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Die Vorlage enthält ferner Bestimmungen zur Abhülfe des bet den Landwehrtruppen lebhaft fühlbaren Osficiersmangels. Die Einjährig>Freiwilli- gen-Jnstitutton bleibt unverändert. Bezüglich der Dienstpflicht der Lehrer und Kleriker werden einige Begünstigungen gewährt. Zn den Bezirken, wo die ersten drei Altersklassen zur Deckung des Rekruten-Contingents nicht ausreichen, wird im Nothfalle auch die vierte Altersklaffe etnberufen werden können. Lokales. Gießen, 22. April. Der Stromer, von dem wir in gestriger Nr. berichteten, erhielt für sein schamloses Betragen 4 Wochen Gefängniß zudicttrr. — Der Schutzmannschaft gelang es heute Nacht endlich, einen jungen Mann auf der That zu ertappen, wie derselbe seinen Muthwillen an einer Gaslaterne ausübtc und dieselbe zertrümmerte. Es dürfte hier ein Exempcl zu statuiren sein, damit diesen Rohheiten ein richtiger Dämpfer aufgesetzt würde. (Der 303 des Reichs-Straf Gesetzbuchs besagt: Wer vorsätzlich und rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Geldstrafe bis zu dreihundert Thalern oder mit Gefängnih bis zu zwei Jahren bestraft. Der Versuch ist strafbar. Vergl. auch §• 4 deös. Ges.) — Ob außerdem in diesem Falle auf frühere Zerstörungen an Laternen dtnsichtlich des Schadensersatzes Bezug genommen wird, möge dahingestellt bleiben. Vermischtes. Darmstadt, 17. April. Die nach den Vorschriften der jüngst im Regierungsblatte erlaßenen Verordnung vorgenommene Prüfung der auf dem hiesigen Lehrertnnen-Scminar vorgebildeten „Aspirantinnen für das höhere Lehramt" hat ein sehr erfreuliches Resultat ergeben. Von den 32 Damen, welche sich der Prüfung unterzogen, konnten 1 die seltene erste Note, 11 das Prädicat „gut" und 18 die dritte Note „genügend" erhalten, während nur 2 der Aspirantinnen vor dem mündlichen Examen zurücktraten. Unter den 11 der zweiten Note befindet fich an erster Stelle auch eine junge Dame aus Ihrer Stadt, Fräulein M Dörr, welche, -wenn wir nicht irren, bis vor wenigen Jahren Angehörige der dortigen erweiterten Mädchenschule war. Wetzlar, 19. April. Zu der gestern stattgehabten Eröffnung der Gewerbeausstellung des Kreises Wetzlar hatten fich ungeachtet des ungünstigen Wetters neben den Vorstandsmitgliedern und Ausstellern viele fremde Persönlichkeiten, lyiter andern auch der Herr Regierungspräsident von Neefe aus Coblenz, sowie eine große Zahl von Bewohnern der Stadt und des Kreises Wetzlar eingefunden. Am Abend fand ein zahlreich besuchtes Festessen start. Wenn wir vor Kurzem an dieser Stelle die Zuversicht aussprechen zu dürfen glaubten, daß die Ausstellung in einem vollständigen Bilde der Industrie und Gewcrbethätigkeit des Kreises eine Fülle des Neuen und Interessanten bieten würde, so können wir heute mit Bestimmtheit behaupten, daß diese Voraussetzung in einem Maße eiugetroffeu ist, die alle Erwartungen übertrifft. Keine Industrie, vsn dem hochfeinen Erzeugnisse unserer optischen Institute, unserer Haarfabriken bis zu den Gießerei- und Rohprodukten der bedeutenden Eisenindustrie, kein Gewerbe ist auf der Ausstellung unvertreten. Viele haben hingegen Proben einer Leistungsfähigkeit abgelegt, die jeden der Bewohner des Kreises ebenso mit Stolz erfüllen müssen, wie der Besuch dadurch zu einem wahren Genüsse gestaltet wird. Marburg, 20. April. In der auf dem Kämpfrasen hier ausgestellten Mailändischen Menagerie wurde gestern Abend von einem Löwen der Arm eines erst seil Kurzem angestellten Wärters so unglücklich zerbisien, daß derselbe alsbald durch Herrn Geh. Rath Dr. Roser amputirt werden mußte. — sEin wackerer Soldat.) Die Königin von England bat das Victoria Kreuz, die höchste britische Auszeichnung für die Tapferkeit im Felde, einem Gemeinen der berittenen Kap- schützen, Namens Peter Brown, verlieben, und zwar für eine muthige Thal, die in der ,.London Gazette" wie folgt geschildert wird: „Reiter Peter Brown hörte während der Erstürmung von Moirosis-Berg am 8. Avril 1879, als seine Compagnie unter Deckung des Befehls zum Wiederbeginn des Vorrückens harrte, zwei