1SSO Dienstag den 23. November Str. 271 Erscheint täglich mit Ausnahme des MsntagS. 18. 20. Freiherr, Friedelhausen- Betreffend: Wtesenverbesierung zu Ettingshausen- Gießen, den 19. November 1880. 16. 17. 43. 44. Der Großherzogliche Kreisrath. Dr. Boekmann. laucht, Braunfels. Solms-Braunfels, Fürstin Ottilie PreiS viert«! jährlich 2 Mark 20 Pf. mit BringerlLhn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 59 PL. laucht, Laubach. 46. Textor, Friedrich, Gießen. 47. Walderndorf, Graf zu Molsberg, Wiesbaden- 48. Weber, Johs III. Wittwe, Langgöns. 49. Zimmer, Georg Carl, Winnerod. 50. Zurbuch, Wilhelm Wittwe, Gießen. erhalten wird. Gießen, am 20. November 1880. Gießen. 9. Emmelius, Karl, Firma, Gießen- 10. Fernie, E. W-, Gießen- 11. Gail, Gevrg Carl, Gießen- 12. Gail, Georg Ferd., Gießen- 13. Gail'sche Wollspinnerei. Gießen. Wittwe, Durchlaucht. Hungen. Solms, Hohensolms-Lich, Fürst Hermann. Durchlaucht, Lich. 45. Solms-Laubach, Graf Friedrich, Er- Vernichnik der Stimmberechtigten für die Wahl von drei Kreistagsabgeordneten ?um Kreistage des Kreises Gießen durch die 50 Köchltbelteuerten. (Niedrigstes pr Theitnahme an der Wahl berechtigendes Communat-Steuerkapltat 850 st.) 1. AM-nbr-u-r-., Sefjn. 14 G-orgi u Klingspor Gießen 30. L IfeSefÄG-orgDurch- 2. Adami, ßcmrid), Götzen. 15- Graßh. Haus, FamNieneigenthum. s.rhinnnb laucht. Braunfels. Grotzh. Fiscus. Heichelheim, Sigismund, Gießen. au. Heß, August, Gießen. 19. Hofmann, Ludwig, Pachter, Hof-Gull. 20. Homberger, Gebrüder, Gießen. 21. Jhring, Joh. Heinr., Bierbrauer, Lich. 22. Kempff. Ludwig Otto, Gießen. 23. Leib. Gg- Hch Friedr., Gießen. 24. Meyer, Alexander, Gießen. 25. Möser, Heinrich I-, Gießen- 26. Müller, Arnold, Firma, Gießen. 27. Müller. Justys, Gießen. 28. Noll, Adolf Carl Theodor. Gießen- 29. von Nordick zur Nabenau, Adalbert dSrdi»nden sind, Betbelliate aufgefordert werden, einen Bevollmächtigten in der " ÄÄ1* d.. ...».,» Betreffend: Die regelmäßige Ergänzungswahl durch die Höchstbesteuerten des KreiseS. Bekanntmachung. W»U m d„> «.»,<«,».,Im [|S> dl, »,« >>«»■ »,«! "“«"«“‘""i,**" ich bi, nächst,hmd nmziichnkim Siimmb.r,chNg»n Mit bim An,üg,n dnlaü,, bad stb-k b.Tfelbm noch ne Reihe von Anträgen vorbereitet, welche die einzelnen Artikel des Entwurfes m einemden.^chauungenper Majorität der Kammer entsprechenden Sinne amendiren und bei dem in Aussicht stehenden Entgegenkommen der Regierung das Zustandekommen des im ganzen Lande sednlichst erwünschten Gesetzes sichern sollen. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer wird Dienstag, denI. Mts- aber- mal? eine Sitzung abljalten. ^auptaeßcrftanb ber ^etVc? wir°d kr Bericht üb-r den ÄsetzeseiLourf festgesnllt werden welcher «ung der für die C'vildiener geltenden Bestimmungen auf die übernommenen Beamten und Bediensteten der Oberhessischen Bahnen betrifft. üJlaim 20 Novbr. Dem Gouverneur von Mamz. General der Zn- fanterie, v. Pr'tzelwitz. wurde auf sein Nachsuchen der Abschied bewilligt und ’fflÄSS’ÄSÄt Gießen an die Großherzogliche,t Ortsgerichte des Bezirks. Das rsirotzyerzvgmye vy 1 ; Kaufbriefen LooSretteln Gatsüdergabs-Verträgen rc., wenn darin die Grundstücke die Bezeichnung der alten GrundbückeNVn'" (®änÄS) auch die neue Bezeichnung (Flur und Nr.) beifügen, weil die Löschung von Beschränkungen unter der alten Bezeichnung nicht mehr ßattfindet. Langsdorf f. Blässing. 