Mittwoch den 22 September 1880 srr. 221 Wchener 'Anzeiger Ayelge- nb AlstsbM fit den Kreis Gieße« Erscheint mit Ausnahme des Mo«ta-». Prei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. Fürst Bismarck, preußischer Handelsminister. Der deutsche Reichskanzler, der Leiter der auswärtigen Politik, der Prä- fident des preußischen Staatsmintstertums, der Curator der deutschen Reichs- bank, das Mitglied des preußischen Herrenhauses, General ä la suite und Großgrundbesitzer Fürst Otto von Bismarck-Schönhausen ist nunmehr noch zum preußischen Minister sür Handel und Gewerbe ernannt worden. Der Kanzler, vor Kurzem nach seiner Aussage müde, todtmüde, übernimmt willig eine neue und große Last, und mit Recht nimmt man an, daß dieser Entschluß nicht nur ein Zeichen der Frische und Arbeitskraft des Fürsten sei, sondern auch seinen Willen bekunde, auf dem Gebiete des Handels und der Gewerbe, mit denen es, um einen populären aber bezeichnenden Ausdruck anzuwenden, „nicht vorwärts geht", energisch einzugreifen. _ Es liegt in der Natur der Sache, daß man dem neuen Handelsminister viele politische und wtrthschaftliche Bedenken entgegen trägt. Weil der Fürst schon oft geklagt hat, daß er unter der Last seiner Geschäfte fast unterliege, nimmt es Wunder, daß er die neue Last sich aufhalst; man fragt, ob denn wirklich unter den vielen hohen Beamten nicht ein einziger Mtnister-Candtdat zu entdecken war, der dem Kanzler die Bürde abnahm, und man meint, daß wenn dies nicht der Fall gewesen sei, doch wie einst Herr v. d. Heydt, ein großer Handelsherr sicher bereit gewesen wäre, sich mit dem Prädikate (Sy cellenz schmücken zu lasien. Wenn ein Amt nach dem andern dem Fürsten Bismarck zufällt, um wie viel schwerer wird es «inst fein, nach Bismarck Minister zu finden? Und endlich: Ist Fürst Bismarck, der große Diplomat und Staatsmann, auch wirklich in Handels- und Gewerbefachen geeignet und befähigt, die Zügel des Staates zu führen? Wir möchten diese Frage bejahen, denn die erste und beste Qualification bringt Fürst Bismarck in sein neues Amt mit: Er ist kein Bureaukratl Wir hören fett einiger Zett viel fingen und sagen von einem neuen Aufschwung des Handels und der Gewerbe, aber wenn man genau hinsieht, so zeigt sich zwar eine kleine Besserung im Geschästsleben, tm Handel und in der Industrie; aber sie kommt mehr dadurch zur Erscheinung, daß der Deroute und der wirthschaftlichen Kalamität „H a l t" geboten worden ist, als durch einen frischen und fröhlichen Umschwung. Mancherlei Wirrnisse im politischen Leben wirken nachiherltg aus die wirthschaftlichen Verhältnisse, und vor Allem fehlt das Vertrauen, weil die bisherigen Handelsmtnister selbst fein rechtes Vertrauen auf eine bessere Zu- kunft bekundeten. Dem Fürsten Bismarck aber wird man dieses Vertrauen entgegeubringen, hat er doch selbst die Meinung vertreten, daß die Handelspolitik ebenso schlagfertig sein muffe, wie die äußere Politik. Fürst Bismarck als Volkswirth gehört keiner Schule an; er hat vor Jahressrist offen erklärt, für seine Handelspolitik sei lediglich maßgebend, daß wir uns in leidendem Zustande befinden, und wenn mäßige Zölle wirklich eine (o große Gefahr seien, so müßte Frankreich längst ein ruinirtes Land sein, so könnten - mit hohen Schutzzöllen — Rußland und Amerika nicht prosperiren. Der Kanzler unterschätzt den Werth des Exports nicht, aber er will der deutschen Industrie den deutschen Markt ei halten. Fast alle unsere Handelsver- träge sind abgelausen oder prolongirt; es werden neue Verträge geschlossen werden müssen, und Fürst Bismarck sagt uns, er schätze die Handelsverträge als Zeichen der Freundschaft der Völker, aber — „es kommt darauf an, was darin steht." Niemand mehr als der Kanzler kann diese große Angelegenheit günstiger Vrrträge besser in Fluß bringen, denn er ist in der Lage, die politische Macht in die Wagschale zu werfen. Der Reichskanzler arbeitet in der äußeren Politik auf die handelspolitische Erschließung des Orients für Deutschland hin, und Oesterreich ist der Vorposten Deutschlands geworden. Mit den Erfolgen der deutsch-österreichischen Politik auf der Balkanhalbinsel wird ein ungeahnter Aufschwung des deutschen Handels und der deutschen Industrie Hand in Hand gehen. (?) Man mag ferner nicht vergessen, daß