Jf Simmet der -^uenwkg 194. M«4) b()i(Wo® So«mSfi6. ^bnize« Ge- ®mbotn habe :BS ,blt !qutmMfeittn -S_8eulin8. lllltHLTT-T-T-E ^utlinger. ^«tlabinet ju ver- gehbar, bei [an^iberg Z, 6g, Zimmer zu ver- ochstätter Ww., am Krand ts Zimmer, parterre^ l'mdmgasst 229. it Logis ß Lit. D. 2S. lermiethen. C. 92,3. Nr. 97. 1880 raße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. —— Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Dienstag den 27. April ;-ww Klchener "Anzeiger AMise-116 Amtsblatt str 6ti Kreis Gießei. RedaetionSbnreau r \ ~ GxpeditionSbnreanr / Schulst Amtlicher HßeiL ’*«'■»»» d-- «-H,,b.r m d„ L I..„, l872 ,„M„„ 8d,,e,® " 6“ 23' l880' Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen . an d»e Schulvorstände des Kreises. u. W..» S>" “‘„ÄV4T±;,in M •" “« *■ S«— >8« «fata, de,en kssabrikantcn in einem achtjährigen Durchschnitte betrug: 44,418 Tonnen ■ Rauchtabak, 19,723 Tonnen Cigarren, 5635 Tonnen Schnupftabak, 519 Tonnen Kautabak. Im Jahre 1878/79: 64,995 Tonnen Rauchtabak, 29,912 i, Tonnen Cigarren, 8210 Tonnen Schnupftabak, 738 Tonnen Kautabak. Der Verbrauch an Rohtabak stellte sich pr. Kopf der Bevölkerung des ■ Zollgebiets in einem achtjährigen Durchschnitte auf 2,0 kg, im Jahre 1878/79 auf 2,84 kg. Der Geldwerth dieses Verbrauchs stellte sich in der achtjährigen Durchschnittszeit auf 240,176,000 vH., pr. Kopf der Bevölkerung während Aeutschtand. Darmstadt, 24. April. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: Am 24. April dem Kanzler der Landes-Universität, Geheimerath Pro- fesior Dr. Hermann Wasser s ch l eben, das Comthurkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütbigen, den Professoren Dr. Wilhelm Oncken, Dr. August Streng und Dr. Lothar Seuffert das Ritterkreuz 1. Klaffe dieses Ordens zu verleihen; cn demselben Tage dem Profeffor der Botanik an der Landes-Universität Gießen, Dr. Hermann Hofsmann, den Charakter als „Geheimer Hosrath", Dem Kreisbaumeister des Kreisbauamts Gießen, Baurath Hermann Holzapfel, den Charakter als „Geheimer Baurath" zu verleihen. Darmstadt, 24. April. Staatsminister Freiherr v. Starck ist zu den Sitzungen des Bundesrathes nach Berlin abgereist. m. Darmstadt, 25. April. Im Anschluß an den in der letzten Session der zweiten Kammer von den Abgeordneten Hallwachs, Heidenreich, Jost, Lantz, Schönberger und Weyrauch gestellten Antrag auf Erbauung einer Secundär- bahn vonReinheim nachWeinheim auf Staatskosten ist nunmehr bei der zweiten Kammer der Stände eine Eingabe des Eisenbahn-Comites für die Linie Offenbach- Neinheim eingelaufen, welche von den Bürgermeistern von Heusenstamm, Dieburg, Münster, Groß-Zimmern, Klein-Zimmern. Remheim, Spachbrücken, Eppertshausen, Ober-Roden mit Messenhausen, Dietzenbach und Urberach unterzeichnet ist und in der Bitte gipfelt, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, 'die Erbauung einer Secuu- därbahn über Dieburg nach Reinheim auf Staatskosten prüfen und das Ergebnis der Kammer zur Vorlage bringen zu lassen. In der Eingabe, welche auf einer zu Münster abgehaltenen Versammlung des genannten Eisenbahn-Comites beschlossen wurde, werden besonders die günstigen Terrainverhälmisse, sowie die Möglichkeit billigen Geländeerweebs hervorgehoben und es wird weiter darauf hingewjesen, daß die an dem Eisenbahnbau interessirte Bevölkerung sich auf 51,170 Seelen belaufe mit einem Grundvermögen von 100,748 Morgen und einem Grundsteuerkapital von 1,209,288 Fl., einschließlich 208,463 Fl. Gewerbesteuerkapital. Di' Eingabe wird in der zweiten Kammer gelegentlich der andern auf Erbauung