N'elhen ^ube- ^ich-lhri«. AKUnb Wt* zLautgrill. 3,Ä »iS erbau§ sofort ju -Uuv-rzagt. !^'"es Hauses U””'"mii in®tit Brtrl. Ij® MtWt 6 sn*’ ^gun Kröll. ^HHn?inmeÜ S£ "ennirthen Pkhbar. ^HolOlg^ ^unseres Hauses ltrn 2C- 'st vom n. ., illicmstrake. meines HHfts iu vrnnielbm. Äimistratze^ 1 ^mmer zu oer- H'rz, Glchr. ?ogis g Ltt. v. LS. ! Zimmer bei leuenweg 194. n kuatte mn Hof- L 108 zu ver- rmicthen. 6-92,3. Heizen. pothekaiische, drei- iuf ein in heftet Haus ein Gtpüd Aä-ms bei bet e rrn wttbtn unter )iUi6it angdtrtiflt uchenotatz Nr. 23 Röbelwagea V Um^en einem nut billigster l evosoblen. *1 WHWl ;:s tam' !WW»Wj ..Mali®' tflUtll- ustand ■ aul MW «riW«; l HS «“4‘l ÄrtBft"«« lrt8»trcuCT ttaf«***' nrd • ••» „ftll®“ l'i Str. 118 Dienstag den 25. Mai 1880. AiM- «Sd AmtsM sir de« Kreis Gieße«. GrpedittonSbrrreair: Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. worden. erachten, getreten Anträge Amtlicher Th eit. Gießen, am 20. Mai 1880. Betreffend: Remunerirung des Feldichutzpersonals in dem Rechnungsjahr 1879/80. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Zur Belohnung besonders pflichtgetreuer Feldpolizeibediensteter ist uns für das Etatsjahr 1879/80 ein entsprechender Betrag zur Verfügung gestellt Wir sehen daher Ihren baldigen Berichten darüber entgegen, welche von den fraglichen Bediensteten Ihrer Gemeinden Sie einer Belohnung würdig Wie im vorigen Jahre kann sich, wenn inzwischen Aenderungen in den persönlichen und dienstlichen Verhältnissen der Vorzuschlagenden nicht ein- sind, auf die früheren Berichte bezogen werden. Werden dagegen Bedienstete zum erstenmal in Vorschlag gebracht, oder sind sonst abweichende zu stellen, so müssen diese gehörig motivirt werden. Bis zum 10. Juni d. I. muffen sämmtliche Vorschläge bei uns eingelaufen sein, wenn solche Berücksichtigung finden sollen. Dr. Boekmann. Ein dtachcongreß. Die Lösung der orientalischen Frage steht seit Jahrzehnten auf der Tagesordnung der europäischen Diplomatie. Nimmt man's genau, so^giebt eS übrigens gar keine einzelne orientalische Frage, sondern em ganzes Schock orientalischer Fragen, von denen heute diese, morgen jene sich besonders bemerklich oder unbequem machen. Eine Lösung aller orientalischer Wirren wäre, wenn überhaupt, nur durch eine Radikalkur möglich, also etwa durch die Be- settigung aller einzelnen kleinen Baikanftaalen und gleichzeitiger Entfernung der türkischen Herrschaft aus Europa, und als Erlaß dafür die Schöpfung emes einigen byzantinischen Staates unter einem machtvollen und energischen europäischen Fürsten und mir einer Constitution, oder nach dem Vorbilds Palens di' d-fir.itive,Verrbellung iümmtlichen Balkanlandes an die drei Nachbarstaaten Oesterreich , Rußland und Griechenland. Beide Lösungen sind von idealen Politikern schon vielfach empfohlen worden, und der erste Vorschlag empfiehlt sich vor dem zweiten, weil er die Streitfrage um den Besitz von Lionsiantincpel erledigt. Die erste Voraussetzung bildet aber in beiden Fällen die Ausweisung der osmanischen Dynastie und des Islam aus Europa. Leider fehlt den großen Garanliemächten des Westens zu einer solchen gesunden politischen Neuschöpfung Die Energie und die Einigkeit. Ihr Rechts- titel, den Hexenkessel von Staaten im Südoften Europas zu beseitigen, ist an