Tben- a. ida n Auflage des eichne Anfang Januar ^häfU. wpUumt S ’abl i'n Jahre I *re zwar von H ^unimeriruna n ebrochen und 5 Tatsache ge- I dass darüber I nthunüch sei. 8 unserer Stadt 8 hes Einträgen I h zu machen, U auch als Ge-1 . dasselbe be- I -u. Namentlich 1 1 ersicherungs- ä -nau mittheilen | :se. . enes Exemplar. 8 Anzeigen, wie | rbreilung. Es 8 mit 6 und die I ganzen Seite g tl en unb Anferti- vn- werden tn dem vigsM nach nberger, Verwandten, ie Nachricht igst gebebter I ,eiden in * gt. WiebencH« ittag 3 277. Freitag den 26 November 1880. Meßmer Mnzeiger Arijeigk- M AMMstt fir de» Kms Sich». ___________ Rrdactionsbureaur \ Schulstraß ExpeditionSbureau: J 1 p Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags e B. 18. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Nachdem das der Lungenseuche verdächtig« Rindvieh zu Nonnenroth und Ober. Bessin gen abgeschlachtet und die der Stallungen vorgenommen worden ist, haben wir im Einverständnisse mit den Großherzoglichen Sanitätsbehörden die sur die beiden genannten Orte fügten Sperrmaßregel (f. Anzeiger Nr. 210) wieder aufgehoben. Gießen, am 23. November 1880. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. ____— Bekanntmachung. Indem ich Nachstehendes zur öffentlichen Kenntniß bringe, ersuche ich die Herren Bürgermeister, junge Schmiede ihrer Gemeinden au, des Unterrichtscursus aufmerksam machen zu wollen. Gießen, den 23. November 1880. Der I. Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Dr. Boekmann. den Beginn Unterricht im Hufbeschlag Pro 1881 Friedelhausen, am 18. November 1880. Der Präsident des landwirthschastlichen Vereins von Oberheffen. Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau. Der Unterricht im Husbeschlag für junge Schmiede an der Großherzogl. Veterinär-Anstalt zu Gießen für den laufenden Winter soll am Januar 1881, Vormittags um 10 Uhr, beginnen und wird bis Ende Februar dauern. Die auswärtigen Theilnehmer am Unterricht muffen schon am 3. Januar tn Gießen eintreffen. Junge Schmiede aus Oberheffen, welche den Unterricht besuchen wollen, haben sich zeitig bet unterzeichnetem Prä ibtum schriftlich anzumelden und dieser Anmeldung Nachweise über erworbene Schulkenntniffe, bestandene Lehrzeit und gutes Betragen sowohl, als auch über die Mittel zu ihrem Unterhalt in Gießen vorzul-'?^. Der Unterricht selbst wird unentgeldltch ertheilt; dagegen haben bie Theilnehmer an bemfelben für ihren Unterhalt in Gießen selbst zu sorgen. Unbemittelte müssen sich mit etwaigen Unterstützungsgesuchen an bie betreffenden Bezirksveretne ober an ihre Hetmathsgemeinde wenben. der hingen Fische. 9. Die Bestimmungen über bie Anlage und die Zulassung von Fisc^pästen unb Fischstegen (für die zahlreichen Waichei fische) finden sich inden Art. Ä-30 incl. und m den Art- 52, 53, 56 und 57, wahrend 10. m den Art. 48, 49, 5J, 54 und 55 von der Verunreinigung der Fischwasser und sonstiger Beeinträchtigung der Fischereiberechtigungen gehandelt wird. 11. Art- oO verbreitet sich über d^e Berechtigung zum Tödten und Fangen gewisser, den Fischfang gefährdender, sonst fagdbarer Thiere 12. Von der Beschränkung der Ausübung des Flichereirechtes sprechen die Art. 58 und 59. 13 In verschiedenen Artikeln, z. B. m Art 8, 14 und ff. und m Art. 60 werden Anordnungen über die Beaufsichtigung unb über bie Functionen ber Aufsichtsbehörden für bie Fischerei gegeben. 14. Fischernpolizeiliche unb andere Vorschriften nebst zutreffenden Strafbestimmungen finden sich in den Art. 61-64 mcl. Allen diesen Bestimmungen gehen 15. als Art. 1 und 2 allgemeine Begriffsbestimmungen voraus und folgen frühere Anordnungen derogirende, rote andere Schlußbestimmungen Im Allgemeinen beantragt der Ausschuß unveränderte Annahme der einzelnen Gesetzesartikel mit einigen Modifikationen. zu denen die Vertreter Großh. Negierung fast durchweg ihre Zustimmung erklärt haben. Berlin, 23. November. Der Herr Abg. v. Heyden hat als Hauptredner ber konservativen Partei bei der Etatsberathung den Liberalen wieder einmal den Vorwurf gemacht, im Bunde mit Camphaufen die Milliarden verpufft zu baten. Wie steht es mit diesem Vorwurf? Wo sind die Milliarden geblieben? Die Kriegsentschädigung betrug nach Abzug deS Werthes der Bahnen in den Reichslanden rund 4200 Mill. «X Daraus wurde auf Grund von Reichsgefetzen, welche die Regierung unter Verantwortlichkeit des Fürsten Bismarck geleistet: Für den Reichs-Jnvaltdenfonds rund 56 Mill. «X; für Kriegs'Jnvalidenpensionen, welche schon vor Bildung dieses Fonds zu zahlen waren, 48 Mill. .X; zum Ersatz von Krtegsfchäden und KrtegSletstungen 116 Mill. zur Entschädigung der deutschen Rhedere! 