Donnerstag den 28. October Kr. 2S2 18SO Hietzener "Anzeiger rlii .■ AMigk- nti Amtsblatt flr des Kreis Gieße« r i 6d6’,[flla8r B- ”• Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montag». Hierzu gehören Hierzu gehören Hierzu gehören Hierzu gehören Hierzu gehören aäfts-Local isö Klein. an drm nilie. M. Kall. I'“- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit vringerlok. a. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. es ist dus Endziel unserer Wirthschaftsgestaltung, das Ideal unserer Wirtschaft, die Productionskraft der gesummten Erde der Menschheit verfügbar zu machen, die Consumtion aller Völker auf die höchst mögliche Höhe ctvlistrter Bedürfnisse zu heben, und im freiesten Austausche der Erzeugnisse aller Striche und Zonen die billigste Beschaffung der Ersorderntffe einer höchsten Lebenshaltung hcrbeizuführen. — Mögen wir auch heute noch wett davon entfernt sein, wir gelangen dereinst dazu, daß auf Grundlage des vollkommen freien Tauschverkehrs jedes Land, jedes Volk seine ganze Arbeitskraft zur Herstellung nur derjenigen Producte verwendet, für die der jeweilige Boden, das Klima, die traditionelle Geschicklichkeit der Bevölkerung die Bedingungen der Erzeugung mit geringstem Kraftaufwand bietet. Wären wir soweit, so würde Niemand daran denken, in der Verpflanzung intelligenter, unternehmungslustiger und energischer ctvtltsirter Menschen in noch nicht oder wenig cullivirte Zonen ein Unglück für das Land zu erblicken, dem sie sich entziehen; ihre Kraft würde auch in der Ferne fruchtbar sich erweisen in der Menge neuer Schätze, die ihre Arbeit einem noch unergiebigen Boden entreißt und der Consumtion auch ihres ursprünglichen Vaterlandes gewinnt. Auf dieser Höhe der Weltwirthschaft jlnb wir aber noch nicht angelangt. Noch sticken wir tief in einer engeren Form der Wtrthschast, in der ein jedes Land noch danach trachtet, jede nur irgend mögliche Art der Arbeit auch bei sich zu cultiviren und zu entwickeln. Die politische Geschichte der europäischen Staaten hat es zur Folge gehabt, daß sich in ihnen auch die productionelle Tüchtigkeit und der Umfang der Production in verschiedenen Dimensionen ge- staltet hat. Die Einen stehen heute industriell vollkräftig da und beherrschen die wichtigsten Absatzgebiete, während die Anderen mühsam danach ringen, es Jenen gleich zu thun. Kein Wunder, daß in der Verkehrspolitik nicht minder wie in der Machtpolitik die Eifersucht beute eine entscheidende Rolle spielt. Der Übergang zur vollendeten Arbeiisrbcilung in der Gesammtproduction ist nicht so leicht und so rasch zu bewerkstelligen, und so lange es noch nicht vollzogen ist, will eine jede Nation, ein jedes Land, die Gewerbe, die sie einmal treiben, und auf deren Blüthe ihr Wohlstand beruht, auch möglichst kräftig J, Programme Saumbach. Auswanderung und Colonisation. Es hat lange gedauert, ehe das natürlichste Recht eines Menschen: das, sich nach Belieben fortzubewegcn, die gesetzliche Anerkennung gefunden hat. Erst mußten die Schranken fallen, mit denen jedes Kirchspiel sich und seine Jn- tereffen gegen die der ganzen übrigen Welt abschloß, mußten die exclusiven Arbeitsordnungen, durch welche die zünftigen Handwerker vor unbequemer Eon- currenz geschützt waren, dem Geiste der neuen Wirtschaftsform erliegen, mußten die starren Grenzen der oft winzigen Partikularstaaten im neugegrün- beten Nationalgefüge loser werden, und mußte das moderne VerkthrUeben seinen ausgleichenden und verbindenden Einfluß auch auf Rechts- und Sicher« heitswesen üben, ehe die „Freizügigkeit" möglich wurde. Den Impuls für alle diese Bewegungen und Ereigniffe — und damit eigentlich auch für die großdeutsche Nationalberregung und ihre Erfolge — gab und giebt noch heute der extensive Charakter, die erdumspannende Tendenz der neuen Form unserer Arbeit und des auf sie gegründeten Handels gegen den intensiven Charakter der HandwerkSarbett und der engen lokalen Märkte nun vergangener Zeiten. — Von der Naturalwirthschaft zur Lokalwtrthschaft, von dieser zur National- wirthschaft und endlich zur Weltwirthschaft, das ist der natürliche Gang unserer Entwickelung, dem sich nothwendig auch die politischen Gestaltungen im Einzelnen und Ganzen anpaffen müffen. — Wir leben heute im Zeitalter der Nationalwirthschaft — aber mit der ausgesprochenen Tendenz, je eher je lieber zum Universalbetriebe überzugehen, gegen den die Abschließungs-Bestre« bungen, die jetzt an der Tagesordnung sind, nur als conservatioe Reactionen ad hoc, zur Erzielung momentaner Effecte für beschränkte Jnteriffen-Gruppen, betrachtet werden würden. Und wem anders verdanken wir die Höhe unserer Cultur, den erhabe« neren Durchschnitt der Lebenshaltung der Völker gegen ehedem, die größere Fähigkeit, zahlreichere Volksmengen zu erhalten, zu ernähren und zu civilisiren, als eben dieser Arbeitsteilung der Länder und Völker unter einander, der Erweiterung deS Productionsgebietes über die Erde, der Hereinziehung barbarischer transmariver Länderfernen in die civilisirte Consumiion ! — Kein Zweifel, Bekamntmachung. Die diesjährigen Herbst-Control-Versammlungen werden im Kreise Gießen, wie folgt, abgehalten werden: 1. Im Bezirke der I. Compagnie (Gießen). 