xxxxxx 1880 Sonntag den 29. August Erstes Blatr. srr. 201 ^t>adion8bure«ut 1 Schulstrah-B. 18. Gx-edition-bureau r J Gießen, den 23. August 1880. bbartc Vrstrke, über die in der Gemeinde vom Datum Namen der Besitzer Monat Zahl Gnttung Local-Polizeireglement Ord. Nr. Alter Jahre § 1. Wer in den Gemeinden Langgöns, Großen-Linden, Klein-Linden, Mendorf a. d. Lahn, Leihgestern, Grüningen, Holzheim, Ober-Hörgern, Eber- stadt mit Arnsburg, Dorf-Gill, Muschenheim mit Hof-Güll, Birklar, Lich mit Colnhausen, Obbornhofen, Bellersheim, Bettenhausen, Langsdorf, Utphe, Trais-Horloff, Inheiden, Hungen, Rodheim, St einheim, Langd und Rabertshausen im Kreise Gießen, ein Stück Vieh (Rindvieh, Schweine, Schafe, Ziegen oder Pferde) schlachten will, muß in allen Fällen — also auch außer- rn 11 Uhr. 'h. cn mit Garten: Schwalb. besichtigen lassen. z c l 2 Ist ein Stück Vieh (Rindvieh, Schweine, Schafe, Ziegen oder Pferde) gefallen oder ohne Zustimmung des Fleischbefchauers gelobtet worden, so dar dasselbe nur mit Erlaubniß des KreisvetermararzteS oder eines h.er- u pol zeilich ermächtigten Thierarztes abgeledert oder geöffnet werden. 9S- r »■. * >5,\i halb'der in den Art. 313 und 315 des Polizeistrafgesetzes vorgesehenen Fälle - dasselbe vor und nach dem Schlachten von dem Flestchbeschaner Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzogl. Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Bellersheim, Bettenhansen, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsbnrg, Grotzen-Linden, Grüningen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Klein-Linden, Langd, Lang-Göns^.Langsdorf, Leihgestern, Lich mit Colnhausen, Muschenheim mit Hos-Gull, Obbornhosen, Ober-Hörgern, Rabertshausen, Rodheim, Steinheim, Trais-Horloff und Utphe, sowie beziehungsweise auch die Gendarmerie. Nachdem das im Abdruck nochmals folgende von uns bereits am 28. April l. I. veröffentlichte Polizeireglement (s. Anzeiger Nr. 102) außer in Ihren Gemeinden auch noch in den angrenzenden Orten des Kreises Büdingen und im ganzen Kreise Friedberg erlassen worden ist, werden Sw m Folge Verfügung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 12. l. Mts. zur Herstellung des energischen Zusammenwirkens welches nothwendrg ist, wenn der beabsichtigte Erfolg erreicht werden soll, hiermit beauftragt, die Ihnen untergebenen Organe der Polizei zur strengen Aufsicht über die Befolgung des gedachten Reglements anzuweisen. Insbesondere wollen Sie als die Ortspolizeibeamten beachten, daß Ihnen zunächst obsiegt, für die richtige Ausführung der Bestimmungen desselben und namentlich der §§ 2 und 3 desselben Sorge zu tragen. Außerdem bestimmt Großh. Ministerium noch das Folgende: .. x 1. Die Cadaver milzbrandkranker oder verdächtiger Thiere sind unabgehautet und nachdem dw Haut mehrfach ^euzwesse durch- schnitten und auf polizeiliche Kosten mit Kalk und Petroleum übergossen, vorschriftsmäßig zu begraben (s. Art. 300 bis 305 des Polizeistrafgesetzbuchs), dre Abfälle der Cadaver am Milzbrand gefallener oder wegen desselben getödteter Thiere sind gleich dem Lagersiroh und Miste zu verbrennen oder auf Kosten Die Venverthung von Milzbrand-Cadavern, hier also aller Cadaver, bei denen Nicht festgestellt ist, ^d /te frei von Milzbrand sind, darf nur von solchen Personen vorgenommen werden, welche nach Maßgabe der §§ 16—25 der deutschen Gewerbeordnung (s. Bundesgesetzblatt v. 1 S. o) eine besondere Concession zu einem Abdeckereibetriebe erworben haben. , ~ A Eine solche Concession kann nur einem Wasenmeister oder Jemandem, der zugleich Wasenmeister werden will, ertheut werden, da nach Art. 301 bis 304 des Polizeistrafgetzes der Eigenthümer eines gefallenen oder getödteten Thieres diejenigen Theile desselben, welche er Nicht selbst zu behalten befugt ist, an Niemanden sonst, als einen Wasenmeister überliefern darf. f . .. . . Da durch die Venverthung der Thiercadaver einestheils die Erhaltung eines ilicht unbedeutenden Therls des Nationalvermögens bezweckt win, anderntheils aber auch die Unschädlichmachung der Cadaver in Abdeckereien eine weit gründlichere ist, als durch das verscharren derselben, so stnd solche D-er um Ertheilung einer Conzession zum Betriebe einer Abdeckerei, welche Concession nach Art. 48, III. 12 der Kreis-Ordnung von dem Kreis- Ausschuß zu geben ist, nachsuchen will, hat nach den §§ 2 und 3 der Verordnung vom 1. November 1869 (s. Regierungsblatt S. 86d) zu verfahren. Sw rvollen eintretenden Falles die Angehörigen Ihrer Gemeinde hiernach belehren. . . . .. , 2. Die Desinfection der Stallungen ist, wenn dieselbe ohne Beisein und Anordnung des Thierarztes vorgenommen wird, stets von der Ortspolizeibehörde zu überwachen. In allen solchen Fällen ist der ganze Stall vollständig zu säubern, so daß weder Futterstoffe noch Stroh, ^treu oier Mist sich darin befinden. „ t x ~.r Der Letztere ist vorsichtig, damit nichts davon verstreut wird, auf dem Abdeckerwagen, entweder mit dem Cadaver