und für sich nicht zweifelhaft, denn die Türken sind nur Eindringlinge in Europa und die übrigen Staaten sind keine historischen, sondern mehr oder weniger zufällige, revolutionäre Bildungen, welche durch eine Mediatisirung oder durch den Anschluß an einen gesunden StaatsorganiSmuS nur gewinnen können. Wenn man in der hohen Politik überhaupt die Moral neben der Zweckmäßigkeit gelten läßt, so erscheint es sicher höchst moralisch, der orientalischen Mißwinhjchaft em Ende zu machen, durch Einführung geordneter Staatszustände aus der Balkanhalbinstl die großen Opfer an Geld und Blut zu sühnen, welche Europa bereits für die orientalische Frage gebracht hat, und endlich eine Quelle von ewig neuen Unruhen unv Kriegen, wie auch die Ursache zu neuen Conflicleu unter den europäischeli Großmächten zu verstopfen und zu b-selt»gen. Wäre es nicht geradezu lächerlich und fluchwürdig, wenn es der türkischen Diplomatie gelänge, etwa Oester^ich nut England und Italien und Rußland mit Deutschland und Oesterreich m einen Streit und Krieg zu verwickeln, um dadurch den orientalischen Kadaver noch einige Zeit sich zu erhalten? Die Orientfrage in ihrer jetzigen Gestalt bugt in ihrem Schoße die Gefahr eines ContimmalkriegeS, und darum ist es hohe Zeit, sie aus der Welt zu schaffen. Statt besten beantragt England eme Nachconferenz zum Berliner Vertrage, um die neuerdings ausgetauchten Differenzen in der Türkei auszugleichen. Es soll sich also um Montenegro und Albanien, möglicherweise auch um Bulgarien und Rumelien dabei Hameln; auch dürste der nächste Zweck Englands fein, die österreichische Occupationspolitit einzuschiänken. Man oer« gißt dabei leider, daß mit der Regelung dieser einzelnen Fragen nichts gewonnen wird, denn jedes Jahr, jedes Vierteljahr gebiert aus der Balkan- Halbinsel neue Streitfragen. Der Vorschlag Englands zu einem Nachcongreß harrt noch der Erledigung von Vorfragen, welche sich auf die Theilnehrner, das Stimmverhältntß und auf den Ort der Conferenz beziehen, zu welchem übrigens Berlin vorgeschlagen ist, nachdem der Plan der Botschafterconferenz in Konstantinopel keine unbedingte Zustimmung gefunden hat. Die wichtigste Vo. frage aber bleibt leider ungestellt; sie sollte die Vollmachten des neuen Coi.gr estes erörtern und offen das Ziel proclamiren: Pacificirung der Türkei um jeden Preis und für alle Zeit, keine Lösung albanischer, monlenegrimscher, bulgarischer, serbischer, rumänischer, rumelischer, griechischer und sonstiger Duodezfragen, sondern volle Lösung der orientalischen Frage durch den Machtspruch und, wenn's nöthig ist, durch die Waffengewalt Europas. Keutschland. Berlin, 20. Mai. Die heutige „Prov.-Corresp." schließt einen Artikel über die beendigte ReichstagS-Session mit folgenden Worten: Die nationalliberale Partei ist zu einer stetigen Unterstützung der Wege des Kanzlers in Reich und in Preußen nicht gelangt und scheint das Ziel derselben nicht erkannt zu haben ober die Ankündigung desselben nicht mit ganzem Vertrauen aufzunehmen. An dieser Haltung scheiterte das Zusammenwirken der drei Bataillone, welche der Reichskanzler lediglich genannt hat, nämlich der Deutschconservativen, der Reichsparte» und der Nationalliberalen, zur Unterstützung der vom Kanzler unter Zustimmung der verbündeten Rkgierungen verfolgten Politik und der einzelnen von letzterer bedingten Maßregeln. Diesem Umstand muß die Unfruchtbarkeit der verflossenen Zession beigemessen werden. Denn so oft die Nationalliberalen ober nur der größere Theil derselben sich von der regierungsfreundlichen Majorität tremite, fand er in der um das Centrum geschämten, stets zur Bekämpfung des Kanzlers entschlossenen Opposition das Gewicht, welches die Wagschaale gegen die Regierung finken machte. 