1. Zu Gießen am 30. Oktober 1880, Vormittags, im Oswald'schen Garten und zwar um 8 Uhr für sämmtliche Reservisten der Infanterie, sowie sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlaffenen Mannschaften aller Waffen, um 9 Uhr für sämmtliche Reservisten der übrigen Waffen und die am Schluffe näher bezeichneten Wehrleute. die Orte: Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg, Heuchelheim, Klein-Linden, Oppenrod. 2. Zu Lollar am 1. November 1880, Nachmittags 12 V4 Uhr, neben dem neuen Bahnhofsgebäude. die Orte: Mendorf a. d. Lumda, Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lumda, Trohe, Wieseck. 3. Zu Grünberg am 2. November 1880, Vormittags 8*/2 Uhr, am Bahnhofe. die Orte: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Hattenrod, Harbach, Keffelbach, Lauter, Lindenftruth, Londorf, Lumda, Odenhausen mit Appenborn, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hamer £of, Winnerod. II. Im Bezirke der II. Compagnie (Lich). 1. Zu Hungen am 9. November 1880, Nachmittags 12*/4 Uhr, am Friedhose. die Orte: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Steinheim, TraiS-Horloff, Utphe, Villingen. 2. Zu Lich am 10. November 1880, VormitKgs 9 Uhr, am Bahnhose. - die Orie: Albach, Mendorf a. d. Lahn, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Großen-Linden, Grüningen, Hausen, Holzheim, Lang-Göns, Leihgestern, Lich mit Albacher Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Hof-Gill, Nieder-Bessingen, Ober-Bessin- gen, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg. Es haben aus diesen Orten zur bestimmten Stunde sämmtliche im betreffenden Bezirke wohnenden beurlaubten Militärs aller Waffen des Deutschen Re chs zu erscheinen, welche zur Reserve gehören, zur Disposition der Truppentheile beurlaubt oder zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassen sind, sowie diejenigen der Landwehr angehörigen Mannschaften, welchen cine besondere Ordre zur Gestellung bei der Herbst Control Versammlung vom Bezirksfeldwebel zngegangen ist. Alle übrigen Mannschaften der Landwehr erscheinen nicht und haben sich von jetzt ab bei den Frühjahrs-Control- Bersammlungcn zu gestellen. Die Ersatz-Reservisten haben ebenfalls nicht zu erscheinen. Dispensalionen können nur in ganz dringenden Fällen eintreten und müffen darauf bezügliche Gesuche spätestens 8 Tage vor den betreffenden Control-Versammlungen auf dem Dienstwege eingereicht werden. Die ohne Entschuldigung fehlenden Mannschaften haben sich der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen. Es wird noch bemerkt, daß die Leute mit dem Militär-Paß und Führungs-Attest versehen, in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen haben und vor dem Beginn der Control-Versammlung Schirme, Stöcke, Pfeifen rc. fortzulegen sind. Franck, _________________________________________ Oberstlieutenant z. D- und Bezirks«Commandeur. -s» ^SchloßM- Nberg >a ter ehVnt Ae- t ^"USgW- *'« dfcs '»Mm. - Jfc’Minn. Ä’"1 SiTn Ntttsbei” “’N« Mairn a °°d 8.3 an Ning bei ^mchiraße. "S der Verlobung habe ich jn Weguug 9e: Ne wieder retour T. Verhältnis zu reit wieder ber- l Müller rüningni^ eine tüchtige larie Kriess, 'wigsplatz. et Eisen, Zion, werden angefauft Neuenweg I9S. Staatssecrekär für Irland, Forster, hat drmisstontrt, weil er das gerichtliche Haag, 26. October. Die Kammer lehnte bet der Berathung des u Was hat der Baumzüchter zu thun. um eingetretene Frostschäden nach Mög- lichkeit weniger nachtheilig und auch theilweise unschädlich zu machen? Herr Dr. Lucas äutzerte sich folgendermaßen: „Dadurch, daß der Frost des vorigen Winters, da wo die Sch eedecke ihn nicht genügend alihi.lt, bis über einen Meier, ja ll/4 Meter tief in den Boden eindrang, war den Wurzeln unserer Obstbäume die Möglichkeit genommen, aus der Ti.se des nicht gefrorenen Bodens Wärme aufzunehmen und diese den oberirdischen Theilen zuzuführen, was durch die zahlreichen Faserwurzeln, welche sich gerade in jener Tiefe befinden, zu geschehen pflegt. Daß dieser Mangel an Wärme, welche durch die Wurzeln ausgenommen und in alle Theile des Baumes gesührt wird, bei den flacher wurzelnden Aepfel- und Pflaumenbäumen weil empfindlicher wirkte als bei den tiefer wurzelnden Birnbäumen, ist leicht begreiflich und hiermit schon das zahlreichere Erfrieren der beiden erslgcnannren Baumarten gegenüber den Birnbäumen hinreichend erklärt. Als Schutzmittel gegen das tiefe Eindringen des Frostes in den Boden ist zunächst ein sorgfältiges Auflockern desselben in der unmittelbaren Nähe der Bäume, also der sogenannten Baumsche.be, dringend zu empsehlen. Die gelockerte Erde enthält immer kleinere und größere Lufträume; cingeschlossene Luft ist aber bekanntlich ein schlechter Wärmeleiter, daher wird der Frost in gelockeitcn Boden nie so eindringen können, als in nicht gelockerten. — Aber wir können auch directe L-chuym-tlel anwenden, indem wir nach den ersten Frösten Lohe oder Reste von Hanf oder dergleichen lockere Materialien, wie auch umgekehrte Rasensiücke auf die Baumscheiben auflegen, um dadurch das weitere Eindringen des Frostes zu verhüten. Bei jüngeren Bäumen, die