von Secundärbahnen gerichteten Anträge und Petitionen zur Verhandlung kommen- Berlin, 24. April. Reichstag. Eingegangen sind der Auslieferungsertrag mit Uruguay und die Uebereinkunft zwischen Deutschland und Belgien betr. die Verlängerung des Handelsvertrags bis zum 30. Juni 1881. Die dritte Berathung der Zusammenstellung der Liquidationen aus der französischen Kriegskosten-Entschädigung wird ohne Dlscussion genehmigt. Es folgt die erste Berathung der Novelle zum Münzgesetze, welche im Wesentlichen dahin geht, daß für den Kopf der Bevölkerung zwei Mark mehr Silbermünzen geprägt werden sollen. Reichsschatzsecretär Scholz befürwortet den Entwurf und erklärt, es liege nicht in der Absicht der Regierung, sofort von dem Rechte, zwei Mark jnin. ) ailf ö,T vrvr, n________ auf 8,1 Der Umfang des steuerpflichtigen Tabakbaues betrug 1878/79: 17.797 Hektare. Der Bruttoertrag der Tabakssteuer betrug im Gaüzen 1,241,700 bei einer Tonne (a 1000 kg) luftgetrockueter Blätter 42 JL An Eingangszoll für Rohtadak und Tabakssabrikate wurden erhoben 25,406,600 Der Betrag der Stenererlaffe und Steuerrückvergütungen für ausgeführte Tabaks- waaren war 264 300 «X demnach ergab sich ein Nettoertrag an Steuer und Zoll von 26,384,000 vH. oder auf den Kopf der Bevölkerung des Zollgebiets von 0,61 vH. kkk- Main21 n .M 2530 ZlS; w n tnö , kleine T,äS"’ ”,e I«- die »,ch. W »XX-’ 24' *880' ,u mpfthlen, webe, btTau^eme leben ■ .... - z schnittspreis einer Tonne getrockneter Tabaksblätter in den drei höchsten ' ,/^Mraiionn'' 1 Beträgen mit folgenden Summen rar: Rheinland 628 vH., Hessen 624vH.; Baden • Hrschschte her I 526 vH.; in den drei niedrigsten Beträgen wie folgt: Sachsen (Provinz) ? 3. Stockbauel | 422 vH., Anhalt 420 vH., Westpreußen 262 «X | In Preußen waren mit Tabak bebaut: 5096 Hektare, und zwar in . wen Beilage: 1 - ---" ----- — ‘ ~ ‘ — Gegenüber den immer neu variirten Mittheilungen der Wiener Blätter, welche die Kanzlerkrisis und die Vorgänge im Bundesrathe auf angeblich reichs- Köniasbütte ein Damvfrobr erblobtrt feindliche Tendenzen einrelner Nenier,innen umuttnfcvtn »uh kflmZ ^omgSYUtte em ^)ampsroyr explvVtrt. Straßburg, 24. April. Die „Elsaß-Lothr. Ztg." meldet in einem Extrablatt: Sicherem Vernehmen zufolge har Se. Maj. der Kaiser den Bezirkspräsidenten Leddechose zum Unterßaarsfecretär tm Ministerium für Elsaß- Lothringen, den Bürgermeisterei-Verwalter Back zum Bezirkspräsidenten für Unter-Eisaß und den Ministerralrath Timme zum Bezirksprästdenten für Ober- Elsaß ernannt Hetzerreich. Wien, 24. April. Die „Polit. Corresp." meldet aus Cettinje unterm Heutigen von authentischer Sette, daß entgegen der in der türkisch-montenegrinischen Convention stipulirten 24stündigen Frist für die von den Montenegrinern zu effectuirende Occupation der von türkischer Seite zu räumenden Positionen, der in Podgoritza eingetroffene Adjutant des Gouverneurs von Skutari, Izzet Pascha, nur eine 7stündige Frist für den Abmarsch der türkischen Truppen zugestand. Nachdem es den Montenegrinern unmöglich war, innerhalb dieser kurzen vertragswidrigen Frist die Occupation zu bewerkstelligen, bemächtigten sich die Albanesen nach dem Abmarsch der türkischen Truppen aller früher von türkischer Seite besetzten und befestigten Stellungen. Die montenegrinischen Truppen blieben in einer beobachtenden Stellung und erwarten weitere Ordres. Nagusa, 24. April. Die Montenegriner behaupten, die albanischen Bergstämme hätten schon am 21. und 22. April tm Einvernehmen mit den türkischen Commandanten alle von den türkischen Truppen zu räumenden