Freitag den 30. Januar 1S8O Rr. 2S (630 «r^ttiooSvoeemrr / B. 18. Erscheint tägttch mit Ausnahme des Montag». läusburg. ebhard, f a. M. Deutschland bba?k /ogl6? 10. 81/ h«im. Sohne, Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit ^ tngerloh«. Dmch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. Die Courssteigerungeu der Börse. Ein alter Börsenmatador, Dr. Strousberg, giebt gegenwärtig in seinem Moniteur, dem „kleinen Journal", eine Reibe von Betrachtungen über die geschäftliche Situation zum Besten. Was man auch zu seinen etgenthüm- lichen Ltrtheidigungen der Gründer-Akra sagen mag, zumal er behauptet, daß erst spätere Geschichtsschreiber die wahren Verdienste der Gründer erkennen würden, so muß man doch zugestehen, daß er wie kaum ein Anderer die Börse mit ihren Couliffengeheimmffen kennt und sein Urtheil über die augenblickliche Hauste verdient daher um so mehr Beachtung, als er den redlichen Warnern an die Seite tritt, welche das Privatkapital vor der Betheiltgung an der Spekulation warnen. Strousberg erklärt, daß der gegenwärtige Aufschwung falsch verstanden werde. Die Hausse, in gewiffer Beziehung berechtigt, sei eine voreilige, denn die naturgemäße und solide Hebung in Handel und Industrie sei erst bevorstehend. Las Erwachen neuer Hoffnungen erkläre eine mäßige Steigerung der Börsenwerthe, aber nicht die Höhe und Ravidität der Bewegung in allen Effekten. Die Steigerung war geboten, weil alle Papiere zu niedrig standen, weil man die Besserung der Verhältnisse erwarten konnte, und weil fast alle größeren Bankinstitute im Besitz von Effekten waren, die sie billig und doch mit Vorthetl auf den Markt bringen konnten, indem sie auf dieselben von Jahr zu Jahr in chren Büchern theils aus gebührenden Stcherheitsrück- fichten, theils vom allgemeinen Pessimismus ai gesteckt, Abschreibungen gemacht hatten. Tas Publikum war zur Beiheiligung an der Bewegung antmtrt, weil es bei österreichischen und ungarischen Papieren viel verdient und Erspar- niffe angehäust hatte, außerdem floß viel Capital zur Spekulation, weil es fich der heimischen Industrie und dem Handel nicht anvertraute. In unseren industriellen Verhältnisten verspricht Vieles Befferung, aber es fehlt auch nicht an warnenden Momenten. Jedenfalls ist die Haussebewegung über bescheidene Dimensionen hinaus vorzeitig und ohne jeden soliden Rückhalt. Von den Banken allein kann man mit Bestimmtheit annehmen, daß deren Status fast durchweg ein sehr guter ist. Sie haben sich erholt, sie haben ihre Portefeuilles mit Vortheil geräumt, sie find vorläufig in ihren Geschäften solider, sie find außerordentlich flüssig und haben sehr große ReservenMontanindustrie, welche ausschlaggebend ist, liegt aber noch nichts vor, was mehr als eine allgemeine mäßige Erhöhung von Mon- taneffekten rechtfertigt, und nichts, was eine so koloffale Steigerung, wie sie bei einigen Papieren eingelreten ist, bedingt. Zwar haben die amerikanischen Bestellungen unsere Walzwerke beschäftigt und angehäustes Altmaterial ge- räumt, und es ist möglich, daß die Bestellungen auch im nächsten Jahre anhalten, aber darüber hinaus sicher n-cht, weil Amerika seine eigene Produc- tion bald erhöhen dürste. Gesunde Course von Industrie-Aktien müssen den Ergebniffen folgen, nicht hnen vorspringen! .en tu billigst-" estes Sorten: Höhe von 90,000 .X" — Auch die preußischen Schulen werden nunmehr ihre einheitliche Rechtschreibung eroalten, und zwar in möglichst engem Anschluß an das in Bayern eingesührte R' gelbuch. Der zu diesem Zwecke ausgearbeitete Leitfaden erscheint unter dem Titel „Regeln und Wörterverzetchntß für die deutsche Rechtschreibung zum Gebrauche in preußischen Schulen. Herausgegeben im Auftrage des Königlichen Ministeriums der ge stl'chen, Unterrichts- und Mediztnal-Ange- legenheiten." Es ist, wie wir vorläufig bemerken wollen, nicht zu verkennen, daß die neuen Regeln — abgesehen von Ei' zelheiten — einen wesentlichen Fortschritt darstellen, wenn sie auch hinter den Beschlüffen der Berliner orthographischen Co» serenz erheblich zurückbletben. — Das Mtlttäretat für 1880 erfordert an fortdauernden Ausgaben 251,084,978 JL, 3,571,653 «X mehr, als im Etat für das lausende Jahr ausgesetzt waren. Die einmaligen außerordentlichen Ausgaben betragen 7,236,880 eX, 1,400,566 .X mehr, als im vorigen Jahre; sie werden hauptsächlich für Um- und Neubauten von militärischen E.abliffementS, Kasernen, Magazinen, Schießplätzen u. bergt in Anspruch genommen. Berlin, 27. Januar. Ziemlich wenig ist der neue 8 4 im ersten Artikel des Entwurfs d.s Retchsmil.tärgesetzes bemerkt worden, der bestimmt, daß die Versetzung aus der Reserve in die Landwehr und die Entlaffung aus tritt ftei. r lmtzubriliglri. ■ihm bit ergebene ^eustabt 44, em last billiger Bedienung >blen. 4 12-1 Öl 00 65 A ^brikate u6e H mir br- dem sowohl das Rechtsuchen, als die Durchführung von Seiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit und was damit zusammenhängt der Höhe der Taxen wegen für den Mittelstand schwierig und für den größten Theil der Bevölkerung, der noch nicht die Qualifikation zum Armenrecht hat, geradezu ruinös ist; — in weiterer Erwägung; 3) daß in einem gesunden Staatswesen das alte gute Rechtssprüchwort: „juatiti» est fundamentvm regnorum“ auch für die wenig bemittelten Elassen gelten muß, wenn dir Staat fortan seine Aufgabe noch erfüllen soll, beantrage ich: „Hohe Kammer wolle Großh. Staatsregierung auffordern, für Revision der Taxen- und Gebührenordnungen im Reiche einzutreten, und, soweit dieselbe dem Einzelstaate compctirt, diese herbeizuführen." — Die Kammer erklärt hierauf die Wahl des Bürgermeisters Pit Han von Zotzenheim zum Abgeordneten des 3. Wahlbezirks der Provinz Rheinhesien für giftig und erfolgt sofort die Vereidigung des genannten Herrn. — Die Recommunication der ersten Kammer über die Vorlage Großh. Gesammt-Minifteriums; den Gesetzentwurf, die Abänderung des Art. 67 der Verfassungsurkunde, sowie der Art. 26 und 33, die landständische Geschäftsordnung betreffend, wird nach längerer Debatte, an welcher sich Ministenalrath Hallwachs, sowie dieAbgg. Frhr. v. Nordeck zur Rabenau, Schröder, Osann, Betz, Maurer, Wolfskehl und Dittmar betheiligen, durch Beharren auf den früher von der zweiten Kammer gefaßten Beschlüssen erledigt. Es folgt die Besprechung der Jnterpellatton des Abg. Wolfskehl in Betteff der Schulamts-Aspiranten israelitischer Confeffion. An der Debatte betheiligen sich außer dem Interpellanten Mimsterialrath Knorr, sowie die Abgg. Frank, Muhl, Schröder und Haustein und wurde von Letzteren 'das in ftaglicher Beziehung von der Regierung eingehaltene loyale Verfahren mehrfach hervorgehoben. — Eine längere Debatte entspinnt sich über die Beschwerde der zur Abstimmung über Einführung einer gemeinsamen Schule zu Nieder - Saulheim berufenen Katholiken über die Abstimmung. Die Abg. Franck, Wasserburg, Wolz, Racke und Betz treten unter Berufung auf das Volksschulgesetz für die Beschwerdeführer