erst gepflanzt sind oder erst einige Jahre im Boden stehen, dürste wohl nichts besser sein, als um den Stamm herum, im Durchmesser eines Meters, Erde anzuhäufen welche allerdings im Frühjahr wieder entfernt werden müßte. Dieser Schutz für die Wurzeln der jungen Bäume ist sehr wichtig, denn fast überall sind die in den letzten Jahren erst gepflanzten Bäume sehr stark durch den Frost beschädigt worden. Es darf wohl kaum erwähnt werden, daß, wo sich überschüssige Nässe in der Nähe der Bäume befindet, diese durch Drainircn entfernt werden muß, überhaupt daß nur bei einem normalen Stand der Bäume und bei rationeller Eultur diese Schutzmittel von Erfolg sein können. Was nun den Stamm unserer Bäume betrifft, so ist dieser durch die Fröste in entwickeln, um nicht in der Concurrenz mit den günstiger gestellten Nachbarn noch mehr zurückgedrängt zu werden, sondern vielmehr einmal eine jenem gleich gute Position zu erringen. Kein Wunder, daß unter diesen Umständen der Abgang energischer, arbeitskräftiger und unternehmender Menschen in Gebiete, die einer fremden Production zinSpflichtlg sind, Mißmuth erregt, und daß man sich bemüht, ihn zu verhindern oder zu vermindern. Wenn dabei nur immer t>ie rechten Mittel ergriffen würden! Wenn man nur zunächst darauf bedacht wäre, die Quellen zu verschließen, aus denen die Auswanderungslust stets von Neuem entsteht: die Ursachen der Verarmung der Masten und die politischen 2 h ß 0 3 0 2 0 « - il Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 26. October. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge hat das StaatSministertum in seinen letzten Sitzungen die Landtagsvorlagen genehmigt und dem Kaiser zur Sanction unterbreitet. Die vorgestrige Sitzung war der Landtags-Eröffnungsrede gewidmet, welche alsdann dem Fürsten Bismarck übersandt wurde und demnächst dem Kaiser unterbreitet wird. Unter den Landtagsvorlagen befindet sich der Entwurf über die Jncommunaltsirung des Thiergartens in Berlin. Die Abgg. Beisert, Kieschke, Meyer und Rickert fordern diejenigen Abge» ordneten, welche mit ihnen zu einer liberalen Vereinigung zusammentreten wollen, zu einer Besprechung am 28. October, Abends, im Abgeordneten' Hause auf. — Feldmarschall Graf Moltke, welcher seinen heutigen Geburtstag aus- wärts begeht, wurden von dem Kaiser Glückwünsche nachgesendet. Die Kaiserin, der Kronprinz, die Kronprinzessin und die Mitglieder der königlichen Familie schickten Gratulations * Telegramme. Aus allen Theilen Deutschlands gingen sehr zahlreiche Glückwünsche ein. Alle Generale, viele distinguirte Personen fuhren an der Wohnung des Feldmarschalls Moltke vor, um ihre Karten abzugeben. Die Capelle des Eisenbahn-Regiments hatte eine Morgen- musik gebracht. Feldmarschall Moltke reiste gegen 10 Uhr Vormittags in der Richtung nach Magdeburg ab, um sich weiteren Ovationen zu entziehen. Wien, 26. October. Die „Poliit. Corresp." meldet aus Konstantinopel : Die Pforte läßt die Version in Abrede stellen, daß Assim Pascha von dem griechischen Gesandten Aufklärungen über die Absichten Griechenlands begehrt hätte. Konstantinopel, 26. Octbr. Die Sanction der C)nvention, betr. die Uebeigabe von Dulcigno, soll morgen zu erwarten sein. London, 26. October. „Daily News" wird aus Lahore gemeldet: Gerüchtweise verlautet, in Kabul seien Unruhen ausgebrochen. Emir Abdur- rahman sei ermordet worden. Dublin, 26. October. Das Journal „Irish Times" meldet: Der m. Darmstadt, 26. Octbr. Der zweiten Kammer der Stände ging gestern eine Vorlage der Großherzogl. Regierung in Betreff der Erbauung einer stehenden Brücke über den Main bei Offenbach nebst den darauf bezüglichen Plänen zu. Auf den Inhalt deffelben werden wir des Näheren zurückkommen. — Der Bericht des besonderen Ausschuffes der zweiten Kammer über die Gesetzesvorlage, den Bau und die Unterhaltung der Kunststraßen im Großherzogthum betreffend, liegt uns im Druck vor. Wegen Raummangel in heutiger Nummer kommen wir auf denselben morgen zurück. Wir bemerken nur heute noch, daß dieser Bericht den wichtigsten Gegenstand der bevorstehenden Kammersession behandelt und daß allem Anscheine nach der betr. Gesetzesentwurf abgelehnt, resp. von der Regierung zurückgezogen werden wird. Berlin, 25. October. Die aus der nationalliberalen Frakiion ausgetretenen preußischen Landtags-Abgeordneten weiden sich nicht als besondere liberale Gruppen constituiren, sondern unter die „Wilden" gehen, indeß unter der Führung Rickert's zu gemeinsamen Besprechungen über alle wichtigen Angelegenheiten zusammentreten. (Siehe jedoch unten die telegraphische Nachricht. Red.) Die Leitung der Geschäfte der Secessionisten ruht vornehmlich in den Händen des Abg. Rickert; dieser dürfte sich im Laufe nächster Woche nach Halle begeben, um dort im Kreise politischer Freunde einen Vortrag zu halten. Posen, 24. Octbr. Beim königl. Landgericht in Liffa fand am Montag die Verhandlung der Anklagesache gegen den ultramontanen Grafen Czarnecki statt. Derselbe hatte nämlich auf seinem Schlöffe eine Fahne mit der In- schrift: „Tod den Deutschen" anbringen loffen. Der hohe Gerichtshof ver- urtheilte den Angeklagten, Grafen Czarnecki, zu einer