Sordatcn, die einige Zeit vorher verwundet worden waren, um Wasser rufen. Reiter Brown trug unter heftigem Feuer eine Wasserflasche zu diesen Verwundeten nach einem benachbarten Felsen, wohin sie gekrochen waren, um eine Zuflucht zu suchen. Während er einem Verwundeten Wasicr reichte, wurde er in der rechten Hüfte schwer verwundet und unverzüglich darauf zerschmetterte eine Kugel seinen rechten Arm, dessen Gebrauch er niemals wiedererlangt hat." Roßberg (Kreis Marburg), 19. April. Wie Unvorsichtigkeit öfters sehr großes Unglück herbetführen kann, das zeigt wieder ein Fall, der gestern Abend gegen 10 Uhr die Bewohner unseres Dorfes erschreckte. Mehrere Burschen von hier gehen in der Abendstunde von hier nach dem nahe gelegenen Dreihausen in das dortige Wirthshaus. Beim Aufbruchc zum „nach Hause" bleiben zwei von ihnen, W. Hämer und K. Brünett zurück, nachdem sie ihre Kameraden aufgefordert halten, mit nach Hause zu gehen und ihnen auch mittheilten, daß sie von anderen, ihnen feindlich gesinnten Burschen aus Dreihausen verfolgt würden. Nachdem auch sie bald darnach aufbrachen und einige Schritte vom Dorfe entfernt sind, sagt Brünett zu seinem Begleiter, daß er sich nicht fürchte, da er mit einer Waffe versehen sei. Auf des Anderen Begehr, dieselbe zu zeigen, zieht dieser eine geladene Pistole hervor. Kaum in den Händen, entladet sich die geladene Waffe und die ganze Schrotladung fährt dem nahe stehenden Gefährten in die linke Sette der Brust. Durch bald herbeigeeilte Hülfe gelang es, den Schweiverwundeten rasch nach dem eine halbe Stunde entfernten Roßberg zu bringen. Wie im höchsten Grade schrecken- erregend dieser Fall auf die Eltern war, läßt sich denken. Da sehr starke Blutung der Wundm eintrat und der Unglückliche so erschöpft war, daß er nicht mehr sprechen konnte, so wurde er sogleich nach Marburg gefahren, wo er zur ärztlicben Behandlung dem Herrn Prof. Dr. Roser übergeben worden ist. Wie man hört, soll noch keine Besserung eingetreten sein und der Unglückliche leicht ein Opfer dieser Unvorsichtigkeit werden. — sHumor als Lebensretter.) Ein Kardinal zu Rom lag in den letzten Zügen; es hatte sich im Halse eine Geschwulst gebildet, die Aerzte konnten nickt helfen, er war dem Ersticken preisgegeben. Seine Verwandten warteten nicht auf den Tod, sondern trugen dessen Habseligkeiten vor seinen Augen weg; selbst das Linnen des Bettes zogen sie unter ihm weg; wehren konnte er nicht und schreien ebensowenig. Er hielt sich aber einen Affen, der ihm treu blieb; als dieser sah, wie die Menschen Alles wegschleppten, setzte et seines Herrn Dreimaster (dreieckiger Hut) auf und nahm das Brevier, das Einzige, was zurückblieb, und wollte dann ebenfalls weiter ziehen. lieber die Possirlichknt mußte der Sterbende plötzlick so gewaltsam auflacken, daß die Geschwulst im Halse barst und der Kranke gerettet war. — Ueber die Lehrer an den deutschen Hochschulen im Wintersemester 1879—1880 giebt die „Kiel. Ztg." folgende statistische Mittbeilungen: Im verfloffenen Wintersemester lehrten auf den deutschen Universitäten im ganzen 1871 Doccnten. Von ihnen gehören 14* der evangel.- theol,, 54 der kathol.-tbeol., 216 der jurist., 521 der Medizin, und 932 den Philosoph. Fakultäten an Die meisten Lehrer, nahezu 50 pCt. sämmtkicher Docenten, haben wir in den philosophischen Fakultäten, den nächstböchsten Procentiatz (28 pCt.) finden wir m der Medizin, während die Jurisprudenz 11 pCt. stellt; die noch übrig bleibenden 11 pCt. kommen auf die 17 evangel.'theol. Fakultäten (8pCt.i und die 8 kathol.