16 Mill.; sur die Umgestaltung u. s. w. der deutschen und der elsaß-lothringischen Festungen 348 Mill.; sür dlc Erweiterung und Neuausrüstung der elsaß-lothringischen Eisenbahnen 171 Mill.; sür den R-ichskri-gSschatz 120 Mill.; sür gemeinsame Kriegskosten -c. der Einzelstaaten 130 Mill.; sür miliiärische Leistungen des deutschen Reiches vom 1. Juli 1871 ab, insbesondere sür die Occupativn französischer Gebielsiheile, 65 Mill.; sür Mehrkosten der Truppenbesatzung im Elsaß 13 Mill.; für die Erweiterung der Kriegsmarine 95 Mill.; für den Schießplatz der Artillerie-Prüfungs-Commifsion 43/4 Mill.; eiserne Vorschüsse sür die Verwaltung des R-ichsheeres 25 Mill.; b-huss Uebernahme der von den einzelnen Stvaien srüher gewährten Kredite aus die Reichskaffe 53 Mill. , Dotationen sür verdiente Feldherren und Staatsmänner 12 M>ll.; Beihülfe sür die au« Frankreich ausgewiesenen Deutschen 6 Mill.; für die Errichtung des ReichstagSgebäudes reponirt 24 Mill.; zum Ankauf des Radzllvillscheu Palais alS Dienstwohnung des Reichskanzlers 6 Mill. X Diese Ausgaben ergeben zusammen die Summe von etwas über 1800 Mill. Jt. Nachdem btefe Summen verwendet worden waren, blieben nach Abzug verschiedener Posten sür kleinere militärische Ausgaben zur Vertheilung sur die sämmtlichen Bundesstaaten ca. 2400 Mill. JL, und nach Abfindung Bayerns und Wutttem- bergs allein für den Norddeutschen Bund, Baden und Heften ca. 2000 Mill-, oder nach Abzug der 318 Mill, betragenden gemeinsamen Kosten für da« R-t-bliffem-nt des Heeres noch 1682 Mill, übrig. Davon fielen auf den Norddeutschen Bund ca. 1590 M,ll. .M. Aus dieser Summe waren nun zu entrichten oder zu compeusirm an Kriegskosten, die anderwett nicht gebeckt waren, 1140 Mill.; ferner sür militärische Bauten v2 Mill., A a^rweite I Ausgaben militärischer Natur ca. 30 Mill., zusammen ca. 1200 Mill. M. Deutschland. m. Darmstadt, 24. November, lieber bie Vorlage Großh. Ministeriums des Innern unb ber Justiz, ben Gesetzesentwurf, bie Ausübung unb den Schutz ber Fischerei betreffend, hat Namens bes Gesetzgebungsausschusses der zweiten Kammer der Aby Schröder Bericht erstattet. Bekanntlich sah sich die Regierung im Einvernehmen mit sehr vielen deutschen Staaten unb zunächst mit Preußen veranlaßt, zur Forderung ber Fischzucht unb vor Allem zur Erhaltung bes Fischbestanbes gewisse allgemeine dafür nothroendig erkannte Schutzmaßregeln in Form dieses Gesetzes zu propomren. Der Bericht führt einleitungsweise aus, wie thatfächlich dieser Theil des Nationalvermögens längere Zeit vielfach unterschätzt gewesen unb wie es übersehen worden daß die Fischzucht, und ein maßvoll geübter, auf bie Erhaltung des eigentlichen Fischbestanbes, wie des Stammes desselben bedachter Fischfang eine bedeutsame wirtschaftliche Seite habe, unb die Fische in nicht geringem Maße e,n werthvolles, gesundes und im Ganzen billiges Nahrungsmittel liefern. Für unser Großherzogthum handelt es sich, wie die Motive der Vorlage angeben, zunächst darum: 1. daß der wilden Fllcherei m ben Binnengewässern, der schonungslosen und regellosen Ausübung des Fischfangs durch Berechtigte und Unberechtigte, und dies zwar ohne alle Rücksicht auf den Fischbestand und ohne Sorge für dessen Zukunft, entgegengetreten werde; 2. daß Hindernisse thun- lfchst beseitigt werden, welche den Zug der Wanderfische versperren, sowie daß gewisse unbedingt schädliche Fangarten unb Fangmittel außer Anwenbung bleiben oder nur ausnahmsweise zugelassen werden; 3. daß für die Fischerei gewisse Schonzeiten bestimmt und der Verkauf und der Versandt aller solcher Fische untersagt werde, bie mit Rücksicht auf ihr Maß unb Gewicht noch nicht gefangen werden sollen; 4. daß zur Sicherung und Fortpflanzung ber Fische bie natürlichen Laichplätze unter besonderen Schutz gestellt unb schädliche Einflüsse möglichst davon ferngebalten werden; endlich 5. daß die Verunreinigung der Gewässer durch Zuführung solcher Stoffe, welche dem Fi'ch- destande schädlich find, soweit es die Rücksicht auf die höheren Interessen der Land- wirthschast, der Gewerbe u. s. w. zulasten, beseitigt ober thunlichst beschrankt wird. Gerade dieser letztere Theil der hiernach gestellten gesetzgeberischen Ausgabe ist nach den Ausführungen des Berichterstatters in feiner Aus- und Durchführung besonders schwierig und kann nur mit Beachtung der naheliegenden und höheren Rücksichten auf den wich- tröen Betrieb der Landwirthschaft und der Gewerbe überhaupt, also nur mit großer Vorsicht durchgeführt und darf jedenfalls nur allmälig, dafür mit größerer Wirkung, gebandelt werden. Es werde stets der Grundsatz fefigehalten werden müssen, daß im Eollisionsfalle zwischen den berechtigten Interessen ber Landwirthschaft unb ber Gewerbe und denjenigen der Fischerei die ersteren gebührend voranzustellen find. Ebendahin gehören die im Interesse der Fischerei in diesem Gesetzesentwurfe vorgesehenen künftigen Einschränkungen wasserbaulicher Anlagen. Wann und wo deßhalb in einzelnen Artikeln der Gesetzesvorlage die Erbauer oder Besitzer wasserbaulicher Anlagen, die Besitzer vorhandener Anlagen dieser Art, gegen Entschädigung, im Interesse der Fischzucht oder der Erhaltung des Fischbestandes zu bestimmten Vorkehrungen (Anlage von Gittern, von Fischpässen und Stegen) gesetzlich angehalten werden sollen, suchte der Gesetzgebungsausschuß der Kammer, im Einvernehmen mit Großh. Regierung, babei überall nicht blos wohlerworbene Privatrechte zu schützen, resp. sicher zu stellen, iondern er erachtete es auch für seine Pflicht, solche Anordnungen und Einschränkungen zu Gunsten der Fischerei auf das möglichst enge und geringe Maß einzuschränken. Der Bericht behandelt nunmehr eingehend die einzelnen Artikel des Gesetzesentwurfes welcher in 7 Abschnitten handelt: 1. von der Einschränkung der Fischereibe- rechtigung auf bestimmte Fangmittel, von ber möglichen Aufhebung (Expropriation) aeroiffer ftänbiaer Fischereivoirichtungen und von ber Beseitigung der wilden F'schcrei lArt 3 4 und 10); 2. von der Ausübung der Fischerei in den Art. 5—9, 11, 12 und 33 (in Art. 9 von ber Koppelfischerei ans gemeinsame Rechnung); 3^ van der Bildung unb Förderung von Fischereigenossenschaften in ben Art. 31-33; 4 Art. 34-39 regeln bie Einrichlung unb nothwenbige Führung von Flscherei-Erlaubmßscheuren, Fischzetteln, Mährenb 5. Art. 40 Näheres über die Bezeichnung ber zum Fischfang ausliegenben Fischerzeuge anorbnet unb 6. Art 41. unb 43 sich über bie BeseUigung ber Hlnbermsse für ben Wechsel ber Fische bei deren Zug zu Thal unb zu Berg auslassen; /. wirb in ben Art. 42 unb 44-47 bas Verbot ber schäblichen Fangarten unb Fanginittel be- hanbelt. 8. Die Art. 14-23 ind. verbreiten sich über die Vorschristen für bie Ein- Haltung gewisser Schonzeiten, für die Sicherung der rochonreviere und für den Schutz üerr^evLenccü SyO^Jcni. JL Davon fielen auf Preußen nach Abzug der den Osficieren und Man-schaslen der Landwehr im Betrage von ca- 7i/2 Mill, gewährten Beihülfen ca. 317 Mill. ,/& Wie diese Ausstellung ergiebt, sind von der gesummten Summe — von diesen 317 Mill. abgesehen — also von ca. 3600 Mill. Jl. ins- gesammt an 3400 Mill, zu militärischen Zwecken verwendet worden. Fünf Sechstel sind in den unersättlichen Schooß des Militär-Etats geschüttet wor- den; von den 317jMlll. Preußens wurden 78 Mill, zur Tilgung von Staatsschulden, 218 zu den Eisenbahnbauten verbraucht. Wann haben je bei allen diesen Positionen die Conskroativen der Regierung Widerstand geleistet ? Wann gab es bei allen diesen Verwendungen eine andere Opposition, als die Fortschrittspartei ? Und da hat man den Muth, den Liberalen vorzuwerfen, die Milliarden verpufft zu haben. Berlin, 22. November. Abgeordnetenhaus. (Schluß.) Richter schildert unter lebhafter Heiterkeit des Hauses die Versammlungen der Christlich-Socialen. Früher habe die Socialdemokratie die Unterstützung höchster Kreise gefunden. Jetzt werde sie den Cbrisllich-Socialen zugewendet. Die Folge «ar bei den Socialdemokraten em Selbstständigkeitsgefühl, das endlich zu solcher Verirrung führte, daß wir die Attentate erleben mußten. Die Fortschrittspartei habe seiner Zett vor dieser Begünstigung gewarnt, sei aber nicht gehört worden. Er müsse die Warnung in diesem Falle wiederholen; denn die leidenschaftliche Menge werde bei den Priestern nicht stehen bleiben. Redner freue sich des Erfolges der Interpellation und hoffe, daß sie die antisemitische Bewegung Niederschlage, die wahrlich nicht zu Ruhm und Ehre des Landes gereiche. Stöcker widerspricht der Behauptung, daß die Bewegung aus der Offensive in die Defensive gedrängt sei. Wenn die antisemitische Bewegung der Fortschrittspartei in Berlin das Leben abschnitte, würde ihn das sehr freuen. Er fühle voll und ganz seine Verantwortung, aber er wisse auch, daß er Nachfolger finde. Er wolle nichts als den Frieden, denn bisher seien die Christen gehetzt worden, wie ein wildes Thier. Er wünsche, daß dieser Frieden recht bald erreicht werde Was in den von ihm geleiteten Versammlungen verhandelt worden sei, sei zum größten Theile von der verlogenen Judenpresse entstellt berichtet worden. Wie bei ihm die Versammlungen verlaufen, so ruhig seien sie bei keiner anderen politischen Partei abgelausen. Sein Auftreten sei gegen die Socialdemokratie gerichtet gewesen. Für ihn sei die Judenfrage keine Racen-, keine Religions- oder Staatsrechtsfrage, sondern nur eine socialwirth- schaftliche Bewegung und entspringe nicht dem Neide. Es sei nicht das Vermögen der Juden, sondern die Art des Erwerbes desselben, was Erbitterung Hervorrufe. Die Gesellschaft, die zu Neunundsiebzig-Achtzigstel aus Christen bestehe, könne wohl verlangen, daß sie, von christlichen Monarchen beherrscht, unter dem Gesetze im christlichen Sinne regiert werde. So denke er sich den christlichen Staat. Er weise es von sich, das Judenthum zu hassen, sei vielmehr ein Freund der Juden. Aus der Socialdemokratie sei ihm nicht nur Atheismus und Umsturz entgegengetreten, sondern auch Armuth und der Ruf nach Hülle innerlich und äußerlich und daß er diese Hilfe geben wolle, dürfe bei ihm als Priester nicht verwundern. Seine Thätigkeit richte sich zunächst