oder alsbald nach Entfernung des Letzteren, auf den Wasenplatz zu fahren und dort zu verbrennen, oder, wenn dies die Beschaffenheit des Mistes oder die ^ittenmg nicht zulaßt, mit dem Cadaver zu verscharren. n B a < Der Fußboden des Stalles ist erst mit Chlorkalk zu bestreuen und dann mit Chlorkalkbrühe mindestens 3mal m Zwischenräumen von ~ Stunden zu übergießen. Dasselbe hat mit den Krippen, Raufen, sowie den Pfosten und Wänden des Stalles auf l1/2 Meter Höhe zu geschehen. Die anzuwendende Chlorkalkbrühe hat zu bestehen aus 1 Kilo Chlorkalk auf 15 Liter Wasser. Street vor der Anwendung setzt man dieser Mischung V4 Liter von 1 : 10 verdünnter Salzsäure zu. Die Desinfection der Abdeckerwagen geschieht durch Bestreichen oder Uebergwsten nut derselben Nüssigkeit. Anstatt des Chlorkalks kann sich auch der Carbolsäure (jedoch ohne Zusatz von Salzsäure) bedient werden. Dieselbe wird ui Verdünnung von $3. Sodann wollen Sie eine Tabelle nach dem nachstehenden Muster über die innerhalb ihrer Gemeinde crepirten Thiere führen, ^iese ^abellen sind halbjährig, zum ersten Male Ende dieses Jahres und zwar für die letzten 6 Monate desselben, mit dem Visa des betreffenden ^hwrarztes versehen, an 4. Den Thierärzten liegt ob, die von den Ortspolizeibehörden zu führenden Tabellen bei Gelegenheit, namentlich aber an jedem Quartalsschlüsse, zu revidiren und zu visitiren. . * r 5. Bezüglich der hier in Betracht kommenden Thätigkeit der Fleischbeschauer gilt die ^nstwction vom 10. April l. (si^ Regierungsblatt S. 57) und der Wasenmeister die für dieselben in einem demnächst erscheinenden Amtsblatt, betreffend die unschädliche Beseitigung von ^hwrcadavern rc., abgedruckte Instruction, von welcher Ihnen auch auf Wunsch besondere Abdrücke zur Behändigung an die Wasenmeister mitgetheilt werden tonnen. I. V.: Dr. Hoffmann, Regierungsrath. Ausstellung 180. rtmtitr 1880. CfiitfAtö Reiche statt» i des uologischm Gartens Ausstellung kullstgtwerb» nnexoau. EiuttittSpret^ 5 1 A rt Mente tltcftifäe l'che Md Bln. HMgÜllUdA Eücttischr Eiseuba-n, Adener. Rheinischen M AM durch Pferde-M Mrsischen Eisenbahn. ^an'naße Nr- 5- i Atelier Llt. B. Sr. 88, use, gegenüber der geehrten Kunden aufn chuingsvoll r;» Ofth, ograP^—-— iinbriiniü-1 ««A6S*S INI w rt sollen* übertragen " bonnen»tnt‘ ur Gießener ^(meiger AnMe- isi AürWM fir he« Krm Gieße». 18 crepirten oder getödteten Thiere. Bemerkungen über Krankheit, wenn solche durch den Thier- arzt festgestellt ist, sowie über die Art der Beseitigung der Cadaver. ~ t V a z o Dreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloha. Erscheint täglich mit Ausnahme des 9tontatf. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pz. 18 bis_____________________ Der crepirten oder getödteten Thiere Sßenn diese Erlaubnis; des Kreisveterinär- resp. Thierarztes versagt worden ist oder wenn der Besitzer das Thier nicht abledcrn oder öffnen will, so ist er verpflichtet, das Verenden des Thieres der Ortspolizeibehörde vor Ablauf von 3 Stunden oder wenn solches zur Nachtzeit erfolgte, sofort bei Tagesanbruch anzuzeigen. Dieselbe Verpflichtung liegt auch demjenigen ob, welcher in Vertretung des Besitzers der Wirtschaft vorsteht, sowie demjenigen, welchem Thiere vorübergehend anvertraut sind, insbesondere airch den Hirten. Die Ortspolizeibehörde hat auf die ihr gemachte Anzeige hin, ebenso wie dann, wenn ste auf andere Weise Kenntnis; von dem Verenden eines Thieres erhält, die Verscharrung und etwa sonst nöthige vorschriftsmäßige Unschädlichmachung des Eadavers mit der Haut und aller dazu gehörigen Theile und Abfälle durch den Wasenmeister zu veranlassen und zu überwachen. Ein Aufschub ist hier nur dann zulässig, wenn der Besitzer den Kreisveterinärarzt oder einen dazu polizeilich ermächtigten Thierarzt zur Untersuchung des Eadavers bereits berufen hat. § 3. Ist ein Stück Vieh (Rindvieh, Schweine, Schafe, Ziegen oder Pferde) gefallen, oder ohne Zustimmung des Fleischbeschauers getödtet worden, ohne daß durch den Ausspruch des Kreisveterinärarztes oder des hierzu er- nlächtigten Thierarztes festgestellt worden ist, daß dasselbe frei von Milzbrand war, so muß der Stall, in dem es gestanden, alsbald gereinigt und vorschriftsmäßig desinficirt werden. Der Mist aus der betreffenden Stallung ist nach Anordnung des Kreisveterinär- refp. Thierarztes zuvor zu entfernen und auf dem Wasenplatz entweder zu verbrennen oder zu verscharren. Bei großen Viehbeständen kann die Desinfektion sowie die unschädliche Beseitigung des Mistes auch nur auf Theile der Stallung erstreckt werden, worüber der Kreisveterinärarzt oder der hierzu ermächtigte Thierarzt zu entscheiden hat. § 4- Zur Entfernung der Cadaver gefallener oder getödteter Thiere, sowie der dazu gehörigen Theile uxvb Abfälle und des unschädlich zu beseitigenden Mistes ist nur der besondere Karren oder Wagen zu benutzen, welchen die Gemeinde' zu beschaffen hat und dessen Brauchbarkeit durch den Kreisveterinärarzt anerkannt sein muß. 