1880 Freitag den 23. Januar Re. IN ießener 'Anzeiger A«Bse- Md AmtsW fit dkl Kreis Gieße« Mevaettovtzbrtreairr | Schulstraße B. is. Grpe-ittonSb«eea«r j Heullchlau». 200,000 zusammen . 2^ü,uuu 82,000 „ 38,000 „ >0Q,000 , Die beutfd>e Kirchenpolitik. Die Verhandlungen mit fceai Vatikan ziehen sich derartig in die Länge, daß bereits am Enbe des Vorjahres sowohl aus dem Lager der Kirche als d«S Staates Stimmen laut wurden, welche nicht nur die Gerüchte von einem baldigen Friedensschluß, sondern von einem F-iedensschluß überhaupt sur voreilig ei klärten. Der Friede war unmöglich, so lange die preußische oder deutsche Diplomatie als Anwalt der Ktrchengesetze verlangte, daß der Papst nach Berlin komme, während die römische Curie vom Fürsten Bismarck den bekannten Gang nach Kanossa forderte. Endlich kam man sich mehrfach aus halbem Wege entgegen, nach Kissingen, nach Wien, aber leider scheint sich das Entgegenkommen aus die örtlichen Differenzen beschränkt zu haben; die Sa^e selbst wollte nicht recht in Fluß kommen. Bald hieß es, es handle sich nur noch um formelle Kleinigkeiten, um redactionelle Aenderungrn des Vertrages, denn das Wort Concordat Hai keinen guten Klang in der Weltgeschichte, gleich darauf aber kühlten Sturzbäder von höchster und wohlinfor- mirier Seite aus beiden Lagern wieder die Früdenshoffnungen ab. Niemand mehr als Papst L-o XIII. selbst hat durch sein ganzes V-r- halten, wie durch zahlreiche Kundgebungen dazu betgetragen, daß der Glaube an das nahe Ende des Culturkampfes Verbreitung sand. Hatte Pius die streitbare Kirche vertreten, so kehrte sein Nachfolger jeder Zeit die versöhnende Seite ein-r geistlichen Herrschaft heraus, er gab den Heißspornen im deutschen Clerus sauste Eimahnungen, er desavouirte die belgischen Ultramontanen, vor Allem betonte er überall das Bedürfniß nach Frieden, welches angeblich die Curie ebenso sehr fühlte, als der Staat. Um so befremdlicher mußte es ; «trken daß Papst L-o, der stets vermittelnd eingetreten war, plötzlich d e , 6,lb geschlagene Brück- abbrach und dem Staat- zumuthetele, er solle die : aanA so anerkennen, wie ste ist. । Die natürliche Folge war, daß der Friede, daß selbst ein Waffenstill, stand sofort unmöglich wurde. Es scheint, als ob ble Reise des Geheimen Rathts Hübler nach Berlin mit einem Abbruch der Verhandlungen verzweifelte Aehnltchkett hinein fiel der merkwürdige Artikel der Provinzial- Cvrrespondenz, der heute nach allen Seiten hin erörtert ist , aber dennoch so lanae ein Räihsel der Sphmx bleibt, bis man nicht die eigentlichen Motive einer Publikation kennt. ES w derstrebt gesundem volttischen Denken, anzu- nebwen, daß der Artikel einen Zwiespalt zwischen den Hojkreisen oder zwischen den verschwägerten Politikern, dem Fürsten von Bismarck und dem Minister von Vultkamer bedeutet. Der Aitikel hat nur eine Adresse und diese lautet. a%75t.lt den Papst Leo XIII. in Rom. Was die poetische „Aurora" daS neue päpstliche Organ, was unsere frommen und reactionären Blätter schreiben, das Alles ist ebenso müßig als die vielfachen und gewagten Eonjunc- turen der ganzen Pr-sie. Es ist lediglich ausgesprochen , daß man des gerin- aen Entgegenkommens des Vatikans, der allen römischen Doppe zungigkeit müde ist. Der diplomatische Weg ist verlassen, die Curie ist darauf angewie- ien eine Aenderung der Gesetzgebung in Deutschland oder vielmehr in Preußen zu beantragen. Daran liegt natürlich dem Vatikan nichts, weil er die Gesetzgebung nicht anerkennt. DaS Resultat dieses Gegensatzes ist klar; es lautet: Vorläufiger Abbruch der Verhandlungen und — Abwarten! m Tuirmfiabt. 21. Januar. Im Nachstehenden theilen wir den Wortlaut des mit welchen der Abgeordnete Wolfskehl Namens der Minorität I ^k^inanrausickusses der zweiten Kammer über die Vorlage Großh. Staatsmlnisterlums w B-k-ff der Abttetung de- .hesfische» Antheils an der Maiu-Wes-r.Bahn an Preußen erPettCtUeaber ?as inzwischen uns bekannt gewordene neue Material bemerken wir hier- daü in den Verhandlungen erster Kammer, soweit uns so che zugänglich waren, \ »iir «eurtheiluna der vorliegenden Frage nur in oferne ge unden werden JE1»Äfibft bÄSifem zur Erläge an das Preußische Abgeordnetenhaus ^Änimene (5-tat der Preußischen Eisenbahnverwaltung pro 1880—81 besprochen worden 9f. ®;e(er Etat, von welchem wir Einsicht genommen haben, enthält indessen keinerlei . 'st- ®’e'cr Elwe aeeianet wären, die Gegner des Verkaufs von ihrer Ansicht abzubringen ’ Indem sich derselbe nämlich tast durchweg auf die dkritts feststehenden E>- nlbnfüe de^Betriebsjahres 1878-79 stützt, berechnete er den Hessnchen Antheil an dem ^rmnrtenben Betriebsüberfchusse bei einem gegen das frühere um mehr als 230,000 X hÄh,ren diesseitigen Baukapitale auf 697,300 X oder 4,2%. Dem gegenüber wurde ft .» Bll Regierung bervorgehoben, oaß dieser Etat keineswegs mit demiemgen Ätom®r»d»en b“e »iredion b=r Main-Weser-Balm selbst für 1880-81 auf- habe daß letztere den zu erwartenden Betriedsuberichutz nur auf 3:/o verain- K?'