gegen die Mißachtung der Staatsordnung und den Unglauben. Seine Haltung verdiene nicht den Vorwurf, daß ihm das Christenthum zum Deckmantel diene. Sein Auftreten in der Judenfrage sei ihm hauptsächcich durch die jüdische Presse und das Verhalten Straßmann's aufgedrängt worden. Redner konstatirt das maßlose Verhalten der Presse vor Allem gegenüber dem orthodoxen Priesterthum. Er habe die Juden allerdings in einer ungewöhnlichen Form behandelt, aber es liege ihm fern, den Juden irgend etwas von ihren Rechten zu nehmen. Ader wenn den Uebelständen der gesunde Sinn des Volkes abhelfen solle, wie wolle man das erreichen, wenn man nicht in das Volk gehe? Er sei iu das Volk gegangen, daher sein Erfolg. Früher sei die Bewegung niedergeschwiegen worben, seit aber Straßmann in Berlin in einigen Bezirken durchgefallen, sei der Sturm gegen ihn losgebrochen. Die Petition wolle durchaus nicht die staatsbürgerlichen Rechte der Juden beschränken und wolle er auch nicht die Juden aus allen obrigkeitlichen Aemtern entfernt sehen, sondern nur aus autoritativen Stellungen, in welchen Leute sein müßten, die mit der Gesammtheit harmonirten. Er leite den Judenhaß aus der Selbstüberhebung der Juden her, wofür die jüdische Literatur und Presse überreiche Belege liefere. Auch ihre eigene Stammesangehörigkeit kehren die Juden überall hervor, fordern sbgar Bevorrechtung. Redner wendet sich hierauf zu der Erklärung gegen die antisemitische Bewegung. Die betreffende Petition hätten viele unterzeichnet, welche sich als Gründer hervorgethan. Die kleine Minorität solle mit aller Rücksicht und Güte behandelt werden, dürfe aber nicht verlangen, daß sich die Majorität nach ihr richte. Loewe (Berlin) erklärt, er habe nach der Erklärung der Staatsregierung es nicht für nöthig gehalten, als Jude in dieser Sache zu sprechen. Nachdem aber Stöcker gesprochen, sei er genöthigt, mehrere Unrichtigkeiten und Unwahrheiten zu berichtigen. Stöcker habe sich bezüglich dieser Unwahrheiten allerdings verbessert, aber man bemerke doch die Absicht. Auch ständen seine Aeußerungen hier mit seinem Verhalten außerhalb des Hauses als Leiter von Volksversammlungen in directem Widerspruche. Woher die Uebelstände kämen, die man bei den Juden beklagen müsse, lehre die Geschichte. Die christlich-socialen Versammlungen würden einfach deßhalb nicht durch die Polizei aufgelöst, weil Stöcker nach einer Brandrede die Versammlung selbst sofort auflöste. Es werde jetzt nicht mehr nur die jüdische Presse und jüdische Börse tn's Feld geführt, jetzt bringe Stöcker auch schon die jüdische Industrie herbei. Er protestire dagegen, daß Stöcker im Namen der Nation spreche. Die deutsche Nation habe mit diesen Bestrebungen nichts gemein. Die Interpellation und deren knappe, klare Beantwortung durch die Regierung habe zur Klärung beigetragen. Das deutsche Volk werde jetzt wissen, wo die Freunde, wo die Feinde seiner Cultur zu suchen seien. Es würde kein jüdisches Mitglied nöthig haben, noch etwas zu sagen. Für die staatsbürgerlichen Rechte der Juden würden schon deren Freunde kämpfen. Die ganze Sache sei aber für das Vaterland eine Schande. d. Kroch er führt aus, die Interpellation der Liberalen beschränke das Versamm- lungs- und Petitionsrecht. Die Interpellation sei aus Aerger über die Niederlage bei den Communalwahlen eingebracht. Die Fortschrittspartei schneide aber damit selbst den Ast ab, worauf sie sitze. Rickert fordert Stöcker auf, die Namen derjenigen Unterzeicher der Erklärung anzugeben, welche um das goldene Kalb getanzt hätten; sonst müßte er ihm sagen, daß er sie mißbraucht habe. Deutschland müsse Scham empfinden nicht darüber, wie die Debatte stattgefunden, sondern daß sie stattfinden müßte. Den Schimpf, der hier den Juden angethan worden, thue man allen Deutschen an. Den Juden abstreiten, daß sie Deutsche seien, heiße die Verfassung brechen. Was Stöcker unter Frieden verstehe, könne man aus seinen Reden nicht ersehen. Den Liberalen sei die Interpellation peinlich gewesen, sie habe klärend gewirkt und der Bewegung den Schleier abgerissen. Rickert tritt hierauf den Ausführungen Stöcker's bezüglich der Petition entgegen ; nichts habe die Stellung Stöcker's besser charakterisiren können, als diese Aeußerungen. Es sei ferner eigenthümlich, daß gegen das angebliche Verhalten eines ganzen Theiles der Bevölkerung Aeußerungen einzelner Blätter angeführt werden. Damit fei nichts zu beweisen. In Deutschland entrüste man sich über Unterdrückung des Deutschthums in Ungarn; man mache es aber noch besser, indem man die eigenen Mitbürger unterdrücken wolle. Das Deutsche Reich, das mit so großen Opfern gegründet, werde ein Hort des Friedens sein nach außen und innen, das hoffe er und das human denkende Volk. Unter wirtbschaftlicher Leitung könne Deutschland seine Ausgabe gar nicht erfüllen. Rickert schließt mit der Bitte, Verdächttgungen gegen Mitbürger aufzugeben, die in ehrlicher Arbeit, in