2. Adami, Heinrich, Gießen. 3. Bender, Friedrich Leonhard u. Wallenfels, Chr. Christoph Ed. Ludw., Firma, Deutschland. 91 Mnnrrnber. Die zweite Kammer der Stände wird nächsten $*££^25%' M wieder zusammentreten, um den Rest der ihr noch obliegen- Donnerstag, den 25. d. M. w'eoer j i fle§orbnun0 stehen u- A. die Antworten der bcn ^TbcltcnnuPb^Ikbn^rpeaQHon Osann in Bezug auf das Reichsviehseuchengesetz, Vierung auf die I und Theobald, Anwendung der snr die Großh. aus die Interpellation Sch bie übernommenen Beamten und BediensttttN F.?1^^en Bestimmung n s d.e Interpellation Schroder und der Oberhessischen Bahnen d«ren«nv^ ' Landstre'cherwesen. Außer mehreren Genossen, bttreffend Maßregeln geg n Verhandlung: Der Antrag Muhl ans suchen und Beschwerden, kommen26. Juli 1848 modiftcirenden ©efe^ a^^S'erbe beHH^^e?0Äem^n unb ®ut§befi6er über die durch entwurses; die Beschwerde he st,wer tbum§bcfcbäbi9un0en; der Antrag des Adg- wasser des Rhems hervoigerust..indammes unb des Weschnitzdammes bei Groß-Rohr- MÄ» B-tz, die Consero,rung der Hypotheken- forderungen in der Provinz Rheinhessen betreffend. General-Lieutenant v. Woyna, Commandeur der 30. Infanterie-Brigade zu Metz, zum Gouverneur der Festung Mainz ernannt. Berlin, 19. Novbr. Der VolkSwirthfchaftsrath zerfällt in 3 Sectio- nen: für Handel, Gewerbe, Land- und Forstwirthschaft. Die Zuweisung erfolgt durch die drei zuständigen Minister. Jede Section wählt 5 Mitglieder, welche mit wetteren 10, von den drei zuständigen Ministern Gewählten den permanenten Ausschuß des VolkLwirthschastSrathes bilden. Die Berufung der Aus- schüffe, der Sectionen und des Plenums erfolgt auf Beschluß des StaatS- ministeriums durch die zuständigen Minister. Den Vorsitz tm Volkswirth- schastsrathe, den Sectionen und Ausschüssen führt einer der drei zuständigen Minister, welcher sich auch durch einen geeigneten Beamten vertreten lasten kann. Der VolkSwirthschastsrath besteht aus 75 auf 6 Jahre berufenen Mitgliedern, wovon 45, und zwar je 15 Vertreter des Gewerbes, des Handels, sowie der Land- und Forstwirthschaft, aus 30 von den Handelskammern, Vorständen kaufmännischer Corporation und landwtrthschastltchen Vereinen Prä- sentirten durch den Handeltministcr, den Minister der öffentlichen Arbeiten und den Minister der Landwirthjchast dem Könige vorgeschlagen werden, während die 30 übrigen, wovon aber mindestens 15 dem Handwerker- und Arbetter- stande angehören müflen, nach freier Wahl derselben Minister dem König zur Berufung vorgeschlagen werden. — Commerztenrath Baare aus Bochum läßt einen von ihm ausgearbei- teten und von der neulichen „Sachverständigen"- Lonserenz begutachteten Gesetzentwurf, betr. die Errichtung einer Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Kaffe veröffentlichen, deffen grundlegender Paragraph folgendermaßen lautet: S 1 Für alle in Fabriken, bet den Baugewerben, in landwirthschaft- lichen Nebengewerben, welche