ÜWmneißer. ng-Wche Äch- 'bliebenen. vom Stttbehause 2530 VIS. N&e* 'n Freunden und i *n Abend scheiden unserer i littet iber, "°hm bwä) lt unfern ' i Milit. U»ttru«bnthr JewU> ytrra 8. Zwcsch ifiner äuifiä^ tn’di zäiti» stiickrath. ÄS" V«r*,v ifl tn Jahren, so liefere , Jahre alle bis rm Juni stellongen billiger 31 :ch diesem Tage ein- jorante, sowie 2 stehen zu Diensten. Braun „achter Gemüse und n Blechbüchsen- ich bei Mainz. ER 7 WM,, ♦♦♦*%- w ; 5**- * *1 ««E. 9tr. 9». Donnerstag den 29. April . 1880. DMW Anzeiger AuM- nib K«tsW fir den Krrls Gieße«._____________ — ■ ■■ —— -------------- ■ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. MedaettO1»Sb«rea«r \ 6A aftc V 18 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. $uxa bie Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Grvedittonsbnreau r J , p ----------------- -------------- Gießen, am 28. April 1880. Betreffend: Die Ableistung des Verfaffungseides. • , Das Großherzogliche Kmsamt Gießen a« die Großherzoglichen Bürgermeister. Die Ableistung deS Verfaffungseides der feit November v. I. aufgenommenm Ortsbürger sowie derjenigen Großherzogltch Hessischen Unterthanen, welche sich, ohne Ortebürger zu werden, feit der bemerkten Zeit verheirathet haben, soll wie folgt stattfinden, nam ch. 10 W. m e™ ,« E'd.r tei*" *aÄÄ MWVSLMrÄMS «••»»•■f- Sie wollen die betreffenden Personen hiernach vorladen und daß dies geschehen, unter Namhaftmachung der Vorgeladenen, uns anzeigen oder berichten, daß Niemand vorzuladen war. , < , 3 , c halten sich dergleichen Personen auSwärts auf, so ist der Aufenthaltsort anzugeben. y ' vr. Boekma nn. —————— Di- Aufhebung des Zollgebiets von Alton«. Dem Bundesrathe ist nunmehr der Antrag Preußens bett, die Einverleibung der Stadt Altona und eines Theils der Hamburgischen Vorstadt St. Pauli in das Zollgebiet übergeben worden. Wir brauchen auf die Details dieser Vorlag» ebensowenig emzujgehen, al« auf die sog. Rechtsfrage. Je nach dem verschiedenen Standpunkte well man in der Vorlage eine Vergewaltigung Hamburgs oder eine billige und gerechte Rücksicht auf Altona sehen. Die Regierung hofft, daß der Handel von Altona sich heben wird, wenn es in ben natürlichen bhecten Verkehr zum Hinterlande tritt, und daß seine gewerbliche Thäligkeit einen neuen Aufschwung gewinnen wird, wenn es oon der Ham- burger Concurrenz befreit und zur Selbstständigkeit geführt wird. Man kann der Reichsregierung nur zustimmen, wenn sie erklärt, daß die Reichsverfaffui g nicht beabsichtigt haben könne, eine große preußische Stadt IUM wiiihschoftlichen Vtrsrll zu veiU'th'tlen, tted ihre Loge der Stadt Hamburg gegenüber Veranlasiung gebe, von der Freihafenstellung der letzteren und deren Freihandels-Interessen absorbirt zu werden. Die Angelegenheit ist aber nicht allein wichtig für Altona und sein Gebiet, sondern überhaupt als ein Schritt gegen die überlebte Freihafen- stellung zu begrüßen. Freihäfen haben unzweifelhaft für die Politik u,w Oeco- nomie eines Volkes in einem gewißen Stadium seiner Entwickelung Berechtt- gurg und Wertb; als solche haben auch die Hausistävte eine deutsche M-ssion übernommen; sie haben sie erfüllt und sich dabei wohl befunden. Allein die Jett ist eine andere geworden und mit ihr haben sich die wirthschaftlichen Voraussetzungen geändert. Das Mittel leistet seine Dienste nicht mehr,; man muß sick> ein befferes verschaffen. Deutschlands Leistungen und Bedürfntffe inmitten der Production und dem Tauschveikehr