Positionen übernommen. Osman Pascha marschirte nach Niederbrennung des Barackenlagers von Tust nach Hum und ließ Hoda-Bey in Tust als Chef der Bewegung zurück. Schweden. Stockholm, 24. April. Von den Theilnehmern der Vega-Expedition ist Nordenskjöld in den Freiherrnstand, Palander und OSkar Dickson in den Adelsstand erhoben. Dickson hat zugleich das Großkreuz des Nordstern-Ordens erhalten, Sibiriakoff ist zum Commandeur dieses Ordens ernannt. Die „Vega" trifft Abends ein. Gegen 30.000 Fremde sind anwesend. Türkei. ^MKonstantinopel, 24. April. Die Pforte hat eine Note an die Mächte gerichtet, worin der Zusammentritt einer europäischen Commission für Ostrumelien verlangt wird, um die von der Pforte gemäß dem Art. 23 deS Berliner Vertrags für die europäischen türkischen Provinzen auSgearbecketen Reformentwürse zu prüfen. Lokales. Gieren, 26. April. Ee. Majestät der Kaiser passirten beute Morgen 83? die Station Gießen mittelst Extrazugs auf der Reise nach Wiesbaden über Frankfurt. Ein Aufenthalt Hierselbst hatte nicht Statt. feindliche Tendenzen einzelner Regierungen zurückführen und dabet tnsinuiren, als ob ausländische Einflüsse auf die Haltung dieser Regierungen einqewirkt hätten, hebt die „Nordd. Allg. Ztg." nochmals hervor, es habe sich bei dem neulichen Entlaffungsgesuche des Reichskanzlers lediglich um innere Fragen gehandelt, wobei die auswärtige Politik nicht im Geringsten eine Rolle spielten. Der Reichskanzler hielt sich nicht für berechtigt, den Bundesraths-Beschlüffm, wofür er die Verantwortlichkeit nicht übernehmen wollte, die Ausführung zu versagen, ohne vorher dem Kaiser sein Amt zur Verfügung gestellt zu haben. Der Reichskanzler fühlte ferner das Bedürfntß, den Mangel an discipltnari- schem Zusammenhang unter den Reichsbehörden, welcher bei den Vorgängen im Bundesrathe zu Tage getreten, in einer Weise entgegenzuwirken, welche mehr Eindruck mache wie die Aeußernng einfacher Wünsche und Kritiken. Alle Behauptungen über den Zusammenhang der Krisis mit den Fragen der auswärtigen Politik seien ohne jeden, auch nur scheinbaren, Anhaltspunkt und erfunden. Dom Rhein Am 18. d. Mts. fand in Emmerich eine zahlreich besuchte Versammlung von Tabak-Interessenten statt, in welcher folgende Zuschrift an den Reichstags-Abgeordneten des Kreises, Herrn Gerichtsrath Grütering beschlossen worden ist- Bukarest, 25. April. Eine Feuersbrunst zerstörte über 30 Häuser in Tokuhani. Die Regierung hat in Folge besten einen Unterstützungsaufruf erlaffen. Stockholm, 25. April. Die „Vega" ist gestern Abend um 101/2 Uhr, von ungefähr 200 Dampfern geleitet, hier eingetroffen. Die Küsten zeigten sich meilenweit beleuchtet, die Stadt war auffs Glänzendste illumintrt. In der Nähe der Landungsbrücke war eine Estrade erbaut, wo die städtischen Be- Hörden zum Willkomm versammelt waren. Im Schlöffe begrüßte der König die Mitglieder der Expedition. Nordenskjöld fuhr dann, von Menschenmassen bejubelt, durch die glänzend tllumtnirten Straßen nach seiner Wohnung in der Akademie der Wissenschaften. Lille, 25. April. An den Demonstrationen, welche gegen die Dekrete vom 29. März während der Anwesenheit des Unterrichtsministers Jules Ferry am Samstag hier vorgekommen sind, betheiltgten sich etwa 80 Studtrende, welche größentheils der katholischen Fakultät angehörten; etwa 12 derselben wurden verhaftet, aber alsbald wieder fretgelaffen. Ferry besuchte am Sonntag die Schulanstalten, wobei sich ein bemerkenswerther Zwischenfall nicht ereignete. Monaco, 25. April. Gestern Abend explodirte im großen Saale des Casino eine mit