ein und erblicken in dem Vorgänge in Rieder-Saulheim eine Unterdrückung der Minoritäten, während Ministerialrath Knorr, sowie die Abgg Osann, Heldenreich und Ellenberger nachweisen, daß bei der erfolgten Abstimmung lediglich auf Grund des Gesetzes verfahren worden sei und eine Interpretation des Volksschulgesetzes in dem Sinne der vorgenannten Redner zu einer Unmöglichkeit gehöre. Die Beschwerde wird aegen 8 Stimmen vei- WOrfen. — Nächste Sitzung morgen. Tagesordnung: Verkauf der Main-Weser-Bahn an Preußen- Bau-Ordnung. Berlin, 27. Januar. Dem Reichstage wird mit dem Etat des Auswärtige. Amts gleichzeitig eine Denkschrift über die Ausgrabungen in Olympia vorgelegt werden. In der Denkschrift heißt es u. A.: „Wir stehen tn der Mitte der fünften Ausgrabungsperiode, deren wichtigster Theil mit diesem Januar beginnt, denn die letzten Monate des Jahres find immer durch anhaltendes Regenwetter den Fortschritten der Arbeit sehr ungünstig. Jetzt kön- nen wir also noch nicht sagen, wie weit wir sein werden, wenn die Junisonne unseren Arbeiten Stillstand gebietet. Das aber ist gewiß, daß bei der wissen- schaftlichen Verarbeitung des in fünfjährigen Untersuchungen gewonnenen Materials eine Reihe von Punkten sich ergeben wird, bei welä-en eine erneute Localfoischung unerläßlich sein wird. Es wäre ja auch nach den großen Opfern, welche das deutsche Reich in hochherzigem Sinne dargebracht hat, unstatthaft unwürdig, wenn man das nationale Werk, das in der deutschen Geschichte seine Stelle einnimmt, dort liegen la ff en wollte, wo es zufällig am 1. oder 10. Juni d. Js. sich befinden wird. Es kann ja der Fall sein, daß wir uns gerade in dieser Zeit an der Schwelle wichtiger Endeckungen befinden, deren Ausbeutung den Fremden überlassen bleiben müßte, welche fich beeilen würden, deutschen Arbeitern den wohlverdienten Preis zu entziehen. Endlich glauben wir auch, daß zum Abschlüsse unserer topographisch-archäologischen Arbeiten eine Aufnahme von Olympia in etwas weiterem Umfange gehört und in dem beschreibenden Werke nicht nur die architektonisch vermeffene Altis, sondern auch von der nächsten Umgebung eine in etwa fieben Wochen herzustellende Terrainkarte gegeben werden müsse, um die Zugänge nach Olympia von den verschiedenen Seiten deutlich machen zu können." Die Denkschrift schließt: „Um also das mit vielen Mühen und Entbehrungen Seitens aller Theilnehmer durchgesührte fünfjährige Werk in würdiger Weise abzurunden, um die Arbeit mit gesteigerter Kraft sortführen zu können, . . . erbitten wtt, nachdem die fünfte Rate uns als letzte gegeben worden ist, für die noch übrigen mit geringerem Aufwande an Geld und Menschenkraft zu leistenden Ar- beiten für das Etatsjahr 1880/81 einen schließlichen Supplementar-Credit tn ) " " " 1.60 1 " moniums on: , . Lüthner, - Bech" ler. - Wl - er. - Liedeto fmänn. Vereins -rzweigtesien Ver- , 42oo Commis- 6>icl;eiwr ■gültiger AMP- und AMMM fit bei Kreis Gieße«. w. Darmftadt, 28 Januar. Zweite Kammer der Stände. 33. Sitzung. Die zweite Kammer trat heute zu einer voraussichtlich längeren Session wieder zull ommen. Aus der langen Reihe der zur Verkündigung gelangenden neuen Eingaben, welche wir größtentheils bereits mitgetheilt haben, erwähnen wir noch die von der Regierung eingelaufenen Antworten auf eine Reihe von Interpellationen. Bezüglich der Interpellation des Abg. Schröder, die Revision der Collateralstmer-Gefetzgebung uetreffenb, theilt die Regierung mit, daß ein Gesetzentwurf über die Erbschaftssteuer :n der Ausarbeitung begriffen sei. Aus die Interpellation des Abg. Betz bezüglich des Zerhältmsses verschiedener zum Universitäts-Fonds zu Mainz gehöriger Haufcr, antwortet die Regierung, daß über die Ansprüche des Fonds an diese Hauser Verhandlungen mit dem Reichskanzleramt eingeleitet seien, welche sich noch in der Schwebe befänden und daß die Anstellung einer Klage vorerst n.cht nothig erscheine, da eine Verjährung nicht drohe. Eine Interpellation des Abg. Franck wegen Verweigerung des Gehalts an Caplan Hees zu Dieburg wird dahin beantwortet, dem genannten Caplan stehe ein rechtlicher Anspruch auf Gehalt weder an den Local-Kirchenfonds, noch I an die Pfarrpfründe und deren Erträgnisse zu, ebensowenig sei eine besondere Dotation für feine Caplanstelle vorhanden. Mehrere Antworten der Regierung, welche sich auf die Interpellation der Abgg. Ellenberger und Genossen, den Fahrplan der Oberhessischen Bahnen betreffend, — auf die Interpellation des Abg. Schröder, die Odenwaldbahn betreffend, — und auf die Interpellation des Abg. Metz, die Wiederherstellung des Rheinlanddammes am Steinerwörth und am Siebener betreffend, bestehen kommen nicht zur Verlesung, werden vielmehr sofort gedruckt werden, um eventuell eine Besprechung daran knüpfen zu können. — Abg. Frhr. v. Nordeck zur Rabenau beantragt: „DieKammer wolle beschließen, 1) dieGroßh. Staatsregierung euhuforbern ungesäumt erschöpfende Erhebungen darüber eintreten ^u lassen, in welchem Umfange in 'einzelnen Theilen des Landes ein Nothstand bereits eingetreten ist oder m erwarten sieht, welcher die Hülfe des Staates in Anspruch nimmt oder nehmen wird; 2) eventuell die Bereitwilligkeit der Stände zu erklären, nach Befund außerordentliche Mittel zu gewähren nicht nur zur Beseitigung des gegenwärtigen Nothstandes, sondern anch um der Wiederholung solcher Nothstände für die Zukunft dauernd oorzubeugen." Mnisterialratb Knorr bemerkt zu diesem Antrag, obwohl er nicht Referent in dieser Ungelegenheit sei, glaube er doch versichern zu können, daß die Regierung bereits vor etniger Reit Erhebungen in dem gewünschten Sinne habe eintreten lassen und daß sie amd) in der Lage sein werde, bald eine deßfallsige Vorlage an die Kammer gelangen zu lassen. — Weiter bringt der Abg. Frhr. v. Nord eck zur Rabenau folgenden An- iwag ein . 1) „In Erwägung, daß eine der wichtigsten Aufgaben eines geordneten Staats- «esens in Verwirklichung der Rechtsidee besteht; 2j daß d e Realisirung dieser Aufgabe I i der durch die in Folge der Einführung der Reichsjustizgesetze durch das Reich und q ie Partikularstaaten festgesetzten Taxen und Gebühren wesentlich gefährdet wird, in- | der Landwehr im gntbai lünftig bei den nächsten auf Erfüllung der Dienstzeit folgenden Frühjahrs-Controivcrjammlungen stattfind.n soll. Diese Bestimmung bedeutet für einen Thetl der Reservisten thatsächltch für jetzt eine Verlängerung ihrer Dienstzeit. Die Wichtigkeit dieser Bestimmung erhellt sehr deutlich aus den Motiven zu derselben, die wir deshalb nachtragen wollen: Nach dem Gesetz über die Verpflichtung zum Kriegsdienst wird die active Dienstzeit nach dem wirklich erfolgten Diei.stantrltt mit der Maßgabe berechnet , daß diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit vom 2. October bis 31. März eingestellt werden, als am vorhergehenden 1. Ociober eingestellt gelten. Im Anschluß hieran bestimmt § 62 M Re,chsmili>ärg»setzes, daß die Dienstzeit in der Reserve und Landwehr von demselben