“‘ habe und daß die günstiger- Darstellung des zuerst erwähnten Etats nur durch ^L7nck-^end-rungen von Seiten der Preußischen Regierung, insbesondere durch flthftrirfic an den Ausgaben herbeigesührt worden sei.' erhebliche Abstriche a ven ^ ^Elegien Etats mit dem von der Direction aufgestellten, 7td- n bst dem Erläut-rungshest- dem Berichterstatter von Seiten Großh. welcher letztere nevn ergibt Folgendes. Die Einnahmen sind in den Regierung mitgethettt worden ' ' jch^äßig veranschlagt und beruhen hinsichtlich der ^eibtnHiMU- t U9IiiF$eSenüerf%^ und aus Güterverkehr" auf den wirf lieben Grge^ 1878-70 während die Titel: „Entschädigung für Locomotiv- und Ttiflcn Jahres 1878 Bahnverwaltungen und für Benutzung, resp. Mitbe- Wagenbenuhung durch fremde Bahnverwaltungen" im Ganzen um etwa Nutzung von Bahnstrecken in bem Erläuterungshefte eingehend begründet 2o0,()00 Sben anbcl'angt so sind dieselben im Ganzen etwa um 120,000 JL ist. Was die Aussaben anvelangr, ,obetragen haben, während der Etat §Äen6aVn^red?on einen um circa 240,000 X höheren Anschlag aufweist. Die bereits oben erwähnten durch die Königlich Preußische Regierung oorgenommenen Abstriche an den Ausgaben betreffen hauptsächlich den Titel l ianb 12 Unter?1 aftunfl und Erneueruria dir Bahnanlagen, m geringerem Grade Titel 13 bis 15 „Konen des Bahntransports" und Tittl 6 bis 8a „Andere persönliche Ausgaben'. Von besonderer Wichtigkeit^ist der Abstrich, welcher an dem Betrage der Erneuerung der Schienen, Schwellen :c. stattgefunden hat und auch in den Verhandlungen erster Kammer durch den Herr,! Regierungscommissär erwähnt worden ist. Hier hatte nämlich die Ei des a-tnttnFirpä 1877 78 deraestalt erfolgt daß an der Einnahme des genannten Etatjahie^» b rbie «wcrwaffle «“na?e& beim Gütertransport hervorgerufene Ausfall in Abzu« »Ä fl- ist in d-m @rläuterun68beri»t zum Etatevt- wur^vro 1879-80 schätzungsweise auf 250,000 JL angegeben worden- Nach dem Resultate des Jahres 1878, in welchem die Concurenz schon volle Wirkung Hatte, wird jedoch der Ausfall sich^nicht höher als auf 190,000^ stellen, und ist daher vorstegend dieser geringere Betrag in Rechnung gezogen." In ganz ühnlich^ Weise spE sich l auch der Etat der preußischen Regierung aus. Derselbe Wgt »och hwzu. "Die -.e SpE? hftn L her Berlin-Wetzlar-Bahn wird nsofern einen Emflutz auf die Gestal- Sna beÄ%r” ausüb-n als in Folg- bet Ablenkung des Verkehrs zwischen Osten und Westen insbesondere zwischen den Stationen ^-rier ^^ Saarbrücken, beziehungss wette Metz,' den Stationen der Nassauischen, und Deutz-Gießener Bahn und darüber hinaus einei1'eit§ und dem Verkehrgebiet östlich von Malsfeld andererseits auf die neue Route, die Transporte auf den Strecken Frankfurt-Lollar und ^.rapsa-Kastel, beziehungsweise Guntershausen, sich vermindern und ine ®^n"a^cn CI™P, erleiden werden, welcher nach den bisherigen Ergebnisten auf ^^d 96,OOO^zuschatzen ist. I Dieser Ausfall wird indessen voraussichtlich dadurch ausgeglichen werden, daß in derselben Verkehrsrichtung durch die Berlin-Wetzlar-Bahn der Main-Weser-Bahn neue I Transporte sowohl östlich als westlich zugeführt werden und inFolge dessen insbesondere auf der Strecke Traysa-Lollar eine Verkehrssteigerung zu ei warten ist. ist I deshalb die Annahme für gerechtfertigt erachtet, daß die Einnahmen pro 18^.0 81 I henen des Jahres 1878—79 gleich sein werden, umsomehr als auch durch die Kästel- Waldkavveler Bahn, welche im Jahre 1880 dem Betrieb übergeben werden soll, ein I Verkehrszuwachs eintreten wird, dessen Umfang jedoch nickt wohl geschätzt werden kann . Die nunmehrige Minderheit des Ausschusses vermochte hiernach sich nicht zu überzeugen daß die Verhältnisse, wie sie sich in dem soeben besprochenen Etat pro I 1880-81 barfteüen, besondere Argumente enthalten, welche auf einen Verkauf pes I diesseitigen Antheils an der Bahn hindrängen. Wir erwähnten bereits, daß von Seiten ' der Gr ^Regstrung weitere M.ttheilungen dem Aussckuß gemacht worden sind, aus denen die Nothwendigkeit eines Verkaufs neuerdings hergele.tet wird. Es wurde uns Kenntniß von Aeußerungen der Preußischen Regierung gegeben, wonach dieselbe ein Ointeresse an dem Ankauf der Bahn überhaupt nur mit Rücksicht auf die dadurck er- mSaUwte Vereiiffachung der Organisation besitze. Da nun die von Preußen geplanten ?^raaÄsationsänderungen schon sehr bald in Kraft treten sollten, so wurde wenn dies ^nm^ aesckehenO überhaupt auf dm Ankauf nicht mehr reflectirt werden. Dem fledern übe? alaub?n wir bemerken zu dürfen, daß sowohl die Möglichkeit als die Vorthette ein?r Einfügung der Main-Weser-Bahn tn die neue Organisation auch dann wohl noch hesteben ble?be!?werden, wenn die letztere bereits in Kraft ist. Ferner sei von Preußischer ©eite auf hie Concurrenz der Berlin - Wetzlarer - Dahn, wenn dieselbe erst völlta Ä den Sattel gehoben sei", sowie auf das Proiekt einer Lmie Wetz ar-Friedberg Linaewiestn woiden gegen welche die Hessische Regierung seither, zwar mit Erfolg ^itt'V^TeÄÄ eruftcH^lu^fiä?ju »Sn Ju tDeüt, aSu?’Ä und zwar auf preußische Rechnung. 1) für den Rangirbalmhof in Kassel 2) für die Station Kirchheim . . 3) für eine Fettgasanstalt zu Äaffel 2i 4) für den Centralbahnhof zu Frankfurt a. M. • • • ,,<■ ----------------- 1 «reitz vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«. Erscheint tögttch mit Ausnahme des «YtttaO-. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Uebertrag 2,820,000 JL auf hessische Rechnung: 1) für den Bahnhof Friedberg 64,500 Jl. 2) für den Bahnhof Gießen . 