Gefängnißstrafe von 3 Monaten. Der Staatsanwalt beantragte 10 Monate. (N. A. Z.) sjehcli, Egk'i»«1 swÄtU'11 I«iH‘ ” Bi« 1 i*S ilep’ Nach 0CI‘V „rei SELtt *"Ä Was nun Mitteln bei E d-- ; nehmen, y09 q inber «eiche nun w» wunberbar, wie iu Reullinsen, 1 Jiinbe an vielen Bäume, meist P dies geichah von frorenfein herbei Rinde wurde m dann sofort m Bäume (Birnhc allermeist rings diese Säume w war eii! außen Standbäume, un triebe entwickelt kräftige und vei Rinde beraubt v geschehen wäre, ungehindert fein sich sehr bald uni Rach einem Iah beschädigten Rin ®eIdPlon8irng“n»iHnnberiBonkirl^d,«ft st-h.n, .st bte Auswand-rung bet * B°b-nltga mißbilligt, unzweifelhaft ein nationales Uebel, denn es sind nicht die schlechtesten Elemente, f 9R " nmmpr b die sie fortführt, und nicht der schlechteste Nachwuchs ist eS, der uns in ihren , Kindern und Kindeskindern verloren geht. Aber in der Praxis des realen Lebens handelt es sich nicht nur um die Wohlfahrt des Staates allein, son- dern auch um die des Individuums und einzelner VolkSklassen, und in Rück« sicht auf diese, auf die thatsächlich unerträgliche und immer aussichtsloser sich gestaltende Lage breiter Schichten der Bevölkerung Europas, und insbesondere Deutschlands, verbietet eS die Humanität, die Auswanderung gewaltthätig zu beschränken. Aber wir können die Auswanderung so leiten und lenken, daß sie den nationalen Jntereffen dienstbar wird, indem wir sie auf Punkte führen, wo sie nicht dem Dienste einer fremden Nation verfällt, wo die Auswandern- den mit Herz und Hand deutsch bleiben. — Wir müssen colonistrm — nicht Handelscolonien, wohl aber Arbeitscolonien schaffen, deren Erzeugniffe unserem Handel und unserer Industrie zu Gute kommen und deren consumtive Bedürf- nifle sich Befriedigung suchen in der Production des Mutterlandes. Aber das läßt sich nicht über Nacht bewirken, da die tauglichsten Di- stricte beschlagnahmt sind und die weniger tauglichen erst durch lange und harte Anstrengung ergiebig gemacht werden können. Und da bleibt für die Nutznießung der gegenwärtigen Generation nichts zu thun übrig, als daß — ohne daß die nationale Colonisation durch den Staat dadurch beschränkt werde — die Auswanderung organifirt und, sei es durch Privatgesellschaften, sei es durch den Staat, in dem Falle befördert und unterstützt werde, daß sie sich nach Gebieten zieht, in denen die Emigranten national, productionell und con- sumtiv dem Vaterlande erhalten bleiben! — So kann es auch bewirkt werden, daß auch diejenigen Elemente der Bevölkerung die, obwohl ihr Abgang für daS Mutterland am wenigsten empfindlich wäre, wegen Mangel an Energie und Mitteln nicht auswandern, dazu befähigt werden, und daß die uns zu erhalten wichtigeren Elemente Luft und Raum, auch im Vaterlande erhalten. Colonisation und, da die Auswanderung nun einmal nicht zu hindern ist und nicht gehindert werden darf, Organisation und Unterstützung der Auswanderung, d-as ist es, was uns Noth thut! neuen Strafgesetzbuchs den Antrag auf Wiedereinführung der Todesstrafe mit 41 gegen 20 Stimmen ab. Loudon, 26. Octbr. „TimeS" erfährt, die Procedur gegen die Führer der irischen Liga sei beschlossene Sache und werde rasch und energisch betrieben werden; indeß werde es nicht für nothwendig erachtet, die Befugniffe der irischen Executive zur Unterdrückung der Agraroerbrechen zu erweitern, weshalb daS Parlament nicht vor der üblichen Zeit einberufen werden dürfte; das Cabinet würde inzwischen die versprochene Landreform-Bill für Irland ausarbeiten. Cettinje, 26. Octbr. Radonic fordert die Mächte nochmals auf, zur Theilnahme an der Erörterung der technischen Details der abzuschließenden türkisch-montenegrinischen Convention Officiere zu entsenden. Petrooic schlug vor, Riza Pascha möge selbst nach Kania kommen, wo am 28. October die Verhandlungen fortgesetzt werden sollen. London, 26. October, Abends. In unterrichteten Kreisen wird die von der „Irish Times" gebrachte Nachricht von der Demission Forsters dementirt. — Der Regierung ist keine Mittheilung über einen von den „Daily News" gerüchtweise gemeldeten Aufstand ic. in Kabul zugeganqen. zweifacher Weise verletzt worden. Die meisten Schaven finden wir an der mittäglichen Seite der Bäume und zwar oberhalb der Schneedecke. Es war die niedrigstehende, daher den senkrechten Stamm stark local erwärmende winterliche Sonne, welche das Erfrieren aus dieser Seite verursachte. Durch diese Erwär i ung, welche besonders an den Nachmittagen stärker war, wurden an diesen Stellen die in der Rinde abgelagerten Reservestoffe gelöst und verflüssigt und der nun in der Nacht folgende starke Frost mußte dann natürlich doppelt schädlich auf dieselben einwirken; cs bildeten sich Frost- platten und nicht selten größere Frostrissc. Gegen dieses locale Erfrieren, welches oft die Hälfte des Baumes beschädigte, gibt es ein vortreffliches Schutzmittel, nämlich das Bestreichen mit Kalk. Außer den sonstigen günstigen Eigenschaften des Kalkanslricvs, welchem man, um ihn besser haltbar zu machen, mit Nindsblut vermischt oder ihm etwas Lehm zusetzt, erhält der Stamm eine hellfarbige R'nde, welche die Sonnenstrahlen nicht, wie die von der Natur