'Rach jedesmaliger Benutzung ist der Karren oder Wagen zu desinficiren. 8 5. Die Wasenplätze müssen gut eingefriedigt und für Menschen und Threrc unzugänglich gemacht sein. Der Graswuchs ist von denselben möalichst fern zu halten und darf keinerlei Verwendung finden. Unbefugten ist das Betreten des Wasenplatzes verboten. 8 6. Von den durch obige Vorschriften entstehenden Kosten fallen zur Last • l, dem Staate, alle für in sanitätlichem Interesse unternommene Reisen der Sanitätsbeamten entstandenen Kosten, wenn die Requisition hierzu durch eine Polizeibehörde erfolgt ist; 0 v 2, den Gemeinden, sofern der Kreis solche nicht freiwillig auf die Krelsrajse zu übernehmen für angemessen erachtet: die für Wegschaffung und Verscharrung der Cadaver und aller übrigen zu beseitigenden Gegenstände, sowie für die Desinfeetion des Abdeckersubrwer'ks entstandenen Kosten; ’ 3, dem Besitzer, die Kosten für Desinfeetion der Stallung und aller sonstigen in seinem Besitze verbleibenden Gegenstände, sowie die auf seine Veranlassung entstandenen thierarztlichen Gebühreii. V- sofern nicht nach bestehenden gesetzlichen Bestimnmngen eine höhere Strafe verwirkt ist, wird bestrafte 1) mit Geldstrafe von 10—17 Jl. wer ein Stück Vieh ohne stu- stlmmung des Fleischbeschauers schlachtet; 2) mit Geldstrafe von 15—50 JL wer dem 8 2 zuwider die Anzeige unterläßt; 3) mit Geldstrafe von 30—80 yz wird, wer ein gefallenes oder getodtetes Thier ohne Erlaubnis! abledert, öffnet oder Theile davon veräußert oder benutzt; oder wer einen Waseuplatz unbefugt betritt, beweiben läßt oder verscharrte Theile darauf ausgräbt. Gießen, deu 28. April 1880. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _______ Dr. Boekmann. Bekanntm a ch u n g. Gefunden: 1 Strohhut, 1 Thetl eines goldenen Medaillons, 1 Serviette, 1 Paar Glacehandschuhe, 1 Thürschloß. Zugelaufen: 1 Hündchen (grau und weiß von Farbe). Die Gegenstände sind auf der Polizeiwache (Wetdengasse 93) ausbewahrt. Gießen, den 27. August 1880. Großherzogltche Poltzeiverwaltung Gießen. _______________________________________________________ Fr esenius. Deutschland. Berlin, 25. August. Die letzten schweren Beschädigungen der Ernte durch Negenwetter und Überschwemmungen scheinen auch in schutzzöllnertschen Kreisen die Ueberzeugung von der Unhaltbarkett der Getretdezölle zu erwecken. So tritt die „Westfälische Zeitung" sehr nachdrücklich für ihre recht baldige Aufhebung ein, obwohl sie sich doch nicht verhehlen kann, was der Fortfall dieser Zölle für den Bestand des ganzen im vorigen Jahre za Stande gekommenen Tarifs bedeutet. Ste bemerkt dabet: „Einen erheiternden Eindruck macht es, wenn von einem Theile der ultramontanen Presse gerade der jetzige, denkbar ungünstigste Zeitpunkt gewählt wird, um einer Erhöhung der Gerretde- zölle das Wort zu reden. Die in Bonn erscheinende „Deutsche Reichs-Ztg." versteigt sich sogar zu folgender Forderung! „Ein Schutzzoll zu 1 v4t. pro Centner (Weizen) kann gar nicht in Betracht kommen. Ein Erhöhung um das Dreifache ist unerläßlich, sollen nicht Land und Leute dem sicheren Verderben entgegenetlen!" Das klingt doch wie offenbarer Hohn im einem Augenblicke, da der Landrath des Kreises Marienwerder die Ämtsvorsteher zu gutachtlicher Aeußerung darüber auffordert, „ob nach dem jeweiligen Stande des Ernteergebnisses in dem Zeitpunkte der betreffenden Berichte ein Nothstand, event. in welchem Maße zu befürchten sei." Die Ultramontanen beweisen nicht eben durch die That, daß ihnen, wie ste so häufig versicherten, das Wohl des armen Mannes am Herzen liege. Wenn, wie wir erwarten, die Regierung sich dazu entschließt, die Aufhebung der Getretdezölle herbeizuführerr, dann möchten wir wünschen, daß dies möglichst schnell geschehe, damit der vielen Thetlen unseres Vaterlandes drohende Nothstand bet Zetten abgewendet werde. In diesem Falle heißt es mit einer Variante des bekannten Sprüchworts: „Doppelt gibt, wer schnell zurückntmmt!" Berlin, 25. August. Die „Magd. Ztg." läßt sich depeschtren : „Ultramontane Blätter lassen sich aus Wien schreiben, Fürst Bismarck werde sich nach Gastein begeben und dort mit einem von der Curie dorthin gesandten Cardinal in erneute kirchenpolittsche Verhandlungen treten, und zwar soll es sich um nichts Geringeres handeln, als um die Octroyirung des vom Landtage verworfenen sog. Bischofs-Paragraphen und einiger weiteren abgelehnten Bestimmungen der letzten Ktrchenvorlage im Verordnungswege. Diese Verhandlungen sollen aus die Initiative des Fürsten Bismarck angeknüpst werden. Nach Allem, was man aus hiesigen Regierungskreisen erfährt, dürfte diese sensationelle Nachricht — der übrigens schon mehrfache Jucorrecthetten den Stempel der Unglaubwürdigkeit ausbrücken — mehr den srommen Wünschen der Klerikalen als den Thatsachen entsprechen." (Fürst Bismarck ist mittlerweile in Berlin etngetroffen. ES dürfte deßhalb vorstehende Depesche der „Magdeburger Zeitung" wohl