Fürst Bismarck nicht der Mann ist, sich durch die Niederlage der Samoa-Angelegenheit davon abschrecken zu lassen, seine Absicht, dem überseeischen Handel, speciell die handelspolitische Position des deutschen Handels in der Südsce zu stärken, aufzugeben. Der Kanzler wird, so schwierig es ist, nach der Sicherung deS politischen Friedens, auch Frankreich und Rußland gegenüber eine möglichst vortheilhafte Handelspolitik zu sühren tu der Lage sein. Des Kanzlers Versuche, die Seehandelsstädte völlig in den Verkehr des Reiches zu ziehen, an Stelle der Freihäfen deutsche Handelsemporien zu gründen find nicht aufgegcben. Was endlich den Binnenhandel betrifft, so darf er sicher auf kräftige Förderung feiner Interessen hoffen. Hier widerstreiten sich bekanntlich die Freihandels-Interessen deS Nordens mit den Schutzzoll-Jntereffen deS Süden«; des Kanzlers Ziel ist aber eine einheitliche deutsche Handelspolitik, und seine Absicht sprach er für Handel und Gewerbe mit den Worten aus: „Wir wollen sehen, wie wir dem deutschen Körper wieder Blut, wie wir ihm die Kraft der regelmäßigen Circu- lation des Blutes wieder zuführen können!" Deutschland. Berit«, 19 Sevtbr. Nach dem „Börsen-Courier" hätte Geh. Rath v. Bleichröder in EmS eine Audienz beim Kaiser nachgesucht. Als Zweck der Audienz bezeichnete Herr v. Bleichröder ausdrücklich di« Absicht, mit dem 1 «chulstr-b- B. 18. OTpiditiorrSbrrr-au r f w ___________ Kaiser Wilhelm über die gegen die Juden von gewisser Seite in Scene ge- etzten Hetzereien zu sprechen. In der Audienz erklärte der Kaiser, er habe >ie Hetzereien, die von Herrn Stöcker ausgegangen seien, naturgemäß niemals gebilligt, aber er werde die Gelegenheit auch nicht vorübergehen lasten, ganz >irect seine Mißbilligung über diese Hetzereien, die den Frieden der Confessio- nen in Frage stellen, auszudrücken. — Wir sind weit entfernt, Bayern und Württemberg seine selbstständige Postverwaltung irgendwie zu mißgönnen, aber eines scheint gerade sür die Er- Haltung derselben wichtig, daß die Interessen des deutschen Verkehrs gewahrt werden. Dies ist aber nicht der Fall, so lange der Gebrauch der Postwerthzeichen des deutschen Reiches einschließlich der Weltpostwerthzeichen in Bayern und Württemberg unmöglich ist. Selbst Reichstagsabgeordnete haben zuweilen nach der „Köln. Ztg." bei dem Ueberjchreiten der Reichspostgrenze vergessen, daß die Reichspostwerthzeichen hier ungültig werden, und ihre Angehörigen ind durch das Ausbleiben der als unfrankirt nicht beförderten Postkarten beunruhigt worden. Gar nicht unbedeutend ist die nutzlose Verschwendung, welche zurch den Gebrauch von Werthzeichen der Reichspost in den beiden süddeut- scheu Königreichen und umgekehrt jahraus jahrein hervorgerufen wird. Wir schließen uns vollkommen den Worten der „Köln. Ztg." an: „Wir sollten meinen, daß es ein wohlangebrachtes Opfer Seitens der Reichsverwaltung wäre, bei einem Pauschalausgleich zur Herstellung der allgemeinen Verwendbarkeit der Marken u. s. w. den beiden bestehenden Separatverwaltungen eine reichliche Entschädigung zu gewähren, und es ist gewiß nicht zu früh, zehn Jahre nach Gewinnung der politischen Einheit der Nation, auf diesen ihr an- haftenden Mangel wieder einmal hinzuweisen. Köln, 19. Septbr. Der „Kölner Ztg." wird aus Rom berichtet: Deutsche Blätter haben letzthin von neuen Verhandlungen zwischen Berlin und Rom erzählt und Cardinal Hohenlohe als Mittelsmann genannt. Eigentlich so zu nennende Verhandlungen haben nicht stattgesunden, am wenigsten durch Hohenlohe, der den Somm-r auf dem Lande zubrachte. In vatikanischen Kreisen aber ist ein Vorschlag aufgetaucht, man solle zum Kölner Domfest e.nen päpstlichen Cardinal Legaten senden. Die Partei der Eiferer wollte sich die em Vorschläge anschließen unter der Bedingung, daß der deutsche Kaiser vorher den Erzbischof Melchers zurückberiefe. Es scheint indessen, daß die Curie die Unzulässigkeit dieser Bedingung eingesehen hat, noch ehe davon etwas über die Grenzen des Vatikans verlautet hatte. Darauf wurde berathen, ob bedingungslos ein Legat zu schicken sei, und zwar war Zacobini als solcher genannt. Bis jetzt scheint eine bestimmte Entscheidung hierüber noch nicht getroffen, aber die Stimmung ist der Absendung wenig günstig. Man schiebt die