'M' dis Thatsache dieser Opposition und auf die Pflicht, derselben nicht zu dienen, wenn man dem Kanzler die Fortführung feiner» möglich machen und nicht darauf hinarbeiten will, daß Dem Centrum bie Zügel des ReicheS in die Hand gegeben werden müssen, Hal der Kanzler in seiner Rede vom 8. Mai hingewiesen. Berlin, 22. Mai. Der von dem dritten und vierten Bundesraths- Ausschnß über die Anträge Preußens und Hamburgs, betr. die Einverleibung Altonas in das Zollgebiet, gemachte Vorschlag, die Einverleibung zu beschließen, wurde in der Plenarsitzung des Bundesraths angenommen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Behauptung der „National- Zeitung", daß nach den Bestimmungen der Elbschifffahrts-Acte auf der Elbe keine Zölle erhoben werben dürften, als unrichtig. Die Elbschifffahrs-Acte handle ausschließlich von der Freiheit der Schifffahrt auf Der Elbe und fasse nur die Abschaffung resp. die Revision der Elbzölle in's Auge. Sie lasse bie Steuerverhältniffe der Elbufer-Staaieu ganz unberührt und bestimme in Art. 14 a ganz ausdrücklich, daß bezüglich der Mauthen, der Eingangs- und Nerbrauchssteuirn jedem Staate das Recht verbleibe, bie in das eigene Landesgebiet einzuführenden Maaren, sobald dieselben den Fluß verlassen, nach seiner Handelspolitik zu belegen. —- Die heutige Beschlußfassung des Bundesraths über bie Einverleibung Altonas in das Zollgebiet vorbehaltlich näherer Ausführungs-Modalitäten ist mit Einstimmigkeit erfolgt. Österreich. Prag, 19. Mai. 35 Hörer dir Berliner technischen Hochschule langten gestern unter Führung ihrer Profi ssoren auf ihrer Studienreise in Prag an, um bie hiesigen technischen Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen. Sie würben vom Prager Rector und ben Professoren nebst einer Anzahl Studiren- der des deulschen Polytechnikums auf dem Bahnhof empfangen und in's Hotel Erzherzog Stephan geleitet. Etwa hundert junge Leute postirteu sich vor dem Hotel und brachen in ein scandalöses Pereat-Gejohle aus, worauf sie wieder abzogen. Es bandelte sich bei dieser liebenswürdigen Kundgebung, die von czechischeu Studenten ausging, darum, ben deutschen Studenten zu zeigen, wie sehr in gewißen czechischeu Kreisen das Deutschihum verhaßt ist. Die „Politik" leugnet nun zwar, daß vorgestern Abend nach Ankunft der Berliner Polytechniker vor dem Hotel Zum Erzherzog Stephan irgend eine Kundgebung statt- gefunben habe. Dieses Leugnen ist aber, wie die „Bohemia" sehr richtig bemerkt, höchstens ein Zeichen, daß man sich dieser Kundgebung zu schämen beginnt. Geradezu lächerlich ist es aber, wenn die Politik jede „vorbereitete" Kundgebung in Abrede stellt, nachdem doch die „Nar. Listy" selbst gestern meldeten, daß bie czechischeu Studenten, da sie von der bevorstehenden Ankunft fremder deutscher Studenten Kunde erhalten hatten, in der