der Nationen sind nicht mehr dieselben, als zu der Zett, da die Freihäfen mit Nutzen ihre Vermittlung darzubringen vermochten. Mit der veränderten Stellueig im wirthschaftlichen Wettkampf ist die Ausgabe unserer vorzüglichsten Häsen gewachsen. Nichts vermag Hamburg und Bremen den ihnen gebührenden achtungsvollen Rang tm Leben unserer Nation mehr zu sichern, als die rückhaltlose Hingabe an ihren Beruf • nichts entfernt sie mehr vom öcor.omischeti Denken und Hhun unseres Volkes als ihr Verharren im Wirthschasts-Ausland! Mit dieser Ausnahme- steüung schädigen sich die deutschen Freihäfen politisch, wirthschastltch und social selbst am meisten. Sie gehören voll und ganz als nationale Handels-Emporien zum deutschen Reich! Immer und immer wieder erneuert sich in den Haase- städten selbst der Ruf nach Zugehörigkeit zum deutschen Vaterlande und er wird nicht verhallen, bis ihm Genüge geschehen ist. Deutschland. Berlin, 25. April. Laut einer am 19. ds. ergangenen Verfügung beS Reichspostamts können Postanweisungen, welche bei deutschen Postanstalten eingeliesert und für Empfänger in Deutschland bestimmt sind, fortan auf Verlangen der Absender oder Empfänger nach Orten solcher Länder nachgesanbt werden, auf deren Verkehr die Bestimmungen des Pariser Uebereinkommens vom 4 Juni 1878 über Austausch von Postanweisungen Anwendung finden. Danach hat die Postanstalt nach Maßgabe der ursprünglichen eine neue Postanweisung unter Benutzung deö Formulars für den internationalen Vetckehr auszusertigen, wobei von dem Betrage, auf welchen die ursprüngliche Postan- stalt lautet, die für die Uebermittlung nach dem neuen Bestimmungsland- estgefetzte Gebühr abgezogen und der dann »n. eibende Betrag -rforder ich-n- alls nach Umwandlung in die Währung des teuen B.sttmmungsgebie s als auszuzahlende Summe in das Formular eingeiüt? wird. Daffelbe Verfahren kann eingebalten werden bei Postanweisungen beg_ Innern Verkehrs Deutsch- lands, deren Nachsendung nach solchen Ländern gewünscht wird, mit denen auf Grund besonderer Uebereinkommen Postanweisungen ausgetauscht werden ton- nen (Großbritannien, Vereinigte Staaten von Amerika, Brttisch.Jndien u. s. to-), j doch.-, nr in so weit, als die ursprüngliche Postanweisung alle diejenigen An- gaben suthalt,' welch! auf Postanweisungen nach dem Lande wohin dre Nach- scnduna statlstnden soll, vorhanden fein müssen. Eine aus dem Veremsgebiete herrührende, nach Deutschland gerichtete Postanweisung, welche mnerhalb Deutschlands nachgesandt werden soll, ist lediglich nach Maßgabe der für den inr.ern deutschen Postanweisungs- Verkehr gegebenen Bestimmungen zu 26. April. Die GerichtSferieir werden in diesem Jahre zum ersten Male tm ganzen deutschen Reiche zugleich anfangen und eine gleiche Dauer haben, und zwar nach ter Vorschrift des § 201 des deutschen Gerichts- verfaffungs-Ges-tzes vom 15. Juli bis 15. September. also volle 2 Monate. Während dieser Ferien werden nur in Ferimsachen Termine abgehalten und Entscheidungen erlaffen werden. Ferienfachen sind: Straffachen ; Airestsachen und die eine einstweilige Verfügung betreffenden Sachen; Meß- und Markt- fachen; Streitigkeiten zwischen Vermiethern und Mieihern von Wohnungsund anderen Räumen wegen Ueberlaffung, Benutzung und Räumung derselben, sowie wegen Zurückhaltung der vom Miether in die Miethräume eingebrach- - ten Sachen; Wechselsachen; Bausachen, wenn über Fortsetzung eines angefan- aeneu Baues gestritten wird. Das Gericht