Pulver und Dynamit gefüllte Patrone, welche von ver- brechertscher Seite unter eine Pendeluhr gelegt worden war. Es fanden zahlreiche Beschädigungen statt. Mehrere Personen wurden leicht verwundet Das Motiv des Verbrechens scheint Diebstahl gewesen zu sein, aber in Folge der Achtsamkeit des Dienstpersonals konnte ein solcher nicht ausgeführt werden. Stockholm, 25. April, Abends. Zu Ehren der Vega-Fahrer fand heute Morgen ein Dankgottesdienst in der Schloßcapelle statt. Hierauf besuchte der König die „Vega" und erfolgte die Vertheilung der Vega-Medaillen an alle Thetlnehmer der Expedition. Am Abend war Bankett im königlichen Schlöffe, woran alle Mannschaften der „Vega", der Hof und die Staatswürdenträger theilnahmen. Der König hielt eine Rede an die Teilnehmer der Expedition und dankte ihnen im Namen des schwedischen Volkes und in seinem eigenen Namen für die neuen Lorbeeren, welche die schwedische Flagge durch sie erworben habe. Loudon, 26. April. Lord Granville wurde zum Minister des Auswärtigen, Lord Hartington zum Minister für Indien, Cbilders zum KriegS- minister, Northbrook zum Marineminister, Selborne zum Lordkanzler ernannt Silbergeld mehr auf den Kops der Bevölkerung auszuprägen, in vollem Umfange Gebrauch zu machen, vielmehr werde die Regierung allmalig nach Bedurfn ß mit der Ausprägung vorgehen. Das Material zu den neuen Sllbermunzen werde aus den von den bisherigen Thaler-Einziebungen vorhandenen Barren entnommen werden. Rach dem Verbrauche der Barren würde eme neue Einziehung von Thalern zu diesem Zwecke stattfinden. das Bedürfniß der Vermehrung der Silbermünzen nicht für nachgewiesen und erwartet einen solche« „Nachweis für die zweite Berathung Redner kam: sich bei allem Vertrauen für die Munzpolitik der Nelchsreglerung nicht des Argwohns entschlagen, daß der Wunsch, das zinslos daliegende Silber für den inländischen Bedarf zu verwerthen, bei der Vorlage werkthätig mitgewirkt habe. Bamberger erklärt, daß er trotz der Zusicherung des Schatzsecretärs, die Regierung wolle kein neues Silber ankaufen, doch Snen dahin gehenden Antrag einbringen werde um diesen Grundsatz aesetzlich zu f in reu. — v. Kardorff erklärt, das Gesetz sei nicht so harmlos, als Bamberger es hingestellt habe. Die Anhänger der reinen Goldwährung wollten mit dem aus der Vermehrung der unwerthigen Scheidemünze für die Staatskasse zu erzielenden Gewinne die Verluste decken, die aus den jetzt siftirten, dann aber wieder aufzunehmenden Silberverkäufen entstünden. Er hoffe, die Majorität des Hauses werde dem Ge- sctzentwurk nicht zustimmen, weil sonst diesin Norddeutschland sehr beliebten Thaler- ftücke mehr und mehr aus dem Verkehr schwinden würden - S.^f Udo Stolberg hält den Uevergang zur reinen Goldwährung für einen Fehler. Die Möglichkeit zur Doppelwährung zurückzukehren, liege aber nicht vor. Er halte es daher für angezeigt, feen Status quo aufrechtzuerhalten und werde das Gesetz ablehnen bitte aber feer Wichtigkeit der Sache halber feie Vorlage einer Commission zu überweisen. — Delbrück erkennt die Gefahr der Vermehrung feer Scheidemünze über das nothwendigste Bedurf- niß hin an. Die Annahme oder Ablehnung der Vorlage habe mit der Frage der Münzreform aber nichts zu thun. Obgleich in der Vorlage das BedürsnP nicht genügend nachgewiefen sei, glaube er doch, daß es vorhanden ,ei und werde für das Gesetz stimmen. — Staatssecretär Scholz verwahrt sich dagegen, daß die Vorlage wie v. Kardorff behauptet, unter dem Schein der Harmlosigkeit der erste schritt des Programms zur Durchführung der reinen Goldwährung