Anzahl von etwa 200 im Franz Josepbs-Bahnbof erschienen seien, um zu schauen, was da vor- gehen werde. Die „Nar. Listy" fügen hinzu, die fremden Studenten hätten sich ganz „anständig" benommen, und daraufhin seien auch die czechischeu Stu- denten ruhig auseinander gegangen. Sie scheinen sich aber von da nach dem Hotel Erzherzog Stephan begeben und dort den nicht abzulengnenden Scandal ausgeführt zu haben. Selbst der „Cech" bestätigt, daß es „czechische Studenten" gewesen seien, welche das „lärmende Pereat" ausgebracht haben. Schweij. Bern, 20. Mai- In der Nackt vom 16. auf den 17. d. Mts. sind wieder im Gotthardtunnel auf der Südseite durch ein Felsstück, das sich in Folge einer weiter im Innern stattgefundenen Dynamit-Exploston von der Decke gelöst hatte, zwei Arbeiter gelödtet und zwei verwundet worden. — Seit gestern sind auch der Furka« und Oberalp-Paß wieder für Räderwerk frei. Frankreich. Roubaix, 22. Mat. Die Lage der Dinge besiert sich mehr und mehr, lieber 1200 Arbeiter haben die Arbeit heute früh wieder ausgenommen ; man hofft auf eine Wiederaufnahme in großem Maßstabe nächsten Montag. Die Stadt ist ruhig. England. London, 20. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen, der gegenwärtig der Gast der Königin im Windsorschlosie ist, tnspicirte gestern das 1. Leibgarde-Regiment in der Kavallerie-Kaserne in „Spital." London, 22. Mat. Sicherem Vernehmen nach wird in diesen Tagen eine identische Aufforderung der Mächte zur Regelung der armenischen, montenegrinischen und griechischen Frage der Pforte zugehen. Der gegen Ende der Woche in Konstantinopel eintreffende außerordentliche Botschafter Göschen wird auf's Nachdrücklichste hierfür eintreten. Von der Antwort der Pforte auf die gemeinschaftliche Forderung der Mächte dürfte es abhängen, ob die Nachconferenz in Berlin stattfindet, welche sich mit der griechischen Frage zu beschäftigen haben wird- Für die im Principe von den Mächten bereits accep- tirte Nachconferenz ist bis jetzt die erste Hälfte des Juli in Aussicht genommen. An den bezüglichen auf Grund des Art. 24 des Berliner Vertrags stattfindenden Verhandlungen würde die Pforte nicht theilnehmen. Spanien» Madrid, 22. Mat. Die aufständische Bande in der Provinz Castellon hat sich gegen Chelva gewendet. Von verschiedenen weiten sind Truppen zu deren Verfolgung abmarschirt. Barcelona, 22. Mai. Die hiesige Baumwoll-Spinnerei Marell ist ein Raub der Flammen geworden und zwar durch meuterische Arbeiter, welche auch die Maschinen zerstörten. Die Anstifter wurden verhaftet und alle Arbeitervereine in Catalonien vom Präfecten aufgelöst. Die Ordnung ist wtederhergestellt. Nußland. Petersburg, 22. Mat. Der Stadthauptmann v. Surow hat sich in einem Tagesbefehl vom 20. Mat von seinem Ressort verabschiedet. — In der gestrigen Sitzung des Processes Dr. Weymar erfolgte die Beweisaufnahme über den Ankauf des Revolvers und die Besorgung des Giftes durch Dr. Weymar. Die gerichtlich verwahrte Droschke, sowie das Pferd, mit welchem nach der Anklage der Mörder des Generals Mesenzeff entfloh, wurden den Zeugen als Beweisstücke vorgeführt. — General Totleben kehrt morgen nach Odessa zurück, um die Ge», schäfte dem General Drentelen zu übergeben und geht dann auf seinen neuen Posten als Generalgouverneur nach Wilna. Die