Schuld daran auf Ledochowski. Daß dieser die Absendung Hintertreiben hilft, ist richtig, fraglich aber, ob er die eigentliche Seele der Opposition ober ob er in diesem Falle nur das Aushängeschild für den engeren päpstlichen Cirkel abgibt. — Die „Nordd- Allg. Ztg." weist darauf hin, daß das Auftreten des Statthalters v. Manteuffel in den Reichslandeir kräftige, mit tüchtigen Argn- menten ausgestattete Vertheidiger gefunden habe, und erachtet es als dringend Wünschenswerth, daß der bezügliche Streit jetzt aufhöre. Wenn die deutsche Presse über die richtige Behandlung der Reichslande einen heftig erbitterten Streit in dem Augenblicke führe, wo viele Umstände den Franzosen die Erwägung nahelegten, ob sie aufhören sollten, die Wiedereroberung des Landes zum Angelpunkt ihrer Politik zu machen, so sei leicht zu begreifen, wie schlecht die deutsche Presse mit jenen Erörterungen dem Interesse Deutschlands und des allgemeinen Friedens diene. Kassel, 20. Septbr. Zu dem gestern in den Sälen der Euterpe ab- gehaltenen hessischen Parteitag der deutschen Fortschrittspartei waren außer den Mitgliedern des hiesigen fortschrittlichen Wahlvereins Deiegirte aus fast allen hessischen Wahlkreisen erschienen. Eugen Richter sprach im Auftrage der Centralleiiuvg der Partei „über die Ziele der Fortschrittspartei in Hessen." Als Loosiing wurde die Parole ausgegeben: Los vom Nationalliberalismus! und selbstverständlich der glänzende Kasseler Wahlsieg der Fortschrittspartei als Musterbild für die fämmtlichen ReichstagSwahlkieise des Regierungsbezirks aufs Nachdrücklichste empfohlen. Herr Richter vermied es, seine Ausführungen mit dem sonst bet ihm gewohnten SarkaSmus zu garniren. Er sprach bei Weitem nicht so leidenschaftlich, als er es bei früheren Gelegenheiten in Kassel gethan. Nachdem Redner feinen mit Beifall aufgenommenen Vortrag beendigt hatte, wurden folgende Resolutionen diScutirt und angenommen: 1) Der hessische Parteitag der deutschen Fortschrittspartei erklärt : Die Aufgabe der nächsten Wahlen ist es, dem Reichstage Manner zuzufühnn, welche ohne Wanken und Schwanken entschlossen sind, der rückschrittlichen Bewegung kräftigen Widerstand entgegenzustellen, der fortgesetzten Vermehnmg der Steuerlasten, insbesondere auch der die ärmeren Klaffen bedruckenden Ver- thenerung der Lebensmittel Einbalt zu thun, der Geschäftswelt wieder Ruhe und Sicherheit gegen die unablässig austauchettden Projecte von Monopolen, Steuern und anderen wirthschaftlichen Umgestaltungen zuruckzugeben, und .n Eintracht die gemeinsamen Interessen von Stadt und Land, sowie aller Be- rufsklassen und Religionsparteien zu fördern. Die deutsche Fortschriiis- Partei erwartet für ihre in diesem Sinne aufgestellten Candidaten di» kräftige Unterstützung aller derjenigen Hessen, welche ihrem angestammten FrechelUsinn entsprechend, von Zeichen oder verwandten Bestrebungen für das Wohl unsere- deutschen Vaterlandes erfüllt sind- 2) Der Parteitag empfiehlt dringend die Bildung von Wahlvereinen der Fortschrittspartei, ersucht die Parteigenoffen, auf das Parteiorgan, die „Parlamentarische Correspondenz", zu abonntren, die Verbreitung der von der Partei herausgegebenen Broschüren zu fördern, sowie die Unterstützung der im Sinne der Partei redigirten Zeitungen fich angelegen sein zu laffen. 3) Die einzelnen Wahlkreise haben bet der bevorstehenden ReichstagS- wahl die Pflicht, auch die Parteigenoffen in anderen Wahlkreisen nach Kräften zu unterstützen. Insbesondere wird, da der Wahlkets Hanau-Gelnhausen bereits eine feste Organisation besitzt, die Partei in Kaffel sich die, Unterstützung der übrigen hessischen Wahlkreise durch Rath und That (Unterstützung bei der Einrichtung von Wahlveretnen bet Ermittelung geeigneter Canbidaten und Vorträge in Versammlungen angelegen sein laffen. — Zur Vermittelung der Beziehungen der Wahlkreise wird ein ProvtnztalauSschuß in Kaffel niedergesetzt. Hierauf folgt eine vertrauliche Sitzung der Delegirten. Arankreich. Paris, 19. Septbr. Das „Journal des Debats" erinnert bei Gelegenheit der jetzigen Flottenkundgebung daran, daß eS heute gerade 53 Jahre sind, als am 15. Septbr. 