dunkelgraue Baumrinde, aufnimmt, sondern zurückwirft. Nöthigensalls ist dieses Bestreichen an der Süd- und Südwestseite im Winter zu wiederholen. Dieses Ueberkalken der Stämme, welches bis zur Krone hinauf geschieht, hält zugleich eine Menge von Jnsecten, namentlich die Weibchen des Frostspanners und die Rüsselkäfer ab, auf den Baum zu klettern und ist eines der wichtigsten Mittel der rationellen Obstbaumpflege, welches auch bei der ausgedehntesten Obstanlage mit Leichtigkeit angewendet werden kann. Das Pomologische Institut in Reutlingen besitzt ein ausgedehntes Baumgut mit 40—50jährigen Aepfelbäumen bepflanzt- Der Boden ist Wiese. Die Baumscheiben werden jährlich zweimal gelockert und die Stämme jedes Jahr zu Anfang October mit Kalk bis zur Krone bestrichen- Trotzdem, daß in der Nähe zahlreiche Obstbäume erfroren sind, haben auf dieser Pflanzung nicht einmal die Bäume der Pariser Nambour- Reinettc, die sonst überall beschädigt wurden, vom Frost gelitten- Das Baumgut liegt frei und ist nur gegen N--O- etwas geschützt. . Ein zweiter Umstand ist aber noch bei dem Erfrieren der Stamme in Betracht zu ziehen, auf welchen mich erst vor wenigen Tagen Herr Hofrath Dr- v. Sachs aufmerksam zu machen die Güte hatte. Der Frost wirkt nämlich auf die äußere Rinderi- schicht, die Borke, außerordentlich lzusammenziehend; diese zerdrückt nun förmlich du darunter liegenden lockeren Zellen und die inneren RindeNschichten, indem diese dadurch nach innen auf das Holz, welches nicht nachgibt, ausgepreßt werden. Dies findet nun mehr an der Nord- und Nordostseite statt, als an der Südseite; denn hier wirken gerade die kalten Nordostwinde besonders schädlich. r Da, wo Obstpflanzungen den Windströmungen ausgesetzt sind, kann nur ein Umbinden der Stämme mit Schilfrohr oder Tannenzweigen Schutz bieten; in dieser Hinsicht dürften vielleicht die neuen Schutzhüllen für jüngere Obstbaume, welche außerfi dauerhaft gearbeitet sind und aus aneinander gehefteten Bündeln von Schilfrohr be- Die Frostschäden und die Gbstcuttur. Die Frostschäden, welche die Obstbaumzucht im vergangenen Winter hauptsächlich in Süddeutschland erlitten hat, sind jetzt in ihrer ganzen traurigen Ausdehnung fest- gestellt- Allein m Unterfranken beziffert sich der Verlust nach amtlichen Erhebungen auf die kaum glaubliche Höhe von 2U Millionen! Dieser Thatsache gegenüber werden unsere Leser uns Dank wissen, wenn wir ihnen nachträglich einen ausführlichen Bericht über den Vortrag geben, tn welchem Herr Dr. Lucas von Reutlingen auf dem Würzburger Pomologen Congreß zwei hierher gehörige Fragen von höchster wirthschaftlicher Bedeutung behandelt Hal: Welche Vorbeugungsmittel kann die Obstkultur gegen starke Winterfröste und deren Nachtheile anwenden? und "’S illt. ft S »e 9eM0et ■ •*' 816b«,; •ja« di, jjj, lbJ"Ä i„ W erveitnn bit “ I«f Zckch' W i« •^•IWtjtnben ’8, Dctober die 'reisen wird dir 'Won KscherS »n drn „Daily J“ hauptsächlich Mahnung fest- >chen Eihebungen Wnübtt werben -suhrl'chen Bericht n aus dem Würz-, r wirthjchajtlicher : Winterfröste und chäden nach Mög- I zu machen? | aß der Frost des I lt, bis über einen | anserer Obstbäume )dens Wärme aus- I rch die zahlreiche» I pflegt. Daß dieser | in alle Zbeilt des | imenbäuinen weit I chl begreiflich und | Zaumarten gegen- I n des den Boden ist zu- e der Bäume, also >d«te Erde enthält der bekanntlich ein i nie so einbringen te LchuM-ltel an- ns oder dergleichen nscheiben aufUgen, süngeren Bäumen, wobt nichts besser Erde anzuhäusen ijer Schutz iür die > die'in den letzten >t morden. Es bau r Nähe der Bäume baß nur bei einem itgnitid von ErM durch die Fevlle in an der m'ttäglichm Sonne, welche m welche beion eü « -Rind- abge »g- ’*ÄÄ »* oermiichr oo-' g&s . in Befta-Hl I 2* Ä,re SRint(l!: I di- bü I $ Ld> sind. k^"j^di-l-l I ii Vermischtes. K. Wteseck, 26. October. Heute Abend versammelten sich einige Herren in einer Wirthschaft behufs Gründung eines ZwetgveremS ver Deutschen Fortschrittspartei. Eine weitere Versammlung findet in den nächsten Tagen statt. Mainz, 25. Oktober, Vormittags 9 Uhr. Hochwasser ist in Sicht, und zwar schwoll seit heute Nacht das Wasier des Rheins derart an, daß soeben das Pegel 3.60 Meter anzetgt. Schon ist das Ufer zwischen dem Fisch- und Bocksthor, an den Ausladeplätzen für Steinkohlen und Holz überschwemmt und die dortigen Lager unter Wasier gesetzt. Main und Neckar bringen so viel Wasier, daß der Rhein stündlich nahezu um 4 Zoll wächst. Die Bewohner niederer Stadttheile räumen bereits ihre Keller aus, um nicht von dem Hochwasier überrascht zu werden. Der Rhein ist ganz gelb gefärbt, und es treiben die Fluthen Holz, Heu u.s.w. an der Stadt vorüber. Mainz, 25. Oktober, Mittags 2 Uhr. Der Rhein ist noch fortwährend, aber langsam im Wachsen begriffen, seit heut Vormittag 10 Uhr dringt das Wasier in die Keller der Hauser der Rhein- und Löhrstraße und sind alle Bewohner dieser Straße mit dem Bergen ihrer Keller- vorrätbe beschäftigt. Laut einer heute eingelaufenen Depesche an das Großh. Kreisamt stieg der Rhein gestern bei Mannheim von 5.25 Meter bis 7.12 Meter. Die Maschine zum Heben der Pfeiler der alten Brücke mußte des