'ft» «Üb * nimmt kl. ^i^anbet, H»»i Carl btn.) 1 «ark. *««64'1, ui. (2025 ben aller ülrt, i r Drckrn, uckml. .OB in Gießen lalprtifen, tv (2107 i, »■ * %. w flKf «IN ttbeW 6,& Ät. 71. Zweites Blatt. ©oilllhlfl bell 28. Mtlrz INNO. Meßener Mnzeiger AiuriU- nnb Amtslilxtt für iri Kms Gikßm. :;sr=, I «.». ........................... jjx**. «L ä* ,mwiiw1mi>‘,,ii*“iu"“"mii**™mm™~~**“**‘"**"'*~~*—~~—~~^~~~~~~~n~ii l-------eri---------i f niwni——ti - -■.-•■-■ Tiwin ru i Amtlicher Kl-ei L ® t v rf b r i c f. Der ftfifllier Philipp Bierau bet 9. Kompagnie I. 9hfJ*iul|d)eii Infam erie-Regiment« Dir. H7 hat am 12. b. Mt«. Morgens ßfflrii ? Uhr ohne Urlaub da« Kasernement verlassen imb ist bl« setzt > och nicht bahtn ^urfuf^vft'brt. Da bnjrlbr ber Fahnenflucht brhißriib verdächtig ist, so werben alle Militär- unb Etvilbehüiden dtenstergedenst ersucht, benselben im ErgteisnngSsalle zu verhaften nnb ihn an blr nächste MilttärBehördr adzuUesern- Kastel, ben 19. März 1880. Da« Komtnando be« FÜstliet-Bataillon« I. Nassauischen Insauterie-Nestiment- Nr. H7. ^-fßiinlr ment: Vor« unb Zunamen: Philipp Bi er au. Geburtsort: Voll ar, Kreis Glesien, Großherzogthnm Hessen. Geboren: ben 20. Juli 1850. Religion: Enangellsch. Gewerbe: Schreiner. Grüfte: I in 09 cm. Haare: btmfelblonb. Stirn: hoch Austen: braun. Nase: spitz Mund aVwöhnlich. Zähne! gesund. Batt• Bt^nurröart, ftltin oval Aßstchlßfariß! l'insi Erstchtßöilbung dinglich Etaturi mittel Wvrachßi dniisd) Wr sondere Kennzeichen: Keine. Bekleidet war berselbe mit: 1 Feldmütze, 1 Drillichjacke, I Halsbinde, 1 Paar Tuchhosen, I Paar kurze Stieseln. Der Ztgenner Adam Klein von der Ktüge bet Baitenberst hat sich mit Znrücklasstmg seiner beiden Kmber von dort entfernt unb treibt sich vastabnnbtrend, pcivÖbnHd) in der Gegend von Friedberg oder Giesten, umher. ES wird nm Mitthrilnug seines Aiifetuhalte« ersucht. Biedenkopf, ben 21. März 1880. Der Vandrath: Seybert. ~~~1 ............................ ' ......... ...... ■ ■■■■■■—■■ !■■■■■■ |, | , ...... 3uv po!itifd)Cii Situation. Der Odem des Friedens wehte in der stillen Woche burd) Europa- Ueberall klingen die (d)öiicn Worte unseres Kaisers wieder: „WBenii die Zet- tungen jetzt schreiben, daß der Friede gesichert ist, so treffen sie daS Nichtige!" Während unserer pallamentarlsd-en Fertrn untersuchen die ^iorkämpser In ber Boche deS kirchlichen Frieden« bad Gewicht brr Garantie, welche der entgegenkommende Schritt deS Papste« Vro XIII. sür Staat und Kirche bietet. In Elsaß-Vothringen, in Hohenzollern und In einzelnen preußischen Provinzen hat der Staat bereit« mehrfach eine äußerst milde Auffassung der bestehenden Kirchengesetze bekundet, und da nun einmal der (iuihnjrlrbru nur von Fall zu Fall zu Stande zu kommen scheint, so wachse,« die Aufsichten eine« Abschlüsse« mit jeder, anscheinend not!) so kleinen Evncession. Henscht erst bei beiden Theilen, wie bad jetzt der Fall ist, die ernste Absicht, zu einem Ausgleich zu gelangen, so ist er and) nicht mehr sern. Die Aussichten de« Frieden« habt« bunt) die zwischen 9t nßland unb