nicht ausschließlich durch Menschenhand betrieben werden, in Bergwerken, Stctnbrüchen und in Gräbereten (Gruben) beschäftigten Arbeiter ist von Rechtswegen für den Umfang des deutschen Reiches eine Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Kaste etnzurichten. Diese Kaffe hat den Zweck, den Versicherten, bezw. ihren Hinterbliebenen, nach den näheren Bestimmungen dieses Gesetzes eine Rente, bezw. Unterstützung zu gewähren, wenn sie in Folge eines in der Ausübung ihrer Dtenstverrichtungen herbeigeführten Unfalls verletzt oder getödtet werben. Auf Invalidität, welche nicht durch derartige Unfälle, sondern z. B. durch Arbeit oder Krankheit hervorgerufen ist, erstrecken sich die Bestimmungen dieses Gesetzes nicht. Es ist also wesentlich eine Aenderung des gegenwärtigen Haftpstichtge- setzes, welche Herr Baare anstrebt, nicht eine allgemeine Regelung des Arbeiter- Versicherungswesens, wie sie in den Plänen des Reichskanzlers liegen soll. In den Motiven, mit welchen Herr Baare seinen Gesetzentwurf begleitet, wird zunächst ein eingehend historischer Rückblick auf die vorherige Entwicklung der Gesetzgebung über das Hülfskastenwesen in Deutschland gegeben. Herr Baare weist darauf hin, wie durch das Hastpflichtgesetz vom Jahre 1871 keine der bethetltgten Jnterestenten-Gruppen befriedigt worden sei. Dieses Gesetz habe die Aufgabe, die es erfüllen sollte, nur zum geringsten Thetle gelöst, dagegen vielfach dazu beigetragen, das Verhältniß zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zu trüben. Anstatt die Gemüther der Arbeiter zu beruhigen und sie mit ihrer Lage auszusöhnen, bewirkte das Haftpsiichtgesetz eine Verschärfung der oppositionellen Stellung deS Arbeiters zum Arbeitgeber und zur bürgerlichen Gesellschaft überhaupt. Solche Mißstände zu beseitigen, wird als eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Gesetzes bezeichnet. Bei der Unsicherheit der Rentabilität eines großen Theiles der fabricativen Unternehmungen und bei dem immerhin beschränkten Volkseinkommen tm deutschen Vaterlande, mußte die Höhe der Renten und Unterstützungen derartig geregelt werden, daß die Prä- stationsfähigkeit der Betheiligten hierdurch nicht beeinträchtigt und erschüttert wurde. Indem der Umfang der bisherigen Haftpflicht, resp. der Fürsorge für die von einem Unfälle betroffenen Arbeiter um mehr als das Zehnfache ausgedehnt wurde, war es nothwendig, die Höhe der Zubilligungen einzuschränken, wenn jiid)t die ganze Einrichtung die Leistungsfähigkeit der Versicherungskaffe wett übersteigen soll. Immerhin wird man anerkennen müffen, daß die Renten und Unterstützungen thunltchst hoch bemeffen sind und weit über das hinausgehen, was die Knappschaften ihren Invaliden oder den Hinterbliebenen Witt- wen und Waisen zahlen. Wenn man erwägt, daß von der ersten Stunde seiner Dienstzeit an der Arbeiter die Aussicht hat, bet jedem Unfälle für die Dauer seiner Erwerbsunfähigkeit vor Noth geschützt zu sein und eine Rente zu beziehen, welche bis zu zwei Drittel seines Lohnes, und zwar bis zu 100 «X jährlich ausmachen kann, so wird man zugeben müffen, daß selbst die im Felde invalid gewordenen