kann jedoch auf Antrag auch noch andere Sachen, soweit sie b.sonderer Beschleunigung bedürfen, als Feriensachen bezeichnen. Die gleiche Besugntß hat vorbehaltlich der Entscheidung des Ge- riwts der Vorsitzende. Zur Erledigung dieser Feriensachen werden bei den Landgerichten „Ferienkammern", bei den Oberlandesgerichten und dem Reichs- gerichte „getienfenate" gebildet. Auf das Mahu-Verfahrev, daS Zwangsvoll- streckunge-Verfahren und das Eoncurs-Verfahren sind die Ferien ohne Einfluß, sowie auf alle Angelegenheiten dec nicht streitigen Gerichtsbarkeit. Die Bearbeitung der Vormundschastssachen, Nachlaßiachen, Lehns-, Familienfideicommiß- und Stistunassachen kann während der Ferien jedoch unterbleiben, soweit das Bedürfniß einet Beschleunigung nicht vorhanden ist. Unberührt von den Ferien bleiben diejenigen Sachen, welche zur Zuständigkeit der Rhemschifffayrt- und Elbzollgerlchte gehören, da die Gerichtsbarkeit dieser Gerichte sich nur auf schleunige Angelegenheiten erstreckt, desgleichen die zur Zuständigkeit der Gewerbegerichte und der Universitätsgerichte, sowie der Auseinandersetzungs- Behörden gehörenden Angelegenheiten, weil in Betreff dieser Behörden überhaupt kein Bedürfniß zur Festsetzung von Ferien vorliegt. Berlin, 26. April. Ein recht eclatantes Beispiel Über die Wirkung, welche Der- änberungen in den Zoll- und Steuersätzen aus die Einnahmen des Staates zu haben pflegen, wild aus den Vereinigten Staaten von No>d-Amerika »ein-wet. Dort ist in her Extra-Session des 45 Congresses d?e Steuer auf fabricuten Tabak von 24 aus 16 Cents per Pfund herabgesetzt und 'N Folge dessen veischudentllchdie ncfprocben worden, daß die Total - Einnahmen der Negierung aus dieser Quelle fid) wesentlich verringen würden, allein weit entfernt davon ßch zu verringern, haben dte fs-ni nahm en nnß her Steuer auf Tabak und Cigarren für du nut dem 31. aDecentber 1879 beendigten 9 Monate tm Vergleich mit derselben Per,ode des vor ^abrts um über ^oU J 000000 zugenommen, indem sur die erstere Per.ode aus der UannttnQuell-Doll- «,68^ Doll m der etzten Pettod- an ß'iiinabm* u für die Nea eruna erzielt wurden- -ffiü int.inen, daß solche Wahlen deut- Uch-r m-ck-n a^s alle schönen Redensarten der officiösen Press-, welche die Noth- wendigleit einer abermaligen" stärkeren Belastung des Tabaks beweisen wollen. Schweden. Stockholm, 25. April. Nach dem Dankgottesdienste, der heute Vormittag in der Schloßkapelle stattfand, machte der König der „Vega" einen Besuch und verthetlte dabet an die SchiffSmannschafien die zu Ehren der Expedition geprägte Vega-Medaille. Am Abend war tm königlichen Schlosse großes Festmahl, an welchem alle Mitglieder und M mnjchaften der V.-ga- Expedition und die höchsten Hos- und StaatSwürdenträger lhctlnahmen. Der König wies in seiner Anrede daraus hin, daß von Diaz, Vasco de Gama, Columbus, Magellan, Cook und andern neue Welttheile jenseits unbekannter Meere entdeckt worden seien, noch aber hätten Ftnsterniß und eine ung.brochene Eisdecke über der Nordküste deS Welttheiis geruht, der die Wiege des Men- schengeschlechts genannt werde. Der gegenwärtigen Zeit sei es Vorbehalten gewesen jene gefiel zu sprengen, und über dem ersten Kiel, welcher Asten umschifft habe, habe die schwedische Flagg- geweht. Die Großlhat sei nun vollbracht und das gejammte schwedische Volk jubele seinen Helden zu, welche gekämpft, vertraut, gesiegt hätten. Der Jubel gelte zunächst Nordenskjold, dem Letter der glücklich