Frankreich eingetretene Verstimmung gewonnen. Fürst Orlvss hat bei seiner Rückkehr nach St. Petersburg mit dem Kaiser, d«m Kronprinzen nnb Fürst BiSma'ck in regem Verkehr gestanden, und du gleichzeitig der Frieden«- grnß Kaiser Wilhelm« an den (Lzaren eine sympathische Erwiderung gesunden hat, so taucht da« bestimmte Gerücht von einer neuen Annäherung Rußland« an die deutsch-österreichische Allianz ans. Die Pensionirung de« Fürsten Gort- schakosf und die Beseitigung de« russischen KriegSmintster«, Gras Miljuttu, der beiden Stützen der großrussischen und panslavtstischen Politik, gelten sür nahe bevorstehend. Rußland hat den Gedanken, die Beletbigniig de« Ezaren, welche hi der Nichtachtung be« Vertrage« von Knldscha lag, burd) einen Feldzug in da« westliche China zu rächen, anfgegeben. Anstatt (eine Kräfte In Centralasien zu zersplittern, gedenkt da« Czarenreick) ernsllid) im Innern Ruhe und Ordnung zu schaffen, und die Thätigkeit be« Grasen Voris-Meltkoss zeigt weiitg- sten« Spuren einer Bemühulig, ben 9llünschen der Ration mehr gerecht zu werden, al« bisher. England bfrrfle an seiner selbstständigen britischen ReichSpolittk sest- halten, wenigsten« (iub alle Gerüchte, al« ob Vorb BeaconSsielb baraii dächte, He deutsch österreichische Allianz zu einer mittel.eitropäischen zu machen, haltlv«. Der VZahlkampf absorbirt übrigen« eine Zett lang alle Anfmerksamkett der Englände«. Der vorau-sichtlick) den Conservativen günstige Anüsall liegt hn Interesse ber deutsch österreichischen Politik, denn die britische Torypartet begrüßt in Oesterrtch« Vordringen im Orient ein Mittel, den russischen Etnsliiß auf der Balkanhalbtnsel im Schack) zu halten. Frankreich beschäftigt sich leblgltck) mit seinen inneren Angelegenhetten. Da« Mtntstertum Fkeycinet zeigt gleiche Energie gegen die Radikalen, wie gegen die UUramonianni. Der Culturkampf, der mit der Maßregelnng der Jesuiten begtrmt, wirb dem Lande noch lange >0eschästignng geben, und schon dadurch dazu bettragen, die Revanchepoltttk immer mehr vergessen zu machen Oesterreich hat vorläustg die ossiltellen Erklärungen Italien« mit dem Glauben an ihre Aufrichtigkeit dankbar entgegengenommen. E« wird nun die Sache be« italienischen Ministerium« sein, die Irredenta energtsck) zu zügeln ober, satt« sie widerspenstig ist, zu unterdrücken. In der Türket nimmt der Proceß gegen den Mörder de« rnssischen Oberst Kumeran ernstere Dimensionen an. Bl« da« Urtheit bekannt wird, hält der neue rnsstsche Botschafter beim Sultan, von Rowtkofs, Rast tu Mvtkau, Nid kommt, je nach dem AuSfottett, viettetcht gar nicht nach Staininil. Darmstadt, 25. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog st'i'v In Folge eine« Erkältung« Fieber« genöthigt da« Bett zu hüten, haben vcher fl'itmi keine Vvruäge entgegengenommen unb werben auch Samstag km ne Andierizni rrH)eilen. Darmstadt, 25. Mäiz. Da« heute auSgegchene Erotzh. Regierungsblatt Nr. 0 enthält 1 Bekanntmachung Großheizvglicheu StaatSministerium«, den zwischen Hessen nnb Preußen wegen Abtretung de« EigenthumS an dem Hessischen An- theil der Mmu'^st'ser-^'iahn abgeschlossenen StaatSvertrag bdr. 2 . Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums brr Finanzen, die Aushebung der Rentämter Vangen und Schotten, sowie die Organisation verschiedener Rentämter in den Piovinzen Starkenburg und Oberhesseu btlr. Dieselbe lautet: Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allerhöchst anznvrd- ueii geruht: 1) die Rentämter Langen nnb Schotten auszuheben; 2) ble Distrlctleinnehinereien Langen, Osjeuback- I und Osseuback- II, sowie die Obersöisterelen Heusenstamm, Langen und Mitteldick dem Rentamt Darmstadt, die Odeisörsteiei Meerfelben dagegen dem Rentamt Grvß-Geiau; 3) die DistrtctSei'.nehmerelkN Gedern, Grebenhain, Schotten und Ulrichstein, sowie die Obeisörstereien EtchrlSdvit, Feldkrücken, Giebenhaiu miD Schotten dem Rentamt Nidda, die DistrtLtSeinnehmeret Vaubad) und die Oberföisterei Vaubad) aber dem Rentamt Gtesien zuzntheilen i d) die Oberförsterei GrieSheim vom Rentamt Darmstadt, die DistrirtS- einnehmeiei Altenstadt, sotvie die Obersöisterei Düdelsheim vom Rentamt R bda abzutrennen und eistgenannte ^)beisörsteret dem Rentamt Groß-Gerau, letztere dagegen wie die genannte DijlriciSetnmchinerei dem Rentamt Friedbng znzutheilen imb 5) ben Dtstrtclüetnnehmeru zu Vangen, Schotten und lllrichslein die Untererhebnng sür Domanialgesälle zu übertragen. Diese Allerhöchsten Anordnungen werden mit dem Ansügen zur öfsent- lichen Kenntntß gebracht, daß solche mit dem 1. Juli I. g«, tn'S Veben treten sotten. Darnistadt, 25. März. Zur Constrmativn der Prinzessinnen Vietoria und Elisabeth am nächsten Mittn vch den 31. März werden außer der Königin Victoria von England nnb dem Klvnpriuzen be« bentschen Reich« and) die Prinzessin Beatrice, her Prinz und ble Prinzessin von Wale« und der Groß- Herzog und ble Großherzogin von Baden hier anwesend sein. Die (4ou|iriiHp twn sindet Vormittag« um 11 Uhr statt. __________________ Wttü füll KUS Hilft rill liuiiqcii Hierhin ? „,Ahi inunterer .gmge ist uim heute geboren^ )o uerfünbel mit belonbnn Eeuugihmm« ber glückltthe Vatei in heu AaiiiiUviiiun1)iiiblni lieben freunden unb VekaNNten, unb kaum hat bna kleine VÜrschcheii sich bn Mnlteimtl'h fiiliuÖbnl, |n kann brr glückliche Waler dasselbe nicht annri n ans seinen Kuieen schaukeln, aln mit den Gedanken: „Na, an» blr lall rlnnnil was üchtig« ' lunben, bu follll em nm meinem Willen weiter bi innen nnb i.gh einmal nlihi s„ mH sch wer e, Arbeit pinnen, wie ich " Unb ob brim brr kleine, bannbinkigr (\il|i nach inlifliil) |üi eiiuao Hiiheien bestimmt ist ' c ih„e Zweifel, beim bau Klub ist la „ üi sein Atte, " |d geschenn, blr Uinh'illi', bk eN bat unb die gtfchribten Fragen, die es II,all fawuhl, „siil sein Aller!" VH1- ob nicht leben um male Kind In bet ersten ^ngenbzeii ini Vkinllhi) zu seiner splilei'u hnliuiifelimn Uttesensvitslhiitte nimhlr, ble sln, doch, In bn Rrgrl wenlgslen«, Uininnbttibltch niubnlu-u Abu iuei nwllie efl bem glibkll'hen 7laln niiflicben, baß fein t^islgebmener nldjl ein ganz br|onberfl ossenei Kaps sei'/ Hat bn uinge bmh