Zeitpunkte an wie die active Dienstzeit zu berechnen sei. Die Versetzung auS der Reserve in die Landwehr, bezw. die Enilassung aus der Landwehr habe bei den Herbst-Con- rrolversammlungen des belr. Jahres stattzufinden. Eine Aenderung ob-gcr Bestimmungen in Bezug auf die Beendigung der acttven Dienstzeit — Ent- lasfung der Reserve — erscheint nicht erforderlich. Dagegen erheischt dringend eine Abhülfe der Umstand, daß, bevor die im Allgemeinen während des Novembers zur Einstellung gelangenden Rekruten so weil ausgebildet find, um den mobil gemachten Truppenthetlen in's Feld folgen zu können; eine Jahresklasse der Reserve zur Landwehr, eine Jahresklasse der Landwehr zum Landsturm übergeführt wird. Es erleidet dadurch die F IDarmee während jener Periode eine Einbuße von etwa 10,000 Mann —- eine Einbuße, welche früher weniger bedenklich erscheinen konnte, gegenwä'ttg aber zu den ernstesten Besoig- niffen Anlaß gibt. Da nach Maßgabe der Waffengattung eine drei- bis sechsmonatliche Dienstzeit zur Aneignung der nolhwendigsten militärischen Fertigreiten erforderlich ist, so würde obigem Mißstande abgeholfen, wenn die vom 1. October bis 31. März eine sieben-, bezw. zwölfjährige Dienstzeit erfüllenden Mannfchaften nicht günstiger als diejenigen gestellt würden, welche dieselbe Dienstzeit in der Periode vom 1. April btS zum 30. September zurückgelegt haben. Letztere werden in den Herbst Eontrolverjammlungen zur Landwehr, bezw. zum Landsturm übergeführt. Diese Uebersührung n öchte für die erstbe- zetchneteKategorie in den nächsten, auf eine thalsächliche Erfüllung der Dienstzeit folgenden Frühjahrs-Controlversammlungen staitzufiuden haben. Gegenüber einem Einwande, daß die durch Gesetz und Verfaffung festgestellte Dienstzeit eine Verlängerung erleiden würde, ist auf die Unmöglichkeit htnzu- weisen, mit dem Tage der vollendeten Dienstzeit eine Versetzung aus der berr. Dienstkategorie überall herbetzuführen. Eine Heranziehung zu FciedenSübungen zwischen Erfüllung der Dienstzeit und Versetzung aus der jüngeren Kttegorte soll nicht stattfinden. Auch die Zahl der Controlversamm ungen wird für den Einzelnen im Ganzen höchstens um eine Vers mmlung veimehrt, wenn, wie es m der Absicht liegt, die Wehrleute zu den Frühjahrs-, statt wie bisher zu den Herbst-Conttolversammlungen beordert werden. Der Gewinn aus solcher Anordnung beschränkt sich andererseits nicht auf die Verfügung über eine größere Anzahl von Mannschaften während des Winterhalbjahres. Die bisherige Trennung des MobtlmachungSjahreS in zwei gesonderte Perioden fällt fort; es vereinfachen sich die Mobiimachungsvocarbeiten, und es wird durch diese Vereinfachung eine ordnungsmäßige und doch schnelle Durchführung unserer überaus complicirt gewordenen Mobilmachung sicherer gestellt. Berlin, 27. Januar. Dem Bundesrathe ist folgender Gesetz-G.ckwurf be- treffend die Anzeige der in Fabriken und ähnlichen Betrieben vorkommenden Unfälle zugegangen: S 1. Von jedem bei dem Betriebe einer Fabrik vorkommenden Unfälle bei welchem 1) ein Mensch getödtet oder 2) eine in dem Betriebe beschäftigte Person durch einen Theil der Maschinerie, durch Explosion, Verschüttung oder Einsturz, durch Entweichen von Dämpfen, Gasen oder heißen Flüssigkeiten körperlich derart beschädigt wird, daß sie die Arbeit verlassen muß und rm Laufe des nächsten Arbeitstages nicht wieder aufnehmen kann, ist bei der Ortspolizeibehörde, sowie bei dem zuständigen besonderen Aufsichtsbeamten (Gewerbeordnung, S 139 b) schriftlich Anzeige zu machen S 2. Die Anzeige muß sofort oder doch im Falle der Tödlung spätestens vor Ablauf des zweiten auf den Unfall folgenden Tages gemacht werden. Dieselbe muß neben der Bezeichnung der Fabrik und ihrer Lage Tag und Stunde und Hergang des Unfalles die Zahl der getödteten und verletzten Personen und die Art der Beschädigungen angeben. S 3. Die Anzeige liegt dem Unternehmer oder an seiner Stelle Demjenigen ob, welcher zur Zeit des Unfalles den Betrieb oder den Betriebstheil, in welchem sich der Unfall ereignete, zu leiten hatte. § 4. Die Vorstände der unter Verwaltung von Reichs- oder Staatsbehörden stehenden Anlagen haben die Anzeige der vorgesetzten Dienstbehörde zu erstatten. § 5. Die Ortspolizeibehörden haben die bei ihnen eingehenden Unfallsanzeigen nach Eintragung des Inhalts derselben in ein von ihnen zu führendes Unfallverzeichniß binnen 24 Stunden an den für den Bezirk zuständigen Aus- stchtsbeamten einzusenden. § 6. Unfälle, bei denen ein Mensch getödtet ist ober eine in der Fabrik beschäftigte Person eine schwere Verletzung erlitten hat, sowie Unfälle deren Hergang auf eine fortdauernde, durch mangelhafte Betriebscinrichtungen bedingte Gefahr schließen laßt, sind, sofern nicht schon auf Grund anderer gesetzlicher Vorschriften eine auf Ursache, Hergang und Folgen derselben sich erstreckende amtliche Untersuchuna stattfindet, einer solchen durch die Ortspolizeibehörde zu unterziehen, lieber die Untersuchung, welche sobald als möglich und, soweit thunlich, unter Zuziehung der Be- theiligten vorgenommen werden muß, ist ein Protokoll aufzunehmen. In den seiner Aufsicht unterstellten Anlagen hat der zuständige Aufsichtsbeamte diese Untersuchuna selbst vorzunehmen oder ihre Vornahme durch die Ortspolizeibehörde zu veranlassen Bei den in S 4 bezeichneten Anlagen liegt es der vorgesetzten Dienstbehörde ob diese Untersuchung durch ihre Organe herbeizuführen. $ 7. Der Bundesrath bestimmt 'unter welchen Voraussetzungen Erleichterungen in der Anzeigepflicht, insbesondere periodische Anmeldungen statt der ledesmaligen, zu gestatten find. § 8. Die Vorschriften dieses Gesetzes finden auch Anwendung auf Unfälle, welche vorkommen: 1) in Steinbrüchen und Gräbercien (Gruben); 2) bei solchen nicht unter den Begriff . Fabrik" fallenden Betrieben, in denen Dampfkessel oder durch elementare Kraft (Wasser, Dampf Gas heiße Luft) bewegte Triebwerke zur Verwendung kommen, mit Ausnahme des Eisenbahnbetriebes; 3) in Hüttenwerken Bauhöfen und Werften und bei der Aussübruna von Bauten- Soweit die vorstehend bezeichneten Betriebe der Aussicht eines auf Grund des $ 139 b der Gewerbeordnung ernannten besonderen Aufsichtsbeamten nicht unterliegen, erfolgt die m § 1 vorgeschriebene Anzeige nur bei der Ortspolircibebörde S 9. Auf Unfälle m Bergwerken, Salmen, Aufbereitungsanftalten, unterirdisch betriebenen Brüchen und Gruben finden die Voischriftcn dieses Gesetzes nur Anwendung, wenn diese Anlagen Nicht unter der Aussicht der Bergbehörden stehen. « 10 Wer e§ unterläßt, die ihm nach den SS 1, 2, 3, 8 und 9 obliegenden Verpflichtunaen au erfüllen, wird mit Geldstrafen bis zu 150 cX, im Unvermögensfalle mit Haft bis zu vier Wochen bestraft- 9 Irankrcich. Paris, 26. Januar. Im Gymnasium von Montpellier wurden zwei Zöglinge relegirt; die beiden obersten Klaffen ergriffen Partei für sie und sagten den Gehorsam auf. Die Polizei mußte einschreiten. 