Stelle des zurückgetretenen Stadthauptmanns o. Surow verwaltet sein früherer Gehül fe Oberst Fedorow vorläufig interimistisch. Telegraphische Depeschen. Wagver's telegr. Eorcrespondesz ■ «Simen. Petersburg, 23. Mai. Zu den zahlreichen Gerüchten über diplomatische Conferenzen und Zusammenkünfte bemerkt die „Agence russe", die Collectivnote der Mächte, betr. Montenegro, Griechenland und Armenien, sei der Pforte noch nicht überreicht worden. Es habe sich die Nothwendigkeit herausgestellt, derselben noch einen Passus htnzuzufügen, worin die Pforte gefragt werde, ob sie die frühere Erklärung aufrechterhalte, nach welcher sie es für unmöglich bezeichnete, die Unverletzlichkeit der Mitglieder der Grenzregu- ltrungs-Commtsston, welche die Mächte an Ort und Stelle einzusetzen vorgeschlagen hatten, zu garantiren. Hält die Pforte diese Erklärung aufrecht, so werden die Botschafter in Berlin zusammentreten, um die Arbeiten zu erledigen, deren Uebernahme in Folge der Ohnmacht der Pforte der an Ort und Stelle einzusetzenden Grenzregultrungs- Commission unmöglich gemacht worden war. Paris, 23. Mai. Einige Volkshaufen, im Ganzen etwa 600 Personen, zogen heute nacheinander über den Basttllenplatz und begaben sich nach dem Friedhöfe Pere Lachaise, um an der Mauer, wo die Communards erschossen worden waren, Kränze ntederzulegen. Einige Individuen, die den Poitzetagenten, welche sie zum Weitergehen aufforderten, den Gehorsam verweigerten, wurden verhaftet. Ein Zwischenfall von Bedeutung fand nicht statt. Die Menge bestand vorzugsweise aus Neugierigen. Paris ist vollkommen ruhig. Triest, 23. Mat. Heute Nachmittag um 53/4 Uhr ist der englische Special Gesandte Göschen mit der Dampf Hacht „Helikon" nach Konstantinopel abgereist. Petersburg, 23. Mat. Im Processe Dr. Weymar wurde das Verhör der Zeugen gestern beendigt und die Sitzung am Nachmittag um 31/2 Uhr auf Montag vertagt. Darmstadt, 24. Mat. Heinrich v. Gagern, Expräsident des Frank- furter Parlaments, ist am Samstag Abend in Darmstadt gestorben. Paris, 24. Mat. Die Zahl der bet der gestrigen Kundgebung Verhafteten betrug 13, und die Zahl der Kränzetragenden, welche sich in zwei Gruppen auf den Kirchhof Pere Lachaise begaben, belief sich nicht über 100 Personen. Lokales. Ließen, 24. Mai. Zu dem am Donnerstag, den 27. Mai, stattfindcndcn Jahresfeste des Vereins für innere -Mission stellt ein gcoßir Zuzug von auswäriigen Festgästen aus der ganzen Provinz zu erwarten. Der Verein bat in der kurzen Zeit seines Bestehens sich viele Freunde erworben. Zeugniß von dem praktischen Sinne, in welchem er vic Mission des Cbristcn- thums gegenüber den socialen Nothstänvcn auffaßt, sind die von i; m unternommenen Werke, : das Hospital für arme jcropbulö'e Kinder in Bad Rauheim und die hiesige Herberge für wan i dernde Gesellen, vie am gleichen Tage emgewciht werden soll. Dem Fcstprediger, Stadtpfarrer • Fischer aus Stuttgart, geht bei 9iuf eines ganz hervorragenden Kanzelredners voraus. Auch ' die öffentlichen Verhandlungen, welche dem Gottesdienste folgen, werden voranssichtlich viel Jnteresianles bieten. Der hiesige evangelische Kirchengcsangverein hat geglaubt, dreie Gelegenhetr nicht unbenutzt vorübergehen lassen zu sollen, um einem weiteren Kreise durch Darbietung einer Gejangs- aufführung