in einem .Fahie ;(l)on |u viel In bei Schale geleint, baß n bem guten statei ganze '•-/Ihr vorbuchstabireii unb leinen Namen schreiben kann „ Jm bist ein Mmbakni", m|i bu bei erstaunte ttnie, laut aun. Hub wenn n geiabe bei bn schwel'n Arbeit sihmigi obn übet ble schlnhtzahlenben ztnnben s» uszt, bnifl ei inuhl heimlich dabei: ,/4>ei .'MNge iiiuli lluhlirii, vgn ist auSgemachi I" swni ifl'a eine lange .'teil, die bei Aunge ans ber 'S«hule zubiiugen iulrh 9 ,mbie Ginnnafinm ober Nealfchnle i 'h'bniinii nnb bann t ml)re Inhnische Hochsihttle obn Unweislllit, abn siisih aemagl l|i halb anuonnenI hn Rntn luhb ein Glas 7lln weuign trinken, wenn'« fein muß, keine ö,Iminen mehr rauchen, baß Geschtist mln» s|,h bmh muh mich mein entwickeln, unb endlich werden ja bem stelßiaen Sohne Slip«üblen. Aiel|i|(l,r obn ehr Fleislellr nid,l aiinblelben Vltriommenni Herzen« zwan ahn nicht ohne sieublae Hosfimna slihit bn Vhiln ben nun and, äußerlich wohl aimflalflilen d:-ol)n (n soll ja nill br« Vlütgei nielster« unb be« Pasim« Löhnen aus einer Vfarif flljen) dem Gymnasium, bei Reut d, ule, bem (Leinluate zu Man ihn Ntelor imb HtreUor, bn sich'« zrn Nnsgab» niachle, Ellern nnb ttmmündet und, ben '/irwegmünbrn za tragen, meldje sie urum- Iahten, thie Pflegedesohleneu eluei höheren 'Lchule zu Übe,geben, würbe uiui von den wunderlichsten Vorstellungen, Ideen und Plänen erzählen können, denen sich Eltern in Bezug auf die Zukunft ihrer Kinder hingeben. Da möchte der eine seinen Sohn einst im Ruhme des Gelehrten strahlen sehen, der andere will auch irgend „ein höheres Wesen" aus ihm machen; bei den meisten aber wird, laut ausgesprochen oder still gedacht, der Gedanke an äußere Vortheile, wie an den „fixen" Gehakt, die sorgenfreie Stellung, das hohe Ansehen u. s. w. die eigentliche Triebfeder sein, welche den Jungen gerade in diese Laufbahn hineindrängt. Die unteren Elasten werden ohne weiteren Unfall absoloirt, wenngleich der in der Volksschule durchaus nicht dumme Fritz hier sich trotz allen Fleißes gar nicht so heroorthun will oder besser — nicht kann. Die vielen Vocabeln, noch dazu in mehrerlei Sprachen, die Regeln und Ausnahmen, die Lehrsätze und Beweise — sie gehen dem armen Jungen bald genug rote ein Mühlrad im Kopfe um und um. Hat ihm schon bei den lateinischen Exercitien oft genug der Kopf gebrummt, so beißt er noch verlegener und verzroeifelter bei der griechischen Grammatik oder den verzwickten Con- structionen der Geometrie in Fingernägel und Federhalter. Wie froh ist aber der arme Junge, wenn er in den großen Ferien sich öfters verstohlener Weise in die Werkstätte des Nachbar Mechanikus schleichen und dott den Gehilfen in die Finger gucken kann, um dann zu Hause aus einer Uhrfeder eine Säge, mit Hilfe ausgehöhlter Hollunderröhren einen Springbrunnen u. s. w. herzustellen. Da kommt wieder einmal das verhängnisvolle Osterexamen. Fritz kennt sein Schicksal; denn der Herr Director hat bereits dem Vater den guten Rath gegeben, seinen Sohn lieber einem bürgerlichen Berufe zuzuführen. Alle stolzen Hoffnungen sollen nun