Hochwasier« wegen ihre Thattgkett einstellen. Um die hiesigen Bewohner rechtzeitig zu warnen, sind von Seiten der Dürgermetsteret Anordnungen getroffen worden, daß die Wasierstände des Oberrheins und seiner Nebenflufle per Draht rechtzeitig hier eintreffen, um publtcirt zu werden. Ein weiteres Steigen des Rheines bei Mannheim ist heute Morgen nicht beobachtet worden. Meiningen. Eine sehr energische Strafe wurde Seitens der Strafkammer des hiesigen Landgerichts in voriger Woche dem Mühlenbrsitzer Christoph Luck von Herges-Vogtet zu Theil. Luck bat erwiesenermaßen unter das von ihm gemahlene und verkaufte Mehl 13 bis 36 Procent Schwerspath gemischt. Der Genuß solchen verfälschten Mehles ist selbstverständlich der Gesundheit äußerst nachtheilig, ganz abgesehen von dem gemeinen Eigennutz, der m solcher Handlungsweise liegt. Der Gerichtshof schloß denn auch alle mildernden Umstande aus und verurtheilte den betrügerischen Müller zu 18 Monaten Gefängniß, 600 JL, event. zwei weitere Monate Gefängniß und Tragung der Kosten. stehen besondere Beachtung verdienen. Verfertiger derselben istder O^gärtner L deutlet in Künzelsau, welcher dieselben m zwei Qualitäten ju 10 und 15 dao Stück liese^tz" Dieselben sind Meter h°ch, können leicht n°ch hoher gemacht werden unb fi$a“nun d-n°Schuh der Kronen unserer Obstbäume betrifft so ist -in sorgfältiges Ausputzen und Auslichten des zu dicht stehenden Jnnenholzes von großem Vortbeile indem dadurch das Holz der übrigen Theile der Krone beizer au .»reifen kan . c\m Vorübergehen will ich nur ermähnen, daß im Frühjahre umgepfropfte und im ^ritftinhr 11'rn'inate Bäume vom Frost gelitten haben, besonders die, welche sehr üppige T r^e be* eilkfeIt^ba 11 en m ie°naHir0l i bei dem feuchten Herbste ihre Holzreife nicht »langten'? Hier würd "in Gegenden, wo Frostschäden häufiger oor ommem s ott des V roof-ns in Spalt oder Rinde dos Pfropfen in di-Seite, und anstatt d-s Verjüngens im Frühjahr das Verjüngen im Spätherbst zu empfehlen sein. Bei der letztgenannten in fitth hk neuen Triebe geschützt und werden im ersten Jahre nie zu stark. Nach dem Verjüngen im Herbst entwickeln sich die neuen Triebe ,m nächsten Frühiahr "üher N!ch,°p-rLn‘Äe^Sir 'aUe offenen^unben an den Bäumen, di- des Ninde entbehren der Beschädigung durch Kälte ausgesetzt sind und daß Schutzes der Rinde entbehren, ver n>ao u burd) ^heer, kleinere und besonders^ Rind^nwunden durch Ueberstreichen mit kaltflüssigem Baumwachs oor der Be- ruhrung von Qflt und ^^t'gkett z sch (n ber Baumschule namentlich aber aucb ber Pfirsiche Aprikosen, de? Reben und einjährigen Bim- und Aepfelbaume ist zu bemerken, daß' dieses em vortreffliches Schutzmittel ist, wenn es ^chEmtrittber Äten F^östt und sorgfältig ansgesührt wird und auch d.e noch krau ar .gen Spitzen mit entfernt werden. Mehrfache Erfahrungen haben auch im letzten Winter bte Zw cf- mäßigkeit dieses Mittels bestätigt. Mas nun den zweiten Theil unserer Frage anbelangt, welcher nach den Hülss- mittelu bei eingetretenen Frostschäden forscht, so ist vor Allem em starkes Einstutzen der Baumkrone und eine Erneuerung der durch den Frost beschädigten Rinde vorzu- nehmen. Das Letztere ist das ungleich wichtigste Hülfsmittel, und lvmn dies überall in der richtigen Weise geschehen wäre, so würden wohl viele Tausende von Obstbaumen, welche nun völlig abgestorben sind, noch gesund und kräftig dastehen. Es ist wahrhaft wunderbar wie bet nicht zu stark von Frost beschädigten Bäumen, namentlich bei allen lolchen deren Holz sich nicht gebräunt zeigte, nach Entfernung der oottig zerstörten unb getöbteten Rinbe. diese durch Markstrahlen, welche Granulationen bildeten, erscht wurde, wenn das von der Rinde entblößte .Holz sofort mit kattMssigem Baumwachs oder Baummörtel bestrichen wurde. In dem Muttergarten ju Reutlingen, welcher einen ziemlich kalten und schweren Soben bat, zeigte sich bi Rinde an vielen Birn- und Aepfelbäumen stark beschädigt. Nicht selten mußten die Bäume, meist Pyramiden, mit 1 Meter hohen Stamme total entrindet werden, imd dies geschah vom Frühjahr an bis zum Spätsommer, sobald sich die durch das Er- -frorensein herbeigeflrhrte Rindenfäule durch mißfarbige Stellen wahrnehmen ließ. Die Rinde wurde mit scharfen Messern bis auf das gesunde Holz weggeschmtten und dies dann sofort mit kaltflüssigem Baumwachs überall bestrichen. Bei Hunderten lunger Bäume (Birnhochstämme) in ber Baumschule mußte die Rinde nahe Über dem -öoben, allermeist ringsum l'/r Fuß hoch, ba sie sich erfroren zeigte, entfernt werben- Sitte diese Bäume würben sogleich nach Bedürfniß in ber Krone eingestutzt. Der Erfolg war ein außerorbentlich günstiger. Wir verloren im Muttergarten nur sehr wenige Standbäume, und die auf diese Weise behandelten hatten zum Sroßttn Theil die schönsten Triebe entwickelt. Die obengenannten Abteilungen der Baumschule, in denen schone kräftige und verkaufbare Birnbäume im §ruh,cihr meistens auf, 1 Fuß 5obe ihrer Rinde beraubt werden mußten, stehen so üppig und gesund da als wenn ihnen nichts geschehen wäre. Der aufsteigende Saft konnte durch die gesund gebliebene Splintschlcht ungehindert seinen Weg nehmen, und zur Herableitung