vollbrachten Nordost-Durchfahrt; neben ihm stehe Palander, der unerschrockene Führer der „Vega." Um beide schaarten sich die kühnen Forscher und Seemänner, welche die Gefahren getheilt hätten und jeßt auch den Nutzen theilten. Die Geschichte werde die Nordmeerfahrl der „Vega" später» Geschlechtern aufbewahren. Das Vaterland habe neue Lorbeeren gewonnen, würdig, denen der Vorzeit angereiht zu werden. Darum Ehre denen, die dieselben erworben. Im Namen des schwedischer, Volkes und im eigenen Namen drücke er Allen seine Dankbarkeit und seine Bewunderung aus. Kußlaud. Petersburg, 25. April. Ueber eine auffällige militärische Maßnahme schreibt ein Petersburger Blatt: „Graf Loris-Melikoff ließ ein ganzes Regiment Kosaken aus Moskau nach Petersburg kommen, welches Regiment von nun an für den innetn Wachdienst im kaiserlichen Palast, sowie in den Räumen der obersten Commission verwandt werden soll. Es ist dieses das deutsche Kosaken-Regiment Nr. 1, welches sich am 28. December 1877 bei Scheinowo ausgezeichnet hatte und später unter dem Commando des Grafen Loris-Melikoff in Wetljanka Wach- und Sicherheitsdienste leistete. Kaiser Alexander und Loris-Melikoff hielten in der kaiserlichen Manege des Ingenieur- Schlosses Revue über das bezeichnete Regiment, wobei der Kaiser an dasselbe eine feierliche Ansprache hielt. Der Regierungs-Commandant, Flügel-Adjutant Oberst Kuiejnikow, erwiderte darauf unter allgemeinem Jubel der Kosaken, daß sein Regiment jeden Augenblick bereit sei, sich für seinen obersten Feld- Herrn und Czaren zu opfern." Es erscheint seltsam, daß man zur Sicherheit des Kaisers Die Berufung eines außerhalb Petersburgs stehenden Regiments für nothwendig erachtet. Telegraphische Depeschen. Wagner'« teleg». borresv»u»eui - *5«eea». Berlin, 27. April. Reichstag. Zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Unterstützung der Südsee-Gesellschaft. Fürst Hohenlohe ergreift das Wort, damit fein Schweigen, nachdem er provisorisch zum Staatssecretär des Auswärtigen berufen, nicht dem Gerüchte neue Nahrung gebe, daß die Reichsregierung geringen Werth aus die Annahme der Vorlage lege. Diese Ansicht sei ganz unbegründet. Er könne versichern, daß die Ablehnung des Gesetzes von der Reichsregierung sehr beklagt werden würde. Der Handel in der Südsee habe einen für Deutschland erfreulichen A.'^chmung angenommen. Die Südseeinsulaner hätten nach Versicherungen zuverlässiger Kaufleute ein sehr seines Gefühl für die Macht der Nationen, mit deren Angehörigen sie Handel treiben Aus der Ablehnung der Vorlage und dem Scheitern der Seehandelsgesellichast würden diese Völker au? die Abnahme des deutschen Einflusses schließen. Ohne aus Rentabilität und Opportunität cinzugehen, bitte er, bie Vorlage un Interesse der deutschen Handelsschififahrt und des deutschen Einflusses im Auslande anzunehmen. Eine frühere Aeußerung Vamberger's habe den Verdacht erwecken können, daß der frühere Staatssecretär v Bülow bei Einleitung der Angelegenheit sich von eigennützigen Motiven habe leiten lassen. Es könnte wenigstens so ausgelegt werden. „Der Character des Mannes steht so hoch, daß ich zu seiner Rechtfertigung, und um die gänzliche Grundlosigkeit des Verdachts nachzuioeisen, kein Wort glaube verlieren zu mnssen^^(Beifudtt.) geßen b{e Vorlage. Auch von den Freunden derselben werde zugestanden, daß das Unternehmen, geschäftlich betrachtet, em verfehltes sei Bunsen tritt für die Vorlage ein unter dem Gesichtspunkte, daß es