70 Zöglinge wurden an ihre Familien zurückgesandt. Im Gymnasium von Avignon kam es auch zu Ruhestörungen. Da man ebenfalls zwei Schüler ausgewiesen, so folgten ihnen fünfzig andere freiwillig und begaben sich zu ihren Familien. \ Die Ausweisung der e. fieren war erfolgt, weil sie sich weigerten, dem Leichen- begängniffe des Erzbifchofs von Avignon anzuwohnen. Türkei. Konstantinopel, 27. Januar. Die Convention über die Abschaffung der Lcluverel vom 26. ds. ist von dem britischen Botschafter Layard und SawaS Pascha unterzeichnet worden. Telegraphische Depeschen. Waguer'S telegr. Correspoudenz - Burea«. , .. . 3anuar. Der „R ichö-Anz." publicirt eine von gestern datirte kaiserliche Verordnung, durch welche der Reichstag zum 12. Februar einberufen wird. ° London, 28. Januar. Nach einer Meldung aus Kalkutta besuchte General Roberts am 26. ds. Lataband und gab den Befehl, alle englischen Posten mit Lebensmitteln und Munition für einen Monat zu versehen. Ein neuer Angriff der afghanischen Stämme wird gegen Ende des Monats befürchtet. Das Gerücht von dem Tode Mahomed Jane hat sich bis jetzt nicht bestätigt. 1 v New-Aork, 28. Januar. Das Obergericht des Staates Maine hat auf die von bin Fustonisten neuerdings unterbreiteten Fragen entschieden, daß die fusionistische Legislatur nicht als legale Körperschaft anzuerkennen sei. Das Obergericht hat die republikanische Organisation für die allein rechtmäßige i Legislatur erklärt. — Aus Halifax, 27. ds., wird gemeldet, es seien daselbst Vorbereitungen im Gange für eine neue amerikanische Expedition zur Erforschung des Nordpols unter Leitung des Dr. Emil Beffels, welcher an Capi- tän H>ll's Expedition im Schiffe Polaris theilgenommen hat. Berlin, 28. Januar. Der Kaiser empfing heute Nachmittag 1 Uhr den russischen Botschafter v. Saburoff in feierlicher Äntrittsaudienz zur Eat- gegennahkr^e seiner Kreduive; sodann wurde der Botschafter von der Kaiserin und um 1 Ubr vom Kronprinzen empfangen. Um 4 Uhr empfängt der Kaiser den Fürsten Bismarck. Der Kronprinz konferirte gestern zwei Stunden lang mit Fürst Bismaick und tritt heute die Reise nach Italien an. München, 28. Januar. Abgeordnetenkammer. Fortsetzung der Be- rathung des Budgets des Innern. Bei dem Etat Der Sicherheitspolizei bemerkt Frank, die Vermehrung der Gmsdamerte im Speffatt sei unnütz; Christ wie Israelit könne den Speffart ungefährdet durchwandern, v. Schairß äußert. Frank scheine nur gesp ochen zu haben, um Christ und Israelit zu er vähnen. Er bitte dringend, die Judenfrage ruhen zu lasten. — Bei dem Gewerbeetat beantragt Frankenburger, für das Gewerbe Museum in Nürnberg 60,000 statt 50,000 einzustellen. Der Antrag wird ungeachtet einer Befürwortung des Ministers abqclehnt. — Nächste Sitzung morgen. Berlin, 28. Januar. Dem Bundesrathe ging ein Gesetzentwurf zu, betreffend das Pfandrecht an Elsenbahnen und die Zwangsvollstreckung in de elben. Wien, 28 Januar. Meldung der „Polit. Corresp." aus Konstantinopel. Die Pforte soll erklärt haben, sie betrachte die von der serbischen Regierung betreffs des muselmännischen Besitzthums in den neu einv rleibte i ! Gebieten getroffenen Maßnahmen als null und nichtig und ungeschehe i, weil mit dem Art. 39 des Berliner Vertrages in Widerspruch stehead. Madrid, 28. Januar. Auf Grund des Inhaltes von beschlagnahm- t.n Papie-en haben die Geeichte von Barcelona sechs Jnternationa'.istm verhaften lösten. Dem Vorfälle wird feine Bedeutung brigelegt. Paris, 28. Januar, Abends. In der heutigen Sitzung der Commission zur Prüfung M Antrages auf Beschränkung der Militärdienstzeit auf 3 Jahre sprach sich der Kriegsminister gegen den Antrag aus: zur guten Ausbildung des Soldaten würden drei Jahre nicht genügen. London, 28. Januar, Abends. Das Befinden Salisbury's hüt sich so weit gebeffert, daß er in den letzten Tagen seine Amtsgeschäfte wieder erledigen konnte und in einigen Tagen nach London zurückzukehren gedenkt. Lokales. Gießen, 27. Januar. Im Laufe des Jahres 1879 sind von dem Provinüal- ausichusse der Provinz Oberhessen in 17 öffentlichen Sitzungen 108 Streitsachen entschieden worden, während der Kreisausschuß des Kreises Gießen in 16 Sitzungen von denen 7 theilweise öffentlich und 9 nicht öffentlich waren, 262 Angelegenheiten erledigte In welchem geradezu erschreckenden Verhältnisse in den letzten Jahren die durch die Unterftütznng der Landarmen — d. h solcher Hülfsbedürftigen, welche einen Unter; ftützungswohnfttz nicht haben und deshalb dem Landarmenverbande, dem Kreise zur Last fallen — aufzuwendenden Kosten sich erhöht haben, geht aus einer dem Kreisausschuß des Kreises Gießen von dessen Vorsitzenden in diesen Tagen vorgelegten Zusammenstellung klar hervor. Nach derselben sind von dem Landarmenverbande Gießen verausgabt: im Jahre 1875 974, „ „ 1876 „ 1195, „ „ 1877 „ 1918, „ „ 1878 v 3960, „ „ 1879 „ 6U00. Mit Rücksicht auf dieses bisherige regelmäßige Steigerungsverhältniß, sowie das Zusammenströmen der am Rückfalltyphus Erkrankten im hiesigen Lazvreth und andere Umstände ist für 1880 ein Betrag von mindestens 12,000 in Aussicht zu nehmen. Die Gründe dieser unverhältnißmäßigen Belastung des Landarmenverbandes Gießen liegen, abgesehen von der allgemeinen Plage des Stromerthumes, insbesondere in der geographfichen Lage der Stadt Gießen an der Landesgrenze und einer Hauptverkehrsstraße von Norden nach Süden, und endlich in der hier vorhandenen akademischen Klinik. Diese wird einmal wegen ihrer besseren Verpflegung überhaupt den Krankenanstalten des flachen Landes vorgezogen, und weiter kann auch nur in der Klinik gewissen Kranken, welche aut dem Lande gar nicht curirt werden können, die besondere Behandlung und Heilung gewahrt werden. Gar mancher Kranke schleppt sich, vielleicht mit dem letzten Rest seiner Kräfte, hierher zum akademischen Hospitale, oder wird der Stadt von außen öffentlich ober heimlich zugesckwben. Um einen möglichst gerechten Ausgleich nicht allein zwischen den Kreisen einer Provinz, sondern auch zwischen den drei Provinzen herzustellen, hat der Vrovinzial- ausschuß der Provinz Oberhessen, in Uebereinftimmung mit dem in Darmstadt gefaßten Beschlüsse, in seiner letzten Litzung an seinen Vorsitzenden das Ersuchen gerichtet, bei hohem Ministerium die Ausdehnung der Landarmenverbände auf das Großherzogthum anordnen zu wollen. Bei dieser Gelegenheit dürste es angemessen erscheinen, einer gänzlich irrigen Auffassung entgegen zu treten, die durch verschiedene Blätter Verbreitung gesunden hat. Es ist nämlich in mehrfachen von hier aus batirten Correspondenzen Beschwerde darüber geführt worden, daß durch die Errichtung eines Lazarethes für am Rückfalltyphus Erkrankte, sowie durch die Zuweisung von Kranken aus den naheliegenden Ortschaften der Stadt Gießen ansehnliche Opfer unbilligerweise zugernuthet worden seien. Eine solche Unterstellung kann nur aus gänzlicher Unkennt- x d-si i'ie Sertit®111? SS;,! SS fr SS Misamt aus fjarßcmeinben n SachvechaM icben «esu und datz yerad Stadt selbst 8' -en Nachbars Mehre der t sich nach den kommen nur > Ebenso Weisung der K gemuthet wür diejenigen Ära: und als solche Kranken, die e worden- fin\ t kommen Für armenoerband l einen solchcn m Gießen etwa eil werden durch Z Kosten für diese zur Last fallen- dessen Kosten ur die Verpflegung Aer könnte not billiger stellen w Was nun anbelangt, so koi Aushebung des i Erlöses aus den sowie derVerkot mit der An)ahl Betrag sür eine Kosten leicht b Lazarethes n'ch Schlietzli wegen des ! 