Ruhe und Frieden sich ernährten, und lieber sich zu vereinigen in Befestigung der Freiheit des Bekenntnisses und der Gleichheit des Rechtes; das würde dem Vaterlande zur Ehre gereichen. Strosser tritt Rickert's Ausführungen entgegen. Mit der Emancipation der Juden seien bereq schlechten Eigenschaften in unerträglichem Maße hervorgetreten. Leibenfchaftlicbkeit fei keineswegs auf Seiten ber Gegner bes Jubenthums, fonbern auf Seiten ber Frennbe beffelben, wie bas bie Angelegenheit Förster's beweise. Die Liberalen riefen immer nach Frieben, aber ber Cnlturkampf wäre ihr eigenstes Werk. Nachdem Strosfer die Erklärung gegen die antifcmitifdie Agitation als in allen Beziehungen verfehlt bezeichnet und eine Reihe von Philosophen und Staatsmännern, die ebenfalls Antisemiten gewesen, citirt hat, spricht er sich im weiteren Fortgang seiner Rede ganz im Sinne Bachem's, Stöcker's und v. Kröcher's aus. Virchow nimmt das Wort zur Abwehr der Angriffe, die gegen die Unterzeichner ber „Erklärung'- und gegen bie Berliner Stadtverordneten gemacht worden, characterisirt die Art ber Agitation als eine ganz andere, als wie Stöcker sie barfteUe, unb erklärt sich burch bas Resultat ber Debatte befriebiat v. Minnigerobe tritt Virchow's Ausführungen entgegen, worauf die Discussion geschlossen wirb- Es folgen persönliche Bemerkungen Berlin, 24. Novbr. Wie man Mttlheilt, soll man in Re^irrungs- kreisen entschieden dafür fdi, daß bei der bevorstehenden Revision des Strafgesetzbuches dem § 130 folgende Fassung gegeben werde: Wer in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Welse verschiedene Klaffen der Bevölkerung zu Feindseligkeiten anreizt, wird rc-" Ferner erachtet man es in preußischen Negierungskreisen für nothwendig, bei der Revision des Strafgesetzbuches die Strafbestimmungen in dem § 110 (Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze und Verordnungen) und § 166 (Gotteslästerung) im Sinne des vom Reichstage abgelehmen § 20 des Preßgesetzeutwurfö zu verschärfen, sowie öffentliche Angriffe in Rede oder Schrift gegen die Familie, das Eigenthum, di; allgemeine Wehrpflicht oder sonstige Grundlagen oer staatlichen Ordnung, sofern diese Angriffe die Sittlichkeit, den Rechtsstnn oder die Vateclandöliebe zu untergraben geeignet sind, unter Strafe zu stellen. Hoffentlich wird der Reichstag gegen jeden Versuch, die maßvolle Freiheit in Rede und Schrift dem Staatsanwalt und Criminalrichter pieiSzugeben, entschieden und einmüthig Front machen. — Um die in neuerer Zeit vielfach mit günstigem Erfolge veranstalteten Ausstellungen von Arbeiten der Handwerks-Lehrlinge wirksamer, als es durch die früher iu Folge einzelner Anträge bewilligten Prämien geschehen konnte, zu fördern, hatte das preußische Handelsministerium zum ersten Mal für das Rechnungsjahr 1880/81 eine bestimmte Summe ans den für gewerbliche Zwecke zu seiner Verfügung stehenden Mitteln nach gewissen von ihm ausgestellten Grundsätzen zu Staatszuschüffen für solche Ausstellungen zur Verwendung gebracht. Wie wir hören, soll dies auch für daß Rechnungsjahr 1881/82 geschehen; es sind bereits diesbezügliche, bei den Bezirksregierungen eingereichte Anträge von den letzteren dem Handelsministerium zugefertigt worden. Für die für März kommenden Jahres hier projectirte Ausstellung von Arbeiten solcher Lehrlinge, welche eine hiesige Fortbilounzsschnle oder Fortbildungsanstalt besuchen, ist bekanntlich bereits ein Staatszuschuß zu Prämien bewilligt worden. Irankreich. Paris, 23. November. Die Kammer der Deputaten berieth heute über den Enquete-Entwurf bezüglich der Affaire Ciffeu. Fast alle Bonapartisten sprechen sich für die Nothwendigkett der Enquete aus. Kriegsminister General Farre sagt: Die Regierung fand die von den Journalen angeführten That- suchen gegen Ciffey nicht ausreichend; sie will sich aber einer parlamentarischen Enquete, welche keinem anderweitigen Verfahren präjudicire, nicht widersetzen. Cassaguac erklärt, daß er für die Enquete stimmen werde. Er gibt dabei Anlaß, zur Ordnung gerufen zu werden. Laisant sagt, die Enquete solle sich auf Thatsachen erstrecken. Girardin erklärt, man werde niemals solche That- fachen finden. Ein Antrag auf Vertagung wird mit 224 gegen 215 Stimmen abgelehnt. — Der Antrag von Leon Renault, 40 Millionen für die Durchstechung des Simplon zu votiren, findet die Unterstützung von 120 Unterschriften. Man versichert, auch die Schweiz und Italien hätten eine Subvention zugesagt. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 24. Novbr. Die „Prov.