1827 ein anderer englischer Admiral, Sir Edward Codrtngton, vor einem Hafen nicht weit von Dulcigno ^kreuzte und die Geschwader Frankreichs und Rußlands erwartete. Am 21. Septbr. stieß Admiral Rtgny zum englischen Geschwader; die Ruffen unter Admiral v. Heiden waren bereits am 18. Septbr. eingetroffen. Die drei Admiräle hielten sofort an Bord des englischen Admtralschtffes „Asta" Kriegsrath, um die Mittel zur Beseitigung der Feindseligkeiten zwischen Türken und Griechen zu finden; ihre Vollmachten lauteten dahin, man baue auf ihre Klugheit und Geschicklichkeit zur Ausführung des Vertrags vom 6. Juli. Sie beschlossen, auf bte Rhede von Navartn zu rücken und die Türken zu einem Waffenstillstände zu nöihigen; sie hofften „so ohne Feindseligkeit und Blutvergießen einen dem Geiste des Vertrages vom 6. Juli, wie den Interessen der Pforte selbst entsprechenden Beschluß herbeizuführen." Am 20. Octbr. gab der englische Oberbefehlshaber daö Signal zur Abfahrt und drei Stunden später erschien das Tripelgeschwader vor Naoarin Angesichts des türkisch - ägyptischen Geschwaders, das aus 3 Linienschiffen, 1 abgetakelten Linienschiffe, 16 Fregatten, 29 großen Corvetten und 29 Briggs bestand. Auf einen englischen Seekadet, der einen Nachen führte und als Parlamentär auf einen türkischen Brander zufuhr, wurde geschossen, die englischen Matrosen schossen wieder, das Schießen griff um sich und einige Minuten darauf gaben 115 Kriegsschiffe Feuer mit allen Lagen; um 7 Uhr Abends hatte der Sultan 6000 Mann Todte und 3 Linienschiffe, 16 Fregatten, 26 Corvetten, 12 Briggs und 5 Brander verloren; das Tripelgeschwader aber nur 140 Todte und 300 Verwundete; es verlor nicht eine Schaluppe. Der „Sieg" bet Navarin kam den Griechen zu statten, vor Allem aber den Russen, und zwar so, daß am 20. Januar 1828 der König von Eng« land in seiner Thronrede diesen Steg tief beklagte und ihn als „untoward event“ bezeichnete. Gladstone war damals ein Achtzehnjähriger; er wuchs unter den Eindrücken des damaligen Phtlhellenenthums auf. Aber dennoch bleibt es eine schtcksalsschwangere Erscheinung, daß England solchen Erfahrungen nach und den Vorgängen der letzten Jahre jetzt wieder das orientalische Geschäft für — die Russen macht. Türkei. Konstantinopel, 19. Septbr. Ja dem am Mittwoch im Palais abgehaltenen außerordentlichen Ministerrathe bezüglich der montenegrinischen Angelegenheit wurde, nachdem lange über die Montenegro betr. Bestimmungen des Berliner Vertrages, über den Antrag Cortt's und die Abtretung von Dulcigno verhandelt worden war, der Beschluß gefaßt, an die Mächte eine Note zu richten, worin die Pforte ihre Einwilligung in die Abtretung von Dulcigno erklärt unter der Bedingung, daß vorher die endgültige Grenze fest- gesetzt werde. Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Correspondenz-Bureau. Offenbach, 20. Septbr. Der König uno die Königin von Griechenland und deren Kinder reisen heute Vormittag von Rumpenheim nach Stuttgart ab. Der König und die Königin von Dänemark begeben sich am Dienstag Abend nach Gmunden (Oesterreich) zum Besuche des Herzogs und der Herzogin von Cumberland. Berlin, 20. Septbr. Der Kaiser ist durch leichte- Unwohlsein behindert, die Reise zu den Manöoern in der Rheinprovinz zu unternehmen; sein Befinden gibt indeß zu keinerlei Besorgntß Veranlassung und ist bereits wieder in der Besserung begriffen. Paris, 20. Septbr. Die „Republique francaise" schreibt: Die auswärtigen Fragen führten in den jüngsten zahlreichen Minister-Sitzungen zu keinerlei Debatte. Freycinet hatte keinen Anlaß, von der friedlichen, klugen und reservirten Politik abzuweichen. Die Meinungsverschiedenheiten mit seinen Collegen bezogen sich nur aus die Ausführung der Decrete, welche das Werk des von ihm geleiteten Cabinets waren. Berlin, 20. Septbr. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, indem sie mehrere gegen den Reichskanzler und seine Uebernahme des Handelsministeriums gerichtete Besprechungen richtig stellt: Die Gelegenheit zu persönlichem Eingreifen deS Ministers biete sich nur auf dem Gebiete der Vorbereitung der Reichsgewerbegesetzgebung. Auf diesem aber hätten auch bisher die Arbeiten des preußischen Handelsministeriums practtsche Bestätigung nur dadurch finden können, daß der Reichskanzler ihre Resultate acceptirte und sie auf seine Verantwortung, nicht auf die Verantwortung deS preußischen Handelsministers in den Bundesrath brachte. Die Cunjecturen, als ob der Reickskanzler durch die Uebernahme des Handelsministeriums einen bisher nicht besessenen Einfluß auf die Handelsverträge gewinnen wollte, zeugten von gründlicher Unkenntniß des Geschäftsganges. Der Einfluß des Reichskanzlers auf die Handelsverträge war auch bisher ein unbestrittener und maßgebender. Wenn der Reichskanzler mit der Uebernahme des Handelsministeriums ein anderes Ziel als eine zweckmäßige Vereinfachung des Geschäftsganges verbinden sollte, so werde das muthmaßlich nur die allmälige Uebeiführung der Geschäfte auf wirkliche Reichsbehörden sein. „Wir kennen im Reiche keinen sächsischen preußischen, mecklenburgiicken, sondern nur einen deutschen Handel." London, 20. Septbr., Abends. Staatssecretär Granville hatte heute' im auswärtiven Amte Unterredungen mit drn Botschaftern Lobanoff und söle» nabrea und mit Musurus Bey.___________________________________________ Lokales. Ziesten, 21. September. Der Verein selbstständiger Schuhmacher bier hielt gestern Abend, wie im vergangenen Jahre, im „Deutschen Hof" eine Ausstellung von Lehrlingsarbetten und Prämiirung derselben ab Es ist nicht zu verkennen, welchen wohlthätlgen Einfluß diese Ausstellung auf den ganzen Verein, sowie auch auf die Lehrlinge selbst ausübt. — Es wäre nur sehr Wünschenswerth, daß diese für das Schubmachergewerbe so wichtige Sache auch in weiteren Kreisen der Schubmacher immer noch eine größere Theilnahme fände. — Die Zahl der Lehrlinge bat sich erfreulicher Weise gegen voriges Jahr bedeulend vermehrt, und ist der Fleiß und die Aufmerksamkeit, womit die betreffenden Arbeiten ausgeführt waren, sehr lobens- werth. — Gleichzeitig ist obiger Verein gegenwärtig im Begriffe, die Frage einer gemeinschaftlichen Unterstützung der arbeitslosen Gesellen zu regeln, um dadurch den Stromern und Bettlern etwas zu steuern. —r. — Während des Gewitters am gestrigen Mittag schlug der Blitz bei Gleiberg in einen Nußbaum, unter welchem mehrere Personen Schutz suchten, ein. Obgleich in der ersten Zeit betäubt, kamen die Gefährdeten glücklich mit dem Schrecken davon. Vermischte- Darmstadt, 20. September. (Militärdienstnachrichten.) Generallieutenant Freiherr v. Schlotheim, Führer des 11. Armeecorps, wurde, unter Ernennung zum commandirenden General dieses Armeecorps, zum General der Cavallerie; Oberstlteutenant Freiherr v. Rosen, Commandeur des 4. Großh. Jnf.-Regts. (Prinz Karl) Nr. 118, zum Obersten; Major Senkel, Bataillons-Commandeur im 2. Großh. Inf. Regt. (Großherzog) Nr. 116, zum Oberstlteutenant — beordert. Darmstadt Die vom Vorstand des Landes-Pferdezucht-Vereins in Nord-Deutschland angekauften Stutenfohlen sind hier eingetroffen und werden Mittwoch, den 22. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, in den Räumen des Darmstädter Viehmarktcs unter die Besteller versteigert. Bad Nauheim, 17. September. Heute Morgen wurde in einem hiesigen Hause der Versuch gemacht, eine junge Dame mit im Kaffee gekochten Schwefelhölzern zu vergiften. Auf sofortige Benachrichtigung der Behörde nahm der herbeigeetlte Staatsanwalt die Untersuchung der Sache in die Hand. Bad Wildungen, 16. September. Unsere Umgegend ist seit einigen Tagen durch einen Vergiftungsfall in Aufregung versetzt worden, welcher bedauerlicher Weise einen tätlichen Ausgang genommen hat. Der Fall ist auch insofern intereffant, alS er wiederum beweist, welch' ein gefährliches Gift die Tollkirsche (belladonna) ist. deren glanzvolles verführerisches Aussehen und große Aehnlichkett mit Sauerkirschen namentlich naschhaften Kindern so gefährlich ist. Ein Landmann in dem benachbarten Dorfe Mehlen brachte aus dem Walde einige Sträucher Tollkirschen mit und zwar, wie man sagt, um für seine Kinder Tinte daraus zu bereiten. Die Tollkirschen wurden so schlecht aufbewahrt, da der Besitzer die giftige Eigenschaft derselben nicht kannte, daß dieselben nicht nur seinen, sondern auch den Nachbarskindern zugänglich waren. Das einzige Söhnchen eines Nachbars, ein blühendes kräftiges Kind von 3—4 Jahren, batte in einem unbewachten Augenblicke von den Tollkirscytzn genascht, in Folge dessen nach wenigen Stunden bei dem unglücklichen Knaben nicht nur unter ersichtlich großen Schmerzen die Symptome einer Vergiftung sich zeigten, sondern