nur eine Irrige Vermuthung der interesstrten Kreise sein.) Berlin, 25. August. Die Sezession unter den Nationalltberalen hat eine große Rührigkeit im conservattvrn Lager hervorgerufen. Es wird mtt- getheilt, daß Führer der konservativen Partei, wahrscheinlich schon vor Beginn der LandtagSfession zu einer Besprechung über die emzuschlageude Taktik, zusammentreten und namentlich darüber berathschlagen werden, welches Vorgehen bei den Wahlen zu beobachten sein wird. Die veränderte Situation wird vielleicht die Annäherung der Conservativen an das Centrum schneller bewerkstelligen, als allgemein noch angenommen wird; die wenigen Culturkämpfer par oxcellcnco in den Rethen der Conservativen, wie Graf Udo Stollberg und Genossen, werden der politischen Strömung endlich folgen müssen. Was die Stellung des Reichskanzlers betrifft, so ist bei seinem bekannten Maxime, die Majorität zu nehmen, wo er ste findet, eben Alles zu erwarten und er wird so sicher die Allianz der Centrumsfractton für die Bewilligung der Steuern annehmen, als er auf der andern Sette in diplomatischen Schriftstücken auf das Allerheftigste sich gegen das Centrum ausgesprochen hat. All-r- dings werden sich die Herren Windthorst und Genossen nicht mehr, wte beim Zolltarif, mit schönen Versprechungen abspetsen lassen, sondern nur gegen Con- cessionen auf ein Compromtß sich einlassen. Das Centrum ist in der Lage, „viel bieten" zu können, und in solchen Fällen läßt sich mit dem Reichskanzler ein Wenig reden. AuS Hanau wird der „Volksztg." geschrieben: Da« Tabaksmonopol gewinnt Anhänger in Kreisen, in denen man ste wohl zu allerletzt gesucht hätte. Cigarrenarbeiter Hanau's, besonders die einer Fabrik, waren dieser Tage bei dem dortigen Landrath und ersuchten denselben um seine Unterstützung in ihrem Bestreben, eine Filiale der Straßburger Tabaksmanufaktur nach Hanau zu bekommen. Sie erklärten, bei den jetzigen Löhnen nicht mehr ex.stireu zu können, und da ihnen zu Gehör gekommen, daß die Manufaktur bedeutend höhere Preise bezahle, so wollten ste lieber da« Monopol resp. vorerst eine Staatsfabrik, als in dem alten Wirkungskreis auf befferc Zeiten warten. England. London, 25. August. In Irland sind Agrarverbrechen noch immer an der Tagesordnung. Unter der großen Anzahl, welche die Blätter beute verzeichnen, greifen wir nur die nachstehenden beraus: In Ballintough dran- gen fünf Bewaffnete in das Haus eines Gutsbesitzers und bedrohten ihn mit dem Tode, falls er einen seiner Pächter rntlaffe. Nachdem sie mehrere Schüsse abgegeben, entfernten sic sich, ohne irgend welchen Schaden zu thun. Donner- stag Nacht wurde das HauS eines Pächters eingcäschert, der ein Gut gepachter hatte, von welchem ein anderer wegen Nichtbezahlung des Zinses exmittier worden war. In der Grafschaft Galway wurde ein Krämer aus gleichem Grunde außerhalb seines Dorfes von zwei maskirte» Mämr-rn überfallen und erstochen. In Cappanole verursachte die angedrohte Entiaffung eines Hirten große Aufregung. Am Donnerstag Abend forderte ein „Der Wolf" unter- schriebeneS Plakat das Volk auf, sich zu Tausenden zu versammeln, um Em- ff>rache gegen die Unterdrückung zu erheben und den Wolf zu vertreiben. Am Freitag Mittag versammelten sich etliche Hundert mit Schaufeln, Heu- gabeln und Sensen bewaffnete Männer vor dem Hause des bedrobten Pächters. Es fehlte nicht an Polizetmannschast, allein die Haltung der Menge war so drohend, daß der Gutsherr vorzog, die Exmission seines Pächters zu unter- lassen. Am späten Abend fand eine Versammlung vor dem Hause deS Letzteren statt; die Mehrzahl der Redner äußerte ihre Entrüstung über den Angriff des Staatssecretärs für Irland gegen den irischen Agitator Dillon. Die von der irischen Landliga am letzten Sonntag in verschiedenen Theilen Irlands veranstalteten Landmeetings sind durchweg ohne Ruhestörungen verlaufen. An auf- ruhrertschen Reden hat es natürlich nicht gemangelt, aber die Bethetligung war in den meisten Fällen nur mäßig und hervorragende Redner glänzten durch ihre Abwesenheit. , , London, 26. August. Gladstone tritt beute eine Seereise längs der britischen Küste auf dem Packetboot „Grantully Castle" an und kehrt in acht oder zehn Tagen zurück. Türkei. Konstantinopel, 26. August. Der deutsche Botschafter, Graf Hatzfeld, ließ heute, als Doyen des diplomatischen Corps, der Pforte die Collectiv- Antwort der Mächte auf die türkische Note vom 27. Juli, betr. die griechische Angelegenheit, zustellen. Berlin, rtt« «be7 Jn, Sick« °" eL„ Staat«- u"d S " aaatM*1*? Ltuttgar di, Äeschrälilurig Detailverlauf Nochern, - «eme iO würben schwer dm tt« nicht Würzburg \ H 20 Win- hi gatt. Di« A°di I hiesigen Wen NmMgm 9711 New-Nvrk w 19. August hi mihii. Tausmd, Saaten grißimid, Anstm sorlgerG Mau Hili eint Hm um Tausend, vor I London, 2 Ü8 fjtuie Rachuiii gung b,8 irische» weil dies, leint I willigte di, Regt «rklürtm, heut, Ä für Cvchadler, h weg Mljtifttn K fernere Zusage ch - Meldmrge Äewp erhielt Bei W lei 3,Hala6ab. itönnigleit um sich üu Euch«, Jakubi 26. ds.: Di, Tru MWr Truppe» Meuterer solle» m, ihn,» Achchm-C London, 2 ■ton «erholt auf im Vertrag 60n ®a * Snblen und ftjn W nicht angth Ä Mfita Schichten Sdultte , iiaW (ein« W M$t aus St!ol. Arthur', mit Krochen, da, ff l-ndfür ei. JiJ ^"bliche sffi(l|e J mit Hs fl( M?