-Corresp." schreibt bezüglich des Befindens des Kaisers, die leichte Erkältung, welche der Kaiser sich zugezogen, sei glücklicher Weise wieder geschwunden. — Der Bundeörath hat in erster und zweiter Berathung einstimmig den Antrag Preußens angenommen, betr. die Verlängerung der sog. kleinen Belagerungszustandes für Berlin, die Stadtkreise Potsdam und Charlotten- burg, sowie die Kreise Teltow, Niederbarnim und Osthavelland auf ein weiteres Jahr. London, 24. Novbr. Das „Renter'sche Bureau" meldet aus Konstantinopel von heute: Der Einmarsch Derwisch Pascha's in Dulcigno erfolgte nach einem leichten Zusammenstoß mit Albanesen. Die Montenegriner werden die Convention unterzeichnen und Dulcigno nach dem Abmarsch Derwisch's ohne den Schutz der internationalen Flotte besetzen. Paris, 24. November. Die „Agence Havas" läßt sich aus Ragusa vom Heutigen melden: Derwisch Pascha ist in Dulcigno eingezogen und kämpft seit 8 Uhr gegen Albanesen, unter beträchtlichen Verlusten auf beiden Seiten. Wien, 24. November. Meldung der „Polit. Corresp." aus Ctttinje vom 24. ds.: Gestern besetzte Derwisch Pascha Dulcigno und erließ sofort au Montenegro die osficielle Einladung, Delegirte zum Abschluffe der Militär- Convention nach Kunja zu senden. Heute Nacht ging der montenegrinische Delegirte Matanooich nach Kunja ab, wo der türkische Delegirte Bedri Bey sich bereits befindet. Konstantinopel, 24. November. Der deutsche Botschafter, Gras Hatzfeldt, suchte seine Abschiedsaudienz beim Sultan nach; er begibt sich aus Urlaub nach Deutschland. Elberfeld, 24. Novbr. Gestern Abend fand ein demonstrativer Volks- auflauf auf dem Kölligsplatze statt, welcher stch gegen den Verfaffer eines in einem Kircheublatte erschienenen Artikels über daS Lied: „Deutschland, Deutschland über Alles" richtete. Die Polizei schritt ein und verhaftete mehrere Personen. Cork, 24. Novbr. Es verlautet, heute früh seien hier 14 Personen verhaftet wegen Betheiligung an einem Auszuge, aus welchem auf die Polizei gefeuert worden war. Cattaro, 24. November. Derwisch Pascha hat gestern Dulcigno besetzt. Stuttgart, 24. Novbr. Der „Schwäb. Merkur" schreibt: Ange- stchts der immer stärkeren rückläufigen Bewegung in der protestantischen Kirche richtet der Ausschuß des deutschen Protestantenvereins die Anfrage an die Mitglieder des weiteren Ausschusses, ob er einverstanden sei, daß im nächsten Frühjahr ein deutscher Protestautentag in Berlin stattfinde. Washington, 24. Novbr. Das Circular, des Staatsdepartement-, betr. Die naturalisirten Deutschen, führte hier zu Mißverständniffen unb wurde in Folge dessen zurückgezogen. Kietzen, ä"««” s Atonal * Hegen W Gründers ! Lerhan« !' bkschränktt S wW U" [uditc Erlaubnis ' v In Bem LooShol- wurd-' loosuno des Loo- WR 0,n?n falltne LooSholj n fübrer, in Aen.ttz Suneinde verM für das Jahr einzigen Erben sm M Verfahrens un Meilen sei. In Betreff wegen Vergütung' ÄitiSamt Eießen lchnrin KatiMnc weiblichen eine angemchnr 20 JL als eine , in die Gemeinde' T Die bl glieder des A Die ui dem Burec zur Kenntnib Tagesordn 1) M 2) Unter 3) Vorsc jamm Dna 4) Atzü Girhtii W 7668) Eine1 und gelb),«/( g Näheres in $ Cänäld Trottoj Rinnen «*ble ju b ___Ai W G, btettet, 4-5 M-b-n.Mch,z SMt werben I 7587) W «öterb für filtere Rtbelbn Laterne.-: situier Giectrou Zaschir ^uimc feine ^tten-un des 1. 2. 3. 2. bester Qualität bei (7683 A. Kröll 7491) bei bet Ein VLütbesrmehl empfiehlt billigst (7638 0 (7682 Anronium (6511 verschiedener Stärke bei P H Keck. (7686 a :□ ce t tzrKM btS Bl- i M Mögen, ftli Orangeat, Citronen, Anfügen auf der Meine Handschuh-Wascherei empfehle bestens. Preis per Paar 20 7678) Georg Petri, Seltersweg. Potasche, Anis rc. rc. •a Ceylon Zimmt Citronat, Rinnen Reiniger rmpfeble zu billigem Preise M. gest. Raffinade Mandeln, 6746) la. 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Die Zusammenlegung der Grundstücke In der Gemarkung Ober-Florstadt. 2. Dienstag den 30. d. Mts : Klage des Orts-ArnnnverbandcL Mannheim gegen den OrtS-Armenverband Sckadges wegen Unterstützung deS Wilhelm Arthur StnSheimer. Die Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschule zu AlSfeld. Marmor Wär mfleine, Wärmflaschen in Zinn Dienstag den 30. d. M., Nachmittags 4 Uhr in dem Bureau deS Unterzeichneten statt. Es wird dies mit dem tue Kenntniß der Mitglieder gebracht, daß folgende Gegenstände Tagesordnung stehen: 1) Erstarrung des Rechenschaftsberichts für 1879; 2) Unterstützung der Beztrksarmen; 3) Vorschlag wegen Abänderung des seitherigen Verfahrens Buchenes und tannenes Brennholz, Eichen- und Buchen-Dohlen für den im Winter 1879/80 erlheilten Unterricht auf 40 X festzusetzen sei, unter Verurtheilung der Gemeinde Bersrod in die Kosten des Verfahrens und eines in die Kreiscasse zu zahlenden Avcrsionalbetrages t>on 15 X In Betreff der Reclamation des Fabrikanten Adolf Noll zu Gießen wegen Zuziehung zur Kirchensteuer in den Gemeinden Wieseck und Burkhardsfelden wurde nach erfolgter Verhandlung die Entscheidung ausgesetzt. Elotei üertaiu Kockenheim bei Frankfurt a./M. Neu möbl. Zimmer. Gute Küche. Feine Weine. Dio- Biere. Aufmerk- same Bedienung. Mäßige Preise. Trambahn-Verbind. in. d. Bahnhöfen. -----=-■■■ — n-rn---------------- fammlung ausgegebener Karten, behufs besserer Controltrung richtiger Verwendung der Unterstützungen; 4) Ergänzungswahl Les Vorstandes. Gießen, am 22. November 1880. Der Vorsitzende des Armen-Vereins zu Gießen: Dr. Boekmann. 