auch sogar förmliche Anzeichen der Tollwuth zum Ausdruck kamen. Der Knabe rannte im Zimmer hin und her, kratzte und biß seine Pfleger in die Hände, schrie und tobte überhaupt fürchterlich. Die sofort angewandten Brechmittel hatten sogar den Erfolg, daß die Hülsen von sechs Tollbeeren zum Vorschein kamen, indeß trut eine Linderung und Besserung bei dem Kinde nicht ein. Es wurde nun ärztliche Hülfe herbeigeholt, doch auch diese kam zu spät, um erfolgreich wirken zu können. Wenige Stunden, nachdem die ersten Symptome sich zeigten , gab der entsetzlich gepeinigte Knabe seinen Geist auf. Wieder eine dringliche Mahnung dafür, durch Wort und Schrift nach Kräften die Landleute auf die giftige Eigenschaft der verschiedenen Pflanzen aufmerksam zu machen, damit sie nicht durch solch traurige Folgen erst davon Kenntniß erhalten. -- Kürzlich zog gegen Mittag über Senftenberg (Nieder-Lausttz) ein Ungewitter herauf. In einem hundert Schritt vom Orte stehenden Meierhofe wollte die Frau des Meiers eben mit ihren Kindern, das Kleinste derselben auf dem Schooße haltend, das Mittagsmahl ein-- nehmen, al8 mit einem furchtbaren Getöse der Blitz vom Fenster der Hofseite in das Zimmer schlug, die Schüffel mit Suppe vom Tische schleuderte, sodann in den kleinen Kinoerstuhl (auf welchem zuvor das kleine Mädchen gesessen hatte) fuhr und denselben zur Site warf. Von hier stattete der unangenehme Gast der Fenstergardine einen Besuch ab, riß die eine Ecke derselben in Fetzen und fuhr dann zum Fenster der Straßenseite hinaus, ohne Jemand der fünf Insassen des Zimmers auch nur im Geringsten zu beschädigen. Alles dies war das Werk eines Augenblicks. Die Bedeutung der schrecklichen Situation schien Niemand als die Frau allein zu begreifen, welche in Ohnmacht verfiel, sich aber gleich wieder erholte. Welchen Begriff sich die Kinder von der ganzen Affatre machten, mag daraus hervorgehen, daß das vierjährige Töchterchen sich jammernd an Mama anschmtegte und ausrief: „Ach, Mama, nun haben wir feine Suppe für diesen Mittag", wäbrcnd der Knabe, den Löffel noch in der Hand, mit bedeutungsvoller Miene sprach: „Aha, das geschieht uns schon recht, warum haben wir nicht auf Papa gewartet." Papa kam dann auch gleich nach Hauic und verschmerzte gern den Verlust der Suppe über das Glück der wunderbaren Rettung der Seiniqen — (Ein glückliches Ehepaar.) „Wie kommt's denn, daß die Müllerischen so glücklich miteinander leben? Jetzt sind sie schon 22 Jahre verhelrathet und haben noch nie einen Streit gehabt!" — „Das ist sehr einfach. Sie wascht den ganzen Tag außer'm Haus und Er ist Nachtwächter!" — Die herzogliche Baugewerkschule in Holzminden, welche bei dem in Kurzem bevorstehenden fünfzigjährigen Jubiläum ihres Bestehens ihre Schülerzahl auf viele Tausende beziffern wird, erfreut sich eines Vertrauens, wie es nur aus einem so langjährigen, treuen Wirken her- vorgehen kann. Die technischen Fächer leiden gegenwärtig unter einem Rückschlag, wie er zu Zeiten in jedem Berufszweige, selten aber in solchem Umfange auftritt. Dem außerordentlichen Aufschwung der ersten siebenziger Jahre und dem daraus resulttrenden Zudrang zu diesen Fächern ist eine momentane, aber übertriebene Furcht vor Ueberfüllung und damit ein Rückgang in der Zahl der Aspiranten gefolgt. Die Baugewerkschule zu Holzminden ist auch davon nicht unberührt geblieben, doch zeigt sie trotzdem nach wie vor eine erfreuliche Frequenz. Im Wintersemester 1879—80 wurden von 40 Lehrern 787 Schüler unterrichtet, davon waren 337 Maurer, 266 Zimmerer, 7 Dachdecker, 29 Tischler, 1 Bildhauer, 2 Ziegler, 33 sonstige Baubeflissene, 80 Schlosser und Maschinenbauer, 23 Mühlenbauer, 5 Kupferschmiede, 6 sonstige Metallarbeiter, und es gehörten 744 dem deutschen Reiche, 43 dem Auslande an. Bei der zu Ostern 1880 stattqefundenen facultiven Meisterprüfung, welche durch eine besondere, von der Schule unabhängige Commission hiesiger Amtsbaugewerkmeister und einer Anzahl Fachlehrer unter Vorsitz eines Staatsbaubeamten nach Abschluß jedes Semesters abgehalten wird, betheiligten fich 83 Schüler, von denen nur zwei wegen ungenügenden Leistungen zurückgewiesen wurden. Abgesondert von dieser Meisterprüfung wird gleichzeitig von der Anstalt selbst, durch eine Commission von Lehrern und dem Director