eine Anregung zur Förderung der Klrchengesangvereinjache zu geben. Gießen, 24. Mai. In der Nacht vom 22 zum 23. d. Mts. wurden in einem Hause in der Marburger Straße aus der Wohnstube mittelst Einschleichen ein Paar Stiefel und eine Turnerjacke gestohlen. — In derselben Nacht wurde am Ludwigsplatze einzubrechen versucht, der Dieb wurde wahrscheinlich gestört und ist unverrichteter Sache wieder abgezogen. — In der Nacht vom Samstag auf Sonntag ist wieder einmal verschiedener Unfug verübt worden, u. Ä wurde in der Grünberger Straße ein Grabdenkmal von der Steinhaucrci Kalbfleisch nach dem Friedhöfe getragen, auch Steine auf das Trottoir gelegt u. s. w. Vermischtes. Darmstadt, 21. Mai. Von den epidemischen Krankheiten sind neuerdings Maiern hin und wieder im Großherzogthum aufgetreten, jedoch stets mit sehr leichtem Verlauf Zur Zeit herrschen dieselben noch im Kreise Schotten, wo die Orte Nieder- und Ober-Seemen, Volkarcshain, Kaulstoß, Eichenrod und Burkhards befallen worden waren und im Kreise Gießen und hier in den Orten Annerod und Rödgen. In der Stadt Mainz wurde seit April d I. eine Zunahme der Masernerkrankungen beobachtet, nachdem eine im November und Dccember des verflossenen Jahres das Maximum ihrer Verbreitung aufwetsende Epidemie im März fast erloschen erschienen war. Keuchhusten ist in der Rhetnebene recht verbreitet, nämlich in Pfungstadt, Bickenbach, Eschollbrücken, Hahn, Groß Rohrheim und Lampertheim, dann in Darmstadt und Mainz; außerdem auch im Kreise Dieburg, woselbst Ober-Roden durch eine neben einzelner Masernerkrankungen ausgetretene Keuchhustenepidemie eine sehr hohe Kindersterblichkeit hatte. Scharlachfieber trat nirgends in auSgebreiteten Epidemieen auf und zeigte sich meist nur in vereinzelten Fällen in Orten des Kreises Friedberg, im Kreise Heppenheim hin und wieder, dann auch in Darmstadt und Worms. HalS- und Rachcnbräune sind neuerdings nirgends in bedenklicher Form oder stärkerer Verbreitung aufgetreten. Blatternerkrankungen kamen in Mainz bei einzelnen zugereisten Personen zur Beobachtung; die Epidemie zu Abenheim, Kreis Worms, ist, nachdem 13 Personen erkrankt, von welchen 3 der Krankheit erlagen, erloschen. Die in den letzten Wochen in Mainz, Worms und Bensheim beobachteten Erkrankungen an Rückfalltyphus waren leichter und zum Theil zweifelhafter Art und betrafen arbeitslos umherziehende zugereiste Personen. (D. 3.) Paris, 18. Mai. An der Brücke von Grenelle hat man dieser Tage — die Geschichte, wie seltsam sie auch klingt, soll wirklich wahr^setn — die Leiche eines Negers aus der Seine gefischt, in der sie schon mehrere Tage gewesen sein mußte. In seiner Tasche fand man eine hermetisch verschloffenc Blechbüchse, welche sehr merkwürdige Aufzeichnungen enthielt. Dieser Neger war der Sohn eines gegen den Negus von Abyssinien empörten Häuptlings. Sein Vater war getödtet, sein Bruder und er waren gefangen genommen worden. Em Frauenzimmer verhalf den beiden Brüdern zur Flucht. Bei Tage verbargen sie sich in Bäumen oder Höhlen, des Nachts wanderten sie weiter, nährten sich von Früchten und mußten beständig fürchten, von wilden Thteren angefallen zu werben. Der jüngere Bruder kam in den Sümpfen des Blauen Fluffes (Bar - el - az - rak, um. Als sie sich nämlich hier verirrt hatten, stieg