200,000 „ 264,500 „ in: Ganzen - 3,084,550 Hierzu haben wir zu bemerken, daß waS den Rangirbahnhof zu Kassel betrifft, die Vergrößerung desselben zum erheblichen Theil wohl auf das Mitbenutzungsrecht anderer Bahnen zurückzuführen ist und daß daher diese andern Bahnen ohne Zweifel verpflichtet sein werden, an die Main-Weser-Bahn eine den gemachten Aufwendungen entsprechend höhere Mietbentschädigung zu zahlen. Ist diese unsere Voraussetzung richtig, so kann die deßfallsige Ausgabe auch keine unproduktive genannt werden und ist eine Schmälerung der Rente durch dieselbe auch nicht zu befurchten. Der für die Station Kirchheim ausgesetzte Betrag erscheint allerdings sehr hoch; wir müssen mdeß voraussetzen, daß die dortigen Verhältnisse diesen Aufwand erfordern, indem sonst die dieffcitige Regierung berechtigt und verpflichtet gewesen wäre, nach Maßgabe des Art. 6 des 1868er Vertrags hiergegen Einspruch zu erheben. Auch sind nach den mündlichen Mittheilungen der Gr Regierung die bezüglichen Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. Gegen die beabsichtigte Ausgabe für eine Fettgasanstalt zu Kassel zum Zweck der Beleuchtung der Personenwagen dürfte Nichts zu erinnern fein, da der Preußische Etat in dieser Beziehung erläuternd bemerkt, daß mit diesem Beleuchtungssystem, namentlich auch in Hinsicht der Kosten, die günstigsten Erfahrungen gemacht worden seien. Auf die Frage des Frankfurter Centralbahnhofs kommen wir weiter unten zu sprechen. Bezüglich des Bahnhofs zu Friedberg gilt das oben von dem Kasseler Bahnhose Gesagte; auch hier wird eine entsprechende Entschädigung für die gemachten Aufwendungen von Seiten der Friedberg-Hanauer Bahn, durch welche dieselben veranlaßt worden sind, in Form einer Miethe bezahlt werden müssen. Was endlich die Vergrößerung des Gießener Bahnhofs anbelangt, so sind die deßfallsigen von den Ständen übrigens bereits bewilligten Kosten in dem Preußischen Etat dem Hessischen Baukapitale bereits zugeschlagen, und ist ttotzdem, wie wir oben erwähnt, die muthmaßliche Rente auf 4,2% berechnet worden. Abgesehen von diesen in Aussicht stehenden Erhöhungen des Baukapitals wurde von Seiten der Gr. Regierung insbesondere noch hingewiesen auf die inzwischen, wenn auch noch nicht erfolgte, doch sehr wahrscheinliche Verstaatlichung der Rheinischen Eisenbahn. Es wurde die Befürchtung ausgesprochen, daß die Preußische Verwaltung es demnächst in der Hand haben werde, mit Hülfe dieser Bahn den ganzen seither über Deutz-Gießen auf die Main-Weser-Bahn geleiteten Verkehr von dieser abzulenken. Wir können diese Befürchtung n.cht oder doch nicht in diesem Maße theilen. Wir vermögen nicht zu glauben, daß es im Interesse Preußens erachtet werden könne, den Verkehr auf eine Linie zu concentnren und dafür eine andere gänzlich brach zu legen. Wir sind vielmehr nach wie vor der Ansicht, daß wenn ein solches Verfahren vielleicht auch vorübergehend zu Erreichung eines bestimmten Zweckes denkbar wäre, dasselbe doch für die Dauer gewiß nicht festgehalten werden, sondern einer zweckmäßigen Ver- theilung des Verkehrs auf die verschiedenen Staatsbahnlinien und damit einer rationellen Ausnutzung jeder einzelnen Linie würde weichen müssen. Von diesem Gesichtspunkte aus erscheint uns auch die wiederholt von Gr.,Regrerung angedeutete Befürchtung, daß Preußen den von Norden und Nordosten kommenden Verkehr ausschließlich über die Bebraer Bahn lenken werde, nach wie vor als viel zu weitgehend. Was die schon oben berührte Frage des Frankfurter Centralbahnhofes anbelangt, fo haben wir einer dießfallsigen dem Preußischen Etat als Anhang beigefügten Denkschrift entnommen, daß die Kosten dieses Projektes von der ursprünglichen Summe von 28,500,000 v4L auf 24,850,000 herabgemindert worben sind Soweit an der geschehenen Reducfion der projektirte Güterbahnhof beteiligt ist, wird hinzugefügt, daß dieselbe nur unter der Bedingung eingehalten werden könne, daß die Main-Weser- Bahn, sofern der Verkauf des hessischen Theils nicht perfect werde, zu der geplanten Bettiebsgemeinschaft ihre Zustimmung ertheile. Zum Schluffe wird bemerkt, die Großh. hessische Regierung habe anerkannt, daß der Bahnhof der Main-Weser-Bahn in seinem gegenwärtigen Zustande nicht in vollem Umfange genügt, auch sich mit dem Projekt des Umbaues einverstanden erklärt. Nach mündlicher Erläuterung der Großh. Regierung ist diese letztere Bernnkuna so zu verstehen, daß man diesseits zwar im Allgemeinen dem Projekte des Central- bahnhofs zugeftimmt habe, jedoch ohne Präjudiz für die noch durch Unterhandlung zu vereinbarenden finanziellen Bestimmungen hinsichtlich der sich hierdurch für das Baukapital der Main-Weser-Bahn ergebenden Veränderungen. Wir hätten zwar gewünscht, daß auch jene vorläufige Zustimmung nicht ertheilt worden wäre, ehe eine definitive Abmachung hinsichtlich des finanziellen Punktes vorgelegen hätte, allein andererseits verkennen wir nicht, daß die projectirtc Zusammenlegung der Bahnhöfe für die dem nachstigen Betricbselgebnisse der Main-Weser-Bahn von großem Vortheil sein wird und daß umgekehrt ein getrenntes Verbleiben der Main-Weser-Bahn auf ihrem seit herigen Bahnhofe nach Vereinigung aller übrigen Bahnhöfe nicht ohne Bedenken märe. Auf alle Falle scheint es uns indessen geboten, daß bei den bevorstehenden finanjieüen Abmachungen die Großh. Regierung sich mit aller Entschiedenheit einer Erhöhung des Preußischen Baukapitals um den Betrag der für den Centralbahnhof erforderlichen Summe widersetze, da die Nachthelle einer solchen den durch die Betheiligung der Main-Weser-Bahn am Ceniralbahnhose zu erwartenden Vortheil weit übersteigen wurden Zum Schlüsse erwähnen wir noch, daß auch in den jüngsten Besprechungen des Ausschusses mit der Großh Regierung von Seiten der letzteren auf die Vorthelle hingewiesen wurde, welche durch die aus dem Verkaufe refultirenbe Erleichterung des Budgets dargeboten würden. Wir verweisen in dieser Beziehung auf die Ausführungen unseres früheren Berichtes und fügen nur hinzu, daß mir der Großh. Regierung gegenüber die Frage angeregt haben, ob nicht auch ohne jenen Verkauf diese Vortheile sich wenigstens theilweise dadurch erzielen ließen, daß den Inhabern der älteren Eisenbahnobligationen eine Convertirung dieser letzteren in solche Schuldtitres angeboten würde bei welchen die bekannte Tilgungsklaufel nicht bestände. Angesichts des hohen Coürs- ftandes der Obligationen des Oberhessischen Eisenbahn-Anlehens, bei denen bekanntlich der Staat zur Tilgung überhaupt nicht verpflichtet