Soldaten, oder die durch einen Unfall dienstunfähig gewordenen Beamten nicht entfernt so günstig gestellt sind. Berlin, 20. Novbr., Abds. Die heutige Versammlung von national- liberalen Secesstonisten beschloß die Gründung eines Wahlv^eins der Liberalen. Arankreich. Paris, 19. Novbr., Meldung der „Agence Havas" aus Ragusa: Derwisch Pascha ist mit seinem Stabe, zwei Bataillonen Infanterie und einigen Geschützen nach Gorttza gezogen, um dort ein Lager zu errichten. Vier Bataillone reguläre Truppen sind in Medua etngetroffen, eine AbtheUuug Kavallerie von Monastir tn Skutart angekommen. Gerüchtweise verlautet, die Mtridtten würden wieder zu den Waffen greifen. Derwisch gestattete Freiwilligen aus Tetowa, welche von Skutart nach Dulcigno marschtrten, das Lager seiner Regulären zu passtren. Cherbourg, 20. Novbr. In Folge heftigen Sturmes und Wolkenbruches tn vergangener Nacht ist die Dtvette aus's Neue ausgetreten. Truppen eilen den Ueberschwemmten zu Hülfe. Belgien. MonS, 19. Novbr., Abende. In einer Kohlengrube bet Hornu hat heute eine Entzündung schlagender Wetter stattgefunden; 15 Grubenarbeiter sind verletzt zu Tage gefördert; die noch fehlenden 12 sind wahrscheinlich tobt. England. London, 20. Novbr. Der heutige Ministerrath in Balmoral unter dem Vorsitz der Königin beschloß, das Parlament bis zum 2. December weiter zu vertagen. Die Einberufung des Parlaments zum 2. December folgt hieraus nicht. Italien. Neapel, 20. November. Der Seismograph zeigt eine erhöhte unter- i, irdische Thätigkeit des Vesuvs an. Die Lava ergteßr sich fortdauernd reichlicher in nordwestlicher Richtung. Türkei. Konstantinopel, 20. November. Derwisch Pascha soll heute mit mehreren Bataillonen nach Dulcigno marschiren. Die Pforte hofft, daß die Uebergabe binnen 8 Tagen erfolgen werde. Amerika. Washington, 19. November. Das Circular des Staatsdepartements an die natucaiistrlen Deutschen stellt keine neue Princ pieu auf, sondern gibt eine einfache Erläuterung des Nuturalisationsvertrages und macht die Naturalistrten ausdrücklich darauf aufmerksam, man könne ihnen während ihres Aufenthalt- tn Deutschland keinerlei Garantien gegen Einschreiten der Behörden geben, wenn ihre Verhältniffe zu de.> Gesetzen ihrer früheren Heimath zweifelhaft wären oder eine Richtigstellung verlangten. Der Schutz der Union werde fast immer wirksam sein, wenn sie kein Verbrechen begangen oder sich nicht der Desertion schuldig gemacht hätten oder frei wären von jeder gesetzlichen Verpflichtung, sich den Behörden zu stellen. Das Circular erkennt an, daß die deutsche Regierung in solchen Fällen, wo die Auslegung des Naturali- sattonsvertrages tn Bezug auf Eisäffer von einander abweichen, immer günstig für die Auffassung der Unionsregierung entschieden habe. Telegraphische Depeschen. Wcrgner'S telegr. Correspondeuz-Bureav. Berlin, 21. Novbr. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht eine Eingabe von 24 Hamburger Kaufleuten, worin dieselben eine authentische Interpretation der Worte des Reichskanzlers im Reichstage vom 8. Mai 1880 erbitten, sowie die Antwort des Reichskanzlers. In der letzteren heißt es: Als seine erste Aufgabe betrachte er die Befestigung der nationalen Einheit im Sinne der Reichsverfaffung und die Förderung derselben auf allen Gebieten der Politik. Auch tn wirthschaftlicher Hinsicht halte er für seine Pflicht, die Verwirklichung des Art. 33 der Reichsoersaffung anzustreben, wonach Deutschland ein Zollgebiet und ein Handelsgebiet bilden soll, umgeben von einer gemeinschaftlichen Zollgrenze. Aber tn gleichem Maße fühle er sich auch dafür verantwortlich, daß er die dem Kaiser nach Art. 17 zustehende Ueberwachung und Ausführung der Reichsgesetze und die Rechte schütze, welche Hamburg nach Art. 34 zustehen. In diesem Sinne bestätige er auch heute seine Aeußerung vom 8. Mai tm Reichstage. Ueber die Grenzen, welche für den Freihafen Hamburgs erforderlich seien, damit derselbe dem Begriff eines Freihafens loyal entspreche, steht dem Bundesrathe die Entscheidung zu; die Mitwirkung des Reichskanzlers daran werde stets der Ausdruck der Gesinnung und des Pflichtgefühls fein, kraft deren er für die Förderung des Wohlstandes der Hansestädte und Wah- rung ihrer verfassungsmäßigen Rechte mit derselben amtlichen Gewissenhaftigkeit aus landsmannsschastliche Theilnahme einzutreten habe, wie für die Jntereffen in jedem Theile des Reiches. Hierauf werde die Frage, ob die Hansestädte früher oder später nach Art. 34 ihren Einschluß tn den allgemeinen Zollverband beantragen, stets ohne Einfluß bleiben. Sollte Hamburg den Zollanschluß der bisher ausgeschloffenen Gebietsthetle selbst beantragen, so werde er jedes zulässige Entgegenkommen des Reichs befürworten, um diese E itschließunz auf ihre Ausführung zu erleichtern. Das Reich habe, wie er glaube, seinerseits an Vollendung der nationalen Zolleinhett und an der Erhaltung und gedeihlichen Entwickelung seiner größten Handelsstadt ein so zweifelloses Jntereffe, daß eine ausgiebige Unterstützung der Anlagen, welche der Zollanschluß bedinge, gerechtfertigt erscheine. Ec habe schon 1867 diese Ueberzeugung bei Erörte- rung der Frage, wie lange Bauzeit die zum künftigen Zollanschluß nothwendi- gen Entrepot'Anlagen erfordern und wie hoch der ungefähre Kostenbetrag der- selben fein werde. Er habe heute noch diese Ueberzeugung, und würde dieselbe, soweit sein amtlicher Einfluß reiche, gern bethätigen, sobald die Hansestädte bereit seien, mit dem Reiche über den Zollanschluß zu verhandeln, wozu Art. 34 ihnen die Initiative gebe. Brüssel, 21. Novbr. Heute fand auf dem Kirchhofe von Eoere die Einweihung des Denkmals für die in den Jahren 1870 und 71 fn Belgien gestorbenen Soldaten statt. Der französische Gesandte dankte Belgien für seine hochherzigen Gesinnungen gegen Frankreich und versicherte, die Regierung der französischen Republik habe trotz gegenteiliger Behauptungen niemals die Annexion Belgiens beabsichtigt, erblicke vielmehr in der belgischen eine verbündete und befreundete Nation. DaS Erdbeben in Croatien. Agram, 16. November, 7 Uhr Abends. Die Sprünge und Riste an den Gebäuden erweitern sich in Folge des heurigen Erdbebens namhaft und die Baufälligkeit der Wohnhäuser nimmt dadurch einen immer bedrohlicheren Lharacter an. Der Banus, Graf Pejac,evich, desten