-theol. (3 pCt.). Bei weitem die größte Zahl von Universitätslehrern hat Berlin aufzuweisen, nämlich 227, sodann folgt Leipzig mit 165, dem sich dann in minder großen Zwischenräumen die übrigen Hochschulen anreihen, und zwar München mit 131, Göttingen mit 118, Breslau mit 102, Heidelberg mit 101, Halle mit 97, Bonn mit 96, Straßburg mit 92, Königsberg mit 86, Tübingen mit 78, Jena mit 77, Marburg mit 71, Würzburg mit 65, Kiel mit 64, Greifswald und Erlangen mit je 59, Gießen mit 55, Freiburg mit 52, Rostock mit 38, Münster mit 29 und Braunsberg mit 10. Von diesen 1871 Universitätslehrern sind 963 ober 52 pCt. ordentliche, 434 oder 23 pCt. außerordentliche, Honorar- rc. Professoren und 474 oder 25 pCt. Privatbocenten. Haltern, 13. April. Die Nachricht des „Wests. M.", nach welcher die hiesigen Bürger nicht nur von der Comrnunalsteuer befreit seien, sondern von den Zinsen des städtischen Vermögens noch etwas herausbezahlt erhielten, beruht auf einem groben Mßverständniß. Allerdings kommen 14,000 cX als Einnahme aus den städtischen Forsten den Bürgern zu gute, doch wird diese Summe als Abschlagsquote auf die Communalsteuern innebehalten, so daß diese immerhin noch 120 pCt. der Staatssteuer betragen. (Wests. Z.) — Zum Capitel „Grenzplackereien" wird der „Köln. Ztg." folgendes Curiosum mit- getheilt. Anfangs April reiste ein Herr (Beamter) nach dem in Holland unfern der Grenze gelegenen Orte B, um dort sein Töchterchen in Pension zu geben. Auf der Rückfahrt wurde kurz diesseits der Grenze sein Wagen von einem Grenzaufs-her angehalten und die Oeffnung des Handköfferchens verlangt. In demselben erschien gleich oben die Reise-Weckeruhr deS Passagiers. So ein Mordinstrument mochte dem vielleicht gar Schlimmes ahnenden Aufseher wohl noch nicht vor Augen gekommen sein; vor lauter Staunen vergaß er sogar, den übrigen Inhalt des Koffers nach weiteren verdächtigen Artikeln zu durchsuchen, die gefundene Uhr wurde als zollpflichtiger Gegenstand erklärt. Zum Unglück war auf dem Etui gedruckt zu lesen nicht bloß, daß sie in Schlesien fabricirt worden, sondern auch noch gar, daß es eine Reise-Weckeruhr war. Das war zu arg. Der Grenzaufseher erklärte, ein Reisewecker sei kein Ding, welches man auf Reisen mit sich führe, das stehe nicht in seiner Instruction; er habe also den Reisenden dem Zollamte vorzuführen. Sprachs, schwang sich ohne Weiteres auf den Kutschersitz und fort ginge 21/2 Stunden weit mit dem Delinquenten in dessen eigenem Gefähr zum nächsten Zollamte G. Hier bemonflrirte ber Einnehmer sofort, baß ber verdächtige Gegenstand in gleicher Weise wie z. B. das Rasirmesser des Passagiers, welches sich auch in dem Koffer befand, zu den Reise-Effecten gehöre und also zollfrei sei. Der Grenzaussesser aber erklärte seinerseits, daß er den Reisenden ja auch gar nicht zu dem Zwecke zum Zollamte transportirt habe, um ihn dort den etwa erforderlichen Zoll erlegen zu lassen, vielmehr habe er den gefundenen Gegenstand als Zoll Lontrebande mit Beschlag belegt. Es folgte eine beinahe anderthalbstündige schriftliche Verhandlung. Der Tarif ergab, baß bas Kilo Reisewecker 1,20 Jü Etngangszoll kostet, bie Uhr wog 250» unb wurde auf 18 »ut 8»“®S i,d«. 35'* ini tabu.* ”W i I «etiw'i'rt - uubniti ßch j -“SW ssn is Abends 7 Uhr geöffnet. Jeden Nachmittag finden Concerte start. Eintritt an der Sonntagen, an welchen die Capelle des Großderzogl. Heff. Jnf.-Regts. No. 116 corcertirt, 50 Pfg., an den Wochrnta e'' 20 Pfg. (2847 Wetzlar.Das Eomite. zu vcrmiethcn. (2824) Restauration „zum Stern." H. Völker, Grünbergerstraße. 2857) Wer an mich oder eines meiner Gesellschafts-Mitglieder noch eine Forderung zu machen hat, bitte ich dieselbe geltend zu machen, da sich unser Aufenthalt nur noch bis Montag erstreckt. A. C. Schubert, Tbeater-Di-ector. gXXXXXXXXXXXXIXXXXXXXXXKXX x SMS" Confirmandeii- und X x Knaben-Anzuge "3b(E x 8 billigst bei (2i90 F Iermietyungen. 2850) Ein freundl. möbl. Zimmer zu vermiethen. H. F. Nassauer, Alicenftraße E. 104. 2851) Em möblirtes Zimmer mit Cabi- net zu vermiethen im Hause des Herrn Dr. Kelffng Neue Bäue 92.___________ 2858) Möblirte Zimmer bei Wwe. Löber, Neuenweg 194. 2867) Ein Logis zu vermiethen. ___________ Th. Vogt, Löwengasse. .2459) Eine Wohnung, vier Zimmer mtt Zubehör, zu vermiethen. Bismarckstr. B, 170,12. 331) Der 2. Stock meines Hauses ist zu vermiethen und gleich beziehbar. .. Emil Pistor. 2355) Möblirtes Zimmer mit Cabinet auf sofort zu vermiethen bei Earl Stückrath, Gartfeld. 1 2823) Ein Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. 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