°^°"baha ‘Sä % Sfy1' 28- Bll l,f3«*’ii> "WOG ?&ea”’ten iteiroi^ °us die **> i ‘Winterte Wmmungen eine d 'M ohne Zn- $ - Mwider die " 9*ne5 ober baoon veräußert "«'den läßt oder erwarten und er Bewilligung der Malischen Schrift, vchea fyat Ner- wie beim , nur ^t^in ^on» 1 \n tot Lage, dem Reichster- ic LadaköinonPi irleßt gesucht hätte, cn dieser Tage bei erstützung in ihm : nach Haniu zu mehr e;'Mn za ufafrur bedeuiend resp. vorerst eine Zeiten warten. echen noch immer die Blätter heute gallintough dran- bedrohten ihn mit Lt mehrere Schüsse m thua- Donner- ein 8ut grpachlel i Md W^irt * aus * « ü-erfallen und hni eines Hrrteu ),r ZBoir unter- lmmrin. um J* gif zu vertreiben. Lchauseln, ^ätfS «ethnl'^2 er iM'» CUr ;,rtei|e Mtb" 5Ä‘in “4 5 graf if Kt« 6" Dl()r Ziußland. Petersburg, 26. August. Der König und die Königin von Griechenland sind ht-r eingetroffen. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correfpondenz-Bureau. Berlin, 27. August. Der „Reichs-Anz." publictrt einen Erlaß des Kaisers an den Retchskamlrr, wonach der Staatssekretär des Innern, Hof- mann, einstweilen in den Ruhestand versetzt wird; ferner einen Erlaß deS Königs an den Ministerpräsidenten, wonach Hofmann von der Stellung eines Staats- und Handelsministers unter Belastung des Titels und Ranges als Staatsminister in Gnaden entbunden und die Leitung deS Handelsministeriums vorläufig dem Fürsten Bismarck übertragen wird. Stuttgart, 27. August. Die hiesige Handelskammer hat sich, wie die „Württemb. LanbcSztg." meldet, mit allen gegen Eine Stimme gegen die Beschränkung der Wechselfähigkeck ausgesprochen und den Beschluß gefaßt, dem Detatlverkauf Seitens der Straßburger Tabakmanufaktur in Württemberg entgegenzutreten. Bochum, 27. August. Verflossene Nacht fand auf Zeche „Julie" bet Herne eine Explosion schlagender Wetter statt. Drei Bergleute blieben lobt, <0 wurden schwer verletzt. Von letzteren wurden 3 bet ihren Familien, 7 in den hiesigen beiden Krankenhäusern untergebracht. Mehrere Verunglückte sollen uoch nicht an's Tageslicht gebracht worden fern. Würzburg, 27. August. Der deutsche Kronprinz ist Nachmittags 1 Uhr 20 Mtn. hier angekommen; am Bahnhose fand officteller Empfang patt. Die Stadt ist festlich beflaggt. Um 5 Uhr findet die Besichtigung der hiesigen Truppen statt; morgen ist Truppcnbesichtigung in Hammelburg. Uebermorgen 9>/, Uhr erfolgt die Abreise des Kronprinzen nach Rothenburg. New-Uork, 27. August. Laut Nachrichten aus Kingston (Jamaica) vom 19. August hatte dort in der letzten Nacht ein verheerender Orkan ge> wüthct. Tausende von Menschen sind dadurch des Obdachs beraubt, die Saaten größtentheils vernichtet. Die Kaserne in Kingston ist zerstört, drei Werften fortgeriffen, 8 große und 32 kleine Schiffe irrt Hafen gescheitert. Man hält eine Hungersnoth für bevorstehend und Unterstützung für erforderltch um Tausende vor dem Hungertode zu retten. London, 27. August. Die gestern begonnene Unterhaussttzung dauerte Lis heute Nachmittag 1 Uhr. Irische Mitglieder widersetzten sich der Erledi- gung des irischen Ausgaben-Budgets, besonders der Position für Eonstabler, weil diese keine Eivilmacht, sondern eine Militärmacht feien. Schließlich willigte die Regierung in ein Kompromiß, indem die Irländer sich bereit erklärten, heute Abend sämmtliche Positionen zu erledigen, außer der Position für Eonstabler, letztere aber am Montag Abend. Die Sitzung hatte durchweg lebhaften Verlauf. Die Regierung verweigerte betreffs Irlands jede fernere Zusage außer den bereits früher gemachten. — Meldungen des „Standard." Aus Bombay vom 26. ds.: General Stewart erhielt Befehl, wegen der kritischen Lag- zu Kabul mit seinen Truppen bei Jellalabad Halt zu machen. Unter Abdurrahman's Truppen soll Ab- trünnigkeit um sich greifen und die Partei Jakub Khans eine große Kundgebung »u Gunsten Jakubs ober Eyubs gemacht haben. — Aus Chama» vom 26. ds.: Die Truppen des Khans von Kelat meuterten. Eine Abtheilung britischer Truppen setzte sich in Marsch, dem Khan Hülfe zu leisten. Die Meuterer sollen mehrere Tausend Mann stark fein; man befürchtet, daß sich ihnen Beludschen-Stämme anschließen. London, 27. August, Abends. Unterhaus. Staatssecretär Hantng- ton wiederholt auf Anregung Tyler's seine Erklärung vom 6. Juni, bete, die im Vertrag von Gandamak festgesetzte Grenze und fügt hinzu: Der Vicekönig von Indien und sein Rath erwägen jetzt diese Frage; er (Hartington) könne daher nicht angeben. welche Grenzposten besetzt würden. Die Regierung habe noch keine Bestätigung der heute veröffentlichten alarmirenden afghanischen Nachrichten erhalten. — Unteistaatssecretär