Abreise nach Pesth für heute anberaumt gewesen, bleibt in Folge des erneuten Erdbebens hier. Heute verließen mehr als 2000 Msnschen die Stadt. — 8 Uhr Abends Wma ich in einer meiner ersten telegraphischen Berichte die Stimmung wahrheitsgetreu als „Todesangst in Permanenz" gekennzeichnet habe, so ist es ebenso richtig, wenn ich sie heute als Todesverachtung in Permanenz bezeichne. Agram hat in den verflostenen Tagen em gutes Drittchnl seiner Einwohner flüchten gesehen, Frauen und Kinder haben die Stadt verlastrn und mit diesen Jene, deren unbeschreiblich überreizte Nerven ihnen ein längeres Verbleiben unmöglich machten. Von Frauen sieht man zumeist nur noch Offictersfrauen, sonst hat mit wenigen Ausnahmen nahezu jedes weibliche Wesen, dessen Verhältnisse es nur irgendwie gestatteten, die Stadt verlassen. Der heutige Morgenzuq entführte den letzten Rest der Flüchtlinge; was heute noch hier verblieb, trägt Todesverachtung zur Schau Das Alles hat das Erdbeben von heute Nacht verursacht. Em Universitäts-Professor, der die Nacht auf dem Sljeme-Gednge nächst Agram im dortigen Schutzhause eines hiesigen Tourtsten-Vereins zubrachte, versicherte, daß er während der Nacht nicht weniger als acht, und zwar drei stärkere und fünf schwächere Erderschütterungen gezählt habe. In der Stadt zählte man deren insgesammt fünf, und Ihr Correspondent war so glücklich, deren nur zwei, allerdings ziemlich heftige Stöße, verspürt zu haben. Da viele Leute nicht wagten, zu Bette zu gehen, die öffentlichen Locale sonach überfüllt waren, kann man sich die Panique in denselben vorstellen Alles suchte die Ausgänge zu gewinnen, und in einem Kaffeehaus, das nur einen Ausgang besitzt, wurden die Fenster eingedrückt. Man erging sich im Freien und wartete dort den Anbruch des Morgens ab. Agram, 17. November, 91/« Uhr Vormittags. Gestern Abend um 9 Uhr 45 Minuten war Mondeswechsel, dem Alles vertrauensvoll entgegensah. Das Vertrauen wurde insofern gerechtfertigt, als nunmehr seit 30 Stunden nicht die leiseste Erschütterung verspürt wurde. (Dagegen meldet uns ein anderer Correspondent, daß heute gegen 5 Uhr Morgens abermals zwei Stöße erfolgt seien. Die Red.) Gaffen und Plätze boten freilich nichtsdestoweniger noch immer ein Bild des JammerS. Viele Leute brachten die Nacht tm Freien promentrend zu, theils weil sie kein Quartier besitzen, theils weil sic noch nicht wagten, in ihre Wohnungen zu gehen Auf dem Jelacie- und Zrtnyplatz waren zahlreiche Fiaker und Omnibusse ausgestellt, tn denen ganze Familien schliefen; minder Wohlhabende hatten einiges Bettzeug aus ihren Wohnungen mit: gebracht und schliefen auf den Bänken. Für Delogirte waren übrigens auch einige hiesige Handlungshäuser und Geschäftslocale die ganze Nacht hindurch geöffnet, und dort schliefen SitßeN' ‘ 30 l! * bet and-« |»« J ätzten fit »und' J iw» H un a8 PläWrn M auf btm Lenzl-Ht' A batz dkS Eyv Wir bringen h Kblikums, daß ci str den M'tteldeu! ein neuer Taris V Bestimmungen, ungen und Fracht tritt. rx Bis zum Ersch bie Direction der GeMchast in E kunst über die L Gießen, den 1 7611) Großhei Monlsg d Nachl sollen auf dahiesil bilien des Schre dahier, als: Nur. Nr. M 27 77 M/ioo 48i mtiftbittenb uetfb Meßen, den 5. Großherzogliche- 7320) M: MMz tm Nach« toll auf dahiesig laiche des Ehrt Zlur. Nr. Mtr 17 287%, W0( Wr» «n die Mittwoch den 2( S'frh bei Kar versteigert werder Gießen, den 9. Bmtrflag {rf . Nachr QU| dahilsig E'ges Ansuche' Martin Kram Flur Mir. ^361 56 Hof meistbietend vers Gießen, den 2 ^»herzoglich 7589) (28L9 1© : i >I \A ÜIDS-VSSV I t 7530) H. F. Raffauer, 7352) Müller. 