ist, dürfte cmc solche übrigens auch schon früher besprochene Convertirung gegenwärtig ohne wesentliche Opfer dnrchm- führen fein und damit die Möglichkeit geboten werden, schon demnächst die Erträgnisse der Staatsbahnen, soweit dieselbe das Zinsenbcbürsniß übersteigen, zu den laufenden Staatsausgaben zu verwenden. Nach allem Vorgetragenen können wir, die Mitglieder der ehemaligen Majorität des Ausschusses, auch durch die neuerdings geflogenen Berathungen uns zum Aufgeben unseres früheren Standpunktes nicht bestimmt finden und beantragen: die hohe Kammer wolle auf ihrem früheren, die Vorlage ablehnenden Beschlufse beharren. m. Darmstadt, 21. Jan. Aus der Tagesordnung für die 33. Sitzung der zweiten Kammer, welche Mittwoch, den 28. Januar 1880, Vormittags halb 10 Uhr, stattfinden wird, stehen folgende Gegenstände: 1) Verkündigung neuer Eingaben; 2) Bertchtsanzeigen; 3) Berathung über die Neuwahl eines Landtags-Abgeordneten für den dritten Wahlbezirk der Provinz Rheinhessen; 4) Berathung über die Recommuntcation erster Kammer bezüglich dcr Vorlage Großh. Gesammtmintsteriums, den Gesetzesentwurf, die Ab. änderung des Art. 67 der Verfassungs-Urkunde, sowie der Art. 26 und 33 der landständischen Geschäftsordnung betr.; 5) Berathung über die Vorlage Großh. Staatsmtntsteriums, Aufbesserung der Ruhegehalte der vor dem 1. Januar 1874 penstonttten Civilstaatsdiener betr.; 6) Besprechung der Interpellation des Abg. Wolfskehl, die Schulamtsaspiranten israelitischer Confesflon betr.; 7) Berathung über die Beschwerde der zur Abstimmung über Einführung einer gemeinsamen Schule zu Rieder-Saulheim berufenen Katholiken über die Abstimmung betr.; 8) Berathung über die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern, den Gesetzentwurf, Maßregeln gegen die Reblaus betr.; 9) Berathung über die Vorlage Großh. Ministeriums des Inner» uttb der Justiz, den Gesetzentwurf, den Verkehr mit explosiven Stoffen betr. Berlin, 19. Januar. Das römische Blatt „Aurora" gibt im wetteren Verlaus feiner Polemik mit der „Provmzial-Correspondenz" zu verstehen, sein erster Artikel sei nicht officiösen Ursprungs gewesen. Doch wird diese nachträgliche Correctur schwerlich die Ansicht erschüttern, daß jener Austausch von Erklärungen zwischen hier und Rom jedenfalls kein Anzeichen eines in naher Zeit bevorstehenden Friedensschluffes mit der Curie fein könne, und dies stimmt mit den Eindrücken gewöhnlich unterrichteter Kreise überein. Es liegt auch auf der Hand, daß, wenn ein HedEaLS Organ von der Stellung der „Aurora" einen Fühler ausstreckt, der in Berlin deutlich abgelehnt wird, dies an und für sich keine solche Annäherung verräth, wie sie noch vor Kurzem als so gut tote verwirklicht von interesfirter Sette dargestellt wurde. Es bleibt ja immerhin möglich, daß in gegebener Zeit eine Revision der Maigesetze in Angriff genommen werde. Aber sollte es dazu kommen, wurde der Umfang der Revision den Erwartungen und Forderungen der Klerikalen schwerlich entsprechen ; daran laffen die amtlichen und halbamtlichen Erklärungen, die bis jetzt über die Angelegenheit kundgegeben wurden, nicht wohl zweifeln. — Der „Köln. Ztg." wird mitgetheilt, daß Fürst Hohenlohe, der zum Capitelseste des hohen Ordens vom Schwarzen Adler hier weilende Vertreter des Deutschen Reiches in Paris, über die von kriegerischen Befürchtungen schwangere Atmosphäre der hiesigen polttisirenden Kreise einigermaßen befremdet gewesen ist. Eine solche Stimmung entspricht nach der Ansicht des Botschafters den in Paris und Frankreich maßgebenden tdatsächlichen Verhältniffen durchaus nicht. Zunächst muß zur Klarstellung der Lage bemerkt werden, daß die vom Fürsten Hohenlohe beim Neujahrsempsange an den französischen Ministerpräsidenten de Freycinet gerichteten Worte durchaus nicht jenes demonstrative Gepräge weder äußerlich noch dem Sinne und Geiste nach trugen, welches ihnen von einem Theile der Presse zu nicht geringem Erstaunen des Botschafters selbst aufgedrückt worden ist. An der Aufrichtigkeit der gegenwärtig jedem kriegerischen Abenteuer abgeneigten Stimmung Gambetta's und Freycinet's, als der dem mehr zurückhaltenden Grevy gegenüber im Vordergründe stehenden politischen Acteure, sei kein Grund zu zweifeln, und zwar habe die friedfertige Stimmung einen sehr positiven und thatsächltchen Untergrund in der durchaus nach Frieden verlangenden öffentlichen Meinung des Landes. Gam- bettß selbst hat es in diesen Tagen für nölyig befunden, eine in diesem Sinne gehaltene Aeußeruug publici juris werden zu laffen, und hat dabei die gegen- theiligeu Gerüchte auf Jntriguen der Klerikalen und Bonapartisten zurückgeführt. Berlin, 20. Januar. Der Kronprinz hat, wie die Abendzeitungen melden, an den Pastor Gruben in Reichenbach in Schlesien, den Verfasser der im Verlage von C- Schilder (Firma Heege und Guntzel) erschienenen Broschüre „Christ und Israelit" folgendes eigenhändiges Schreiben gerichtet : Sie haben mich durch Ueberreichung Ihrer Schrift „Christ und Israelit" aufrichiig erfreut und zu besonderem Danke verpflichtet. Ich gebe mich gern der Hoffnung hin, daß Ihr Wort des Friedens in weite Kreise dringen unv die verdiente Anerkennung finden möge. Berlin, 16. Januar 1880. Friedrich Wilhelm, Kronprinz. Aus Kassel wird untrem 16. ds. geschrieben: Der Commandirende des 11. Armee Corps, General v. Bose, hat sich nach Berlin begeben, um dem Ordensseste beizuwohnen. Wie uns aus militärischen Kreisen mitgetheilt wird, steht diese Reise des verdienten Osficiers in Verbindung mit dem von ihm beim Kaiser eingereichten Gesuche um Penstonirung, über welches zur Zeit noch nicht entschieden worden ist. Dem Vernehmen nach hat Herr v. Bose in den letzten