Dilk- erklärt auf Befragen Tylerte: Specielle Schritte zur Förderung von Eisenbahnen in der asiatischen Türkei seien nicht beabsichtigt. Goschen wende, soweit es mit seiner Stellung verträglich, seinen Einfluß an, um Projecte britischer Unterthanen, die einige Aussicht auf Erfolg haben, zu fördern. Dilke theilt ferner auf eine Anfrage Mac Arthur's mit, die Pforte habe in Folge der ihr gemachten Vorstellungen versprochen, daS Journal „Peik ul Islam", welches in Konstantinopel gedruckt und für die Muselmänner Indiens bestimmt, diese in der britischen Herrschaft feindliche Weise zu Beeinflußen suche, zu unterdrücken. Die Bill, betreffend die Jagd auf Hasen und Kaninchen, wird in dritter Lesung mit 148 gegen 70 Stimmen angenommen. Oberhaus. Staatssecretär Granville verliest folgendes Telegramm aus Quetta vom 27. ds.: Eyub mit feiner Armee verließ die Positionen in Front vor Kandahar und zog sich nach Sangiri, 8 Meilen westlich von K indahar, zurück. General Roberts kam am 24 ds. in Khelati Gilzai an. ®fe Bill, betreffend die Jagd auf Hasen und Kaninchen, wird in erster Lesung angenommen; Redesdale kündigt an, er werde bei der zweiten Lesung die Verwerfung derselben beantragen. Bern, 27. August, Abends. Das hiesige Journal „Der Bund", bestätigt, daß Profeffor Adolf Held aus Berlin und Fräulein Voigt aus Rotterdam am 25. August anläßlich einer Kahnfahrt auf dem Thuner See ertrunken, zwei andere Personen, die mitfuhren, aber gerettet sind. Lokales. Gießen, 28. August. Oberhalb de« Wehre« an der Obcrmühlc wurde heute früh die Leiche eines Mannes aus der Labn gezogen Der Selbstmörder batte vorher in seinem Notizbuch seine Personalakten und Ursache des Selbstmordes genau verzeichnet so daß der Behörde leichte Arbeit wartet. Zwei volle Setten bekundeten den Entschluß, sich zu entleiben. Der Anfang desselben lautet: Der Selbstmörder heißt.....aus Garbenteich. Ich habe mich umgebracht aus Liebe zu meiner Frau. Ich liebte sie zu sebr, j doch —--? — Auf einer benachbarten Jagd wurden einer Frau aus Gleiberg, welche im Felde be schäftigt war, etliche Körner Hühnerschrot in b^n Arm geschossen. - Heute Vormittag zerriß das Förderseil (Drathsetl-, womit die gefüllten Wagen auf ven Hochofen der Margaretbenhütte gefördert werden entzwei. Die Wagen stürzten mit furchtbarem Scklag herunter, ohne daß ein Menschenleben gefährdet wurde, dagegen sollen ein- zelne Werkibeile durch den Unfall beschädigt worden sein. ® e r ffl t f d) t r « Mainz, 25. August. Der „N. M. Anz." erzählt: In unserer Nachbargemeinde B. lebt schon seit fast einem Jahrzehnt ein Monn — Pole von Geburt — der einen kleinen Handel betreibt und nebenbei das Amt eines Dorsänqers bekleidet ct-r bi- Bekanntschaft ein,« sehr wohlhabenden Mädchens und veewbee id>müf Höchst de« Paares wurde auf dt- Mit,, diese« Monats fefloefcht ob« - der Mens-b denkt und (Soll lenkt. Da« SEu,nf«fi u 1 be|d,lc|11"' all-n Thetlen Deutschlands waren di- Turner h-rb^g strömt °uck O,^. m t T”,' au8 >"t-n und sogar aus einer mittelgroßen S.°dtTrver- sich einige Turner zu dem Feste cingefunden. Die Turner unter,r h" Jd ®r,nie ^otien ln nl*‘ 8-4" «nzahl auf Umfrj "0,tn,'± *“«5 traf es sich, daß mehrere von diesen mit ihren österreichischen F.sw-nossen infnmm ^end? von. diesem und jenem plauderten. Unter Anderem wurde von einem Un? betlausig der Name jenes Vorsängers erwähnt, welcher ebenfalls öüh reicht irhrr n « ^nch Kaum hatte aber einer der österreichischen Turner dessen Namensbernom^ f n r r n e. August. 19. Dem Weißbinder Heinrich Ruhl eine Tochter. 19. Dem Schneider Theodor Wilhelm Wiedmeyer ein Sohn, Wilhelm Ferdinand. 23. Dem Küfer Philipp Lenz ein Sohn. 21. Dem Architekten August Hug eine Tochter, Rosalie Ida Josephine. 20 Dem Schuhmacher Ludwig Decker eine Tochter, Elise Margarethe 22. Dem Babna,beiter Justus Walther eine Tochter, Karoline Margarethe. 15. Eine Tochter, Anna Katharine, von auswärts. 19. Dem Bierbrauereibesitzer Johann Förtsch ein Sohn, Friedrich Wilhelm Hans. 21. Dem Kutscher Heinrich Krafthofer eine Tochter, Louise. 20. Dem Kaufmann Wilhelm Heuser ein Sobn, Karl August Joachim Albert. 21. Dem Hilfsweichensteller Johannes Müller eine Tochter, Wilhelmine Konradine Marie Lina. 21. Eine Tochter, Helene, von auswärts. 24. Dem Schuhmacher Heinrich Heine eine Tochter, Johanna Bertha Dorothea. Gestorbene. August. 20. Marie Louise, 1 I. alt, Tochter des Werkführers Johannes Keller. 23 Eva Louise, 4 I. alt. Tochter deS Zugführers Paul Höck. 23. Der Gesellschaftsdiener Johann Martin Krämer, 68 I. alt. 23. Georg, 8 I. alt, Sohn des Kutschers Konrad Sänger. 25 Fritz, 17 T. alt, Sohn des Taglöhners Hofmann. 24 Ein Sohn, 3 M. alt, von auswärts. 25. Dem Fuhrmann Konrad Hofmann eine todtgeborene Tochter. 26. Käthchen Karoline, 2 I. alt, Tochter des Schloffers Georg Heller. 