fei. Das Bednrsuiß der Vermehrung der Scheidemünzen habe sich in der Bevölkerung wiederholt geäußert. Die Regierung halte sich nicht für berechtigt, ohne Gesetz die Vermehrung vorzunehmen. — Der Abg, Lenth empfiehlt die Commisstonsberathung. Mosle ist für die Vorlage, damit der Ruf nach Scheidemünzen nicht gegen die Goldwährung m's Treffen geführt werde An der weiteren Debatte nehmen v. Helldorff-Bedra, v. Kardorff, Schrant und Bamberger Theil. Die Discussiou wird hierauf geschlossen. Die Abstimmung über die Ueberweisung an eine Commission bleibt zweifelhaft. Die Auszahlung ergibt 75 Mitglieder dafür und 68 dagegen. Das Haus ist also nicht beschlußfähig. Nächste Sitzung Montag. Berlin, 24. April. In beiden Mecklenburg hat die lutherische Geistlichkeit im Bunde mit den feudalen Gutsbesitzern einen Petitionssturm gegen die obligatorische Ctvilehe in Scene gesetzt, um womöglich vom Reichskanzler die Umwandlung der obligatorischen Ciotlehe in die fakultative zu erlangen. Dagegen hat eine große Wählerversammlung in Rostock unter Führung des Reichstags-Abgeordneten Baumgarten, Professor der Theologie, an den Reichstag die Bitte gerichtet, sowohl im Jntereffe des Staates, wie der Kirche, das wichtige Civilstandsgesetz gegen die Anfechtungen der Geistlichkeit in Schutz zu nehmen. Berlin, 24. April. Der gestern Abend stattgehabten Generalversammlung des deutschen Fischerei-Vereins in dem Festsaale des Rathhauses wohnten etwa 1500 Personen bei, darunter die Mehrzahl der Botschafter und Gesandten, viele Minister, Gras Moltke, der Präsident des Reichstags, der Magistrat, die Stadtverordneten rc. Oberbürgermeister Forckenbeck begrüßte in einer beifällig ausgenommenen Rede die Gäste im Namen der Stadt. Der amerikanische Gesandte White sprach von den mannigf^^^ey^^^, scheu Amerika u.nd-K)Fzz0.chl^"d^^chMestsche Gesandte brachte in deutscher Dpräche einen Toast auf den deutschen Kaiser aus, in welchen die Versammlung begeistert einstimmte. Telegraphische Depeschen. Wagner'» telegr. GorrefpOUdenr - Bmeearu Berlin, 25. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt die Andeutung, als ob die Reichsregierung im Grunde keinen erheblichen Werth auf die Annahme der Somao-Vorlage lege, für tendenziös erfunden und für Unwahrheit. Das Blatt erfährt, daß nur ein l-b- *,utoS n-ural^ifcheS Leiden, womit der Lvocyen von Neuem zu kämpfen habe, ihn verhindere, persönlich für die Sache im Reichstage einzutreten. Breslau, 25. April. Die Beschlußfassung des Verwaltungsrathes der Oberschleftschen Eisenbahn-Gesellschaft in der Dividenden-Angelegenheit ist bis morgen Vormittag vertagt, da der Präsident desselben nach Berlin berufen wurde.Nachher „Bresl. Stg." ist gestern auf der „Königsgrube" in 2’ / r, 6 Personen wurden getödtet, 7 verwundet. Hochverehrter Herr! „ Kaurn w ihnt sich die Tabaks-Industrie nach unglaublichen Opfern, nach einer Zuwälzung von 250 pCt. neuer Steuern auf ausländische, von über 1000 pCt auf inländische Tabake in den Hafen der Ruhe eingelaufen, — noch nicht find die Erträgnisse der neuen Steuern und das Loos der Interessenten unter dieser schweren Belastung nn Entferntesten constatirr. — und schon treibt ein in Ausarbeitung begriffenes Projekt der Reichsregierung betr. Einführung des Monopols die ganze Industrie wieder in die größten Beunruhigungen. Die Folgen treten denn auch schon in erschreckender Weise zu Tage' — Vertrauen und Verkehr sind vollständig geschwunden, die Fabrikation schränkt sich auf ein Minimum feer Production ein, feie bedeutendsten Etablissements haben ihre Arbeitstage