des absteigenden Saftes hatten sich sehr bald unter dem schützenden Baumwachs oder Baummortel neue Zellen gebildet. Nach einem Jahre sind die Bäume vollständig verheilt- Diese Erneuerungen ber flost- bcschäbigten Rinbenschichten sinb also von ber größten Wichtigkeit. ____ Von bebeutenbem Erfolge zeigte sich auch bas Einstutzen ber Baumkronen zeitig im Frühjahr, sowohl bei Obst- wie bei Walbbäumen. Die sich barnach entwickelnden, reich beblätterten, kräftigen Triebe konnten eine Menge Säfte anziehen unb umwandeln und daher wesentlich zur Neubildung der Rinde beitragen. Es war auffallend, wie zurückgeschnittene Bäume sich erhielten, während nicht zurückgeschnittene zwar anfingen zu wachsen, aber im Laufe des Sommers allmälig abstarben. Eines Hilfsmittels muß jedoch noch gedacht werden, welches von gutem Erfolg war, das Schröpfen (oder auch Aberlassen) ber Rinbe bei solchen Bäumen, bie weniger stark vom Frost beschäbigt waren. Auch bas Abnehmen schmaler Rmbenftreifen auf ber ganzen Länge ber Stämme war von günstigem Erfolg. Durch beibe Metboben wirb ber ans den Zellen heraustretende Zellsaft, welcher äußerst schädlich und zerstörend wirkt, durch Verdunstung wenigstens theilweise entfernt, und es konnten sich nun unterhalb der beschädigten Rinde Granulationen von Zellstoff und eine neue Rinde bilden. (F- Z-) Lokales. Gießen, 27. October. Gestern Mittag ist tm LandeSzuchthause zu Marienschloß die nordwestliche Ecke de« bereit« bi« zur Dachhöhe vorgeschrittenen neuen Kerkerbaues eingestürzt. Da der Einsturz während der Feierstunde erfolgte, so ist kein weiterer Unfall zu beklagen. — sSterbltchkeit in Gtrßen.j Auch in der Woche vom 17. bi« 23. October war da« Sterblichkeitsverhältniß in hiesiger Stadt ein günstige«, da wir nur 4 Todesfälle zu verzeichnen hatten. Es starb ein 4jährige« Kind an Diphtheritt«, ein Mann an Schlagfluß und zwei Frauen an Lungenschwindsucht. G. Docter & Katz, Seltersweg, Gießen. N 6077 6350) 9 L ct N u o o ct- CD €> +» O o n B Theilnehmerinnen an meinem Unterricht im Maaßnehmen, Zuschneiden und Anferti- aen von Damenkleidern können jederzeit eintreten unb werden in dem kurzen Zeitraum von vier Wochen befähigt, jedes Kleidungsstück nach jeder Mode selbstständig anzufertigen. —_ , , - Johanna Rothenberger, Lindenplatz. ac w Ausverkauf! "We ■»6 Wegen Geschästsveränderung empfehlen wir einen Posten reinwollene Buckskin - Knaben s Anzüge, neueste Fa§on, von 6 Mark an, in Halbwolle von 3,50 Mark an. Buckskin-, Kammgarn-Cheviot-Winter-Anzüge für Herren, von 22 Mark an, in gediegener, solider Arbeit. Ueberzieher für Herren, in den neuesten Stoffen und Fa^onS, von 12 Mark an; desgleichen für Knaben staunend billig. Schlafröcke in guten Stoffen und schöner Ausstattung, von 12 Mark an. Jaquets, Sackröcke, Joppen, Hofen, Westen, in den neuesten Fa^ons und modernsten Stoffen, außergewöhnlich billig. . 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Da wir den von uns angekündtgten Bazar nur dann zur Ausführung bringen können, wenn uns eine genügende Anzahl von Gegenständen, die sich auch für den Verkauf eignen, zur Verfügung gestellt werden, so erlauben wir uns, unsere geehrten Freunde und Wohithäter, und vornehmlich die verehrten Damen auf Einiges aufmerksam zu machen, was uns, ohne selbstverständlich anderes auszuschließen, besonders erwünscht wäre, z. B. Schürzchen für Kinder und Hausschürzchen, Arbeitstäschchen für Damen, allerlei Spitzenarbeit, verarbeitete oder im Stück, ferner Kragen, Manschetten, Halsbinden und sonstige Herrenartikel, Obst, in Körbchen arrangtrt oder auch lose, Blumenkörbchen, kleine Sachen für den Nähtisch der Damen, sowie für den Schreibtisch der Herren und ähnliches mehr. Nach beendetem Verkauf wird der Nest verloost. Wir werden jedoch Sorge tragen, daß an Werth und Zahl genügende Gegenstände für die Ver- loosung übrig bleiben. Die Gaben, welche uns zugedacht sind, erbitten wir uns freundlich bis zu Montag den 8. November. Jede der unterzeichneten Damen ist zur Entgegennahme bereit. Gießen, den 25. October 1880. Der Vorstand: Fr. Dr. Baur. Fr. Bürgermeister Bramm. Fr. Profefser Bratuscheck. Frl. Elisabeth Buff. Fr. Haustein. Fr. Gasdirector Hess. Fr Kauf- Frl. Klos. Frl. Langermann. Fr. August Noll. Frl. Clara Simon. Frl. Stammler. Fr. Landgerichiscirector Stammler. Fr. Wagner Steinberger. Fr. Thorwart. Frl. Sophie Walther. Fr. Professor Wilbrand. Frl. Windecker. Frl. Henry. Fr. Pfarrer Köster. Danksagung Allen Denen, welche unsere liebe Elisabeth® Schenk. VFittwe zur letzten Ruhestätte begleitet und besonders allen Denen, welche ihr während ihrer la, gen Leidcnszeit so unendlich viele Wohl- thaten erwiesen, sagen wir den innigsien Dank. 7064) Die trauernden Hinterbliebenen. - Druck und Verlag dermhl'schen Univ.-Druckerei (Fr Ehr. P"^ch)^.G»ßen.^ Beilage. 200.19 327.24 712.90 Erdauffüllung, „ „ 511,80 Gießen, den 27. Oktober 1880. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießm. Herzojl. B aiiTewerksclinle z„ Holzminäen a/d.W eser. Errichtet FACHSCHULEN für 1831/32. BAUHANDWERKER, MUEHLEN- und MASCHINENBAUER. Wintersemester 3. November. Vorunterricht 5. October. Pensionat Vermischte Anzeigen. 