25. Georg, 14 I alt Sobn des Schneiders Peter Weichsel. ; Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 20. August. Wilhelm Weiß, Diener im physikalischen Cabinet dahier und Elisabeth Neun, ledige Tochter des Maurermeisters Franz Neun zu Muschenheim. Getaufte. Den 22. August. Dem Taglöhner Heinrich Hofmann ein Sohn, Friedrich Wilhelm, geb. den 8. August. Denselben. Dem ObertelegraphenAssistenten Ferdinand Friedrich Christian Flory eine Tochter, Margarethe Caroline, geb. den 27. Juni. Denselben. Dem Vicefeldwebel Heinrich Seim ein Sohn, Otto Heinrich, geb. 3. Aug. Den 24. August. Dem Gymnasiallehrer Profeffor Dr. Fritz Schulteß ein Sohn, Carl Adolf, geb. den 29. Juli. Beerdigte. Den 25. August. Johann Martin Krämer, Clubdiener, alt 68 I., gest. den 23. August. Kirchliche Anzeige der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Wir haben beschlossen, auch in diesem Jahre eine kirchliche Feier des Sedanfestes zu veranstalten. Demgemäß soll am Donnerstag den 2. September, Vormittags 9y2 Uhr, Festgottesdienst in der Stadtkirche stattfinden. Am Abend zuvor, sowie am Morgen des Tages selbst wird die Feier durch das gewöbnliche Festgeläute eingeleitet, auch wird nach dem Morgengeläute ein Choral vom Thurm herab geblasen werden. Die Collekte, die beim Ausgang aus dem Gotteshaus erhoben wird, ist zum Besten des Vereins für Unterstützung der Invaliden und der Hinterbliebenen gefallener Soldaten bestimmt. Wir laden die Gemeinde, Insbesondere auch den hiesigen Kriegerverein, zur Theilnahme an der kirchlichen Festfeier zum zehnjährigen Gedächtniß des Sedantages hierniit geziemend ein. Gießen, den 28. August 1880. Der evangelische Kirchenverstand: Dr. Naumann, Pf rrer. Für die Hage'.beschädigten zu Hungen haben wir noch erhalten von Herrn Dr. Winkler 5 J-L, nunmehr überhaupt 2l JL, welche wir heute an Herrn Kammerrath Demme in Hungen sandten. Die Expedition des Gießener Anzeigers. Bekanntmachung. 5629) In dem Firmenregister des unterzeichneten Gerichts sind folgende Einträge erfolgt: L Es wurden gelöscht: a) unterm 4. August l. I. die Firma Schleicher Kempff, Haupt- ntederlasiung in Rotterdam, Zweigniederlassung in Gießen; b) unterm 16. August die Firma I. Th. Haubach zu Gießen; o) unter 18. desselben Monats die Firma H. Steinberger zu Gießen; IL Es wurden neu eingetragen: a) unterm 4. August: Firma E. Schleicher seit 1. Juli 1880, Hauptniederlassung: Rotterdam, Zweigniederlassung: Gießen; Inhaber Eduard Anton Schleicher zu Rotterdam; b) unterm 7. August: Firma Karl Schulze II. seit 20. Juni 1880 zu Gießen; Inhaber des kaufmännischen Geschäfts: Karl Schulze von Radevormwald; c) unterm 7. August: Firma Karl Brück seit 1. November 1870; Ort: Gießen; Inhaber des kaufmännischen Geschäfts Carl Brück von Gießen: Procurtstin Agne-, Ehefrau des Karl Brück, geb. Kappes; d) unterm 11.August: Firma 8. Kalk- hofbesteht seit 1872; Ort: Gießen; Inhaber des kaufmännischen Geschäfts : Ludwig Ernst Kalkhof von Gettenbach; e) unterm 13. August: Firma I. Georg Unverzagt, besteht seit November 1879; Ort: Gießen; Inhaber des kaufmännischen Geschäfts (Steinkohlen • Handlung): Justus Georg Unverzagt zu Gießen; f) unterm 14. August: Firma Karl Lange, besteht seit 1877; Ort: Gießen; Jnhaberdes kaufmännischen Geschäfts: Karl Lange zu Laasphe; g) unterm 16. August: Firma F. C. Weber,besteht seit Oktober 1879; Ort: Gießen; Inhaber des kaufmännischen Geschäfts: Friedrich Karl Weber von Gießen; h) unterm 17. August: Firma Philipp Kreiling, besteht seit Dezember 1879; Ort: Gießen; Inhaber des kaufmännischen Geschäfts Philipp Kreiling. HI. Als Procurtstin der Firma Aron Heichelheim zu Gießen wurde unterm 12. August 1880 die Fräulein Babette Heichelheim in Gießen eingetragen. Gießen, den 20. August 1880. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Gebhardt. Donnerstag den 2. n. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll das Einbauen von 3000 Ctr. großer Felsblöcke unterhalb des Obermühlwehrs mittelst Submission auf dem städtischen Baubüreau vergeben werden, woselbst auch vorher die Accordbedtngungen eingesehen werden können. Gießen, den 28. August 1880. Großh. Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B.: Keller, 5642) Beigeordneter. Montag den 30. August, Nachmittag- 2 Uhr, lasse ich an meinem Hause eine große Quantität altes Bauholz, Fenster, Treppen. Thüren Tuffstetnrohre, Ziegel meistbietend versteigern. 5638) Bürstenmacher Winter. Allgemeiner Anzeiger. Todes - Anzeige. 