Tagen ein allerhöchstes Handschreiben erhalten, das in huldvollster Weise der vollsten Anerkennung der großen Verdienste des Generals Ausdruck gießt und in dem der Wunsch des Kaisers ausgesprochen wird, daß Herr v. Bose vorläufig noch in seiner Stellung verbleiben möge. Uebri- gens haben für den Genannten keine anderen Gründe zur Einreichung der Demission den Ausschlag gegeben, als hohes Alter und zeitweiliges körperliches Leiden. Alle Gerüchte von Differenzen — man wollte sogar von einer Con- troverse zwischen dem General und dem Kriegsminister wiffen! — beruhen auf Erfindung oder mißlungenen (Kombinationen. Kesterreich. Wien, 20. Januar. Die „Poltt. Corresp." meldet aus Konstantinopel : Die Antwort dcr Pforte auf die montenegr. Circular-Depesche bestreitet, daß die Pforte den Widerstand der Albanesen ermuthige und bezeichnet die Concentrirung der Streitkräfte Montenegros und die Drohungen drffelben als die alleinige Ursache der Aufregung der Albanesen und des Zuströmens derselben nach Gussinje. Die Pforte hält ihre Ansprüche auf den von Montenegro widerrechtlich occupirten District Kucci aufrecht, da dieser als Austausch für Gussinje angeboten worden sei. Die Sequestrirung der muselmännischen Güter sei vollständig ungesetzlich. Die Bevölkerung betrachte diese Maßregel als eine absichtliche Feindseligkeit gegen die Muselmänner Die Pforte hofft, es werde den Mächten gelingen, in der Haltung Montenegros, namentlich in Betreff des Sequesters, eine Aenderung zu bewirken. Schweiz. Bern, 19. Januar.^ZJn den hiesigen militärischen Kreisen fängt man endlich an zu begreifen, daß für die Schweiz die Befestigung ihrer Grenzen eine Lebensfrage ist, da die Vertheidigung ihrer Neutralität einzig und allein von derselben abhängig ist. In Erkenntniß dieses Grundsatzes hat der Ofst- ciersverein der Stadt Bern soeben seinen Vorstand beauftragt, sich mit den übrigen militärischen Vereinen der Schweiz behufs Veranstaltung einer große« ren Versammlung, in welcher diese Frage besprochen und berathen werden soll, in Verbindung zu setzen, und hat diese Versammlung einen geeigneten Referenten zu bestellen. Man ging dabei von der Ansicht aus, daß bei dem j'tzigen Stande der politischen Dinge Schritte in dieser Angelegenheit nicht nur nothwendig seien, sondern daß man so schnell wie möglich und mit aller Energie handeln müffe. Zunächst soll an die Bundesbehörde ein Gesuch gerichtet werden, welches die sofortige Lösung der Befestigungs-Frage verlangt. (K. Z.) Italien. Rom, 20. Januar. Die Verhandlungen -wischen Deutschland und Londok an, weite Md MkM»» jle m CaHai Mn unabb^n Nein WaM als einig »on Berlin, Beitritten, d< AtMdmz « hat, »Wch In tag, WN Berlin, DH Padntorn und Ht Saiti.-Met ter ZtaHM-2 A-WeWen [ iiteili (oft 120 Sieben, 2! ithng im Clubsaal »atbtn allerliebst g Leisall btt fast zu z Jet Amen zu llnbei Gießen, l Niwn Nächten hi niedergelassen hatte/ vn hast, daß die D 'Sofien mb Schaden - Die > i-H 897 Portionei Mainz, 2« ich nnschlicheS Ci Mchen sich) N bet archal o?ne Zweisrl. fyu «ßniannshaujrn un Meldung schon fes rer Stadt vorüber Donnttstag im »auung einet festen §knen: Dr. Du m Stadtverordnetl Wr, Hillebrand, ~ Mson'ö d^i lV'lcher -r vorigen Samstag bei genauer kenr J/MMknö na 1 Avbel LL7 Sch « w? feilte bi/ f®et Geltet v m I2 ""d t/ :t* Snneti 'm trtftt, Lf , 4 ■» tief, lei* ff*" M i° ”"e' “nb fciei A»; ®lf^"8 bet »i'b, dies ” Äarfea «18 ‘ ^'gesetzt in J« k“ 1 i6>®etl^ tnl, Unä«n, die bis Geiseln. der zu« Jfflbe Vertreter Besürchkuugen Wn befrembet H H Botschgf. )en ^nhiiltnissm ^3^ daß ^jöftjchea Mj. jenes Lemonßra- > kruzen, welches ien des Botjchch -Zenwämg |ebt« und zreyciaet's, »ergründe stehen- ' habt dle fried' ».'ergründ in der Landes. Timin diesem Sinnt Kader die gegen- lonaparlisten zu- e SbendzeitunM n, den Lerfaster chel) erjchienesen itiges Schreiben injt und Israelis ch gebe mich gern tttjt bringen unb troryrmz. ^ommandirmve im be geben, u« Helfen mitgetheilt inj mit dem von über welches zur en nach H $en traten, das in dienste des Gene- -ze»prochen wird, en möge. Utbtv Ermeichunz der rfage« vrpttM x von em« So"' । _ d-ruhen aa| ben ton *tt> , Qy Au-tav|ch r- »2„ l namenl'"* it ««< int btieii;11 , Art fiM* ”a” wt Grenzen «ÄS •', tjt b“ V V1 ’’s4 »it d-° •w \hett ®(tb t(t7 efi«* bei * i»< C3L «it' .5 -» A,i«t (» 8-1 dem Vatikan scheinen still zu stehen. Der Papst hat, nachdem die directe Zulassung der Jesuiten abgeschlagen worden war, auf dem Vorschlag bestanden, daß Deutschland dem Orden allgemeinere Bedingungen zugestehen solle, -unter deren Schutz die Jesuiten stch stillschweigend hätten wieder einschletchen Annen. Man ist vor der Frage angelangt, ob man nicht die Verhandlungen vorläufig als gescheitert betrachten soll. Daraus erklärt sich der Versuch der „Aurora", dem Reichskanzler die Verantwortung zuzuschreiben, sowie die Abwehr der „Provinzial-Correspondenz."_______________________________________ Telegraphische Depeschen. Waguer'0 telegr. Correspondenr • Bureau. London, 21. Januar. In der Kohlengrubr Leycett (Grafschaft Staf- "ford) erfolgte heute Nachmittag in Folge schlagender Wetter eine Explosion, wodurch 70—90 Personen getödtet wurden. Dublin, 21. Januar, Abends. Eine heute stattgehabte Versammlung irischer Parlamentsmitglieder nahm eine von Odonoghue beantragte Resolution au, welche Sympathie für die nothleidenden Bauern W st-Jclands ausdrückt und Unterstützung im Kampfe um den eigenen Herd zusagt. Ferner wurde die von Callan vorgeschlagene Resolution angenommen, daß die irische Partei unabhängig von den Conservattven nnd Liberalen im Parlamente handeln werde. Washington, 21. Januar. Die Untonsregierung beschloß, Malietoa als König von Samoa anzuerkennen. Berlin, 22. Januar. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge sind die Lehrwerkstätten, deren Errichtung der Minister der öffentlichen Arbeiten behufs Ausbildung von Handwerkslehrlingen bei den Staatseisenbahnen angeordnet hat, nämlich in den Reparaturwerkstätten bei der Ostbahn zu Berlin, Brom- Lerg, Dtrschau und Königsberg, bei der Niederschlestsch-Märktichen Bahn zu Berlin, Frankfurt a. d. O., Breslau und Lruban, bet der Westfälischen zu Paderborn und Lingen, bei der Hannoverschen Staatsbahn zu Len hausen, bet der Saarbrücker Bahn zu Saarbrücken, bet der Naffautschen zu Limburg, bet der Frankfurt-Bebmer zu Fulda, bet der Main-Weser zu Kassel und bet der Oberschlefischen zu Breslau, zum großen Thetle schon in's Leben getreten und bereits fast 120 Lehrlinge angenommen worden. Lokales. Gießen, 22. Januar. Ganz reizend ging gestern Abend die erste Wohlthätigkeitsvor- 4eÜu»g im Clubsaale von Stätten. Sowohl die beiden Theaterstücke, als auch die 3 Tableaus wurden allerliebst gegeben und ernteten die Darsteller durchaus den reichsten und verdientesten Beifall der fast zu zahlreichen Zuschauer. Dank den edlen Menschen, welche auch hier die Noth Ler Armen zu lindern bestrebt sind und voraussichtlich ein glänzendes Ergebniß erzielen werden! Gießen, 22. Januar. Eine Zigeunerbande, welche sich trotz der in den verflossenen Nächten hier herrschenden Kälte von 21« R. in den umliegenden Wäldern häuslich niedergelassen hatte, aber wegen Holzfrevels festgenommen worden war, befreite stch dadurch von Der Haft, daß die Männer die schweren, massiv silbernen Knöpfe von ihren Röcken für Strafe, Kosten und Schadenersatz ins Pfand gaben. (D. Z.) — Die „Volksküche" vertheilte heute 1027 halbe Portionen. Verkauft wurden hiervon 128, 897 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksburschen. Berruifchtes. Mainz, 20. Januar. Die starke Kälte der verfloßenen Nacht hat uns heute wieder sehr ansehnliches Eis gebracht, Rhein und Main waren heute Vormittag mit solchen riesigen treibenden Eisflächen (in Folge des sehr niederen Wasserstandes) bedeckt, wie man sie selten sicht; Daß bet anhaltender Witterung der Rhein bet uns wieder zum Stehen kommt, ist daher ohne Zweifel. Heute Vormittag traf die Nachricht hier ein, daß sich das Rheincts zwischen Aßmannshausen und St. Goar bereits gestellt habe, auch das Maineis muß sich oberhalb der Mündung schon festgestellt baden, denn seit heute Mittag 12 Uhr treibt kein Maineis mehr an Der Stadt vorüber. — Das aus allen Parteien bestehende Comitä. welches auf nächsten Donnerstag im Frankfurter Hof eine Bürgerversammlung etnberufen hat, um wegen der Erbauung einer festen Rheinbrücke eine Adreffe an die zweite Kammer zu richten, besteht aus den Herren-. Dr. Du Mont, Bürgermeister, Dr. Occhsner und Reinach, Beigeordnete, ferner aus den Stadtverordneten I B. Falk III., Goedeckcr, N. Rackä, Ltppold, Dr. Levy, Frz. Joseph Ufinger, Hillebrand, Jos. Schumacher und Commerztenrath Reuleaux. — fEdison's clectrtsche Lampe.) Den „Times" wurde am 28. December v. I. folgender telegraphischer Bericht über Edison s wunderbare Erfindung erstattet: „Ich brachte den vorigen Samstag bei Mr. Edison in Menlo Park zu und hatte Gelegenheit, dessen neueste Erfindung genauer kennen zu lernen. Eine wahre Wunderlampe! Eine electrische Lampe, welche meine« Erachtens nach das Gas vollständig verdrängen wird. Das von der Lampe erzeugte Licht ist gleichzeitig billiger und bester als jedes andere. Es ist weitaus regelmäßiger und Verbreiter so ganz und gar keine Wärme, daß an eine Feuersgefahr gar nicht mehr gedacht werden kann. Mehrere folger Lampen wurden inmitten feuergefährlicher Stoffe ausgestellt und in Thätigkeit gesetzt. Das Resultat war ein vollkommenes. Gegen 60 Lampen brannten am Samstag und ick beobachtete deren Licht sieben Stunden lang. Zwei davon brannten bereits ''eit zehn Tagen, ohne daß der hufeisenförmige Carton, der sich auf dem kleinen Glaskolben befindet, von dem das Licht ausströmt, auch nur den allergeringsten Schaden genommeu hätte. Man kann nach Belieben tausend- und wiedertausendmal den electrischen Strom unterbrechen, kann die Stärke des Lichtes verringern und bis zur Stärke des Lichtes von 400 Kerzen erhöhen. Der Carton wird dadurch keineswegs abgenutzt. Es ist alles wunderbar einfach an der Erfindung. Edison wird 800 solcher Lampen in Menlo Park aufstellen. — Bei geschwächtem electrischen Strom repräsenttren die Lampen eine Lichtstärke von 16 Kerzen. Das Licht läßt sich rcgultren so einfach und so leicht wie bei einer Oellampe. Ein Hauptregulator erhält den Strom gleichmäßtg stark, eine Controlvorrichtung regulirt die Quantität des jedem einzelnen Brenner zugeführten Lichtes. Die Herstellungskosten je einer Lampe belaufen sich für Edison auf etwa 1 X, die Erzeugung einer Quantität Licht, welche einer Menge von 10,000 Kubikfuß Gas entspricht, wird etwa 90 $ oder weniger kosten. .Das System Edison umfaßt auch eine bewegende Kraft, welche der Klein-Industrie von höchstem Nutzen werden kann. Man kann z. B. mit der Lampe eine Nähmaschine gleichzeitig erleuchten und in Gang setzen. Das Lickt ist glanzvoll, klar, mild, regelmäßig, flackert und schwankt nie. In Menlo Park beleuchtet Edison bereits Gebäude, Bureaux, Straßen, Laboratorien und Ateliers mit seiner Lampe. Ich selbst habe bet Evison'schem Licht dies Telegramm geschrieben und habe dinirt." Der Pariser „Figaro" wendete sich telegraphisch an Edison mit der Bitte um Auskunft, ob die in den „Times" befindlichen Angaben den Tbatsachen entsprächen. Das Blatt erhielt darauf folgende Antwort : „Menlo Park, 4. Januar 18*0. „Times" Bericht correct. Brauchbarkeit und Einfachheit über alle Erwartungen. Seit zehn Tagen alle Häuser hier damit erleuchtet." Daran knüpft das Pariser Blatt folgende Bemerkungen: „Man wird sich bald selbst von der Bedeutung der Edison'schen Erfindung überzeugen können. Die Lampe entwickelt keine Hitze, man kann die Hand auf den Glaskolben halten, indem das Licht erzeugt wirb, ohne sich irgendwie zu verbrennen. Unsere Bur-aux, Arbeitsstätten u. s. w., in denen eine einzige Gasflamme schon die Luft verpesten konnte, werden ihre gesundhcitsnachtheilige Eigenschaft verlieren. Er.