mit einem Male zu Grunde gehen? Was werden die Nachbarn sagen, die so schon die Köpfe schütteln, daß der Junge durchaus etwas „Apartes" werden sollte? Der Vater würde es weit weniger für ein Unglück halten, daß er nun doch „blos" einen Handwerker, wenn auch einen geschickten, aus seinem Fritz machen soll, wenn er wüßte, wie groß die Zahl der geistigen Proletarier ist, der Männer, die so viele Jahre auf den lateinischen Bänken ihre deutschen Hosen durchgesessen und die sich doch ihr Brod nicht oder nur ungenügend verdienen können, oder die ein hohes Ziel nur mit siechem Leide erreicht haben. Oder er frage bei Eisenbahn- und Postbehörden, bei Justizämtern und Privatkanzleien nach, ob sie Noth haben an Nachwuchs für ihre Beamten. Oder er frage einen Schulmann nach den materiellen Vottheilen seines Berufes — und er wird sich trösten können, daß sein Sohn sich wieder vom Roß der Musen herabgeschwungen hat. Möchte doch jeder gute Vater, bevor er den wichtigen, folgenschweren Entschluß saßt, seinen Sohn einmal die Laufbahn des Gelehrten, des höheren Beamten u. s. f. betreten zu lassen, recht ernstlich mit sich zu Rathe gehen und die Rathschläge verständiger, einsichtiger Männer, die Meinung des Lehrers, der doch das Können und Vermögen des Knaben am Besten kennt, hören- Braucht denn nicht gerade der Handwerkerstand intelligente, denkende Köpfe? Sollen nur geistige Krüppel den Hammer schwingen und das Wmkelmaß führen, sollen nur beschränkte Querköpfe hinter dem Pfluge gehen, den Kaiser und Könige zu ehren wußten? Wenn Deutschland auf dem Weltmarkt nicht beschämt zurückstehen will in dem großen Wettkampfe der Nationen, so muß sein Gewervestand zahlreich und gebildet sein. Dann wird das Handwerk wieder seinen goldenen Boden, „Bürger" und „Meister" ihren alten guten Klang wieder erlangen. Keineswegs wollten wir durch diese Ausführungen jedem weniger bemittelten Vater abrathen, seinen Sohn auf jene Laufbahn zu stellen, welche für den Unbemittelten nicht blos mühevoll, sondern auch entbehrungsreich ist. Ist der Junge ein vorzüglicher begabter Kopf, dann in Gottes Namen! Gott wird weiter helfen- Trifft aber diese Voraussetzung nicht zu oder wird die schwache Körper- ober Willenskraft voraussichtlich nicht den frühen Kämpfen um die Existenz gewachsen sein, so gehört der Knabe nicht in das Gymnasium. Eine gute Bürgerschule, eine gewerbliche Fortbildungsschule oder eine Realschule II. Ordnung, welch letztere namentlich der Hebung des mittleren Bürgerstandes bienen soll, werben ihn für einen bürgerlichen Beruf trefflich vorbereiten. Aus dem von einem tüchtigen Meister gut angeleiteten unb streng gehaltenen Lehrlinge wirb ein strebsamer Geselle unb enblich ein tüchtiger, geachteter Meister, ben mancher Stubirte, mancher Schulmann, mancher Beamte um fein gutes Auskommen unb um seine unabhängige Stellung beneiben wird. ___ Vermischtes. Friedberg, 24. März. Auf die an den Kaiser gerichtete Immediateingabe, die Stadt Friedberg als Garnisonplatz für das neu zu errichtende Bataillon des 116. Infanterie-Regiments zu