Kenntnisse drin sitzen je blieben." Eine exe> 'larische Strafe wegen groben Unfugs wird dem frivolen „Fahrschwimmer" wohl die Lust zu ähnlichen Scherzen benehmen^ . (N A. Z.) , Für die Kindkrhellanftalt in Nauheim sind im Laufe dieses Jahres folgende ; Beiträge bet dem Unterzeichneten eingegangen- q w I qUnrrer Berbick in Eberftadt gesammelt X 20, a. J X iv, yc. y(. JL i.tw, I Rückina AL 10 ^rau Steuerrath Schuster X 10, Gerichtsaccessist Sander X 2, ? i l Ä. ®«. ^3, ®g.9?oa f 10, F.°u G-.mm in Marburg 5, jufammm ^4 7^.50 unb to.rten ’n R-uheim nimmt getne «ntg-gm -uwuit «utwiuw- I Eugen Kaufsmann. -■, wÄuffo’ i ■li.'*6“ krf -. Katharine Kling, geb. Bellof. Mk. 4000 4‘|8°|o Giessener Obligat, zu kaufen gesucht. Näheres in der Exped. ds. Bltts.____________________________(5040- 5003) Auszuleihen 5000 bei der Lobe r'schen Stiftung gegen hypoth. Sicherheit^^________________F» Koch. 4944) Ein möbl. Zimmer mit Cabinet: per 1. Sepbtr. zu miethen gesucht. Offerten beliebe man u. C. 50 an die Exped. ds.. Bltts. zu richten.__ Lchrlingsgesuch. Wir suchen für unsere Buchhandlung (Sortiment und Antiquariat) einen Lehrling mit tüchtiger Vorbildung. Joseph Baer S Co., Roßmarkt 18, 5048)_______Frankfurt a. M______ 5053) Ein gew. Lohnkellner sucht Beschäftigung^_______Sonnenstraße B- 60. Ein Dienstmädchen gesucht. (5050 __Stadt Mainz. 4950) Ein tüchtiges Dienstmädchen gesucht auf sofort.Eafe Leib. 5028) Ein braves Mädchen, welches im Kochen, Bügeln und allen häuslichen Arbeiten erfahren ist, auf sofort gesucht- Frau Buchhändler Otto Roth jun» Sann Buchbinderei, Schreibwaaren- ö Cigarrenhandlung in Bismarckstraße. G-iessen Bismarckstraße. Unter obiger Firma habe am Heutigen mein Geschäft eröffnet und halte ich mich geneigtem Wohlwollen des verehrten Publikums bestens empfohlen. Gießen, den 26. Juli 1880. Achtungsvoll 4980)_______________J. F. Sann. Der Journallesezürkel von E. Heinemann s Univ.-Buchh. S 2lnti<|. (Fr. E. Fehsenfeid) enthält 26 verschiedene illustrirte Journale unterhaltenden imd belehrenden Inhalts. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich nur 3 Mk. 30 Pfg. Zweimal wöchentlich Wechseltag. Abonnenten werden jederzeit ausgenommen.(3809 Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. l1t Kjlebui & ist elni sKidiiistm S«il' daß man uberau Wlingimstn i «wiibliisten ®t|i bem 3n«lebentie unb Lehr-i-iß's als einer Beziehe ist. Während z. verlaßen durste, nachtheiligungen Lehrling sein Vk einer Zeit, da Meister nimmt Mas Tüchtiges Hülse Lohn und dieser *$tett)eit, rvird, da es in tretende Geschle strengen Zügetu tem Wesen, zi Gesetzgebung l stützenten Pfahi kbarf, ba es Schläuche litöt aufs Neue denn wand)tr ju beiden Beinen in nicht gar für im sind leine Hem erhalten, als d Beschränkung, i iiche Ernst, de beste Geirähr g Ist bisher moralischer Bezi, daß es nicht gen heranzubilden, s, gehilsen gemacht technische Ausbiß hiik ungünstige «hrhmn, weid Mcher ist. W jcki Steuern fr «"««Muster iWSjii Tm>" »Nkistli" flWeftn, btiel ™mer noch »ai d-"tliches ons "S- Meister, i «witetn in ft ‘Wta9 i •W Viel unfe ^'»Regelung ."Mn J bl b blel« aber n «ehrli nnÄAvt.;. ^"1 sS