Pflicht des Reiches sei in anderen, ersten Mächten nicht unterworfenen Ländern Stationen für die deutsche Nation zur Sicherung der Gleichberechtigung mit den meistbegünstigten Volkern zu gewinnen. Fürst Hohenlohe-Langenburg empfiehlt abermals die Annahme des Eitt- wurfs. Geh. Rath Reulaux, durch ein soeben emgegangenes Schreiben des Reichskanzlers zum Bundes-.Commisfär für die Samoa-Vorlage ernannt, hebt hervor die Vorlage habe vor Allem den Nutzen, dem deutschen Handel einen nationalen Ruckyalt und größere Selbstständigkeit gegenüber England und Amerika zu geben. ~JC, ^or= läge erschließe nicht blos Samoa dein deutschen Handel, sondern ziehe ein Netz von neuen Beziehungen über den ganzen Archipel. Bamberger verharrt bei der Ablehnung, da über allgemeine Gesichtspunkte hinaus nichts Eingehendes und Positives vorgebracht fei, wonach aus der Annahme der Vorlage ein Nutzen zu ei warten sei Legationsrath v. Kusserow erwidert auf einzelne Angriffe Vamberger's und hält die große Bedeutung der Vorlage für den deutschen Exporthandel aufrecht. Die Discussion wird ge,chl°,,en. Bei der Abstimmung unter Namensaufruf wird die Vorlage mit 128 gegen 112 Stimmen abgelehnt, womit das Gesetz definitiv beseitigt ist. Centrum und Fortschrittspartei stimmten geschlossen gegen den Entwurf, ebenso ein Theil der Nationalliberalen. Die Conservativen stimmten für die Vorlage, mit wenigen Ausnahmen. Das Haus beschließt dai auf, das Gesetz wegen Abänderung des Münzgesetzes nicht einer Commission zu Überweisen, sondern im Plenum zu berathen. Es folgt hiernächst die erste Berathung des Reichsstempelgesetzes. Schatzsecretär Scholz ist ermächtigt, das Bedauern des Reichskanzlers darüber auszusprechen, daß sein Gesundheitszustand ihn verhindert, heute die Vorlage persönlich zu vertreten; es sei ihm aber feder Temperaturwechsel ärztlich untersagt. Schatzsecretär Scholz verweist auf die Reichstagsrede des Kaisers vom 2. Mai 1879. Das damals entwickelte Programm bilde noch heute das von ihm erstrebte Ziel und zwar kein ideales, sondern ein Schritt für Schritt zu verwirklichendes. Redner skizzirt die Vorlage als im Geiste und Sinne der im vorigen Jahre angebahnten Steuerreform liegend und empfiehlt deren Annahme. Abg. Sonnemann macht eine Reihe von Bedenken gegen die Vorlage geltend; er vermißt in den gefammten neuen Steuervorlagen ein einheitlich durchgeführtes Princip. v. Wedell-Malchow begrüßt namentlich die Börsensteuer mit Freuden und erkläit, der Vorlage fast durchweg zustimmend gegenüber zu stehen. Hierauf wird die Sitzung bis morgen vertagt. Berlin, 27. April. Der von der rumänischen Regierung zum Administrator der rumänischen Eisenbahnen ernannte Dr. Kalandero ist gestern ans Bukarest nach erfolgreicher Beendigung seiner Mission wieder hier eingetroffen. Die rumänische Eisenbahnangelegenheit kann nunmehr für vollständig applanirt gelten. Ueber neun Zehntel des Actienkapitals sind bereits zum Umtausch laut Convention deponirt. — Nach dem gestrigen Beschluß des Bundesraths soll die Bestimmung, wonach die Substitutionen nie länger als für eine Sitzung gelten und für die Nächste Sitzung eine unmittelbare Bevollmächtigung Seitens der Regierung stattfinden muß, nach Abl uf von 14 Tagen in Kraft treten. London, 27. April. Zum Lord Präsidenten des Geheimen Raths wurde ter Herzog von Argyll, zum Minister des Innern Harcourt ernannt. Goeschen, Lord Rosebery und Lord Drrby lehnten es ab, Posten in dem neuen Cabinet zu