bestimmen, ist seitens des Kriegsministeriums in Berlin eine Antwort eingelaufen, die dahin lautet, „daß dem beregten Gesuch gegenwärtig nach Lage der in Betracht kommenden Umstände wettere Folge nicht gegeben werden kann." Crefeld, 22. März. Von einem hiesigen Bankhause wurde laut der „Cref. Ztg." am Freitag ein falscher Fünfmarkschein angehalten und der Polizeibehörde überwiesen. Derselbe ist vom 11. Juli 1874 datirt und sehr mangelhaft nachgemacht. Die Farbe desselben ist ein intensives, mehr in's Grünliche übergehendes Blau, ebenso ist der Druck der Worte Retchskassenschelne", „Fünf Mark", „Berlin, 11. Jult 1874", namentlich aber des Wortes ^Reichssch'ulden-Verwaltung" ein überaus schlechter, von denjenigen der echten sehr verschiedener. Die auf den echten angebrachten Arabesken u. s. w. sind auf dem Falsificate in ganz verschwommener Weise dargestellt und die am Fuße der Scheine angebrachte Strafandrohung: „Wer Reichskaffenscheine nachahmt" u. s. w. nickt wie bet den echten Scheinen in gleicher Farbe wie der Schein selbst, sondern durch schlechten Druck in schwarzer Farbe ausgeführt. Endlich ist die Breite des falschen Scheines eine etwas geringere als die der echten. Kempen, 19. März. Das hiesige Kreisblatt schreibt: In Hinsbeck wurde ein Schmuggler getödtet, einer an der Hand verwundet und zwei gefangen. Die Grenzaufseher hatten, als den Haltrufen keine Folge geleistet wurde, geschoßen, welches der erstere, ein 25jähriger Mann, mit dem Leben büßen mußte. Bern, 19. März. Auf die Nachricht, daß eine größere Anzahl der im Gotthard- Tunnel beschäftigten Arbeiter an der sogenannten Minenkrankheit (Blutarmuth) darnieder- licge, hat der Bundesrath in seiner heutigen Sitzung das eidgenössische Post- und Eisenbahn- Departement, sowie daS eidgenössische Departement des Innern beauftragt, hierüber eine nähere Untersuchung anzustellen und an ihn Bericht zu erstatten. Nach dem Luzerner Tageblatt hat übrigens Herr Tunnel-Jnspcctor Kaufmann schon in Bezug hierauf die beruhigende Erklärung abgegeben, daß, was italienische Blätter letzter Zeit von einer unter den Tunnelarbeitern herrschenden Krankheit berichten, auf großer Uebertreibung beruht; freilich kämen unter den Gotthardtunnel-Arbeitern leider mehr Erkrankungen und Sterbefälle vor, als dies bei anderen Arbeitsverhältnisien der Fall sei; im Ganzen genommen sei aber ihr Gesundheitszustand auch jetzt ein angemessen normaler. Hoffentlich wird die vom Bunvesrath angeordnete Untersuchung dies bestätigen. Was die Hitze im Gotthardtunnel betrifft, gibt Herr Tunnel-Jnspector Kaufmann zu, daß dieselbe noch immer die nämliche ist wie vor dem Durchschlag des Gotthard- Tunnels, jedoch hätten sich seither die Respirationsverhältniffe im Innern des Tunnels bedeutend bester gestaltet. — sAuch ein Programm.] In diesem Augenblicke, in dem alle Welt von dem Nihilismus spricht, ist es vielleicht nicht unintercstant, eines Verses Erwähnung zu thun, den ein Deutscher — der übrigens ebenfalls in der Verbannung lebt — im Jahre 1868 dem Russen Bakunin gewidmet hat, dem Begründer der nihilistischen Partei, der sich damals in Genf auf- htelt. Hier ist das kleine Albumblatt, das jener Deutsche in der That Bakunin zugestellt hat; „Wir wollen uns in Schnaps berauschen, Wir wollen unsere Weiber tauschen, Und abgeschafft sei Mein und Dein! Wir wollen uns mit Talg beschmieren Und nackt im Sonnenschein spazieren, Wir wollen freie Rusten sein!" Münster, 20. März. Als verbürgt wird der „Wests. Prov.