75 89) Müller. Horn 7625) 6703 Haus Ernst Lotz. j uniter 7428 an die Exped. d. Bl- (7428 7365) t M 1U- 3.t3(piJ«i)3iq qun ztzzj -asnsj 3it allen Apotheken zu haben: Teifflh oh ifj, direct von einem Bienenzüchter bezogen, per Pfund SO Pfg. empfieblt handel und Verkehr. ,,, , Frankfurt, 20. November. -Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strobmarkt war schleckt befahren. Heu kostete je nach Qualität der Etr. JL 3.00—4.30, Stroh 2.50—3.00« Butter das Pfd. tm Großen 1. Quai. 1.00—00, 2. Qual JL 0.90-00, im Detail das Pfb. 1.20—25, 2. Qual JL. 1.10—00. Eier das Hundert JL 6—7. Ocksenstetick per Pfund 60—70 Kuh-, Rind und Farrenfleisch 50 -60 Kalbfleisch 50 70 A Hammelfleisch 35—65 Ab Schweinefleisch 65 -80 ein Hahn 1.00—1.50 ein Huhn 90-1.50, eine Ente .X 3.50-4.00, eine Taube 50-00 H, «an« JL 5.00-8.00, Hasen das Stück Jt 3.00—4.00, Feldhuhn 1.00- 1.50, Rehbock da« Pfd. 75-80 Kapfiunen 0—0.00, Wätscher Habn JL 5— 6. Kartoffeln 100 Ko. JL 4.00—5.50, Kohlrabi 7—9 A Blumenkohl 1 St. 15 -50 Ab Wirsing 15-20 Ab Gelberüben 1 Bund 0-0 A>, »wiebeln 1 Bund 0 A), Sellerie das Stück 0-00^, Meerrettig 1 Stück 00-00, Spargel das Pfund 00—00 Ab Romain-Salat 00- 00 4, Endivien 10—0 A, Rothkraut 15—20 A Weißkraut 15—20 A), Artischoken 50 A), Erbsen daß Pfb. 00^. Lokales. Gießen, 22 November. Heute Morgen fanden städtische Arbeiter im Schoorgraben unter dem Waffrrhäu-chen am Neustädter Thor zwei Stücke frisches Fleisch im Gewicht von iese EitschlirtzMz I *r glaubt, Wx* j &Mtun% und Ar- Jntrrch, k Schluß bedinge, j eug'lng bei (Störte» llnichluß nolhiendi' e Koßenbelrag bei» und würde dieselbe, i ilb die Hanseßädie ibtln, wozu Art. 34 , ;ofr von Tone die und 71 in VW mkle Belgien ft serte, die Regierullg lungen nienllliö die zischen eine oerbüii' mit gangb. Wirthschaft, sehr geeignet time Schweinemetzgerei dabei zu betreiben Ritte der Stadt (Frankfurt a. M.) belegen, ist mit kleiner Anzahlung unter gü astigen Bedingungen, wegen Krankheit : des Eigenthümers, zu verkaufen. Offerten VerMischtes. _ J6; November. Ein Brudermord erregt hier gegenwärtig allgemeines Entsetzen. Die beiden Brüder, Klempnergeselle Theodor Moltz und Schriftgießer Carl Moltz sitzen am 3. d. Mts. in der mütterlichen Behausung nach des Tages Last und Hitze bet einem be- scheidenden Abendbrod. E3 wird b'r Vorschlag gemacht, etwas dazu zu trinken — der eine ©ruber schlägt Cognac, der andere Kümmel vor. Jeder der Beiden tritt für sein Lieblings- getrank ein, es kommt zu heftigen Worten — ein Aufwallen de« Jähzorns packt Carl Moltz er ergreift das vor ihm liegende scharfe T.schmeffer und stößt es dem Bruder in die Brust, bet mit einem Aufschrei blutüberströmt zusammenbricht. Das