übernehmen. Die vollständige Bildung des Cabinets scheint auf Schwierigkeiten zu stoßen, weil die vorgeschrtttenen Liberalen Vertretung tm Cabinete beanspruchen. Bukarest, 27. April. Filcoiano, Dr. Kalandero und der ehemalige Minister StateSco find zu Administratoren der rumänischen Eisenbahnen mit Directions-Besugniffen ernannt; dieselben beginnen ihre Functionen am 1. Mat. — „Prefsa" und „Romanul" melden, Cogalntceano solle rumänischer Gesandter tu Paris werden, der Conseilprästdent Bratiano das Ministerium des Jnnern und bis zur Reconstruction des Cabinets interimistisch auch das Ministerium der Landwirthschaft übernehmen. Berlin, 27. April. Die Nationalliberalen und das Crntrum beriethen heute Abend über die Behandlung des Richter'schen Antrags in Betreff bei Tabaks-Monopols. Buhl beantragte den Uebergang zur Tagesordnung, in Erwägung, daß in der letzten Session bei dem Tabakssteuergesetz ein Einvernehmen z oischen dem Reichstag und dem Bundesrath über die Besteuerung des Tabaks herbeigeführt worden sei und daß man erwarten müsse, daS Em- verständniß werde nicht wieder durch die Vorlage wegen Einführung des Monopols in Frage gestellt werden. Hamburg, 27. April. Bei der heutigen Reichstagswahl im zweiten Hamburger Wahlkreise erhielten Riege (Nationallib.) 3583, Ree (Fortschritt) 6451, Hartmann (Soctalist) 13155 stimmen. Letzterer ist somit gewählt. Wien, 27. April. Das Abgeordnetenhaus beendete heute die Specialdebatte über das Budget des Unterrichts-Ministeriums und beschloß in die Specialberathung des Gesetzentwurfs über die Militärtaxe einzugehen. Ein Antrag auf Zurückverweisung desselben an den Ausschuß wurde mit 165 gegen 107 Stimmen abgelehnt. Stockholm, 27. April. Der ehemalige Gesandte in London, Baron Hochschiid, wurde zum Minister des Auswärtigen ernannt. Dublin, 28. April. In einem Hüttenwerk bei Sligo entdeckte die Polizei eine große Menge Gewehre, Bayonntte und Munition und nahm mehrere Verhaftungen vor. Rom, 27. April. Der Budgetausschnß der Deputirtenkammer nahm bei Berathung der Vorlage, betreffend die Verlängerung der provisorischen Gebahrung bis Ende Mat, die folgende Tagesordnung zur Empfehlung an die Kammer an: Die Kammer, indem sie beklagt, daß die Regierung neuerlich Indemnität verlangt, geht zur Tagesordnung über. Crispi ist von dem Ausschuss- beauftragt, diesen Antrag in dir Kammer zu begiünden. Es wird versichert, anläßlich dieses Antrages werde Die Vertrauensfrage gestellt werden, um zu sehen, ob die gegen die Regierung coalicirten Fractionen die Majorität besitzen. Lokales. Gießen 28. April. fUniversitäts-Nachrichtens An Stelle des verstorbenen Professors Buch heim in Gienen hat Profrsior Dr. Gätbjens aus Rostock den Ruf als ordentlicher Professor der Medizin und Pharmakologie nach Gießrn erhalten und angenommen. Derselbe wird feine Vorlesungen schon mit Beginn des neuen Semesters eröffnen. Gießen, 2^. April. (Sterblichkeit m Gießens Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 18. bis 24 April belief sich im Ganzen auf 12. Von den Kindern im ersten Lebensjahre starbej» 2 an Angeborener Schwäche, eins ant Keuchhusten, eins an Stimmritzenkrampf, eins an Gehirnentzündung. Ein Knabe von 2 Jahren starb an Bronckienenlzündung und ein li/zjähriges Mädchen an Verschwärung der Wirbelsäule. Bei den verstorbenen Erwachsenen erfolgte der Tod je einmal durch Krebs, Lungenschwindsucht, Knochenfraß und Kindbettfieber. In einem Falle blieb die Todesursache