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Zhanß äußni, jStaelit zu ervähnri; Bet dev @e®erbetlfli Nürnberg 60,000 stn: tintt Lefirivorkung dü ; eia Tesetzmta-urs zu ZrrnzsvoÜstreikunj; u sreeip." aus Mfar ie von btt serbisch«' den neu tinti.tUbh mb ungtschrvr .e -m ch siche id. von beschlaznah^ 3nternitiona!i|ltu wfl gelegt. i >x^ btrGönn* - rtiafytit iwf 3 Jfljnil jOr guten iluebiidm; | ib»n SaliSbury's W «mtizeschLste * - fotytebtcn gedenkt. ,nb tonbtmjro*. 108 &xtü* ®! iß Zitzungcn, «•• fahren hit dm! : welche einen :.$äSS ung' t# frt ifö1. $röD!nS I * W4 "t I ‘iw ««: rsgsrta SÄSS ■Stf-Äg ' w kfflg SSW I Niß der tatsächlichen Verhältnisse, sowie der besonderen gesetzlichen Bestimmungen entspringen, lieber die Zweckmäßigkeit und Nothwendigkeit der Errichtung eines Lazarethes in-Gießen sind wohl jetzt alle Stimmen eben so einig, als darüber daß die Wahl des früheren Hosgerichtsgebäudes die einzig mögliche wai. Auch wird überall die Bereitwilligkeit und Schnelligkeit anerkannt, mit der Großh M.mstenum der Bitte des Stadtoorslandes um Überlassung dieses Gebäudes entbrach. Nur darüber wird Beschwerde geführt, daß auch Kranke aus den Nachbargernemdern auch sogar aus anderen Kreisen, in dem hiesigen Lazarcthe Ausnahme gesunden hatten. Nach den Bestimmungen des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz kann auch nicht der geringste Zweifel darüber obwalten, daß der Ortsarmenverband Gießen für die Verpflegung aller Hülfsbedürstigen zu sorgen hat, die hier um dieselbe nachsuchen, und daß der Umstand daß ein anderer Ortsarmenverband durch unberechtigte Abschiebung sich -seiner Verpflichtung entzogen hat, nur einen Regreßanspruch oder auch zugleich eine Beschwerde bei der vorgesetzten Behörde biefi 8 Armenverbandes begründen kann. Die Zuschiebung aus anderen Kreisen wurde aus erhobene Beschwerde Großh. Kreisamts Gießen von Gioßh- Ministerium durch Ausschreiben an die Kreisämter der Provinz Oberhessen strenge untersagt. Dagegen wurde als zweckmäßig anerkannt, daß Großh. Kreisamt auf Antrag von Sachverständigen die Verbringung Kranker aus den Nach- Largemeinden in das hiesige Lazareth angeordnet hatte. Darüber waren nämlich alle Sachverständigen einig, daß es nothwendig erscheine, die noch transportablen Kranken reden Kreises m einem Centralpunkte zu vereinigen, der für sorgsame Verpflegung, strenge ärztliche Ueberwachung und rücksichtslose Jsolirung ausreichende Garantie bietet, und daß gerade Gießen nur allein dadurch gegen Ausbruch einer Epidemie in der Stadt selbst gesichert werden könne, wenn Fürsorge dafür getroffen werde, daß sich in sen Nachbargemeinden kein Herd für eine Epidemie bilde, die bei dem unausgesetzten Verkehre der Fabrikarbeiter alsbald in die Stadt Getragen würde. Diese Ansicht hat sich nach den bisherigen Erfahrungen als richtig erwiesen; von 110 Erkrankungen kommen nur 2 auf Gießen. , . . r Ebenso unbegründet erweist sich die weitere Behauptung, daß durch diese Zuweisung der Kranken aus anderen Gemeinden der Stadt Gießen erhebliche Opfer zu- aemuthet würden- Der Ortsarmenverband Gießen hat selbstverständlich nur für diejenigen Kranken aufzukommcn, die in Gießen ihren Unterstützungswohnsitz haben, und als solche kommen nach Obigem nur zwei Kranke in Betracht. Für diejenigen Kranken die entweder aus Gemeinden des Kreises oder anderen Kreisen zugewiesen worden sind, hat der betreffende Ortsarmenverband oder Landarmenverband aufzukommen. Für diejenigen, die, von auswärts kommend, hier erkranken, hat der Orts- armenverband des Unterstützungswohnsitzes sufzukommen, und für diejenigen, welche einen solchen nicht haben, der Landarmenverband Gießen Allerdings trägt die Stadt Gießen etwa ein Dntttheil der Kosten des Landarmenverbandes, allem dessen Kosten werden durch Zuweisung der Kranken anderer Gemeinden nicht vermehrt, weil die Kosten für dieselben entweder dem betreffenden Orts- oder dem Landarmenoerband zur Last fallen. Käme hierbei der Landarmenoerband Gießen in Betracht, so würden -essen Kosten und demzufolge auch der Antheil der Stadt Gießen nicht vermehrt durch -ie Verpflegung im Lazareth zu Gießen, anstatt der Verpflegung in den Landgemeinden. Eher könnte noch angenommen werden, daß die Kosten der Gesammtverpflegung sich billiger stellen werden, als die der Einzelverpflegungen in den Landgemeinden. Was nunmehr die Art der Berechnung der Kosten der Verpflegung im Lazarethe anbelangt, so könne solche b'lligerweise nur so berechnet werden, daß nach demnächstiger Aufhebung des Lazarethes die sämmtlichen Kosten der Einrichtung (nach Abzug des Erlöses aus den übrig bleibenden Mobilien), der ärztlichen Behandlung und Wartung, sowie der Verköstigung rc. zusammengerechnet werden und in die sich ergebende Summe mit der Anzahl der sämmtlichen Verpflegungstage dividirt wird, woraus sich dann der Betrag für einen Verpflegungstag, sowie der durch jeden einzelnen Kranken erwachsenen Kosten leicht berechnen läßt. Hiernach fallen auch die Kosten der Einrichtung des Lazarethes nicht der Stadt Gießen zur Last, wie dies mehrfach unterstellt worden ist. Schließlich sei hier noch erwähnt, daß in der viel besprochenen Streitsache wegen des Rathhauses zu Alsfeld von Seiten des Ortsoorstandes Alsfeld gegen die Entscheidung des Provinzial-Ausschusses vom 8. v. Mts. — welche bekanntlich die Einsprache des Kreisrathes gegen den Abbruch dieses Gebäudes für begründet erkannte — Recurs nicht verfolgt worden ist, daß diese Entscheidung somit nunmehr die Rechtskraft erlangt hat. , In der interessanten Streitsache des Ortsarmenverbandes Hamburg gegen den Ortsarmenverband Gießen — wonach Hamburg die Kosten der Auswanderung einer in Gießen mit Reisegeld versehenen Familie nach Brasilien von Gießen einklagt — hat Ersterer gegen das dem Letzteren günstige Urtheil des Provinzial- Ausschusses den Recurs an das Bundesamt für Heimathwesen ergriffen. (D. Zig.) Gießen, 29. Januar. Der „Darmst. Ztg." wird berichtet: In den Hospitälern zu Gießen find in der Zeit vom 20. bis 25. Januar l. I. an Rückfalltyphus erkrankt ausgenommen worden 13 Personen (12 M., 1 W.); als genesen entlassen wurden 6; mit Tod abgegangen ist 1; es verblieben am letztgenannten Tage 70 Kranke (64 M., 6 SEB.). Die Zahl der von Beginn der Epidemie bis jetzt insgesammt aufgenommenen Kranken beläuft sich auf 123, von welchen verstorben sind 11. . . . . Ferner schreibt die „Darmst. Ztg.": Es ist vielseitig ausfällig bemerkt worden, daß die Veröffentlichungen des Kaiserlich Deutschen Gesundheitsamts bis jetzt über die im