7633) Chaisendecken, Stroh- und Rohrmatten sind wieder v orräthig. Strsh röpfe zum Umwickeln von Pumpen und Wasserleitungen treffen in einigen Tagen bei mir ein. Gießen, den 22. November 1880. H. Dickorö, Sonnenstraße. Gießen, 25. November. Nächsten Montag und Dienstag finden öffentliche Sitzungen Provinzial^AuSschuffeS statt und kommen folzende Gegenstände zur Verhandlung: 1. Montag den 29. d. MtS.r Klage des OrtS-ArmenverbandeS Frankfurt a. M. gegen den OrtS-Armenverband Gedern wegen Unterstützung der Katharine Stöhr. Klage de- OrtS-Armenverbandes Caffel gegen den Land-Armenverband Gießen wegen Unterstützung deS Hermann Deller. Frielendorfer tBriquettes ’S « bat* tonnl; ,fut smniiq, ”” 'N auf«, 1Un* 1881/82 einjetei^, W Dordkli. von arbeiten lber ?srtbildunzs, bewilligt unk ‘»n nb «rtlän ■**«**. SSlr Sinnig ®e‘ 'bai s'n * "..Ls tzl'ch teitb* h "nb «faft beo mib £i 7111 7115) Dm Rest meines Waarenlagers habe ich in den 2. Stock meines früheren Hauses, Seltersweg 182, gelegt und verlause solches wie früher zu Einkaufspreisen mit io % Rabatt bei Baarzahlung __A. Liüttrmghaus. Die BrühiHe Dmv. Druckerei (Verlag und Expedition des „Giessener Anzeigers“) hält sich zur Anfertigung von DrilCkHrbeitCli jeder Art bestens empfohlen. Gießen, 25. November. Es ist schon oft auf den Schwindel mit sog. „Ratenloosen" hingewtesen worden. Unter „Ratenloose" versteht man z B.: ein Bad. 35-Guldenloos tm Courswerthe von circa 171 X theilt irgend ein betrügerischer Bankier in 20 Ratenloose a 23 X ein, d. h. für 171 X eigentlichen Werth steckt der Bankier 2»mal 23 X — 46u X in seine Tasche, er profittrt somit an einem Loose 289 X. Fällt nun im günstigsten Falle auf eine solche Rate ein Gewinn, d. h. kommt das Loos mit geringstem Treffer heraus, so erhalten die Besitzer von Ratenloosen nicht 120 X, sondern für ihren Einsatz von 23 X nut den 20. Thetl von vorstehenden 120 X = & X- Hter liegt also ein ganz ordinärer Schwindel und Betrug vor. Ein schon gewarnter Verkäufer derartiger Loose von hier ließ sich wiederholt beikommen, solche zu vertreiben und wird nun strafrechtlich verfolgt. — Die Kohlendiebstähle an dem Bahnhofe nehmen in letzter Zeit so überhand, daß fast täglich ein Dutzend zur Anzeige gebracht werden könnten. Wir machen nun im Interesse der armen Leute darauf aufmerksam, daß das Kohlensammeln an den Auf- und Abladestellea des Bahnhofs nicht wegen Betretung des Bahnrapons bestraft, sondern daß da» Sammeln als „Diebstahl" aufgefaßt und demgemäß bestraft wird. Mehrere Anzeigen wurden bereits gestern erhoben. — Heute wurde mit dem Austragen der Zählkarten und .Briefe zur Volkszählung am 1. December begonnen. Handel und Verkehr. Gießen, 24. Novbr. Auf dem gestrigen Viehmarkte waren aufgetrieben: 800 Stück Rindvieh und 350 Schweine. Der Handel war lebhaft und blieben die Preise unverändert. Nächster Markt Dienstag, den 7. und Mittwoch, den 8. December, am letzteren Tage auch Krämermarkt (letzter Vieh- und Krämermarkt für 1880). Limburg, 24. November. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen X 18.80, Weißer Wetzen X 00.00, Saatkorn X 00.00, Korn X 16.55, Gerste X 10.65, Hafer X 6.80, Erbsen X 00.00, Kartoffeln X 0.00. (Durchschnittspreis pro Malter.) .-rathlmg tinflM rag btJ log. Ktta im unb Sbarlotli» Klaub auf ein »» i- mtlbil au«»» n Dolch« ioolentgtinit metba lbmisch sich au« W; gno etaM’i“ “ jjarlufien auf «* inijp.* au« io unb sichlnff- b» btt D-l-Mi Sibti W ;; er i'giii sich« S 6 oerh-st«' : iSyä •Kl* für ältere Kinder: Rebelbild-Apparate, Laterne-Magica, Cammera-Obscura, Glectromotoren und Dampf- rnaschinchen in Verbindung mit Zimmer- Springbrunnen, Hammerwerk re., Billard, hochfeine Tivoli, Garten- und TischeroquetS re. Ebenso halten stets eine größere Auswahl in GrgänzungSbilder, Cromatropen, Wechselbilder u. s. w. für Laterna-Magiea am Zager Moritz Gregori Sohn. 7685) Hasen und Rehbraten sind stets zu haben bei Wildprethändler Julius Ebel, Marktstraße. I. H Fuhr, Sonnenstraße. NB. Altes Zinn wird in Tausch genommen. 7610) Zwei Pferde zu verkaufen. Näh. bei der Exped. d. Bl. Aeikgeöotenes. 