7061) Ein braves Dienstmädchen per sofort gesucht von Frau Louise Ackermann. E. Heillemaim's llniv.-Buchhandlungä-Antiquariat Fr. EL Fehsenfeid hält ein großes Lager von antiquarischen Werken jeder Wissenschaft. Bibliotheken und einzelne werthvolle Werke werden jederzeit angekaust und gut bezahlt. (3952 Bekanntmachung. 7074) Mit dem 1. November er. wird der Privat - Güter-Vei kehr der Station König der Saarbrücker Eisenbahn aufgehoben. Dementsprechend treten von diesem Tage ab die für denselben bestehenden directen Frachtsätze für die Beförderung von Gütern, Leichen, Fahrzeugen und lebenden Thieren außer Kraft. Ausgenommen sind hiervon die Frachtsätze für den Kohlenverkehr. Hannover, den 22. Oktbr. 1880. Königliche Eisenbahn-Direction. Montag den 1. n. Monats, Vormittags von 9 Uhr an, sollen im alten Rathhause versteigert Steinhauerarbeit, „ Pflästererarbeit, „ Die Brüht schc Umv. Druckerei (Verlag und Expedition des „Giessener Anzeigers“) hält sich zur Anfertigung von D Flickarbeiten Jeder Art bestens empfohlen. Tokles Anzeige. 7066) Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Nachricht, daß unser tnnig^elieb^es Söhnchen Robert im 4. Lebens» jahre gestern Abend 10 Uhr sanft verschieden ist. Um stille Th-tlnahme bitten Feldwebel Freudenberg und Familie Zulauf. Gießen, den 27. Oetober 1880. 20-Francs-Stücke . . . do in */a . Englische Souvereigns . Russische Imperiales • Holländische fl. 10-Stücke Ducaten ..... Dollars in Gold . . • Jagdhund. Ein ferm dressirter 2-3jähriger geführter Jagdht nd wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl._____________________(7053 7059) Für ein Colonialwaarengeschäft wird ein junger Mann mit schöner Hand» schrift und guten Zeugnissen auf sofort gesucht. Offerten unter M C. an die Exp. d. Bltts.___________ 7056) Ein Haufen Mist wird gratis abgegeben. August Weidig, Kreuz D. 2. Bezüglich beabsichtigter Neuanlagen, Erweiterungenu. Aen- derungen von Gas - Einrichtungen bitten wir uns behufs rechtzeitiger Ausführung baldmöglichst Mitlhetlung zu machen, da sich diese Arbeiten mit dem Vorschretten der Jahreszeit anhäufen. 6963) Giessener Gaswerk. Meine Keschlagschmieile befindet sich Neuenweg, tm Hofe des Gasthofs „zum Löwen". Empfehle mich ferner zur Ausführung aller Schmiedearbeiten und Uebernahme von Reparaturen zu soliden Preisen. Wermietyungen. 7060) Ein freundlich möblirtes Zimmer mit Cabinet im Hause des Herrn I. Natt- mann zu vermiethen. 7057) Ein neu hergerichtctes Familienlogis auf sogleich zu vermiethen bei A. 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October 1880, Nachmittags 5 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet- Der Herr Max Pilger von Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 26. November 1880 bet dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußsaffung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- bizerausschuffeS und etntretenden Falls über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und endlich zur Prüfung der angemeideten Forderungen auf Dienstag den 30. Nov. 1880, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Ron« kursmaffe gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Be- frtedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 26. November 1880 Anzeige zu machen. Gießen, den 18. Oktober 1880. Großherzogl. Amtsgericht zu Gießen. Langsdorfs. Zur Beglaubigung: N e t d h a r t, Gertchtsschreiber. 7070) Die Verwaltungsrechnung und der Vertheilungsplan für das Schuldenwesen des Christian Schäfer von Ruttershausen liegen in der Ge- r'chtsschretberei hiesigen Amtsgerichts 2 Wochen lang zur Einsicht der Be- thetligten offen. Der Verthetlungs- plan wird bestätigt und darnach die Vertheilung vollzogen werden, wenn nicht innerhalb jener Frist Klage erhoben und, wie geschehen, hier nachgewiesen wird. Gießen, am 25. Oktober 1880. Großherzogl. Amtsgericht Gießen. Langsdorfs. N e i d h a r t. JL § 16 12-15 16 11-15 20 31-36 16 69-74 16 65 9 58-63 4 21-24 p. Darmst gelten Kammer ü Zttvban 'Mac der Wichtigkeit des ,5 der Ausschuß W Hroßherzogthum rui Bauwesen noch m Pachtung sand, on Mllstraßen ausgeb «eichen die Fo>de^ Mißten Bevölkert MliM Zweige d Tas Großtmzogtm gegolten. Aber w die Instruction ui auch, welch günstr von dem normal Strahendauten sei noch circa 18 We (onnten. Nackder Staatsstraßen ab, heu hing von $iri im Straßenbouwe bahnen auf bie Fl Straßenanlagen a subventionen an ( kannten normalen Ministerium habe । der Greife und Prc ^glaubt habe, die S Lcrpflichtung des (s md Provinzen über die allgemeine Erken band der industrielle btr entinnt liegend^ durch gute Strchn, reichen waren, yari Landes in schlechte der nur zu nochbw gehenden handelst zwischen Staats- r Gemeinden zur straßen versehende, 'Ystems auf Kosten 17 Anträgen und i Bicmalstraßen an i summe von 250,0 Korporationen bentt »bgelehnt, diese Su wgung zu stellen. Eigung von Sub Entwurses ermähn Anweisung auf bi Or von den Ora fertiger Betonung i ^uterflühung der i M« vrojectirten^ Lag-, weser ej en b Jahren »J« das Wegewes Klb«n hrngewiesen. . Der Bericht tem Gebiete des teas ff allen Seiten' “"Mottung d,r ■ >orIaVrJ etj'?!bfnben!