- plosionen, Unterbrechungen in der Beleuchtung, wie wir sie dem letzten Frost zu verdanken hatten, die unendlichen Reparaturen, die häufigen Jrrthümer in den Anrechnungen der Gasanstalten für verbrauchtes Gas — diese und viele andere Unzuträglichketten werden zur Mythe werden. Was die Ersparniß betrifft, so läßt stch dieselbe noch kaum übersehen. Man wird einen klaren, gleichmäßigen, angenehmen „Sonnenstrahl" für 1 Francs statt für 2 Francs 50 Cents eine spärliche Lampe haben Wahrlich: Es ist ein großer Dienst, den Edison der Menschheit erwiesen hat!" (Wenn es nur wahr wird!) SelaiffeberleKt. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd W. Dietz in Gießen. Bremen, 19. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Donau, Capt. R. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4. Januar von hier und am 6. Januar von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Handel UAd Verkehr- Frankfurt, 21. Januar. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war schlecht befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner X 2.50—4, Strob X 2.50—3.40. Butter das Pfund im Großen 1. Qual. X 0.90, 2. Qual. X 0.80, im Derart das Pfund «X 1.20—00, 2. Qual X 1.10 Eier das Hundert deutsche X 6.80—8.00, italienische X, Ganze Erbsen das Pfb. 28—32 geschälte Erbsen 32—37 Bohnen 27—29 H, Linsen 40—50 Weißkraut das Stück 10-29 H, Rothkraut, 1 St. 15—25 Kohlrabi 3-6 Kohlkraut 8- 12 Blumenkohl 1 St. 60—80 Wirsing —H, Kartoffeln 100 Kilo 6.50—7.5t Zwiebeln 1 Bund 30 Merrettige Stück — 1 Srück — H. Ochsenflerich per Pfuno 65—70 H, Rindfleisch 44—60 Kuhfleisch 44—60 H, Kalbfleisch 44—55 Hammelfleisch 40—65 H, Schweinefleisch 65—70 H, ein Hahn X 1.50—2.30, ein Huhn X 1.70—2.20, eine Ente X 2.50—3, Gans «X 4 — 9, eine Taube 40—50 Volksküche zu Gießen. VI. Verzeichnis von Beiträgen an Geld und Naturalien, welche bei dem Rechner der Volksküche, Herrn K. Grüneberg, abgeliefert wurden. Uebertrag aus dem V. Verzetchniß 4438 X 30 H. Für die „Volksküche" gesammelt 761 X 70 H von: R. Oppenheimer Sohn 50 .X, Wttrwe Wallenfels 10 X, E. Friedberger Sohn 30 X, Georg Leib & Sohn 12 X, L. Mühlhausen 3 X, Th. Schmidt 50 Wilh. Loder 6 X, H. Müller 2 X, H. Fenster 1 522) Alieenstraße. 20) alleinige Depots in OIESSEW Portorico en n Varinas Canaster W 145 170 190 210 260 270 300 320 Maryland en Java . . Half Canaster . . . . A Zort...... De Jager..... T Zoort...... R Zoort ...... Mufti Mufti . . . . . H Zoort . . . . . M Zoort...... Fyne Shag..... Superfyne Varinas . . Varinas I...... Bahia Krüll . . . Varinas O..... Cuba Canaster . . . . Maracaibo..... Venezuela . • . . . Curaoao...... pro Pfd. 80 90 » 95 „ 100 „ WO n 100 , 105 n 120 „ 120 » 120 „ Feinen holländischen Tabak der Firma Henricus Oldenkott H. Zoon & Cie. pro Pfd. 130 4. 145 „ empfehlen Carl Schwaab <■. C. Spruch, E C3 Kreppe le, gefüllte und ungefüllte, empfiehlt 359) Aug« Noll im Stern. -frische Veilchen empfiehlt Otto CSarii; 47) Ecke des Linden- u. Kirchenplatze^. Samstag 24. Ian., präcis V2 9 Uhr 516) ErSffnungHknelpe. ausgegeben. Das Comite. (513) e r. Wellen R t (524 treffen heute ein. Der Vorstand. den 27. Januar Neustadt. 478) 6 7 33 126 eine vom Bahnhof aus statt. (515 Bildern. hiesige Stadtarme, sowie für die Nothleidenden in Oberhessen bestimmt. Der Reinertrag ist speziell für 92 52 24 5190 1400 3610 3400 Buchen- Etchen- Nadel- m m e 122 35 21 16 a u 5 6 4 halt, Eichen-, 18 Buchen- und Fichtenstangen. Carl Brück zu haben. 479) 15—29 cm Durchmesser und 6—19 m Länge mit 46 cbm, Hainbuchenstämme mit 2,17 cbm Inhalt, Lindenstämmr mit 4,04 cbm Jn- 105 Eichenstämme von 18—71 cm Durchmesser und 4—16 m Länge mit 72 cbm, 100 Käfern- und Fichtenstämme von ^Kaudel'S Gardinenpredigten, Lustspiel „Guten Morgen, Herr Fischer", W. Friedrich. Der Triuwphzug des Weines In drei in 1 Akt von G- v. M 0 ? ? r. Operette in 1 Akt von Theeniederloge von Faber & Co. in London in Originalpoqueten bei (25 &ebr. Adami» Zusammenkunft jedesmal Morgens 10 Uhr auf der Hattenröder Straße ca. Stunde von hier. Ltch, am 17. Januar 1880. Wohlthiitiglreits-Vorstellungm. Zur Kenntniß des Publikums thcilen wir mit, daß für die- III. und IV. Vorstellung nächsten Samstag und Sonntag Feilte Dornusbestellungen angenommen und berücksichtigt werden können. Die Billete für die Vorstellungen werden von Samstag, morgens 9 Uhr bis nachmittags 4 Uhr bei den Herren Balser^ Schreibmaterialienhandlung, und Rudolph, Musikalienhandlung,. Sonntag den 25. Januar a. c. Anfang präcis 5 Uhr: Eine Tasse Thee oder „Ich bin nicht eifersüchtig!", Lustspiel von Emil Neumann. Zwei Herren und ein Diener, Vaudeville-Burleske in 1 Aufzug von W. Friedrich. Charade, a) lebendes Bild; b) Duett „aus Maurer und Schlosser"; c) Scene aus „Czar und Zimmermann". Ak pen- u.j Welchholzj Dienstag Reservirter Platz 2 M. Saal 1 M. 30 Pf. Galerie 1 M. Abends an der Kasse je 30 Pf. hoher. Billets zu diesen beiden Vorstellungen sind von Samstag a-\ bei dm Herren Crnst Balser, Schreibmaterialienhandlung und W. Rudolph, Mustkalienhandlung hier zu haben. Das Comite NB. Der Flügel von Blüthner -ist aus dem Pianosortelager des