unbekannt. _______________________________Q. Vermischte-. Bingen, 21. April. Nachdem die Arbeiten in den Weinbergen allerwärts ihren Anfang genommen, läßt sich jetzt schon ein Bild von den durch den harten Winter verursachten Verheerungen entwerfen. Leider ist dieses Bild nicht sehr tröstlich, und für ganze Gemarkungen die Aussicht auf eine noch so geringe Weinernte vollständig geschwunden Besonders heimgesucht sind die hessischen Ortschaften Sponsheim, Grolsheim, Dietersheim und Büdesheim. Die meisten Weinstöcke sind daselbst bis tn die Wurzel erfroren, so daß sogar für spätere Jahrgänge die Hoffnungen auf einen reichen Ertrag gänzlich vernichtet sind. Bei den vielen Weinbergen bleibt kein anderes Mittel übrig, als dieselben vollständig auszuhauen. In dem Bezirke der Stadt Bingen sind die Aussichten einigermaßen günstiger, und könnte in einzelnen Lagen tm glücklichen Falle noch eine erträgliche, quantitano allerdings geringe Weinernte erzielt werden R.) Alsheim, 24. April. Eine große Aufregung hat sich hier der Gemüther bemächtigt. Ein bei dem Landwirth Georg Jacob Hirsch II., Sohn des früheren Landtagsabgeordneten und langjährigen Bürgermeisters, in Diensten stehendes Mädchen starb plötzlich unter den Symptomen einer Vergiftung.' Als gestern zur Feststellung des Tharbestandes und zu weiterer Untersuchung die Gerichtscommission von Mainz hier eintraf, fand man jenen Landwirth in feinem Hause erhängt. Daß diese That das größte Aufsehen hervorrief, läßt sich wohl denken. (M. T.) Oppenheim, 23. April. Ein schon bejahrter Geschäftsmann von Dienheim machte gestern in einem in hiesiger Gemarkung gelegenen Garten seinem Leven durch Erhängen ein Ende. Derselbe hing sich in Ermangelung eines Stranges vermittelst seines Taschentuches an einem niedrigen Lattenzaune auf Obgleich derselbe die Thal kaum vollbracht haben konnte, als man ibn fand, war er dock beim Abnehmen schon eine Leiche. Man glaubt in den drücken- dm Geschäftsverhältniffen des Mannes die Ursache des Selbstmordes suchen zu sollen. (M. T.) Mainz, 24. April. Wegen Mißhandlung von Soldaten wurde der Wachtmeister Hoppe der 4. Escadron des hier garnisonirenden Husarenregimenttz vom Kriegsgericht zu einer scharfen Arreftstrafe von 6 Wochen und 3 Tagen verurteilt. Das Urtheil wurde sämmtlicheu auf der Parole anwesenden Mllitärpersonen verkündigt. (M. R.) Darmstadt, 27. April. Den vielfach verbreiteten Gerüchten von an mehreren Orten der Provinz Starkenburg herrschenden Epidemieen der Rachenbräune (Diphterie) gegenüber können wir bie auf zuverlässiger Information beruhende Mittheilung machen, daß zur Zett nur in Kleestadt (Kr. Dieburg) die genannte Krankheit aufgetreten ist und daß dort an derselben in der Zeit vom 16. bis 21. April 15 Personen, worunter ein Erwachsener erkrankt sind; ein tövlicher Ausgang hatte dis jetzt in keinem Falle statt. Das Gerücht von einer weiterverbreiteten Epidemie der Diphteritis in bedenklicher Form in Viernheim (Kr. Heppenheim) ist unbegründet; es sind oaselbst allerdings in einer Familie einzelne schwere Erkrankungen vorgekommen, aber auf diese beschränkt geblieben. (D. Z ) New-Bork, 24. April. De Aoung, der Besitzer des „San Francisco Chrontcle", ist gestern Abcnd um halb 8 Uhr in seinem eigenen Bureau von dem Sohne Kalloch'S, deS bekannten von der Arbeiterpartei erwählten Mayor'S von San Francisco, erschaffen worden. (Fr- Ztg ) — Den ersten Preis der Frankfurter Pferdemarkt Lotterie hat ein Schriftsetzerlehrling, der in