pr. Woche reducirt, andere schränken die tägliche Arbeitszeit ein, wieder andere gehen mit Arbeiter-Entlassungen ni großem Maaße vor. Die traurigste Krisis von unberechenbaren Folgen für alle Jnieressenten-Klasseu steht der Industrie bevor wenn nicht bald ein entschie enes „Veto" diesem allmäligen Zersetzen ein Ziel setzt. Der Abgeordnete Richter wird — nach den Nachrichten "der Presse — im Reichstage eine Interpellation stellen, welche bezweckt, ein unzweideutiges Votum der deutschen Volksvertretung dahin zu erzielen, daß sie das Monopol für unannehmbar erklärt, und feen ewigen Vexationen, welche die Tabak-Industrie durch immer neue und immer maßlosere Lsteuerprojekte beunruhigen, Einhalt gebietet. Hier giebt es keinen Parteistandpunkt! — Es bandelt sich darum, eine Industrie am Leden zu erhalten, die fret von Schwindel und Gründerthum durch stete Arbeit zu ! einer Quelle der Nahrung und des Wohlstandes von Huuderttausenden geworden ist' Sie, hochverehrter Herr, haben unscrn berechtigten Interessen stets das größte Wohlwollen entgegengetragen, und zw 'iseln wir nicht, daß Sie die Interpellation Nick,- ter die für circa Dreitausend Ihrer Wähler sich mit der Existenzfrage deckt unterstützen werden; dennoch halten wir es für unsere Pflicht, Ihnen dieses nochmals ebenso er- gebenft wie dringend an's Herz zu legen. Emmerich, 18. April 1880. (Unterschriften). (Dürfte ein ähnlicher Schritt aus Gießen nicht auch zu geschehen haben da I wohl unsere Stadt mehr wie jede andere alle Ursache hat, sich diescrhalb zu regen. D. R.) । einem b-N eriuui |ür (tjf; **»« •'“« »o£ ;Ä5 ^cn Montrnegri. ; W räulnenden ^"verneurs von 01arfie Rückreise nach Darmstadt wieder an. Der Fest- Gommers am Abend in Wenzel's Garten war von über 500 Theilnehmein besucht. Daß es dortselbst flott und hoch herging, bedarf nicht des Weiteren Bis am anderen Morgen die Helle Sonne schien, blieben eine große Anzahl der Theilnehmer zusammen. — Die neue Aula 'war am Samstag und Sonntag der Zielpunkt zahlreicher Besucher. Alle waren über die Pracht vnd Ausstattung des schönen Gebäudes entzückt. Daß dabei auch die Sammlungen, welche die 'Letr. Herren Professoren die Güte hatten dem Publikum zugänglich zu machen, angestaunt und mit Intereffe betrachtet wurden, brauchen wir nicht zu versichern. Unsere Hochschule besitzt nunmehr ein geräumiges und schönes Heim, um welches sie viele andere Schwestern beneiden dürften. Möge in demselben stets reine wahre Wissenschaft gelehrt und gepflegt, mögen aus demselben die Jünger der Wissenschaft stets hochgebildet hervorgehen zum Wohle des Landes unb ihrer Mitmenschen, möge stets Eintracht und Friede zwischen den Lehrern, Liebe und Hochachtung zwischen Lehrern und Schülern herrschen, dies wünschen wir von ganzem Herzen. — Am Samstag Nachmittag vergnügte sich ein junger Mann in der Weiden- gaffe 'damit, daß er mittelst eines Flobertflintchens Tauben vom Dache schoß. Die Schutzmannschaft ertappte ihn hierbei und wurde das Flintchen vorderhand bei Gericht -eponirt. — An demselben Tage versuchten sich diverse Schüler mittelst eines Revolvers an einer Schleuse in den Wiesen vor dem Philosophenmald, Scheibenschießen zu lernen. Leider entwischten dieselben einem hinzueilenden Schutzmann. Es dürfte Sache der Eltern und Lehrer sein, Nachforschungen nach dieser Waffe zu halten, ehe ein Unglück Sorgen und vielleicht Trauer verursacht. — Gestern Abend gegen 10 Uhr entstanden in der Neustadt zwischen Soldaten zweier Compagnien Streitigkeiten, welche einen argen Auflauf verursachten. Eine in die Sache verwickelte