Großhcrzog- thum Hcsien verbreitete Epidemie von Rückfalltyphus keinerlei Nachrichten gebracht oder auch nur des Vorkommens dieser Krankheit in dem früher völlig von derselben verschont gewesenen mittleren Deutschland erwähnt haben. Wir haben Anlaß genommen, uns hierüber zu infor miren, und können uns gewordener Auskunft zufolge mittheilen, daß genannter Reichsbehorde diesseits die detaillrrten officiellen Berichte über das Auftreten und die Verbreitung des Rückfalltyphus im Großherzogthum regelmäßig und rechtzeitig zugegangen sind. — Die „Volksküche" vertheilte heute 992 halbe Portionen. Verkauft wurden hiervon 103, 889 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksburschen. Verwischtes. Frankfurt, 27. Januar. Vor einigen Tagen wurde am hiesigen Gymnasium eine unter dem Namen „Hasso-Nassovia" bestandene Schülerverbindung entdeckt und in Folge deffen einige Gymnasiasten relegirt, während die übrigen theils mit dem consilium abeundi, theils mit Larcerstrafen belegt wurden. Es waren durchweg Schüler der höheren Klassen. — Die „Kieler Zeitung" veröffentlicht folgenden Brief: Dänischwohld (Kreis Eckernförde), 20. Januar. Im Laufe dieses Monats wurde von dem Vorsitzenden des Jagdvereins der Rittergutsbesitzer unseres Distrikts das nachstehende Ctr- eular an die Mitglieder erlaßen. Wir finden dasselbe sowohl wegen des neuen Heilmittels gegen Epilepsie, als auch wegen des fürstlichen Autors so interessant, daß wir eine Fehlbitte nicht erwarten, wenn wir die „Kieler Zeitung" um baldigen Abdruck ersuchen: M.......,2. Januar 1880. Ihre Durchlaucht die Frau Fürstin Bismarck wünscht möglichst viele Elstern, aus denen Pulver gegen Epilepsie gebrannt werden soll, vor dem 18. d. M. zu erhalten. Ew. Hochwohlgeboren gestatte ich mir daher gang ergebenst die Bitte auszusprechen, so viele Elstern als möglich in Ihrem Revier schießen zu laßen und solche dtrect an den Oberförster Lange zu FriedrtckSruh ooer hierher unfranktrt bis zum 18. d M. senden zu wollen. Hochachtungsvoll I. L. L. 8—H ■ Vilbel. Einen gesunden Appetit entwickelte dem „G. A." zufolge ein Müllerbursche in Bonames. Derselbe verzehrte in Folge einer Wette 32 Bratwürste (im Ganzen ‘6>/l Pfd.) mit Brod und Senf; nachdem er auch seinem Durste mit 7 Schoppen Apfelwein und 2 Taffe« Kaffee Genüge geleistet, ging er nach Hause, trank noch eine Flasche Milch. Zum Abendbrod verzehrte er eine Portion Salat nebst 2 Bratwürsten und trank bis 12 Uhr ca. 30 Schoppen Apfelwein. Montags morgen ging er wieder wie gewöhnlich um 6 Uhr zur Arbeit. — sEin Loblied auf das Bier.) Im preußischen Abgeordnetenhause hielt der Abgeordnete Meyer Breslau bei Berathung des Schanksteuer Gesetzes eine Rede voll Humor für das Bier, im Gegensatz zu Branntwein. Er sagte unter Anderem: Die Bierconsumtion kann übertrieben werden, zeigt aber nirgends jene verderbliche Physiognomie, welche die übertriebene Branntweinconsumtion darbietet. Sehen Sie sich die großen Räume unserer Brauereien an, jene hohen, freien, luftigen Locale, in denen eine größere Gesellschaft sitzt, können sie sich denken, daß sich der Branntwein dort einnistet? Der Branntwein- consument geht in die dunkeln Kabachen und zum stillen Trunk in das Haus. Der Branntwein ist ein fremder Tropfen in unserem Blut, er ist uns gebracht von einem racenverschtedenen Volk. Das Bier dagegen ist verflochten mit der gesammten Geschichte des deutschen Volkes. (Große Heiterkeit.) So lange wir von Deutschen wissen, seit TacituS Zeiten, wissen wir auch von einem Bierconsum. Es gehört nothwendig zu den Anforderungen, die ein gesittetes Volk stellen kann: daß ihm ein Trunk geboten wird, bei dem es nach gethaner Arbeit in heiterem und verständigen Gespräch sich erholen kann. (Große Heiterkeit.) M. H.l Ich halte daS für eine sociale und historische Nothwendtgkeit. Man hat sich oft den Kopf zerbrochen, wie es kommt, daß die Kulturvölker, die Phönizier, Syrer, Karthager u. A. nach kurzem Glanze wieder untergegangen sind (stürmische Heiterkeit); ich bin der Ueberzcugung, die Leute haben sich nicht halten können, weil sie nichts Vernünftiges zu trinken hatten. (Anhaltende stürmische Heiterkeit.) Der Branntwein zehrt am Mark des Mannes, er stürzt ihn in Wahnsinn, er vernichtet den Menschen körperlich und geistig, aus dem Bierconsum sind derartige Nachtheile niemals hervorgegangen Selbst Jemand, der nicht immer das richtige Maß etnhalten sollte, kann sich doch immer in ganz stattlicher Weise präsentiren. Das Bier ist auf s Innigste verflochten mit dem ganzen Gang unserer neueren politischen Entwickelung. Die verschiedenen Biere in den verschiedenen Ländern und Städten sind ein Spiegelbild deS deutschen Parttcularismus. Jede Stadt hat eine besondere Art zu brauen und Bier von ganz besonderer Beschaffenheit. In unserem Jahrhundert geht Schritt für Schritt mit den politischen Einheitsbestrebungen das Verlangen nach dem nationalen Getränk des untergährigen BiereS (Heiterkeit.) Als die Burschenschaften ihre Hoffnung auf ein einheitliches Deutschland scheitern sahen, als sie sahen, daß es auf dem eingeschlagenm Wege nicht mehr weiter ginge, da machten sie Propaganda für die Ausdehnung des bayerischen Bieres, da dichtete Wollheim da Fonseea das bekannte Lied: „Sind wir nicht zur Herrlichkeit geboren rc." (Große Heiterkeit.) Von 1866 an, nachdem wir den ersten politischen Erfolg auf dem Gebiete der Einheit erreicht hatten, da stellte sich daß Bier in eleganterer Gestalt dar, die Bierlokale wurden zugänglich auch für den schöneren Tbeil des Menschengeschlechtes. (Große Heiterkeit.) Es kamen die Deckelgläser in eleganterer Form auf als Tulpengläser. In den Jahren 1870—71 wurde daS Bier sogar salonfähig, und ich brauche nicht daran zu erinnern, durch wen. (Große Heiterkeit.) Wir dürfen den Kampf, den sittlichen Kampf gegen den Branntwein nicht ausdehnen auf das baierische Bier. Wir können dasselbe nicht entbehren, weil wir die abendlichen Gespräche beim Biere beschränken und einen ungeheueren Riß in unser sociales Leben machen würden, wenn wir diese Erschwerung des Genusses auferlegten. Ich stimme dafür, den Gesetzentwurf axzunehmen in der Gestalt, wie er aus der Commission hervorgegangen ist, dagegen die Ausdehnung der Steuer auf Bier und Wein abzulehnen. (Beifall.) Handel und Verkehr. Frankfurt, 28. Januar. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner JL 2.50—3.50, Stroh JL 2.00—3.20. Butter das Pfund im Großen 1. Qual. JL 0.90, 2. Qual. JL 0.80, im Detail das Pfund JL 1.15—20, 2. Qual. JL 1.10 Eier das Hundert deutsche JL 9,00—10 00, italienische JL, Ganze Erbsen das Pfd. 28—32 geschälte Erbsen 32—37 H, Bohnen 27—29 H, Linsen 40—M) Weißkraut das Stück 15—20 H, Rothkraut, 1 St. 20—30 H, Kohlrabi 3—6 Kohlkraut 10 12 H, Blumenkohl 1 St. — Wirsing —H, Kartoffeln 100 Kilo 6.50 — 7.50 Zwiebeln 1 Bund 30 Merrettig St. — 1 Stück 15—20 H. Ochsenflei)ch per Pfund 65—70 Rindfleisch 44-60 Kuhfleisch 44-60 H, Kalbfleisch 40-55 Hammelfleisch 38—65 H, Schweinefleisch 65—70 ein Hahn JL 1.50—2.00, ein Huhn 1.50—2.00, eine Ente JL 2 — 3, Gans JL 4—9, eine Taube 50—60 H. Limburg, 28. Januar. (Frachtmarkt.) Rother Weizen JL 19.00, Weißer Wetzen JL—.