Herrn W. Rudolph in Gießen, welcher denselben gütigst zur Ver- fügung gestellt hat. __________ (494 Verantwortliche Redaction: A- Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Samstag den 24. Januar a. c Anfang präcis 7 Uhr: Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß unser guter Bruder, Schwager und Onkel Hart liemp// in Rotterdam nach längerem Kranksein sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag drei Uhr 503) Der Unterzeichnete erlaubt sich, leine Wahlmänner auf Samstag deu 24. dss., Nachmittags 2 Uhr, in das Cafe Cbel (Balzer) zu einer Besprechung über die in der aw 28. er. wieder zusammeutretenden Hess. Ständekammer vor kommenden Gegenstände, besonders über den Gesetzentwurf einer „Weg eba uordnung" ergebenst einzuladen. Gießen, den 21. Januar 1880. Achtungsvoll J. Haustein. Landtagsabgeordneter des V. Wahlkreises der Provinz Oberhessen Bürger - Gesellschaft. Zu dem am Samstag den 2zu d. Mts. stattfindenden Maskenball sind Geheimkarten von Donnerstag an bei Herrn Veffentlicht Aufforderung. Johannes Lamp, geboren am 26. Februar 1806 zu Nteder-Besfingen, Sohn des längst verstorbenen Phi- lipp Lamp daselbst, ist vor mehr als 40 Jahren angeblich nach Süd- Amerika ausgewandert und seitdem verschollen. Sein zurückgelaffenes, bisher curatorisch verwaltetes Vermögen beläuft fich auf ungefähr 165 JL. Derselbe oder seine Leches- resp. Testa- mentSerben werden hiermit ausgesor- dert, ihre Ansprüche an das vorhandene Vermögen binnen drei Monaten von heute an bet dem unterzeichneten Gerichte geltend zu machen, widrigenfalls der Johannes Lamp für tobt erklärt und das vorhandene Vermögen den fich gemeldet habenden nächsten Verwandten ausgeliesert werden würde. Alle diejenigen, welche Ansprüche auf das angegebene Vermögen zu Haden glauben, haben dieselben bet Vermeidung des Verlusts innerhalb der obigen Frist bet uns anzumelden. Ltch, den 13. Januar 1880. Großherzogl. Amtsgericht Lich. 521) Langermann. Holzverfteigerung in der Fürst!. Mersörsterei Ltch. Im D stritt Meilbach soll nach- verzeichneteS Holz versteige t werden: Montag den 26. Januar Schetth. Prügelh. Stockh Reish. Jeilgeöotenes. Schellfische Die Vom Mi> Der Eisg steine Aufmech Deiner wachger! unb die hart ge mal wieder, »I auf fich selbst ai ausftchtslosen Ka gnbtflen m lheiii bestehenden Dec so ebt laufen, als aflgeir allmvärls vor Ai in sehr rasch tin< mit vielen Eisßox rouiben säst plötzl! Wungsmittel,' viele Gtbäulichkeit iverthoolle OW suche des ruschen baß der nn ihre Wasser- und *VR Mengen der Natur gesch, und Eismaßen m als noch dort dm Wger Steindön dunklen Eisstopst thckgau^ am M lüTtVe Wincor l uachweisen und d llserbeivvhmr im (ene Thatsache, d m der Folge t$t Wwuffer zugen dirihe von Somo »ßi- Piste biefei 6*ng bei Nbl Mchien Sitigttutm 'bim« über Im. "ilch« !rnhn 6Cm Mm W-chst« W «lljihilich bu' "nb Httaten Sanbn ,v 50, Millionen. U °«S^innteberun Waffem fejt f ’f" Mten , pM'ß'rt ge-,, ' milche d£ «nhüchiooff^' Ä»9'8ttb, m ’Sie 3“^ W-I *7** b 466) Wtmmenauer, Forstrath Wohltluitifflieits- Vorstellunff. Da wir leider nicht in der Lage waren sämmtlichen Anforderungen nach Eintrittskarten zu den beiden annoncirten Vorstellungen zu genügen, so sehen wir uns veranlaßt, noch weitere zwei Vorstellungen, voraussichtlich gütiger Ueberlassung des Clubsaales und der Regimentsmusik, nach nachstehendem Programm zu veranstalten. PROGRAMM. 391) Ich beabsichtige den 1. Februar wieder einen CursuS iw Anfertigen von Damenkleidern zu eröffnen und bitte Anmeldungen zur Betherligung gefälligst an mich gelangen zu lassen. Caroline Scimeider« Cg. Will». Wetdig, Kreppet* gefüllt und ungefüllt, täglich frisch, bei F. W. Hartmann, Vermietungen. 523) Zwei ineinandergehende gut möb= lirte Zimmer zu vermiethen. Kreuz B. 114. 519) Ein kleines Familienlogis mit Zubehör ist per 1. März zu vermiethen. ______Simon Reis. 216) Der dritte Stock meines Hauses zu vermiethen.__________Dr. Dornseiff. 215) Zwei möblirte Zimmer zu oer- miethen. Lit. D. 85. Vermischte Anzeige». 517) Ein Regenschirm sowie ein Pferde teppich gefunden. Gegen Erstattung der Jnseratgebühren abzuholen bet Lohnkutscher Böckner, Brandgaffe 483) Eine Haushälterin sucht Bürgermeister Rücket in Bettenhausen bei Lich. I» 82) Möblirte Zimmer mit Cabinet auf sogleich billig zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. ________________ 444) Eine kleine freundl. Wohnung ist wegzugshalber zu vermiethen und alsbald beziehbar. Näheres __Universitätsstraße 78'. 482) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen bei __________I. Ruppel, Ludwigsplatz. 321) Ein Logis im Vorderhause, sowie ein solches im Nebenhause, zu vermiethen bei August Kröll, Seltersweg. Holzverfteigerung tm Leidenhoser Gemeinde-Wald. Montag den 2. Februar, Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen im Leidenhofer Gemeindewald, Schlag Altenheeg, circa 500 Rmtr. Scheit-, Prügel- und Stockholz, sowie mehrere Hundert Mtr. Reisholz vor- züglicher Qualität öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft findet bei Nr. 1 im Walde statt. Nach Beendigung dieses Verkaufs kommt eine Parthie Eichen - Nutzholz ebenfalls nummerweise zum Ausgebot. Allendorf a./Lda.. 13. Januar 1880. 520) Bieber, Bürgermeister. Arbeitsversteigerung. Donnerstag den 29. Januar, Mittags 2 Uhr, soll von unterfertigter Bürgermeisterei zn Annerod die Lieferung von Lungsteimverkfleimn, veranschlagt zu 947 70 H, öffentlich in Accord versteigert werden. Zeichnung, Voranschlag und Bedingungen sind bis zum 28. d. Mts. bei dem Bautechniker Ferdinand Broel in Gießen zur Einsicht offen gelegt. Annerod, den 21. Januar 1880. Großh Bürgermeisterei Annerod. 518) Engelhardt.