eine freiwillige Reife- ober Abiturientenprüfung in den theoretischen Fachgegenständen über diejenigen abgehenden Schüler nach Absolviruna der 1. Classe gehalten, welche das vorgeschriebene Alter für die Meisterprüfung noch nicht erreicht ober diejenige praktische Ausbildung noch nicht erlangt haben, welche zur selbstständigen Führung de« Gewerkes als Meister befähigt. Dieser wissenschaftlichen Reifeprüfung haben sich 23 Schüler unterzogen und dieselbe sämmtlich bestanden, so daß ihnen außer dem gewöhnlichen Abgangs- zeugniß ein Diplom über ihre theoretische Reife ausgehändigt werben konnte. Sehiffeberlelit. Mitqetheilt von dem Agenten des norddeutschen Llovd, C W. Dietz in Gießen. Bremen, 16. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Hobenzollern, Capt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 1. Septbr. von Bremen abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 20. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postbampfer Mosel, Capt. H. A. F. Neynaber, vom Norbbeutschen Lloyb in Bremen, welcher am 5. September von Bremen und am 7. September von Southampton abgegangen war, ist am 18. September 8 Uhr Abenbs wohlbehalten in Newvork angekommen. Handel und Verkehr. Gießen, 21. Septbr. Auf dem heutigen Wochenmarkte koffere. Butter per Md. 1 00 bi6 JL 105, Hühnereier 1 Stück 0—0 2 St. 11 H, Enteneier 1 Stück 0- 0 H. Käse per Stück 5—9^, Käsemattc per Stück 2—3 Erbsen 1 Liter 2 l Linsen 1 Liter 25 Tauben bas Paar 35—60 Hühner v. St. JL 0.70—1.10, Halmen p. St. JL 0.60—1.10, Wälsche 0.00—0 00, Enten per Stück J4 1.45 1.70, Ochsenfleisch 66- 68 H per Pfd., Kuh- und Rinbfleisch 48-50 Kalbfleisch 45—50 Hammelfleisch 60 -70 Schweinefleisch 66—68 Kartoffeln per 100 Kilo X 4.00-5. Zwiebeln p. Ctr JC 5—6.50, Milch per Liter 16 und 18 H, Weißkraut 100 Stück X 7.50—11.00. 6136) Äu Großherz Verpai Triel Die in beiiben 300 Tr Freitag auf weitere M DieZuft« mittag»» u Hof. Gi-ß-n, ben SrHeWl. B 6120) A< 6148) Selbe lagern 9 Me im Sui B-bkgmz des1 «erben sollen, ihre versiegelten Detcier b. I. Gl-H'n, ben Arbeits- z» Die an bei 90 JL 68 i Kinderarbeit fol Donnerst« Mchmi auf bem Mmr Versrob MM TrchN'Buseck 0| L MS6) Pe^rl Mtwoch i Normst soll auf batjitfigt wiche des Georg Mr Nr. Meter 1 M 81 misibiriend vrrstei Win, den 22 nt>49) । ne Wohnhaus tr. B L ft h «n ♦N* noff "rt Ai. LrhL 9fftem r-N-r a*tt -sss ^rlbrrg j* .< "-"*1 3ifutenant &*s ® »■ Rosen U6- ru« vbkch 8 J” ^rd-Devtsch- BJ?n21 b' W, D» Mtigen ’ W Hause der -u vergiften. Auf f kle Untersuchung "gtn Lagen durch |( f‘nen tödtlichen um beweist, ^Msches Aussen Ehrlich ist. Ein l( bträucher nriten. Die LA W Verselden nicht zugänglich waren. 1-4 Jahren, batte vkssrn nach wenigen erzen die Sninptom wlltb zum AuSvruck sleger in die Hände, el batten sogar den ttut eine Linderung beigeholt, doch auch nachdem die ersten auf. Meder eine feilte auf die giftige durch solch traurige Ungmitter herauf, de- ÄtieiS eben Mittagsmahl rin- '.t in das Himmn n Amver^ndl (auf tzM xoaxf. Den i ti eine Täe tr re Jemand der silns dies war das Werl mand als die jj’N oftt Welchen Le- tbn, daß das vier: ,Ach, Mama, nun noch m der Hand, warum hoben wir eschaerzte gern den krischen so Mich >en noch nie emen auster'm Haus und n in Äutvm bkvSv U Tauimde beziffern tteuen Wirken her äckich'-ag. vie er ju em außerordentlichen 4 bnoi niit «* toi. 3® |on«iqi "tr i« DBem 1» „ ... ßj«l! «”* ‘"‘Jg w ’^Zeia« L°ina"'sv« lvtnwst^ vte- ’^bfn Fühn>"9 w Schüler Sä."* ffti. S'-.rr ■5,*5i < 2"1 Aw S«»t 9**"'x ' Otfii utlt k> 1 A 2 B»'" ObtthMche Eisenbahnen. 6136) Mit dem 20. d. Mts. tritt zum Hessisch-Nheinisch-Weslfälischen Verbands- gütertarif der Nachtrag VI. in Kraft. lieber dessen Inhalt ertheilen sämmt- liche Güterexpeditionen nähere Auskunft, bei welchen auch der Nachtrag zum Preise von 0,75 zu erhalten ist. Gießen, den 18. September 1880. Großherzogliche Directton. Verpachtung von Triebvierteln. Die in diesem Jahr lethfällig werdenden 300 Triebviertel sollen Freitag den 24. ds. Mts., auf wettere 6 Jahre verpachtet werden. Die Zusammenkunft ist Bor- mittagS 8 Uhr am Schützenhof. Gießen, den 20. September 1880. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 6120) A. Bramm. 