—, Korn JL 14.35, Gerste JL 11.00, Hafer, JL 6.90, Erbsen JL —, Kartoffeln JL —, (Durchschnittspreis pro Malter.) Die halbofficielle Berliner „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt in Nr. 259. II redaktionell: AuS der Rheinprovinz. Begründet 1839, umfaßt das Stollwerck'sche Etablissement, nach Vollendung einer Biscuit-Fabrik und Zucker-Raffinerie, alle Branchen des ausgedehnten Industrie-Zweiges und zählt heute zu den bedeutenderen mercantilischen Unternehmungen des Deutschen Reiches. Die Gebäude innerhalb des Festungsgürtel Eöln's gelegen, bilden einen fünfstöckigen Complex mit 900 Fuß Straßenfronten. Fünf Dampfmaschinen von über 400 Pferdekraft normal bewegen 115 größere Arbeitsmaschinen. Fünf Dampf- Hebewerke vermitteln den Verkehr der Lager-, Fabrikations- und Versandt-Räume. Die Maschinen-Werkstätte, aus welcher fast sämmtliche Maschinen nach Special- Conftructionen hervorgegangen, werden von einem besonderen ißpferbigen Motor bedient. Sig ne Druckerei mit Schnell-, Buntdruck- und Handpressen, Cartonnage- Fabnk, Dampffchreinerei und Klempnerei mit allen erdenklichen Werkzeugmaschinen ausgerüstet. Die Zahl der Arbeiter schwankt zwischen 300 und 500 je nach der Jahreszeit. Das Etablissement hat eigene Wasserleitung mit Hochreservoir, eine wohlorganisirte Feuerwehr mit Dampfspritze, Hausapotheke, besondere Krankenkasse und Menage für das Personal. Acht meist geschlossene Transportwagen vermitteln den Verkehr mit den Bahnen und Dampfschiffen. Die Firma besitzt eine größere Anzahl eigener Magazine, wie sie in den Hauptstädten Frankreichs und Englands nicht großartiger anzutreffen und ihre Producte sind ebensowohl auf der kaiserlichen Tafel als in der bescheidensten Hütte zu Hause. Die Entwickelung nack dem Auslande ist durch die drückenden deutschen Zöllverhält- niffe, die Versagung jeglicher Exportbonification, wie sie in vielen anderen Industriezweigen und namentlich in Frankreich eingeführt sind, äußerst erschwert- Der Kette der Auszeichnunaen hat Seme Majestät der König Albert von Sachsen d. d. Dresden den 11. October a. c. em neues Glied durch Ernennung der Gebrüder S t o l l w e r ck zu Höchstseinem Hoflieferanten eingefügt. Nach Ausweis des Kaiserlich statistischen Amtes gelangten annähernd 20% der gesummten Cacao-Einfuhr nach Deuschland in Cöln zur Verzollung; ein Anhalt für die Ausdehnung und die Reellität der Fabrikation. Kieler Sprotten, täglich frisch bei Schellfische Ballhandschuhe ' i V f empfiehlt zu billigen Pieisen «reffen heute ein (65o Handschuhmacher, Gg. »1111. Welfllg. Schulstraße Nr. 17. (8$4 in treffen heute ein. (634 (383 Pret-courante auf Verlangen. (657 Carl Schwaab Ferner ab Lager Bingerbrück: Flaschen und Gebinden alle Sorten "Wein, Rum, Arac, Cognac x, zu beziehen durch Fritz Hast, Alicenstrahe C. 97. Ufioin .TVtoinO bon Herrn Fr. Schleuning in Bingen ab JlLjclll - LU Klllv Lager in (biefaen, von 60 H an bis 1 JL 50 H per Flasche, Korüeaux-MeSoc per Flasche 1 «X 20 Wentliche Avfforderuvg. Johannes Lamp, g boren am 26. Februar 1806 zu Niever-Besstngen, Sohn des längst verstorbenen Philipp Lamp daselbst, ist vor m.hr als 40 Jahren angeblich nach Süo- Amerika ausgewandert und seitdem verschollen. Sein zurückzelaffenes, bisher curatorisch verwaltetes Vermögen beläuft sich aus ungefähr 165 «X Derselbe oder feine Selbes- resv- Testa- mentserben werden hiermit aufgesor- dert, ihre Ansprüche an das vorhandene Vermögen binnen drei Monaten von heute an bei dem unterzeichneten Gerichte geltend zu machen, widrigenfalls der Johannes Lamp für todt erklärt und das vorhandene Vermögen den stch gemeldet habenden nächsten Verwandten ausgeliesert werden würde. Alle diejenigen, welche Ansprüche aus das angegebene Vermögen zu Haden glauben, haben dieselben bet Vermeidung des Verlusts innerhalb der obigen Frist bei uns anzumelden. Sich, den 13. Januar 1880, Großherzozl. Amtsgericht Sich. 521) Lang ermann. Versteigerungen. Freitag den 13. Februar, Vormittags 11 Uhr, soll auf dahiesiqem Ortsgericht die Hof- raithe des Georg Dölckner dahier, als: Flur. Mir. ^Am/Vio 413 Hofraithe und Hofraum am untersten Riegelpfad, ^/zto/Vio 100 Grabgarten daselbst, -b/tts/Vio 137 Hofraum daselbst, ^/rss/Vis 75 Grabgarten daselbst, 26/260 213 Acker daselbst, meistbietend versteigert werden. (190 Gießen, den 6. Januar 1880. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. __________Müller.__________ Holzverfteigerung in der Fürstl. Bbersörflerei Lich. Im Dtstrict Hard soll nachver- zeichnetes Holz versteigert werden: Montag den 2. Februar Schetth. Prügelh. Stockh Retsh. Raummeter. Wellen Buchen- 10 140 63 1860 Eichen- 10 92 94 1290 Vrlen- — 10 — — Nadelholz — — 16 340 Dienstag den 3. Februar 209 Etchenstämme von 16—71 cm Durchmesser und 3—11 m Länge mit 92,23 cbm, 3 Hainbuchenstämme mit 0,36 cbm Inhalt, 15 Erlen- und Ltndenstämme mit 4,84 cbm Inhalt, 23 Rmtr. Eichen-Werkschettholz, 42 Eichen- und 29 Buchenstangen. Zusammenkunft jedesmal Morgens 10 Uhr in der Hardanlage bei Lich. Sich, am 24. Januar 1880. 594) Wim men auer. Forstrath. Holzversteigerung. Donnerstag den S. Februar, von Morgens 9 Uhr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewald, Dtstrict Galgenberg, Oehlenberg und Alteberg: 10500 Wellen Nadel-Retsholz (Durchforstung), 16 Ktefern-Stämme zus.2,33 Fstm. 58 „ -Stangen zus. 4,93 Fstm. versteigert werden. Tie Zusammenkunft ist im District Galgenberg und wird gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft Steiggcld bis Mar- ttnitag 1880 credittrt. Großen-Buseck, am 27. Jan. 1880. Großh. Bürgermeisterei Groß-Buseck. 631) Wagner. Submission. Der auf der Terafse des neuen Kurhauses zu Bad Nauheim befindliche über dem Sockel in Holz erbaute Musikpavillon, im Grundriß ein regelmäßiges Achteck von 2,95 m Seitenlänge bildend und von der Terrainsiäche bis zum Dach 4,54 m hoch soll von dort entfernt und vor der dortigen Trinkhalle aufgestellt werden. Die hiermit verbundenen Arbeiten, veranschlagt zu 1150 sollen auf dem Submissionswege an einen Uebernehmer vergeben werden. Die Submisfionsbedingungen liegen auf dem Bureau Großherzoglichen Kreisbauamts Friedberg währe, d der Geschästsstunden zur Einsicht öffn. Lustkragende wollen ihre Offerten unter Angabe der Gefammtsumme für welche sie die Versetzung zu bewerkstelligen geneigt find, verschlossen und frankirt und mit der Aufschrift „Submission für Versetzung des Musikpavillons zu Bad Nauheim" längstens bis Dienstag den 3. Februar l. I., Vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Friedberg, den 24. Januar 1880. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Reust. (588 Möbel und Mobiliar - Verkauf. 