7668) Eine dänische Dogge (schwarz und gelb), 3/< Jahr alt, zu verkaufen. Näheres in der Exped. d. Bl._________ Canaldeckel, Trottoir Rinnen, sowie Livorno, 24. Novbr. Der Dampfer „Ottizia" hatte einen Zusammenstoß mir dem französischen Dampfer „Joseph" ; letzterer wurde in Grund gebohrt; an Bord desielben waren 300 Personen, wovon 50 gerettet sind. „Ortigia" ist stark beschädigt hier eingelaufen. Lokales. Gießen, 25. November. In der Sitzung des KreiSausschuffes vom 23. v. M. kamen nach Erledigung einer Anzahl von Angelegenheiten in geheimer Verhandlung folgende Gegen« stände in öffentlicher Verhandlung zur Entscheidung. Gegen die Wahl des GemeinderathS zu Oppenrod war von Jacob Weller, Johannes Brück^II , Konrad Brück, Johannes Kloos I., Konrad Hahn und Jacob Schmidt Reclamation erhoben worden, weil die Bestimmung deS Art. 11 der Landgemeindeordnung nicht eingehaltcn worden sei, indem die Hälfte deS Gemeinderathes nicht dem höchstbesteuerten Dritttheil der Wählbaren angehöre, und weil der Gcmcinderechner Schäfer die Wahlzettel selbst geschrieben und herumgetragen habe. Der erste Grund wurde als der Sachlage nicht entsprechend und der zweite als irrelevant zurückgewiesen und wurden die Reclamanten in die Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung eines Aversionalbetrages von 25 X in die KreiScaffe verurtheilt. Gegen die Anlegung einer Talgsiederei von Seiten des Wagners Johann Prötz zu Grünberg war von deffen Nachbarn Einsprache erhoben worden. Nach eingehender mündlicher Verhandlung beschloß der Kreisausschuß, dem erhobenen Einwand mit Rücksicht auf das allzu- beschränkte Local de- Antragsteller-, sowie die unausbleibliche Belästigung der Nachbarschaft durch widrige und der Gesundheit schädliche Dünste und Gerüche, stattzugeben und die nachgesuchte Erlaubniß nicht zu ertheilen. In Betreff der Beschwerde des Karl Winn von Nonnenroth wegen Verweigerung von Loosholz wurde mit Rücksicht darauf, daß hier als entscheidender Zeitpunkt der Tag der Ver- loosuno des Loosholzes in Betracht zu ziehen sei, daß die Mutter deS Beschwerdeführers, wie festgestellt, an dem VerloosungStage noch am Leben war und sonach daS dieser für 1880 zugefallene Loosholz nach ihrem kurz darauf erfolgten Tode an ihren einzigen Erben, den Beschwerdeführer, in Eigenthum übergegangen sei, erkannt, daß die Beschwerde des Karl Winn in Nonnenroth gegen den ihn abweisenden Äemeinderathsbeschluß vom 5. Juni I. I. begründet und die Gemeinde verpflichtet sei, das seiner Mutter, der Wittwe von Georg Koch II. in Nonnenroth, für das Jahr 1880 kurz vor ihrem Tove zugefallenr Loosholz an ihn, den Karl Winn, als einzigen Erben seiner Mutter, zu verabfolgen und daß die Gemeinde Nonnenroth in die Kosten des Verfahrens unb zur Zahlung eines Aversionalbetrags von 10 X in die Kreiskaffe zu ver- urtheilen sei. In Betreff des Ansinnens des Großh. Kreisamtcs Gießen an die Gemeinde Bersrod wegen Vergütung der Handarbeitslehrerin wurde in Erwägung, daß die von dem Großherzogl. Kreisamt Gießen der Gemeinde Bersrod angesonncne Zahlung von 40 X an die Arbeitslehrerin Katharine Magold als Vergütung für im Winter 1879/80 ertheilten Unterricht in weiblichen Handarbeiten, welche Vergütung solche auch tm Winter 1878/79 erhalten hatt, als eine angemessene Vergütung, dagegen die von der Gemeinde Bersrod zugestandene von nur 20 X als eine zu geringe erscheint, erkannt, daß das Ansinnen des Großh. Kreisamtes Gießen an die Gemeinde Bersrod begründet und die Vergütung an die Arbeitslehrertn Katharine Magold L. Schmitz r- Co. 7662) In Folge Bauveränderung stehen zum Verkauf: 1 zweiflügeliche Hausthür, 15 Paar Fensterläden, div. Fenster und 1 altes Hstthor. Braugaffe A. ISO. August Kröll. 7669) Ein Parthie Buchen-Hack- -retter, 4—5 Zoll stark, sind billig abzugeben, auch können Haustöcke zusammengesetzt werden durch ________________Jung, Klein-Linden. 7587) Wir empfehlen als unterhaltende Spiele ww- X ® 224 ot A31ea':he1-/»brik CesctoNT Die Eröffnung des Musterlagers der Möbelfabrik, Reichmsank) -Kahnhokflratze L. 937 im Merz’schen Hause, zeigt ergebens! an 7585 Th* Bruck» Frisch eingetroffen. JAürn berger Lebkuchen^ aus der Fabrik von Heinrich Häberlein, Lieferant Seiner Majestät des Königs von Baiern. (7623 I. A. Busch Söhne. Der unterzeichnete Vorstand des Bazar's sieht sich genöthigt, den Verkauf zu schließen, da sämmtliche Gegenstände vergriffen sind, und sindet deßhalb die Verloosung schon Freitag Nachmittag von 2 Uhr an statt. _________»er Vorstand des ^rauenrereins. Wenzels Wiuter-( Palmeu-) Garten. (7688 Freitag den 26. JTovember: (2869 Entree 90 P/y» Anfang 9 Uhr. XX haltend, zeichne - Druck und Verlaa d°^ Brühjl'scb-n Untv.-Drucker-i (Fr C-Hr. PtetsÄ) tu Eichen Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. rr,tz>tzßy,;q qun atiaj -lanaj 'a?ja$ f W«T3tW01| 5MTU16W* i-iniismr k 3WW6TIV Der Vorstand. Dr. H v. Rttge n. brechung erleiden. Gießen, den 84. November 1880. 7672) Eine Familie von 2 P-rsonen suckt zum 1. Apv'l k Js- eine gesunde freundliche Wohnung von 4—5 Zimmern, in der Frankfurter Straße oder in einer der in Der Nähe der Süd-Anlagen gelegenen Straßey, Schrift!. Offerten unter M. A. H. 89 be- fördert dje Exped- d. Bl. 3. Abonnements- Concert» 2. Theil: Mendelssohn Musik zu Shakespeare’s Sommernachtstraum etc. 7587) 1—2 Herren können Kost und Logis erhalten. Wallthorstraße A. 199. Georg Petri, Giessen, 50. Seltersweg 50. Atelier für alle Arten Haar-Arbeiten. Speeialität: Feine Flechtereien, als: Uhrketten, Armbänder Glas-Malereien re. Größtes Lager fertiger Zöpfe, Chignons re. Damen, welche aus wirklich gediegene Arbeit bei geschmackvoller Ausführung refl