unglückliche Opfer eines kindischen ZwistrS ist gestern Mittag im hiesigen Krankenhause verschieden — der Brudermörder ift verhaftet. r | Nachtstuhl-Tabouret € mit Palenttopf, vollständig geruchlos, für jedes Zimmer passend, empfehle als äußerst practisch und zweckentsprechend aufs Beste. Muster stehen zur Ansicht. Alleinverkauf für Hier und Umgegend Donnerstag den 25. Novbr., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht auf freiwilliges Ansuchen der Erben deS Johann Martin Krämer dessen Hofraithe Flur Mir. 1 sei 56 Hofraithe im Tiefenweg, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 20. November 1880. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. I. A.: irfit an bm J, «<-' I ibinti '* .1 \ £oce?ofTfl£fctu^ ■ 1 L-.k>>m wird diese Muster-Au-stellung zur baldgefälligen Beachtung «mpfohten, damit etwaige Na^bestellungeu vor Wech- nachten noch rechtzeitig effecti'i t werben können.(7556 Bekanntmachung. 7557) Die nachstehen, m Nuurnurn oon Pfandscheinen haben einen Ueber- schuß erzielt und kamt derselbe von heute an bis nach Ablauf von 2 Monaten bei Vorzeigung des Pfandscheins bei wir tu Empfang genommen werden. Gteßen, den 20. November 1880. K. Grünebaum. Nr. 34517. 34541. 34546. 34605. 34672. 34688. 34727. 34787. 34796. 34809. 34819. 34880. 34902. 34905. 34978. 35254. 35292. 35309. 35346. 35385. 35721. 35899. 35906. 36037. 36081. Wohnungs Veränderung. 7603) Hierum bie ergeb ne Anzeige, daß tch jctzt M&usburg U. 4*8 (im früher Seibert" scheu Hause) wohne. J. Zörb, müfe- und Obsthandlung. Ll'Ües-Mzeiiie. 7620) Statt besonderer Anzeige, Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitthetlung, daß heute Morgen 9 Uhr unsere inniqstgeliebte Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Glisabethe Hörster Wwe. nach lang» m L iden sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stille Theilnabme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 21. November 1880. Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause (Sandgaffe) aus statt. Gesucht ?u Weihnachten ein erfahrenes Kindermädchen, das auch im Nähen geübt ist, von Frau Pro». Schürer, 7568)Neue Anlage E. 30. •H A m MJL ilJSOJd uauiuiO)|9ßB—* -qoeu uaqoajdsjdA wap -»Mfl 01 uifl faL 7578) EinUon hier wegziehende Familie sucht ein braveS Dienstmädchen, was in häuslichen Arbeiten erfahren ist. Nähere Auskunft ertheilt die Exp. d. Bl- W Der heutige.! N immer ds. Bttis. lieg' für die Gesammt-Auflage ein Proipeet b^tr. „Oktav - Ausgabe des Gesangbuchs für die Evangelische Kirche im Grostherzogthum" bet. (7617 Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag her Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. •ää Troß Vereins die 6 Sroßherzogthu Gieß Um \ des Art. 56 Gießen und verordnet wi Wer Polizeiverwa welcher Mer Unte Gie Der Best nationaltn staii einem nnd den? mn, aber da Mturstaaten Tag der Zähl eine wiederhol, der die Juden, G, tüchtigsten he, lediglich jedoch die-Mitte drtz lung drr Bevi schlnggrbende gedehnt, svrgs Unter i urgkhrims L bis hinab zu Zahlreichen $ Und toi Waö d erweist sich Q] Wissenschaft", Sebung, für diele andere ®le Srgeinll .b,m g-h'im ' ®