der ältere auf einen Baum um sich zu orientiren. Plötzlich hörte er furchtbares Wehgeschrei; er gleitet herab und sieht eine ungeheure Boa (!) um den Leib seines Bruders geschlungen. Unbewaffnet, wie er war, konnte er ihm zu seinem tiefen Schmerze nicht zu Hilfe kommen. Erst nach siebenwöchentlichen Wanderungen durch unwegsame Gegenden kam er ganz erschöpft bei den ägyptischen Vorposten an. Die Soldaten boten ihm das Nothdürftigste und nachdem er sich einige Tage ausgeruht, ging er nach Kairo, wo der Khedive ihm eine Unterstützung reichen liefe, mit der er nach Paris kam. „Ich glaubte", schließt das Tagebuch, „in Paris leben zu können; aber, wie überall, so muß man sich auch hier nützlich macken und ich habe nichts gelernt. Den Qualen des Hungers habe ich einen gewaltsamen Tod vorgezogen." Also berichtet das „Journal des Debats", von dem man eine Mystification nicht erwarten darf. — (Der Stabstrompeter von Mars la Tour.j Der ehemalige Stabstrompeter der 11. Husaren, jetziger Musikdirector August Roch, beging vor einigen Tagen sein 25jäbriges Dtenstjubiläum, bei welcher Gelegenheit ihm von vielen Seiten Ovationen bargebracht wurden. Bei einer am Abend veranstalteten Familienfeier fiel den zahlreichen Gästen eine total zerschlagene, mit Beulen bedeckte Signaltrompete auf, die inmitten eines Lorbeerkranzes an der Wand hing. Der Jubilar wurde bestürmt, dir Geschichte der Trompete zu erzählen und der ehemalige StabSkrompeter that dies euch in schlichter SBMfe Es > war & der Schlackt bei Mars la Tour, wo die 11. Husaren plötzlich Befehl erhielten, eine Attaque auf ein in Quarrec formirtes französisches Linienregiment zu machen, welches mit Löwenmuth kämpfte. Mitten im Schlachtgewühl bemerkte R-, der fick immer dicht an der Seite seines Obersten hielt, wie ein Franzmann das Gewehr auf seinen Chef anlegte. Zum Besinnen ober den Säbel heraus- zuztehen, war keine Zeit, wie der Wind war der Siabstrompeier an der Sette des Franzosen und, die Trompete krampfhaft beim Mundstück packend, sauste sie mit so vernichtendem Schlage auf das käppibedeckte Haupt des Franzosen nieder, daß dieser alsbald zusammensank. Die neue Waffe kam bann nock so nachdrücklich in Action, daß sie zerschlagen und mit Beulen bedeckr aus der Attaque zurückkehrte. Der Oberst lohnte die entschloffene Thai dadurch, dah er später vor der Front dem Stabstrompeter das vom Kaiser verliehene eiserne Kreuz erster Klaffe über- gab, mit dem Bemerken, „e<> sei red!ick verdient". Kan-wirthschaftlicher L'ocalvcrein Gießen. Am 21. Mai Nachmittags fand unter sehr zahlreicher Betheiligung von Land- mirthen und Freunden der Landwirthschaft eine vom Verein veranstaltete Prüfung verschiedener Ackergeräthe Statt. Als Terrain war ein ziemlich schwerer Alluvialvoden der Lahn-Niederung gewählt. Durch die ungewöhnliche Dürre der letzten Wochen und die Verhärtung des Erdreiches war den Instrumenten noch eine größere Schwierigkeit entgegengesetzt. 1. Zuerst wurde auf mehrmals gepflügtem Acker eine Zickzack-Egge von Sack, Richter & Co. aus Bettenhausen - Cassel geprüft. Dieselbe hat an den Spitzen verstählte und messerartige Zinken, und arbeitete in jeder Weise befriedigend. Preis 90 JL mit 3 Feldern und 45 Zinken; ging zweispännig bequem. 