5650) Verwandten und Freunden die traurige Mittheilung, daß unser liebes Söhnchen Friedrich im zweiten Lebensjahr nach lltägigem schweren Leiden dem Herrn sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Gießen, den 27. August 1880. Die trauernden Eltern: Justus Heck. Elise Heck, geb. Kramer. Das Puh- und Aodcimaren-Geschäst von bresoltWe Peth empfiehlt eine grosse Auswahl in: Schleifen, JLavalliereSi Kraussen, Kragen, Manschetten, Strümpfen, Schürzen etc. etc. zu billigen Preisen. (5635 Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Glisabethe Roll, ged. Deißler, nach langem, schweren Leiden gestern Nachmittag 6 Uhr sanft entschlafen ist. Pie trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag den 27. August, Nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause, Mühlgaffe, aus statt. (5640 Sonntag den TS. August: Nachlrirchweihfest ju Heuchelheim. Empfehle hierfür einem verehrlichen Publikum meine Gartenwirth- schaft, mit dem Bemerken, daß für gute Speisen und Getränke N —* *________«ch. Vollmann. Gau; neu! Wichtig für Mütter! Deutsches Beiclispatent« Gesmidheils-M-er-LaWaschcn Vorzüge: Conservirung der frischen Milch. Weglassung des so schädlichen Korkstopsens und langen Gummischlauchs, wodurch die der Gesundheit der Kinder so schädliche Milchsäure vermieden wird. Leichte und gründliche Reinigung. Aerztlich empfohlen. (5620 Preis 1 Mark 20 Pfg. pro Stück. Zu haben Gregori Sohu. Wohnung- und Luger-Gesuch. Pr. 1. November wird ein Lager für Frucht und Mehl, sowie eine Wohnung, bestehend in 2 Zimmern für 2 Herren, möglichst zusammen, gesucht. Offerten bittet man bei der G^xped. d. Bl. abzu- geben.(5628 5641) Eine perfecte Kleidermacherin sucht für in und außer dem Hause noch Beschäftigung. Näheres Riegelpfad, im Hause des Herrn Bahnmeisttr Gerhard. Z Kurzwaaren. Garne und Besatzart., sowie vollst. Einrichtungen liefert unter günstigen Bedingungen ein leistungsf. Engros-Haus. Off. u. V.D. 294bef 6. L. Daube &, Co.,Frankf.a./M. Verloren ein Schurzfell von Krofdorf nach Gleiberg über die Hardt nach Gießen. Abzugeben bei der Expedition dieses Blattes._________________________ 5645 5631) Die von mir und meiner Frau gegen den Maurermftr. Heinrich Rinn V. von Heuchelheim gerichtete Beleidigung nehme ich hiermit zurück. Jacob Krach. z Zöpfe von ausgekämmten Haaren werden unter Garantie solider Arbeit billigst angefertiat von Karl Gerlipp, Kirchenplatz Nr. 23. 5589) Ein anständiges Mädchen aus guter Familie, mit guten Zeugnissen versehen, sucht auf Michaeli eine Stelle bei einer kleinen Familie. Näheres zu erfragen bei der Exped. d. Bl. 5649) Eine silberne Tuchnadel in Form einer Blume mit einem großen blauen Stein in der Mitte (ein Andenken) ist auf dem Wege vom Seltersberg durch die Stadt nach dem Wallthor verloren worden. Gegen Belohnung abzugeben im Mül ler- schen Hause am Seltersberg, 2 Tr. Restauration Th. Mly. Jeden Samstag Abend: Backhahnen und gebackene 5646)______Hahnen._________ Urtilfi* üon ausgekämmten Haarenwer- r*' den bei prompter Bedienung billigst angefertigt von Friedrich Welker, 1701)_________________Neustadt 154. | Fe Ste Fe Montag: Uebung. 5528) Für ein lebhaftes Detail-, Kurz- waaren- rc. Geschäft wird ein gewandtes, jüngeres Mädchen aus guter Familie gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Dienstag den 31. dg. Mts., Vormittags 11 Uhr, sollen in der Flett'schen Hofraithe ein Kleiderschrank und eine Eommode meiste bietend versteigert werden. Gießen, den 28. August 1880. 5639) Geißler, Gerichtsvollzieher^ Jeilgeöotenes. 5649) Das Grummetgras von 2 Wiesen ist zu verkaufen. Balth. Schmidt Wwe., Marktplatz A. 5. Mehrere Wagen Pserdedünger abzugeben in der Kunstmühle von 5644) Ferd. Burk. 5626) Das Grrmmetgras von meiner- Wiese in der Stephansmark ist zu verkaufen PH. Lampus. Kihmger Bier 5643) im GambrinHS. Wermietstungen. 5619) Ein gut möblirtes Zimmer per sofort zu vermiethen. ___Wilh. Böger, Uhrmacher. 5632) Ein kleines Logis zu vermiethen bei Schreiner Lenz, Frankfutterstt. Drei freundliche unwöblirte Zimmer im zweiten Stock, dcsgl cm möblirtes Zimmer per sofort oder später zu vermiethen bei 5636 Frau Antonie Loeber, Grünbergerftr. B. 149. 5651) Ein kleines sreundltches Familien- logis ist zu vermiethen und per 15. September', auf Wunsch auch früher, zu be- ziehen. Näheres in der Exped. d. Bl. 5633) Der mittlere Stock unseres Hauses^ bestehend aus 6 Zimmern rc., ist zu vermiethen. Kauffmann u. Co., Alicenstraße. Vermischte Anzeigen. 5627) Ein ordentlicher Bursche mit guten Zeugnissen, welcher in der Oeconomie aut bewandert ist, findet sogleich Stelle- Näheres bei der Exped. d. Bltts.________ LOUIS WENZEL Giessen, Seltersweg C. 63. LITHOGRAPHISCHE ANSTALT Buchdruckerei & Steindruckerei für alle Arten Druckarbeiten. 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W-elN-gr P* gu macht». n ®t|inbt’£ litt dir Art allgemeinen u ober Mstlich 2) Dir rlmlge Btwi« des S wenn nchtS Einstitige Vertrag ntd}t 3) 3|i übet bk1 ttli die gelben. Gin gesetz tag nach ® »der mit htm an htm rage Ein im Laa gilt, wenn nid gegangen. A 4) Dii dem Grd Dann rlneS 5) Der Aeustt BierteljahreS mnaftmift btt Dienst, bejw. Manat ES wirb l häustg beliebt Welter nel)i durch nachstehend,n Stl 37. I, ist und bltjti nad)g -u istrende mihigei Dienstbuch stührr ein Dienst« Polizeibehörde » i>°u 1 bis 10 Bin Art. 38. c Dienstbuch erhalten ^jeigt, ober auf Neigung hindere 3u bai tot; N auf bas eine "Meuilich auch b M9«net[t teerten « A-k. 39. ’ »iÄÖ Sfci'i” iu machen brt l:t 40- Wn i bis - uti» >11 °uch ( <$:*• „