-Ztg." folgender Vorfall mitgetheilt: Der Inhaber einer hiesigen flotten Restauration hat seinen nicht unerheblichen Bedarf an Cigarren schon seit einer Reibe von Jahren von ein und derselben auswärtigen Cigarrenfabrik bezogen, die, wie er glaubte, ihn stets auf das Reellste bedient habe. Als neulich wieder eine an den Reisenden der Firma bestellte Sendung von 5000 Stück eingetroffen war, ereignete es sich, daß ein Zehntel-Kistchen (100 Stück, von seinem Platze fiel und der Inhalt ausgeschüttet wurde. Ein Familienmitglied des Restaurateurs sammelte die Cigarren wieder ein und zählte dabei unwillkürlich die einzelnen Stücke nach; die letzte Cigarre ergab aber erst die Zahl 90. Es wurde ein Jrrthum angenommen und noch einmal gezählt, aber nur 90, nicht ein Stück mehr, waren vorhanden. Die Sache kam dem schnell herbetgerufenen Restaurateur doch etwas sonderbar vor, sogleich wurde eine größere Anzahl von Kistchen derselben Sendung herbeigeschafft, sie wurden alle geöffnet, der Inhalt durchgezählt, und siehe da, es ergab sich, daß jedes anstatt 100 Cigarren deren nur 90 enthielt. Die Kistchen, die ganz darnach gefertigt waren, daß sie eben 90, nicht aber 100 Stück der Cigarren aufnehmen konnten, waren übrigens gleich groß, so daß an der ihm berechneten Sendung von 5000 Stück nicht weniger als 500 Stück fehlten I Früher hatte er den Inhalt der Kistchen niemals nachgezählt. Je 50 Kilogramm kosten Mark und Pfennige. <9 JA JA^ ja 4 JA 4 JA4 JA JA 4 JA H JA H ■JA JA -3( JA- JAH JA 4 12'- 75 95 14 50 23- 23- 30- 29 13 75 14 — 4 02 2,75 2 50 9 75 7 75 10 50 Je V? Kilogramm kostet Mark und Pfennige. ■e N- ^5) JA <-5? JA. JA4 HU JA HsjA 4 .41. ^|JA 4 JA 4 48 40 26 70 -90 - 80 20 90 35 — 160 9 — 60 — 90 56 46 B CQ 5 Verzeichnis der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen vom Monat Februar 1880. 14 _ 15 45 “60 JT§ ~L 16 18 3 21 21 11 13 18 20 87 JA ^9? N 5i Q JÄ7A [66 — 68 2 Allgemeiner Anzeiger. BREMEN AMERIKA.^ Wegen Passage wende man sich an Billets flach dem Westen Kaiserlich Deutsche Post. Norddeutscher Lloyd. PostllflmpMiMiirl von nagX'N EW-Y0BK| * Staaten. Directe Bremen ober an die »irection de* Xorddeutsehen Lloyd in deren General-Agent M. Abraham in Mainz und dessen Agent 496) C. W. öietz in Gießen. Corselten in allen möglichen Fayons und guter Qualität. Extra-Weiten werden rasch angefertigt. ß L. mm» Heuerte Erfindung! Zug Jalousien ohne Gurten, Reichspatent (feit Januar d. I.) Zug-Jalousien mit Gurten, eigenen Systems und Selbststeller in anerkannt unübertreffbarer Qualität. Rollläden eigenen Systems für Wohn' und Schaufenster. 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