512) Ganz besondere Verhältnisse setzen mich in den Stand, eine größere Partie Möbel weit unter Fabrikpreis zu verkaufen. Dieselben bestehen in einer grünen Salongarnitur in Plüsch, 1 Ovaltisch, 1 Damen-Schreibtisch, 1 Kommode 1 Nähtisch einige Spiegel, oerschie ene Sorten Rohrstühle, eine hochfeine S chl afztm m ereinrichtung mit geschnitzten amerikanischen B tten sammt H mrmatratzen, 1 R'psgarnitur mit Tisch, 1 Spiegelschrank, 1 Waschitsch, 2 Nachttische, 2 französische Bettladen sammt Matratzen und Betten, 1 Kanapee, 1 Klapptisch, 1 viereckiger polirter Tffch, 1 großer lack. Schrank, 1 Küchenschrank, 4 Fenster-Vorhänge, 1 Tr ppenstuhl. NB. Der Verkauf dauert nur kurze Zeit und ist für Brautleute die günstigste Gelegenheit geboten. Seltersweg C. LL, Hinterhaus 2. Stock. Stückrath. Wohlthätigkeits - Vorstellung. 652) Allen denjenigen Damen und Herren, die uns durch ihre gütige Mitwirkung unterstützten, dem verehrt. Gesellschaflsverein für Ueberlaffung des Saales, dem hiesigen Regiment für Mitwirkung ler C-rp^lle, Herrn Wilh. Wenzel für Ueberlaffung von Stühlen, sowie Allen Denen, die unser Unternehmen durch bereitwilliges Entgegenkommen förderten, sagen wir an dieser Stelle nochmals unseren berzlicksten Dank.Das Comite. Volksküche zu fließen. Wir bringen hierdurch zur Kenntniß der Betheiligten, daß sämmtliche Karten für den Bezug von Suppe von dem Monat Januar 1880 einaezogen, und dagegen neue für Februar ertheilt werden. — Besitzer solcher Karten wollen sich demnach Samstag den 31. Januar und Montag den 2. Februar in dem Speisesaal der Volksküche von 3—5 Uhr Nachmittags eiufinden, um neue Karten zu empfangen. Es wird jedoch ausdrücklich bemerkt, daß nur wirklich Bedürftige dazu berechtigt und jeder Mißbrauch die Entziehung der Karte zur Folge hat. Karten (ohne Namen) für Bedürftige per */i Port. 10 per V2 Port. 5 H, sind stets vorräthig und empfehlen wir solche ganz besonders stillen Wohlthätern. 602) Der Vorstand. MoMMWeik-Uosfleslung. 653) Etwaige noch rückständige Rechnungen sind bis längstens Samstag den 31. d. Mts, einzureichen.Das Comile. Ieikgeöotenes. 650) Hasen und Rehbraten sind stets auf Bestellung zu haben bei _____Wildhändler Ebel, Mmktstraße. 610) Eine franz. Speife- ferviee für zwölf Personen, ein Nustbauru-Kleiderfchrank, eine ebensolche Brandkiste mit oder ohne feuerfestem Einsatz und zwei Betten Umzugshalber sofort zu verkaufen im Hause des Herrn Dr. Kübel, 3. Stock, Reichensand. Irische Schellfische empfiehlt (651 Emil Fischbach. 606) Ein nachweislich solid gebautes Haus in sehr guter Lage, ohne Zwischenhändler zu verkaufen. Näheres in der Exped. d. Bl.____________________________ Blühende Hyazinthen etc. Ferner empfehle mich den wohllöblichen Gesellschaften im Anfertigen von Dali- und Colllllons-Douquells von frischen und künstlich getrockneten Blumen. (572 Karl Berger, Handelsgärtner. Feinste Franks. Würstchen empfiehlt (636 Emil Fischbach. 654) Füe daS Comptoir einer hiesigen Fabrik wird ein Lehrling gesucht. Hauptbedingnisse: Gute Schulbildung und schöne Handschrift. Offerten sub O. N. 40 bef die Exped. d. Bltts.____________________________________ Ein kleines Logis oder eine geräumige Stube für eine einzelne Person wird zu miethen gesucht. Näh, bei der Exp. d. Bl. Einen Lehrling sucht Carl Hensel, (589 Colonial-, Eisenwaaren- und Holzhdlg. 605) Ein braves mit guten Zeugnissen versehenes Dienstmädchen zu miethen ge- ucht- Näheres in der Exped. d. Bl. ^Lehrlingsstelle. Für einen mit den nöthigen Borkenntnisfen versehenen jungen Mann, welcher sich dem Kaufmannsstande widmen will, ist eine Stelle bei mir offen geworden, und kann der Eintritt convenircnden Fall's alsbald erfolgen. Mendorf a./Lda., am 20. Januar 1880. 540: H. W. Moll. Holzversteigerung. Mittwoch den 4. Februar von Morgens 10 Uhr an, sollen im Garbenteicher Gemeindewald,. District Höhler, nachverzeichnetes Hol-, versteigert werden: 62 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 68 „ „ -Knüppelholz, 60 , „ .Stockholz, 50 „ Etchen-Knüpelholz, 19 „ -Stockholz, 2010 Buchen- und Eichen-Wellen, 40 Eichen Stämme von 12—37 em Durchmesser und 4—15 m Länge^ 11 Eichen-Stangen von 10—12 cm Durchmesser und 4—8 m Länge^ 3 Nadel-Stämme und 8 Nadel-Derbstangen. Der Anfang ist zur bestimmtere Stunde in genanntem District bei Nr. 1. Garbenteich, am 27. Januar 1880, Großh. Bürgermeisterei Garbenteich 648)______Schwarz.__________ Freitag den 30. Januar, Nachmittags 1 Uhr, werden im Laden des Herrn C. 91. Textor in der Brandgasse dahier eine Partie Schinken, Speck, gesalzene Zungen, Corned Beef, ein Faß Schmalz, ein Faß Honig, eine Theke mit Marinorplatte, eine Deci- mal- und eine Tafelwaage, ein Comptoirpult, ein Petroleumlustre mit 3 Flammen, und sonstige Gegenstände öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Die zu versteigernden Fleischwaaren sind vom städtischen Fleischbeschauer untersucht^ und trichinenfrei befunden worden. Gießen, den 28. Januar 1880. 627) M. Pilger, Concursverwalter. Aermietyungm. 82) Möblirle Zimmer mit Cabinet auf sogleich billig zu oermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 444> Eine kleine freundl. Wohnung i|t wegzugshalber zu vermiethen und alsbald bezieht, r. Näheres Unioersitätsstraße 78'. 574) Zwei ineinandergehende Zimmer, mit ober ohne Möbel, parterre, sind auf dem Seltersderg zu vermiethen. Näh. der I. Blitz. 215) Zwei möblirte Zimmer zu vermiethen.________Lit. D. 85. _ 519) Ein kleines Familienlogis mit Zubehör ist per 1. März zu vermiethen. ______Simon ReiS. 321) Ein Logis im Vorderhause, sowie ein solches im Nebenhause, zu vermiethen bei August Kröll, Seltersweg. 587) Wohnung mit "Werkstatt bei __Chr. Horryseck. 216) Der dritte Stock meines Hauses zu vermiethen. 0r. Dornsetff. vermischte Anzeige«. 645) Ein Lagerraum, trocken und leicht zugänglich, zu miethen gesucht. Zu erfragen _______________________bei A. Kröll. 643) Eine ältere Person zur Führung des Haushalts gesucht von Heinr. Breuning, Wallthorstr. Bavaria. Heute Donnerstag Abend: «Srnrralucrfammlung. 644)____ Der Vorstand. 646) Unserem lieben Freunde Heinrich W.....r zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hock! _________Humor. Noch nie dagewefeu! Neu! Originell! Eis-Caronsell auf dem EiSteich zur Lindenburg. 656) D. Weller 647) Unserm lieben Wilhelm «H . lz . r zu seinem heute statlfindenden Wiegenfeste ein donnerndes Hoch! daß die ganze Weidengasse wackelt. Einer für Alle. 649) Eine Monatfrau per 1. Februar gesucht von Geschw. Peth. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Es wird Dtrnfivialin m Gießen Die Bisher galt bt(t natürliche Be Bevölkerung hinres cta. Seit einigen den vielen in der BlvMiN erkläret Dir neueste ÄfMutenant .Krieg zwischen wie neutralen £än' man daher bei Z Lieser Slnstcht aus Mn siü 1811 »tutn Verthridig' Nische Lage allo zu folgen, nichtsl od)t kleinen Verl, V Mer jliatff M brfchühei über 2- X zunehmen. Tas Inte die Cabinetrpol^ Glanzen wie n Giöjen Preß-s i!üch Belieben zr "°d Deutschland W: „ALrui "tteni der Scha * Cyßem ba «üDnie, der t v'ld nun bas c mgesührt. 1 . „W>r «blick tlntr SBtj.i h”0