Civilperson flüchtete hierbei in ein Haus, wurde aber von den Soldaten verfolgt. Dieselben drangen durch das geschlossene Hofthor und versuchten -auch durch die Hausthüre in das Haus einzudringen. Dieselbe wurde jedoch von innen zugehalten. Daß es hierbei nicht still herging, versteht sich von selbst. Es gelang später der Schutzmannschaft, Ruhe zu stiften und die Straffe zu säubern. Ungebührliche Aeußerungen gegen die Polizei-Organe dürften wohl ein Nachspiel liefern. — In einer Wirtschaft in der Schloßgasse verübte gestern Abend nach 10 Uhr rin Gast derart Unfug und Scandal, daß sämmtliche Gäste das Local verließen. Der .Händelsüchtige drohte Jeden der ihm zu nahe trete mit Todtstechen. Auch hier beruhigten die Schutzleute den tobenden Menschen. Vermischtes. Darmstadt, 24. April. sMilltärdienstnachrichtcn.) In Folge der Kadetten-Ver- theilung wurden angestellt: P. U. Frhr. v. Nauendorf als Secondelieutenant im 1. Großh. Jnf.-(Leibgarde«)Regt. Nr. 115; P. U. Hahn I. als Secondelieutenant im 2. Großh. Jnf.- Regt. (Großherzog) Nr. 116 als Secondelieutenant; Gcfr. Lindt als Portepeefähnrich im 3. Großb. Jnf.-Regt (Leib-Rcgt.) Nr. 117. Ferner wurde Bapst, Kadett vom Königlich Sächsischen Kadettencorps, als characterisirter Portepeefähnrich beim 3. Großh. Jnf.-Regt. Nr. 117 angestellt. Wendt, Magazinrendant, bisher Vorstand der Armee» Confervenfabrik in Main-», wurde nach Ludwigslust versetzt. Darmstadt, 22. April. Dem „Mzr. Tgbl." schreibt man' von hier: Es wird vielleicht einem Theil ihrer Leser nicht bekannt sein, daß das Großherzogtum Hessen mit dem für das Königreich Sachsen (und die thüringischen Länder) angestellten Scharfrichter einen Vertrag bezüglich der im Großherzogthum rechtskräftig werdenden Todesstrafen abgeschloffen hat. Der vom Schwurgerichtshof der Provinz Starkenburg in diesen Tagen zum Tode verurtheilte Muttermörder Philipp Pfaff von Nieder - Ramstadt hat gegen das Urtheil Revision eingelegt und der Criminalprozeß wird in Folge davon Dem Reichsgericht in Leipzig zur Entscheidung vorgelegt werden. Aus Sachsen also kommt für Pfaff Leben oder Tod, Urtheil und Nachrichter. — Aus Obernhof (bei Naffau), 15. April, berichtet der „Nass. Anz." folgende zwar nicht ganz unerhörte, aber doch seltsame Geschichte: In voriger Woche konnte man in dem O. Feld resp. Gemarkung S., eine neue Methode des Umpflügens eines Ackerstücks beobachten. Der Packträger bei Herrn Stationsvorsteher G, sowie Dessen Magd waren von dem Herrn vor einen Pflug gespannt worden und zogen diesen, als wären sie „liebes Vieh". Herr G- spielte den Fuhrmann (ob er auch eine Peitsche hatte, konnte man der Entfernung wegen nicht unterscheiden) und seine Frau legte die Kartoffeln in die Furchen. Auf diese Weise wurde ein ganzer Acker von zwei ziehenden Dienstboten und einem drückenden Herrn umgepflügt. Es klingt zwar sonderbar, aber es ist die reine Wahrheit Berlin, 17. April. In der Nacht zum 14. d. Mts. hat in seiner im Kasernement des 3. Garde - Regiments zu Fuß gelegenen Wohnung der Seconde - Lieutenant v. W. seinem Leben durch einen Pistolenschuß ein gewaltsames Ende bereitet. Als Motiv zu diesem Selbstmord wird uns ein Vorgang mitgetheilt, deffen Details sich hier nicht einmal verschleiert wiedergeben laffen und von dem wir nur andeuten können, daß er an die berüchtigte Glogauer Ofen- klappen-Affaire erinnert. — sGegen die Todesstrafe.) Anläßlich der etgenthümlichen Vorgänge bei der Hinrichtung in Raab erhält das „Wiener Tagbl." folgende Zuschrift: „Der Fall in Raas steht nicht vereinzelt da. Dor mehreren Jahren