6148) Bei der unterzeichneten Stelle lagern 9 Gentner alte Zollpapiere, welche im Submissionsweg unter der Bedingung des Einstampfens veräußert werden sollen. Reflectanten wollen ihre versiegelten Offerten bis zum ersten October d. I. anher etnreichen. Gießen, den 20. September 1880. Großherzogl. Hauptsteueramt. Allgemeiner Anzeiger. Mittwoch drn 22 d. Mts., Vormittags 10 Uhr, sollen in der Flctt'schen Hofraithe dahier eine Nähmaschine, eine Commode und ein runder Tisch versteigert werden. Gießen, den 20. September 1880. 6129) Geißler, Gerichtsvollzieher. Geschäfts - Anzeige. Das seit einer Reihe von Jahren von mir innegehabte Stumpf-, Wolle- 33) Carl Stieber, Marktstraße D. 212. Turnverein. 6108) Das regelmäßige Riegenturnen beginnt Dienstag den 21. d. M.________________Der Turnwart. Das Zuschneiden und Anfertigen von Damenkleidern lehrt die Unterzeichnete in zwei- und vier- wöchentlichen Cursen, in und außer dem Hause, nach einem selbstverfaßten Lehrbuche. (5979) Marie Struth«, Gartfeld, bei Hrn. Jutzi. 30—40 Maurergesellen gesucht von (6137 Fh. Grösser jun., ____________Maurermeister.__ 6153) Stille gesunde möblirte Wohnung, Stube mit Cabinet, in der Nähe der Klinik gesucht. Offerten mit Preisangabe unter jit. 6153 an die Exped. d. Bl. zu richten.__ 5939) In der Nähe deS Wenzels Garten werden drei unmöblirte Zimmer zu miethen gesucht. Näheres bei J. Blitz. Mittagstisch einem Privathause gesucht. Offerten in der Exped. d. Bltts. unter A. 10 erbeten._______________________ Zu miethen gesucht Paterre oder 1. Stock, drei Zimmer, mit oder ohne Möbel. Näheres bei 5938)____________I. Blitz. 6060) Ein braves Mädchen auf Michaeli gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 5976) Schüler hiesiger Lehranstalten finden freundliche, liebevolle Aufnahme in einer geb. Familie. Auf Wunsch Beaufsichtigung der Schularbeiten. Anfragen zu richten Seltersweg 66. u * , . , $t. Bana. Gießen, C. 81 (Ecke des Seltersweges und der Maigaffe). O O Hochachtungsvoll «>63) y. Bytietski aus Frankfurt a. M. Mermischte Anzeigen. 6144) Unserem lieben Freunde C..1 zu seinem 23. Geburtstage ein dreifach donnerndes Hoch!Victoria. Paar Buckskin Hofen von 5—12 Mk. 750 „ „ „ mit Westen von 7—18 Mk. Joppen, Jaquets und Säcke in allen nur erdenklichen Farben und Stoffen von 6—18 Mk. in größter Schlafröcke von 13—30 Mk. Specialität in schwarzen Anzügen und Fracks äußerst solid und billig. 3000 Stück Knaben Anzüge und Paletots von 4—15 Mk. 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Felsina, Neuenweg B. 138. 4152) Der erste Stock des August Ackcrmann'schen Hauses, Frankfurter Straße Lit. E. 41, bestehend aus 8 Zimmern, 2 Speicherkammern, Keller, Holzstall rc., ist per 1. Oktober, auf Wunsch auch früher, zu vermiethen._______________ 6107) Der 1. und 2. Stock unseres neuen Hauses in der Gartenstraße zu vermiethen. Nähere Auskunft ertheilt Herr Architekt Stein. Hch u. Iac. Keßler aus Annerod. 6097) Der von Herrn Apotheker Eberhardt bewohnte untere Stock meines Hauses (5 Zimmer rc.) ist zu vermiethen und auf Wunsch schon am 1. Oktober zu beziehen. Georg Philipp Gail. 5195) Ein Logis, 2 Zimmer, Cabinet, Küche, zu vermiethen.. „ _ Adolf Hoß, Schieß garten. 6008) Möblirtes Zimmer auf sofort zu vermiethen.Wallthorstraße 137./. 6139) Sinern verehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich meine Schlofserwerkstätte in das Haus des Herrn Unverzagt im Gartfeld verlegt habe. Gleichzeitig halte mich zur Neuanfertigung und Reparatur von Waagen bestens empfohlen. Bestellungen nehmen auch die Herren A u g. Kröll, Seltersweg und Aichmeister Baumann für mich entgegen. Achtungsvoll __jl£arl Schmidt* Man bittet den am Montag Abend im »Kühlen Grund" aus Versehen verwechselten Hut in der Exped. ds. Bltts. wieder umzutauschen. _____ | Acpfct ^ust tz. Herbert wollen sich wenden an Georg Beck, Darmstadt, __________________Gartenstraße 13.______ 6142) Einige Schüler finden zum ersten Oktober Pension in einer gebildeten ga* milie. Näheres in der Exped d. Bl Sicherer Nebenverdienst. 6146) Eine solide Feuerversicherungs- Gesellschaft sucht tüchtige Agenten unter günstigen Bedingungen zu engagiren. Offerten sub X. Y. Z. besorgt die Exped. ds. Bltts.__ 6154) In ein Specereigeschäft ein Ladenmädchen auf sogleich gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. wfj W fiii lMi!