der Druckerei der „Frankfurter Preffe" beschäftigt ist, gewonnen. — Aus oem Kreise Ltppstadt wird dem „Wests. Merkur" über einen komischen Verweigerungsgrund Mittheilung gemacht: „Die Güterexpedition der Bergisch Märkischen Eisenbahn schreibt nämlich einem Kaufmanne, der durch dieselbe ein Frachtstück versendet hat: „Aoreffat H. A. S. in D. bat die Annahme desselben verweigert, weil sckon längere Zett gestorben." Der betr. Kaufmann ist boshaft genug, der Güterexpedition zu entgegnen: „Die Bestellung ist nach Auftrag ausgeführt. Wir bitten um gcfl. Mittheilung, aus welchem Grunde der Verstorbene die Annahme verweigert hat." J Schüfsberleht. Mitgethcilr von dem Agenten des norddeutschen Lloyd W. Dietz in Gießen. _ , , _ m r Ä Bremen 24. April. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer Hannover, Capt. R. Hoffmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute Morgen wohlbehalten tn Neworleans angekommen. ligo entdeckte dir 1 und nahm mch rtenkammer nah« der provisorischen mpsehlung an die egrrrung neuerlich ih von dem M inten. Es wird -r gestellt werden, aen die MajoM vrchcrbrnm Pioftssort i Äuf als ordkvtW imommen. Dnsellx ttifäHt wädmd da i Rmbtrn im erfivi i &timmrigtnhompl, itntpintuna, unt du sxbtnra 5 unt AMrltfiün. G. n ln dem n. ift8 "euen D ^ElNt Q||| ^“Nmn 6|t ntn ■>. der au^ d°S 3Ätni, !"hu« Btrietben . " ®*< bei («o«nun9, („ le6 «m Sinter. ®efleuerun8 nuff«. dar ®in. «j bei Mo. »wtta (Ntrttt) »mit ge$ii)[t. mt' bie SW 1 6|IN in kie N*u ®« " mi‘ *65 gegen i Lmdm, naro aümtürtfi ihm en Eint« »ewejaAta fti ganze (Btrnatlungo '• $(ionbtr6 deimzetiP j mt> Büdesheim, m ' für jpalne )ahiz«gi ten vielen Weinbaza - 3n dem Bezirke M j te m einzelnen.°S» n9e Weinnnte «B - - «ewütbn bemaw vlagscheordnelen m ‘unter untzympio-o mi«k >» i"n,^y 3l unten- I» g von Dlenhei« mach« ' hlir* öibangen W IN *#■* I eM**1 >“,£ AM Äjrfä: «i 6*1* tinTsi* I °nn' »««'t 'V, I Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 2982) Im Firmenregister des unterzeichneten Gerichts sind folgende Einträge vollzogen worden: I. am 7. Februar: die Firma F. G- Eißner zu Gießen ist erloschen; II. uuterm 11 März: eS wurden gelöscht: a. die Firma Karl Frech zu Gießen, b. die Firma Theodor Küchler zu Gießen, Polizeiverwaltung sollet: mittelst Ausgabe von 720 Loosen a 1 Jt. ausgeloost werden Loose sind bei Herrn Ernst Balser, Mäusburg, zu baden. Die Gemälde find bei Herrn Wilh* Reiber, Seltersweg, zur Ansicht au^je= 2943) Am 6. Mai geht ein großer Möbelwagen leer Nach Darmstadt und können Möbel billig mitgenommen werden. Darmstadt. Ludwig Alter. Näheres auch bei Bierbrauer Führer Wwe in Dietzen. 2997) Ich suche einen jungen Mann aus achtbarer Familie als Lehrling für mein Geschäft- Eintritt sofort. Kleines Gehalt zugesichert. Fr. Ernst Fehsenfeld, Fr. E. Heinemann's Univ-Buchhdlg. lr81) Eine Wohnung für eine kleine Fa. ilie zu vermiethen. 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Statutengemäße Ausloojung eines Antheckscheines; srr» i0< ExpedittovM Wir br M zu Fritzlar । Gieße Zu unfei ki Schulperiode Die intern« (tto, die Idee de xm Kach- und itue Weltausstell Berliner Weltaui jndeßeu wurden ntgrgengelührt. *n, nicht im Ei ’ Mem auch, wi kßnngen ßch de j MM ; •‘W handlet Land tote ton, weil etz auch für d lftt vertreten z «robern ist, Für altere »nl sie nicht in sondern Wdßen, oft i di.M um einen, S*8 internal “"'»"»Weit -i j eichchi ft" Ich'" e ",e JJJh .ta» rw ieM L lNanri-s/ Hande & Kr