wurde in Stemamanger eine Hinrichtung durch den Zala- Egerszeger Scharfrichter vollzogen. Als der Delinquent abgenommen ward, kam er wieder zum Leben, wurde aber schnell wieder aufgeknüpft. Ich glaube im Intereffe der Humanität diese Mittheilung machen zu sollen. E v. Sz." — [®in Zeichen der Zeit.) In Wernigerode ist man in einer Verlegenheit, was man mit dem 24,000 JL betragenden Ueberschuß der Dortigen Gewerbeausstellung anfangen soll. Die Ansichten gehen bis jetzt sehr auseinander. So rathen Einige, den Fonds zum Bau einer „Kaserne" (!) zu verwenden und sich bei der Militärverwaltung um eine Garnison zu bewerben. Andere aber gehen von dem Gesichtspunkte aus, daß der Fonds, den das Gewerbe und das Handwerk erworben hat, auch im Intereffe deffelben zu verwenden sei, und zwar dadurch, daß eine Gewerbeschule niederer Ordnung eingerichtet werde. Handel und Verkehr. Frankfurt, 24. April. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner JL 2—3.40, Stroh 2.00—3.30. Butter das Pfd. tm Großen 1. Qual. 1.15—00, 2. Qual. JL 1.10—00, im Detail das Pfd. «4L 1.30—00, 2. Qual. 1.20—00. Eier das Hundert ital. 5.50, deutsche Eier 4.50 Jt, Ganze Erbsen das Pfd. 20—26 geschälte Erbsen 32—37 Bohnen 27—29 Linsen 40—50 H. Weißkraut das Stück 20—30 H, Rothkraut, 1 St. 30—35 H, Kohlrabi — Kohlkraut — H, Blumenkohl 1 St. 40—100H, Wirsing 20—25H, Kartoffeln 100 Ko. J4 6—7.00, Zwiebeln 1 Bund 6 Merrettig 100 St. 14—16 1 Stück 12-20 Ochsenfieisch per Pfund 65—70 H, Rindfleisch 45-60 H, Kuhfleisch 45-60 H, Kalbfleisch 44-55 Hammelfleisch 45—65 H, Schweinefleisch 65—70 H, ein Hahn arL 2.00—2.50, ein Huhn JL 1.90—2.50, eine Ente 2.70—3.20, eine Taube 50—60 H, Wälscher Hahn JL 5— II, Kapaun ^3—3.50. Berichtigung. Unter den „Aufgebotenen" in dem Auszuge aus den Standesamtsregistern des Standesamts in letzter Nr. d. Bl. muß es heißen: Dachdecker Ludwig Martin Schwalb von Gießen mit Louise Auguste Caroline Wicke, Tochter des verst. Ackermanns Friedrich Konrad Wicke von Lagerhausen. Briefkasten. R. R. Ihrem „Eingesandt" können wir, weil anonym, keine Aufnahme gewähren. Wenn sich bestätigen sollte, daß Jungen in der Turnschule auf solche Art gezüchtigt und bestraft worden, wie Sie am verfloßenen Donnerstag zwischen 11 und 12 Uhr wahrgcnommen haben wollen, dann dürfte diese Angelegenheit zuerst vor den Schulvorstand und nicht gleich an die Oeffentltchkeit gelangen. Eisendahn-Airections- Bestrk Hannover. Eisenbahn - Betriebs - Amt Cassel II. DK diesjährige Gras- und Kleeernte auf den Bahnböschungen soll wie folgt verpachtet werden: 1) auf der Strecke Gießen-Lollar: Montag den 3. Mai er., Vormittags 9 Uhr, am Bahnhof zu Lollar beginnend; 2) auf d«r Strecke Gteßen Würzburg: „Die Wir- Jr rOI« v e kung der Franz Josef Bitterquelle ist ausnahmslos rasch, zuverlässig und schmerzlos“. Würzburg, 26 Juli 1877. Ein angehender Kellner gesucht. (2875) Carl Lotz. 2921) Ein Mädchen wird zur Wartung eines Kindes den Tag über gesucht. Wo? Zu erfragen auf der Exp. d. Bl. 2939) Eine geübte Büglerin nimmt in und außer dem Hause Arbeit an. Wo sagt die Expedition. Strohhüte zum Waschen, Färben und Fayonniren, besorgt gut und billig 1319) A. Fangmann. 2964) Ein Regenschirm stehen geblieben bei h. Äattreln. Geld-Cours. 20-Francs-Stücke. . - do in Vr • Englische Souvereigns . Russische Imperiales . Holländische fl. 10-Stücke Ducaten...... Dollars in Gold . . . zvb 16 17-21 16 17-21 20 35—40 16 71 16 65 9 51-54 4 22-25 Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brüh loschen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.