2. Eine Zickzack-Egge mit kantigen Stahlzinken aus der Fabrik des Herrn Bacthmann in Hornburg, zum Flacheggen und scharf Durchziehen, Nr. 166. Preis pro Zug 61 J4; arbeitete ebenfalls befriedigend. 3. Krümmer-Egge von dem Landgut Haardthof bei Gießen; arbeitete den Boden sehr gründlich durch, verlangte aber 240 Meterkilogramm Zugkraft, so daß zwei mittel schwere Ochsen schwer daran zu ziehen hatten. 4. Ein leicht und hantierlich gebauter Kartoffelhäufelpflug mit einem Rade als Vordergeftell. Preis 20 JL; arbeitete gut. 5. Eiserne Zickzack-Egge von Howard in Bedford, gesandt vom Landgut Friedelhausen, schwer und solid gearbeitet; Leistung befriedigend. 6. Vergleichsweise eine hiesige landübl'che hölzerne Egge mit schräg eingekeilten Zinken; konnte mit den vorherigen nicht concurriren. 7. Eine N i n g e l w a l z e vom Landgut Haardthof, welche die harten Thonklöße gut zermalmte. Nach diesen Prüfungen, bei welchen das Dynamometer wenig Verwendung finden konnte, wurde das Terrain gewechselt und ein ebenfalls alluvialer, ganz verhärteter und im Winter von der Lahn überstauter, in Weide liegender Ackerboden als Object zur Prüfung der Pflüge genommen. Es arbeiteten hierauf folgende Instrumente: 8. Ein Pflug von Baethmann-Hornburg welcher schon längere Zeit bei Herrn Thon in Londorf gearbeitet hatte, und trotz zahlreicher durch den dortigen Dorfschmied ausgeführten Reparaturen tadellos ging; bei 15 cm Tiefgang 175 Meterkilogramm. 9- Ein desgleichen neuer Pflug von Baethmann, Nr. 1284 c. II.; und 10. ein gebrauchter vom Gut Friedelhausen bedurften auf den Quadratdccimetcr Querschnitt bei dem sehr harten Boden und einer Schrittbewegung von 60 Meter in der Minute nur 37,5 Kilogramm beständiger Zugkraft; in mürbem Boden würde die Arbeit kaum über zwei Drittel dieser Kraft beansprucht haben. Beide Pflüge waren mit kurz gewundenem Ruckadloartigem Streichbrett construirt. 11. Auf der Sohle eines Pfluges von Nr. 9 und 10 ward nun der Hohen- Heimer Untergrundspflug, ausgestellt vom hiesigen landwuthschaftlichen Universitäts-Institut, geprüft. Er drang 25 cm unter die Pflugfohle in den verhärteten Untergrund, bewiikte, also eine Lockerung von 40—45 cm für t ef wurzelnde Pflanzen, ohne dabei rohe Erde empor zu bringen. Er verlangte bei 40 Meter Geschwindigkeit in der Minute eine continuirliche Zugkraft von ca. 200 Kilogramm. Man ist also im Stande, mit 300—400 Kilogramm Zugkraft eine Vertiefung der Acker lruisie zu erzielen, welche beispielsweise für den Zuckerrübenbau in der Wetterau ein sehr günstiges Er- gebniß in Aussicht stellt. 4 2 Ein Ps^ platten 0 ;,e0Lärtf tenncnortiö . isfrcidibrett 9cl,f ÄiP* MsMtion. Ms 16. DE r-ndpflusE SLL 17. Ein von «reise gekrönt, r'B mit LeichtiH't und 6ramm erschien eine 18. Ebenso .SadWnNtn, Führer gehend. Er Saalpflng oder zum cheroorzuheben ist bi Wg während des -mittelst eines Hebels 19. Den Schl spännigen Pflu taielbe förmliche S-t Dynamometer konnte Zugkraft nicht mehr 1 ist, kann ein solcher Erde heraufgebracht v hrriges Wühlen mit Möchte der kle fortfabrex, nur pro Holzderst im Gießener Montag den k von Borrnitta, soll im Gießener L Districtkn Br«uhof boden und Mühlkö Holz versteigert we A. N\ Schch.PrtG „ , Raumm Buchen — 3 Echen u. 1 Birken 4b' Radel 14 128, Wetli' W7 Eichen-Stäau E Fichten- J6 Birken- " 1667 Fichten,^